Mt 7:11
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Grundtexte
GNT Mt 7:11 εἰ οὖν ὑμεῖς πονηροὶ ὄντες οἴδατε δόματα ἀγαθὰ διδόναι τοῖς τέκνοις ὑμῶν πόσῳ μᾶλλον ὁ πατὴρ ὑμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς δώσει ἀγαθὰ τοῖς αἰτοῦσιν αὐτόν
REC Mt 7:11 εἰ +1487 οὖν +3767 ὑμεῖς +5210, πονηροὶ +4190 ὄντες +5607, οἴδατε +1492 δόματα +1390 ἀγαθὰ +18 διδόναι +1325 τοῖς +3588 τέκνοις +5043 ὑμῶν +5216, πόσῳ +4214 μᾶλλον +3123 ὁ +3588 πατὴρ +3962 ὑμῶν +5216 ὁ +3588 ἐν +1722 τοῖς +3588 οὐρανοῖς +3772, δώσει +1325 ἀγαθὰ +18 τοῖς +3588 αἰτοῦσιν +154 αὐτόν +846;
Übersetzungen
ELB Mt 7:11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!
KNT Mt 7:11 Wenn ihr nun, die ihr doch böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wieviel mehr wird euer Vater in den Himmeln denen Gutes geben, die Ihn bitten!
ELO Mt 7:11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisset, wieviel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!
LUO Mt 7:11 So +3767 denn +1487 ihr +5210, die ihr doch arg +4190 seid +5607 (+5752), könnt +1492 (+5758) dennoch euren +5216 Kindern +5043 gute +18 Gaben +1390 geben +1325 (+5721), wie viel +4214 mehr +3123 wird euer +5216 Vater +3962 +3588 im +1722 Himmel +3772 Gutes +18 geben +1325 (+5692) denen +846, die ihn bitten +154 (+5723)!
PFL Mt 7:11 Wenn also ihr eurerseits, arg seiend, wisset gute Gaben zu geben euren Kindern, - um wieviel mehr wird euer Vater, Der in den Himmeln, wirklich gute Gaben geben den Ihn Bittenden!
SCH Mt 7:11 Wenn nun ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten!
MNT Mt 7:11 Wenn nun ihr, die ihr böse +4190 seid, wißt, +1492 gute +18 Gaben +1390 zu geben +1325 euren Kindern, +5043 um wieviel mehr wird euer Vater +3962 in den Himmeln +3772 geben Gutes +18 den ihn Bittenden. +154
HSN Mt 7:11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid10, [dennoch] euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln Gutes geben denen, die ihn bitten!
WEN Mt 7:11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, wahrnehmt, euren Kindern gute Gaben zu geben, wieviel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, denen Gutes geben, die ihn bitten.
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Erste Gedanken
Informationen
Fußnoten aus HSN
10 vgl. Mt 15:19 - Röm 3:9-12 - Röm 5:12 - Röm 7:14 - Röm 7:18
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong-Nr. |
|---|---|---|---|
| εἰ | ei | wenn, falls | G1487 |
| οὖν | oun | nun, daher, also | G3767 |
| ὑμεῖς | hymeis | ihr | G5210 |
| πονηροὶ | ponēroi | böse, schlecht | G4190 |
| ὄντες | ontes | seiend | G5607 |
| οἴδατε | oidate | wisst, kennt | G1492 |
| δόματα | domata | Gaben, Geschenke | G1390 |
| ἀγαθὰ | agatha | gute | G18 |
| διδόναι | didonai | geben | G1325 |
| τοῖς | tois | den | G3588 |
| τέκνοις | teknois | Kindern | G5043 |
| ὑμῶν | hymōn | euren, von euch | G5216 |
| πόσῳ | posō | wie viel | G4214 |
| μᾶλλον | mallon | mehr, vielmehr | G3123 |
| ὁ | ho | der | G3588 |
| πατὴρ | patēr | Vater | G3962 |
| ὑμῶν | hymōn | euer | G5216 |
| ὁ | ho | der | G3588 |
| ἐν | en | in | G1722 |
| τοῖς | tois | den | G3588 |
| οὐρανοῖς | ouranois | Himmeln | G3772 |
| δώσει | dōsei | wird geben | G1325 |
| ἀγαθὰ | agatha | Gutes, gute Dinge | G18 |
| τοῖς | tois | denen | G3588 |
| αἰτοῦσιν | aitousin | bittenden, die bitten | G154 |
| αὐτόν | auton | ihn | G846 |
Versanalyse & Erläuterungen
Grundtextanalyse
Grammatische Struktur
Der Vers beginnt mit einer konditionalen Konstruktion (εἰ οὖν = "wenn nun/also"), die eine logische Schlussfolgerung einleitet. Die Struktur folgt dem Schema: "Wenn schon ihr... wie viel mehr dann..." - ein klassisches a fortiori-Argument (vom Kleineren zum Größeren).
Schlüsselbegriffe
πονηροὶ ὄντες (ponēroi ontes) - "böse seiend": Das Partizip Präsens betont den dauerhaften Zustand der menschlichen Natur. πονηρός bezeichnet nicht nur moralische Schlechtigkeit, sondern die grundsätzliche Verdorbenheit der gefallenen Menschheit (Röm 3:23, Jer 17:9).
οἴδατε (oidate) - "wisst": Von οἶδα, bezeichnet intuitives, innewohnendes Wissen. Selbst gefallene Menschen haben ein natürliches Verständnis dafür, ihren Kindern Gutes zu tun - ein Hinweis auf das Gewissen und das Bild Gottes im Menschen (Röm 2:14-15).
δόματα ἀγαθὰ (domata agatha) - "gute Gaben": δόμα betont den Geschenkcharakter, während ἀγαθός die innere Qualität und den Nutzen beschreibt. Die Verdoppelung (δόματα... ἀγαθά und später ἀγαθὰ) verstärkt die Betonung der Güte.
πόσῳ μᾶλλον (posō mallon) - "wie viel mehr": Diese Wendung verstärkt den Kontrast zwischen menschlicher und göttlicher Großzügigkeit exponentiell. Wenn schon unvollkommene Menschen geben können, wie unvergleichlich viel mehr der vollkommene Vater!
ὁ πατὴρ ὑμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς - "euer Vater in den Himmeln": Die doppelte Verwendung des Artikels (ὁ... ὁ) hebt die besondere Identität hervor. "In den Himmeln" (Plural οὐρανοῖς) ist typisch matthäisch und betont die Transzendenz und Erhabenheit Gottes (Mt 5:16, Mt 6:9).
τοῖς αἰτοῦσιν (tois aitousin) - "denen, die bitten": Partizip Präsens, das kontinuierliches Bitten ausdrückt. Das Verb αἰτέω beschreibt ein demütiges, ernsthaftes Ersuchen um etwas Benötigtes.
Theologische Aussagen
Die menschliche Natur: Jesus setzt voraus, dass seine Zuhörer "böse" sind - eine klare Aussage über die gefallene Natur der Menschheit (Ps 14:2-3, Röm 3:10-12). Dennoch bleibt ein Rest des Guten erhalten, der sich in der elterlichen Fürsorge zeigt.
Gottes Vaterschaft: Der Vers offenbart Gott als liebenden Vater, der seine Kinder nicht nur versorgt, sondern ihnen "Gutes" (ἀγαθά) gibt - nicht nur Notwendiges, sondern Überfluss (Ps 103:13, Jak 1:17).
Die Gebetsverheißung: Der Vers steht im Kontext der Gebetsunterweisung (Mt 7:7-11). Er ermutigt zu vertrauensvollem Gebet, da Gott als vollkommener Vater noch viel bereiter ist zu geben als irdische Eltern (Lk 11:13, Phil 4:19).
Hintergrundinformationen
Kontext in der Bergpredigt
Mt 7:11 bildet den Höhepunkt der Gebetsunterweisung in Mt 7:7-11. Jesus hat zuvor zum beharrlichen Bitten, Suchen und Anklopfen aufgefordert (V. 7-8) und dann zwei Beispiele aus dem Alltagsleben gegeben: Wer würde seinem Kind einen Stein statt Brot oder eine Schlange statt Fisch geben? (V. 9-10). Vers 11 zieht die logische Schlussfolgerung.
Jüdischer Hintergrund
Das Argumentationsmuster "vom Leichteren zum Schwereren" (hebr.: qal wa-chomer) war in der rabbinischen Auslegung weit verbreitet. Jesus verwendet hier eine Form, die seinen Zuhörern vertraut war, um eine tiefgreifende Wahrheit über Gottes Charakter zu vermitteln.
Die Anrede Gottes als "Vater" war im Judentum nicht unbekannt (Jes 63:16, Mal 2:10), aber Jesus verleiht diesem Gedanken eine neue Intimität. Das aramäische "Abba" (Vater) drückt eine persönliche Beziehung aus, die über die nationale Vaterschaft Gottes für Israel hinausgeht (Mk 14:36, Röm 8:15).
Parallelstelle Lukas
Lukas 11:13 bietet eine interessante Variante: "wie viel mehr wird der Vater aus dem Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten." Während Matthäus allgemein von "Gutem" spricht, konkretisiert Lukas dies als die größte aller Gaben - den Heiligen Geist (Lk 11:13, Apg 2:38).
Anthropologische Aussage
Jesus' Feststellung, dass Menschen "böse" sind und dennoch gute Gaben geben können, ist bemerkenswert. Sie zeigt:
- Die totale Verderbtheit bedeutet nicht, dass Menschen zu keinerlei Gutem fähig sind (Röm 2:14)
- Selbst gefallene Menschen tragen noch Spuren des Bildes Gottes (1Mo 1:27, Jak 3:9)
- Die elterliche Liebe ist ein Abglanz der göttlichen Liebe (1Jo 4:8)
Praktische Anwendung
Ermutigung zum Gebet: Wenn schon unvollkommene Menschen ihren Kindern Gutes geben, wird der vollkommene himmlische Vater umso mehr geben. Dies sollte uns ermutigen, mit Zuversicht zu beten (Hebr 4:16, 1Jo 5:14-15).
Vertrauen in Gottes Güte: Gott ist nicht zurückhaltend oder geizig. Seine Natur ist es zu geben - und zwar reichlich (Joh 10:10, Eph 3:20)
Das Wesen des Gebets: Gebet ist nicht das Überwinden von Gottes Unwilligkeit, sondern das Ergreifen seiner Bereitwilligkeit. Wir bitten nicht, um Gott zu überreden, sondern um seine bereits vorhandene Bereitschaft zu empfangen (Mt 6:8).
Definition von "Gutem": Was Gott als "gut" definiert, entspricht möglicherweise nicht immer unseren unmittelbaren Wünschen. Er gibt, was letztlich zu unserem Besten dient (Röm 8:28, Jak 1:17).
Parallelstellen
Parallelstellen im Neuen Testament
Gebet und Gottes Antwort: Lk 11:9-13 / Joh 14:13-14 / Joh 15:7 / Joh 16:23-24 / 1Jo 3:22 / 1Jo 5:14-15
Gott als Vater: Mt 6:8-9 / Mt 6:32 / Lk 12:30-32 / Joh 1:12 / Röm 8:15-16 / Gal 4:6
Gottes Güte und Gaben: Jak 1:17 / Röm 8:32 / 2Petr 1:3 / Eph 1:3 / Phil 4:19
Menschliche Sündhaftigkeit: Röm 3:10-12 / Röm 3:23 / Eph 2:1-3 / 1Jo 1:8
Parallelstellen im Alten Testament
Gottes Vaterschaft: Ps 103:13 / Jes 63:16 / Jes 64:7 / Jer 3:19 / Mal 2:10
Gottes Güte: Ps 34:9-10 / Ps 84:12 / Ps 145:9 / Kla 3:25
Erhörung des Gebets: Ps 50:15 / Ps 91:15 / Jer 33:3 / Sach 13:9
Menschliche Verdorbenheit: 1Mo 8:21 / Ps 14:2-3 / Ps 51:7 / Spr 20:9 / Pred 7:20
