Die vierfache Bitte und eine unglaubliche Zusage

Aus Bibelwissen

Mittwoch, 18. März 2026 - Daniel Muhl

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Wende dich zu mir und sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft!

Psalm 86,16

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er's euch geben.

Johannes 16,23


Wie in vielen anderen Psalmen schüttet David auch hier sein Herz vor Gott aus. Er beschreibt seine Not und bittet inständig um Hilfe. Doch er verweilt nicht nur in Klage und Bitte, sondern hält auch inne, um Gott für seine Güte und Treue zu loben.

David zeigt uns hier etwas, das wir in der Bibel immer wieder finden: Beter sagen ihrem Gott alles, was sie empfinden. Sie breiten ihre innersten Emotionen vor Gott aus und richten dann ihren Blick auf ihn (Ps 42:6 / Ps 62:9). Dieser Blickwechsel schenkt ein neues Bewusstsein – er lässt die eigenen Probleme kleiner und Gott größer werden. So gewinnen Hoffnung und Zuversicht immer mehr Raum im Herzen.

In den drei mittleren Versen dieses Klagepsalms gewährt Gott David einen Blick in die Vollendung, sodass er folgende Verheißung aussprechen kann:

"Keiner ist wie du, Herr, unter den Göttern, und nichts gleicht deinen Werken. Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen verherrlichen. Denn groß bist du und tust Wunder, du bist Gott, du allein." (Ps 86:8-10)

Diese Zusage eröffnet eine Perspektive auf Gottes Pläne und seine Macht. Sie gewährt David zugleich einen Einblick in Gottes ureigenstes Wesen, sodass er Gott wie folgt beschreibt: "Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, langsam zum Zorn und groß an Gnade und Wahrheit" (Ps 86:15 / 2Mo 34:6).

Nachdem David diese Aussage macht, äußert er im heutigen Losungsvers eine vierfache Bitte, die in der Lutherbibel jedoch nicht deutlich genug zum Ausdruck kommt:

  1. Wende dich zu mir
  2. Sei mir gnädig
  3. Gib deinem Knecht Kraft
  4. Rette den Sohn deiner Magd

Wenn Gott sich uns voller Gnade zuwendet, erfahren wir sein rettendes Handeln, das uns neue Kraft schenkt.

Gottes Zuwendung zeigt sich nirgends deutlicher als in der Sendung seines Sohnes (Joh 3:16). Dadurch wird klar: Gott ist mit uns – obwohl wir es nicht verdient haben! Jesus Christus kam voller Gnade und Wahrheit zu uns und schenkte uns eine Gnade nach der anderen (Joh 1:14-16). Er erlöste uns von Schuld, vergab uns, rechtfertigte uns und rettete uns aus den Klauen der Sünde und des Todes (Röm 3:23-24 / Röm 6:23). Durch sein Liebeshandeln dürfen wir Kinder Gottes sein, die im Namen Jesu alles erbitten dürfen (1Jo 3:1 / Joh 16:23).

Jesus gibt uns die unglaubliche Zusage, dass der Vater uns alles geben wird, worum wir ihn bitten. Dabei sind zwei Dinge zu beachten:

  1. Nur Bitten im Namen Jesu haben die Verheißung der Erfüllung (Joh 14:13-14). Solche Bitten werden im Auftrag und im Sinne Jesu ausgesprochen – sie entsprechen seinem Willen. Es geht dabei nicht um die Befriedigung eigener Begierden, sondern um Wünsche, die aus der Liebe stammen, zur Ehre Gottes beitragen und für andere zum Segen werden können (Jak 4:3 / 1Jo 5:14).
  2. Gott bestimmt in seiner Souveränität, wann er eine Bitte erfüllt. Manche Bitten werden erst nach unserem irdischen Leben erhört (Offb 21:4).

Aber die Zusage Jesu bleibt – und sie ist absolut zuverlässig! Das Geniale daran: Am Ende werden wir sehen, dass Gott alles noch viel besser gemacht hat, als wir es uns gewünscht haben, und dass er alle unsere Vorstellungen bei Weitem übertroffen hat (Eph 3:20 / Röm 8:28)!