Röm 4:25
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Grundtexte
GNT Röm 4:25 ὃς παρεδόθη διὰ τὰ παραπτώματα ἡμῶν καὶ ἠγέρθη διὰ τὴν δικαίωσιν ἡμῶν
REC Röm 4:25 ὃς +3739 παρεδόθη +3860 διὰ +1223 τὰ +3588 παραπτώματα +3900 ἡμῶν +2257, καὶ +2532 ἠγέρθη +1453 διὰ +1223 τὴν +3588 δικαίωσιν +1347 ἡμῶν +2257.
Übersetzungen
ELB Röm 4:25 der unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.
KNT Röm 4:25 Ihn, der um unserer Kränkungen {wörtl.: Danebenfälle} willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt wurde.
ELO Röm 4:25 welcher unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.
LUO Röm 4:25 welcher +3739 ist +3860 +0 um +1223 +0 unsrer +2257 Sünden +3900 willen +1223 dahingegeben +3860 (+5681) und +2532 um +1223 +0 unsrer +2257 Gerechtigkeit +1347 willen +1223 auferweckt +1453 (+5681).
PFL Röm 4:25 Der geopfert wurde unsrer Nebenabstürze wegen und auferweckt wurde unsrer Rechtfertigung und Zurechtbringung wegen.
SCH Röm 4:25 welcher um unserer Übertretungen willen dahingegeben und zu unserer Rechtfertigung auferweckt worden ist.
MNT Röm 4:25 der übergeben +3860 wurde wegen unserer Übertretungen +3900 und erweckt +1453 wurde wegen unserer Gerechtsprechung. +1347
HSN Röm 4:25 der um unserer Übertretungen willen dahingegeben68 und um unserer Rechtfertigung69 willen auferweckt worden ist.
WEN Röm 4:25 der unserer Übertretungen wegen danebengegeben wurde und unserer Rechtfertigung wegen erweckt wurde.
Vers davor: Röm 4:24 --- Vers danach: Röm 5:1
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Erste Gedanken
Zu unserer Rechtfertigung kam es durch die Auferweckung des Sohnes! In Röm 5:9 heisst es wörtlich: "Sein Blut hat uns gerecht gemacht!" Weil das Blut Jesu auf und um uns ist, sind wir mit seinem Wesen eingehüllt und dadurch gerecht gemacht. Vielleicht könnte man sagen, dass unsere Rechtfertigung nur deshalb durch die Auferweckung des Sohnes geschah, weil erst die Auferweckung das vollmächtige Siegel für die Gerechtmachung war. Ohne die Auferweckung wäre unsere Rechtfertigung nicht rechtsgültig und unsere Gerechtmachung wäre kraftlos geblieben!
Informationen
🪔 Sein Leiden, unsere Heilung – Seine Auferstehung, unsere Rechtfertigung - Jes 53:5 & Röm 4:25 (D. Muhl)
Fußnoten aus HSN
68 o. übergeben, ausgeliefert, überantwortet (Mt 17:22 - Mt 26:2)
69 o. Gerechtsprechung
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong-Nr. |
|---|---|---|---|
| ὃς | hos | welcher, der | G3739 |
| παρεδόθη | paredothē | wurde dahingegeben, übergeben, ausgeliefert | G3860 |
| διὰ | dia | wegen, um ... willen, durch | G1223 |
| τὰ | ta | die (Artikel) | G3588 |
| παραπτώματα | paraptōmata | Übertretungen, Sünden, Fehler | G3900 |
| ἡμῶν | hēmōn | unsere, unser | G2257 |
| καὶ | kai | und, auch | G2532 |
| ἠγέρθη | ēgerthē | wurde auferweckt, auferstanden | G1453 |
| διὰ | dia | wegen, um ... willen, durch | G1223 |
| τὴν | tēn | die (Artikel) | G3588 |
| δικαίωσιν | dikaiōsin | Rechtfertigung, Gerechtsprechung | G1347 |
| ἡμῶν | hēmōn | unsere, unser | G2257 |
Versanalyse & Erläuterungen
Grundtextanalyse
Struktur des Verses:
Röm 4:25 besteht aus zwei parallelen Aussagen über Jesus Christus, die beide mit der Präposition διὰ (dia, "wegen/um...willen") eingeleitet werden:
- Erste Aussage: "der dahingegeben wurde wegen unserer Übertretungen" (ὃς παρεδόθη διὰ τὰ παραπτώματα ἡμῶν)
- Zweite Aussage: "und auferweckt wurde wegen unserer Rechtfertigung" (καὶ ἠγέρθη διὰ τὴν δικαίωσιν ἡμῶν)
Schlüsselbegriffe im Griechischen
1. παρεδόθη (paredothē) - "wurde dahingegeben":
Dies ist das Aorist Passiv von παραδίδωμι (paradidōmi), was "übergeben, ausliefern, dahingeben" bedeutet. Das Passiv zeigt an, dass Jesus von Gott dem Vater dahingegeben wurde (Joh 3:16; Röm 8:32). Derselbe Begriff wird für Judas' Verrat verwendet (Mt 26:15-16), aber hier betont Paulus den göttlichen Heilsplan.
2. παραπτώματα (paraptōmata) - "Übertretungen":
Von παραπίπτω (parapiptō), wörtlich "danebenfallen" oder "zur Seite fallen". Es bezeichnet ein Abweichen vom richtigen Weg, eine Verfehlung oder Sünde (Eph 2:1; Kol 2:13). Anders als ἁμαρτία (hamartia, "Sünde" als Zustand), betont παράπτωμα die einzelnen Verfehlungen.
3. ἠγέρθη (ēgerthē) - "wurde auferweckt":
Aorist Passiv von ἐγείρω (egeirō), "aufwecken, auferwecken". Das Passiv zeigt an, dass Gott der Vater Jesus auferweckt hat (Apg 2:24; Apg 3:15; Röm 8:11). Die Auferweckung ist das zentrale Ereignis des christlichen Glaubens (1Kor 15:14-17).
4. δικαίωσιν (dikaiōsin) - "Rechtfertigung":
Von δικαιόω (dikaioō), "gerecht sprechen, rechtfertigen". Dies ist ein Schlüsselbegriff im Römerbrief (Röm 3:24; Röm 5:18). Die δικαίωσις bezeichnet den Akt der Gerechtsprechung, durch den Gott den Sünder aufgrund des Glaubens an Christus für gerecht erklärt.
Theologische Bedeutung der Präposition διὰ (dia)
Die Präposition διὰ mit Akkusativ kann sowohl kausal ("wegen") als auch final ("um...zu") verstanden werden:
- Kausal: Jesus wurde dahingegeben wegen unserer Übertretungen (als Reaktion auf unsere Sünde) und auferweckt wegen unserer Rechtfertigung (als Bestätigung, dass die Rechtfertigung vollbracht ist).
- Final: Jesus wurde dahingegeben zum Zweck unserer Übertretungen (um sie zu sühnen) und auferweckt zum Zweck unserer Rechtfertigung (um sie zu bewirken).
Beide Bedeutungen ergänzen sich: Jesu Tod war notwendig wegen unserer Sünde und hatte zum Ziel, diese zu sühnen; seine Auferstehung erfolgte als Beweis und Vollendung unserer Rechtfertigung.
Hintergrundinformationen
Verbindung zu Jesaja 53:
Röm 4:25 nimmt Bezug auf Jes 53:5-6, wo vom leidenden Gottesknecht die Rede ist, der "um unserer Übertretungen willen durchbohrt" wurde. Die Formulierung "dahingegeben" (παρεδόθη) erinnert an Jes 53:12 (LXX: παρεδόθη), wo es heißt: "er ließ sich dem Tod preisgeben".
Der Zusammenhang mit Römer 4:
Röm 4:25 bildet den Höhepunkt von Paulus' Darlegung über Abraham und die Rechtfertigung durch Glauben. In Röm 4:1-24 zeigt Paulus, dass Abraham durch Glauben gerechtfertigt wurde (Röm 4:3; 1Mo 15:6). Vers 25 wendet dies auf Christus an: So wie Gott Abraham das Unmögliche möglich machte (Nachkommen trotz Unfruchtbarkeit), so macht er auch uns gerecht durch den Tod und die Auferstehung Jesu.
Tod und Auferstehung als Einheit:
Paulus trennt nicht zwischen Jesu Tod und Auferstehung in Bezug auf ihre heilbringende Wirkung. Beide Ereignisse gehören zusammen (Röm 5:10; 1Kor 15:17):
- Der Tod Christi sühnt unsere Sünden und beseitigt das Hindernis zwischen Gott und Mensch (Röm 3:25; 2Kor 5:21; 1Petr 2:24).
- Die Auferstehung Christi bestätigt, dass Gottes Gerechtigkeit erfüllt ist, und macht uns zu neuen Menschen (Röm 6:4-5; 1Petr 1:3).
Die Bedeutung für den Glaubenden:
Dieser Vers zeigt die objektive Grundlage unserer Rechtfertigung: Es ist das vollbrachte Werk Christi, nicht unsere eigenen Werke (Röm 3:28; Eph 2:8-9). Die Auferstehung Jesu ist der Beweis, dass Gott das Sühnopfer angenommen hat und der Glaubende nun vor Gott als gerecht dasteht (Röm 8:33-34).
Formulierung als Glaubensbekenntnis:
Viele Ausleger sehen in Röm 4:25 eine frühe christliche Bekenntnisformel, die Paulus aufgreift. Die parallele Struktur und die feierliche Sprache deuten darauf hin, dass dieser Vers möglicherweise in der Liturgie oder im Gottesdienst verwendet wurde, ähnlich wie 1Kor 15:3-5.
Parallelstellen
- Jesu Tod für unsere Sünden: (Jes 53:5-6,12 / 1Kor 15:3 / 2Kor 5:21 / 1Petr 2:24 / 1Petr 3:18)
- Jesu Auferstehung für unsere Rechtfertigung: (1Kor 15:17 / Röm 8:34 / 1Petr 1:3)
- Gott gab Jesus dahin: (Joh 3:16 / Röm 8:32)
- Gott erweckte Jesus auf: (Apg 2:24 / Apg 3:15 / Apg 13:30 / Röm 8:11 / 1Kor 6:14)
- Rechtfertigung durch Glauben, nicht Werke: (Röm 3:24,28 / Röm 5:1 / Gal 2:16 / Eph 2:8-9)
- Abraham - Rechtfertigung durch Glauben: (1Mo 15:6 / Röm 4:3,22-24)
- Tod und Auferstehung als Einheit: (Röm 5:10 / Röm 6:4-5 / 1Kor 15:14)
- Übertretungen/Sünden: (Eph 2:1,5 / Kol 2:13)
- Keine Verurteilung für Gerechtfertigte: (Röm 8:1,33-34)
- Neues Leben durch Auferstehung: (Röm 6:4 / Kol 3:1 / Eph 2:5-6)
