5Mo 32:39
Grundtext
MAS 5Mo 32:39 רְאוּ עַתָּה כִּי אֲנִי אֲנִי הוּא וְאֵין אֱלֹהִים עִמָּדִי אֲנִי אָמִית וַאֲחַיֶּה מָחַצְתִּי וַאֲנִי אֶרְפָּא וְאֵין מִיָּדִי מַצִּֽיל׃
Übersetzungen
SEP 5Mo 32:39 ἴδετε ἴδετε ὅτι ἐγώ εἰμι καὶ οὐκ ἔστιν θεὸς πλὴν ἐμοῦ ἐγὼ ἀποκτενῶ καὶ ζῆν ποιήσω πατάξω κἀγὼ ἰάσομαι καὶ οὐκ ἔστιν ὃς ἐξελεῖται ἐκ τῶν χειρῶν μου
ELB 5Mo 32:39 Seht nun, daß ich, ich es bin und kein Gott neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet!
ELO 5Mo 32:39 Sehet nun, daß ich, ich bin, der da ist, und kein Gott neben mir! Ich töte, und ich mache lebendig, ich zerschlage, und ich heile; und niemand ist, der aus meiner Hand errettet!
LUO 5Mo 32:39 Seht +07200 (+08798) ihr nun, daß ich's allein bin und ist kein Gott +0430 neben Mir +04191 (+08686)! Ich kann töten und lebendig machen +02421 (+08762), ich kann schlagen +04272 (+08804) und heilen +07495 (+08799), und ist niemand, der aus meiner Hand +03027 errette +05337 (+08688).
SCH 5Mo 32:39 Sehet nun, daß Ich, Ich allein es bin und kein Gott neben mir ist. Ich kann töten und lebendig machen, ich kann zerschlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand erretten!
TUR 5Mo 32:39 Seht nun, dass ich, ichs bin, und kein Gott neben mir! Ich töte und belebe, verwunde und ich heile, und keiner kann aus meiner Hand erretten.
Vers davor: 5Mo 32:38 --- Vers danach: 5Mo 32:40
Zur Kapitelebene 5Mo 32
Zum Kontext: 5Mo 32.
Informationen
🪔 Herr über Leben und Tod - 5Mo 32:39 & Joh 17:1-2 (D. Muhl)
📕 Hand = ein Symbol für Wirksamkeit, Darreichung, Macht, Bewahrung, Bündnis (A. Heller)
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong-Nr. |
|---|---|---|---|
| רְאוּ | re'u | seht, schaut | H7200 |
| עַתָּה | attah | nun, jetzt | H6258 |
| כִּי | ki | dass, denn | H3588 |
| אֲנִי | ani | ich | H589 |
| אֲנִי | ani | ich | H589 |
| הוּא | hu | er, es | H1931 |
| וְאֵין | ve'ein | und kein, und nicht | H369 |
| אֱלֹהִים | elohim | Gott, Götter | H430 |
| עִמָּדִי | immadi | mit mir, neben mir | H5973 |
| אֲנִי | ani | ich | H589 |
| אָמִית | amit | töte, bringe um | H4191 |
| וַאֲחַיֶּה | va'achayeh | und ich mache lebendig, belebe | H2421 |
| מָחַצְתִּי | machatzti | zerschlage, verwunde | H4272 |
| וַאֲנִי | va'ani | und ich | H589 |
| אֶרְפָּא | erpa | heile | H7495 |
| וְאֵין | ve'ein | und kein, und nicht | H369 |
| מִיָּדִי | miyadi | aus meiner Hand | H3027 |
| מַצִּיל | matzil | Retter, der rettet | H5337 |
Versanalyse & Erläuterungen
Grundtextanalyse
Struktur und Aufbau:
Der Vers besteht aus einer Reihe von Kontrasten, die Gottes absolute Souveränität und Einzigartigkeit betonen. Die Struktur ist durch Parallelismen geprägt:
- Einleitung: "Seht nun" (re'u attah) - ein dringender Aufruf zur Aufmerksamkeit
- Hauptaussage: "dass ich, ich es bin" (ki ani ani hu) - die doppelte Verwendung von "ani" (ich) unterstreicht nachdrücklich die Identität Gottes (Jes 43:10 / Jes 46:4)
- Exklusivitätsaussage: "und kein Gott neben mir" (ve'ein elohim immadi) - absolute Alleinstellung (5Mo 6:4 / Jes 45:5-6)
- Vier Gegensatzpaare: töten/lebendig machen, zerschlagen/heilen - zeigen Gottes umfassende Kontrolle über Leben und Tod (1Sam 2:6 / Hi 5:18)
- Schlussaussage: "und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet" - absolute Macht (Jes 43:13 / Joh 10:28-29)
Grammatikalische Besonderheiten:
- re'u (רְאוּ) - Imperativ Plural von ra'ah (sehen), fordert das ganze Volk auf hinzuschauen
- ani ani hu (אֲנִי אֲנִי הוּא) - die Verdoppelung von "ani" ist eine Emphase-Konstruktion, die im Deutschen schwer wiederzugeben ist. "Hu" (er/es) fungiert hier als Kopula und verstärkt die Selbstidentifikation (Jes 43:10 / Jes 46:4)
- amit (אָמִית) - Hif'il Imperfekt von mut (sterben), bedeutet "ich töte" oder "ich bringe zum Sterben"
- achayeh (אֲחַיֶּה) - Pi'el Imperfekt von chayah (leben), bedeutet "ich mache lebendig" oder "ich belebe"
- machatzti (מָחַצְתִּי) - Qal Perfekt von machatz (zerschlagen, verwunden), hier in der 1. Person Singular
- erpa (אֶרְפָּא) - Qal Imperfekt von rapha' (heilen)
Theologische Schlüsselbegriffe:
- elohim (אֱלֹהִים) - der allgemeine Begriff für Gott/Götter, hier im Singular verwendet im Sinne von "kein anderer Gott" (5Mo 6:4 / Jes 45:5-6)
- miyadi matzil (מִיָּדִי מַצִּיל) - "aus meiner Hand Rettender" - die Hand als Symbol der Macht Gottes (Jes 43:13 / Joh 10:28-29)
Hintergrundinformationen
Kontext im Buch Deuteronomium:
Dieser Vers ist Teil des „Liedes des Mose" (5Mo 32:1-43), das kurz vor Moses Tod gesprochen wird. Das Lied dient als prophetisches Zeugnis gegen Israel für die Zeit nach der Landnahme und warnt vor Abfall und Götzendienst (5Mo 31:19). In 5Mo 32:1-43 wird die Geschichte Israels rekapituliert, Gottes Treue gegenüber seinem Volk betont und gleichzeitig sein Gericht über Untreue angekündigt.
Historischer Kontext:
Israel steht am Ende der 40-jährigen Wüstenwanderung (5Mo 1:3). Mose bereitet das Volk auf den Einzug ins verheißene Land vor und mahnt zur Treue gegenüber JHWH. Die monotheistische Aussage dieses Verses ist besonders bedeutsam angesichts der polytheistischen Umwelt Kanaans, in die Israel einziehen wird.
Theologische Bedeutung:
- Monotheismus: Die Aussage „kein Gott neben mir" ist eine der klarsten monotheistischen Aussagen im Alten Testament und erinnert an das Shema Israel (5Mo 6:4) und die Selbstoffenbarung Gottes in Jes 43:10-11 / Jes 44:6 / Jes 45:5-6.
- Souveränität Gottes: Die Gegensatzpaare (töten/lebendig machen, zerschlagen/heilen) zeigen, dass Gott absolute Kontrolle über Leben und Tod hat. Dies wird auch in anderen Texten betont: 1Sam 2:6 / Hi 5:18 / Hos 6:1-2.
- „Ich bin es": Die Formulierung „ani ani hu" erinnert an Gottes Selbstoffenbarung und findet Parallelen in Jes 41:4 / Jes 43:10 / Jes 43:13 / Jes 46:4 / Jes 48:12. Im Neuen Testament greift Jesus diese Formulierung auf mit seinen „Ich bin"-Worten (z. B. Joh 8:58).
- Niemand rettet aus Gottes Hand: Diese Aussage betont sowohl Gottes Gericht als auch seinen Schutz. Wenn Gott richtet, gibt es keine Rettung (Jes 43:13); wenn er aber schützt, kann niemand seinem Volk schaden (Joh 10:28-29 / Röm 8:38-39).
Literarische Verbindungen:
Der Vers zeigt starke thematische und sprachliche Verbindungen zu anderen biblischen Texten:
- Das Lied der Hanna (1Sam 2:6-7) verwendet ähnliche Gegensatzpaare
- Die Propheten Jesaja (Jes 43:10-13 / Jes 45:5-7) und Hosea (Hos 6:1-2) greifen diese Themen auf
- Hiob reflektiert über Gottes Macht zu verwunden und zu heilen (Hi 5:18)
Praktische Bedeutung:
Dieser Vers lädt zur Anbetung des einzigen, allmächtigen Gottes ein und warnt gleichzeitig vor Götzen und falschen Sicherheiten. Er erinnert daran, dass Gott sowohl in Zeiten des Segens als auch in Zeiten der Prüfung souverän handelt (Hi 1:21 / Jak 1:17). Die Zusage, dass niemand aus Gottes Hand retten kann, ist für Gläubige eine tiefe Quelle der Geborgenheit (Röm 8:31-39 / Joh 10:28-29), für Ungläubige jedoch eine ernste Warnung vor dem kommenden Gericht (Hebr 10:31 / Offb 6:16-17).
Parallelstellen
Altes Testament
- Gottes Selbstoffenbarung und Einzigkeit: 2Mo 3:14 / 5Mo 4:35 / 5Mo 4:39 / 5Mo 6:4 / Jes 43:10-11 / Jes 43:13 / Jes 44:6 / Jes 44:8 / Jes 45:5-6 / Jes 45:18 / Jes 45:21-22 / Jes 46:9
- „Ich bin es"-Formulierung: Jes 41:4 / Jes 43:10 / Jes 43:13 / Jes 46:4 / Jes 48:12
- Gott tötet und macht lebendig: 1Sam 2:6 / 2Kö 5:7 / Ps 68:21
- Gott verwundet und heilt: Hi 5:18 / Ps 147:3 / Hos 6:1-2
- Gottes souveräne Macht – niemand rettet aus seiner Hand: Hi 10:7 / Ps 50:22 / Jes 43:13 / Dan 3:15
- Gegensatzpaare über Gottes Handeln: 1Sam 2:6-7 / Jes 45:7
Neues Testament
- Jesus als „Ich bin": Joh 8:24 / Joh 8:28 / Joh 8:58 / Joh 13:19
- Macht über Leben und Tod: Joh 5:21 / Offb 1:18
- Niemand kann aus Gottes Hand reißen: Joh 10:28-29 / Röm 8:31-39
- Ein Gott: Mk 12:29 / 1Kor 8:4 / 1Kor 8:6 / Eph 4:6 / 1Tim 2:5 / Jak 2:19
