Joh 10:30
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Grundtexte
GNT Joh 10:30 ἐγὼ καὶ ὁ πατὴρ ἕν ἐσμεν
REC Joh 10:30 ἐγὼ +1473 καὶ +2532 ὁ +3588 πατὴρ +3962 ἕν +1520 ἐσμεν +2070.
Übersetzungen
ELB Joh 10:30 Ich und der Vater sind eins.
KNT Joh 10:30 Ich und der Vater - Wir sind eins.
ELO Joh 10:30 Ich und der Vater sind eins.
LUO Joh 10:30 Ich +1473 und +2532 der Vater +3962 sind +2070 (+5748) eins +1520.
PFL Joh 10:30 Ich und der Vater - eins sind wir.
SCH Joh 10:30 Ich und der Vater sind eins.
MNT Joh 10:30 Ich und der Vater, +3962 eins +1520 sind wir.
HSN Joh 10:30 Ich und der Vater sind eins64.
WEN Joh 10:30 Ich und der Vater, wir sind eins.
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Erste Gedanken
Informationen
🪔 Der HERR allein rettet - Jes 43:11 / Joh 10:30 (D. Muhl)
📕 Die ewige Erwählung der Gläubigen (Joh 10:22-30) (Th. Böhmerle)
Fußnoten aus HSN
64 eins im göttlichen Wesen (vgl. Joh 12:45 - Joh 14:9 - Kol 2:9), obwohl zwei Personen. Immer wieder bezeugt ja Jesus, der Vater habe ihn gesandt.
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong-Nr. |
|---|---|---|---|
| ἐγὼ | egō | ich | G1473 |
| καὶ | kai | und | G2532 |
| ὁ | ho | der | G3588 |
| πατὴρ | patēr | Vater | G3962 |
| ἕν | hen | eins | G1520 |
| ἐσμεν | esmen | sind | G1510 |
Versanalyse & Erläuterungen
Grammatikalische Struktur
ἐγὼ καὶ ὁ πατὴρ ἕν ἐσμεν – Die Aussage besteht aus einem einfachen Nominalsatz mit der Kopula "sind" (ἐσμεν).
- ἐγὼ (egō) – Personalpronomen 1. Person Singular Nominativ, betont durch explizite Nennung: "Ich"
- καὶ (kai) – koordinierende Konjunktion: "und"
- ὁ πατὴρ (ho patēr) – bestimmter Artikel + Substantiv Maskulinum Singular Nominativ: "der Vater"
- ἕν (hen) – Zahlwort/Adjektiv Neutrum Singular Nominativ: "eins" (Neutrum ist bedeutsam!)
- ἐσμεν (esmen) – Verb, 1. Person Plural Präsens Indikativ Aktiv von εἰμί: "wir sind"
Theologische Schlüsselpunkte
Das Neutrum "ἕν" (eins) ist entscheidend: Jesus sagt nicht "εἷς" (heis, maskulin = eine Person), sondern "ἕν" (hen, neutral = eins im Wesen/in der Substanz). Dies zeigt die Einheit im göttlichen Wesen, nicht eine Verschmelzung der Personen.
Zwei Subjekte, ein Prädikat: "Ich" und "der Vater" bleiben zwei unterscheidbare Personen (daher Plural "sind"), die jedoch im Wesen eins sind. Dies ist eine der klarsten Aussagen Jesu über seine Wesensgleichheit mit dem Vater.
Kontextuelle Bedeutung: Im unmittelbaren Kontext (Joh 10:27-29) spricht Jesus davon, dass niemand seine Schafe aus seiner Hand rauben kann, noch aus der Hand des Vaters. Die Einheit zwischen Vater und Sohn garantiert die Sicherheit der Gläubigen.
Hintergrundinformationen
Reaktion der Juden: Diese Aussage führt unmittelbar zum Steinigungsversuch (Joh 10:31-33), weil die Zuhörer Jesu Anspruch auf Wesenseinheit mit Gott als Gotteslästerung verstanden – sie erkannten, dass Jesus sich Gott gleichstellte.
Alttestamentlicher Hintergrund: Das Shema Israel (5Mo 6:4) betont: "Der HERR, unser Gott, ist ein einziger HERR." Jesus' Aussage steht in dieser monotheistischen Tradition, offenbart aber die trinitarische Natur Gottes.
Johanneische Theologie: Das Johannes-Evangelium beginnt mit der Präexistenz des Logos (Joh 1:1): "das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott." Die Aussage in Joh 10:30 ist eine weitere Entfaltung dieser Christologie.
Parallelstellen
Parallele Aussagen Jesu
- Gegenseitiges Innewohnen: "Ich bin im Vater und der Vater in mir" (Joh 14:10-11)
- Einheit in der Sendung: "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Joh 14:9)
- Einheit in der Herrlichkeit: "Vater, verherrliche du mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war" (Joh 17:5)
- Einheit als Vorbild für Gläubige: Jesus betet, dass die Gläubigen eins seien, "wie wir eins sind" (Joh 17:11,22)
Weitere relevante Stellen
- Wesensgleichheit: Phil 2:6 – Christus, "der in Gestalt Gottes war"
- Fülle der Gottheit: Kol 2:9 – "In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig"
- Einheit in der Schöpfung: Joh 1:3 – "Alles wurde durch ihn, und ohne ihn wurde auch nicht eins"
- Göttliche Autorität: Mt 28:18 – "Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden"
- Anbetungswürdigkeit: Hebr 1:6 – "Alle Engel Gottes sollen ihn anbeten"
