Mitternacht heißt diese Stunde
Mitternacht heißt diese Stunde
Drei Marburger Vorträge (1974)
Abschrift der Vorträge von W. J. Pasedag
Morgenland Verlag - Bieselsberg
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften:
Mitternacht heißt diese Stunde
Ihr Geliebten Gottes in Christo!
Dass es eine 75,. Hauptkonferenz der Christlichen Vereinigung Deutscher Eisenbahner gibt, und dass ich auf dieser Konferenz zu Ihnen sprechen darf, ist Gnade. Ich danke Gott dafür, dass Er mich an diesen Ort gestellt hat und danke Ihnen dafür, dass Sie mich in Ihre Gemeinschaft aufgenommen haben. Ich habe Ihnen eine herrliche Botschaft zu sagen und möchte an dem anknüpfen, was wir gestern Abend schon gehört haben: Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1Tim 2:4).
Gott will uns
Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Gott uns will. Gott will dich! Es gibt so viele ungewollte Menschen. Die Eltern haben sie nicht gewollt, aber dann sie in Kauf nehmen müssen. Daran sehen wir einen Unterschied zwischen den früheren Jahren und der heutigen Zeit. Wenn die Schwangerschaftsunterbrechung, die im Jahre 1974 in unserem Bundestag behandelt wurde, 1874 im Reichstag behandelt worden wäre, dann wären wahrscheinlich nicht alle Leute da, die jetzt da für gestimmt haben. Der Teufel, der Mörder von Anfang an, wartet heute nicht mehr, bis Menschen geboren sind, um sie zu töten. Er vernichtet sie schon im Mutterleibe. Das ist ein deutlicher Hinweis auf die Endzeit, in der wir leben.
Nun darf ich von allen sagen, die an dieser Konferenz teilnehmen, vom Ältesten bis zum Jüngsten: Gott hat dich gewollt. Als einen Beleg dafür im Worte Gottes haben wir das Wort in Offb 5:11: "Herr, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft; denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen und sind geschaffen." Mögen Menschen nicht von Menschen gewollt sein, so sind sie doch von Gott gewollt. Und darüber hinaus will Gott, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. An diesem Willen Gottes ändert auch der Einwand nichts, der manchmal gemacht wird: "Ja, Gott will wohl, aber der Mensch will nicht." Was Gott will, das kann Er auch. Schon Hiob hat das erkannt. Es heißt da in Hi 42:2: "Ich erkenne, dass du alles vermagst. und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer."
Als zweite köstliche Wahrheit dürfen wir erkennen: Gott liebt uns; Gott liebt dich. Da gibt es wiederum keine Ausnahme. Denn "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Joh 3:16).
Eine weitere kostbare Wahrheit haben wir in Eph 1:4: Gott hat uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war. Gott hat alles wunderbar geordnet und hat dich gerade in diese Zeit hineingestellt.
Bereit, Gottes Wege zu gehen?
Dieser Gott will dich auch zubereiten für Sich, für das Kommen Seines Sohnes. Das kann kein anderer tun. Der HErr Selbst bereitet dich zu für Sein Kommen. Bist du bereit dazu? Ist es dir ernst damit? Sind wir bereit, eigene Plöne aufzugeben. und das zu tun, was der HErr will?
Als Gott jenem Mann Ananias in Damaskus den Auftrag gab, Saulus aufzusuchen, sprach Er zu ihm: "...siehe, er betet" (Apg 9:11). Gibt es nicht Tausende, die beten? Es kommt darauf an, was wir beten. Bitten wir Gott nur um Hilfe, unsere Pläne zu verwirklichen, oder sind wir bereit, das zu tun, was Er von uns will? Als der HErr dem Saulus auf dem Wege nach Damaskus begegnete, sprachen Saulus: "Herr, was willst du, das ich tun soll?" (Apg 9:6). Die eigenen Wege des Saulus waren zu Ende. Nun war er bereit, die Wege zu gehen, die Gott ihm zeigte, und das zu tun, was der HErr ihm sagte. Gott will auch uns dahin bringen, dass wir uns Ihm ganz ausliefern; dass wir nicht selber unser Leben führen, sondern Ihn fragen: Herr, was willst du, das ich tun soll?
Auf diese Frage des Saulus: HErr, was willst du, dass ich tun soll? sprach der HErr: "Stehe auf und gehe in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst." Dort in der Stadt Damaskus hatte der HErr einen Jünger mit Namen Ananias, den Er beauftragen konnte, dem Saulus z u sagen, was er tun soll. Diesem Jünger sagte der HErr aber auch von Saulus: "Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muss um meines Namens willen" (Apg 9:16). Unsere Meinung ist vielfach, wieviel wir leisten müssten für den HErrn. Hier steht aber: ...wieviel er leiden muss. Göttliches Leben bedeutet Leiden, Mitleiden und Mittragen und sich aufopfern.
Der HErr, der uns vor Grundlegung der Welt erwählt und uns in diese Zeit gestellt hat, sagt auch zu uns, was in Jes 48:10 steht: "Siehe, ich will dich läutern, aber nicht wie Silber; sondern ich will dich auserwählt machen im Ofen des Elends." Wir treten in eine noch größere Zeit des Elends ein, obwohl es schon elend genug wäre in der Welt. Aber das muss so sein und kann nicht anders sein, weil wir in die Mitternachtsstunde eintreten.
Letzte Warnung
Meine Geliebten, ich habe eine schwere Botschaft für Euch. Ich will vorab Folgendes sagen: Wer einmal nach Jerusalem kommt und dort den Friedhof besucht, auf dem Theodor Herzl begraben liegt, sieht, dass an seiner Seite ein anderer Mann begraben ist: ein gewisser Jabotinski, ein polnischer Jude. Er war im Sommer des Jahres 1938 in sein Heimatland Polen gefahren, um dort die Juden zu warnen. Am 9. Aw, dem Tag, an dem der Tempel zu. Jerusalem zweimal in Flammen aufging (einmal unter Nebukadnezar im Jahre 586 v. Chr. und dann unter Titus im Jahre 70 n. Chr.), sprach zu ihnen: Ich sage euch heute am 9. Aw: Ihr Juden werdet ebenso in Flammen aufgehen wie der Tempel. Ich komme, um euch heute die letzte Warnung zu geben. Ihr werdet alle umkommen. Es ist die letzte Gelegenheit, aus Polen heraus zu fliehen ins Heilige Land. - Es ist erschütternd, nachträglich zu sehen, was im Jahre 1939 und in den folgenden Jahren geschehen ist. Hitler und Russland überfielen Polen und haben an Juden vernichtet, was sie konnten. Von den Millionen Juden in den Ostgebieten sind allein in der Hauptstadt Warschau nur 200 übriggeblieben.
Jobotinski hatte für seine erschütternde Botschaft kein prophetisches Wort, Er hat die bevorstehenden Ereignisses aufgrund seiner Erfahrungen vorausgesehen. Er hat die politische Entwicklung in Deutschland beobachtet. Denn Hitler war ja schon 1938 an der Macht. Aber die deutschen und polnischen Juden glaubten nicht an eine so schreckliche Entwicklung für sie. Sie wollten gute Deutsche und gute Polen sein, und jeder sagte: So schlimm wird es nicht werden. Aber das Ergebnis war, dass Millionen Juden vernichtet wurden. Noch Schlimmeres steht uns bevor. In drei Jahren kommt der Antichrist. Er wird ein größerer Juden- und Christenmörder sein als Hitler gewesen ist. Damit komme ich zu dem Thema, das über dieser Konferenz steht Mitternacht heißt diese Stunde.
Wir leben in einer modernen Zeit. Der moderne Mensch weiß, dass er nicht tun kann, was er will. Er ist eingespannt und eingeordnet in große Programme; er ist programmiert. Nur vergisst er dabei, dass einer über den menschlichen Progammen steht, nämlich Gott, dem er sich ausliefern sollte. Auch wir haben ein Programm für diese Konferenz. Christus ist es, um den es geht in ihrer Vereinigung. Und Jesus Christus soll auch das erste und letzte Wort meiner Verkündigung sein.
Biblische Zahlen und Zeiten
Dass wir die 75. Hauptkonferenz feiern erinnert mich daran, dass die Zahl 75 in der Bibel erstmals in 1Mo 12:4 steht: Abraham war 75 Jahre alt, als er - von Gott erwählt - aus Haran zog, um in das Land zu kommen, das der HErr ihm zeigen wollte.Auch die Zahlen in der Bibel sind Gottes Wort. Wenn ich Ihnen einige Zahlen nenne, so sind sie nicht aus der Luft gegriffen, sondern dem Worte Gottes entnommen. Nun besteht vielfach die Meinung, die Zahlen der Bibel seien bedeutungslos, und das Rechnen mit diesen Zahlen sei verboten. Das Gegenteil ist der Fall. Die Bibel will uns richtig rechnen lernen. Denn auch die Zahlen in der Bibel gehören zu dem festen prophetischen Wort, das gerade deshalb fest ist, weil es uns eine klare Rechnung darlegt.
Wenn wir die in der Bibel angegebenen Lebensjahre der 10 Väter vor der. Sintflut und der 10 Väter nach der Sintflut bis zum 75. Jahre Abrahams zusammenstellen und das in unsere Zeitrechnung umsetzen, dann finden wir, dass das 75. Jahr Abrahams - das Jahr seiner Berufung - in das Jahr 1924 v. Chr. fällt. Abraham ist der erste Mensch, der Prophet genannt wird (1Mo 20:7). Jesus sagt von ihm in Joh 8:56: "Abraham, euer Vater, ward froh, dass er meinen tag sehen sollte; und er sah ihn und freute sich." Abraham durfte also als Prophet im voraus sehen, was sich noch ereignen sollte. Er durfte in den Ratschluss Gottes hineinschauen. er sah den Tag von Golgatha, den er selbst mit seinem Opfer auf dem Berge Morija voraus darstellte. Denn dort gab er dahin den Eingeborenen und bekam ihn zum Vorbilde wieder (Hebr 11:17-18). Er war dort mit seinem Sohn Isaak ein Vorbild auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Er sah auch den tag Jesu Christi (Joh 8:56), von dem an vielen Stellen der Bibel die Rede ist. Es ist der Tag des HErrn Jesu Christi, an dem die letzte Schlacht geschlagen wird und alles Leid aufhört.
Nun darf ich Folgendes sagen: Das Kreuz Jesu Christi steht im Mittelpunkt, auch zeitlich gesehen. rechnen wir von der Berufung Abrahams im Jahre 1924 v. Chr. bis zum Jahr der Kreuzigung (31 n. Chr.), so erhalten wir 1955 Jahre. Rechnen wir von 31 n. Chr. an wieder 1955 Jahre weiter, so kommen wir auf das Jahr 1986. Dieses Jahr ist insofern hochbedeutsam, als es ein besonderes Jahr göttlicher Zeitrechnung ist. Es ist nämlich das letzte Jahr vor dem 70. Jubeljahr (oder Halljahr) des Volkes Israel. Mit diesem Jahr kommt eine Zeit zum Abschluss deren Ablauf im Jahre 1444 v. Chr. - nach dem Einzug des Volkes Israel in das verheiße Land -begonnen hat. Im Jahre 1986 wirf das Ende des Antichristen sein, von dem ich sagte, dass er in drei Jahren komme. Gott will, dass wir Bescheid wissen. Er hat die Sintflut 120 Jahre lang voraussagen lassen. Er hat den Untergang Ninives voraussagen lassen. Er hat - wenn auch nur einen Tag zuvor - den Untergang Sodoms voraussagen lassen. In Am 3:7 steht geschrieben: "Der Herr tut nichts, er offenbare denn sein Geheimnis den Propheten, seinen Knechten." Wir sind gewürdigt, Geheimnisse Gottes zu erfahren.
Mythen?
In dem Programm zu Ihrer 75. Hauptkonferenz ist auch der Ort angegeben: Marburg. Von hier sind Segensströme ausgegangen und gehen noch Segensströme aus. Marburg ist aber auch der Ort, von dem ein teuflisches Gift in die ganze Welt ausgegangen ist: die sogenannte Entmythologisierung der Bibel, die mit dem Namen Bultmann verbunden ist. Ich bin mit Bultmann einig: Es muss entmythologisiert werden, das ist dringend notwendig. Aber nicht die Bibel muss entmythologisiert werden, sondern Bultmann und seine Schüler und Anhänger. Denn in der Bibel stehen keine Mythen. Petrus schreibt in seinem 2. Brief: "Wir sind nicht ausgeklügelten Mythen gefolgt, da wir euch kundgetan haben die Kraft und Zukunft unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben sein Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die z u ihm geschah von der großen Herrlichkeit: 'Dieser ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.' Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel geschehen, da wir mit ihm waren auf dem heiligen berge." Petrus und die anderen beiden Jünger waren Augen- und Ohrenzeugen von dem, was sich auf dem Berg der Verklärung ereignete.
Auf den Berge Tabor
Auf diesem Berg der Verklärung - der Berg Tabor - ist in Ihrem Programm auch hingewiesen. Denn als Konferenzstätte ist angegeben: Brüderhaus Tabor. Schon im Buch Richter (Ri 4:6) finden wir den Berg Tabor. Da lässt die Prophetin Debora dem Barak sagen: "Hat dir nicht der Herr, der Gott Israels, geboten: Gehe hin und ziehe auf den Berg Tabor ..." Barak ist nicht eigenmächtig auf den Berg Tabor gezogen, sondern beauftragt und angetrieben durch Gottes Wort. Das sind söhne und Töchter Gottes, die der Geist Gottes leitet. die nicht selbsterwählte Wege gehen. Auf dem Berge Tabor erlebten die Jünger auch die Erscheinung der beiden Zeugen Mose und Elia (Mt 17:3), die - wie ich glaube - 1979 kommen werden. Aber was steht da ge schrieben? "Da sie aber ihre aufhoben, sahen sie niemand denn Jesus allein." Diese prophetischen Dinge sind nicht da, um unsere Neugierde z u befriedigen, sondern dass wir ganz zu Jesus kommen und den ernst der Stunde erkennen. Jesus allein!
Ich war auf dem berge Tabor. Wenn man da hinunterschaut, sieht man zwei Orte. Der eine heißt Endor (1Sam 28:7), und der andere heißt Nain (Lk 7:11). Wer seine Bibel kennt, weiß, was das bedeutet. Endor, eine Stätte der Offenbarung satanischer Macht. Ein Bild auf unsere Zeit, die so verteufelt und dämonisiert ist wie noch nie: Okkultismus, Spiritismus, Totenbeschwörung, Astrologie, Zauberei, Anbetung des Satans in Satanskirchen. Dem haben sich Millionen von Menschen ausgeliefert. Auf der anderen Seite Nain: eine Stätte, wo der HErr Seine Herrlichkeit offenbarte, was Er auch heute noch tut. Wo Jesus auftritt, da ist Auferstehung und Leben, da werden Menschen frei von satanischen Bindungen auch heute noch.
Der Antichrist kommt
Wir leben drei Jahre vor dem Auftreten des Antichristen, und in fünf Jahren wird der Antichrist die Weltherrschaft übernehmen und mit Israel einen Bund machen. Ich könnte hierzu eine Menge von Büchern nennen von Tatfort, Lindsay und anderen. Sie wissen alle, dass der Antichrist bald kommt und dass er sieben Jahre herrschen wird. Wir sollten mehr darüber wissen. Es wird uns Christen vielfach vorgeworfen, dass wir immer in Endzeitstimmung lebten. Die Älteren wissen es n och gut, wie vor Jahren - etwa seit 1900 - in den Kreisen der Gläubigen immer wieder verkündigt wurde: Der HErr kommt bald. Wir körten von dem heimgegangenen Evangelisten Samuel Keller, dass er das Kommen des HErrn innerhalb von 30 Jahren erwartet habe. Was das baldige Kommen des HErrn angeht, hatten sie alle recht. Ich verlasse mich da aber nicht auf das, was Menschen sagen, sondern auf das, was die Bibel sagt, und das glaube ich. Nun ist die Bibel - was vielen unbekannt ist - auch ein Zahlenwunderwerk. Im hebräischen und griechischen Grundtext sind die Buchstaben gleichzeitig Zahlen; denn in diesen beiden Sprachen gibt es keine besonderen Zahlzeichen. So haben wir in der Bibel auch eine chiffrierte Botschaft, Prophetie auch in Zahlen. Es würden 14 Tage nicht ausreichen, um Ihnen hiervon eine knappe Übersicht zu geben.
Der HErr kommt
Wenn Christen auf das Kommen des HErrn warten, so ist das gut. Wehe dem, der in der Gesinnung des bösen Knechtes sagt: "Mein Herr kommt noch lange nicht" (Mt 24:48). Es ist falsch, wenn gesagt wird, die Jünger Jesu oder der HErr Selbst hätten sich hinsichtlich der Wiederkunft Jesu und der Aufrichtung Seines Reiches getäuscht. Jesus hat Seine Zuhörer, die auf eine baldige Offenbarung des Reiches Gottes warteten, in einem Gleichnis darauf hingewiesen, dass das noch lange dauern würde. Er sprach zu ihnen: "Ein Edler zog ferne in ein Land, dass er ein R eich einnähme und dann wiederkäme" (Lk 19:12-28). Er sagte ihnen also damals, dass es noch nicht so weit wäre. Das ist nur eine der Schriftstellen, die darauf hinweisen. Es sei auch noch auf 2Thes 2:3 hingewiesen, wo Paulus schreibt: "Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens (d. h. der Antichrist)..."
Was wir wissen sollen
Es ist auch bedauerlich, dass aufgrund einer ungenauen Übersetzung von Mk 13:32 weithin die Meinung besteht, nicht einmal der Sohn wisse Tag und Stunde Seiner Wiederkunft. Glaubt Ihr das? Der Vater hat kein Geheimnis vor dem Sohn. Jesus wusste schon in Seinem Erdendasein die von dem Vater bestimmten Stunden (Joh 2:4 und Joh 17:1). Es ist ausgeschlossen, dass er Sohn nicht den ganzen Heilsratschluss Gottes und den zeitlichen Ablauf der göttlichen Heilsgeschichte wüsste. Gott hat sogar zu Abraham gesagt: "Wie kann ich Abraham verbergen, was isch tue..." (1Mo 18:17). In Joh 13:1 lesen wir wörtlich: "Als Jesus wusste, dass Seine Stunde gekommen war...". Die Schrift widerspricht sich nicht. Darum will die genannte Markusstelle lediglich bezeugen, dass niemand Tag und stunde o h n e die Offenbarung des Vaters weiß, wie es das "ei mä" (wenn nicht) des Grundtextes deutlich herausstellt.
So lässt Gott auch Seine Kinder über den Ablauf der Welt- und Heilsgeschichte nicht im Dunkeln tappen, sondern hat uns bestimmte und. zuverlässige Hinweise in Seinem prophetischen Wort gegeben. Tag und Stunde der Wiederkunft Jesu können wir. zwar nicht wissen, aber was wir sehr wohl wissen können und sollen, ist die Zeit, wann Seine Wiederkunft nahe ist. In diese Zeit sind wir eingetreten.
Mitternacht
"Mitternacht heißt dies Stunde.." so beginnt der zweite Vers des Liedes "Wachet auf, ruft uns die Stimme..." von Philipp Nicolai. Er ist 1556 geboren. Das war eine schwere Zeit. Das Schwerste jener Zeit geschah wohl 1572, als Philipp Nicolai 16 Jahre alt war. Da kam eine Nacht, der Mitternachtsstunde gleich, die als Bartholomäisnacht in die Geschichte eingegangen ist. In dieser Nacht wurden 30 000 bis 50 000 Protestanten in Frankreich wegen ihres Glaubens ermordet. Kann man verstehen, wenn da Nicolai den Vers dichtete: Mitternacht heißt dies Stunde ...? Aber es war damals noch nicht die Mitternachtsstunde nach dem prophetischen Wort.
Albrecht Bengel hat geglaubt, Jesus werde 1836 wiederkommen. Andere haben andere Jahre angegeben. Wir sollten aus den Fehlern dieser Männer lernen. Heute geht ein fragen durch die Reihen der Gläubigen Wie weit ist es denn? Es ist wie es in Jes 21:11 heißt: "Dies ist die Last über Duma (= Totenstille): Man ruft zu mir aus Seir: Hüter, ist die Nacht schier hin? Hüter ist die Nacht schier hin?" Dass es Nacht ist, haben wir gestern Abend schon gehört. Das merken heute schon die Gelehrten und Wissenschaftler. Aber uns kommt es nicht darauf an, was Menschen sagen, sondern was Gott sagt. Das ist das Unheimliche unserer Zeit: Ungläubige und Gläubige leben dahin in ihrem Alltag, die sonne geht ihnen auf und unter, es wird Morgen und Abend, und sie merken nicht, dass wir bereits in der Mitternacht stehen. Wir können das wissen durch das prophetische Wort, das uns in der Dunkelheit dieser Zeit leuchtet. Petrus schreibt in seinem zweiten Brief von dem Erlebnis mit dem HErrn auf dem Berg der Verklärung. Er berichtet dies als Augen- und Ohrenzeuge. Aber noch fester als das, was er mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hat, steht ihm das prophetische Wort. "Wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr tut wohl daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen" (2Petr 1:19)
Prophetische Zeiten
In Ps 90:12 heißt es: "So lehre uns denn richtig zählen unsere Tage, auf dass wir ein weises Herz erlangen." Es kommt darauf an, richtig zu zählen. Unsere Tage sind gezählt! Und wir dürfen sie auch zählen, denn die. Schrift fordert uns dazu auf. Dazu bedarf es ein Hinhören auf das, was Gott über die Nacht sagt. In Ps 90:4 heißt es: '"Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache." Von den Nachtwachen redet der HErr in Mk 13:35: "So wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr kommt, ob er kommt am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens..." Hier erkennen wir die Einteilung der zwölf Nachtstunden in die vier Nachtwachen: 6 bis 9 Uhr ist der Abend, 9 bis 12 Uhr ist die Mitternacht, 12 bis 3 Uhr ist der Hahnenschrei und 3 bis 6 Uhr ist der Morgen.
Mit dem Fall Adams brach die Nacht herein über ihn und seine Nachkommen. Es dauerte dann 4 "Nachtwachen" von je einem Jahrtausend, bis der Tag der Erlösung durch Jesus Christus anbrach. Denn von Adam bis Jesus Christus sind es 4000 Jahre.
Es heißt aber auch: Tausend Jahre sind wie ein Tag, und ein Tag ist wie tausend Jahre (Ps 90:4 und 2Petr 3:8). Unsere Woche hat nach göttlicher Zeiteinteilung 7 Tage, 6 Tage des Mühens und Wirkens, aber der 7. Tag ist heilig dem HErrn. So gibt es auch 6000 Jahre Menschheitsgeschichte in Mühe und Plage, und dann folgt das 7. Jahrtausend mit dem tausendjährigen Reich unter der Königsherrschaft Jesu Christi. Das hat Luther noch nicht erkennen können, aber heute ist diese Erkenntnis in allen Kreisen der Gläubigen verbreitet.
Wie 4 mal 1000 Jahre die große Einheit einer Nacht sind, so bedeuten 7 Jahre die kleinste prophetische Einheit einer Nachtwache. Das wusste auch Graf Gelesnoff, welcher schrieb: "Die Unterteilung der Zeit in siebenjährige Abschnitte ist ein besonderes Merkmal heiliger Geschichte." Wir halten es bezüglich der letzten schweren Nacht Israels für beachtlich, wie 3Mo 26 in den Versen 3Mo 26:19.21.24 und 29 durch das jeweilige "siebenmal mehr" die 4 x 7 = 28 Jahre dieser Endzeit herausstellt. Die 4 Nachtwachen - Abend, Mitternacht, Hahnenschrei und Morgen - sind auch prophetische Zeiten. Dass es Nacht geworden ist können schon Menschen ohne göttliche Erleuchtung erkennen. Z.B. der Atomphysiker Heisenberg und der Philosoph Jaspers wissen: Es ist jetzt Wirklichkeit geworden, das Ende der Menschheit kann zu unseren Lebzeiten geschehen. Wir aber wissen mehr aus dem Worte Gottes: Nach der Nacht kommt der Tag. Nachtzeit - mit den 4 Nachtwachen - ist es für Israel geworden. Für Israel haben die Nachtwachen begonnen. Dazu ein Wort aus Kla 2:18-19: "Ihr Herz schrie zum Herrn: O du Mauer der Tochter Zion, lass Tag und Nacht Tränen herabfließen wie einen B ach; höre auch nicht auf, und dein Augapfel lasse nicht ab! Stehe des Nachts auf und schreie; schütte dein Herz aus in der ersten Nachtwache gegen den Herrn wie Wasser..." Das war für die Juden damals, die den Untergang Jerusalems erlebten, und ist für die Juden heute, die in Angst sein müssen, dass Jerusalem wieder untergeht. "Ihr Herz schrie zum Herrn. O du Mauer der Tochter Zion..." Wer ist die Tochter Zion? Es ist Jerusalem. Gibt es da eine Mauer, wo der Jude klagt und weint? Es ist die sogenannte Klagemauer. "O du Mauer der Tochter Zion, lass Tag und Nacht Tränen herabfließen wie einen Bach; höre nicht auf und gibt deinem Augapfel keine Ruhe! Mache dich auf und klage in der Nacht bei beginn der Nachtwachen..." Hier haben wir eine prophetische Vorausverkündigung für die Zeit, wo Israel - nach der Zerstörung des zweiten Tempels - nur noch vor der Stützmauer des Tempelplatzes steht und weint. Cie Nachtwachen haben begonnen, als Israel diese Mauer bekam. Das war im Jahre 1967. Auf dieses Jahr wird mindestens ein dutzendmal im prophetischen Wort bei Sacharja, Daniel und anderen Stellen hingedeutet. 1967 ist der Beginn der Nachtwachen, die 4 mal 7 Jahre betragen und mit 1994 enden.
Diese Nachtwachen Israels begannen unüberhörbar mit dem Pauckenschlag des Sechstagekrieges. Er war durch Sach 1:7 u. 12 doppelt angekündigt. Dem Propheten Sacharja wurden im 2. Jahr des Königs Darius (das ist 519 v. Chr.) die Nachtgesichte für die Zeit der Nachtwachen des Endes gezeigt. Von 519 v. Chr. führen "7 Zeiten" (nämlich 7 x 355 = 2485 Jahre) direkt zu 1967 n. Chr. Ferner sind die vom Engel des Herrn genannten 70 Jahre über Jerusalem und Zion die Zeit vom 1. Zionistenkongress 1897 bis 1967. Auch der Zeitpunkt der nächsten, als "Mitternacht" bezeichneten Nachtwache, hatte durch den Jom-Kippur-Krieg, vom 6. Okt. 1973 ein nicht zu übersehendes Fanal.
Die Juden meinten zwar, sie hätten jetzt keinen Grund mehr, diesen Ort Klagemauer zu nennen. Aber sie haben sich getäuscht. Sie haben zwar wieder die Mauer und sind wieder Herren von Jerusalem geworden, aber bevor für sie der Morgen anbricht, wird es für sie nicht heller, sondern dunkler. Die bereits eingetretenen Ereignisse lassen das deutlich erkennen. Wann es für Israel Morgen wird - die 4. Nachtwache - können wir aus dem Kalender ablesen. Denn 1987 ist das 70. Jubeljahr des Volkes Israel, dann dauert es nur noch 7 Jahre (bis 1994), bis 6000 Jahre Menschheitsgeschichte seit Adam abgelaufen sind. In diesen letzten 7 Jahre des "Morgens" wird es heller und heller, bis dann 1994 mit dem Beginn des 7. Jahrtausends der helle Tag anbricht, nämlich das 1000-jährige Friedensreich Jesu Christi.
Die Jubeljahre oder Halljahre des Volkes Israel (nach je 49 Jahren) beginnen im Jahre 1444 v. Chr. Unter dem König Hiskia im Jahre 709 v. Chr. war das 15. Jubeljahr. Beim Auftreten des HErrn Jesus im Jahre 27 war das 30. Jubeljahr. Von da an sind es noch 40 Jubeljahre bis z um 70. Jubeljahr im Jahre 1987. Denn von 27 bis 1987 sind es 40 mal 7 mal 7 oder 1960 Jahre. Darum habe ich von dem Ende des Antichristen im Jahre 1986 gesprochen. Von 1987 an sind es noch 7 Jahre, bis 6000 Menschheitsjahre seit Adam um sind.
diese 6000 Jahre kann jeder nachrechnen. Die Zeit der 10 Väter vor der Flut beträgt zusammen 1556 Jahre. Die Zeit der 10 Väter nach der Flut bis zum Auszug Abrahams aus Haran (1Mo 12:4) beträgt 527 Jahre. Von da bis zum Auszug der Kinder Israel aus Ägypten sind es 430 Jahre (2Mo 12:40 und Gal 3:17). Vom Auszug bis zum beginn des Tempelbaues sind es 480 Jahre (1Kö 6:1). Der Bau des Tempels dauerte 7 Jahre (1Kö 6:38) bis 1007 v. Chr. Das ergibt 2000 Jahre. Genau 1000 Jahre später (im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung) ist Jesus Christus geboren. Nach weiteren 2000 Jahren - das heißt 3000 Jahre nach Vollendung des ersten Tempels oder nach 6000 Jahren Menschheitsgeschichte seit Adam - wird im Jahre 1994 der letzte Tempel (siehe Hes 40) vollendet sein. Gott wird das, was geschehen ist (den Tempelbau) wieder geschehen lassen. Es geht nach den Worten des Predigers: "Was geschieht, das ist zuvor geschehen, und was geschehen wird, ist auch zuvor geschehen; und Gott sucht wieder auf, was vergangen ist" (Pred 3:15).
Nacht über Israel
Israel muss eine Nacht von 28 Jahren (4 mal 7 Jahre) durchmachen. Die 1. Nachtwache von 7 Jahren, der Abend, von 1967 bis 1974 ist vorüber. In dieser Zeit sind die Erwartungen Israels nichterfüllt worden. Israel kam in seine größte Krise hinein. Die Regierung musste zurücktreten. Die Weltmächte diktierten Israel einen frieden, der ihr Untergang sein soll. Aber der Hüter Israels schläft nicht (Ps 121:4). Jetzt beginnt für Israel die 2. Nachtwache, die " Mitternacht". Auf Israel und die Welt kommt etwas Schreckliches z u. Die Mächte der Finsternis machen sich auf gegen Israel. Aber es gibt einen Gott, der mächtig ist, sie zu bewahren. und zu retten - einen Gott, der da hilft, und den Herrn HErrn, der vom Tode errettet (Ps 68:21). Gott hält, was Er Seinem Volk zugesagt hat.
Gott greift ein
Wir lesen erstmals von der Mitternacht im Zusammenhang mit Israel in 2Mo 11:4-5: "Und Mose sprach: So sagt der Herr: Ich will zu Mitternacht ausgehen in Ägyptenland; aller Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben von dem ersten Sohn Pharaos, der auf seinem Stuhl sitzt, bis an den ersten Sohn der Magd, die hinter der Mühle ist, und alle Erstgeburt unter dem Vieh ..." Dieses Gericht über Ägypten ereignete sich in der Passahnacht des Jahre 1494 v. Chr. das heißt am 28. 3. 1494. Der Pharao , der Israel nicht ziehen lassen wollte, war Amenophis II. Es ist hochinteressant zu lesen, was die Geschichtsforscher über ihn wissen. Er war ein Kraftmensch und vielleicht der grausamste Pharao, den es gegeben hat. sein Sohn, der in der Passah nacht erschlagen wurde, hieß Chamus. Gott hat dem Pharao dieses Gericht ankündigen lassen, in dem Er ihn durch Mose sagen ließ: "Israel ist mein erstgeborener Sohn; und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen lassest, dass er mir diene. Wirst du dich des weigern, so will ich deinen erstgeborenen Sohn. erwürgen" (2Mo 4:22-23). So war es vorausgesagt, und so ist es gekommen.
Damals hat der HErr zur Mitternacht eingegriffen zur Rettung Seines Volkes von den Ägyptern. Ist heute, in dieser Nachtzeit für Israel, die Situation wirklich so, dass der HErr ebenfalls ausgehen muss in Ägytenland, um Sein Volk zu retten? Der Jom-Kippur-Krieg hat es uns gezeigt. Am dritten Kriegtstage meinten die Israelis, sie hätten keine Macht mehr, die Feinde aufzuhalten. Aber der HErr hat sie aufgehalten. Was Ägypten betrifft, heißt es in Jes 31:3: "Denn Ägypten ist Mensch und nicht Gott, und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist. Und der Herr wird seine Hand ausstrecken dass der Helfer strauchle und der, dem geholfen wird, falle und alle miteinander umkommen. In Hes 30:6 heißt es: "Die Schutzherren Ägyptens müssen fallen..." Gott wird Gericht bringen über Ägypten und alle, die Ägypten in seinem Kampf gegen Israel stützen.
Nun ist es aber bemerkenswert, das auch für Ägypten das Gericht nicht das Letzte ist in Gottes Handeln. In Jes 19:22 steht geschrieben: "Der Herr wird die Ägypter plagen und heilen; denn sie werden sich bekehren zu dem Herrn, und er wird sich erbitten lassen und sie heilen." Ägypten muss durch Gottes Gericht, weil es sich an Gottes Volk vergangen hat. Aber auch für Ägypten wird einmal eine Zeit kommen, da Gott sie heilt und sie - zusammen mit den Assyrern! - Gott dienen (Jes 19:23).
Ereignisse der Endzeit
Ich darf kurz wiederholen: Die erste Schriftstelle, die uns überhaupt das Verständnis für die Mitternacht gibt, ist Mk 13:35: "So wachet nun, denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob er kommt am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens." Die Nacht ist also in vier Nachtwachen eingeteilt. Als prophetische Zeiten währen sie sieben Jahre. Den Anfang dieser Nachtwachen dürfen wir aus Kla 2:18-19 entnehmen. Es ist die Zeit, wo Israel "die Mauer der Tochter Zion" besetzt hat. Das geschah im Jahre 1967 im Sechs-Tage-Krieg. Wir haben auch einen klaren Abschluss dieser Nachtwachen durch das, was in Hes 39:9 geschrieben steht. Dort wird uns gesagt, dass man sieben Jahre lang Waffen und Kriegsmaterial des letzten Krieges, den es in diesem Zeitalter geben wird, verbrennen und vernichten wird. Die letzte Nachtwache, die Morgen heißt, ist eine Zeit des Aufräumens und dauert von 1987 bis 1994. Die Verfolgung und Drangsal Israels kann nicht länger dauern als bis 1986, weil 1987 das 70. Jubeljahr beginnt. Die vier Nachtwachen zu je sieben Jahren dauern also zusammen 28 Jahre und zwar von 1967 bis 1994.
Ich möchte besonders das Jahr 1967 noch einmal herausstellen. Auf dieses Jahr ist vielfältig im prophetischen Wort hingedeutet. Ich will da nur das das Kapitel 1 des Propheten Sacharja nennen. Da beginnen die Nachtgesichte dieses Propheten. In Sach 1:7 ist genau angegeben, wann dem Propheten diese Gesichte gegeben wurden. Es war im zweiten Jahr des Königs Darius oder 519 v. Chr. Wer seine Bibel kennt, weiß, dass darin die Gesetzmäßigkeit der sieben Zeiten vorkommt. Dann wissen wir, dass das jüdische Jahre ein Mondjahr ist und 355 Tage* hat. Wenn wir nun diese Tage prophetisch als Jahre nehmen, kommen wir mit 7 mal 355 Jahren auf 2485 Jahre, diese dauern von 519 v. Chr. bis 1966 n. Chr. und bringen uns nach ihrem Ablauf in das Jahr 1967 n. Chr. und bringen uns nach ihrem Ablauf in das Jahr 1967.
- * Anmerkung: Bei der Berechnung wurde übersehen, dass dem Mondjahr etwa jedes 3. Jahr ein Schaltmonat eingefügt wird, indem der 12. Monat Adar verdoppelt wird. Auf diese Weise entspricht das Mondjahr nach 19 Jahren - mit 7 eingefügten Schaltjahren - exakt unserem Sonnenjahr. Daraus ergibt sich, dass wir nicht mit 7 x 355 = 2485 Jahren, sondern mit 7 x 365 = 2555 Jahren rechnen müssen, was einem Unterschied von 70 Jahren entspricht. Auf diese Weise kommen wir nicht in das Jahr 1967, sondern in das Jahr 2037. Siehe auch hier: Wikipedia: Jüd. Kalender
- Folglich ist auch das 70. Jubeljahr - nach dieser Zählung - nicht 1987 - wie oben beschrieben - sondern erst 2037. In diesem Jahr jährt sich auch die Rückeroberung Jerusalems im Sechs-Tage-Krieg 1967 zum 70. Mal!
Gott eifert für Sein Volk
Nun heißt es in Sach 1:14 in Verbindung mit dem ersten Nachtgesicht: "So spricht der Herr Zebaoth: Ich eifere um Jerusalem und Zion mit großem Eifer...", und in Sach 1:16 heißt es: "Darum so spricht der Herr: Ich will mich wieder zu Jerusalem kehren mit Barmherzigkeit. Wir sehen, dass das im Jahre 1967 geschehen ist. Da hat Gott Seinem Volk das ganze Jerusalem wiedergegeben.
Es ist aber noch eine interessante Angabe in diesem Kapitel. Es heißt in Vers 12: "Herr Zebaoth, wie lange willst du denn dich nicht erbarmen über Jerusalem und über die Städte Judas, über welche du zornig bist gewesen diese 70 Jahre?" Das sind als ganz bestimmte 70 Jahre, an die der Prophet denkt. Er kann in zweifacher Weise 70 Jahre gemeint haben. Einmal hat der Prophet Jeremia seinem Volk - eigentlich dem Rest des Volkes , nämlich den Juden - eine 70 jährige Gefangenschaft in Babel geweissagt (Jer 25:11). Diese Begann im Jahre 606 v. Chr. mit der ersten Wegführung nach Babel unter dem König Nebukadnezar. Dieser starb 562 v. Chr. und 539 v. Chr. wurde Babel erobert. Aber die Juden durften noch nicht nach Jerusalem zurück, denn es waren ja noch keine 70 Jahre um. Aber im Jahre 536 v. Chr. genau nach 70 Jahren, gab der König Kores (Cyrus), den Befehl zum Bau des Tempels in Jerusalem. und die Erlaubnis zur Rückkehr der Juden. - Es waren aber ebenfalls 70 Jahre von der Zerstörung des salomonischen Tempels im Jahre 586 v. Chr. (bei der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar) bis zur Einweihung des sogenannten Serubabelschen Tempels - der auf Befehl des Kores gebaut wurde - am 12. 3. 515 v. Chr. - dies 709 Jahre haben auch eine prophetische Bedeutung für die Zeit des Endes.
Jeder, der sich ein wenig mit Israel beschäftigt, weiß dass im Jahr 1897 der erste Zionistenkongress in Basel stattgefunden hat. Von 1897 bis 1967 sind es 70 Jahre. Da hat Gott sich seines Volkes um Jerusalem willen erbarmt. Das ist wieder ein Hinweis auf das Jahr 1967. Aber auch für die Endzeit gibt es noch eine zweite Zeitspanne von 70 Jahren, und zwar von 1917 bis 1987. 1917 wurde Jerusalem von den Engländern erobert und von der Herrschaft der Türken befreit, und 1987 ist das 70. Jobeljahr (oder Halljahr). Dann wird die Drangsal des Volkes Gottes vorbei sein und mit dem Tempelbau begonnen werden (Hes 40).
Einen weiteren Hinweis auf das Jahr 1967 haben wir in dem Namen des Propheten Sacharja selbst, dem Gott die Botschaft von den Ereignissen der letzten Zeit gegeben hat, nämlich von dem Zug der Russen nach Jerusalem und von dem Zug aller Völker nach Jerusalem. Der Name des Propheten bedeutet: Gott erinnert Sich, oder" Er wird wieder wirksam. Gott erinnert Sich Seines Volkes gerade in der Zeit der Nacht. Aber dieser Name Sacharja hat auch einen Zahlenwert, nämlich 242 (die hebräischen Buchstaben sind gleichzeitig Zahlen). Vielleicht ist schon jemand, der sich für Israel interessiert, auf diese Zahl gestoßen. eS ist eine sehr bedeutsame Zahl, die im Jahre 1967 aufgetaucht ist. Es war am 22. 11. 1967, da hat die UNO mit Zustimmung aller damals ihr zugehörigen Völker eine Resolution erlassen, wonach Israel alle im Sech-Tage-Krieg eroberten Gebiete wieder zurückgeben soll. Merkwürdigerweise war dies die 242. UNO Resolution! Wir erhalten diese Zahl auch, wenn wir den Tag (22.) mit dem Monat (11.) vervielfachen: 22 mal 11 = 242. Nun rechnen Sie einmal die Zeitspanne von Juni 1967 (Sechs-Tage-Krieg, auf den sich die 242. UNO-Resolution bezieht) bis zu dem Monat, in dem das 70 Jubeljahr beginnt, d. h. im August 1987. Das ergibt 20 Jahre. und 2 Monate oder 242 Monate. So wunderbar ist Gottes Wort. Und dann sollten wir nicht den Mut haben, zu sagen: Wir haben einen wunderbaren Gott.
Wir haben als Letztes die prophetischen Zeiten der vier siebenjährigen Nachtwachen betrachtet. Zur "Mitternacht", das heißt in den kommenden sieben Jahren der zweiten "Nachtwache" wird sich der Herr aufmachen, um Seinem Volke zu helfen gegen Ägypten und Syrien und die hinter ihnen stehenden Weltmächte. Auf die Grenzen von 1967 zurückzugehen, wo Gott ihnen ihren Lebensraum erweitert hat, wäre reiner Selbstmord. Denn dann wäre Jerusalem innerhalb einer einzigen Stunde erobert. Es wird nicht so weit kommen. Aber es wird heftige Kriege geben, und Gott wird Seinem Volke beistehen, so deutlich, wie es damals beim Auszug aus Ägypten war.
Die Gemeinde in der Endzeit
Wie wird es der Gemeinde gehen in der Endzeit? Muss sie die Verfolgung und Trübsal der antichristlichen Zeit erleben oder wird sie vorher entrückt werden? 'Ich erinnere daran, dass wir auch für die Gemeinde eine vorgebildete Wegleitung haben, nämlich durch den Apostel Paulus. Er ist sowohl ein Bild für Israel - durch seine plötzliche Bekehrung - als auch ein Bild für die Gemeinde. Und dieser Paulus ist als Märtyrer gestorben. Wir wissen weiter, dass Paulus uns im Brief an die Epheser schreibt: "Ergreifet den Harnisch Gottes, auf dass ihr am bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget." Wann ist der böse Tag? Eben dann, wenn der Böse in Person da ist, der personifizierte Teufel, der Antichrist, der zunächst als Engel des Lichtes kommt und die Welt verführt und dann seine Schreckensherrschaft aufrichtet.
Was die Gemeinde um Mitternacht angeht, wollen wir in vier Schriftstellen lesen. Die erste ist aus dem Buch Ruth. Dieser Name bedeutet "Freundin", "innig verbunden", "Erquickung und "Schönheit". Daran sollten wir denken, wenn wir diesen Namen hören. Ich darf fragen: Ist die Gemeinde wirklich die innig Verbundene mit Christus, ist sie die Erquickung des HErrn Jesus? Darauf dürfen wir mit ja antworten. Denn von Gott her gesehen sind wir fleckenlos, rein, makellos durch das Blut Jesu Christi. Das ist nicht unser Verdienst, sondern Geschenk zur Verherrlichung Jesu.
Erbe und Miterben
Nun lesen wir in Rt 3:8-9: "Da es nun Mitternacht ward, erschrak der Mann und beugte sich vor; und siehe, ein Weib lag zu seinen Füßen. Und er sprach: Wer bist du? Sie antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd. Breite deine Decke über deine Magd; denn du bist der Erbe." Der hier erschrak, war Boas, einer der Ahnen Jesu, der auch eine Vorausdarstellung Jesu ist als der Segnende, Rettende, Helfende. Hat es ein Erschrecken für den HErrn Jesu gegeben, eine Stunde des Erzittern um unsere Sünde? Das war in der Nacht von Gethsemane. Auch die gemeinde Jesu Christi erlebt ihr Gethsemane. Wer gehört zur Gemeinde Jesu? Ein jeder, der zu den Füßen Jesu sitzt wie einst Maria, ein jeder, der sein Leben dem HErrn Jesu zu Füßen gelegt hat in der Erwartung, dass Er sich seiner annimmt. Sol ist Ruth eine Vorausdarstellung der Gemeinde.
Wertachtung der Frau
Der erste Mensch in Europa, der durch den Dienst des Apostels Paulus gläubig geworden ist, war eine Frau, "ein gottesfürchtiges Weib mit Namen Lydia, eine Purpurkrämerin aus der Stadt der Thyiatirer (Apg 16:14). Die hörte zu, als Paulus redete; und "dieser tat der Herr das Herz auf, dass sie darauf achthatte, was von Paulus geredet ward". - Die erste Person, der Jesus sagen konnte, dass Er der Messias sei, war eine Frau, das "samaritische Weib" am Jakobsbrunnen. - Wir haben in diesen Personen Darstellungen der Gemeinde Jesu Christi, die von Seinem Wort lebt, von Seiner Auferstehung lebt und von dem HErrn "lebendiges Wasser" empfängt "das in das ewige Leben quillt! (Joh 4:14).
Und er sprach: Wer bist du?" Es kommt die Stunde, wo der HErr Jesus dich und mich fragen wird: Wer bist du? "Sie antwortete: Ich bin Ruth, deine Magd". Nach der Bedeutung ihres Namens sagte sie: Ich bin Deine Erquickung, ich bin Deine innig Geliebte, ich bin Deine Schönheit. "Breite deine Decke über deine Magd, denn du bist der Erbe." Der HErr wird zur "Mitternacht" sich zu Seiner Gemeinde bekennen, sie schützen und "Seine Decke über sie breiten".
Die Gemeinde ist die Erquickung ihres HErrn, und sie ist Seine Magd. Paulus nennt sich in seinen Briefen oft: Sklave Jesu Christi. Die Gemeinde ist Magd und Leibeigene Jesu Christi, die sich nicht mehr selbst gehört, so wie die Frau ihrem Manne gehört und nicht sich selbst. Es gab eine Zeit für Ruth, da gehörte sie einem andern. So waren wir alle einmal in der Gewalt des Satans, bis Jesus Christus seine Decke über uns ausgebreitet hat und wir nun als mit Seinem Blut Erkaufte Ihm gehören.
In Röm 8:1 heißt es: "So ist nu n nichts Verdammliches an denen, die in Jesus Christus sind, die nicht n ach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist." Die gehören zur Gemeinde Jesu, die "in Jesus Christus" sind, wie ihre Vergangenheit auch gewesen sein mag. In Röm 8:9 heißt es "Aber wer den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein." Zur Gemeinde Jesu Christi gehört nicht, wer in einer Liste steht, sondern der den Geist Jesu Christi hat. Paulus schreibt dann in Röm 8:14: "Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder" und fährt fort in Röm 8:17: "Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf dass wir auch mit. zur Herrlichkeit erhoben werden."
Das ist mit diesem Geschehen um Mitternacht bezeugt: Die Gemeinde sagt: Du bist der Erbe. Und Christus breitet Seine Decke über sie und sagt damit: Du gehörst mir, du bist Miterbe, Röm 8:17.
Licht im Dunkeln
Ein anderes Wort von der Mitternacht finden wir in Mt 25:6: "Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen!" Wer dem HErrn entgegengeht und sich bereit macht für Sein Kommen, der gehört zur Gemeinde Jesu Christi. "Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen." Es ist sehr erfreulich, dass in dieser Endzeit endlich das prophetische Wort aufleuchtet. denn es ist das Licht an einem dunklen Ort. Aber wehe dem, der nur Erkenntnis hat und keinen Wandel; der nur Wissen hat und sich dem HErrn nicht ganz ausgeliefert hat.
Mitternacht ist die Stunde der Ölkrise. Es ist wenig Öl da, weil so wenig Wandel im Geist da ist und so wenig gelitten wird. Ein Rabbiner wurde einmal gefragt: Warum muss denn das jüdische Volk so viel leiden? Er gab zur Antwort, was in 2Mo 27:20 steht: "Gebiete den Kindern Israel, dass sie zu dir bringen das allerreinste, lautere Öl von Ölbäumen, gestoßen, zur Leuchte, dass man täglich Lampen aufsetze ..." Darum werden sie zerstoßen wie die Frucht des Ölbaumes - der ja auch ein Bild für Israel ist (Röm 11:17-24) - damit sie einmal leuchten können. Und wie Israel das Licht der Völker sein soll, so soll die Gemeinde das Licht der Welt (des Kosmos) sein. - Es mangelt an dem Öl, und daher mangelt es auch an Licht im Dunkeln.
"Da aber der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein" (Mt 25:5). Wenn es je ein Zeichen gegeben hat, dass es Mitternachtsstunde ist, dann die in den Gemeinden verbreitete Schläfrigkeit. Das ist natürlich. Denn am Abend wird man müde. Aber wenn es auf Mitternacht zugeht, schläft man ein. Doch wohl dem, der aufwacht durch das prophetische Wort. Wohl dem, der den Schrei hört um Mitternacht: Siehe, der Bräutigam kommt! Dann wird sich herausstellen, was Ökumene und was Gemeinde ist.
"Da standen diese Jungfrauen alle auf und schmückten ihre Lampen. Die törichten aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen verlöschen" (Mt 25:8). Das ist Ölkrise um Mitternacht. Die klugen geben ihnen kein Öl. Das ist keine Unbarmherzigkeit, sonder das geht einfach nicht. Den Wandel im Geist kann man nicht auf einen andern übertragen. Jeder muss selbst im Geist wandeln.
Öl in leere Gefäße
Der Mangel an Öl kann behoben werden. Ich erinnere da an 2Kö 4:1-7: "Und es schrie ein Weib unter den Weibern der Kinder der Propheten zu Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben - so weißt du, dass er, dein Knecht, den Herrn fürchtete -; nun kommt der Schuldherr und will meine beiden Kinder nehmen zu leibeigenen Knechten. Elisa sprach zu ihr: Was soll ich dir tun? Sage mir, was hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause denn einen Ölkrug." Im Grundtext heißte es: einen Krug mit e i n e r Salbung.
Johannes gebraucht auch dieses Wort, wenn er an die Gemeinde schreibt: "Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wisset alles" (1Jo 2:20). Es heißt nicht: Ich weiß alles, oder: Du weißt alles, sondern: Ihr, d.h. die Gemeinde, wisset alles. Gott hat der Gemeinde Jesu Christi alles gegeben und alles gesagt, was notwendig ist.
Elisa sprach zu der Witwe:"Gehe hin. und bitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße..." Das war der Anfang der Hilfe für sie: leere Gefäße. Ein Hindernis für die Salbung mit dem heiligen Öl, für die Erfüllung mit dem Heiligen Geist ist, wenn wir noch gefüllt sind mit diesem und jenem, mit unserem Wissen und Können und unserer Selbstherrlichkeit. Lass dich davon entleeren, damit du mit dem Geiste Gottes gefüllt werden kannst.
Die Frau sammelte leere Gefäße in ihr Haus, schloss die Tür hinter sich, und dann füllte sie nach dem Geheiß des Propheten aus ihrem Ölkrug alle leeren Gefäße. Das Öl aus ihrem Krug mit der Salbung hörte erst auf zu fließen, als alle Gefäße voll waren. Das tut der HErr an Seiner Gemeinde: Er füllt sie alle mit der Salbung.
Verfolgung zur Mitternacht
Ein drittes Wort von der Mitternacht, das die Gemeinde angeht, steht in Apg 16. Paulus war in die erste Stadt Europas gekommen, um dort das Evangelium zu verkündigen. Was war der Dank Europas an den Apostel? Er wurde ins Gefängnis geworfen. Was wird der Dank Europas an die Gemeinde Jesu Christi sein? Die Glieder Jesu Christi werden ebenso wie Paulus ins Gefängnis gesperrt werden. - "Um die Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott..." (Apg 16:25) Gebetsstunde um Mitternacht - in Europa - im Gefängnis.
Ich darf hier David Wilkerson erwähnen. Die Meinungen über ihn sind geteilt. Aber eins ist nicht zu leugnen: Gott hat ihn als Werkzeug gebraucht und ihm für seinen Dienst klare Anweisung gegebnen. Er wurde. z. B. direkt vor das Haus geführt, in dem er einen Menschen zu Christus führen sollte. Sein Dienst gilt Menschen, die wir vielleicht längst abgeschrieben hätten. Dieser Wilkerson hat gesagt, dass Gott ihm in einer Vision in dem er einen Menschen zu Christus führen sollte. Sein Dienst gilt Menschen, die wir vielleicht längst abgeschrieben hätten. Dieser Wilkerson hat gesagt, dass Gott ihm in einer Vision eine Botschaft gegeben habe: Es wird eine Verfolgung kommen. Wir sind nicht erstaunt darüber, denn die Verfolgung ist schon da. Sie kann selbst in der Welt nicht mehr verheimlicht werden. Denn es ist bekannt, wie Christen in Russland und China unterdrückt, verfolgt, gequält und grausam umgebracht werden. Aber Wilkerson schreibt, dass die Verfolgung von Westdeutschland ausgehen und nach Japan und Amerika kommen werden. Ich weiß nicht ob er recht hat. Denn eine Vision ist kein Bibelwort. Aber vielleicht hat er recht.
Obwohl Paulus und Silas. um des Evangeliums willen misshandelt worden waren, und im Gefängnis lagen, "um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und es hörten sie die Gefangenen. Schnell aber ward ein Erdbeben, also dass sich bewegten die Grundfesten des Gefängnisse. Und von Stund an wurden alle Türen aufgetan und aller Bande los." (Apg 16:25-26). Das geschah um Mitternacht. Ein Bild auf die erste Auferstehung. Da wird das Gefängnis des Todes geöffnet und seine Türen aufgetan werden für die in Christo Entschlafenen. Die Toten in Christo werden auferstehen zuerst, die in Christo Lebenden werden verwandelt werden, und beide werden in den Wolken. dem wiederkommenden HErrn entgegengeführt werden in der Luft (1Thes 4:17).
Erweckung um Mitternacht
Eine letzte Stelle über die Gemeinde um Mitternacht finden wir in Apg 20:7f.: "Am ersten Tage der Woche aber, da die Jünger zusammenkamen, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus, und wollte des andern Tages weiterreisen und zog die Rede hin bis zur Mitternacht. Und es waren viele Lampen auf dem Söller, da sie versammelt waren." In der letzten Zeit, wenn es zur Mitternacht geht, mehrt sich die Erkenntnis und das prophetische Wort wird wieder auf den Leuchter gestellt. Es waren Lampen da und Licht, aber es war auch Schlaf da.
Drei Dinge erhöhten die Gefahr. Eutychus wollte hoch hinaus, deshalb fiel er vom dritten Söller. Die Welt bietet der Jugend ungeahnte und vielversprechende Möglichkeiten, aber umso schrecklicher ist die Enttäuschung und der Absturz. Die zweite Gefahr ist das Sitzen am Fenster. Auf Paulus hören und zur Welt blicken, das muss mit einer Katastrophe enden. Schließlich wurde Eutychus vom Schlaf überwältigt. Ohne Jesus werden wir ein Opfer unserer Zeit. Wir brauchen den, "den Gott mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat, der umhergezogen ist und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren", Apg 10:38.
Denn "es saß aber ein Jüngling mit Namen Eutychus in einem Fenster und sank in einen tiefen Schlaf, dieweil Paulus so lange redete, und ward von Schlaf überwältigt und fiel hinunter vom dritten Söller und ward tot aufgehoben." Schlaf kann gefährlich sein und den Tod bedeuten. was würden wir geben, wenn wir Paulus hören könnten bis zur Mitternacht! Dieser Jüngling durfte ihn hören, aber er schlief ein. Es liegt nicht immer am Prediger, wenn seine HÖrer einschlafen. Es kann auch an der Einstellung der Hörer liegen. Dieser Jüngling mit Namen Eutychus, d.h. "der Glückliche", hat wirklich Glück gehabt. Denn obwohl er eingeschlafen und nach seinem. Sturz tot aufgehoben worden war, durfte er doch wieder zum Leben erwachen. Denn "Paulus eilte hinab, beugte sich über ihn, nahm ihn in seine Arme und sprach: Seid unbesorgt, seine Seele ist in ihm. Sie brachten aber den Jüngling lebendig und wurden nicht wenig getröstest." - Zur Mitternacht wird es eine Erweckung geben. Eingeschlafene werden wach werden, und Tote in. Sünden werden zum Leben durchdringen.
Die Bibel ist, was viele Gläubige nicht wissen neben dem Klaren Wort auch eine chiffrierte Botschaft in Zahlen, denn jeder Buchstabe ist in der hebräischen und griechischen Sprache eine Ziffer. Der Name Eutychus besteht aus 7 Buchstaben mit den Ziffern 5-400-300-400-600-70-200, was als Summe die Zahl 1975 ergibt. Damit hat Gott uns einen klaren prophetischen Zeithinweis geschenkt, um zu wissen, wann wir uns in der Mitternachtszeit befinden.
Werde wach
Was die Wiederkunft Jesu betrifft, möchte ich mit Nachdruck sagen: Man kann die Wiederkunft Jesu nicht berechnen. Ich stehe im 40. Jahr der Verkündigung des Evangeliums. Aber ich habe nie eine Silbe darüber sagen können, wann die Entrückung oder die Wiederkunft Jesu ist. Aber ich kann sagen, was Zustände und Zeichen der Endzeit und Zeitabschnitte des prophetischen Wortes sind - das können übrigens andere auch. Kein Wort der Bibel sagt uns: an dem oder dem Tag kommt der HErr, Er muss heute zu dir kommen, und du musst heute wach werden und Ihn heute aufnehmen. Dann bis du dabei, wenn der HErr kommt und die Seinen zu sich nimmt, selbst wenn du noch vorher entschläfst.
Möge Gott es geben, dass wir aufwachen aus dem Schlaf und uns nicht fürchten vor der Mitternachtsstunde, weil wir wissen, dass der HErr kommt. '"So seid nun wach allezeit und betet, dass ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn" (Lk 21:36).
Wir haben gehört: Mitternacht ist einerseits der Glockenschlag 12 Nachts, andererseits eine ganze Nachtwache von drei stunden, und es ist ein prophetischer Zeitabschnitt der Endzeit. Aus verschiedenen Schriftstellen können wir sehen, was die Mitternacht für Israel bedeutet. Das Schreckliche ist, dass der Gegner Jesu Christi, der ja auch ein Anstatt-Christus ist, aus Israel kommt, das ja immer noch auf den Messias wartet. Wenn der kommt, werden sie ihn annehmen, wie es Jesus schon vorausgesagt hat (Joh 5:43). Dennoch muss all das Böse, das geschieht, für die, die berufen und auserwählt sind, zum Guten um schlagen. Israel muss es zum Bewusstsein kommen, dass es den wahren Messias gekreuzigt und den falschen angenommen hat.
Als wir die Schriftstellen der Mitternacht für die Gemeinde besprachen, waren einige erstaunt, dass Boas und Ruth eine Darstellung des HErrn und Seiner Gemeinde sind. Ich muss sagen, ich war ebenso erstaunt, dass etliche das nicht wussten. Ich möchte zu dem Gesagten noch zwei Sätze anfügen, einen Satz der Ruth und einen Satz des Boas. Ruth sprach: "Lass mich Gnade vor deinen Augen finden, mein Herr; denn du hast mich getröstet..." (Rt 2:13). Denken wir dabei bitte an die Gemeinde. Denn die Gemeinde lebt von der Gnade des HErrn, der sie getröstet hat. Und Boas sagte: "Mache dich herzu und iss vom Brot und tauche deinen Bissen in den Essig" (Rt 2:14). Es wurde in diesen Tagen gefragt, ob wir dem HErrn für Seinen Durst auch Essig gereicht hätten. Eine andere Frage: Sind wir bereit, den Essig mitzutrinken, den Er getrunken hat, nachdem wir wissen, dass Er unser Brot des Lebens ist? Denn der gehört zur Gemeinde, der nicht nur das Erfreuliche und Er quickend nimmt, sondern auch bereit ist, für Christus zu leiden.
Und nun kommen wir zu dem heutigen Thema: Was fordert die Mitternachtssunde von. uns? Dazu wollen wir wieder einige Schriftstellen betrachten. Wir lesen in Hi 34:20: "Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen..." Das erste, was die Mitternacht von uns fordert, ist das Erschrecken. Mensch, die noch schlafen und selig vom Weltverbesserung träumen, werden um Mitternacht plötzlich erschrecken. Warum sind wir noch nicht erschrocken über dem, was wir heute schon wahrnehmen? Es ist jetzt nicht die Zeit, näher darauf einzugehen. Es soll nur auf einiges scheinbar Unbedeutendes hingewiesen werden.
Wandlungen
Vor hundert Jahren sind die Menschen noch meilenweit zu Fuß gegangen, um eine Predigt zu hören. Heut verkündigen Riesenplakate, dass einer meilenweit geht für eine Zigarette. Zigaretten sind mehr gefragt als Stunden unter Gottes Wort.
Schiller, der kein Christ war - er war ein Idealist - hat noch gewusst, und Beethoven hat es vertont: Brüder überm Sternenzelt, muss ein lieber Vater wohnen. Heute wird von Kanzeln herunter veründigt, dass Gott tot sei. Erschrecken wir darüber oder erschrecken wir nicht?
Früher wurden die Matthäus- oder Johannespassion in Kirchen gesungen. Heute werden - Gott sei es geklagt - auch in deutschen Kirchen Opern gesungen: Die Rockoper Jesus Christus Superstar. Es ist schon eine Gotteslästerung, den Namen Jesus mit einem Superstar und mit der hysterischen Stimme eines Jesus-Darstellers in Verbindung zubringen. Und wo es sich um das Geschehen von Gethsemane handelt, wo Jesus unser aller Schuld wegen sich beugt und sagt: "Vater, dein Wille geschehe", da wird in einer Kirche das lästerliche Wort ausgesprochen: "Vater, schlage zu, ehe ich es mir anders überlege." Gott kann gelästert werden in einer Kirche, und man erschrickt nicht, man lässt es geschehen; denn es ist Mitternacht.
Der Weltgeist versteht es, die heiligsten Dinge lächerlich zu machen. Worte, die uns bekannt sind aus der Schrift, finden wir wieder, wo wir sie nie suchen würden, zum Beispiel in Zigarettenmarken: Salem (Friede), Krone, Lord (Herr), Eckstein. Wer ist der Eckstein? Petrus schreibt in Anlehnung an den Propheten Jesaja von Jesus, dem köstlichen Eckstein (1Petr 2:5) . Wer an Ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden. Sein Blut ist es, das uns von aller Sünde rein wäscht. Nun gibt es auch eine Waschmittel, das heißt Ariel. Das Wort bedeutet Löwe Gottes oder Gottes Herd oder Gottes Altar und ist ein Name für die "Stadt des Lagers Davids", das heißt für Jerusalem. Das Wort steht in eurer Bibel. Wir lesen in Jes 21:1: "Weh Ariel, weh Ariel, du Stadt des Lagers Davids..." Es ist da von der Bedrängnis Jerusalem und des Berges Zion durch alle Nationen die Rede und von seiner wunderbaren Befreiung. Denn die Menge der Feinde Ariels, das heißt Jerusalem und Zion "soll werden wie dünner Staub und die Menge der Tyrannen wie wehende Spreu; und das soll plötzlich, unversehens geschehen". "Und wie ein Nachtgesicht im Traum, so soll sein die Menge aller Nationen, die wider Ariel streiten, samt allem ihre Heer und Bollwerk, und die ihn ängsten" (Jes 29:5.7).
Dieses Wort Ariel hat ebenso wie der Name des Propheten Sacharja den bereits erwähnten Zahlenwert 242. Mit dieser Zahl ist weh und Drangsal für Jerusalem und das Volk Gotte verbunden. Denn nach der 242. Resolution der UNO soll Israel alle im Sech-Tage-Krieg eroberten Gebiete einschließlich Jerusalem (das heißt Ariel) wieder herausgeben. Mit dieser Resolution aus dem Jahre 1967 hat für Israel die Nacht begonnen. Aber das Weh über Ariel, die Drangsal Jerusalems wird mit dem Untergang ihrer Feinde enden, und Deutschland wird auch beteiligt sein. Denn wer sich an Jerusalem versündigt, versündigt sich an der Stadt, wo Jesus Sein Blut vergossen hat. Denn Jerusalem ist des großen Königs Stadt (Mt 5:35).
Die heilige Stadt
Ich war dreimal in Jerusalem. Als ich das erste mal hinkam, fuhren wir mit dem Omnibus von Jericho hinauf. Als wir der Stadt Jerusalem ansichtig wurden, lagen die letzten Sonnenstrahlen auf ihr. Aber als wir heimfuhren, war es stockfinster. Das erste, was sich uns in der Lichtreklame aufdrängte, war die weltbekannte französische Pfarrerstochter Brigitte Bardot in der heiligenStadt! Ich musste an das Wort aus Jes 1:21 denken, wo es von Jerusalem heißt: "Wie geht das zu, dass die fromme Stadt zur Hure geworden ist? In Offb 11:8 wird Jerusalem sogar "geistlich Sodom und Ägypten genannt. Im selben Kapitel heißt sie aber auch die heilige Stadt. Sie ist nicht heilig wegen ihrer Einwohner, sondern weil ihr Herr dort gekreuzigt wurde und weil Jesus Christus uns dort erlöst hat. Deshalb ist Jerusalem der Mittelpunkt der Welt, und deshalb wird die Welt einmal erschrecken wegen Jerusalem.
Plötzlich weggerafft
"Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken. und vergehen..." (Hi 34:20). Denken wir einmal an Nasser. Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Jordanien sprach er großtönende Worte im Fernsehen, und eine halbe Stunde später hieße es: Nasser ist tot. "Plötzlich müssen die Leute sterben und zu Mitternacht erschrecken und vergehen; die Mächtigen werden weggenommen nicht durch Menschenhand" (Hi 24:20). So ging es auch einem andern, der Israel untreu wurde. Israel hatte in Frankreich 50 Düsenflugzeuge bestellt und auch schon bezahlt. Dann aber wurden diese Flugzeuge an Israels Feind Libyen gegeben. Der Mann, der dafür verantwortlich war, Pompido, kam von Moskau zurück und ist plötzlich gestorben "nicht durch Menschenhand". Das kommt noch öfters vor. Wir sehen, dass der HErr Menschen wegrafft, die Feinde Israels sind. Denn wer Israel angreift, greift Gottesaugapfel an (Sach 2:12).
Das erste, was die Mitternachtsstunde von. uns fordert, ist, dass wir erschrecken. Es gibt ein heilsames Erschrecken, bevor es zu spät ist. Wir wollen Gott danken, wenn uns ein Schrecken durch die Glieder fährt bei alledem, was wir in der Gemeinde, in der Kirche, in Volk und Welt heute wahrnehmen müssen.
Zeichen
Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen..." (Lk 21:25).- Viele merken aber nichts davon. Wir hatten ein Zeichen an der Sonne, außergewöhnlich stake Atomexplosionen, wodurch auf der Erde kein Kompass mehr richtig ging. Wir haben Zeichen am Mond, wie sie deutlicher nicht zu sein brauchen: Eine rote Fahne auf den Mond geschossen, denn ein Mensch auf dem Mond, der dort einen Stab mit dem Sternenbanner in den Boden steckt. Im Jahre 1957 haben die Menschen den ersten künstlichen Satelliten an den Himmel gesandt. Dass wir doch einmal auf diese Dinge achten möchten als Zeichen der Endzeit. Es werden noch mehr Zeichen kommen.
"Und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen" (Lk 21:25). In zwei Weltkriegen haben das Völkermeer und seine Wasserwogen gebraust. Das waren nicht die letzten. "Die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen" (Lk 21:26). Im Grundtext stehen hier für Kräfte und Himmel die Worte dynamis und uranos. Diese Worte sind schon Geschichte geworden. Was hat da der Mensch gemacht!? Der Schwede Nobel hat etwas entdeckt, womit man leichter Felsen sprengenkann. Er nannte es Dynamit. Nobel aber musste sehen, dass die Menschen seine Erfindung verwenden, um sich gegenseitig zu vernichten. Dann hat er sein ganzes Vermögen dafür eingesetzt, dass alles nur noch dem Frieden dienen soll. Seitdem gibt es einen Friedens-Nobel-Preis. Nun muss man sich nur die Leute ansehen, die heute diesen friedenpreis bekommen. Dann kan
hat der Mesnch das schwerste Element entdeckt, das es gibt. Er nannte es Uran nach dem griechischen Wort uranos (Himmel). Was machte er daraus? Die Atombombe. Zwei davon genügten, um zwei Städte in Japan zu zerstören. Tausende von diesen Atombomben liegen heute im Osten. und Westen bereit für den Fall, dass sie bebraucht werden sollten. Daran sollten wir sehen, wie schrecklich die Nacht ist, in die die Menschheit hineingeht.
Wir sollten erschrecken und durch dieses Erschrecken wach werden. Wachen ist ja das Gegenteil von schlafen. Wir sollen nicht die augen zumachen, sondern aufmachen. Jesus hat in seiner Rede von der Endzeit nicht gesagt "schauet nicht", sondern "sehet zu". Sehet genau zu, woran ihr seid. Er hat aber auch gesagt: "In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden" (Joh 16:33).
"Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten" (Eph 5:13). Das ist eine wunderbare Verheißung für die Zeit der Mitternacht. Wer in der Nacht aufwacht und liegen bleibt, der schläft bald wieder ein. Es genügt daher nicht, dass wir wach werden, wir müssen auch aufstehen u nd wach bleiben. Nach dem heilsamen Erschrecken müssen wir auch dahin kommen, dass wir völliges Vertrauen gewinnen zu dem HErrn in einer Zeit, wo alles Vertrauen schwindet.
Sturm auf dem Mittelmeer
In Apg 27 lesen wir von schrecklichen Tagen und Nächten im Leben des Paulus in einem Sturm auf dem Mittelmeer und von seiner wunderbaren Errettung samt allen, die mit ihm waren. Keiner hatte mehr die Hoffnung, mit dem Leben davon zu kommen. Nach vielen Tagen aber trat Paulus mitten unter die Mitreisenden und sprach: "Liebe Männer, man sollte mir gehorcht haben und nicht von Kreta aufgebrochen sein, und uns dieses Leides und Schadens enthoben haben. Und nun ermahne ich euch, dass ihr unverzagt seid; denn keines Leben aus uns wird umkommen, nur das Schiff. Denn diese Nacht ist bei mir gestanden der Engel Gottes, des ich bin und dem ich diene und sprach: Fürchte dich nicht Paulus! Du musst vor den Kaiser gestellt werden; und siehe, Gott. hat dir geschenkt alle, die mit dir schiffen. Darum, liebe Männer, seid unverzagt; denn ich glaube Gott, es wird also geschehen, wie mir gesagt ist. Wir müssen aber anfahren an eine Insel." "Da aber die vierzehnte Nacht kam, dass wir im Adria-Meer fuhren, um die Mitternacht, wähnten die Schiffsleute, sie kämen etwa an ein Land." Es kam dann so, wie Paulus es ihnen gesagt hatte. Sie näherten sich einer Insel. Aber damit war die Not noch nicht zu Ende. Die Schiffsleute wollten das Schiff mit einem Kahn verlassen und sich allein in Sicherheit bringen.
Daran wurden sie auf Veranlassung des Paulus von den Kriegsknechten, die einen Gefangenentransport begleiteten, gehindert. Als sie dann das Schiff zu Lande treiben ließen, lief es auf eine Sandbank und zerbrach vor der Gewalt der Wellen. Da wollten die Kriegsknechte alle Gefangenen - darunter auch Paulus - töten, damit keiner entkäme. Das wurde von dem Hauptmann verhindert, denn der wollte Paulus am Leben erhalten. So kam es, dass sie alle - 276 Seelen - entweder schwimmend oder auf Brettern und Schiffsgerät gerettet an Land kamen, während das Schiff. unterging.
Das Meer, auf dem Paulus damals fuhr, war dasselbe Mittelmeer, das heute voll ist von Kriegsschiffen, die bereit sind, gegen Israel. zu fahren. Vorboten eines schrecklichen Sturmes, der über Israel und die Welt hereinbrechen wird. Aber so wie die Hand des HErrn über Paulus und den andern war, so wird Er Seine Hand auch in. dem kommenden Sturm über den Seinen halten. Für uns gilt, dass wir in dieser Zeit aufwachsen, wach bleiben und dem HErrn unser volles Vertrauen schenken. Es ist keiner hier, der untergehen mu ss. Wir sind alle erkauft mit dem Blute Jesu Christi. Wir können alle gerettet an Land kommen. Das fordert die Mitternachtsstunde von uns: ganzes, völliges Vertrauen auf den lebendigen Gott, dem wir gehören und dem wir dienen.
Der Freund von der Straße
Ein weiteres Wort über die Mitternacht haben wir in Lk 11: "Und er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, der einen Freund hat und ginge zu ihm zu Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leihe mit drei Brote; denn es ist mein Freund zu mir gekommen von der Straße, und ich habe nicht, was ich ihm vorlege..." Drei Brote für den freund von der Straße...
Es ist ein Zeichen unserer Zeit, dass viele auf der Straße leben. Auch Kinder reicher Eltern, die vom Wohlstand nicht mehr gehalten werden können, gammeln von einer Stadt zur anderen. Sie verlassen ihre Häuser und gehen auf die Straße. Sie suchen letzten Endes Hilfe, die ihnen weder Wohlstand noch die Straße geben können. Da fordert die Mitternachtsstunde von uns, dass wir helfen.
Ich komme fast jedes Jahr nach Berlin. Wenn ich dann einen freien Sonntag habe, gehe ich zum Nollendorf-Platz. Ein fürchterlicher Platz! Dort steht ein sehr großes Haus aus der Zeit von Kaiser Wilhelm. Darin ist ein Pornokino. Nacht für Nacht werden da die schmutzigsten Filme gezeigt. Aber obern über diesem Kino befindet sich über die ganze Breite des Hause ein Gemeindesaal. Dort wirkt der Pastor Spitzer, der sich der Hippies und Gammler annimmt. Wer je einmal dort in eine Versammlung geht, kann Folgendes hören: "Und jetzt stehen wir einmal alle auf und geben dem Nachbarn rechts und links und vor uns und hinter uns die Hand." Wenn man das tut, sieht man sich ja auch an. Und dann kann man in manchen Augen die unausgesprochene Bitte lesen: Hilf mir.
Dem Freund von der Straße, der zur Mitternacht zu uns kommt, kann nur geholfen werden mit den "drei Broten", die wir selbst noch von dem HErrn erbitten müssen.Der in seiner Nachtruhe gestörte Freund aus dem Gleichnis spricht: "Mache mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen, und meine Kindlein sind bei mir in der Kammer; ich kann nicht aufstehen und dir geben." Aber Jesus fährt fort: "Ich sage euch; und wenn er nicht aufsteht und gibt ihm, darum dass er sein Freund ist, so wird er doch um seines Drängens willen aufstehen und ihm geben, wieviel er bedarf." Wenn schon der Freund in diesem Gleichnis seinem Freunde hilft, nur damit er wieder seine Ruhe bekommt, wieviel mehr wird Gott helfen zu dieser Zeit der Mitternacht.
"Und ich sage euch: Bittest, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der nimmt; und wer da sucht, der findet; Und wer da anklopft, dem wir aufgetan. Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater ums Brot, der ihm einen stein dafür biete? Und, so er um einen Fisch bittet, der ihm eine Schlange für den Fisch biete? oder, so er um ein Ei bittet, der ihm einen Skorpion dafür biete? So denn ihr, die ihr arg seid, könnet euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die Ihn bitten!"
"So denn ihr, die ihr arg seid...", das hören wir nicht gern. Wir sind ja so gute Menschen und glauben nicht, was die Schrift sagt, dass der Mensch verderbt ist bis in den Grund hinein. Denn von inwendig heraus, "aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die stücke, die den Menschen verunreinigen" (Mt 15:18-19). Das wischt kein Mensch weg. Da hilft auch kein Übertünchen. Da kann nur Gott helfen, und Er tut es auch. Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei (Joh 8:36).
"... wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen geist geben denen, die ihn bitten!" Ja, den Heiligen Geist, den brauchen wir zur Zeit der Mitternacht! Kinder Gottes konnten noch nie ohne den Geist Gottes leben. Aber heute brauchen wir mehr denn je eine volle Salbung mit dem Heiligen Geist.
Loben und Danken zur Mitternacht
Zuletzt wollen wir noch ein Wort über die Mitternacht aus Ps 119 betrachten. Es ist der längste Psalm und steht in der Mitte der Bibel. Der Vers in Ps 119:63 lautet: "Zur Mitternacht stehe ich auf, dir zu danken für die Rechte deiner Gerechtigkeit." Mancher denkt vielleicht an das Wort Jesu "... es kommt die Nacht, da niemand wirken kann" (Joh 9:4) und meint, zur Mitternacht gäbe es dann nichts mehr zu tun. Wenn es so wäre, dann brauchten wir nicht mehr hier zu sein. Selbst wenn wir nichts mehr wirken können, dann können wir noch drei Dinge tun. lieben, leiden, loben. Dass wir das nicht vergessen möchten: Dazu sind wir auf der Welt, um zu lieben. Denn alles Helfen nützt nichts, wenn nicht die Liebe Christi uns dazu dringt.
Zu Beginn dieser Konferenz haben wir gehört: Wir sind dazu berufen, dem HErrn zu danken allezeit. Wir sind ja überhaupt nur geschaffen, "dass wir etwas seine zum Lobe Seiner Herrlichkeit" (Eph 1:12). Darum sollen wir auch zur Zeit der Mitternacht aufstehen und dem HErrn danken für die Rechte Seiner Gerechtigkeit. Zub eginn dieser Tage haben wir auch gehört: Gott hat uns gewollt, und Er hat uns erwählt vor Grundlegung der Welt. Auch die Hingabe Seines Sohnes war da schon in Seinem, Ratschluss vorgesehen. Denn Jesus ist das Lamm Gottes, "das erwürgt ist von Anfang der Welt" (Offb 13:8).
Gott hat uns nach Seinem Willen in diese Zeit hineingestellt. Mögen. uns die Augen geöffnet werden, damit wir heilsam erschrecken, aufwachen und aufstehen; damit wir völlig glauben, damit wir helfen können. Und wo wir nicht mehr helfen können, dass wir immer noch lieben und leiden. und loben. Denn um Mitternacht lobten Paulus und Silas, obwohl sie von Schmerzen gepeinigt waren, obwohl sie wie Verbrecher im innersten Kerker saßen. Dennoch konnten si nichts anderes als beten und Gott loben. Aber dann wurden die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert, alle Türen wurden aufgetan und aller Bande los. Die Zeit der größten Dunkelheit wird auch die Zeit, wo der HErr uns aufrichtet.
Der HErr kommt bald. Darum heißt es auch für uns: "Mache dich auf, werde licht! Denn ein Licht kommt und und die Herrlichkeit des HErrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und dunkle die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und Seine Herrlichkeit erscheint über dir" (Jes 60:1-2). Jesus Christus in uns ist die Hoffnung der Herrlichkeit auch und gerade zur Zeit der Mitternacht.
Entstellungen
Immer wieder ermahnt uns das Wort Gottes, unseren Glaubens- und Erkenntnisstand zu überprüfen, siehe 2Kor 13:5; Phil 1:10; 1Thes 5:21; 1Kor 10:12. Wir werden aber auch von anderen geprüft und unser Zeugnis stößt bisweilen auf Unverständnis oder gar Ablehnung. Dies hat seinen Grund oftmals darin, dass wir uns dem anderen gegenüber, gerade seiner Art entsprechend, nicht deutlich genug ausgedrückt haben. ER kann uns einfach nicht verstehen. Allerdings gibt es auch genügend Fälle, wo man uns gar nicht verstehen will.
Di eMarburger Vorträge fanden ein breites und nachhaltiges Echo. Aber wo Echo ist, schleichen sich auch leicht falsche Töne. ein. Verzerrungen Seiner Gnadenbotschaft und Verleumdungen Seiner Person, musste sogar der Sohn Gottes erfahren, siehe Lk 7:34; Mk 3:22. So braucht es uns nicht zu verwundern, dass jeder, der eine klare und aufrüttelnde Botschaft bringt, vom Feind gehasst wird, Mt 10:25; 1Petr 4:12.
Anders ist es mit Einwänden, die ein Antwort erfordern. Nicht zur eigenen Rechtfertigung, sondern um jene Anstöße zu beseitigen, die durch mangelhafte Wiedergabe oder falsches Hören und Lesen entstanden sind, möchte ich auf zwei Vorwürfe eingehen, die einmal das ungewohnte Rechnen und zum anderen die abweichenden Zeitrechnungen betreffen.
"Verbotenes Rechnen"
Es ist ein böses Missverständnis, wenn ein eifriger Bruder in einem Brief schreibt: "Jesus sagte doch (Mt 24:42). "Ihr wisset nicht! Her Pasdag aber will es wissen!" In meiner 40-jährigen Verkündigung habe ich niemals geäußert oder den Eindruck erweckt, ich wüsste, wann der Herr zu Seiner Gemeinde kommt, oder gar Jahr und Tag unserer Entrückung angegeben, und dies auch in Marburg deutlich gesagt (siehe oben unter: Werde wach) Wir brauchen uns nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, wann der HErrn kommt, sondern unser Herz bewusst darauf einstellen, dass Er kommt. Darum stimme ich Pfr. G. Huntemann vorbehaltlos zu, wenn er in seinem Buch "Was kommen wird", Seite 26 schreibt: "Wiederkunftsberechnung ist Frevel ... Ich bestreite nicht, dass die vielen versuche, die Wiederkunft. Christi durch unsere Vorstellungskraft genau in den griff zu bekommen, nützlicher sind als der totale Verzicht auf den gedanken an die persönliche Wiederkunft Christi überhaupt. Dieser Verzicht ist Irrlehre. Andererseits aber kann man leicht an die Grenze des Frevels geraden, wenn man das Unvorstellbare der Wiederkunft Christi in alzu menschliche Bilder und Denkformen einpressen will. Jede Weise der Berechnung der Wiederkunft Christi aus der Konstellation des gegenwärtigen politischen Geschehens ist fragwürdig. Dieser Versuch ist genauso problematisch wie das Unternehmen, aufgrund der gegenwärtigen kosmischen, biologischen oder gesellschaftlichen Bedrohung unserer Zeit eindeutig und definitiv einen Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu Christi zu errechnen."
Diese klare Einstellung darf aber nicht dahin umschlagen, dass wir nun bezüglich der Endzeit vollständig verunsichert sind und jede prophetische Berechnung als teuflische Verführung erachten. Die Bibel macht über viele Dinge, welche Israel und den Antichristen oder verschiedene Ereignisse betreffen viel mehr präzise Zeitaussagen, als wir ahnen, Jer 33:5. Dass wir mit diesen biblischen Zahlenangaben und prophetischen Zeithinweisen, die uns der HErr in Seinem heiligen Wort anvertraut hat, auch rechnen, das ist nicht nur meine, sondern unser aller Pflicht, die in der Verkündigung stehen. Prophetische Zeiten sind Gesetzmäßigkeiten!
Biblische Vorbilder
"'Wer Versand hat, berechnet die Zahl", Offb 13:18, Offb 13:18. "Ich Daniel, merkte in den Büchern auf die Zahl der Jahre, davon der Herr geredet hatte zum Propheten Jeremia" Dan 9:2. "Eines Weisen Herz kennt Zeit und richterliche Entscheidung; denn für jede Sache gibt es eine Zeit. und eine richterliche Entscheidung", Pred 8:5.6. "Die Propheten haben geforscht, auf welche und welcherlei Zeit es der Geist Christi deute, der in ihnen war", 1Petr 1:11; Er hat uns wissen lassen das Geheimnis Seines Willens und Wohlgefallens bezüglich der Ausführung in der Zeitenfülle", Eph 1:9.10.
Das Wissen der Väter
Von den Bibelkritikern wird die Naherwartung der Wiederkunft Christi in den früheren Jahrhunderten weidlich als Irrtum" ausgeschlachtet. Dabei werden zwei Dinge übersehen: Einmal, dass in der kurzen Lebenszeit des Menschen die Entscheidung über die Ewigkeit fällt, ganz gleich wie weit dies vom Kommen des Herrn entfernt ist; zum andern, dass die Väter die persönliche Erwartung vom allgemeinen Weltgeschehen und dem Ablauf der Geschichte wohl zu unterscheiden wussten.
Jüdische Gelehrte glaubten, weil das erste und letzte Wort des Alten Testaments 6 Buchstaben besteht, dass diese Weltzeit, dem Sechstagewerk gleich, 6000 Jahre umfasst, wobei sie sich auf Ps 90:4 stützten. Uns kommt als Doppelzeuge noch 2Petr 3:8 hinzu.
Rabbi Elias unterteilte die 6000 Jahre als 2000 Jahre ohne Gesetzesbund, 2000 Jahre unter dem Bund (seit Abraham) und 2000 Jahre mit dem Messias (Sanhedrin 11), womit er unbewusst Mt 28:20 bestätigte.
Der Barnabas-Brief erklärt (Kap 15): "In 6000 Jahren wird der Herr alles vollenden."
Irenäus (+ 202) weiß: "In wieviel Tagen diese Welt geworden ist, in soviel Jahrtausenden wird sie auch vollendet. 1Mo 2:1 ist sowohl eine Erzählung des ehedem Geschehenen wir auch eine Prophetie des Künftigen." (Häresien V. 28)
Lactantius (+ 330) lehrte: "Wenn 6000 Jahre verflossen sein werden, dann wird die Vollendung folgen." (7. Buch der göttlichen Unterweisung).
Luther schrieb: "Die Welt hat nun gestanden fünftausendfünfhundert und etliche Jahre, nun soll im sechstausendsten Jahre das Ende kommen."
Auch Michael Hahn meinte: "Vermutlich steht die Erde 6000 Werktage oder 6000 Jahre und einen tausendjährigen Sabbat lang." (W. F. Stroh, Die Lehre F. M. Hahns, S. 511).
Viele Gottesmänner erkannten auch, dass von Adams Erschaffung bis Jesu Geburt genau 4000 Jahre sind. Da unser Herr im Jahre 7. v. Chr. geboren ist, darf mit 1994 als dem Ende der 6000 Jahre gerechnet werden. Wir sollten aber immer bedenken, dass dies keineaussage über Jahr, Monat oder Tag der Wiederkunft Christi ist.
Wir müssen das prophetische Wort mit unserer Uhr und dem Kalender in Übereinstimmung bringen. So sollten wir wissen, wann das nächste Jubeljahr ist, siehe 3Mo 25:12-17; wann die biblischen Nachtwachen eintreffen, Kla 2:19; oder die Sabbatjahre laufen und das Sabbatjahrtausend beginnt, Hebr 4:9-13. Rechnen ist in der Bibel nirgends verboten! Das Kommen des Herrn aber gehört zu den Dingen, die überhaupt nicht errechnet werden können. Hier haben wir zu beten und zu wachen! Mk 13:35-37.
"Falsches Zahlenspiel"
Zu den Vorwürfen eines aus Liebe nicht genannten Bruders gehört: Wenn man mit Zahlen rechnet, muss alles genau sein. Eine falsche stelle wirft die ganze Rechnung über den Haufen. Der Tempelbau Salomos wird von Pasedag in die Jahre 1014-1007 v. Chr. verlegt. Das ist eindeutig falsch! Salomo regierte von ca. 970-930 v. Chr. Das 4. Jahr Salomos wäre dann 967 v. Chr. Das Auzugsjahr etwas 1446 v. Chr. Ergebnis: Das Zahlenspiel ist falsch!"
Zuerst möchte ich dem Bruder für seine Mühe danken, und dann auch dafür, dass er Mut hat sich in der biblischen Geschichte umzusehen. Obwohl er sehr entschiedene Worte gebrauchte, verraten diese doch, dass der Schreiber seine Chronologie leider nicht aus der Bibel holte, sondern aus dem "Lexikon zur Bibel" (R. Brockhaus) Spalte 160. Ein Aufschlusssuchender glaubt natürlich, ein solches "seriöses" Werk müsse richtig sein, und wir wünschten es von Herzen da das Werk von geschätzten Brüdern redigiert ist.
Verunsicherte Chronologie
Dass für den Auszug aus Ägypten, wie mir bekannt ist, 71 verschiedne Jahreszahlen angegeben werden, ist ganz bestimmt eine sehr betrübliche Sache und die Folge babylonischer Verwirrung, weil man sich nicht treu an das Wort Gottes gehalten hat. Befremdend ist, dass das genannt Bibellexikon zweierlei Datierungen für den Auszug bringt, nämlich sowohl 1445 v.Chr. (nicht 1446, denn für dieses Datum tritt bisher kein einziger Bibelausleger ein) wie auch "um 1270"! Das ist eine erbärmliche Unklarheit, die wir ebenso auch für das Geburtsjahr Abrahams (Spalte 10) als 2165 oder 1990 finden, das aber in Wirklichkeit 1999 v. Chr. war. Schon der erste christliche Historiker Eusebius wusste, dass der Auszug Israels aus Ägypten im 505. Jahr seit Abraham war, was von 1999 zu 1494 führt, uns aber weder bei 2165 noch bei 1990 zum Jahre 1446 oder um 1270 bringt.
Dass der auszug 1494 war, konnte man bereits 1880 in der 18-bändigen Real-Encyklopädie von Prof. Herzog finden, und es ist inzwischen wenig neues Licht, aber viel Bibelkritik hinzugekommen, wenn man bedenkt, dass Erzbischof James Usher, der von 1581-1656 lebte, für den Auszug das Jahr 1492 fand. Auch der neuzeitliche katholische Bibelübersetzer Rösch kommt auf 1494.
Zeit des Tempelbaus bestätigt
Dass Salomos Tempelbau von 1014-1007 war, wird von Männern wie Jackson, Hales und dem berühmten Assyiologen Oppert vertreten. Der jüdische Bibelübersetzer Zunz gab 1015 und der bekannte Prälat Bengel 1011 an, was doch immerhin ein beträchtlicher Abstand zu 967 ist.
Dass Salomo nicht von 970-930 v. Chr. regiert haben kann, sondern dass es von 1018 -978 war, soll uns das "Lexikon zur Bibel" selbst beweisen. Dieses gibt Spalte 1609 für Salmanassar III. die Jahre 859-824 an. Auch des Assyrers 4. Kriegszug wird dort mit 841 verzeichnet. Salmannassar erwähnt mit diesem Jahr den Tribut des "Ja-uas Bit Humri", das ist des Königs Joas (nicht Jehu!) vom Hause Omri, also Israels, der im Jahre 841 den Thron in Samaria besteigt. Von Salomos Tod bis zur Einsetzung des Joas sind es laut 1Kö 12:20 bis 2Kö 13:1 insgesamt 137 Jahre. rechnen wir diese 841 Jahre hinzu, so erhalten wir 978 als Salomos Todesjahr, aber nicht 930!
Wer die Gegenprobe machen will, nehme die 18 Regenten des Hauses Juda, die gemäß 1Kö 14:21 bis 2Kö 23:36, von Rehabeam bis zum 4. Jahr des Jojakim, in einer Zeit von 373 Jahren regierten. Vom Jahre 930 v. Chr. ab gerechnet, führen diese 373 Jahre zu 557; von 978 ab aber. zu 605 v. Chr. Wer nun Jer 25:1 beachtet, der erfährt, dass dieses errechnete 4. Jahr des Jojakim zugleich das 1. Jahr Nebukadnezars ist, dessen Regierungszeit Rieneckers "Lexikon zur Bibel" (Spalte 982) mit 605-562 v. Chr. datiert.
Liebe zur Wahrheit
Welches "Zahlenspiel" ist also falsch? Nur wer mit der Bibel richtig rechnet, wird es herausfinden. Dass nun aber das Berechnen solcher Zeiten" gegen Wort und Geist von Apg 1:7; Mt 24:36; 1Thes 5:2 und vieler anderer Bibelstellen verstößt", wie derselbe Bruder weiter vorbringt, das geht schon insofern völlig daneben, weil er selbst (wenn auch leider mit falschen Daten eines Lexikons) gerechnet hat, und weil man eben nur durch Rechnen mit der biblischen Periodologie zur geschichtlichen Wirklichkeit ein Verhältnis gewinnt. Gerade das erfordert die Liebe zur Wahrheit.
Gottes Wort sagt in Spr 12:5 "Die Berechnungen (hebr. machschebot) der Gerechten sind das Rechte, die Planungen der Frevler aber Betrug". Der Plan des Bösen ist, uns vom Glauben an jedes Wort und jede Zahl der Heiligen Schrift abzubringen, damit wir zu keiner klaren Zeiterkenntnis kommen. Und er will Brüder gegeneinander hetzen, aber Christus, der die Wahrheit und die Liebe ist, wird auch hier den Sieg behalten:
Ein Nachwort von Erich Brama
Marburg - was ich sah und empfing
Kaum eine Konferenz war so im unsichtbaren Spannungsfeld des Glaubens gestanden wie die von Marburg 1974. Wie ist uns die Schrift und deren Ausdeutung so nahe gebracht worden! Es konnte aber auch nicht ausbleiben, dass es Spannungen erzeugte bei denen, die am traditionellen, eigenen Ewigkeitsbedürfnis hängenbleiben wollten .
Eine prophetische Note erhielt diese Tagung, wie es auf früheren Tagungen nicht der Fall war. Im Glaubensraum spricht man davon, dass ein anderer Gottesdienst in Erscheinung treten sollten; man möchte reformieren, die alte Kirche aufpolieren. Aber das war hier nicht gemeint, das war ja auch nicht das Thema von Marburg. Der Gerufene meint dies alles nicht. Er weiß, dass nicht die Kirche, sondern er selbst sich zu ändern hat, ehe etwas in und mit der Kirche geschehen kann. Es geht heute um das Innewohnen des Heiligen Geistes, dass das prophetische 'Wort erkannt werden, dass die Realität Jesu Christi und Sein Kommen geschaut werden in dem was heute geschieht.
Der Vortragende wird nicht nur aufmerksames Hören, sondern auch Widerstand gegenüber seinen Ausführungen gespürt haben. Für manche zu hoch, für andere zu schwärmerisch! Fiel doch das Wort: "Wache auf, der du schläfst!" Wer will schon zu den Schlafenden gezählt werden? Es geschah ein Aufbruch zu Quellen, die so lange verschüttet waren. Eine im Heiligen geistgewirkte Schau des Kommenden; ein bewegen des Heiligen Geistes - durch Jahrhunderte ein sTiefkind des Glaubens -, vor dem manche Brüder innerlich erschraken.
In Marburg wurde längst Verschüttetes herausgegraben. Es gab ein Fragen und Verwunderung, aber auch Erschrecken und Erschütterung.
Marburg war für uns eine Voranzeige Gottes, wie es auch für Israel solche Voranzeigen gab, sich vorzubereiten. Denn es geht auf Mitternacht.
Leider gibt es genug Christen, die sich dagegen sträuben, eine Gänsehaut bekommen, wenn einer über das prophetische Wort und seine Erfüllung spricht, die vor der Tür steht; die zwar die ganze Bibel als Gottes Wort anerkennen, aber es rundweg als Spinitisiererei abtun, wenn sie etwas von "Zahlen" der Bibel hören.
IN vielen Gesichtern habe ich den hilfesuchenden, fragenden Blick gesehen, der n ach dem Geliebtwerden durch die Brüder ausschaute. Ich musste einige ansprechen. Sie und ich waren dem HErrn dankbar für den Austausch. Marburg war ein Übungsfeld für die Bruderliebe, die schüchtern gesucht und auch praktiziert wurde.
Marburg hatte uns viel zu sagen und hat uns viele Wahrheiten. und Klärungen angeboten. Ob wir sie alle aufgreifen und weiter darin wachsen werden? Ob wirr sie alle bewegen, wie Maria es bewegte in ihrem Herzen, als sie dem HErrn zu Füßen saß? Marburg wollte uns allen eine Gabe vermitteln - den HErrn selbst als Gabe zu erfahren, sofern wir seinem Wort gehorsam sind. Mit Ihm selbst kommt eine Aufgabe auf uns zu , der wir nicht mehr ausweichen können, auch nicht sollen. Marburg wollte uns zeigen, was uns noch heute fehlt: die allumfassende Bruderliebe, die Ausforschung der Heiligen Schrift, die vielen wie ein schwer zu verdauenden Brot erschien.
ES mag sein, dass die Verkündigung des prophetischen Wortes auf mangelndes Verständnis oder gar Widerstand stößt - auch unter Gläubigen. Wie sollte es anders sein Solange das prophetische Wort vernachlässig wird, regt es niemanden auf. Missverständnisse, Meinungsverschiedenheiten, Gegensätze entstehen erst, wenn das prophetische Wort erforscht und verkündigt wird. Die Propheten selbst waren ja schon wegen ihrer Verkündigung angefochten und Zielscheibe ihrer Gegner. Wer das prophetische Wort erst dann verkündigen will, wenn alle darüber einer Meinung sind, der braucht nicht anzufangen. Wann aber soll denn das prophetische Wort verkündigt werden, wenn nicht in unseren Tagen?
Gott bietet uns in Seinem Wort immer so unsagbar viel Reichtum an, dass wir auch die verschiedensten Auslegungen gebrauchen können und sollen, wenn nur die Auslegung in den durch die geoffenbarte Wahrheit gezogenen grenzen bleibt. Der Geist Gottes gibt uns ein Gespür dafür, wo uns Steine gereicht werden und wo Brot. Wenn Er uns alles geworden ist, werden wir die Welt auf neue Weise zurückerhalten, so wie es Ihm gefällt und wie es uns und anderen gut ist.
Das sagte mir Marburg, wofür ich dem HErrn sehr dankbar bin.
Wir haben bisher einige Schriftworte über die Mitternacht vernommen. Über diesen Worten steht wie ü ber jedem Schriftwort - weil es Gottes Wort ist - der Lobpreis Gottes aus dem Ps 138:2: "Ich will anheben zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken für deine Güte und Treue, denn du hast deinen Namen über alles herrlich gemacht durch dein Wort." Selbst die Mitternacht, die eine Zeit des Schreckens ist, wird für uns herrlich durch das Wort Gottes. Wir sehen weiter als bis zur Mitternacht. Wir sehen bis zu dem Tag Jesu Christi. Und was diese Mitternacht betrifft, so gilt auch hier der Vers aus dem wunderbaren Ps 138:7: Wen ich mitten in der Angst wandle, so er quickst du mich und streckst deine Hand über den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten."
Siehe auch: Letztes Geschehen nach der Bibel von W. J. Pasedag
