Der Anfang besiegelt das Ende

Aus Bibelwissen

Letztes Geschehen nach der Bibel
Abschrift des Buches von W. J. Pasedag (1975)

Morgenland Verlag - Bieselsberg
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

Gedicht

Das letzte Wort
Angst nimmt zu und Glaube ab;
Noch gibt ein leises Hoffen
der Seele Ruh': Der Krisenstab
hat Maßnahmen getroffen!
Raub und Mord und Umweltschmutz
die wachsen unbeirrt.
Nur Mut, sofort wird auch der Schutz
seht gut organisiert
Millionenfach ein Hungerschrei!
Es ist das letzte Stammeln.
Doch nur gemach, wir sind dabei,
auch weiterhin zu sammeln.
Revolution! Im Staate brennt's
In Nahost wird geschossen.
Darum hat schon die Konferenz
den Frieden fest beschlossen.
Verbrechergeist und wilder Hass
hat weltweit zugenommen.
Die UNO heißt den Barabbas
aufs herzlichste willkommen!
O treuer Gott, Du starker Hort,
wenn uns auch gar nichts bliebe;
In aller Not sprich Du Dein Wort,
denn dieses Wort ist L i e b e !


Vorwort

Als Luther einmal gefragt wurde, was Gott vor der Erschaffung der Erde getan habe, gab er die sarkastische Antwort: Er saß im Birkenwäldchen und band Ruten für alle, die solche Fragen stellen. Weil der Reformator die Frage anmaßend fand, ging auch seine Antwort völlig daneben. Wir haben heute mehr Verständnis dafür, denn es können die letzten Fragen nur dann beantwortet werden, wenn man die Anfänge beachtet hat. Die Bibel macht im Hohenpriesterlichen Gebet Jesu (Joh 17) besonders in den Paulusbriefen, aber auch in Hiob und Sprüche, sehr bedeutende Aussagen über den Anfang. Und auch über die Endzeit sagt die Schrift viel mehr, als wir gemeinhin annehmen oder in den üblichen Auslegungen finden.

Wir können gewiss sein, dass das Vertiefen in die Wege Gottes durch das Wort der Wahrheit unter dem Gebet der Hüllenhinwegnahme, dem Angefochtenen wieder Mut bringen, und uns alle in unserem Christenlauf stärken wird. Dabei gehen wir von der Überzeugung aus, dass Gott nicht wie ein Geschäftsmann handelt, der sich wegen der Konkurrenz nicht in die Karten schauen lässt, sondern dass Er uns sogar "das Geheimnis Seines willens" wissenlässt, Am 3:7; Eph 1:9. Gott hat in Christo uns Menschen sowohl Sein Letztes gegeben, wie auch Seinen ganzen Liebesrat enthüllt.

Das Neue Testament spricht 52 mal vom Es-chatos, nach dem die Theologie die sogenannte Es-chatologie als "Lehre von den letzten Dingen" benennt. Doch sollte uns klar sein, dass es Gott keineswegs um Dinge geht, weil die Liebe immer ein wesenhaftes Gegenüber sucht. In Mk 5:23 wird von "dem letzten Stündlein" eines Mädchens gesprochen, das den Vater, einen Synagogenvorsteher, zu Christus als dem einzigen Retter aus dem Tode führt. Das ist ein. herrlicher Hinweis da für, wie in dem Sohn Gottes die Lösung der letzten Fragen und Probleme, nicht zuletzt auch für Israel, zu finden ist. Wir gehen zwar einer furchtbaren Zeit entgegen, denn der Antichrist steht vor der Tür - aber das alles bedeutet auch, dass das Schlimmste bald überwunden ist, denn wir haben die unbeschreiblich große und gewisse Hoffnung, dass der Herr in wenigen Jahren durch Sein Kommen Sein Reich des Friedens und der Glückseligkeit aufrichtet. Das Schwerste und Letzte kann den Sieg Gottes nicht aufhalten, sondern bringt uns im Gegenteil mit Riesenschritten der Herrlichkeit näher. (Willy J. Pasedag)


Letztes Geschehen nach der Bibel

A. Der Anfang besiegelt das Ende

Der erste Satz der Bibel lautet: "Im Anfang schuf gott die Himmel und die Erde." diese Einführung der Bibel macht uns deutlich, dass es in diesem Buch immer um Gott in Beziehung zu Himmel und Erde geht. Weiterhin wird uns die wichtige Erkenntnis zuteil, dass Gott der Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Lebewesen und Realitäten ist. Wir meinen damit alle Menschengenerationen und Engelhierarchien, alle irdischen und überirdischen Gebilde und Kräfte, alle physischen und geistigen Gesetze. Es ist alles von Gott erschaffen, nur E i n e r nicht, und das ist Jesus Christus! Und Er ist es auch, den das erste Wort unserer Bibel meint, wenn sie sagt: "Bereschit bara Elohim" - "Im H a u p t schuf Gott". Dr Joseph Herm. Herz, Oberrabbinder Großbritanniens, schrieb in seinem Pentateuch -Kommentar: "Gott ist der Anfang, ja, die Ursache aller Dinge. "Im Anfang" ist somit keine Zeitbestimmung allein, sondern vor allem die Aussage darüber, durch w e n Gott alles erschuf. Diese, auch von seinem Rabbiner erkannte Wahrheit, wird uns durch drei Schriftworte des Neuen Testaments verdeutlicht:

  • Offb 21:6: "Ich bin das Alpha und O (mega), der Anfang und das Ende" (Ursprung und Vollendung), ebenso auch Offb 22:13.
  • Kol 1:16-18: "In Ihm ist das All erschaffen, das in den Himmeln und das auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten; alles ist durch Ihn und zu Ihm hin erschaffen. Und ER ist vor allem, und das All besteht zusammen in Ihm, dem Haupt."
  • Joh 1:1 "Im Anfang war der Logos und der Logos war zu Gott hin, und der Logos war Gott."

Logos ist sowohl das Wort wie auch die Zahl, siehe Log-Buch, Log-Arithmos oder Log als kleinstes biblisches Hohlmaß. Tatsächlich ist jeder Buchstabe in den beiden Grundsprachen der Bibel eine Ziffer und jedes Wort damit eine Zahl. Gerade das ist die notwendige Offenbarungsquelle, die wir in der Endzeit brauchen, denn in Wort und Zahl kommt sinn, Wesen, Umfang und Zeit zum Ausdruck. Und in Christus ist die ganze Harmonie, Gesetzmäßigkeit und Ordnung zusammengefasst. Wenn wir bereits in der Überschrift feststellen, dass der Anfang dem Ende sein Siegel aufdrückt, so dürfen wir hochbeglückt wissen, dieser Anfang ist keine Sache oder etwa ein Zeitpunkt, der einen schematischen Ablauf einleitet, sonder dieser Anfang ist Gotte sSohn, in dem das ganze Heil beschlossen ist. In Christus hat alles seinen Bestand, und durch Ihn allein, dem alle Macht im Himmel und auf Erden verliehen ist, vollzieht sich alles.

Christus, der Herr, ist der Lord-Siegelbewahrer. In Ihm sind alle Liebeswege Gottes verankert; durch Ihn allein kommen sie zur Ausführung, und keine Macht der Hölle mit all ihren Widerständen kann die volle Entfaltung des Heils verhindern, die unsichtbar jetzt schon in der Gemeinde vorhanden ist und sehr bald im Reiche Gottes für alle sichtbar wird. Eine solche Gewissheit macht uns frohgemut trotz aller Trübseligkeit des Endes.

I. Das Lamm als Gottes Liebesweg

Der erste Buchstabe des Alphabets, aus dem alle Sprachen entstanden sind, trägt den Namen Aleph = Stier oder Rind. Er ist außer der Selbsthingabe des Menschen das größte lebendige Opfer, das gebracht werden kann, und das Gott für die Entsündigung eines Oberen oder des ganzen Volkes im Gesetz bestimmt hat. Auch für die Entsündigung des Priesters waren ein junger Stier (Farre) und zwei Widder ohne Fehl verordnet, 2Mo 29:1ff. Selbst der Altar wurde an z Tagen mit der Darbringung eines jungen Stieres eingeweiht, 2Mo 29:36.37. Dann aber heißt es: "Zwei jährige Lämmer sollst du a l l e w e g e des Tages darauf opfern; ein Lamm des Morgens, das andere gegen Abend."

So steht auch am Morgen und am Aben des Weltenlaufs das Lamm Gottes. Denn Offb 13 spricht von "dem Lamm, das geschlachtet ist seit Grundlegung der Welt". Das erste Zeugnis Johannes des Täufers als Herold unseres Herrn lautet: "Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!" Joh 1:29. Auch der Abschluss der Sündengeschichte ist nicht anderes als ein letzter verzweifelter Kampf gegen das Lamm, denn wir lesen: "Diese werden streiten mit dem Lamm, und das Lamm wird sie überwinden!" (Offb 17:14)

Am großen Versönungstag wurde Gott ein junger Stier zum Sündopfer und ein Widder zum Brandopfer gebracht, 3Mo 16:3. Beide stellen den Sohn Gottes dar, der Sich zur Versöhnung und Erlösung dahingibt, denn Errettung konnte nur durch Blut geschehen, das meint durch Ganzhingabe des Lebens, Hebr 9:22; Eph 1:7; 1Jo 1:7 und 1Jo 2:2. Die Frohbotschaft der ganzen Bibel in Kurzform finden wir in ihrem 1000. Kapitel mit den Worten: "So sehr liebt Gott den Kosmos, dass Er Seinen einzig (von Ihm) gezeugten Sohn dahingibt, auf dass alle die an Ihn glauben, nicht umkommen, sondern ewiges Leben haben", Joh 3:16. Dazu gehört aber auch der 100. Vers des Epheserbriefess (Eph 5:2) als Gegenstück: "Wandelt auch ihr in Liebe, gleich wie Christus!" Der ganze Zusammenhang lautet nach der Brunsübersetzung: "Führet euren Wandel nach Gottes Vorbild! Darum lebt in der Liebe! Christus hat ja euch geliebt und Sich Selbst für euch als Weihegabe dahingegeben, Gott gleichsam als ein. herzerquickendes Opfer". Das wirft allerdings die sehr schwierige frage auf, wie denn überhaupt nMenschen, die im allgemeinen an ihrem selbstsüchtigen Leben festhalten, Gottes Herz erquicken können. Aus sich heraus sicher nicht, denn wir sind voller Torheit, Ungerechtigkeit, Weltförmigkeit und Schuld. Selbst Gottes weise Führung und Erziehung, die durch treue Belehren und Segnen oder Warnen und Strafen alles in die Bahnen lenkt, verändert doch nicht das menschliche Herz - siehe dazu das schreckliche Wort in Offb 9:21 oder den Ausgang des Milleniums, Offb 20:8. Darum ist Gott den Gnadenweg einer unerschütterlichen Liebe gegangen. Denn Liebe wird nur durch eine Liebe erweckt, die sich zum Bedürftigen herunterneigt, die seine Not mit ihm teilt, seinen schmerz empfindet, und bereit ist, sich für ihn zu opfern. Nicht Gewalt verändert die Herzen zum Guten, sonder nur das Liebesopfer!

Was wir nicht tun konnten, tat der Schöpfer für Seinen Geschöpfe: Christus gibt Sein edles und reines Leben zur Sühnung unserer Schuld und zur Errettung vom Tod, denn der von Gott Auferweckte wird für uns zu Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht, 1Kor 1:30. Gott liebt uns, und hat deshalb in Seinem Sohn, in dem Seine Gottheit leibliche Gestalt gewann, durch das Opfer von Golgatha alles für uns dahingegeben, damit wir zur Vollkommenheit gelangen, Röm 8:32; Kol 2:9.10.

Diese ungeheuer wichtige und tiefbeglückende Wahrheit wird uns nicht nur in Worten verkündigt, und als Geschichtsereignis bezeugt, sondern auch bildhaft dargestellt.

Beweis der Gottesliebe

Als die Menschheit nach dem Schrafgericht der Sintflut wieder den Weg des Verderbens einschlägt, ruft Gott e i n e n heraus, und spricht zu ihm: Verlass dein Land und deine Verwandtschaft und deines Vaters Haus und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde. Denn Ich will dich zu einem großen Volke machen und will dich segnen ... und in die sollen a l e e G e s c h l e c h t er der Er d e gesegnet w e r d e n 1Mo 12:13. Trotzdem Gott Abraham segnete, bewegte ih die große Not, dass er bis ins Greisenalter keinen Sohn hatte. Gott wollte ihm beweisen, dass die verheißene Nachkommenschaft einzig Sein Geschenk ist. Und dann, nachdem Isaak herausgewachsen war, geschieht das Unfassbare: "Nach diesen Begebenheiten stellte Gott Abraham auf die Probe und sagte zu ihm: Abraham! Dieser antwortete: Hier bin ich. Da sagte Gott: Nimm Isaak, deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, und geh hin in die Landschaft Morija und binde ihn dort als Brandopfer dar auf einem der Berge den Ich dir angeben werde." Gott will von den Seinen nicht so sehr was sie Ihm geben, sondern, woran sie ihr Herz hängen und was sie zurückhalten, denn Liebe gibt alles und erwartet alles.

Abraham ist bereit, alles zu opfern, die Lust seiner Augen und die Freude seines Alters, denn er legt seinen Sohn Isaak auf den Altar, weil er Gott grenzenlos vertraut. Wenn er auch nicht weiß, wie es zugehen soll, Jahweh wird Sein Versprechen einer unzählbaren Nachkommenschaft halten. Und Gott greift ein. Der Engel des Herrn rief vom Himmel her die Worte: "Abraham, Abraham! Leg Deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm nichts zuleide!". Als Abraham u m sich schaute, sah er einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Dickicht verfangen hatte, den er anstelle seine Sohnes opfert.

Moderne Theologie hat für diese einzigartige Vorausdarstellung des Opfers Jesu keinerlei Verständnis, denn weder Existenzphilosophie noch Dialektik vermag eine solche Tiefe der Liebe Gottes. zu fassen. Der Widder stellt nun ebenso den Sohn Gottes dar, wie Isaak den Auferstandenen. Erst wer diese Wahrheit erfasst, lässt sich durch Gottes Barmherzigkeit auch von Paulus ermahnen und ermuntern: "Bringet eure Leiber als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer dar, das sei euer wortgemäßer Gottesdienst" Röm 12:1.

Zwei Opfer notwendig

Das ganze Werk Christi darstellend, wir uns in 2Mo 29:15-18 und 19-21 ein doppeltes Opfer vor Augen gestellt, wie ja auch das tägliche Lammesopfer morgens und abends dargebracht wurde. Das eine Opfer ist zur Erquickung Gottes auserlesen, "denn es ist dem H e r r n ein Brandopfer, ein süßer Geruch, ein Feuer Jahwehs."Das andere aber dient zur Durchheiligung des M e n s c h e n. Deshalb musste das Blut dieses Opferlammes auf den rechten Ohrknopel, den Daumen und die große Fußzehen auftragen werden. Gehör, Handel und Wandel, sie alle sollen Gott geheiligt sein. Ja, sogar die Kleider des Priesters und selbst die seiner Söhne wurden mit dem Opferblut des Lammes besprengt, und damit geweiht. Wenn Gott einmal Sein ganzes Erlösungswerk ausgeführt hat, wird sogar auf allen Töpfen und den Schellen der Rosse das stehen, was bisher Abraham ganzen Einsatz in 1Mo 14:154, aber auch die Namen Joseph und Benjamin, 156 + 162, auszeichnend auf dem Kopfschild des Hohenpriesters zu lesen war: "Heilig dem Herrn", Sach 14:20.21.

Christus, der Weg, di eWahrheit und das Leben (Joh 14:6) brachte ein Ganzopfer und vollendete deshalb für uns ein ganzes Werk. Er ist deshalb ein ganzer Weg, siehe 5Mo 1:31 und 5Mo 5:22 sowie Jer 7:23, die ganze Wahrheit, beachte dazu Joh 16:13 und Mk 5:22, und das ganze Leben, das vorher der Todesfurcht ausgeliefert war Hebr 2:15.

Wir brauche Christus deshalb auch als das ganze Wort, was 5Mo 12:32 (5Mo 13:1) bezeugt, denn die ganze Schrift ist zur Vollendung des Gottesmenschen notwendig, wie Paulus in 2Tim 3:16.17 darlegt. Sollte diesem herrlichen Erlöser, der uns bis ins Grab und weiter bis in den Himmel liebt, der auch unzertrennlich mit dem Vater als dem Gott der Liebe verbunden ist, nicht auch unser g a n z e s Herz gehören? Gerade. 52 mal, und das ist die Zahl des Wortes Sohn (hebr. BeN = 2-50), wird uns diese in der Schrift geboten.

Das ersten mal in 5Mo 4:9: "Und du wirst den Herrn, deinen Gott suchen und wirst ihn finden, wenn du mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele nach Ihm verlangst."

Allein in Ps 119 wir sechsmal vom ganzen Herzen gesprochen, nämlich Ps 119:2.10.34.58.69 und 145, was die bekannte Zahl 318 ergibt, siehe Abrahams ganzen Einsatz in 1Mo 14:14, aber auch die Namen Joseph und Benjamin, 156 + 162, deretwegen Rahel, das Mutterschaf, ihr Leben opfert.

Zum letztenmal tritt die Schrift aller Halbherzigekeit der Gläubigen durch nochmaliges Hinführen zum höchsten Gebot in Lk 10:27 entgegen: "Du sollst (und wirst) den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Denken". Und unser hochgelobter Herr Jesus spricht zu diesem Zitat von 5Mo 6:5 die entscheidenden Worte in Lk 10:28, "Tu das, und du wirst leben!" - denn es wird ein unaufhörliches Leben sein!

II. Die Überwindung des Bösen

Im Uranfang gab es nichts Böses. Christus als das Haupt, durch den alles geschaffen wurde, rief eine Welt voller Schönheit und Harmonie, und vor allem ohne Tod und Leid ins Leben. Deshalb lesen wir in Hi 38:7, dass "die Morgensterne miteinander jauchzten und alle Söhne Gottes jubelten". Folglich war unter ihnen auch jener "Glanzstern", über den Jesaja später klagt: "Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern", Jes 14:12. Ohne frage war Satan, den Hi 1:6 unter die Gottessöhne zählt, auch unter der jubelnden Schar, da sonst nicht von "allen" die Rede sein könnte. Christus hatte nichts Boshaftes erschaffen - und doch ist das Böse und der Boshafte entstanden. Wie war das möglich? Darüber sind viele Theorien ausgedacht worden, und es würde wenig helfen, wollten wir eine neue hinzufügen.

Das bedeutet nun nicht, dass wir auf eine Antwort verzichten müssten, aber es verpflichtet uns, nicht eigenen Ideen nachzugehen, sondern auf die feinen Hinweise der Schrift zu hören, denn in der Schrift gibt es Antwort auf alles; man vermisst weder dies noch das, Jes 34:16. Wenn wir jenen Gedanken ablehnen, dass gott von Uranfang her sofort auch einen Bosheitsträger als Ausgleich schuf, dann nicht deswegen, dass wir die Allmacht Gottes schmälern oder die Verantwortung für das Böse auf ein Geschöpf abwälzen wollten. Der allmächtige, allweise und allgütige Gott kann tun, was ER will, ohne jemandem Rechenschaft ablegen zu müssen, Röm 9:19-21; Röm 11:34.

Dass Satan gut geschaffen und böse geworden ist, liegt daran, dass Gott keine Automaten schafft. Roboter können Ihn nicht ehren. Jedem Geschöpf steht zwar keine absolute Willensfreiheit zu, aber doch eine Entscheidung in seinem kleinen anvertrauten Bereich zum Ja oder Nein. Gottes Liebe vergewaltigt nicht. Satan verwendete alle Fähigkeit zum Lieben die Gott ihm gab, nicht um seinen Schöpfer und seine Umgebung zu beglücken, sondern u m sein Ich groß und unentbehrlich zu machen. Seine Schönheit erfreute nicht zu Gottes Ehre, sondern versuchte zu blenden - und damit fängt das Böse an. Alles wird zu Lüge, zum Schein, zum Verderben, zur Finsternis, die jedes Leben tötet. Wir brauchen absolut nicht an Gottes Allmacht zu zweifeln, wenn Er diese Regungen nicht im Keim erstickt, sondern sie mit allen furchtbaren Wirkungen ausreifen lässt. Gerade weil Gott Liebe ist, begibt Er sich nicht auf die Ebene erdrückender Gewalttätigkeit.

Die Bibel kenn keinen Dualismus*, deshalb lesen wir: "Wer ist, der da sprach, und es geschah, ohne dass der Herr es geboten? Das Böse und das Gute, geht es nicht aus dem Munde des Höchsten hervor?" Kla 3:39; siehe auch Jes 45:7 und Ps 105:25, Am 3:6. Wenn wir in Jes 54:16 lesen: "Siehe, Ich habe den Schmied geschaffen, der das Kohlenfeuer anbläst und die Waffe hervorbringt, seinem Handwerk gemäß; und Ich habe den Verderber geschaffen, um zu zerstören", so sollten wir auch beachten, dass keiner als Schmied oder Verderber geboren wird, sonder sich dazu entfaltet. In 1Mo 1:31 heißt es, es war alles sehr gut.

*lat.: Zweiheitslehre; Anschauung vom Nebeneinderbestehen zweier verschiedener, nicht vereinbarer Grundkräfte am Anfang aller Dinge.

Es ist auffallend, dass der so gut über die Engel unterrichtende Hebräerbrief Hebr 1:1 bezeugt: "Wenn Er (Gott) wiederum (oder zum zweitenmal) den Erstgeborenen in die Ökumene einführt, d a n n werden Ihn a l l e Engel Gottes anbeten." So versagten Ihm Götter oder Elohim die Anbetung, die da rum Ps 97:7 aufgefordert werden: "Fallet vor Ihm nieder, ihr Götter alle!" Ps 95:3 und Ps 96:4 lesen wir: "Denn ein großer El ist Jahweh, ein großer König und furchtbar über alle Elohim." Denn mit Elohim oder Götter sind Engel gemeint.

Satan hat dem Sohne Gottes die Anbetung versagt - und als der Sohn Gottes Mensch wurde, wollte er von Ihm selbst angebetet sein, Mt 4:9. Wo aber die Anbetung aufhört, beginnt der Abfall und Götzendienst des eigenen Ichs, denn das ist die eigentliche Sünde. Das führt zu fehlendem Vertrauen und als dessen Folge zur Selbstüberschätzung. Da man ohne Vertrauen nicht leben und lieben kann, ist Satan ein Mörder schon zu Anfang des Menschengeschlechts, Joh 8:44.

Die Notwendigkeit des Leides

Der Betrüger gaukelt einer Eva einen besseren Weg zur Gottgleichheit vor. Dem Menschensohn dagegen will er den Weg zur Macht leichter machen; Herrlichkeit ohne Kreuz. Um dieses Ziel beim Herrn zu erreichen, steckt sich Luzifer sogar hinter Petrus, Mt 16:21-23. Auch die Nachfolge Jesu ist nur durch Selbstverleugnung und Kreuztragen möglich (siehe Mt 16:24). Darum wusste auch ein Joh. von Berniers-Louvigni: "Es ist kein größeres Übel in der Welt, als kein Leiden zu haben". Christus kann in uns nur durch Leiden gestalt gewinnen, weshalb wir durch viele Trübslae ins Reich Gottes gehen. Aber "das schnell vorübergehende Leichte unserer Drangsal, bewirkt uns ein über alle Maßen überschwängliches Gewicht von Herrlichkeit", 2Kor 4:17.

Kein Kreuz haben, wäre somit wahrlich ein großes Übel, das Überheblichkeit und Verderbnis zur Folge hätte, wie wir es bei Satan sehen. Am Kreuz wird das störrische und begehrliche Ich angenagelt. Egoismus aber ist Feindschaft gegen Gott. Welche Gnade, dass Christus uns erlöste, als wir noch feinde waren! Röm 5:10. Mit Christo in Gott verborgen (der nach Lk 18:19 der allein Gute ist)( können wir das Böse und den Bösen überwinden mit Gutem, Röm 12:9+21. Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer ihn ablehnt, kann darum nur immer mehr in Lüge und Tod fallen, was bei Satan bis zur tiefsten Tiefe geschieht.

Nun ist es leider eine Tatsache und zu unserer Demütigung notwendig, dass nicht nu r der Böse, sondern auch der Gerechte fällt -allerdings n i c h t jeden Tag siebenmal, wie unachtsame Bibelleser nach Spr 24:16 meinen - aber er steht, weil Christus unsere Gerechtigkeit, immer wieder auf, wohingegen die Gesetzlosen im Unglück versinken. Sie können nicht bleiben, denn der Herr hält sie nicht bei der Hand, Ps 37:24 und Ps 73:23.

Durch den Propheten Jeremia fragt der Herr: "Wo ist jemand, so er fällt, der nicht gerne wieder aufstünde?" Darum ist bereits satanische Verführung wirksam, wenn es weiter heißt: "Keiner ist, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was mache ich doch!" Jer 8:4-6. Das führt zu dem tieftraurigen und verhängnisvollen: "Und ihr habt nicht gewollt" Mt 23:37.

Siebenfacher Sturz Satans

Das siebenfache Fallen des Teufels als ein immerwährendes Stürzen stellt sich kurz wie folgt dar:

1. Fall - "Gedachtest du doch in deinem Herzen: Ich will in den Himmel steigen. und meinen Stuhl über die Sterne Gottes erhöhen". Was hier in Jes 14:13 von dem überirdischen König von Babel gesagt wird, gilt auch für seinen Chef, Satan, der das alles als erster praktizierte. Als der Geist, der stets verneint, brachte ihn sein Stolz und das Vertrauen auf eigene Klugheit, wie den Engelkönig von Tyrus, in Hes 28:17 zu Fall. Darum warnt Paulus davor, einen Neuling zum Ältesten. zu machen, "damit er sich nicht überhebe (aufblähe) wie der Teufel, und so unter dasselbe Strafurteil falle.", 1Tim 3:6 Elbf. Dieser Fall hatte auch den Untergang seines, des Satans Fürstentum zur Folge, denn die Erde wurde, wie 1Mo 1:2 berichtet: "Wüst und leer" - die Sünde war nun durch Trennung von Gott entstanden - wiewohl auch der Böse von der Linken Gottes gehalten und zur Strafe verwendet wird. Man lese einmal was 2Sam 24:2 und 1Chr 21:2 über den Zorn Gottes sagt.

2. Fall - Aus dem Chaoten wurde, nachdem Gott durch seinen Christus die Welt in 6 Tagen wieder zu einer Wohnstätte der Menschen machte, eine Schlange. Ein Geschöpf der List, das von neuem die Menschen verführte. darum sagt Sir 25:21: "Kein Kopf ist so listig, wie der Schlange Kopf". Auch Paulus spricht von "den Listen des Teufels". Teufel meint hier sowohl den Durcheinanderwerfer, wie auch den, der Zweifel erweckt und mit gespaltener Zunge redet, jene List, durch die er Eva verführte und den Sinn der Menschen verderbte, 2Kor 11:3.

3. Fall - In Hi 26:13 lesen wir: "Seine (des Herrn) Hand durchbohrt die flüchtende Schlange". Satan vergreift sich sogar am Sohn Gottes und bringt Ihn ans Fluchholz, wo man Seine segnenden Hände durchbohrt. Doch Satan erreicht das Gegenteil, die verborgene Liebesmacht Gottes wird nun für alle sichtbar und unsere Erlösung ein für allemal erwirkt, Hab 3:4; Hebr 10:12-14. Wie die Philister einst Saul enthaupteten und ihn auszogen, so wurde auch Satan die Todesmacht genommen, seine Macht ausgezogen, bloßgelegt und seine Niederlage zur Schau gestellt, vergl. 1Chr 10:8-10 und Kol 2:13. Diesen Sturz Satans sah und kündete der Herr Lk 10:18 an.

4. Fall - Weil. zwischen der Urteilsverkündung (die am Kreuz geschah) und der Urteilsvollstreckung (am Ende der Tage) noch eine geraume Zeit vergeht, deshalb kann der Satan noch mehr als je Verderben bringen. Seine gewaltigen Anstrengungen sind durch die Tatsache bestimmt, dass er nur wenig Zeit hat. Vor allem ist er bis. zum Hinauswurf aus dem Himmel der Verkläger der Brüder. Wie wir aus Offb 12:9 erkennen, hört das aber mitten in der antichristlichen Zeit auf. "Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der die ganze Ökumene verführt." Dieses Hinauswerfen aus dem Himmel erfolgt aber nicht sofort auf die Erde, sondern zuerst in den Luftkreis der Erde.

5. Fall - Auch das Luftgebiet, in dem Satan Eph 2:2 gemäß sein Hauptquartier hat und deshalb Stratosphäre heißt, wird der Böse räumen müssen, sobald die Gemeinde dem Herrn entgegengerückt wird, 1Thes 4:17. Dann kann ein Gabriel nicht mehr 21 Tage im Luftgebiet vom Widersacher aufgehalten werden, wie es einst nach Dan 10:13 war. Der ganze Grimm des Bösen konzentriert sich jetzt auf die Erde, auf welcher er die Könige verführt gegen das Lamm zu streiten, Offb 12:12; Offb 16:13-6; Offb 17:14.

6. Fall - Da es für Satan kein Aufhalten mehr gibt, wird sein 6. Fall Offb 20:1-3 beschrieben. Zur Zeit Moses war Satan immer noch eine Majestät, über die auch Michael, der Erzengel, kein abwertendes Urteil wagte, Jud 1:9. Jetzt aber, kurz vor Beginn der tausend Jahre des Friedensreiches Christi, kann ihn ein einfacher Engel mit Ketten binden und ihn für 1000 Jahre in den Abgrund werfen. Wie ein Schwerverbrecher ist Satan in einem über ihm verschlossenen Kerker. Und wie er einst bewirkte, dass das Grab Jesu versiegelt werden musste, so wird nun sein Verließ versiegelt.

7. Fall - Auch nach den 1000 Jahren gibt es keine Reue bei Satan. Sobald er aus seinem Gefängnis kommt, wird er rückfällig und verführt mit altem Grimm die Völker. Wie wir aus Offb 20:7-10 ersehen, findet er auch sofort wieder begeisterte Anhänger, die den nun schon zweimal misslungenen Angriff Gogs ein drittes Mal vergeblich wagen. Satans Anhänger verschlingt Feuer vom Himmel, während der Anführer der Bosheit noch tiefer als bisher, nämlich für Äonen in die Tiefe des Feuer- und Schwefelsees fällt.

Und dann? - Wir wagen auf ein Gesicht hinzuweisen, das der Herr dem Propheten Amos zeigte. "Und siehe, Adonai Jahweh rief dem Feuer, damit zu strafen; das verzehrte die große Tiefe.", Am 7:4. So finden auch die Tiefen Satans ihr Ende, Siehe Offb 2:24.

Petrus spricht von Satan als einem Löwen - aber so stark er auch ist, es gibt einen Stärkeren, der ihm jeden Raub abnehmen kann, Lk 11:12, und Gottes Wunderwege lassen aus dem Fresser Speise und von dem starken Süßigkeit kommen, Ri 14:14 - ein Rätsel, das wie damals die Philister die meisten Menschen heute noch nicht verstehen.

"Wenn Er (Gott) aber den Erstorbenen wiederum in die Ökumene einführt, spricht Er: Und alle Engel Gottes sollen und werden Ihn anbeten." Hebr 1:6; Ps 97:7. "Lobet Jahweh von der Erde her, ihr Wasserungeheuer und alle Tiefen!"(Ps 148:87.

III. Die Liebe der Götter

Das ist gewiss eine provozierende Überschrift. Aber sie soll nicht aufreizen, sondern uns in wenigen Worten auf die unerhörte Botschaft hinweisen, die wir betrachten wollen. Dabei ist uns bewusst, dass es kaum irgendwo größere Verwirrung gibt, als bei den Worten "Liebe" und "Götter".

Dreimal wird im Neuen Testament in Verbindung mit dem Apostel Paulus von "Theatron" gesprochen. Da ist zuerst Apg 10:29 u. 31 der Hinweis, dass bei der Aufruhr des Goldschmieds Demetrius in Ephesus, der die Berufschancen der Götzenbildner gefährdet sah, eine aufgewühlte Menschenmenge mit den Begleitern Pauli an das große Freilicht Theater stürmte. Dabei wurde der Apostel von hochgestellten freunden ermahnt, sich auf keinen Fall den Aufgehetzten im Theater zu stellen. Die andere Schriftstelle ist 1Kor 4:9, wo Paulus erklärt: "Ich habe aber eher den Eindruck, dass Gott uns Aposteln den letzten Platz zugewiesen hat, wie Verbrechern, die zum Tod verurteilt sind. Wir sind das reinste Schauspiel für die Welt: für Engel und Menschen." Todeskandidaten zeigen ihr wahres Gesicht, denn sie haben nichts mehr zu verbergen. So ist es auch mit den wahren Christen, welche die Rolle ihres wirklichen Lebens und Sterbens spielen. Der ganze Kosmos stellt mit Menschen und Engeln die gespannten Zuschauer. Was letztlich aus dieser Frohbotschaft des Evangeliums von Jesus Christus wird, das gelüstet angesichts der ungeheuren Macht der Finsternis auch die Engel zu schauen, 1Petr 1:12. Auch David war sich dessen bewusst, dass sein eEinstellung die Beherrscher des Kosmos interessiert, wenn er in Ps 138 bekennt: "Lobpreisen will ich Dich mit meinem ganzen Herzen. Ich will Dich besingen vor den Göttern."

Engel = Elohim = Götter

Es gibt konventionelle Christen, die es für einen bedauerlichen Rückfall halten, wenn man heute n och von Göttern redet. Aber das ist Voreingenommenheit.

Wer sind diese Götter, von denen die Bibel berichtet? Vor allem sind es keine Götzen, sondern jene unheimlichen Kräfte, die hinter allen selbsterwählten Götterbildern stehen; die Engel oder Elohim. Weil Paulus sich als Darsteller der Gotteswege mit den Menschen weiß, kann er auch ein klares Wort über jene außerirdischen Zuschauer sagen. Es steht in 1Kor 8:5 und lautet: "Denn wenn zwar auch solche, die Götter benannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, ebenso wie viele G ö t t e r und viele Herren sind, so haben w i r nur e i n e n G o t t, den Vater, a u s dem das All ist und wir z u Ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, d u r c h den das All ist und wir d u r c h Ihn." Es gibt also viele Götter und Herren, denn alle Völker haben ihre eigenen; wir aber erkennen sie nicht an, weil wir ein Eigentum Jesu Christi sind, und damit auch ein Eigentum des Gottes Israels. So leben wir praktisch in Feindesland, da Satan der Gott dieser Welt ist (2Kor 4:4) und stehen doch ganz allein unter der Herrschaft Jesu Christi, Kol 1:13.

Die Bezeichnung dieser Götter ist in den hebräischen Schriften "Elohim" und in den griechischen "Kosmokratoren", Eph 6:12. Das ist ein wichtiger Schlüssel für das Verständnis der Bibel. darum lesen wir: "Denn ein großer El ist Jahweh (der einzige Gott Israels), und ein großer König über a l l e Elohim". "Denn groß ist Jahweh und sehr zu loben, furchtbar über alle Elohim." Denn alle Götter der Völker sind Elilim" (Götterchen oder Gottnichtse, die Septuaginta übersetzt Damonen). "Denn Du, Jahweh, bis der Höchgste über die ganze Erde. Du bist sehr erhaben über alle Elohim", Ps 95:3; Ps 96:4.5; Ps 97:9. So gibt es also nicht nur Engel, die Gott ständig ein Heilig zurufen, wie es die Cherubim und Seraphim von Jes 6 tun, sondern auch solche, die Ihm ebenso wie Menschen widerstehen und widerstreben - und Ihm dabei doch dienen müssen. Denn noch immer gilt 5Mo 10:17: "Denn Jahweh, euer Elohim, Er ist der Gott der Götter und Herr der Herren, der große, mächtige und furchtbare Gott."

Was ist Liebe?

Und nun die andere wichtige Frage: Was ist eigentlich Liebe? Wenn wir nicht wüssten, dass es das Wesen Gottes ist, der selbst den verdammungswürdigen Kosmos mit allem was darin ist, liebt, und deshalb dasBeste für sie hingegeben hat, dann müssten wir sagen. Liebe ist wie ein schillernder Regenbogen mit den unterschiedlichsten Regungen. Prof D. Dr. A. Köberle schreibt einmal: "Wenn Schlagerstars das Thema besingen: 'Kann denn Liebe Sünde sein?' dann weiß jedermann, dass damit nichts anderes gemeint ist als der sinnliche Rausch, der gerade für eine Partynacht ausreicht. Wenn die Dichter der Romantik von der Liebe sangen, dann dachten sie an die seelische Harmonie, die zwei gleichgestimmte Herzen miteinander vereint. Und wenn der Apostel Paulus 1Kor 13 schreibt: 'Die Liebe ist langmütig, und freundlich, sie suchet nicht das Ihre, sie erträgt alles, sie duldet alles', dann versteht er darunter die Gesinnung der Güte und der Verantwortlichkeit, wie ein Mensch das Beste des anderen für Zeit und Ewigkeit meint."

Was nun unser ursprüngliches deutsches Wort Liebe betrifft, so hat es nur wenig Gemeinschaft mit dem schönen Schillerwort: "Die Liebe will ein freies Opfer sein." Es ist wurzelmäßig das genaue Gegenteil, und erst durch Gottes Tat auf Golgatha zu einem besseren Begriff geadelt und geheiligt. Denn das indische Stammwort "lobha" bedeutet Gier, griechisch "lypta", Hure, lateinisch "libido", geschlechtliche Begierde, althochdeutsch "luba" Verlangen, was sich mittelhochdeutsch zu "lip", gerne haben, wandelte. Erst unter christlichem Einfluss wurde aus dem Begriff roher Sinnlichkeit ein Wort, das edle selbstlose Hingab e ausdrückt. Wir können deshalb verstehen, dass Gottes Wort warnt: "Hab nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist", während Gott Selbst den Kosmos so sehr liebt, dass Er Seinen Sohn hingibt. Das eine ist egoistisches Begehren, das andere errettendes Opfern. Durch Christus wird aus dem begehrenden Menschenherzen ein solches, das Schenken kann, weshalb aus dem Wort Juba auch erlauben und gelauben (Glauben) ebenso hervorkommt, wie geloben und loben. Nun spannt sich ein weiter Bogen von der Agape zur Charitas, Philia, Eros und Sexus, das heißt von der Gottesliebe zur Menschen- und Freundesliebe bis zur Seelenliebe und Gottesliebe. Denn auch die geschlechtliche Liebe ist weder schmutzig noch hässlich und kann viel zur Beglückung des Menschen beitragen, wenn statt tierischer Gier ein gegenseitiges Beschenken vorhanden ist, das Gott mit der Entstehung neuen Lebens lohn. Wirkliche Wonne im Zeugungsgeschehen kann n u r in zärtlicher Zuneigung und in der Ganzhingabe treuer Gemeinschaft, nämlich einer in Gott gegründeten Ehe, erblühen.

Satans List

Die Liebe der Götter aber war nichts als die Gier eines titanischen Triebes, in dem die fleischliche Vereinigung nur als Mittel zum bösen Zweck missbraucht wurde. Darum waltet ein großes Geheimnis in den beiden hebräischen Begriffen j a d a, was wahrnehmen (erkennen) und. zugleich beiwohnen bedeutet, und a r u m, welches als nackt und als listig gelesen werden kann. gerade die Frau wird zur Zielscheibe des Bösen, und Engelmächte versuchten durch List und Gewalt das schwache Geschlecht gefügig zu machen.

Das einstmals Götter zur Erde kamen, wir in unseren Tagen durch vielerlei Thesen erhärtet. Und nicht nur Däniken, sondern auch solche, die ernster zu nehmen sind, haben sich damit beschäftigt. Was dennoch viel zu wenig beachtet wird, ist das ungehemmte geschlechtliche Begehren, von dem auch die griechischen Sagen selbst über den "Gottvater" Zeus (Satan) berichten. Der biblische Bericht weiß von einer solchen Überlistung Evas durch die Schlange (die hebräisch männlich ist), die Mythologie hat das Motiv von Leda und dem Schwan. Wer 1Mo 6:1.2 mit Jud 1:6 sowie 1Petr 3:20 und 2Petr 2:4-7 vergleicht, findet die gleiche Sache in den Tagen vor der Flut. Da lesen wir: "Und es geschah, da die Menschen anfingen sich zu mehren auf der Fläche des Erdbodens, und Töchter ihnen geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, dass sie schön waren, und sie nahmen sich zu Weibern aus allen, die sie wollten." "Auch die Engel, die ihren ersten Zustand (auch Fürstentum oder Oberherrschaft) nicht bewahrten, sondern ihre eigene Wohn statt (Geistleiblichkeit) zurückließen, hat ER mit unsichtbaren Ketten bis. zum Gericht des großen Tages bewahrt. Die gleicherweise wie Sodom samt umliegenden Stätten sich der Hurerei ergaben und andersartigem Fleisch nachgingen, liegen als (warnendes) Beispiel vor, die gerechte Strafe in äonischem Feuer erleidend."

Nach Hi 1:6 sind "Söhne Gottes" Elohim, das meint Engel. Ihr von niemand beobachtetes Anschauen führte zum Begehren, wie einst David, als er Batseba sah, zum Ehebruch verleitet wurde. Sowohl das Buch der Jubiläen, wie auch Philo und Josephus erkannten die Tatsache an, dass hier Engelwesen mit Menschentöchtern in geschlechtliche Gemeinschaft traten. Die Septuaginta übersetzt Söhne Gottes kurzweg mit Engel.

In dem lesenswerten Paperback "Urzeit und Endzeit" von Wolfgang Jugel heißt es (S. 68): "Auf dem Wege übernatürlicher Zeugung ereignete sich eine. Bastardisierung der vorsintflutlichen Menschheit. 'Aufbesserung des Erbgutes!' Mischwesen entstehen, während ihre Erzeuger aus der Überwelt in die Orte des göttlichen Gewahrsams verbannt werden." So verband sich mit dem S ex eine andere, bedeutendere Absicht:; die Zeugung eines neuen Menschengeschlechts für Satans Zwecke. Darum fährt der Tatsachenbericht von 1Mo 6 in 1Mo 6:4 fort: "Riesen waren auf Erden in denselben Tagen; denn nachdem die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen, wurden diese von ihnen geboren. Das sind die Starken, die von altersher Männer des Ruhmes waren." Liebe mit Gewalt, denn sie nahmen, welche sie nur irgend wollten, gingen. zu ihnen ein, und die so vergewaltigten Menschentöchter mussten Kinder austragen, die zu Nephilim, das sind Riesen oder Gefallene wurden, und Giborim warn, das meint Giganten oder Helden, nämlich Männer des Namens, was den Missbrauch des Gottesnamens, und damit transzendenter Kräfte bedeutet.

In seiner Prophezeiung über die Endzeit betont David Wilkerson besonders die zunehmende Erotisierung, die einen moralischen Erdrutsch bewirkt. So ist wörtlich bei ihm zu lesen: "Schon jetzt durchzieht ein dämonischer Geist der Lust viele Nationen und bringt Nacktheit, Perversion und eine Flut von Schmutz mit.

Diese Welt sieht sich einem Schlammbad von solcher Stärke ausgesetzt, dass sogar Geist und Seele der meisten überzeugten Christen irgendwie davon beuunruhigt werden."

"Neben dem Ausschlachten aller möglichen sexuellen Themen wird man besonderen Nachdruck auch auf Blutvergießen, Gewalttätigkeit und Okkultismus legen. Dämonen, Teufel und Zauberkünste wird man darin verherrlichen. Die neueste gezeigte erotische Spielart wird Sexualverkehr zwischen Dämonen und Menschen sein. Diese aufregenden Darstellungen werden den Teufel als Vater der Sexualität schildern." ("Die Vision", S. 53-56). Auch hierin zeigt sich, dass die Tage des Endes denen des Anfangs gleichen., Das Schicksal Noahs und Lots ist auch das der letzten Generation.

6 teuflische Ziele

"Auf dass wir nicht übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist nicht unbewusst, was er im Sinn hat" (2Kor 211), sollen hier 6 Gründe dafür genannt werden, was die "Liebe der Götter" bezweckte:

  • 1. Gottes Liebesrat sollte vereitelt werden

Der im Bild Gottes, das heißt in Jesus erschaffene Mensch kann seine Erfüllung nur im Erlöser finden, und soll deshalb zur Gesinnung Jesu heranwachsen und reifen, Phil 2:5, Eph 4:13. Die durch Engel gezeugten Halbgötter aber konnten nur, wie ein Kain, die Gesinnung des Bösen haben, 1Jo 3:8-12.

  • 2. Die Geburt des Weibessamens Jesus sollte verhindert werden.

An den Pforten des Paradieses wurde ein Weiberssame angekündigt, der die Schlange besiegen wird, 1Mo 3:15. Satan wusste, dass Gott ohne Zutun eines irdischen Mannes dazu eine reine Magd erwählen würde. Hier wollte er dem Heiligen Geist zuvorkommen. Wird die Frau zu Fall gebracht, dann kann es nur noch Schlangenvertreter, aber keinen Schlangenzertreter mehr geben.

  • 3. Engel wollten ein unsterbliches Geschlecht schaffen.

Paulus schreibt in 1Kor 15:22 "Wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden." Beides wollten die Beherrscher der Finsternis umgehen. Ein ohne Christus unsterbliches Göttergeschlecht sollte entstehen - der Herr ab er setzte das Lebensalter auf 120 Jahre herab, 1Mo 6:3.

  • 4. Unvergesslich glorreiche Namen.

Die an sich nicht zeugungsfähigen Engel haben keine Nachkommen. Sie nahmen deshalb Menschenleiber an, um ihren Namen fortpflanzen zu können. Salomo besingt in Ps 72:17 den Gerechten, in dessen Namen sich alle segnen. Das ist ohne Frage Christus. Uns sind zwar einige Halbgötter wie Dionyssius, Herakles, Perseus und Tantalus bekannt, aber niemand segnet sich in ihrem Namen.

  • 5. Ein großes Heer von Kampfgenossen.

Satans letzter Versuch ist der Kampf gegen das Lamm, Offb 17:14, Offb 20:8. Dazu der andere salomonische Ps 127:3-5): Siehe, ein Erbteil Jahwehs sind Söhne, eine Belohnung die Leibesfrucht. Wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend; Glückselig der Mann, der mit ihnen seinen Köcher gefüllt hat! Sie werden nicht beschämt werden, wenn sie mit Feinden reden im Tore."

  • 6. Die Bosheitsmächte wollten das Menschengeschlecht verderben.

Das ist ihnen auch gelungen, denn Gottes Wort sagt: "Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt, denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden." Das hätte den Untergang für alle bedeutet, wenn Gott nicht durch das Sintflutgericht einen neuen Weg gebahnt hätte, und der lautete: "Noah aber fand G n a d e vor dem Herrn." Es ist das erstmal, wo in unserer Bibel dasWort Gnade steht.

In Mt 24:37 sagt unser Herr und Haupt: "Aber gleichwie es zu der Zeit Noahs, war, also wird auch die Ankunft des Menschensohnes sein." Als die Zeit erfüllet war, sandte Gott Seinen Sohn ins Fleisch, von einem Weibe geboren. Wenn die Bosheit aufs höchste gekommen ist, wird der Sohn Gottes abermals, aber diesmal direkt aus der Herrlichkeit des Vaters, erscheinen.

IV. Kosmopolitisches Zentrum Babel

Im Jahre 1953 schrieb der Theologe Hans Urs v. Balthasar: "Nicht Geschichte, nicht Entwicklung, nicht Philosophie haben das letzte Wort, sondern allein der Glaube, der zur tiefen Anbetung und zu besserem Lebensgehorsam führt". Solche grundlegenden Wahrheiten von der Anbetung und dem Gehorsam als Lebensprinzip sind in einer Zeit, in der alles zur Babylonischen Ich Vergötzung strebt, obwohl dringend notwendig, doch sehr selten geworden, denn heute drängen Be griffe wie Bruttosozialprodukt, Wirtschaftshilfe und Mitmenschlichkeit die Hinweise auf Gerechtigkeit, Gottes Segen und Glauben völlig in den Hintergrund. Alle Phasen über Lebensqualität und Verbesserung des Lebensstandarts sind nur Ablenkungsmanöver. Sicherlich spielen Wirtschaft und Wohlstand eines Staates eine große Rolle. Um was es aber in der großen Politik seit eh und je wirklich geht, ist die Selbstanbetung des Menschen, die in Todfeinschaft zur Verehrung Gottes steht, und die damit den Machtkampf zwischen Babel und Jerusalem bedeutet. Das Wort Politik, das aktive Teilnahme an der Ordnung und verwaltung eines Gemeinswesens bedeutet, kommt von der griech. Bezeichnung für die Stadt, polis. Gemeinwesen des Altertums war der Stadtstaat. Der Politkos ist darum schlechthin der im Irdischen verstrickte Bürger. Es gehörte darum zu der von Paulus verkündeten Frohbotschaft, dass unser "Bürgertum" (politeuma) in den Himmeln ist, Phil 3:20. Schon unser Vater Abraham wartete auf die Stadt, deren Baumeister Gott ist, und alle die sich wie er als Gäste und Fremdlinge auf Erden fühlen, geben damit zu verstehen, dass das wahre Vaterland erst mit Christus kommt, Hebr 11:8-14.

Der Anfang des Staates

Die Stadt als Staatsbegriff, wie Sparta oder Athen, stammt aber nicht aus Griechenland, sondern ist viel älteren Ursprungs. So lesen wir in unserer Bibel von einem Menschen nach der Sintflut mit Namen Nimrod, d.h. Empörer: "Der Anfang seines Reiches war Babel". Da es nicht bei dem Stadtstaat blieb, weil er in immer größere Machtbereiche hineinwuchs, gehen von diesem in 1Mo 10:10 genannten Wort und Begirr Babel bis an das Ende der Zeit gerade 10 Weltmächte hervor, deren Reiche immer mehr nach Westen wanderten: Babel, Assur, Ägypten, Hattusa (Hethiterreich), Persien, Griecheland, Rom, Deutschland (Heiliges Römisches Reich deutscher Nation), dann auf die Insel England überspringend, und schließlich dem Sonnenlauf entsprechend im äußersten Westen in Amerika verlöschend. Sicherlich hat es auch andere große Staaten gegeben, wenn wir an Chrina, Indien, Lybien, Karthago, mongolische oder islamische Imperien, Spanien, Niederlande, Schweden, Frankreich, die Donaumonarchie oder Japan denken. Aber keines dieser Mächte außer den 10 genannten hatte jemals weltweite Bedeutung. Man könnte nun meinen, ich hätte Russland vergessen. Dem ist nicht so, denn es ist kaum zu übersehen, dass Russland heute nach der Weltherrschaft ge reift. Nachdem in den letzten 400 Jahren eine Nationalstaatenpolitk betrieben wurde, brachte das Ende des zweiten Weltkrieges die Folgerung, dass sich die einzelnen Staaten zu Machtblöcken zusammenschließen müssen, wenn sie überhaupt leben wollen.

Das ist keine neue Idee, sondern die unausweichliche Folge weltanschaulicher Besitzergreifung. Nachdem an die Stelle des Glaubens die Philosphie trat, wird diese nun durch den nackten Egoismus und brutalsten Existenzkampf kapitalistischer oder bolschewistischer Manier abgelöst. Dennoch ist erst durch die Fehler eines Hitler und eines Roosevelt das marxistische Russland zur weltbedrohenden Macht aufgestiegen. Augenblicklich ist die Machtverteilung ein ungleiches Dreieck, aus dem Ostblock, den Staaten des Westes (die schwerlich als Block zu bezeichnen sind) und "die dritte Welt" als sogen. "Blockfreie" und "Neutrale" bestehend. Wie wenig frei und unparteiisch sie sind, zeigen die Verhältnisse im Mittelmeer und Indischen Ozean. In beiden Meeren kreuzen über 60 Schiffe der russischen Eskardra, weshalb die USA im Indischen Ozean auf der Insel Diego Garcia einen Flottenstützpunkt einrichten. Obwohl der Indische Ozean als "neutrales Gewässer" gilt und die UNO-Resulution ihn zur "Zone des Friedens" erklärte, hat Russland alle Uferstaaten, wie Indien, Somalia, Südjemen, Ceylon und Tansania mit Waffen beliefert. Die Anwesenheit der Engländer und Amerikaner wurde dagegen als "schreiende Verletzung des Friedens" bezeichnet, weshalb Englands Außenminister Douglas Home Anfang 1974 erklärte: "Mich verblüfft, dass sich die blockfreien Staaten immer nur gegen den Westen wenden. Man scheint in ihren Hauptstädten einfach zu vergessen, wie viele sowjetische Kriegsschiffe sich schon seit langem im Indischen Ozean befinden." Da auch im Mittelmeer das Gleichgewicht zugunsten Russlands durch den Ölboykott der Araber verlagert wird, macht Amerika große Anstrengungen, wenigstes Ägypten auf seine Seite zu ziehen. Schon zweimal haben darum die USA und die UdSSR, nämlich durch Eisenhower und Chrutschtschow wie auch durch Nixon und Breschnew Ägypten gerettet, Israel aber benachteiligt. Selbst der Jude Kissinger sucht die Freundschaft Ägyptens auf Kosten Israels. Die Schrift aber lässt uns in Hes 30:6 deutlich wissen: "Die Schutzherren Ägyptens müssen fallen!" Was also bevorsteht ist ein dritter Weltkrieg, in dessen Atombrand alle Machtblöcke zerschmelzen, um einem kosmopolitischen Zentrum die Bahn frei zu machen. Die Bibel bezeichnet 10 Person als Beherrscher der Erde:

  1. Nimrod, 1Mo 10:8
  2. Joseph, 1Mo 41:57,
  3. Salomo, 1Kö 5:1,
  4. Nebukadnezar, Dan 2:38,
  5. Kores, Esr 1:2,
  6. Alesxander d. Gr., Dan 8:5,
  7. Kaiser Augustus (Oktavian!) Lk 2:1,
  8. Der Antichrist Offb 13:7,
  9. Jesus Christus, Dan 2:35, Mt 28:18.

Der Antichrist ist darum nicht der letzte Weltherrscher, sondern der vorletzte. Bevor unser Erretter Jesus Christus als der Sohn Gottes die Weltherrschaft in Jerusalem übernimmt, wo Er ja auch zur Erlösung der Menschen gestorben ist, wird der Antichrist sein drittes Babel aufrichten.

Dreimal Babel

  • Das e r s t e Babel

wird uns in 1Mo 11 als eine Stadt geschildert, mit der die Menschen eindreifaches Ziel verfolgten:

  1. Die Stadt sollte einen Turm besitzen, der bis zum Himmel reichte, damit er dem Namen der Stadt entsprechend ein Bab-ilu = Tor zu Gott sei, womit der in 2Kor 4:4 genannte Gott dieser Welt gemeint war.
  2. Von hier sollten dem Gründer Babels, der ein gewaltiger Menschenjäger war (1Mo 10:8-12), jene dämonischen Kräfte zufließen, um einen großen Namen zu erlangen und von den Menschen angebetet zu werden.
  3. Durch dieses machtpolitische Zentrum sollte jedem Eingreifen des Gottes Sems vorgebeugt und Sein Strafgericht vereitelt werden. Gott aber machte aus dieser Stadt einen Ort der Verwirrung, des Fluches und Ausgangsort der Zerstreuung.
  • Das z w e i t e Babel

Wird von den Propheten Jeremia, Daniel und Hesekiel an mehreren Stellen gemacht. Nach Dan 4:27 erfüllte es Nebukadnezar als dessen Gründer mit Stolz, wenn er auf die Palastbauten, schwungvollen Brücken, hängenden Gärten und den Turm Nimrods in seiner Mitte schaute. Das alles hatte er zu seiner Verherrlichung erbaut. Aber schon Jesaja hatte geweissagt (Jes 13:19) "Also soll Babel, das schönste unter den Königreichen, die herrliche Pracht der Chaldäer, von Gott umgekehrt werden wie Sodom und Gomorra." Selbst nach 2000 Jahren haben die ausgegrabenen Trümmer wie die glasierten Ziegel des Ischthar- und Drachentores oder der Prozessionsstraße dieser gewaltigen Festung noch einen Hauch von Großartigkeit. Nebukadnezarss Thronsaal kann man heute noch im Britischen Museum in London besichtigen.

  • Das d r i t t e Babel

wird in dem letzten Buch der Schrift Offb 17 und 18 in aller genügenden Breite beschrieben. Gerade die Apokalypse ist ja jenes vielverkannte Buch, das der Herr Selbst gedeutet oder durch Zeichen offenbar gemacht hat. Bilder und Symbole werden in dem Buch selbst erklärt, und es ist unstatthaft, das Erklärte dann wieder zu einem Bild zu verflüchtigen oder umzudeuten. Mesopotamien ist das Zweistromland, und die künftige Metropole wird Euphrat und Tigris, wo sie sich am nächsten kommen, vereinen, ein Ausmaß von mindestens 60 Km haben und dadurch eine doppelte Verbindung zum Indischen Ozean haben, jenes Meer, das Offb 18:17 erwähnt. Andererseits gilt aber auch, dass diese Stadt in der Wüste liegt und dass in Offb 17:1-3 genannte Hurenweib nach Vers 18 eine wirkliche Stadt, ja geradezu die Stadt ist, neben der jede frühere Hauptstadt verblassen muss. Damit sind bildlich die vielen Wasser auch Völkerschaften, die dort angesiedelt werden, da in der Wüste ja genügend Platz vorhanden ist, siehe Offb 17:15; Jes 57:20; Jes 47:2. So ist es völlig ausgeschlossen, dass Babel nur ein Deckname für Jerusalem, Rom oder New York ist, wiewohl diese Städte auch "Huren" sind, Jes 1:21, Hos 2:2. Niemand kann von Rom behaupten, sie sei schuld am Blut aller Märtyrer wie das in Offb 18:24 gesagt wird. Wohl aber von Babel, weil dort alle Empörung gegen Gott in unserem nachsintflutlichen Äon seinen Anfang nahm. Würde Rom als Gründungsstadt der EWG oder New York als Sitz der UNO vernichtet, so wäre damit keineswegs die Behausung aller unreinen Geister und Dämonen getroffen, wie das Offb 18:2 behauptet, weil es jetzt noch viele dämonische Orte gibt.

Auch das letzte Babel liegt am Euphrat

Zur Zeit des Antichristen wird es aber nur diese Stadt als den Befehlsort für alle Könige auf Erden geben. Zu deutlich wird auch in den Prophetenbüchern herausgestellt, dass dies Welthauptstadt in der Ebene Sinear, im Land der Chaldäer und am Euphrat liegt, Jer 51:4+7; Sach 5:11 wie auch Offb 16:12; Offb 17:5 und Offb 18:3.

Wie Christus nicht aus einem bildlichen Bethlehem, sondern aus der wirklichen Stadt Davids kam (Mi 5:1), so herrscht auch der Antichrist in dem buchstäblichen Land Nimrods., Mi 5:5.

Wenn die Schrift von Babel und Jerusalem spricht, dann meint sie auch das, was sie sagt, un dnicht New York oder Rom.

Schon Alexander der Gr. wollte Bebel wieder zur Welthauptstdat machen, fand dort aber mit 32 Jahren sein jähes Ende.

Das prophetische Bild von Dan 2 zählt zu den 4 Reichen, deren Anführer Babel ist, noch zwei weitere hinzu. Dan 2:41 sagt: "Dass du aber gesehen hast die Füße und Zehen eines Teils Eisen und eines Teils Ton: Das wird ein zerteiltes Königreich sein." Diese fünfte Reich ist also nicht Rom, wenngleich zwar von des Eisens Art darinnen bleibt. Danach kommt "Sein Königreich", nämlich das Reich Christi, das alle anderen Reiche überwindet.

Da Babylon die Mutter aller Gräuel und Hurerei ist (Offb 17:5), zählen Rom, Paris und London ebenso zu ihren Töchtern wie Damaskus, Mekka und Benares. In Offb 16:19 finden wir zur Zeit der letzten Zornschale alle drei Städte wieder: Jerusalem die Große (Offb 11:8), Rom unter den Städten der Nationen und Babylon die Große.

Die letzte Welthauptstadt

Der Wille, Babel entstehen zu lassen, ist bereits vorhanden. Nachdem alle Appelle der Irakischen Regierung und Restaurierung der Ruinen Babels, die es an die UNESCO um finanzielle und technische Hilfe richtete, vergeblich waren, beschloss die Regierung im November 1971, dies aus eigenen Kräften zu tun. Ohne den Antichristen wird es aber nicht mehr als eine Touristenattraktion werden. Brauchte Nimrod 200-300 Jahre, Nebukadanezar 2-3 Jahrzehnte, so könnte es der Antichrist mit modernster Technik und Maschinen in 2-3 Jahren schaffen.

Man wird in diesem Babel außer der Gottesfurcht nichts vermissen. Neben den Regierungspalästen (der "Reichskanzlei" des "Tieres") und ein Tempel der Vereinigten Religionen (Haus der Gesetzlosigkeit, der natürlich "Dom der Gesetzesfreiheit" heißt) gibt es genügend Konzerthallen, Theater, Kinos Beatschuppen und Bordelle, Kosmetik- und Modesalons sowie Kurhauser, Sanatorien und Hotels. in den prachtvollen marmornen Straßen sind Kaufhäuser, die alles führen, sogar "Menschenware", Versandhäuser und Reisebüros, die alles möglich machen, und Banken, die alles, sogar Verbrechen finanzieren. Gasthäsuer und Läden bieten Delikatessen, Spirituosen und Rauchwaren für jeden kulinarischen Wunsch und den verwöhntesten Geschmack. Press, Fernseh- und Informationszentren, Büchereien, Museen, Gemäldesammlungen aus der ganzen Welt, auch Rennbahnen, Sportplätze, Totostellen, Glücksspielkasinos, Kabaretts sowie Nacktbars, lassen keine Langeweile aufkommen. Spiritistische Clubhäser, Wahrsagelogen und astrologische Zirkel befriedigen alle okkulten Bedürfnisse, denn es ist an alles gedacht und alles zu haben - nur eines nicht, die Bibel, Am 8:1ff. Aber mit aller dieser Herrlichkeit wird es in einer einzigen stunde aus sein, denn es ist anzunehmen , dass Babel durch eine Atom bombe zerstört wird.

"Tochter Babel, Vergewaltigerin! Heil dem, der (um der absoluten Gerechtigkeit willen) dich bezahlt und so behandelt, wie du uns behandelt hast. Heil dem, der alle deine Quälgeister (oder mutwillig Böses treiben, hebr. olalajich) dem gespaltenen Atom ausliefert." Ps 137:8.9. Letztlich ist der gespaltene Fels aber Christus, der trotz aller Gericht auch die feinde liebt. "Denn Jahweh Zebaoth wird sie segnen und sprechen: Gesegnet bis du , Ägypten, Mein Volk und du Assur (das künftige Reich des Antichristen, Jes 10:12; Hos 11:3+5, Zeph 2:11+13) Meiner Hände Werk, und du Israel, Mein Erbe!"

V. Abraham ein Auserwählter

Ein "natürlicher" Mensch, der nicht hinter die dinge zu schauen vermag, kann nicht verstehen, warum es bei all dem Bösen in der Welt einen Gott geben soll. Er hält ihn entweder für ohnmächtig oder im Bunde mit jenen Mächten stehend, die mit Gewalt Leid, Unglück und Verderben auf das Menschengeschlecht herabschütten Charles Baudelaire (1821-1867) kam zu dem Schluss: "Wenn es einen Gott gibt, dann ist es der Teufel." Ähnlich Friedrich Nietsche (1844-1900): "Gott ist widerlegt, der Teufel nicht!"

Gleichgültig lehnen deshalb jeden Gedanken an Gott ab, die Primitiven aber beginnen ihn zu fürchten. Doch Gott ist, trotz einer 6000-jährigen Sündenzeit voller Blut, Tränen und Schmerzen, nicht machtlos und nicht mitleidlos. Gottes Regierungsgrundsatz beruht auf einem bestimmten Vorsatz, den das griechisch geschriebene Neue Testament "prothesis" nennt. Ein Vorsatz deshalb, weil alles Tun Gottes zielstrebige Liebe ist. Eine Liebe, die den anderen nicht vergewaltigt. und auch den Bösen nicht zwangsweise umkrempelt, die ihm aber Grenzen setzt und dabei einen Weg findet, alle vom Leid betroffenen Geschöpfe zu voller Glückseligkeit z u führen. Dieser in Röm 9:11 genannte Weg ist die Auswahl der Gnade.

Da greift Gott ins volle Menschenleben, das heißt in Furcht und Schrecken des Erdendaseins, und macht das Herz eines Sünders trotz aller Not so voller Liebe, dass es überfließt in Lobpreis und Danksagung. Hat doch selbst in dem großen Elend des Dreißigjährigen Krieges ein Paul Gerhardt mit fröhlichem Herzen singen können:

"Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht;
Dein Tun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht."

Abertausende sind's, die durch e i n e n so Begnadeten ge tröstet und gesegnet wurden. Denn Paul Gerhardts Glaube ist kein billiges Wunschdenken und keine Utopie, sondern die felsenfeste Gewissheit: Gott hat E i n e n auserwählt und in Ihm das Heil aller Menschen beschlossen, Jesus Christus, den Sohn Seiner Liebe und einzigen Retter! Eine Wahrheit, die selbst die Teufel nicht leugnen können, denn wir lesen in Mk 1:24, dass es sogar aus einem Besessenen spricht: "Ich weiß, wer Du bist: der Heilige Gottes!"

Die Auswahl des Einen ist Gottes geheimer Weg, um allen zu helfen. "Wie in Adam alle sterben, so werden in Christo alle lebendig gemacht." 1Kor 15:22. "Also nun, wie es durch e i n e Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis kam, so auch durch e i ne Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn gleichwie durch des e i n e n Menschen Ungehorsam die Vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des E i n e n die vielen in die Stellung von Gerechten gesetzt werden." Röm 5:18.19.

Auserwählte Menschen

Gott hat aber auch Menschen auserwählt, damit Christus durch sie Mensch werden konnte, und damit Er in den Vielen Gestalt gewänne. Das Wort "Auswahl" (eklogä) finden wir gerade siebenmal im Neuen Testament. Es wird zuerst in Apg 9:15 verwendet. Saul von Tarsus, ein blutrünstiger Verfolger der Gemeinde Jesu, wird dort als "Gefäß der Auswahl" bezeichnet. Außer diesem Paulus, der das Wort Auswahl fünfmal nennt (die Zahl der Gnade), nämlich in Röm 9:11; Röm 11:5.7.28 und 1Thes 1:4, ist es noch Petrus, der uns in 2Petr 1:10 ermahnt, allen Fleiß daran zu wenden, u n s e r e Berufung und Auswahl festzumachen, damit wir nicht straucheln.

Wie Gott in Christo einen Paulus auserwählte, um ihm die letzten großen Wahrheiten und das Geheimnis des "in-Christo-Sein" zu offenbaren, siehe Kol 1:25-27; Eph 5:32; 2Petr 3:15, so wurde Abraham auserwählt, Anfang und Urvater des Volkes Gottes zu werden. An ihm sehen wir zum ersten mal dass ein Auserwählter ein Geliebter und Freund Gottes ist (Jes 41:8, Jak 2:23), wie das später auch bei Stephanus, der erste Märtyrer nach der Ausgießung des Heiligen Geistes, beginnt seine große Rede mit den gewichtigen Worten: "Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham." Denn diesem Abraham den Gott selbst einen Propheten nennt (1Mo 20:7), wird der ganze Heilsrat Gottes enthüllt, das Opfer von Golgatha, wie auch der Beginn des Reiches, Joh 8:56.

Wie Noah als der Zehnte nach Adam bei Gott Gnade fand, als die Menschheit bereits verderbt war, so ist Abraham wiederum der Zehnte nach Noah, und selbst die Väter Abrahams waren Götzendiener geworden, wie wir aus Jos 24:2 erfahren. Satan sah sich nahe am Ziel. Vor der Sintflut hatte er es mit den abgefallenen Engeln versacht, nun hatte sich ihm das Geschlecht des verfluchten Ham, aus dem ein Nimrod entstand, gänzlich ausgeliefert. Aber Gott griff in die Geschichte mit Gericht und Gnade ein. Im Gericht durch die Zerstörung Babels und die Teilung der Erde, in der Gnade durch die Berufung eines Menschen, den er aus dem damaligen Kulturkreis, aus Ur in Chaldäa, herausgeführt, unter viele Nöte ins Land der späteren Nachfahren bringt und dort zum Glauben erzieht.

Gottes Weg mit Abraham

Abraham wurde zwei Jahre nach dem Tode Noahs geboren. Das war 1999 v. Chr., oder wie wir berichtigend sagen müssen, 1992 Jahre vor der Geburt des bereits an der Paradiesespforte angekündigten Messias Jesus. Von Abrahams Bruder Haran, dem Vater Lots und wie wir annehmen dürfen auch der Sara, wissen wir, dass er 1948 Jahre nach Adam geboren wurde, man vergleiche damit das Jahr 1948 n.Chr. als Jahr der Gründung des Staates Israel. Haran wurde etwa 100 Jahre alt, und die jüdische Überlieferung will wissen, dass Haran als Märtyrer starb. Es war das erste Reden Gottes in Ur, dem Machtbereich Babels, dem der erste Auswanderungsbefehl Gottes folgte, von dem auch Stephanus in Apg 7:2-4 spricht.

Auch die Berufung Abrahams im Jahre 1924 v. Chr. war in Gottes Heilsratschluss genau abgemessen. Es war 427 Jahre nach der Flut und 430 Jahre vor der Gesetzgebung am Sinai, Gal 3:17. Das bedeutet aber auch, dass diese Auserwählung Abrahams in Haran (Abrahams Standort, wo auch sein Vater starb, hatte demnach den gleichen Namen wie sein verstorbener Bruder, der zugleich sein Schwiegervater wurde) 1955 Jahre vor Golgatha erfolgte und dass die Kreuzigung und Auferstehung Jesu im Jahre 31 n. Chr. genau in "der Mitte der Jahre" war (Hab 3:2), denn bis zum Ende des Antichristen im Jahre 1986 werde es wieder genau 1955 Jahre sein.

Abraham, der noch auf seiner Wüstenreise 318 Sklaven besaß, war in seiner Heimat sicherlich schon ein reicher und angesehener Mann; doch als Gott in sein Leben trat, konnte er alles daran geben. Erlöste sind auch gelöste. Der Überlieferung nach sei Abraham schon in seiner Jugend dem Götterkult entfremdet gewesen.

Verheißungen

In Haran erhält der mittlerweile 75-jährige aber immer noch kinderlose "Vater der Höhe" folgende 7 kostbare Verheißungen:

1. Jahweh spricht zu Abraham: "Ich will dich zur großen Nation machen." Gott ließ sich aber 25 Jahre Zeit, bis Er ihm den Sohn der Verheißung schenkte. Denn Gott handelt dann, wenn es nach menschlichem Ermessen aussichtslos ist - Abraham war 100, Sara 90 Jahre alt. Mit 137 Jahren wird dem Abraham geboten, seinen geliebten Sohn auf Morija, dem späteren Tempelberg, zu opfern. Abraham zweifelt auch da nicht an Gottes Liebe und erfährt, im Glauben an die Auferstehung gestärkt, dass den Auserwählten a l l e s zum Beten dienen muss, Röm 8:28. Der Glaube an die Auferstehung ist auch heute noch die Kraft, die Abrahams Nachkommen tröstet. Niemand kann heute bezweifeln, dass Israel, trotz aller Verfolgung durch die seit Abraham nahezu 4000 Jahre, eine große Nation geworden ist.

Doch müssen wir dabei beachten, dass es einen dreifachen samen Abrahams gibt.

  • wie die Sterne am Himmel (Gemeinde) 1Mo 15:5
  • wie der Staub der Erde (Haus Juda) 1Mo 13:16
  • und wie der Sand am Meer (Haus Israel, 10 Stämme) 1Mo 22:17.

2. "Ich will dich segnen." Das aus Abraham stammende Gottesvolk war trotz aller Störrigkeit und Undankbarkeit (schon Esau wurde ein Gottloser) mit vielen Männern und Frauen gesegnet, die wie der Erzvater Gott bedingungslos glaubten, so dass der Hebräerbrief erklärt: "Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen von ..." Und bis heute ist der Glaube an den wahren Gott das kostbare Gut vieler Beschnittener und unbeschnittener Nachkommen Abrahams, Röm 4:12.

3. "Ich will deinen Namen groß machen." Auch daran können wir erkennen, wie Gott Seine Verheißungen wahrmacht. Selbst die 200 nmMillionen Araber, die erbitterte Feinde Israels sind, sprechen nur mit großer Ehrfurcht von Abraham. Überaus groß aber wurde Abrahams Name durch die zu Anfang des Neuen Testament eröffnete Tatsache: "Jesus Christus, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams", wie auch ein Paulus bekannte: "Ich bin auch ein Israelit von dem Samen Abrahams", Röm 11:1. Der Vater unseres Herrn Jesus bezeichnet Sich als "der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs"! Mt 22:32.

4. "Und sollst ein Segen sein". Abraham wurde zu einem Segensbrunnen für sein ganzes Volk. Selbst die dem Evangelium nicht glauben, sind noch Geliebte um der Väter willen, Röm 11:28. Denn Gott hat dem Abraham geschworen, in um seines Opfers willen, reichlich zu segnen, was sich bis zum letzten Nachkommen erstreckt, denn Gotteswort gilt bis auf 1000 Geschlechter, 1Mo 22:16f; Ps 105:5-9. Durch Abraham und seine Nachkommen wurde der eine wahre Gott aller Welt bezeugt und das Wort Gottes rein und unverfälscht überliefert. Dieser Segen ist unermesslich und wird erst in der Ewigkeit voll erkannt werden.

5. Ich will segnen, die dich segnen." Das ist ein Versprechen Gottes an Seine Auserwählten, das 4000 Jahre die Geschicke der Völker bestimmt. Wer Abrahams Nachkommen wohltat, dem ging es gut. das Aufblühen des Abendlandes wurde aus dieser Wurzel gespeist. Es ist Jesus Selbst, der da belohnt, was man einem Seiner geringsten Brüder getan hat, Mt 25:40.

6. "Wer dir fluchzt, den werde Ich verfluche." Wie die Zahl 6 den Menschen ohne Gott aufzeigt, so wird auch die 6. Verheißung zu einem Schicksalsgesetz für alle Anti-Abrahamiten. Wer Israel verflucht und bekämpft, wird zum Feind Gottes, denn er rührt Gottes Augapfel an und straft sich selbst. Das haben durch die Jahrtausende die Ägapter, Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen und Römer erfahren. Fluch und Niedergang wegen Feindschaft gegenüber Abrahams Samen erlebten aber auch die Spanier, Engländer, Hilterdeutschland und in unseren Tag Frankreich. Obwohl der Hass gegen Juden und Christen immer ein Zeichen des Untergangs ist, wollen auch Moslems, Marxisten und Maoisten nicht davon lassen.

7. " In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde." Obwohl Gottes Verheißungen das Gericht nicht aussparen, enden sie doch immer mit Segen. Erwählung ist Berufung zum Dienst, und dieser Dienst heißt Segnen! Nicht viele Völker sollen unter den Segen Abrahams kommen, sondern a l l e ! "In deinem Namen (in dem sich Gott offenbart) werden gesegnet werden a l l e Nationen der Erde.", lesen wir in 1Mo 22:18. Paulus zeigt uns in Gal 3:13 Den, der allen Fluch auf Sich nahm, "auf dass der Segen Abrahams in Christo Jesu zu den Nationen käme".

Abraham war ein Auserwählter Gottes, aber das sind auch alle, die wie er glauben und gehorchen und warten können. "Denn er erwartete die Stadt welche Grundlagen hat, deren Baumeister und Werkmeister Gott ist." Hebr 11:10. Welche unerhörte Freude bringt doch jene Gnadenbotschaft, die Paulus in seinem ersten Brief, den er an eine Gemeinde schrieb, verkündete, und die auch uns gilt: "wissend, von Gott geliebte Brüder, eure Auswahl!"

VI. König im besetzten Land

Weil Gott Liebe ist, deshalb ist Er auch "barmherzig, gnädig und geduldig", wie Jahweh Sich einem Moses gegenüber Selbst bezeugte, 2Mo 34:6. Diese Geduld Gottes ist so groß, dass sie uns manchmal geradezu unverständlich erscheinen muss, weil es nach menschlichen Begriffen bereits "zu spät" oder endgültig aus" ist. Ein Beispiel am Ende des ersten Weltkrieges möge das beleuchten. Im Westen waren die Waffen zur Ruhe gekommen, aber im Osten, in Russland und bei seinen Angrenzern tobte ein furchtbarer Bürgerkrieg. In Riga hatten die Bolschewisten 30 Geiseln zusammengetrieben, darunter auch die adelige Sängerin Marion von Kloth. Sie stimmte Abend für Abend in ihrer Zelle das Lied an:

"Weiß ich den Weg auch nicht, Du weißt ihn wohl,
das macht die Seele still und friedevoll. -
Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht,
und Du gebietest ihm, kommst n i e zu s p ä t !"

Aber Gott kam "zu spät". Die Befreier standen schon vor den Toren, da wurden in buchstäblich letzter Minute alle abgeknallt.

Warum griff Gott für solche, die Ihm vertrauten, nicht hilfreich ein? Eine ähnliche Situation ist im Johannesevangelium berichtet. Als Jesus hörte, dass Lazarus "krank war, blieb Er zwei Tage an dem Ort, da Er war". In beiden Fällen will Gott uns zum Glauben an die Auferstehung in Seinem und durch Seinen Sohn führen. Indem Jesus als das wahre Leben erkannt wird, wird auch der Vater verherrlicht. Dennoch können wir den Schmerz der Martha verstehen: "Herr wärest Du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben!" Die zwei Tage, die der Herr absichtlich verzog, werden zu einem prophetischen Hinweis auf die 2000 Jahre, in denen Israel sich verlassen fühlt, weil es den Sterbensweg gehen muss. Insgesamt sind es ja seit der Verheißung an Abraham jene vier Tage des Lazarus, nach denen alles verloren schien. Israel ist, um einmal das furchtbare Wort zu sagen, das ja auch über Lazarus gebraucht wird, "stinkend" geworden. Die Reichsoffenbarung ist endgültig begraben. Aber Lazarus wird auferstehen und den Ruf hören: Komm heraus!

Israels Not und Schuld

Wie jeder Mensch sich im Geheimen ein Bethanien wünscht, einen Erquickungsort, fern von bösen Menschen und dem oft allzu grauen Alltag, so ist es Israels dreifacher Wunsch:

selbstzufrieden,
unbehelligt
und anerkannt zu sein.

Alles Dinge, die eigentlich "selbstverständlich" sind, aber für Israel zur Sünde, das meint zur Trennung von Gott werden.

In uns selbst ist kein Friede, und auch Israel kann den ersehnten Frieden nicht selbst schaffen, weder durchs Schwert noch durch Kompromisse, denn "Er ist unser Friede", der Messias Jesus Eph 2:14. Selbstzufriedenheit ist Selbstherrlichkeit und in Wirklichkeit Gottlosigkeit. Wäre Israel unbehelligt, so wäre es ohne Auftrag, der ja nicht darin besteht, anderen vorzupredigen, sondern täglich vorzusterben, 1Kor 15:31; Röm 6:8. Israel soll Christus erleben, um den anderen Völkern Christus zu bringen - eine Aufgabe, die der Kirche nicht gelungen ist, weil sie sich dem Heidentum anpasste. Auch Israel möchte wie die anderen sein, ein Wunsch, den Gott ihnen aber nie erfüllt, denn damit wäre ihre Auserwählung preisgegeben.

Wie die Erlösung nur durch Christus möglich ist, so hat Gott das Reich mit Israel verknüpft, denn "Sein Königreich wird auf kein anderes Volk kommen", Dan 2:44. Allerdings sollten wir unter Israel niemals nur die Juden allein verstehen, sondern müssen alle 12 Stämme sehen (Apg 26:7; Jak 1:1), da seit Salomos Tod bis zur Vollerlösung Haus Juda und Haus Israel geteilt sind, siehe 1Kö 11:30-36, Jer 31:31; Sach 8:13; Hebr 8:8.

Statt dass Gott Israel gestattet, es den anderen gleichzutun, erzieht Er sie zu Segensträgern

im Gehorsam,
im Glauben
und in Liebe, wo andere hassen.

Dafür gibt es ergreifende Beispiele in der Schrift, die alle durch den Umstand geprägt sind, dass Gott Abraham und seine Nachkommen in ein bereits besestztes Land führte. Wer das 5. Kapitel des zweiten Buches der Könige (2Kö 5.) liest, hat schon im Alten Bund ein leuchtendes Beispiel von Feindesliebe, sei es bei der israelitischen Sklavin des syrischen Feldhauptmanns Naemann oder bei Elisa.

Das Lied Moses lautet voller Zuversicht: "Du bringest sie hinein und pflanzest sie auf dem Berge Deines Erbteils, den Du, Herr, Dir zur Wohnung gemacht hast, zu Deinem Heiligtum, Herr, das Deine Hand bereitet hat. Der Herr (Jahweh) wird König sein immer und ewiglich." 2Mo 15:17.18. Aber wie sieht nun die Herrschaft dieses allmächtigen Königs nach Ablauf der Geschichte aus? Vor allem müssen wir lernen, dass Gott ein König ist, er unendlich viel Zeit hat (1Mo 15:16), der unendliche Geduld übt (2Petr 3:9) und dem Bösen stets den Vorrang lässt, Mt 5:45.

Von Abraham bis David

A b r a h a m wurde zwar das Land durch Gott und Seinen Messiaskönig verheißen. ER wanderte auf Gottes Geheiß von Ur, südlich von Babel nach Haran, über 500 km nördlich von Damaskus. Das ganze ist ein Weg von über 1000 km und entspricht ungefähr der Strecke Zürich -. Hamburg. Der zweite Abschnitt ist in die Etappen Haran - Sichem - Hebron unterteilt, was wieder über 800 km sind. Wieviel Beschwernisse gab es auf der jahrelangen reise - und als er am Ziel ist, gibt Gott ihm keinen Fußbreit Boden, so dass er selbst das Grab für seine Frau von den Hethitern (die nicht einmal Ureinwohner sind), kaufen muss, siehe Apg 7:2-5; 1Mo 15:16; 1Mo 23:15-20. Aber Abraham haderte nicht mit Gott, sondern lernte durch Gottes befremdliche Führung Vertrauen (Glauben) und Warten (Hebr 11:8-10) und besonders das nach oben Schauen, Joh 8:56.

I s a a k wanderte von Brunnen zu Brunnen, die er grub und die andere im Gott verheißenen Lande verschütteten, 1Mo 26:12-25.

J a k o b gar musst mit Engel und Menschen um das Land kämpfen, Hos 12:5; 1Mo 48:22.

J o s e f stirbt in der Sehnsucht nach dem Land der Verheißung und lässt seine Gebeine nach dorthin bringen, 1Mo 50:22-25.

M o s e s führt das erwählte Volk 40 Jahre durch die Wüste, bis die ganze Generation aufgerieben ist, und darf das Land selbst nicht betreten, sondern nur sehen, 5Mo 34:4. Seit Abrahams Berufung waren in zwischen 470 Jahre vergangen - eine Zeit wie von der Geburt des Kopernikus oder Michelangelo bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

J o s u a darf endlich über den Jordan treten, aber das Land muss mit dem Schwert erworben werden - ein Kampf, der bis heute nicht zu Ende ist, denn Gott ist es, der immer neue Feinde erstehen lässt.

K a l e b musste genauso Hebron wieder erobern, wie es 1967 n.Chr. geschah, obwohl dort die Erzvätermit ihren Frauen (außer Rahel) bestattet sind.

Bis S a m u e l ist die 356-jährige Richterzeit, in der eine D e b o r a und ein B a r a k ebenso wie ein G i d e o n und ein S i m s o n wahrhaften Heldenmut aufbringen, da die Feinde übermächtig sind.

S a u l als Israels erster König und sein edler Sohn J o n a t h a n sterben für die Befreiung des Landes ebenso wie heute noch viel fromme und auch ungläubige Juden.

D a v i d, der Geliebte Gottes, ist lebenslang ein Kriegsmann, denn er ist König in einem besetzten Land, 1Chr 10:7; 1Chr 28:3.

Israels Niedergang

S a l o m o ist schließlich der Mann, der im Frieden 40 Jahre regieren darf, aber er tat in allem das Gegenteil von dem, was Gott einem König Israels im 5Mo 17:14-17 gebot. Das Schlimmste war, dass Salomo aus Liebe zu seinen Frauen deren Göttern huldigte und damit die Teilung des Gottesvolkes herbeiführte, die bis heute andauert, 1Kö 11:1-6.

Das Reich Israel von J e r o b e a m bis H o s e a hatte nur einen Bestand von 16 x 16 = 256 Jahren, nämlich vom Tode Salomos 978 v. Chr. bis 722 v. Chr. als Samaria durch die Assyrer erobert wurde.

Der andere Teil des Reiches, nämlich Juda, unter dem Salomosohn R e h a b e a m währte bis Z e d e k i a insgesamt 390 Jahre. Nebukadnezar, der Köng von Babel, führte das Volk in die Gefangenschaft, die J e r e m i a bereits angekündigt hatte, Jer 25:11. D a n i e l betete in Babel dreimal täglich in Richtung Jerusalem, Dan 6:11. Obwohl die Juden nach 70 Jahren ins Land der Väter zurückkehrten, waren sie von nun an, mit der geringen Ausnahme der Makkabäerzeit, immer unter fremder Herrschaft, denn den Babyloniern folgten die Perser, Griechen, Seleukiden und Ptolemäer, von Syrien. und Ägypten aus bestimmend, dann Römer, und was besonders demütigend war, ein Edomiter auf dem Thron Judas. In diese Zeit tiefster Schmach wurde der König aller Könige in Bethlehem geboren und nicht nur unter das Gesetz Gottes, sondern auch unter Besatzungsstatut getan. Das Ende ist, dass der wirkliche König Israels und Judas von den Römern ans Fluchholz genagelt wird. Ein König im besetzten Land, dem der Böse den Todesstoß versetzt. Ist der Traum vom Reich Gottes ausgeträumt? Die Römer stecken die Hauptstadt, das ehrwürdige Jerusalem und den Tempel nach 40 Jahren in Brand. Alle Hoffnung geht in Flammen auf, und die Überlebenden werden in alle Welt. zerstreut. Wo ist nun Dein Gott, Israel? Er lebt in den Stillen im Lande und außerhalb des Landes. Unter antijüdischem Vorzeichen übernimmt die Kirche seit Augustin den Reichsgottesanspruch. Auf dem Tempelplatz aber steht der Gräuel der Verwüstung, in dem ein Wüstendämon (Allah) angebetet wird, und das über 1300 Jahr!

Die Not ist noch nicht zu Ende

Schon 1556 wandert Joseph Nassi mit etlichen Juden nach Tiberias. 1777 ist es der Rabbi Mendel, der sich mit 2300 Juden aus Polen im Heilgen Land ansiedelt, das so unheilig geworden ist. 1897 setzt mit dem 1. Zionistenkongress nun auch ein poltisch-jüdischen Einwanderungswelle nach der anderen ein, die 1948 zur Gründung des Staate Israel führt. Soll das etwas Reich Gottes sein?

Nach 4 entsetzlichen Kriegen erklärt die bereits gescheiterte, aber noch amtierende Ministerpräsidentin Golda Meir, am 7. 5. 1974 (es ist bereits wieder der 57. Tag ununterbrochener Kämpfe mit Syrien), dass Israel nun vor der schmerzlichen Entscheidung stehe, ob es einer aufgezwungenen Entscheidung mit Syrien zustimmen solle oder seine freundschaftlichen Beziehungen zu Washington aufs Spiel setzen könne. Die wirkliche Entscheidung ist aber nicht für oder gegen Amerika oder sonst eine Großmacht, sondern dass Israel sich ganz Gott ausliefert. Der entscheidende Schritt ist und bleibt, dass Israel Jesus Christus, den gekreuzigten, als seinen Messias anerkennt. Denn das Reich Gottes wird nicht durch Menschen oder Kriege und Siege herbeigeführt, sondern allein durch den wiederkommenden Christus. Bis dahin ist Israel ein besetztes Land und ein Zankapfel der Weltmächte.

Ps 2 hat auch heute, wie zur Zeit Davids, nichts an Aktualität verloren - im Gegenteil, gerade diese unsere Endzeit bestätigt: "Wozu tosen die Weltstämme, murren Nationen - ins Leere! Erdenkönige treten vor, mitsammen munkeln Erlauchte wider IHN (Jahweh), wider Seinen gesalbten: 'Sprengen wir ihre Fesseln, werfen wir ihre Seile von uns!' Der im Himmel Thronende lacht, mein Herr spottet ihrer. Dann redet in Seinem Zorn Er zu ihnen, verstört sie in seinem Entflammen: 'Ich aber belehnt habe Ich Meinen König auf Zion, Meinem Heiligtumsberg.'"

VII. Hass mordet den Sohn

Der Allmächtige schuf den Menschen in Seinem Bilde. welches Christus ist (Joh 14:9), damit der Mensch Gott lieben könne. Es ist eine erschütternde Wahrheit, dass dieses Gottesbild im Menschen durch die Sünde immer mehr erblasste. Der Mensch kann Gott nicht mehr sehen, weil Er Ihm nicht mehr gleicht und weil er kein reines Herz mehr hat 1Jo 3:2; [5Mt 5:8]]. Ohne das Schauen Gottes aber muss der Mensch entarten, so wie er ohne Liebe. zu einer Schablone wird. Er gleicht einem blechernen Musikinstrument, das nun von einem anderen bedient wird, 1Kor 13:1. Satan macht aus dem Menschen, der nur noch sich selbst über alles liebt, ein Werkzeug des Hasses gegen das Gute und den einzig Guten (Mt 19:7), und damit zum Mörder des Sohnes Gottes.

Wer dieses Geheimnis des Anfangs nicht kennt, hat keinerlei Erklärung, wieso es möglich ist, dass der Mensch oft aus nur geringem Anlass so abgrundtief hassen kann. Gefühlsmäßige Abneigung, ideeller Gegensatz, Enttäuschung, Beleidigung, Armut, Verbitterung über erlittenes Unrecht, Zurücksetzung, Minderwertigkeitskomplexe oder krankhafte Eifersucht und Gereiztheit sind ja immer nur vorgeschobene gründe aber nicht die Ursache. Wir können ja nicht einsam das Wort Hass erklären, sondern wissen nur, dass es mit Hässlichkeit und Hetze verbunden ist. Ganz deutlich ist nur, dass Hass das entschiedenste Gegenteil von Liebe ist. So wie Liebe den Menschen befähigt, bis zur Selbsthingabe opfern zu können, so hat der Hass Freude an Pein und Grausamkeit bis zur rücksichtslosen Selbstzerstörung. Hass lehnt den Erlöser ab, denn er will keine Befreiung, sondern Untergang, Grab und dauernde Vernichtung. Ein altes Sprichwort sagt deshalb: "Hass und Neid macht die Hölle weit." Weil in den nahezu 6000 Jahren seit dem Sündenfall so viel Hass gepredigt und verübt wurde, blutet die Welt aus tausend Wunden und wurde diese Erde schon zur Hölle.

Liebe überwindet Hass

Kein Geringerer als Paulus, der selbst einmal brennend vor Hass gegen Christus war, schrieb die Worte: "Wir waren einst auch unverständig, ungehorsam, dem Irrtum erlegen, mancherlei Begierden und Lüsten versklavt; wir führten unser Leben in Bosheit und Neid, waren verhasst und hassten uns untereinander. Da aber erschien die Gütigkeit und Menschenliebe unseres Rettergottes." Tit 3:3.4. Jesus Christus war in dieser heillosen Welt der Vernichtung die Liebe und Barmherzigkeit in Person, dennoch wurde er wie kein anderer gehasst.

Musste schon ein David erfahren: "Meine Feinde, deren viele sind, hassen mich mit einem grausamen Hass" (Ps 25:19), wieviel mehr der einzig Sündlose und Unbefleckte. Der Hass der Feinde gegen Jesus ging so weit, dass sie erst zufrieden waren, als Er geschändet und gegeißelt war und am Fluchholz angenagelt verblutete. Doch das alles ließ Er, der Macht gehabt hätte Sich zu erwehren, aus Liebe über Sich ergehen, um diesem bösen Hass ein Ende zu bereiten. wenn auch noch weiterhin gehasst, ja wir müssen sagen, mehr als je gehasst wird, so sind doch Satan und Tod durch die Auferstehung Jesu Christi überwunden.

Das denkwürdige Ereignis des Sieges von Golgatha war an keinem "Karfreitag" und "Ostern", wie ein verheidetes Christentum es aus lauter Judenhass feiert, denn diese beiden Worte stehen nicht einmal in der Schrift, wenn es auch unmöglich ist, dass von Freitagabend bis Sonntagmorgen 3 Tage und 3 Nächte gemäß Mt 12:40 gezählt werden können.

Unser Erlöser Jesus Christus starb an Erew Pessach (Vorabend des Passah), Mittwoch den 14. Nisa 3754 jüdischer Rechnung, gleich 28. März 31 n. Chr. oder 4037 nach Adam.

Es waren genau 4000 Jahre von der Erschaffung Adams im Bilde Gottes bis zur Geburt unseres hochgelobten Herrn Jesus Christus. Darauf ist die Zahl 37 hinzuzuzählen, weil Jesus mit 37 Jahren durch den ass satanisierter Menschen ermordet wurde.

Der Liebestod Jesu war bereits durch den ersten Märtyrer Abel vorgeschattet, der durch den Hass seines Bruders Kain sterben musste. Kain hasste und tötete seinen Bruder, weil seine eigenen Werke trotz dargebrachter "Opfer" böse, die seines Bruders aber ein Ausdruck der Liebe zu Gott waren, 1Jo 3:10-13. In Hebr 11:4 ist Abel der erste der Glaubensmänner, in Hebr 12:24 wird sein Blut mit dem des Sohnes verglichen. Abel heißt nach dem Grundtext Hebel und wird mit den hebräischen Buchstabenziffenr 5-2-30 = 37 geschrieben.

Einen weiteren, der unschuldig stirbt finden wir in 2Sam 23:39 als 37. auf der Gedenktafel der Helden Davids. Es ist Uriah, und der Zahlenwert seines Namens ist 1-6-200-10-5 = 222 oder 6 x 37, sein Name steht auch 37mal in der Bibel. So ist es eine Vorausdarstellung Jesu, denn sein Name bedeutet "Licht des Herrn", das ausgelöscht wurde, um die Sünde Davids zu verdecken.

Durch Uriahs schuldlosen Tod musste David die ganze Fruchtbarkeit seiner Sünde erkennen und die Wahrheit von Spr 5:6 erfahren: "Ach wie sehr habe ich doch die Zucht gehasst!"

Der Name Jesu ergibt die Zahl 888 = 24x37. Streichen wir von der Zahl 888 die 222 fort, die der Namen "Licht des Herrn" be deutet, so wird offenbar, wer der eigentliche Urheber allen Hasses ist, der das Licht Gottes auf Erden auszulöschen versucht, nämlich 666, der Mensch der Sünde, die Verkörperung Satans, der gerade am Ende der Tage die Glieder Jesu wie auch das Volk Gottes verfolgt. Doch auch bei diesem Fein heißt es:; "Sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod", Offb 12:11. Christus und Seine Glieder sind Überwinder des Hasses durch Liebe.

Mangel an Liebe

Was wir zuerst wohl kaum verstanden hätten, wird hetzt ganz deutlich: Hass, dieses Endprodukt der sünde, beginnt mit dem "weniger lieben".

Da lesen wir in 1Mo 29:31: "Und als Jahweh sah, dass Lea gehasst war, da öffnete Er ihren Mutterleib". Ein eigenartiges Wort, denn Jakob hat die Lea ja keineswegs bösartig behandelt oder verachtete, schließlich hatte er 7 Kinder (6 Söhne und 1 Tochter) von ihr (1Mo 30:19-21), aber er liebte sie w e n i g e r und erst an zweiter Stelle. Das ersten mal, wo von der Liebe gesprochen wird, ist leider nicht bei Adam, dass dieser Gott und auch die Eva liebte, sondern wir lesen davon erst in 1Mo 29:18: "Und Jakob liebte Rahel" und Vers 20: "Und Jakob diente um Rahel 7 Jahre, und sie waren in seinen Augen wie einzelne Tage, weil er sie liebte." Liebe macht alles erträglich und schön, Hass aber unerträglich und hässlich. Lea wurde "gehasst", weil 1Mo29:30 ausdrücklich bezeugt "Denn Jakob liebte Rahel m e h r als Lea". - doch gerade von der Lea wurde Juda, der Stammvater des Herrn Jesu geboren!

Wem geben wir den Vorzug? Denn das, was wir an die erste Stelle setzen, ist das wahrhaft von. uns Geliebte, oder, um es deutlich zu sagen, von uns "Vergötterte"! Ist es Gott? Darum spricht der Herr Jesus in Lk 14:26: "So jemand zu Mir kommt und hasst nicht (setzt nicht an zweite Stelle) seinen Vater, Mutter, Weib, Kind, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann n i c h t Mein Jünger sein. " Das steht im Einklang mit dem anderen Wort des Herrn in Mt 10:36: "Wer Vater oder Mutter m e h r liebt denn Mich, der ist Mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter m e h r liebt denn Mich, der ist Mein nicht wert."

Weniger Liebe ist oft der unmerklich kleine Anfang des Hasses. Das wird ebenfalls an Jakob und seiner Familie sichtbar. Josefs Brüder merkten, dass sie vom Vater weniger geliebt wurden als dieser Sohn der Rahel. Wir lesen dann in 1Mo 37:4+18: "Und als seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn (Josef) lieber hatte als alle seine Brüder, da hassten sie ihn und vermochten nicht mehr, ihn zu grüßen ... und ehe er ihnen nahte, da ersannen sie gegen ihn den Anschlag, ihn. zu töten." Denn Hass mordet des Sohn! Nur durch den Einspruch Rubens wurde das Leben Josefs geschont, dieser dafür aber unbarmherzig als Sklave nach Ägypten verkauft.

Gottes Liebe, der Seinen Sohn dahingab, um. uns vom Hass zu erlösen, will uns ganz. Deshalb lesen wir: "Und du sollst. (wirst) Jahweh, deinen Gott, lieben mit deinem g a n z e n Herzen und mit deiner g a n z e n Seele und mit deiner g a n z e n Kraft ... Du sollt dich nicht rächen und deinen Nächsten lieben wie dich selbst" 5Mo 6:5 + 3Mo 19:18; siehe dazu auch Lk 10:27.

Liebe zur Welt ist bereits offenbargewordene Feindschaft gegen Gott Jak 4:4. Abraham aber, der seine Freundschaft verlässt, wurde Freund Gottes geheißen, Jak 2:23. Diese Freundschaft befähigte ihn, für Gott auch seinen geliebten Sohn hinzugeben, so wie Gott den Sohn Seiner Liebe für uns alle dahingab. Denn die Liebe behält den Sieg und wird allen Hass überwinden.

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B. Das volle Heil in Christo