Der Messias und der Sohn des Verlorenseins

Aus Bibelwissen

Letztes Geschehen nach der Bibel
Abschrift des Buches von W. J. Pasedag (1975)

Morgenland Verlag - Bieselsberg
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

Letztes Geschehen nach der Bibel

E. Der Messias und der Sohn des Verlorenseins

Das gewaltige Thema "Christus und Sein Gegenspieler", denn das ist der Antichrist als Sohn des Verlorenseins,bedarf gründlicher vorberetiung. Wir möchten den Leser vor der Enttäuschung bewahren, Sensatwionelles bei uns finden zu können. In dem Ausdruck Sesawtion steckt zwar das Substantiv (Hauptwort) "Sinn" (von lateinisch sensus), jedoch mehr als ein flüchtiges Gefühl oder als Augenblicksmeinung - wir aber wollen uns mit Bleibendem beschäftigen.

Das bleibende ist die Wahrheit, denn alle Lüge vergeht. Darum sagt der Herr in Joh 17:17+19: "Heilige sie in Deiner Wahrheit; Dein Wort ist die Wahrheit", und "Ich heilige Mich Selbst für sie", denn Christus ist die Wahrheit und Heiligkeit in Person.

Dieser Heiligung, das meint Absonderung von allem Vergänglichen, geht man verlustig, sobald die Bibel nicht mehr als Gottes Wort und Wahrheit und Christus als der Sohn Gottes anerkannt wird. Jesus Christus ist auch der Messias Israels, selbst wenn wie das jetzt noch nicht sehen können. Wer Israel bekämpft, ist damit auch zum Feind des Gottes Israels und Seines Gesalbten geworden, wie wir das aus Ps 2 deutlich sehen können.

Jedem Denken, Wollen, Reden, Tun und Schreiben muss Christus voranstehen, ohne den alles wertlos und trostlos ist. Darum liegt in der Ersatzsuche, dem Antstatt-Christentum, die Ursache allen Unglücks.

Eines der herrlichsten Themen, die es gibt, heißt Christus und die Gemeinde; ein weiteres Grundthema der Geschichte lautet Christus und Israel. Das Notwendigste für unsere Zeit aber ist unbedingte Klarheit über Christus und den Sohn des Verlorenseins, siehe Joh 17:12 und 2Thes 2:3.

Uns alle umweht antichristlich Luft! Da wir Menschen zur Gemeinschaft erschaffen sind, kann sich keiner dem entziehen, dass wir Um-Ge-be-ne sind. Mit dem Hinweis auf diese vier Vorsilben möchten wir unseren einleitenden Hinweis beschließen:

Rechtes Sinnen über Christus und Seinen Gegner bedetutet

UM -SINNUNG, die nach der plattdeutschen Übersetzung vom Mt 3:2 nichts anderes bedeutet als "Ji möt annere Minschen warn!"" - Ihr müsst andere Menschen werden;

GE-SINNUNG, Phil 2:5 gemäß, bereit, sich zu entäußern,

BE-SINNUNG auf das Wesentliche undHeilbringende in der Gebetsstille;

NE-GIERUNG d. h. Verneinung. alles NE-GATIVEN, das im Antisohn-Wesen seine Verkörperung findet.

Das alles gelingt nur durch Überwindung unserer Zeit. Dazu brauche wir gute Bibelkenntnis, Christuserkenntnis und vor allem Christusverbundenheit.

Welches Vorrecht, dass wir dabei mit der Hilfe des Heiligen Geistes rechnen dürfen! Es gilt, den Glaubenshelm fester zu schnallen, denn nur wer sich mit der Bereitschaft zum Leiden wappnet (siehe 1Petr 34:1), wird im Gefolge des Dorngekrönten beharren - und nur wer bis ans Ende ausharrt, wird errettet, Mt 24:13.

I. Der Urgrund der Welt

Der Antichrist gibt sich als Retter aus und wird als ein solcher anerkannt - aber keine Täuschung ist größer als diese, denn es gibt nur e i n e n Retter und kann nur diesen einen geben: Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!

Wäre es da nicht besser, dem Antichristen keinerlei Beachtung zu schenken? Ist er für die Gemeinde Jesu Christi nicht sowieso ein Abgeschriebener, mit dem sie, gleich einem Pestkranken, keinerlei Berührung hat? Solche Fragen stellen, beweist ein völliges Unverständnis der Gegebenheiten. Jede Zeit, vom Sündenfall angefangen, hatte ihren Antichristen, mit dem sich die Gläubigen auseinderzusetzen hatten. Für Abel war es sein eigener Bruder, für David der eigene König und für den Herrn Jesus der eigene Jünger. "Satan setzt sich allewege in den Tempel Gottes, wie er es im Weltherrscher des Endes einmal buchstäblich tun wird." (Wolfgang Jugel). Der Antichrist kommt nicht in einer fernen Zukunft, wenn die Gemeinde bereits unerreichbar in himmlischen Gefilden ist, sondern er ist, wie das Reich Gottes, mitten unter uns, Lk 17:21. Nur ist jetzt der eine Unterschied, dass alle vorherigen Träger des antichristlichen Geistes lediglich Stafettenläufer der Bosheit waren, in unseren Tagen jedoch die Fleischwerdung des Zeitläufers als letzter Christushasser erfolgt ist. Wir glauben deshalb mit Lindsey, Wilkerson und vielen anderen, dass der Antichrist bereits geboren ist. In "Enthüllte Endzeit" (S. 83-98) haben wir da auch begründet, und das mutmaßliche Datum seiner Geburt mit 4. Oktober 1957 angegeben.

Es war der am 28. März 1886 heimgegangene Grundtextforscher und Erzbischof von Dublin R. Ch. Trench, der in seiner "Synonyma" die Feststellung traf, es sei gerade "Paulus, dem wir unsere reichste Belehrung über den Antichristen als Erzfeind Christi. und Gottes verdanken." aus dieser Tatsache ist ersichtlich, dass sich die Leibesgemeinde sehr wohl mit dem Antichristen als letzter Inkarnation der Sünde auseinderzusetzen hat, wie deshalb auch der Herr Selbst sowie Petrus und Johannes vor ihm warnen. Obwohl unsere Gesinnung droben ist, leben wir auf Erden nicht in einem Wolkenkuckucksheim. Es ist ebnen nicht so, wie eine sozialdemokratische Wahlanzeige am 13. Nov 1972 im "Spiegel" sarkastisch behauptet: "Im Himmel CDU - auf Erden SPD". Wirkliche Gläubige sind bezüglich Himmel und Erde die gleichen, sie leiden nicht an jener Gesinnungsschizophrenie eines Bebel, der den Himmel den Spatzen überließ. Wir haben die verantwortungsvolle Aufgabe, den Menschen Christus vor Augen. zu stellen und Seine Frohbotschaft auf dieser Erde zu praktizieren, dabei aber auch dem Lästerer gewaltlos zu widerstehen und vor ihm zu warnen. 1Petr 5:9; Jak 4:7, Hes 3:17-21.

Der unerkannte Feind

Der größte Vorteil des Feindes ist, überraschend und unerkannt losschlagen. zu können. Darum ist es schon ein halber Sieg des Boshaften, dass etliche Glieder der Gemeinde, weil sie zum Leibe des Christus gehören, sich darin sicher wiegen, dass sie nichts mit dem letzten Autokraten zu schaffen hätten, sie würden ja bereits v o r der Stunde der Versuchung entrückt. Dabei schreckt man nicht einmal davor zurück, Gottes untrügliches Wort dieser trügerischen Hoffnung anzupassen, denn Offb 3:10 sagt gerade das Gegenteil des Luther- und Elberfelder-Textes. Nicht das Verschonen vor der Stunde der Versuchung, sondern das Herausbewahren a u s ihr. Die Gemeinde kommt also, von den wenigen Ausnahmen der Voraus-Entrückten abgesehen, in die Stunde der Versuchung hinein. Dabei hat sie nicht nur die Gelegenheit, bis aufs Blut widerstehend sich zu bewähren (Hebr 12:4), sondern auch zu bekunden, dass sie zur Lehre Jesu auch das Leben Jesu erhalten hat, 2Kor 4:11.

Unser Herr macht sehr deutlich, dass es dem Schüler nicht anders ergeht als dem Meister, Mt 10:24.25; Joh 13:16. "Wenn der Jünger ist wie sein Meister, dann ist er vollkommen", Lk 6:40. Darum gilt es zur Vollkommenheit durchzudringen, denn das Leibesglied kann sich nicht dem Weg des Hauptes entziehen. Jesus kam nicht nur in die Versuchung in der Wüste und in Gethsemane. Er ging auch als Sieger aus derselben hervor. dabei sollten wir zwei Dinge wissen: Die Versuchung kommt immer nur vom Bösen (Jak 1:13) und der Sieg immer nur von Gott, 1Kor 15:57; 2Kor 2:14.

Gott ist Liebe! 1Jo 4:16. Aus diesem Urgrund sind wir erwählt vor dem Niederwurf der Welt, Eph 1:4. Aber so ist es nicht mit der Welt. Ihr Gebieter ist der Fürst der Finsternis, und sie kann den Geist der Wahrheit und heiliger Liebe nicht empfangen, Joh 14:17-30, Eph 2:2. Wer Gefallen an dieser Welt findet, in dem ist nicht die Liebe des Vaters, denn der Urgrund dieser Welt ist böse, und darum dem Verderben ausgeliefert, 1Jo 2:15-17.

Der Antichrist wird von der Welt geliebt

Es gehört zum größten Unrecht, Christus nach den Maßstäben dieser Welt zu beurteilen. Hier wandelt die ganze Leben-Jesu-Forschung auf antichristlichem Pfade, denn der letzte Lästerer, der ist aus dem Schoß dieser Welt, wird nach ihren Grundsätzen bemessen und von dieser Welt erseht, verstanden, geliebt und gelobt. Denn hier ist Gleiches von Gleichem. Nicht so der Christus. Er ist aus einem anderen Urgrund, dem Sch0ß des Vaters, Joh 1:18.

Wenn Jesus aus dem Schoß einer irdischen Mutter herausgeboren wurde, dann nur deshalb, weil Gott Mensch wurde. Mit dem Antichristen ist es umgekehrt. Da will ein Irdischer mit Hilfe des Erzbösen ein Menschengott werden.

Darum hat unser Retter als unumstößliches Faktum herausgestellt: "Ein gesunder Baum bringt gesunde, ein fauler Baum schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen und ein fauler Baum keine guten. Ein Baum, der schlechte Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. So sollt ihr sie an der Wahrheit oder der Lüge, die sie verkünden, erkennen." Mt 7:17-20.

Das Wort Welt (Griech. Kosmos) bedeutet Geordnetes oder Geschmücktes. Aber das Reich Gottes und Christi ist nicht von dieser Ordnung, Joh 18:36. Wer zu Christus, Seinem Retter Retter, kommt, muss die Lektion des Nikodemus l ernen: Um für das Reich Gottes fähig zu werden, müssen wir nochmals, nämlich von oben, geboren werden. Nicht so bei dem Antichristen, er erspart den Menschen diese Umkehr und Wiedergeburt: Darum hören wir aus dem Mund unseres Heilands: "Was Menschen zur Welt bringen, ist und bleibt ein menschliches Wesen. Was der Geist Gottes schafft, ist göttlicher Geist ... Wer von oben kommt, der ist über allem, wie Gott über der Welt ist. wer irdischen Ursprungs ist, ist irdischen Wesens, und sein Wort hat nicht mehr Wahrheit, als seinem menschlichen wissen entspricht. Wer aus Gottes Lichtwelt kommt, weiß allein Gottes Geheinis... Was Ich euch vortrage, ist nicht ein Wissen, das Ich Mir angelernt hätte. Dieses wissen gab mir der, der Mich gesandt hat: Gott Selbst. Wer seine eigenen Gedanken vorträgt, dem geht es dabei um sein eigenes Ansehen. Wer aber in jedem seiner Worte auf den verweist, der ihn gesandt hat, und dessen Ehre sucht, der ist lauter in seinen reden und hat kein trügerisches Spiel nötig ... Ihr seid aus der unteren Welt. Ich bin von oben und komme von Gott. Ihr gehört eurem ganzen Wesen nach dieser Welt zu, Ich habe nichts mit ihr zu. tun." Joh 3:5.31, Joh 7:16-18; Joh 8:23. Wer christus mit der irdischen Elle misst, wird an Ihm irre - nicht so, der Ihm vertraut; er sieht Gottes Wunderwalten, je finsterer und Jesuentfremdeter auch die Zeit werden mag. Darum betete John Henry Newmann, der bis zur Selbstaufgabe um die Wahrheit rang:

"O Gott,
die Zeit ist voller Bedrängnis.
Die Sache Christi liegt wie im Todeskampf.
und doch - nie schritt Christus mächtiger
durch die Erdenzeit,
nie war Sein Kommen deutlicher,
nie Seine Nähe spürbarer,
nie Sein Dienst köstlicher als jetzt!"

II. Die Fleischwerdung

Der greise Apostel Johannes hat uns sehr klar gesagt, woran der geist des Antichristen sofort zu erkennen ist: Er leugnet, dass Jesus Christus als der Sohn Gottes in das Fleisch gekommen ist, um uns zu erlösen. "Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, welcher leugnet, dass Jesus der Messias ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet." "Ein jeglicher Geist, der da nicht bekennt, dass Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der geist des Antichrists, von welchem ihr gehört habt, dass er kommen werden und er ist jetzt schon in der Welt." 1Jo 2:22 u. 1Jo 4:3. Jesus Christus "en sarki = in Fleisch" gekommen, meint mehr, als sich nur dazu freimütig zu bekennen, Christus sei ein Mensch gewesen. Augsteins Buch "Jesus Menschensohn", das auf der Bestsellerliste steht, hat wenig dagegen einzuwenden, dass Jesus lebte; dennoch ist es völlig vom geist des Antichristen durchtränkt. Die Theologentorheit des vergangenen Jahrhunderts, Jesus habe nie gelebt, ist überwunden. Und doch ist die neue Torheit viel gefährlicher. Jesus sei nichts anderes als nur Mensch, d. h. Fleisch gewesen. dass das Wort Fleisch wurde, ist nur die eine Seite, zu der die Herrlichkeit des Vaters hinzukommt, Joh 1:14. Paulus bezeugt: Vom Samen Davids nach dem Fleisch, aber kräftig erwiesen als Sohn Gottes durch Auferstehung und Heiligung bis in unsere Tage! Röm 1:3.4. Es geht um die Gottessohnschaft im Fleisch! Jörg Zink hat die Stelle in der Johannes-Epistel zwar erweitert, aber damit das Zeichen gesetzt, an dem alles sofort deutlich wird: der leibliche Mensch Jesus Christus ist als "der wirkliche Gott ein wirklicher Mensch geworden."

Aber Jesus wurde nicht Mensch, um das sündige Fleisch zum Gott zu machen, wie es der Antichrist tut, sondern um uns vom Fleischeswesen zu erlösen!

Als Eva sündigte (das schwache Fleisch ist leicht zu verführen), kam durch Adams Liebe zum Fleisch das Verhängnis über alle Menschen. Am Sinai g ab Gott durch Gesetze Seinen heiligen Willen zu erkennen. Das war noch nicht, wie etliche meinen, der Weg zur Erlösung, aber seine Vorbereitung, nämlich die Hinführung zu Christus, Gal 3:24. "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos wurde, das tat Gott und sandte Seinen eigenen Sohn in die Gleichheit des sündlichen Fleisches und der Sünde wegen, und verurteilte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, erfüllt würde in uns, die wir nicht mehr nach dem Fleisch, sondern dem Geiste gemäß wandeln." Röm 8:3.4.

Der Sterbensweg

Was heißt nun nicht mehr fleischgemäß wandeln? Es ist die Jesusnachfolge, von welcher der Erlöser in Lk 14:26 spricht: Wer nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder oder Brüder und Schwestern um Jesu willen an die zweite Stelle setzt, oder wie es nochmals Jörg Zink umschreibt, wer "keinen entschiedenen Abstand schafft zu allen anderen Menschen, auf die er Rücksicht nehmen oder denen er Zeit und Gedanken widmen muss", der kann nicht Jesu Jünger sein.Was haben wir daraus gemacht oder machen es viellicht immer noch? Fritz Binde schrieb das sehr klar im 25. Abschnitt seiner "heiligen Einfalt": "Oh wie ist das spottbillige, von geläufigen Liebesphrasen triefenden 'Christentum' ringsum dieser Herrschersprache des Herrn entwöhnt! Wie frech und dreist sucht man das unerbittliche 'kann nicht'! des Meisters ins behagliche 'kann doch'! umzuwandeln! Wie möchte man der Welt und des familiären und eigenen Fleisches Freund bleiben. und sich zugleich als gottliebender Jesusnachfolger gebärden!" Solche Worte des 1921 heimgegangenen. Christuszeugen lassen erkennen, wie nahe wir alle am Abgrund antichristlichen Verderbens stehen! Wie hat man sich doch weithin in allen Gemeinden dem Schema dieser Welt angeglichen! Aber Welt- und Fleischeswesens ist Antichristentum und Feindschaft gegen Gott, siehe Mt 6:24, Röm 8:7; 1Jo 2:15; 1Petr 2:11 und Jak 4:4. Christus für uns ins sündige Fleisch gekommen, das hat die unausweichliche Konsequenz, alles Fleischeswesen Ihm auszuliefern. Paulus geht aber noch viel weiter, wenn er jener wenig vorbildlichen gemeinde der Hafenstadt Korinth schreibt."Denn die Liebe des Christus treibt uns, da wir dies Urteil fällten: e i n e r ist für alle gestorben, damit die, die leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt ist." 2Kor 5:14.15. Nur Auserwählte werden das befolgen!

Ganz im Gegensatz zu diesem Hochziel Jesu hat Satan ein Allerweltsevangelium: Ihr werdet sein wie Gott, wenn ihr euch alle Wünsche des Fleisches erfüllt! Hemmungslose Sünde macht frei! Die damit vorgebrachte Zwecklüge in Eden: "Ihr werdet gewiss nicht sterben" ist allerdings seit nahezu 6000 Jahren gründlich widerlegt, denn die erde ist ein großer Friedhof geworden. Dafür dreht er jetzt den Spieß um und erklärt: Du hast nur dieses eine Leben, versage dir darum keine Lust und keine Begierde! Mit beiden Füßen auf erden stehn, kein Jenseits gibt's, kein Wiedersehn!

Wie trostlos, aber es kann nicht anders sein, denn Fleisch bringt Verwesung. "Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer aufs Feld des Fleisches sät, der wird vom Fleisch das verderben ernten." Gal 6:7.8.

Als Jesus Christus, der Rabbi von Nazareth, mit 33 Jahren auftrat, offenbarte Er Seine Herrlichkeit, und Seine Jünger glaubten an Ihn.

Wir sind überzeugt, dass der Antichrist bereits ins Fleisch gekommen ist. Wenn sich dieser Sohn des Verderbens höchstwahrscheinlich mit 22 Jahren in strahlender Jugend offenbart, wird es eine Verherrlichung des Fleisches sein. Er setzt dann nicht nur alles daran, Freiheit für das Fleisch zu fordern und zu fördern, sondern bringt schließlich alle Welt auch zur Anbetung des Fleisches.

Gerade vor solchem Verderben uns zu erretten, kam Jesus, vom Geist gezeugt in das Fleisch und trug es mit unserer Sünde ans Kreuz. In einer Zeit, die genau jener for der Sintflut gleicht, denn auch damals ließ man sich nicht mehr durch den Geist Gottes leiten und strafen, sondern "alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt" (1Mo 6:3-12), sind wir dennoch errettet, d.h. vor dem Zorn Gottes bewahrt. "So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo Jesu sind und darum nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist." Röm 8:1. Noah ist der erste, von dem es in der Bibel heißt "er fand Gnade vor Gott". Auf uns aber ist die ganze Gnadenfülle gekommen.

"Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, ein Strahlenglanz als des einziggezeugten Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Und von Seiner fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade." Joh 1:14+16. Zu dieser Fülle, in der wir stehen dürfen, gehört auch noch die letzte Gnade: "Darum, so begürtet die Lenden eures Gemütes (mit wacher Seele im Herzen reisefertig), seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch das Offenbarwerden Jesu Christi." "Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, eure Berufung und Erwählung festzumachen; denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln, und also wird euch reichlich dargereicht werden der Eingang zu dem ewigen Reich unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi." 1Petr 1:13 u. 2Petr 1:10.11. "Dass ihr, nachdem die Augen eures Herzens erleuchtet wurden, zu erkennen vermöget, das Hoffnungsgut eurer Berufung, und wie graß der Reichtum der Herrlichkeit als das Erbgut in Seinen Heiligen ist." Eph 1:18.

Bist Du, der da kommen soll?

Mit der Fleischwerdung des Gottessohnes ist die wichtige frage verbunden: "Bist Du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten?" Diese Frage aus Mt 11:3 galt nicht irgendeinem, sondern dem Einzigeinen, dem längst angekündigten Messias. Der die Frage stellte, war ebenfalls keiner aus der unwissenden Masse, sondern der, dem durch den Engel Gabriel schon vor seiner Geburt die Rolle eines Wegbereiters bestimmt war. Deshalb treten hier schwerwiegende Fragen auf. Konnte sich der Sohn Gottes denn besser ausweisen, als es durch die Erfüllung von Jes 35:5.6 geschah? War es Enttäuschung, die aus der Frage des Täufers sprach? Schließlich wurde die Frage aus einem Gefängnis heraus gestellt. Wie wir aus der Geschichte wissen, hat sogar ein Hitler seinen "Freund" Mussolini aus schwerbewachter Haft durch seine SS befreien lassen. Solche "Treue" fand in der Welt Anklang. Wenn der wahre König Israels der Besitzer aller Macht ist, weshalb überlässt er Seinen Kampfgenossen dann der Laune einer Herodias, bis das Haupt dieses getreuen auf einer Schüssel als Geburtstagsgeschenk überreicht wird? Musste diese Tragik nicht zu einer ungeheuren Belastung für die Nachfolger des Nazareners werden? Warum dringt das tröstende "Licht der Welt", stärker als Röntgen- und Laserstrahlen, nicht durch die Kerkermauern bis in das Herz des Einsamen? Weshalb konnte sich der größte Prophet des Alten Bundes (siehe Mt 11:11) nicht m it dem Wirken Jesu Christi vorbehaltlos abfinden? Oder haben wir diesen wortgewaltigen und unerschrockenen Vorläufer des Herrn nicht recht verstanden, wollte er den Meister nur zu weiteren Taten drängen? Fragen über Fragen, die noch keiner bis ins Letzte beantwortete.

Doch wie immer die Lösung lautet, eines ist gewiss: Unsere Vorstellung, wie der Erlöser aussehen muss und was er tun soll, ist das größte Hindernis, Ihn wirklich zu erkennen.

Die Christusverbindung, die wir gemeinde nennen, bleibt ein Geheimnis, denn es ist inzwischen durchaus nicht leichter geworden, an Christus zu glauben - vor allem nicht für den Juden. Selbst ein so Aufgeschlossener, wie Schalom Ben-Chorin, der das ergreifende Buch vom "Bruder Jesus" schreib, kommt zu dem Schluss: "Ich habe, unter Schmerzen, mit meinem ganzen Leben zu ihm gesagt: Du bis es nicht. Du bist nicht der Erlöser und Bringer des Reichs." ("Ich lebe in Jerusalem", S. 170).

Wie erschütternd ist die von Nietzsche begründete Absage: "Erlöster müssten sie mir aussehen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte" was ihn schließlich dahin brachte, den Antichristen in sich selbst zu finden - mit der nicht geringen Wirkung, dass er ein Wegbereiter Hitlers wurde.

Natürlich sehnen wir uns, wie ein Johannes, in bedrängter Lage nach Erleichterung und Befreiung. Aber gerade hier lauert die Gefahr, oder deutlicher gesagt der Versucher, der uns auf den hinweist, der nicht in des Vaters Namen kommt, Joh 5:43.

Die beiden fragen: "SollteGott gesagt haben?" und "Sollte Jesus nicht der Messias sein?" liegen auf einer Linie. Sobald wir das klare Wort Gottes bezweifeln, bauen wir einem anderweitigen Hoffen die Brücke. Dadurch geht uns immer die Klarheit Christi verloren, nicht nur das Wissen über Ihn.

Das verfluchte Ichwesen

Luther schrieb vom Antichristen, er sei "wie der schöne, weiße und heilige Teufel, der Christum in die Lüfte und auf den Tempel führt, aber nicht hinein". Begegnung mit Christus dagegen zielt immer ins Innerste. Die Verbindung mit Ihm hat es nicht darauf abgesehen, Bequemlichkeit und Wohlleben zu sichern, sondern uns innerlich zur Ehre Gottes und zu Kreuzträgern umzuwandeln. Christus führt ins Allerheiligste zur Anbetung des Vaters, der Antichrist aber setzt sich zur eigenen Verehrung in den Tempel, 2Thes 2:4. Denn, so schrieb Wilhelm Stählin: "Der Antichrist redet hohe Worte und verfügt über geistliche Kräfte , über die er verfügt, in den Dienst menschlicher Größe und Macht; darum ist er, obschon Christus zum verwechseln ähnlich, sein Trugbild und der große Verführer, ohne Demut und Erbarmen. Die Kirche hat immer da das konkrete Urteil gefällt, hier sei der Antichrist am Werk, wo sie den Missbrauch der höchsten Erkenntnisse und Kräfte im Dienst menschlicher Ehre und menschlichen Machtwillens fand." ("Kleines Wörterbuch der Christenheit", S. 14).

Der Antichrist thront heute mitten in der Kirche, und Christus steht draußen klopfend davor, seitdem es nicht mehr um Gott, sondern nur noch um Mitmenschlichkeit, Misereor und Brot für die Welt geht, ohne dass der Personenwechsel der schlafenden Christenheit offenbar geworden wäre.

Der Heiland der Massen ist immer einer, der "Brot und Arbeit" und "Frieden und Sicherheit" aus eigener Machtvollkommenheit verspricht. Dieser falsche, aber sehr begehrte Erlöser lässt nie die Frage aufkommen, ob er der Rechte sei. Seine Beweisführungen sind, wie der Herr Jesus es in Lk 21:8 enthüllt, die Worte: "Ich bin's" und "die Zeit ist herbeigekommen". Darum wird auch sein durch teuflische Unterstützung gelingendes Durchgreifen als Befreiung angesehen, obwohl es in die Knechtschaft führt.

Wie begeistert waren die Menschen, als Napoleon mit den Worten auftrat: "Selig sind, die mir nachfolgen!" Wie wurde ein Hitler als gottgesandter Führer mit "Heil" umjubelt, obwohl es Heil nur im Namen Jesu geben kann, Apg 4:12.

Welchen Eindruck, machen die Worte des 14jährigen"Seelenführers Maharaj Ji auf Jugendliche man schätzt 5 Millionen Anhgänger), die ihn "Gott des Universums, Friedensprinz, guter Lehrer und großer König nennen. Seine Verheißung lautet: "Kommt offenen Herzens zu mit, und ich werde euch den frieden geben." Als "perfekter Meister des perfekten Wissens", wie er sich selbst nennt, war er allerdings noch nicht perfekt genug, eine Viertelmillion Wertsachen (Schmuck, Uren, Gold usw.) unbemerkt über Indiens Grenze zu schmuggeln.

Wie hatte doch jener einfältige Neger recht, der nach Friedrich Laubschers Buch "Mut zum Glauben" betete: "Herr, ich habe es satt, den Hals zu verdrehen und jedem Trugbild nachzugaffen. Ich dreh' mich nicht mehr um. Meine Augen sollen nur noch nach Dir und Deiner Liebe sehen." Das ist gewiss, wer so auf den Herrn schaut, wird niemals enttäuscht, Ps 34:6.

Max Born schreibt einmal von zweierlei Hoffnung: "Wenn man auf gutes Wetter hofft oder auf einen Gewinn in der Lotterie, so hat die Hoffnung keinerlei Einfluss auf das, was geschieht; und wenn es regnet oder wenn wir eine Niete ziehen, müssen wir uns damit abfinden. Aber im Zusammenleben der Menschen, besonders in der Politik, ist die Hoffnung eine bewegende Kraft. Nur wenn wir hoffen, handeln wir, um die Erfüllung der Hoffnung näherzubringen." Welche unvergleichlich größere Kraft ist doch die Hoffnung des Glaubens! Denn nichts auf dieser Welt kann eine Hoffnung und Freude wirken, wie es durch das zuverlässige und tätige Warten auf das erneute Kommen Christi geschieht. Davon wusste ein Philipp Friedrich Hiller, wenn er sang.

"Wir warten Dein, du kommst gewiss,
die Zeit ist bald vergangen.
Wir freuen uns schon überdies
mit kindlichem Verlangen."

"Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach Seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer solchen lebendigen Hoffnung!" 1Petr 1:3.

III. Höchstes Glück der Erdenkinder

Man hat den Tag festgehalten, an dem Goethe die Worte schrieb:

"Volk und Knecht und Überwinder,
Sie gestehn zu jeder Zeit,
Höchstes Glück der Erdenkinder
Sei nur die P e r s ö n l i c h k e i t."

Es war der 26. September 1815 und damit der Tag, an dem die sogenannte "Heilige Allianz" zwischen Österreich, Preußen und Russland geschlossen wurde. Denn Napoleon, dieser unheimliche Vorläufer des Antichristen, gleich Hitler, war im Juni vernichtend geschlagen worden.

Wir können dem Spruch Goethes nicht zustimmen. Das höchste Glück ist, geliebt zu werden und wiederzulieben. Denn wenn einer alles hätte, wüsste und könnte, und es fehlte die Liebe, so wäre er nichts anderes als eine hohlklingende Schelle. Dem Streben nach Persönlichkeit liegt immer ein nicht geringer Geltungsdrang zugrunde, und gerade darin ist bereits der Ansatz zum Antichristentum zu finden. Pharaonen, Cäsaren, Tyrannen und Diktatoren, sie alle fühlten sich als Persönlichkeiten oder gar als Götter, denen das Glück abertausender Menschen ziemlich gleichgültig war.

Was Goethe zum Ausdruck bringen wollte, geht bereits aus seiner ersten großen literarischen erfolgsarbeit, nämlich "Wilhelm Meisters Wanderjahre" hervor, in der es heißt. "Der Mann der Tat; die Persönlichkeit ist's, von der alles abhängt."

Hier wird deutlich, dass Goethe bereits den Glauben an einen persönlichen Gott, der über allem waltet, verloren hatte. Wer wie Paulus in Röm 11:36 mit einem feierlichen Amen bezeugt: "Aus Ihm heraus und durch Ihn und in Ihn hinein ist das All", der erwartet das höchste Glück nicht mehr von Menschentaten.

So klar es einerseits ist, dass wir den Menschen nicht nach seinen Worten allein, sondern vor allem nach seinem Beweggrund und seinem Tun zu beurteilen haben, so gefährlich und verkehrt ist es andererseits, a l l e s von e i n e m Menschen zu erwarten, eben von der begehrten Persönlichkeit, es sei denn der Sohn Gottes.

Gerhard Salomon schreibt in einem sehr empfehlenswerten Buch "Die Gefahren der Endzeit" (S. 42): "So dunkel auch die Zeit werden wird, vieles, was der Mensch erwartet, wird dem Antichristen gelingen. Die Menschheit wird manchen Grund zum Jubel haben. Das übersehen die Ausleger, die die antichristliche Zeit nur schwarz in Schwarz malen. Allerdings ein wahrer Menschenbeglücker kann und wird der Antichrist nie sein." Große Taten haben schon immer die Menschen begeistert, so dass es dahin kommt, im Antichristen einen Gott in Menschengestalt zu sehen. Dass es sich bei allem nur um den "Fortschritt", fort vom Rettergott, handelt, wird erst erkannt werden, wenn es zu spät ist.

Jesus überragt alle

Genau besehen gibt es nur eine einzige Persönlichkeit der Geschichte, "von der alles Abhängt", und das ist Jesus Christus, der Son Gottes. Das zu leugnen, war die verhängnisvolle Weichenstellung der Aufklärung". Deutschland großer Dichterfürst war in seiner Jugend mit den beiden entschiedenen Jesuszeugen Jung-Stilling (eigentl. Joh. Heinr. von Klettenberg, 1740-1817) und Joh. Kasp. Lavater (1741-1801) befreundet. Aber er fand die Welt anziehender als die Jesusnachfolge, wie er selbst durch das am 18. Juli 1174 geschriebene Gedicht "Dine´zu Koblenz" bekennt: "Prophete rechts, Prophete links, das Weltkind in der Mitten."

Dass Goethe sich seinem Retter, Jesus Christus, entzog, begründete er später in seinem Brief an Lavater mit dem Vorwand: "Man hat gleichsam alle Federn den Vögeln ausrupfen und sie dann dem einzigen Pardiesvogel (Jesus) geben wollen." Es ist dieselbe billige Torheit, die dann überaus teuer zu stehen kommt, mit der auch heute noch ein Augstein die Echtheit der Evangelien, ohne auch nur einen einzigen durchschlagenden bEweis, infrage stellt, nur weil sie die Wahrheit verkünden, dass Jesus anders ist als wir.

Als unser Herr bekannte: "Ihr seid von unter her, Ich bin von oben her", konnten Ihm das nicht einmal seine erbittertsten Feinde bestreiten. Auch an dem weiteren Zeugnis "Ich tue allezeit, was Ihm, (dem himmlischen Vater) wohlgefällt" war nicht zu rütteln, Joh 8:23 u 29. Hier war nun wirklich die langersehnte Persönlichkeit, deren Taten alles bestätigen. Seine Zeitgenossen fanden keine fremden federn an Ihm und mussten zugebe: "Um des guten Werks willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen und dass Du ein Mensch bist und machst Dich selbst zu Gott" Joh 10:33. So flogen immer die Steine, sobald dieser Wohltäter bekannte. "Ich und der Vater sind eins" (Joh 10:30), denn das war die Quelle Seiner Kraft. Nur Fanatismus und Höllenfeindschaft wollte das nicht anerkennen. Doch die Aufrichtigen erkannten, dass dieser Jesus das Gnadengeschenk Gottes war. In den Augen der Welt ein sehr magerer Erfolg gegenüber dem, denen der Herr mit den Worten ankündigte: "Ich bin gekommen in Meines Vaters Namen, und ihr nehmt Mich nicht an. So ein anderer in seinem eigenen Namen kommen wird, den werdet ihr annehmen" Joh 5:43.

Falsche Bekehrung

Wenn unser Herr diese Worte um 27 n.Chr. gesprochen hat, und der Antichrist 1979 einen Bund mit Israel macht, wodurch sie ihn "annehmen", denn sind es 1952 = 8 x 244 oder 16 x 122 Jahre, was Hurerei des Fleisches bedetutet, bis diese "Persönlichkeit" erkannt wird. Die Bibelsprache verwendet das harte Wort Hurerei für jenen Götzendienst, wie er seit der. 3. Vollversammlung des Weltkirchenrates 1961 in Neu Delhi als Losung gilt: "Die >Kirche hat sich zur Welt von heute zu bekehren!"

Sie wird sich darum auch begeistert zu dem Mann von morgen bekehren! Denn er wird ein Mann der Tat sein, der vollendete Tatsachen schafft, wo andere nur tagelang debattieren.

Es waren 7 Jahre, von 1933 bis zum siegreichen Frankreichfeldzug 1940, in denen die ganze Welt über Hitler staunte. Mit dem großangelegten Russland Feldzug 1941 war bereits, trotz anfänglicher Erfolge, Hitlers Untergang besiegelt. Unter dem Antichristen wird die Welt 7 Jahre lang (von 1979-986) förmlich den Atem anhalten, und sein Name wird in aller Munde sein. Wir wissen jetzt noch nicht, wie dieser Name heißt, aber die Bibel hat ihm längst den richtigen Namen gegeben. Sie nennt diese Person "das Tier"!

Die Bezeichnung "Person" ist über das lateinische "persona" aus dem etruskischen "phersu" = Maske, auf uns gekommen. Wenn dem Antichristen nach 3 1/2 Jahren die Maske heruntergerissen wird, kann man statt der lächelnden Persönlichkeit das höchste Unglück der Erdenkinder, die Fratze des Teufels, erkennen.

IV. Du bist mein Sohn!

Der russische Gelehrte Wladimir Sergejew Solwjow (1853-1900), der sein Leben ganz entschieden christus ausgeliefert hatte und dessen letztes gebet der bekehrung der Juden galt, schrieb "Die erzählung vom Antichrist".

Solowjow versucht darzustellen, wie aus dem jugendlichen Zweifler ein ichbetonter Gegner und schließlich der Besessene wird. Dabei lässt der den Antichristen über sich selbst urteilen: "Ich komme als Letzter am Ende der Geschichte, gerade eben deshalb, weil ich der vollkommene, der endgültige Erlöser bin; Christus aber ist nur mein Vorläufer. Seine Berufung war, meinem Erscheinen die Wege zu bahnen und es vorzubreiten."

Eine solche Anschauung hatte bekanntlich schon Mohammed, weshalb es bei dem "Übermenschen" zu einem weiteren Durchbruch der Bosheit kommen muss, den Solowjow im wesentlichen wie folgt schildert: "Da blitzt in seinem Geiste der Gedanke auf und durchdringt ihn mit Glut und Zittern bis ins Mark der Knochen: 'Aber wenn nun doch nicht ich es sein sollte, sondern jener - der Galiläer? Wenn Er nun doch nicht mein vorläufer wäre, sonder der Wirkliche, der erste und der Letzte?'" Solche Gedanken treiben den Endchrist bis in die Raserei der Worte: "Ich, ich, aber nicht er!" Mit Schaum vor dem Munde jagt er in die Nacht hinaus. "Er fühlt eine erschütterung, als habe ihn ein elektrischer Schlag getroffen, und eine geheimnisvolle Kraft wirft ihn zurück... vor ihm erstrahlt in phosphorischem Licht durch den Neben hindurch ein Gesicht, und mit unerträglich durchdringendem Glanz bohren sich zwei Augen in seine Seele... Und eine Stimme spricht: 'Du lieber Sohn, auf Dir ruht mein segen. Weshlab hast du nicht mich gesucht. Weshalb hast Du jenen vorgezogen, den Schlimmen, und seinen Vater? Ich bin Gott und dein Vater. Doch jener Bettler und und Gekreuzigte - ist mir und Dir fremd. Ich habe keinen anderen Sohn als dich. Du bist mein Einziger, aus meinem Blut, mir gleich. Ich liebe dich und verlange gar nichts von Dir. Du bist so schön, so groß und so m ächtig!Tue Dein Werk in Deinem, nicht in meinem Namen. In mir istkein Neid gegen Dich, ich liebe Dich, und ich will nichts von Dir. Der, den Du für einen Gott hieltest, verlangte von seinem Sohn gehorsam, unbegrenzten Gehorsam bis zum Kreuzestod - und dann half er ihm nicht einmal am Kreuz. Ich aber verlang gar nichts von Dir, und ich werde dir helfen. Um Deiner selbst willen, um Deiner eigenen Würde und Deiner eigenen Vorzüge willen und aus meiner reinen, selbstlosen Liebe zu Dir werde ich Dir helfen.

Nimm meinen Geist an. Wie damals mein Geist dich erstehen ließ in Schönheit, so wird er Dich jetzt neu erstehen lassen in der Kraft' Bei diesen Worten des Unsichtbaren pressten sich unwillkürlich die Lippen des Übermenschen zusammen, es näherten sich seinem Gesichte die zwei durchdringenden Augen, und erfühlte, wie ein eiskalter Hauch von ihnen ausging und sein ganzes Wesen erfüllte. Aber gleichzeitig fühlte er auch eine vordem nie gekannte Kraft, Kühnheit, Leichtigkeit und Begeisterung."

Mit dieser Schilderung versuchte ein russischer Heiliger das Schrecklichste und Schwerste, das auf die Menschheit zukommt, die Inkarnation des Bösen, etwas verständlicher zumachen. freilich werden wir nie das Geheimnis der Bosheit ergründen.

Verleiblichung Satans

Satan wird im Volksmund der "Leibhaftige" genannt - und tatsächlich will er sich auch in einem Menschen verleiblichen. Auch die Schrift lässt uns wissen, dass sich Satan einen Menschen erwählt, mit dem er zum Ziel kommen will. Von dem er ganz, nach Geist, Seele und Leib, Besitz ergreift. Mit dem Antichristen erfüllt sich in höllischer Abwandlung: "Ich und der Vater (von Joh 8:44) sind eins."

Der Teufel wagt damit das Ungeheuerliche, alle Gottesworte zu verfälschen, als ob sie ein Zeugnis seines Auserwählten seien. Er schreckt auch nicht zurück, das älteste Wort, das wir kennen: "Du bist mein Sohn - heute habe ich dich gezeugt" auf den Sohn des Verderbens anzuwenden.

Zwei Besessene

Wie sehr Endzeit und satanische Besessenheit zusammengehören, dafür noch zwei kurze Beispiele.

Guy de Maupassant (1850-1893) schrieb schreckensbleich und schweißbedeckt: Jetzt weiß ich es, ich errate es. Die Herrschaft der Menschen ist beendet. Er ist gekommen. Derjenige, den die primitiven Völker in ihrem ersten Schrecken fürchteten, jener, den die Priester voller Angst auszutreiben versuchten, den die Zauberer in dunklen Nächten beschworen ... Die verängstigten Primitiven machten sich nur ein groben Begriff von ihm; später haben scharfsinnigere Menschen sein Wesen deutlicher gespürt. Mesmer hat ihn erraten, und schon seit zehn Jahren haben die Ärzte die Natur seiner Macht entdeckt, noch bevor er sie selbst ausgeübt hat ... Sie haben das Magnetismus, Hypnose, Suggestion genannt. Ich habe gesehen, wie sie törichten Kinder gleich, an dieser grauenvollen Macht ihre Freude hatten Weh über uns! Weh über den Menschen!"

Hermann Rauschning, 1933 noch nationalsozialistischer Senats Präsident von Danzig, löste sich nach 3 Jahren vom verderblichen System und flüchtet in die Schweiz. Er schrieb 1940 in seinem Buch "Gespräche mit Hitler". "Hitler stand aufrecht in seinem Zimmer, schwankte und sah mit einem Ausdruck des Entsetzens um sich 'Das ist er!" Das ist er! Er ist gekommen', stammelte er Seine Lippen waren bleich. Der Schweiß rann ihm in schweren tropfen über das Gesicht. Plötzlich gab er sinnlose Zahlen und dann Worte und Satzfetzen von sich. Es war furchtbar."

Wenn Maupassant und Hitler schon vor dem Geist des Antichristen, der seit den tagen der Apostel Johannes und Paulus wirksam ist (1Jo 4:3; 2Thes 2:7), in Angstschweiß ausbrachen, weil sich ihnen dabei der Teufel offenbarte, was wird es erst werden, wenn die menschliche Innewohnung der Satansfülle sich vor allen Augen zeigt. Jeder entschiedene Christusbekenner erkennt, dass die Zeit für das Auftreten des Antichristen reif ist.

Wim Malgo, der unsere Zeit mit wachen Augen beachtet und vom prophetischen wort her beurteilt, schreib im "Mitternachtsruf" (März 1973): Die verzweifelte Menschheit späht heute mehr den je nach dem Übermenschen aus. Sobald irgend etwas von einer überdurchschnittlichen Persönlichkeit mit rligiösen Wundergaben bekannt wird, strömen tausende herzu, auch wenn es sich dabei um ein Kind handelt. Alle diese Menschen hoffen, endlich den zu finden, den sie anstelle des wahren Christus anbeten können."

Das Sehnen nach dem Antichristen ist aber nur möglich, weil die Menschen nicht wissen, wie schrecklich es sein muss ,i n den Fängen und Krallen satans zu sein. Aber das ist noch nicht das Letzte für alle Gottesleugner und Jesus Hasser, denn inHebr 10:31 steht geschrieben: "Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!" Wie werden dann alle erzittern, die Gott für tot hielten. Darum lass dich doch heute von der Liebe Gottes in Christo erfassen!

Es sind schon viele angebliche Gottessöhne auf-ge-standen, aber noch keiner, außer Jesus Christus, ist auf-er-standen! Ein wirklicher Gott kann sterben, aber er kann nicht im Tode bleiben, denn er muss sagen können: "Ich bin die Auferstehung und das Leben!" Joh 11:25.

Ich bin die Auferstehung

Es ist das Anliegen der ganzen Schrift Christus zu verkündigen, weil es ohne Ihn keine Erlösung und kein Heil - eben keinen weg zu Gott gibt. Alles, was das Judentum auf die Thora bezieht, Weg, Wahrheit und Leben zu sein (siehe Ps 119:27.142 und 144) , konnte Jesus von Sich sagen (Joh 14:6), denn Er ist das fleischgewordene Wort, Joh 1:14. Der Mensch gewordene Sohn des allein wahren Gottes Jahweh ist deshalb auch allein berechtigt, das vollmächtige "Ich-Bin" zu sprechen. Das ist ein so gewaltiger Anspruch, dass man Jesus der Lästerung zieh und zu einem schmählichen Tod verurteilte. denn auf dem Kreuz (Holz oder Pfahl) liegt der Fluch, 5Mo 21:23. Durch Jesu Kreuzigung sollte aller Welt bewiesen werden, dass Er gescheitert ist. Aber gerade das wurde zum eRweis der Gottessohnschaft, weil Er, der für unsere Sünden starb, als ein gerechter auferstand. Denn nur ein Auferstandener beweist, dass er den Tod besiegt hat, siehe 1Kor 15:55-58.

Als Paulus den Römern im Jahre 57 einen Brief schreibt, in dem nicht weniger als 179 alttestamentliche Zitate stehen, da ist gleich obenan zu lesen: "Von Seinem Sohn, der geboren ist aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch und in Kraft eingesetzt als Sohn Gottes nach dem geist, der da heiligt, seit der Auferstehung von den toten, Jesus Christus unser Herr." Darum ist Jesus der Herr und die Bibel das Buch, das von Ihm zeugt, Joh 5:39. Die Amerikanerin Ruth Paxson schreibt daher sehr richtig in ihrem buch "Das Leben im Geist": "Die Bibel ist das Buch der Erlösung; ihr einziges Thema von Anfang bis ende ist das Heil durch einen Heiland -allem liegt die eine Absicht zugrunde: IHN zu offenbaren - nicht als einen neuen Religionsstifter oder als der Herold einer neuen Ethik oder als den Lehrer moralischer Grundsätze oder als en sozialen Reformer, sondern als den Heiland der Menschheit. Der Vater kündigte das Kommen Seines Sohnes als das Kommen eines Heilandes an."

Der Erzfeind der Menschheit hat sicherlich die größten erfolge, wenn er unerkannt im trüben fischen kann. Es ist ein gutes Teil Wahrheit: "Den Teufel merkt das Völkchen nie, und wenn es sie am Kragen hätte." In dem Buch Aufbruch ins dritte Jahrtausend" (S. 299) lesen wir : "Unsere Sinne sind so abgestumpft, wir sind so gesättigt vom Materialismus, dass wir den wahrhaft Bösen , wenn wir ihm zufällig begegnen sollten, bestimmt nicht erkennen würden." Nur ist Satan mit dieser "zufälligen Begegnung" nicht zufrieden. Er will als ein Gott verehrt und angebetet sein. Ein Ziel, um das er bereit ist alles hinzugeben, Mt 4:9. Und er weiß, der Erfolg ist ihm nur dann sicher, wenn er seinen auserwählten ebenso erneut belebt, wie Christus durch Gott von den Toten auferweckt wurde.

Die gewaltige Botschaft

Durch das prophetische Wort und einen Vergleich mit dem Leben Jesu ist zu ersehen, dass die Welt am 29. März 1983 durch folgende Botschaft erschüttert wird: "Jerusalem. Unser geliebter Führer, Herr der Welt und Retter der Menschheit, ist heute trotz tapferer Gegenwehr bis zum letzten Atemzug einem gemeinen Anschlag jüdischer Verbrecher erlegen. Aus Protest wird ab sofort in allen Teilen unseres herrlichen Gottesreiches die Arbeit niedergelegt und zum Zeichen der Trauer für 3 Tage Halbmast geflaggt. die beiden Provokateure Moses und Elia, die schon lange die Bevölkerung beunruhigen und vermutlich hinter diesem frechen Mord stehen, wurden sogleich in Schutzhaft genommen. Sie leugnen bisher jede Mittäterschaft." Dieses Ereignis ist das, was Offb 13:3 die "Todeswunde des Tieres" nennt. Unbeschreiblich wird dann der Jubel sein, wenn der Antichrist sich am 2. April 1983 von der vor Freude rasenden Menge als der Auferstandene feiern lässt und als erste Tat Moses und Elia tötet, Offb 11:7.

Prof. Hadorn (Bern) stellte 1928 in seinem Handkommentar zur Apokalypse fest, dass Offb 13:14 unmissverständlich von einem Schwerthieb und nicht von einer Krankheit spricht. Weiterhin, dass dies Wunde nicht geheilt wurde, bevor der Tod eintrat. Denn dieses Tierhaupt (der Führer des letzten Gewaltstaates) 2ist wieder lebendig geworden, d. h. vom Tode ins Leben zurückgekehrt. Nur ein solches Wunder rechtfertigt die abgöttische Verehrung der ganzen Welt. In richtiger Erkenntnis, dass der Drache das Wunder vollbracht hat, wird nicht nur das Tier, sondern auch der Drache angebetet, als der Gott des Herrscherhauses, der für Johannes natürlich der Satan ist." Satan kann nicht zum ewigen Leben erwecken, wohl aber zum irdischen; und auch hier nur, weil es ihm und dem Antichristen "gegeben wurde", wie wir in Offb 13:5-7 lesen. Dies gehört wohl mit zu den "kräftigen Irrtümern", die Gott laut 2Thes 2:11 als Verstockungsgericht über die boshaften verhängt.

Hadorn meint, dass dann der Lobpreis des Herrn (Jahweh) in 2Mo 15:11 aus fast aller Munde dem Satan zugerufen wird: "Wer, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig sei?" vergl. Offb 13:4.

Erst durch diese Auferstehung des Antichristen, so betont Hadorn, ist er von nun an in den Augen der ganzen Menschheit (außer den Auserwählten) "unverletzlich und unwiderstehlich". Von daher kommen die "schauerliche Fülle der Lästerungen" und die "großsprecherischen Pläne wahnsinnigen Ausmaßes."

Der bekannte Geschichtsforscher und Nobelpreisträger Prof. Theodor Mommsen (1817-1903) schreib: "Die Auferstehung Jesu ist das bestbezeugte Ereignis der Weltgeschichte." Aber das ist dann alles vergessen, wie es ja auch heute schon allgemein geleugnet wird.

Die Bibel wird wie im finstern Mittelalter verboten sein, und was von ihr noch im Gedächtnis der Menschen haftet, wird der Antichrist alles auf sich beziehen. Selbst das Leben Jesu sei ein Mythos, der nur das eine Ziel habe, auf ihn als die Sehnsucht und Erfüllung der Menschheit hinzuweisen. Ich allein, so wird er behaupten, bin die Auferstehung und das Leben. Wer mich abweist, ist ein Gottverflucheter. Unübersehbar wird die Menge sein, die ihm das abnimmt - "Aber sie wurden sein doch nicht froh", Pred 4:16.

Die Schrift spricht in Offb 14:9-11 die allerhärtesten Strafen der ganzen Bibel über die Anbeter des Tieres aus.

V. Die beiden Häupter

Wohltat ist's und weise Vorsicht
In diesen schweren Zeiten der Parteiung
Sich anzuschließen an ein mächtig Haupt."

Diese Worte aus Schillers "Wilhelm Tell" könnten heute geschrieben sein. Wir Christen erleben durch Gottes weise Fügung bereits 19 Jahrhunderte die Wohltat, mit einem Haupt verbunden zu sein, dem der Vater alle Macht im Himmel und auf Erden verlieh. Der größte Teil der Menschen weiß davon nichts, denn Christi vollmacht bewirkt nicht, dass es den Gläubigen äußerlich besser geht als den anderen. Es ist sehr oft umgekehrt. Dem modernen Menschen lächelt kein gütiger Gott; er hat keinen Trost. Seine einzige Gelegenheit ist, sich durch Parteien von rechts oder links zu behaupten.

Die alles bestimmende Wahrheit von 1Kor 11:3: "Ich will aber, dass ihr wisset, dass eines jeden Mannes Haupt der Christus ist - das Haupt aber des Christus ist Gott", wurde schon sehr früh sträflich verschwiegen. Der Grund ist offenbar, auch in der Gemeinde, die durch Zugeständnisse an die Welt zur "Kirche" wurde, in der alles Platz hatte, spielten sich Menschen zum Haupt auf. Patriarchen und Bischöfe, besonders die von Rom maßten sich Befehlsgewalt an. Das wird ausnehmen deutlich bei dem Mönch Hildebrand, der als Papst Gregor VII. (1073-1085) die Behauptung aufstellte, Kaiser und Könige hätten sich vor ihm als Vertreter Gottes zu beugen. Kaiser Heinrich IV. der sich ihm widersetzte, musste deshalb im Januar 1077 barfuß 3 Tage im Schnee zu Canossa büßen. Gregors Wahlspruch war Jer 48:10. "Verflucht sei, der sein Schwert aufhält, dass es nicht Blut vergieße." Mit solchem Missbrauch erwies sich das Papsttum als der schädliche Stuhl, der das Gesetz übel deutet, Ps 94:20. Der Antichrist wird ebenfalls als oberstes Haupt alle Macht beanspruchen und das Wort Gottes dabei genauso vergewaltigen wie Hildebrand.

Das Ende ist die Auseinandersetzung der beiden Häupter, Christus, das Haupt der Gemeinde, und der Antichrist als das Haupt aller Frevler. Wie Jesus das Haupt voll Blut und Wunden ist, so kommt auch die Gemeinde und das auserwählte Volk in Leid und Bedrängnis, damit sie wie Er zu Überwindern werden Offb 3:21. Mit Abschluss der großen Trübsal ist dann aber die Stunde des Sieges gekommen. Darum lesen wir in Hab 3:13.14 von unserem Haupt, den Christus: "Du ziehst aus zur Rettung deines Volkes, zu helfen dem, den Du gesalbt. Du zerschmetterst das Haupt im Hause des Bösen. Du durchbohrst mit seinen eigenen Pfeilen das Haupt seiner Kriegsschar."

Die Zeit des Propheten Jesaja war von gewaltigen Ereignissen überschatte. Am 21. April 753 war die Gründung Roms, und 6 Jahre zuvor, im Todesjahr des jüdischen Königs Usia, erfolgte die Verstockung des Volkes Israel, Jes 6:10. Der 26. Februar 757 sah die prunkvolle Thronbesteigung des Königs Nabonassar vorn Babel. Es ist interessant, dass es vom 26. Februar 747 v. Chr. bis zum Sturz des letzten römischen Kaisers, Romulus Augustulus, am 22. August 476 n. Chr. bis auf den Tag genau 1260 Mondjahre sind. Trotzdem gilt die Weissagung des Jesaja, der wie kein anderer Christus offenbart, dann noch einem ganz anderen Mann. Es ist Rezin, das Haupt von Damaskus.

Der Antichrist als Mann von Damaskus

Schon Abraham wusste, dass "der Mann von Damaskus" sein Haus erben will und allen Besitz an sich reißt, 1Mo 15:2. In 2Kö 15:37 lesen wir: "Zu der Zeit hob der Herr an, Rezin, den König von Syrien, gegen Juda zu senden." Das Tragische war, dass das Zehnstämmereich unter Pekah, der als Adjutant 760 v. Chr. seinen eigenen König erschlug und sich selbst zum König von Israel ausrief, mit Syrien gemeinsame Sache gegen Juda machte. Das alles ist hochbedeutsame prophetische Darstellung der Zeit des Endes.

Im Jahre 636 n. Chr. war die 666jährige Herrschaft des römischen Reiches über das Heilige Land, die 30 v. Chr. begann, beendet. Der Islam eroberte 636 Damaskus, was zu deutsch Blutsack heißt. Von Syrien kam dann das Unglück über Jerusalem, das 637 erobert wurde. Mit 1335 Jahren, und das meint somit im Jahr 1973, ist die Zeit des Islam abgelaufen, Dan 12:12. An seine Stelle werden nun Gog von Magogn und der Antichrist treten.

Dieser Antichrist ist das Haupt von Damaskus, und das Abendland, das meint die sogenannte "Christenheit", wird mit ihm gemeinsam den Kampf gegen Juda und Jerusalem aufnehmen, so wie einst Pekach, der Sohn Remaljas, mit Syrien gegen Juda marschierte, vgl. 2Kö 15:25 u. 2Kö 16:5 mit Sach 12:2.

Die Propehten Jesaja und Sacharja, die sich wunderbar ergänzen, erklären in Sach 9:1: "Dies ist die Last: das Wort Jahwehs ist gegen das Hadrachland und in Damaskus lässt es sich nieder, denn Jahwehs Augen sind auf den Erdenmenschen und auf alle Stämme Israels gerichtet. " Und in Jes 7:8: "Das Haupt von Syrien ist Damaskus und das Haupt von Damaskus ist Rezin; und innerhalb von noch 65 Jahren wird Ephraim zerschmettert werden."

Ein sorgfältiger Vergleich lässt nun erkennen. Der Antichrist wird als der Erdenmensch aus dem Zehnstämmevolk, nämlich Dan kommen, Dan 7:24; 1Mo 49:16-18. Zur Zeit Jesajas gab es einen König Salmanasser, der in Assyrien den Namen Assur-Dan trug, 2Kö 17:3. Zuerst ist der Antichrist König in Damaskus, durch Vereinigung mit dem Nachbarland wird er dann König von Babel und schließlich als das Haupt der Völker Gründer des Groß-Assyrischen Reiches. Daher lesen wir: "Und es soll geschehen, wenn Jahweh Sein ganzes Werk auf dem Berge Zion und in Jerusalem beendigt hat, dann werde Ich Abrechnung halten wegen der Unverschämtheit des Königs von Assur, wegen Eigendünkel als Frucht seines Herzens und wegen seiner überheblichen Augen." Jes 10:12, vergl. auch Dan 7:20. Sacharja bezeichnet Damaskus als Residenz de Hadrachlandes. Der Name Hadrach erscheint in einer assyrischen Keilschrift in Verbindung mit Damaskus als Hatarika. Nach L. H. Grollenberges Bibelatlas liegt Hadrach zwischen Arpad und Hamat in Nordsyrien, siehe Sach 9:2 und Jes 10:9. Aufschlussreich ist, dass die Grenze des Reiches Davids nahe an Hamat heranreichte, 2Sam 8:9; Israels zukünftiges Reich wird bis an den Strom Euphrat gehen, 1Mo 15:18.

Was es mit dem "Haupt von Damaskus" auf sich hat, in in unseren Tagen längst angedeutet, und auch die 65 Jahre des empörerischen Ephraim (das Nordreich, aus dem der Antichrist kommt) sind bald erfüllt.

Die Geschichte des modernen Damaskus und Babel beginnt mit dem 20. März 1920. An diesem Tage ließ sich der Nachkomme Mohammeds, Emir Faisal, zum König in Damaskus ausrufen, wurde aber bereits im Juni von den Franzosen vertrieben. Das entschloss sich Großbritannien, den Irak von Syrien abzutrennen, um damit zugleich Einfluss auf die Ölfelder von Mossul zu haben und sich den Seeweg nach Indien zu sichern. Nach deiner Volksabstimmung wurde Faisal am 23. August 1921 König von Irak (Babel). Von diesem Anfang Babels durch "den Mann von Damaskus" im Jahre 1921 bis zur Vernichtung des Antichristen im Jahre 1986 sind es ganz, wie durch Jes 7:8 angekündigt, 65 Jahre.

Auf Faisal I. folgte 1933 Ghasi I. und 1939 Faisal II., der im Staatsstreich vom 14. Juli 1958 ermordet wurde. Der 14. Juli 1957 liegt genau 13 x 13 = 169 Jahre nach dem Ausbruch der französischen Revolution, denn die Erstürmung der Bastille war am 14. Juli 1789. Frankreich brachte Napoleon hervor, der Irak aber macht dem Antichristen den Weg frei, der am 14. 7. 1958, wie wir glauben gerade 9 Monate alt war. Irak/Babel ist seit dem 8. Oktober 1963 mit Syrien/Damaskus durch eine Militärunion verbunden.

Das alles macht deutlich, wie weit die antichristliche Entwicklung fortgeschritten ist. dArum wird bald das Haupt der boshaften offenbar werden, aber auch Christus, unser erhöhtes Haupt, wird Seine Macht und Herrlichkeit erweisen.

Ps 110, dessen Erfüllung mit der Himmelfahrt seinen Anfang nämlich, lässt uns wissen: "Der Herr zu Deiner Rechten wird zerschmettern die Könige am Tage Seines Zorns; Er wird richten unter den Nationen, Er wird ein großes Schlagen unter ihnen tun. Er wird zerschmettern das Haupt über große Lande."

Das wirkliche Haupt der Menschheit aber wird, wie wir aus dem letzten Buch der Bibel ersehen, als das Lamm Gottes" besungen werden.

Lamm und Löwe

Lamm und Löwe sind in jeder Hinsicht Gegensätze. Ein Lämmlein ist die Schutzlosigkeit als Geschöpf,. es besitzt weder Hörner, Krallen, Stacheln oder Bärenkräfte, verfügt über keinen Panzer, kein gefährliches Gebiss, keine hynotisierenden Augen, kein Gift, und kann weder erschreckend brüllen noch zischen. Ja, es hat nicht einmal eine Tarnfarbe. Es vermag weder unterzutauchen, zu fliegen oder sich in einer Höhle zu verkriechen, und selbst in der Flucht ist es weder besonders schnell noch listenreich. Andererseits wird jemand jeder, der etwas Majestätisches oder gar Prunkvolles erwartet, wohl kaum an ein Lämmlein denken.

Johannes, der Jüngste aus dem Jüngerkreis Jesu, durfte bekanntlich aufschreiben, was er über den tag des Herrn gesehen hatte. Der Eröffnung der Gerichte geht gemäß Offb 5 eine feierliche Sitzung im himmlischen Thronsaal voraus. Über diese Szene schreibt nun Magister Helmut Frey: "Es hat sich einer gefunden, und bei seinem Namen muss der Apostel an die stärksten Hoffnungen Israels denken, an einen gewaltigen, der den Erdkreis bändigt: an den Helden aus Judas Stamm. Alles wartet gespannt auf das Erscheinen dieser Kraftgestalt. Aber welch erschütternde Überraschung! Statt des Löwen erscheint ein Lamm, das sich zum Opfer gab: In Jesus, der Seine Macht ablegte, für uns litt und starb und noch am Kreuz die Übermacht der Liebe Gottes ans Licht gebracht und zum Sieg geführt hat, als Er für Seine Feinde betete. Eine größere Gewalt als diese Liebe gibt es nicht." Es nimmt daher nicht wunder, dass auch die Bibel, die in allem ja von Christus zeugt (Joh 5:39), in nicht weniger als 19 Ausdrücken (AT 12; NT 5, wie Lämmlein, Schaf, Widder, Schafherde usw. ) mit mindestens 777 Vorkommen (At 663, NT 114) vom Lamm spricht. Der Löwe ist dagegen im NT nicht mehr als 9mal genannt, wovon nur die einzige Stelle in Offb 5:5 sich auf Christus bezieht.

Alles Lammeswesen gipfelt somit in Jesus Christus, der nach Jes 53 als das Lamm Gottes auf die Erde kam, um für unsere Schuld zu büßen, durch Sein Opfer die Sünde der Welt forttragend, Joh 1:29. Der Antichrist dagegen will alles andere, nur absolut nichts mit einem Lamm zu tun haben, denn er kommt weder zu leiden noch zu dienen, und schon gar nicht zu sterben. Er will imponieren, profitieren, beherrschen und triumphieren und das alles auf satanischem Wege durch Verführung, Betrug, Erpressung und Gewalt. Darum schickt er seine Wegbereiter nicht wie unser Herr wie Schafe unter die Wölfe, denn das it für ihn der Gipfel der Torheit. Er schickt seine Propheten als leibhaftige Wölfe, aber in Schafspelzen getarnt, mitten unter Jesu Lammesherden, Mt 7:15, Offb 13:11.

Christus ist stärker

Obwohl der Antichrist niemals in der Schrift als Lamm, wohl aber als Schlange und Löwe bezeichnet wird (1Mo 49:17 u. 5Mo 33:22), kann er also doch nicht ganz auf den Schein des Lammeswesens verzichten. Die Maske der Wohltätigkeit und die sanften Worte sind allerdings nur so lange notwendig, bis das System gesichert ist. Bis dahin ist von Freiheit, Arbeit, Brot, Frieden, Gerechtigkeit, Sicherheit und Wohlstand die Rede. Nur der Hellhörige merkt, dass der Inhalt jenes Kunde-Werbe-Jargons das Gegenteil von der angepriesenen Packung ist, denn Zwangsherrschaft wird als Sozialismus angeboten, Unterjochung als Feindeswille, Enteignung wird Gemeinwohl genannt, Diktatur ist dann die von allen gewünschte Sicherheit, Unterdrückung heißt Einigkeit, wobei Straflager zu "Sanatorien" oder "Konzentrationsstätten" werden. Eigentlich sollten wir diese Sprache der falschen Propheten, sei es von Mohammed, Karl Marx, Goebbels und Mao, zur Genüge kennen. Leonid (Löwe) Breschnew konnte bei seinem treffen mit Nixon im Juni 1973 nicht genügend betonen, dass Lein den Begriff "Friedliche Zusammenarbeit" (von Mörder und Opfer) aufgebracht habe. Es ist immer nur ein kurzer Wahn, denn sehr bald ist aus dem angeblichen Lamm die Stimme des Drachen zu hören, wie das Offb 13:11 enthüllt; dann watet der Löwe im Blut!

Jünger Jesu geben sich über die Mächte dieser Welt keiner Täuschung hin. Sie wissen aber auch von der Allgewalt des Lammes, das zugleich der Löwe von Juda ist.. Kein Löwe, der im Finstern schlecht, um zu rauben und zu töten, sondern wir lesen: "Weine nicht!Siehe es hat ü b e r w u n d e n der Löwe, der da ist vom Geschlecht Juda = Gotteslob." Christus hat nicht nur Macht, der Löwen Rachen zu verschließen und einen David (Ps 22:21), Daniel (Dan 6:21) und Paulus (2Tim 4:17) zu erretten, sondern Er überwindet auch das Böse und den Bösen! Und auch die Gläubigen werden dem Sieger gemäß zu tapferen Helden, Überwindern und "Übersiegern" (Röm 8:37) gleich einen Löwen, siehe Offb 5:5, auch 1Mo 49:1; 1Chr 12:8 und Mi 5:7.

Unser Herr wird nicht nur die verderbenden Löwen Satan und Antichrist (1Petr 5:8; Jer 2:30) besiegen und entmachten, sondern durch seine Friedensherrschaft die Feindschaft selbst beseitigen. Dann werden Wolf, Lamm und Löwe friedlich zusammen weiden., Jes 65:25. Aber wehe dem, der das alles jetzt schon in irgendeiner form durch menschliche Anstrengungen und Vereinigung (Oekumene) erhofft; denn erst im reich Christi wird der Löwe keine Lämmer mehr verschlingen, sondern Gras wie ein Rind fressen, Jes 11:7.

Christus macht den Teufel nicht selig, wie es allzu Gutherzige fälschlich behaupten, sondern wer die Erde verderbte, muss auch selbst verderben, siehe Offb 11:18 und Offb 17:11. Erst wenn alle Teufelei und alles antichristliche Wesen ausgetrieben sind, wird Spei8se von dem Fresser und Süßigkeit von dem Starken kommen, wie es bei Simson mit dem zerrissenen Löwen der Fall war Ri 14:5-9. Auch hier wird der Triumph Christi vollständig sein, Kol 2:15. Letztlich muss und wird sich alles vor der allgewaltigen Liebesmacht und erhabenen Gnadenmajestät Jesu Christ, dem Lamm und Löwen Gottes, gern und willig lobpreisend beugen. Die Schrift stellt unmissverständlich klar heraus, das bei diesem "Untertan-sein" ausdrücklich nur Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, ausgenommen ist. 1Kor 15:27; Hebr 2:8.

VI. Der Todeskampf

Ein beträchtlicher Teil der Menschen sind Pazifisten - der Teufel nicht. Die um die Jahrhundertwende aufgekommenen Pazifisten (von lat. pax - Friede) suchten eine Verständigung um jeden Preis, weshalb sie auch jegliche Art von Wehrdienst ablehnten. Sie gedachten damit eine Friedenswoge auszulösen, die alle Menschen erfasst. Aber sie konnten die zwei schrecklichen Weltkriege nicht verhindern. In dieser Bewegung schwingt einerseits die Sehnsucht nach einem Gottesreich, andererseits aber eine Überschätzung der menschlichen Vernunft - ein Traumdenken, das die Realität der Sünde übersieht.

Die beiden Behauptungen: "Der Mensch ist gut, er muss sich nur entfalten können", der zum pädagogischen Leitsatz wurde, und "der Teufel ist ein Hirngespinst verkrampfter Moralisten", womit zugleich auch die Gottesfurcht erledigt werden soll, sind ein Wunschmeinen, das jeder Wirklichkeit spottet. So hält sich der Mensch für "aufgeklärt" und fällt einer Verblödung zum Opfer, die er durch die Preisgabe der Bibel als Gottes Offenbarungsbuch erkauft. Nichts bereitet dem Aufkommen des Antichristen als letzten Gewaltmenschen so sehr den Weg, wie die Ablehnung der Bibel. Mit dieser Auflehnung gegen das Urteil Gottes wird auch die Wahrheit verworfen - und diese Wahrheit, die zugleich der Weg des Lebens ist, heißt Jesus Christus. Wer aber göttliches Leben ablehnt, dem bleibt nur teuflische Qual und Vernichtung.

Wo Gottes warnende und tröstende stimme nicht mehr vernommen wird, da dirigiert das böse Ich des Menschen, das mit dem Streben nach absoluter Anti-Autorität in ungeheurer Selbstverblendung das todsichere Verderben ansteuert. Gott lässt die Dinge gewähren, denn Er kann auch durch das Gericht sprechen.

Keinem Menschen bleibt der Kampf erspart, nämlich der Kampf für oder gegen Gott. Und das ist jedesmal ein Todeskampf. Dabei ist jegliche vermeintliche Neutralität bereits Ungehorsam, der gleichbedeutend ist mit Zaubereisünde. und so schwer wiegt wie Götzendienst, siehe 1Sam 15:23.

Um allen Ungehorsam zu tilgen, der sich seit Adams Fall zu einem Riesengebirge anhäufte, wurde der Sohn Gottes Mensch. Er kämpfte in Gethsemane den furchtbarsten Todeskampf, den je ein Mensch zu bestehen hatte, und büßte am Pfahl von Golgatha alle Schuld.

"Da nun Christus im Fleisch für uns gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit der gleichen Gesinnung", ist die ernste Mahnung des Apostels Petrus in seinem ersten Brief (1Petr 4:1). Wappnen bedeutet die Waffenrüstung anziehen. Deshalb ermuntert uns auch Paulus: "Zum Ende noch ein: Werdet stark in der Gemeinschaft mit dem Herrn und in der Kraft Seiner Stärke! Zieht die Vollrüstung Gottes an, damit ihr gegen die tückischen Methoden des Teufels bestehen könnt! Denn das ist nicht der eigentliche Kampf, wenn wir mit unserem Fleisch und Blut zu tun haben, sondern wir haben gegen die Übermächte und Gewalten zu kämpfen, gegen die Kosmokratoren der Finsternis und die Geister der Bosheit in den Himmeln. Darum nehmt die volle Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tage widerstehen und als Sieger das Feld behalten könnt!" Eph 6:10-13. Paulus hat diesen Todeskampf bis zum letzten Atemzug ausgefochten, 2Tim 4:7. Groß ist das Heerlager der Gläubigen durch die vergangenen Jahrhunderte, die als Märtyrer Christus die Treue bis in den Tod gehalten haben. Und heute? Auch unsere Zeit ist nicht ohne Märtyrer und Kämpfer. Doch sollte man nicht übersehen, dass es niemals in der Geschichte der Gemeinde Jesu einen solchen Abfall auf der einen und solche Müdigkeit auf der anderen Seite gab, wie es gerade jetzt festzustellen ist. Wie in einer Manöverpause ist man dabei , die Waffen aus der Hand und den Helm in den Schoß zu legen. Aber wenn dieser Helm der Rettung nicht unser Haupt schützend umhüllt, ist mit einem tödlichen Kopfschuss des Feindes zu rechnen.

Man hört nicht mehr gerne, dass alle Rettung und die Rettung aller nur Gottes Werk sein kann und nicht in der Macht des Menschen liegt, Jer 10:23; Röm 9:16. Da unser menschliches denken Gottes Wege und Gerichte nicht zu erfassen vermag, liegt gerade hier eine Gefahr, weil der Feind uns an dieser Stelle zu verwirren versucht. Trefflich schreibt deshalb Ralf Luther in seinem neutestamentl. Wörterbuch: "Die Gewissheit, dass dennoch einmal der ganze Weltlauf ausmündet im göttlichen Heil, ist auch für die einzelnen der Helm, der die tödlichen Hiebe der Anfechtung wirkungslos von seinem Haupte abprallen lässt."

Zu der geradezu erschreckenden Uneinigkeit und Lieblosigkeit im wirklich gläubigen Lager, denn ich rede nicht von der frommen Halbwelt, kommt noch eine weitere Gefahr. Viele können die ganze Waffenrüstung, wie sie Gott uns darreicht, gar nicht anziehen, weil sie den alten Menschen noch nicht ausgezogen habe. Deshalb steht bereits in Eph 4 die Aufforderung: "Ihr solltet den alten Ichmenschen mit seinem früheren Lebenswandel abgelegt haben, weil er in seinen eigenen trügerischen Begierden verreckt." Luther übersetzt: "Der durch Lüste im Irrtum verderbt", Ralf Zink: "der zugrunde geht in seiner sucht nach Leben, die ihm doch kein Leben verschafft.". Eine nicht geringe Schar der Bekenner Christi zeiht ein genussreiches Leben dem Kampf vor. Die Sucht nach süßem Leben ist gerade heute der wirksamste Köder des Antichristentums, obwohl Sexorgien schon immer zum religiösen Brauch des Heidentums gehörten. Prof. Lügert schreibt in seinem Buch "Schöpfung und Offenbarung" das Antichristenhtum ist ein bewusstes Nein zu diesem Nein." Eines der deutlichsten Zeichen der Endzeit ist, dass dieses Nein zu aller christlich -sittlichen Ordnung vom Staat nicht nur geduldet, sondern noch gefördert wird. Man denke nur an den geplanten Pornofilm " Die Liebesaffären Jesu Christi" aus Dänemark, dem Schweinestall Europas, für den der Staat trotz Proteste eine Produktionsgarantie von 600 000 Konen (225 000 DM) zahlen will.

Widerstand notwendig

Der seit Golgatha entbrannte Todeskampf erreicht in. unseren Tagen seine letzte und gefährlichste Phase, weil Satan alle Mittel einsetzt, um Israel als Volk Gottes und die Gemeinde Jesu auf jede nur denkbare Weise zu vernichten. Israel, weil ihm aller irdischen Verheißungen für das Friedensreich gelten, die gemeinde dagegen, weil sie die einzige Darstellung des Friedenskönigs auf Erden ist. Reich und König gehören zusammen, und ihrer Vereinigung erfolgt durch "die Hochzeit des Lammes", welcher die Herrlichkeitserscheinung des Königs aller Könige folgt. Christus kommt mit den Seinen, die gleichsam eine Herrlichkeitswolke vieler Zeugen sind. Er offenbart Sich aber zuvor schon in Seinen Gliedern, damit sie an dem bösen Tage Widerstand leisten können und, nachdem sie alle ausgerichtet haben, auch vor Ihm zu stehen vermögen, Eph 6:13.

Viele denken mehr an eine Flucht als an Pauli Worte: "So steht nun!" Da könnte man meinen, die große Hoffnung der Gemeinde bestünde darin, möglichst bald vor dem bösen Tag entrückt zu werden, ehe alles ausgerichtet wurde. Diese Entrückungssehnsucht ist verständlich. Aber sie ist gefährlich, wenn man sie als Möglichkeit erwägt, dem Todeskampf auszuweichen. Wir haben bis ans ende auszuhalten und zu beharren, Mt 24:13. Alles andere ist Selbstbetrug. Natürlich steht es in der Gnade Gottes und Christi, auch für uns die Zeit zu verkürzen. Aber Gott, der uns liebt, erspart uns nicht den Kampf - im Gegenteil. Er Selbst macht uns stark, aus diesem Kampf als Sieger hervorzugehen!. Wer wird uns von der Liebe des Christus trennen? etwa Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Nacktheit oder Gefahr oder das Schwert? So, wie geschrieben steht. Um deinetwillen werden wir den ganzen Tag zu Tode gebracht, wie Schlachtschafe sind wir geachtet worden. Im Gegenteil! Aus allen diesen Dingen gehen wir vollständig siegreich hervor, durch Ihn, der uns liebt!" Röm 8:35-37.

Sieg kann es nur dann geben, wenn vorher ein Kampf stattgefunden hat, so wie die Auferstehung nur dann möglich ist, wenn man vorher gestorben ist. Der Herr Jesus Christus hat durch seine Auferstehung Hölle und Tod besiegt, und im Glauben an Ihn sind auch wir Mit-Sieger, deren sterbliche Leiber durch den in uns wohnenden Gottesgeist in Auferstehung und Entrückung lebendig gemacht werden (Röm 8:11). Kampf und Tod sind also der notwendige Hintergrund für die Offenbarung der siegreichen Kraft und Herrlichkeit Gottes in und an Seinen auserwählten.

Wenn wir diese Zusammenhänge erkennen und uns immer wieder bewusst machen, dann können wir uns mit freudigem Mut für diesen kommenden letzten und großen Kampf bereit machen, ohne uns davor drücken zu wollen oder ihn dem Volk Israel allein zu überlassen. Das siegreiche Hervorgehen aus diesem Kampf ist dann eben die Entrückung, und mit dem Ausblick auf jenes gewaltige Ereignis sollen wir uns - je heißer der Kampf wird - untereinander trösten, d. h. Entrückungshoffnung oder Siegesgewissheit zusprechen (1Thes 4:18).

VII. "Erlöse uns von dem Bösen!"

Die Worte unseres Herrn und Hauptes von Mt 6:9-13, in denen Er. uns lehrt, mit Gott zu reden, sind das einfachste und doch umfassendste gebet aller Zeiten. In seinen 7 Bitten sind in einer heiligen Ordnung alle Anliegen der Heilsgeschichte und ihre Durchführung prophetisch erfasst. Sie reichen von der Entweihung des Gottesnamens durch Luzifer, den Verlust des Reiches durch Adams Sündenfall, der Verheißung an Abraham, wodurch Gottes Wille in der Völkerwelt sichtbar wurde, von der Ernährung Israels in der Wüste, der Tilgung unserer Sündenschuld auf Golgatha und weiter von der Versuchung der Gemeinde, eine Weltmachtkirche zu werden, bis zum Auftreten des Antichristen als Personifizierung des Bösen. Damit reichen sie aber auch bis zum heiß ersehnten Kommen des Herrn in Kraft und Herrlichkeit.

Die siebte Bitte, deren Worte lauten: "... sondern erlöse uns von dem Bösen", kennzeichnen somit die letzten Geschehnisse in einer Welt, die in den Fesseln des Bösen verhaftet ist, 1Jo 5:19.

Jahrhundertelang hatte man nach Luthers Übersetzung die Erlösung vom Übel erbeten, das ja auch zu allen Zeiten reichlich vorhanden war. Es geht dem Herrn in Seinem Mustergebet aber nicht allein um die Befreiung aus einem üblen Zustand oder sonstigen Schwierigkeiten, sondern letztlich um die Lösung aus dem Herrschaftsbereich Satans, der sich in dem Menschen der Endzeit als Sohn des Verderbens und der Bosheit manifestiert.

Vorläufer dieses Antichristen hat es zu allen Zeiten gegeben, ja sogar schon, bevor Jesus Christus als Menschen Sohn auf diese Erde kam. Die Gefährlichsten und erfolgreichsten unter ihnen waren aber nicht die Tyrannen vom Schlage eines Antiochus Epiphanes, der die Juden zum offenen Widerstand reizte, sondern jene, die wie Julius Cäsar oder Augustus ein goldenes Zeitalter brachten. Nach Offb 17:11 wird der Antichrist "Tier" und der "Achte" genannt, wobei daran erinnert sei, dass Kaiser Augustus tatsächlich den Namen Oktavian = der Achte führte. Unter ihm wurde Christus als der Sohn armer jüdischer Eltern geboren, die nicht einmal das vorgeschriebene Opfer eines Lämmleins zu entrichten vermochten, siehe Lk 2:24; 3Mo 12:8. Nach dem Kaiser August sind viele Vorläufer des Antichristen gekommen. Es wäre eine lange Liste, wollte man nur die bekanntesten unter ihnen dem Namen nach aufführen.

Moderner Christusersatz

Auch in der jetzigen Zeit gibt es ein ganzes Gewimmel von göttlichen Lehrern und Heilanden. Wir nennen nur Maharishi Mhech Yogi, Gopi Krishna, Premaiva Satyam, Kirpal Singh, Mher Baba, Swami Prabhupada, Rama Krishna, Swami Satchididananda, Paramahansa Yoganandea, Lahiri Mahasaya. Der Jüngste dürfte der bekannteste unter ihnen sein, der bereits Million Anhänger hat, nämlich der "Guru" {Seelenführer) Maharaj Ji. Seine Botschaft ist wie die der anderen plumpe Selbsterlösung, in die verheißungsvolle Aufmachung verpackt: "Ich habe etwas sehr Schönes für euch, es ist so schön, so fantastisch. Es lässt euch das Ziel des menschlichen Lebens erkennen, den Grund, warum ihr eigentlich in diese Welt gekommen seid." Der "!Meister des perfekten Wissens" enthüllt dann, dass sich in jedem Menschen der Name Gottes als das unaussprechliche Wort, das innere Licht, als göttlicher Urklang und als wunderbar süßer Lebenstrank manifestiert. Es ist deutlich der Geist der Lüge, der unseren schweren Fall seit Adam vertuscht und die einzige Möglichkeit der Errettung durch die Fleischwerdung des Sohnes Gottes, Sein Leiden und Seinen Sühnetod sowie Seine Siegesauferstehung als unnötig darstellt. Eine Münchhausiade, die sich selbst an den eigenen Haaren aus dem Sumpf der Sünde zieht.

Und doch sind alle diese falschen rEtter nur Schaumschläger und Stümper gegenüber der wirklichen Personifikation des Bösen im Gewande heuchlerisch schöner und guter Worte, die doch nur böses hervorbringen, Dan 11:32; Mt 12:35.

Das aber wird die größte Gefahr sein, dass keiner in dem kommenden Weltführer das Böse vermutet, dass sie alle hingerissen sind von den erfolgen dieses "Friedensbringers", der selbst bei den Frommen die letzte Bitte des Herrengebetes vergessen macht.

Dieser Mann, der nach all den Schreckenstagen, die der 4. Nahostkrieg eingeleitet hat, endlich das goldene Zeitalter herbeiführt - er, der Israel endlich Ruhe schenkt durch einen Beistandspakt. und aus Jerusalem, dem Zankapfel der Welt, eine "göttliche Mitte" macht, soll ein verkörperter Satan sein? Das wird den Bibelkundigen keiner abnehmen.

Der Überragende

Baron Albert von Springer, den man 1952 zum Präsidenten der Judenchristlichen Reichsbruderschaft wählte und der 1963 Nachfolger Abram Poljaks wurde, schrieb erst kürzlich in der JCG (Nr 441/442 S. 19): "Bei seinem ersten Auftreten wird der Übermensch allen wie ein Engel des Lichts vorkommen. er wird überragend Geistes- und Charaktereigenschaften haben. Seine Entscheidungen werden durch große Intelligenz und außergewöhnliche Weisheit gekennzeichnet sein und allen Menschen Bewunderung abringen. Es wird ihm durch seine Weisheit gelingen, zum ersten Mal in der Geschichte alle Weltreligionen in seiner eigenen ethisch hochstehenden zu vereinigen. Er wird auch den Weltfrieden herstellen und das Gespenst eines globalen Krieges bannen. Er wird von seltener Güte und Toleranz sein, nach ethischen Idealen handeln, friedevoll und versöhnlich sein - ein wahrhaft großer Mensch! Aber wer wird in diesem überragenden Menschen den zukünftigen Antichristen erkennen? Kaum einer! Unter Millionen von Menschen wird sich nur eine Handvoll finden, die ihn durchschauen werden, nur die, welche wahrhaft den geist Gottes in sich tragaen." Albert Springer hebt dann hervor, dass diese Täuschung nur in den ersten Jahren möglich ist, denn bald kommt die Wende - wir glauben, dass es 1983 (also in 8 Jahren) geschehen wird: "Nach seiner wunderbaren Auferstehung, die von der ganzen Menschheit im Fernsehen miterlebt werden wird, wird eine unglaubliche Veränderung im Übermenschen vor sich gehen. Jetzt erst wird er sich als der leibhaftige Satan entpuppen: Seine Maske fällt. Von nun an bekämpft er jede Opposition aufs brutalste. Von Toleranz und Friedsamkeit keine Spur mehr! Er, der sich für die Juden eingesetzt hatte, ist nun ihr ärgster Feind geworden. Wahrscheinlich wird er sie für das Attentat auf sein Leben verantwortlich machen!"

Schon unser Erzvater Jakob sah mit den Augen des Geistes aus einem seiner Söhne den künftigen Bosheitsträger. Dan wird religiöser Richter (Jadin) und eine Otter sein. - Herr, ich warte auf Deinen Jesus (Jeschuah), - 1Mo 49:16-18. - "Er löse uns von dem Bösen!"

Der tschechische Christ Premsyl Pitter, der "die Schlechtigkeiten und Verbrechen im Osten und Westen" sah und "das Leiden der Völker in den vom Kommunisten beherrschten Ländern" aller Welt offen bezeugte, schrieb in seinem Buch "Unter dem Rad der Geschichte", die bemerkenswerten Worte: "Das Böse in seinem Wesen und in seinen Auswirkungen zu erkennen und dabei ein brüderliches Verhältnis zu allen Menschen bewahren - das ist die große Kunst, die wir erlernen müssen."

Liebe lässt sich nicht erbittern - auch nicht durch den Sohn der Bosheit! Möge uns darum der Heilige geist in der Gesinnung Christi viel Erleuchtung und Weisheit, vor allem aber die Kraft der Liebe zu Gott und Seinem Christus schenken, denn dann wird es auch nicht an der nötigen bruderliebe und Barmherzigkeit zu allen Mitmenschen mangeln. Durch die Liebe des Christus in. uns werden wir überwinden und damit vor Gott und Menschen unsere Erlösung vom Bösen bekunden, 2Kor 5:14; 1Jo 2:13. Nur solche Erlösten gelangen auch zur Vollendung.

Die Vollendung

Im Jahre 1494 hatte Karl VIII: von Frankreich der Stadt Florenz das Recht erteilt, über ihre Staatsform frei zu verfügen. In einer großen Volksversammlung wurde dem vorbildlichen Dominikanerabt Savonarola, weil er als ein unbestechlicher und gerechter Mann galt, alle Macht übertragen, ein Gottesreich mit Jesus Christus als König zu errichten. Das sind die Versuchungsstunden des Feindes, in denen er einmal andersherum die Gerechten ins Verderben bringen will. Der Gedanke ist bestrickend, ob Gott nicht wenigstens einmal, wenn auch nur an einem kleinen Punkt der Erde, so etwas wie ein Modell der Vollendung sichtbar werden lässt. Das wirft dieFrage auf, ob das Reich Gottes "vor der Zeit", das meint vor dem letzten Auftritt des Antichristen, wenn auch nur anbruchhaft, aufgerichtet werden kann. Der Ausdruck "Vor der bestimmten oder gebührenden Zeit" stammt bekanntlich nach Mt 8:29 von den Dämonen, die oftmals die Ordnungen Gottes besser kennen als die Gläubigen! Nimmermehr kann ein früheres Reich Gottes in Miniatur von Menschen verwirklich werden. Gott lässt keinen Versuchsballon aufsteigen, was Er macht, das geschieht gründlich und "fein zu S e i n e r Zeit"! Pred 3:11. Savonarolas versuch war bei aller Redlichkeit und Liebe zu Gott 500 Jahre zu früh daran, denn nicht 1494 sondern 1994 beginnt das Millennium Christi auf Erden. Weil Savonarola standhaft blieb und sich nicht von der römischen Kurie als Kardinal kaufen ließ, fand der "Gottesstaat" bald sein Ende. Savonarola wurde nach 3 1/2 Jahren auf Betreiben des Papstes in Florenz öffentlich als Ketzer verbrannt. Das war seine Vollendung und gehört zur Vollendung der Gemeinde Jesu.

Es ging Savonarola wie seinem Herrn, den man auch nach 3 1/2 Jahren "unschädlich" machte. Dieselben Massen, die Savonarola einst zujubelten, riefen nun das "Kreuzige ihn!" Gerhard Salomon hat richt formuliert: "Das Bestreben, die Massen unter christlichem Banner zusammenzufassen, wird einmal im Antichristentum enden." Doch Gott sei gelobt, dass wir nicht nur das Aufkommen und Wirken des Antichristen, sondern auch sein baldiges Ende genau sehen können. Vor der Wiederkunft Christi kann kein vollkommenes reich auf dieser Erde aufgerichtet werden, weder durch Monarchie noch Demokratie oder Diktatur. Auch die besten Verhältnisse schaffen kein Reich Gottes, denn dazu sind vollendete Menschen mit neuen Herzen nötig. Die Vollendung geschieht aber vor der Wiederkunft Christi nur an den Herzen der e i n z e l n e n Gläubigen.

Vollkommen durch Christus

Das Hochziel Jesu in der Bergpredigt, als Vorbereitung für eine Proklamation des künftigen Reiches, lautet: Also sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist", Mt 5:48. Solang wir im Spiegel des Gesetzes uns betrachten, anstatt auf Christus zu schauen, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, kann uns Satan immer unsere eigene Unvollkommenheit bis zur Verzweiflung vor Augen stellen. Gib's auf, denn du erreichst diese Vollkommenheit niemals. Alles, was wir auf Erden beginnen, werden wir nie zur Vollendung führen können. "Wer in keinem Worte fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten" (Jak 3:2) - wo bleibt da unser Können?

Aber Jesus, vollkommen gemacht in Ewigkeit (Hebr 7:28), schenkt uns Seine Vollkommenheit, wenn wir Ihm unser Sünde ausliefern. DAs ist der große Tausch der Versöhnung! "Denn mit e i n e m Opfer hat Er auf immerdar vollkommen gemacht, die geheiligt werden", Hebr 10:14. Wir werden nicht vollendet durch unsere Anstrengungen, aber wir "sind vollendet in Ihm, der das Haupt ist," Kol 2:10. Die Vollkommenheit der Gläubigen wird in ihrem Gehorsamswandel und ihrer Liebesgesinnung dargestellt, wobei das geduldige Leiden einen bedeutenden Anteil hat, denn auch unser Herr, " wiewohl Er Gottes Sohn war, hat Er doch an dem, was Er litt, Gehorsam gelernt. Und da Er vollendet war, ist Er allen, die Ihm gehorsam sind, eine Ursache (der Urheber) ewigen Heils geworden", Hebr 5:8.9.

Als im Anfang Himmel und Erde vollendet waren, war auch der Mensch im Bilde Gottes erschaffen. Die Sünde machte den Menschen aber zu einem Abbild des Bösen, bis Christus kam und durch Seinen Gehorsamsweg und Sühnetod das Gottesbild im Menschen wieder aufrichtete. Denn Seine Speise war, den willen Gottes zu tun und Sein Werk zu vollenden, Joh 4:34. Am Ende Seines Gehorsamsweges konnte Er beten: "Ich habe Dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das Du Mir gegeben hast, dass Ich es tun sollte", Joh 17:4. Damit hatte der Sohn Gottes die 7 Vollendungsworte des Alten Bundes zur Darstellung gebracht, welche gemor, kala, Tikla, Taklith, kalil, schalem und tamim heißen. Auch das Neue Testament kennt mindestens 7 Vollendungsbegriffe: Hälikia = Vollwuchs, holtelläs = durch und durch bereitet, holokläros = vollkommenes Teil, katartismos = ganz ausgerüstet, Pläroma = Fülle, Synteleia = vollendeter Abschluss und eleiotiäs = Vollendung.

Aus diesem allem heraus gibt es eine Vollendung des Laufs für jeden Gläubigen (2Tim 4:7), eine Vollendung der Worte Gottes (Offb 17:17) und des Geheimnisses Gottes, ehe die 7. Posaune erschallt (Offb 10:7). Das wird die gänzliche Vereinigung von Haupt und gliedern zu dem einen vollkommenen Mann, dem Christus, sein Eph 4:13.

Das alles schließt aber auch ein vollendeteres Gericht (das immer zuerst im Hause Gottes und über dem Priestertum beginnt, 1Petr 4:17, 1Sam 3:12) und einen vollendeten Zorn Gottes über alles antigöttliche Wesen mit ein, Röm 1:18; Hes 5:13; Hes 6:12; Hes 7:8; Hes 13:15 und Offb 15:1. In diesem Zorn findet nicht nur die antichristliche Person samt falschen Propheten ihr Ende, sondern auch die antichristliche Gesinnung in allen Menschen und das Wirken Satans an ihnen. Darum ist auch diese Vollendung eine höchst feierliche und erhabene Sache. "Und der Tempel wurde wegen der Herrlichkeit Gottes und wegen Seiner Macht dicht mit Rauch erfüllt. Und niemand war imstande, in den Tempel einzutreten, bis die 7 Plagen der 7 Engel vollendet waren", Offb 15:8.

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F. Vom Schwersten und Letzten