Der 1. Korintherbrief - Kapitel 15
Abschrift: Die Korintherbriefe Band I - IV (2007)
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)
Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Band I, III und IV sind als Schrift noch erhältlich
siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
Der 1. Korintherbrief - Kapitel 15
Die Auferstehungshoffnung und die Zeugen der Auferstehung Christi
Die Auferstehungshoffnung und die Eigenart der Auferstehung
Lobpreis Gottes im Blick auf die Auferstehungshoffnung
Das grundlegende Evangelium des Paulus
1Kor 15:1
- "Ich mache euch aber, meine Brüder, das Evangelium bekannt, das ich euch verkündigte, das ihr auch angenommen habt in welchem ihr auch steht,"
Es scheint und zuerst einmal, als ob Paulus mit diesem neuen Kapitel auch ein ganz neues Thema beginnt, das mit dem vorherigen in keinerlei Zusammenhang steht - dies aber würde der uns bekannten Art eines Briefes widersprechen, auch der Brief Pauli. In all seinen Briefen finden wir ein Hauptthema, auch unser erster Korintherbrief macht hier keine Ausnahme. Wenn wir nämlich all die bisherigen Kapitel zurückverfolgen, stellen wir fest, dass es gemäß 1Kor 1:9 um die Berufung zur Gemeinschaft mit Seinem Sohn Jesus Christus geht; dies ist aus der ganzen Struktur dieses Briefes ersichtlich. Der Apostel zeigt durch die einzelnen Kapitel hindurch, wie von dieser Gemeinschaft aus das Glaubensleben in der jungen Gemeinde in Korinth bestimmt wird und beleuchtet das Thema von allen Seiten. Nur eine durch den Geist regierte und auf den Sinn seiner Berufung vorbereitete Gemeinde kann auch in jenem Glaubensgut wachsen, das ihr als zukünftige Aufgabe in den überhimmlischen Regionen bestimmt ist.
So ist nun auch das 15. Kapitel kein aus dem Zusammenhang gerissener Anhang in diesem Brief, sondern die Fortführung der großen Linie der Berufung in die Gemeinschaft mit Christus, und dies mit herrlichsten Ausblicken!
Das Hauptthema in diesem 15. Kapitel ist die Gemeinschaft mit dem Auferstandenen und die Todesüberwindung. Zunächst aber geht es in den Verse 1-2 um das grundlegende Evangelium des Paulus. Nehmen wir also in diesem Sinn heute das schon behandelte und passende Wort mit in den Tag: "Gemäß der mir von Gott gegebenen Gnade lege ich (Paulus) als weiser Werkmeister den Grund, ein anderer aber baut darauf weiter. Ein jeder aber gebe Obacht, wie er darauf baue! Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, und der ist Jesus Christus (1Kor 3:10-11).
Diesen Grund, mit welchem wir gestern abgeschlossen haben, ließ Gott durch einen Mann legen, der, menschlich gesehen, zunächst alles andere als dafür geeignet erschien: Paulus, vormals Saulus! Dieser Grund, gelegt durch einen weisen Werkmeister, ist ein neues Evangelium, welche sich sehr deutlich von dem be reits vorhandenen und von Petrus vertretenden Evangelium unterschied. Damit sind wir an der wohl wichtigsten Weichenstellung angelangt, welche die Körpergemeinde beachten muss: Betritt sie die Schiene des "Evangeliums des Petrus (er steht für Israel und für die Körpergemeinde), oder bemerkt und beachtet sie, das durch den Apostel Paulus ein neues zweiten Evangelium enthüllt wurde, welches an alle Nationen gerichtet ist und weg von der Erde auf eine überhimmlische Berufung weist!
Bist du, lieber Bruder, liebe Schwester, auf dem richtigen Geleise? Hast du erkannt, dass dich nur Paulus über das erleuchten kann, was die Verwaltung des Geheimnisses betrifft, das von den Äonen an in Gott verborgen gewesen war, der das All erschaffen hat, damit nun durch die herausgerufene Gemeinde den Fürstlichkeiten und Obrigkeiten inmitten der Überhimmlischen die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde... (gem. Eph 3:8 ff)? Nicht bei Petrus, also auch nicht in den vier sogenannten Evangelien oder in anderen T eilen der Schrift finden wir das, was Paulus als Geheimnis enthüllt wurde!
Zuerst also ein großes Lob an die Korinther! Sie hatten das neue Evangelium, das Paulus verkündigte, angenommen, ja mehr noch: Sie standen auch darin, wenn auch, wie wir ja sahen, noch mit Mängeln. Entscheidend war die Weichenstellung, und die war in Korinth richtig, die Richtung stimmte also!
1Kor 15:2
- "durch welches ihr auch gerettet werdet, wenn ihr das Evangelium in der Ausdrucksform festhaltet, in der ich es euch verkündigte, außer wenn ihr nur zum Schein glaubt."
Der erste Teil unseres Leitverses macht uns etwas Problem, denn wir gehen ja immer davon aus, dass wir nicht erst gerettet werden, sondern gemäß Eph 2:8 bereits in der Gnade Gerettete sind! Ersteres wäre noch Zukunft, das Wort im Epheserbrief hingegen stellt unsere Rettung als unverrückbare Tatsache in die Gegenwart. Wir lösen das Problem mit der Aussage in Phil 3:20, wo geschrieben steht, dass wir den Retter aus den Himmeln erwarten, den Herrn Jesus Christus! Unsere Rettung in der Gnade steht also nach wie vor für uns im Glauben felsenfest, wiewohl die buchstäbliche Durchführung erst geschieht, wenn unser Herr gemäß 1Thes 4:13-18 zur Entrückung aus den Himmeln erscheint.
'Beachten wir auch hier das neue Evangelium des Paulus: Weder der Herr Selbst während Seiner Erdenzeit, noch Seine Jünger erwähnen im Geringsten etwas von einer Entrückung der Gemeinde in den Himmel! Vielmehr lehrt das gesamte AT, sowie das NT (außer den Paulusbriefen), dass der Herr zwar auch wiederkommt, aber auf den Ölberg in Jerusalem, und dies zur Aufrichtung des Tausendjahrreiches auf der Erde! Die richtige Weichenstellung, von der wir gestern sprachen, beinhaltet folglich auch die richtige Erwartung des Herrn! Halte ich Ausschau, wann gemäß Sach 14:4 Seine Füße auf dem Ölberg, der vor Jerusalem liegt, stehen werden, oder freue ich mich auf Sein Erscheinen zur Entrückung, mehr noch, habe ich Sein Erscheinen. gemäß 2Tim 4:8 lieb?
Ja, liebe Geschwister, welch einen unermesslichen Schatz haben wir doch in der Tatsache, dass wir zum einen "Gerettete" sind, und zum anderen unsere Rettung durch den Retter erwarten dürfen, der zum vom Vater festgesetzten Zeitpunkt aus den Himmeln kommen wird, um uns zu sich zu holen, und dies für alle Zeit!
"... wenn ihr das Evangelium in der Ausdrucksform festhaltet..." diese Worte haben einen traurigen Unterton, lässt Paulus doch hier die Möglichkeit zu, dass an seinem Evangelium nicht festgehalten wird! Die Frage erhebt sich: Wie käme ich dazu?
Das einfachste Beispiel ist die Gemeinde der Galater. Gleich im ersten Kapitel (Verse 6 ff) stellt Paulus erstaunt fest, wie schnell sich die Galater von seinem Evangelium, welches sie in Christi Gnade berufen hatte, zu einem andersartigen Evangelium umstellen ließen. Da es damals neben dem von Paulus verkündigten Evangelium ja nur noch das Königreichsevangelium, gerichtet an Israel und vertreten durch die Jünger Jesu, an deren Spitze Petrus stand, gab, ist das andersartige Evangelium leicht erkennbar! Und was ist an diesem so andersartig?
Pauli Evangelium beruft in Christi Gnade! In der Gnade sind wir ausnahmslos "Gerettete"! Dieser Rettung kann nichts Menschliches (also keinerlei Werke) hinzugefügt werden! Das Königreichsevangelium hingegen erfordert menschliche Werke! Ohne diese Werke ist der Mensch nicht gerechtfertigt (lies Jak 2:24). Die List Satans besteht darin, an den menschlichen Ehrgeiz zu appellieren: "Du bekommst nicht alles geschenkt! Du musst auch etwas dafür tun!" Und dieses "Tun" kommt den Menschen sehr entgegen!!!
"Festhalten" an dem, wie Paulus es verkündigt hat, bedeutet, dass wir fest in der Gnade stehen bleiben, die "überströmend" ist! Und "überströmend" heißt ja auch, dass unsere täglichen Kränkungen hinweggespült werden. welch ein befreiender, ja beglückender Zustand!
Wir brauchen noch einen weiteren Tag für diesen Vers 2, weil in ihm soviel Entscheidendes liegt!" Bedenken wir: Wenn wir der absoluten Gnade, in der wir ja gerettet sind, auch nur eine Winzigkeit "Eigenes" beifügen wollen, nehmen wir dieser Gnade die Absolutheit!!! Und genau dies taten ja die Galater!
Der ganze Galaterbrief steht unter dem Motto "frei vom Gesetz", weil sich die Galater freiwillig unter das Gesetz begaben; und das Gesetz fordert Werke! Die Galater fielen also von der Gnade ab ins Gesetz! Hier haben wir eines der größten Einfallstore des Widerwirkers!
Viele haben inzwischen Pauli Evangelium der Gnade verlassen uind sind zum Gesetz umgeschwenkt. Damit sind sie nicht "Ungläubige" geworden, sondern sind nur von der Gnade abgefallen! Und dieser Abfall von Pauli Evangelium griff schon damals um sich und heute noch viel mehr. Paulus hierzu den Römern (Röm 16:17 ff): "Achtet auf solche, die neben der Lehre, welche ihr lerntet, Zwistigkeit und Fallstricke verursachen: Meidet sie!"
Es gibt aber auch einen "Scheinglauben"! Eine gewisse Zeit kann ein seelisch/fleischlich gesinnter Mensch durchaus mitgehen, ja, er mag sogar "geistlich" erscheinen! Doch wird sich der Scheinglaube über kurz oder lang offenbaren. Um hier jedem falschen Denken vorzubeugen: Wo Gott ein Werk begonnen hat, wo Er Menschen in die Körpergemeinde beruft, da wird Er Seine Auserwählten auch ans Ziel bringen, ja Er wird sie gemäß Phil 1:6 zum Tage Jesus Christi auch vollenden!
Die Grundlage des Glaubens
1Kor 15:3
- "Denn an erster Stelle habe ich euch das überliefert, was auch ich erhielt: dass Christus für unsere Sünden starb (den Schriften gemäß),"
Die ersten beiden Verse unseres Kapitels benannten das grundlegende Evangelium, jetzt geht es um die "Grundlage" desselben, und die ist mit wenigen Worten (Verss 3 und 4) erklärt. Dabei überliefert Paulus den Korinthern das, was er von seinem erhöhten Herrn durch Enthüllung erhielt.
Es ist ein überwältigender Einblick in den Ratschluss Seines Willens, wenn wir erkennen dürfen, dass Gott von Anfang an das Finstere und Böse erschaffen hat (Jes 45:7), um den Menschen in Sünde zu führen! Nur auf dem dunklen Hintergrund des Sünde konnte der Mensch die wahre Liebe Gottes erkennen! Doch noch bevor der erste Mensch in Sünde fallen konnte, stand das Opferlamm bereits fest. Petrus durfte dies niederschreiben: "... dem kostbaren Blut Christi als eines makellosen Lammes, vorher erkannt zwar, vor dem Niederwurf der Welt..." (1Petr 1:19-20). Gott hat Seine Schöpfung nicht dem Zufall überlassen, auch nicht dem Menschen selbst, wie er sich entscheidet! Nein, das gesamte All hat von Anfang an eine Richtung, und zwar "zu Ihm hin" (Röm 11:36). Und diese Richtung führt über den absoluten Mittelpunkt: Über das Kreuz Christi Jesu! Hier am Kreuz starb unser Herr für unsere und der ganzen Welt Sünden, ein einmaliges Ereignis von kaum fassbarer Tragweite!
Für uns bedeutet diese Tat unseres Herrn ganz persönlich: Wir haben durch Sein Blut die Freilösung von aller Sünde und Schuld, und dies betrifft die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und was kann es Schöneres geben als die Worte aus Röm 8:38, dass fortan "... weder Tod noch Leben, weder Boten noch Fürstlichkeiten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendeine andere Schöpfung uns werden scheiden können von der Liebe Gottes, di ein Christus Jesus ist, unserem Herrn!"
1Kor 15:4
- "dass Er begraben wurde, dass Er am dritten Tag auferweckt worden ist (den Schriften gemäß).
Sind wir uns klar darüber, liebe Geschwister, dass wir mit unserem heutigen Leitvers an einem Ereignis stehen, dass die Grundlage für unsere herrliche Erwartung ist? "Denn wenn wir glauben, dass Jesus starb und auferstand, son wird auch Gott die Entschlafenen. durch Jesus mit Ihm führen..." (1Thes 4:14 ff)! Oder: "Wenn wir aber zusammen mit Christus starben, glauben wir, dass wir auch zusammen mit Ihm leben werden, wissend, dass Christus, auferweckt aus den Toten, nicht mehr stirbt" (Röm 6:8-9).
Die Auferstehung unseres Herrn ist allein das Werk des Vaters, es ist das Evangelium Gottes über Seinen Sohn wie es Röm 1:1-3 nennt. Jesus Christus ist der Auferweckte und Lebendige!!!
Und jetzt will uns Paulus zeigen, dass wir in die Gemeinschaft dieses lebendigen und des zur Rechten Gottes sitzenden Christus berufen sind - was für eine herrliche Berufung! Und diese Berufung kommt nicht von uns, kann nicht durch uns herbeigeführt werden, sie beruht vielmehr auf unserer Auserwählung in Christus, die vor dem Niederwurf der Welt durch Gott Selbst gemacht wurde (Eph 1:4). Wir lesen hierzu noch ein herrliches Wort: "Die Er (Gott) aber vorherbestimmt, diese beruft Er auch; und die Er beruft, diese rechtfertigt Er auch; die Er aber rechtfertigt, diese verherrlicht Er auch" (Röm 8:30)! Was für eine Fülle an Herrlichkeit dürfen wir heute wieder aufnehmen!
Paulus schreibt noch, dass Christus am dritten Tag auferweckt worden ist (den Schriften gemäß), was auf die Zuständigkeit der Auferstehungszeugnisse in der Schrift hinweisen soll. Ja, glaubwürdig ist das Wort und jeden Willkommens wer ... dass wir uns auf den lebendigen Gott verlassen, welcher der Retter aller Menschen ist (gemäß 1Tim 4:9-10).
Zeugen der Auferstehung Christi
1Kor 15:5-7
- "dass Er dem Kephas und darauf den Zwölf erschienen ist. Darauf erschien Er über fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die Mehrzahl bis jetzt verbleibt, einige sind schon entschlafen. Darauf erschien Er dem Jakobus und danach sämtlichen Aposteln."
Die Verse 5-7 werden von Paulus als Zeugen der Auferstehung Christi genannt, als erster "Kephas". Petrus steht in den 4 Evangelien keineswegs klar als jener Mann vor uns, der den auferstandenen Herrn zuerst sah, im Gegenteil, die Berichte sind sehr unterschiedlich (was uns aber jetzt nicht stören soll). Dass Paulus trotzdem den Petrus, den er hier "Kephas" nennt, an die erste Stelle setzt, deutet an, dass Kephas das Fundament (der Felsen) für die Königreichsgemeinde auf dem Boden Israels bildet.
Danach erschien Er den Zwölf - das führt uns an das volle Auferstehungszeugnis für Israel heran. Und die Nennung von über fünfhundert Brüdern (von denen wir sonst nirgendwo in der Schrift etwas lesen), von denen schon einige entschlafen sind, kann uns zeigen, dass zwar viele hofften, den Herrn noch zu Lebzeiten als "Wiederkommenden" zu erleben, dass aber die Zeit Seiner Wiederkunft noch nicht gegeben war! "Jakobus" wird als Einzelzeuge benannt, er war der Leiter der jüdischen Gemeinde, nachdem die übrigen Apostel Jerusalem verlassen hatten. Sein Dienst war die Vermittlung zwischen Kephas und Paulus, wie wir in Apg 15:13 ff sehen.
Irritieren kann uns die Nennung "danach sämtlichen Aposteln"! Hat Paulus nicht die "Zwölf" genannt? Wen meint er also mit "sämtliche Apostel"? Wenn wir unter "Apostel" den weiteren Begriff "Beauftragter" sehen, dann können all jene Israeliten gemeint sein, die bis zur Verstockung Israels die Botschaft Christi weiter verbreitet haben. Die wichtigste Frage ist ja beantwortet: Unser Herr und Haupt lebt - und wir werden mit Ihm leben! Das ist für uns beglückende Tatsache!
1Kor 15:8-9
- "Zuletzt von allen aber erschien Er auch mir, gleichsam einer Frühgeburt; denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht würdig genug bin, Apostel genannt zu werden, weil ich die herausgerufene Gemeinde Gottes verfolgte."
Allen bisher genannten Zeugen der Auferstehung Christi erschien der Herr in menschlicher Gestalt, Er ließ sich gemäß Apg 1:1-8 vierzig Tage unter ihnen sehen und lehrte sie dinge, die das Königreich Gottes betrafen. Dem Apostel Paulus hingegen erschien der Herr in Seine überhimmlischen Herrlichkeit, einem Licht, das heller als die Sonne war (Apg 26:13).
Das Wort "Frühgeburt" kann uns hier nicht ganz zufriedenstellen, weil die genaue Übersetzung des Wortes "ektroma" mehr auf eine gewaltsame Herausnahme aus dem Mutterleib hinweist und der bildlich gemeinte Embryo damit praktisch lebensunfähig ist (Baader übersetzt das Wort mit "Herausbohrung"). Das passt auch zu dem, was uns Paulus über sich sagen möchte: Die Aufgabe eines Apostels ist der Aufbau der Gemeinden, Paulus hingegen tat erst einmal das Gegenteil, er verfolgte und zerstörte diese! Der Saulus von Tarsus, der Verfolger der Gemeinden, war als Apostel von sich aus gar nicht lebensfähig!
Für uns, liebe Geschwister, ergibt sich daraus ein wichtiges Vorbild: Dem Paulus ist sein schlimmes Vorleben wohl vergeben worden, aber es blieb, wie wir seinen Worten entnehmen, eine gewisse Belastung, die ihm der Herr nicht wegnahm, sie aber in Segen umwandelte. In diesem Sinn soll, ja darf uns unser eigenes Vorleben, das viele Schattenseiten haben mochte, nicht belasten! Wir dürfen vielmehr wissen, dass wir gerade mit diesen dunklen Seiten unseres Lebens die Gnade zur Schau stellen dürfen; und dies geschieht nach Eph 2:7 in den herankommenden Äonen, also in der Herrlichkeit vor den überhimmlichen Bewohnern! so wird auch bei uns aus Belastung Segen!
1Kor 15:10
- "In der Gnade Gottes aber bin ich, was ich bin; und Seine Gnade die in mir wirkt, ist nicht vergeblich gewesen; sondern weit mehr als sie alle mühe ich mich, jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist."
Es ist uns heute zuerst noch ein Anliegen, die gestern zuletzt gemachten Aussagen noch etwas zu vertiefen, weil sie von so großer Bedeutung sind! Eph 2:7 sagt sehr deutlich aus, dass es eine unserer großen Aufgaben sein wird, in der Herrlichkeit den alles übersteigenden Reichtum Seiner Gnade zur Schau zu stellen; mit anderen Worten: die überhimmlische Welt soll an unserem irdischen Leben erkennen, was Gnade bewirkt! Dazu bedarf es aber keines makellosen, sondern eines "sündhaften" (Vor-) Lebens!!! Gnade kann ja nur dort wirksam sein, wo Sünde ist. In Röm 5:21 steht das wunderbare Wort (das aber nicht falsch verstanden oder missbraucht werden soll): Wo aber die Sünde zunimmt, da strömt die Gnade über!! Und was diese überströmende Gnade an schwachen unfähigen Menschen zu ihren Lebzeiten bewirkt, das demonstrieren wir einmal später in den herankommenden Äonen an Himmelsbewohnern - ein wahrlich anschaulicher Unterricht über die Wirksamkeit der Gnade!
Die uns bewusste Gnade ist der Anfang unserer irdischen Berufung und sie begleitet uns unser ganzes Glaubensleben hindurch (unbewusst begleitet sie uns ja von Geburt an). Und wenn Paulus bekennt, dass er in der Gnade das ist, was er ist, dann ist dies auch unser Zeugnis! Kein eigener Verdienst, keine Werke oder gute Taten, nichts, was von oder aus uns kommt, könnte uns retten - es ist einzig und allein "die Gnade". Möge Pauli Zeugnis in Eph 2:8 auch unser ständiges Zeugnis und Lobpreis sein: "Denn in der Gnade sind wir Gerettete...", einzig und allein in der Gnade! Deshalb ist diese Gnade auch einer der wichtigsten Pfeiler in dem Evangelium Pauli, ja sie ist der Inhalt der heutigen Verwaltung!
1Kor 15:11
- "Sei es nun ich oder jene: so herolden wir, und so seid ihr zum Glauben gekommen."
Am Anfang dieses 15. Kapitels stellt Paulus klar, dass es "sein" Evangelium ist, durch welches die Korinther gerettet werden. Es ist das Evangelium der Gnade, gerichtet an all jene aus allen Nationen, die Got tzuvor in Christus auserwählt hat. Das Ziel dieses Evangeliums ist, die einzelnen Gläubigen auf ihre überhimmlischen Aufgaben zuzubereiten.
Wir haben aber im Verlauf des Korintherbriefes gesehen, dass es in Korinth auch jüdische Gemeinden gab, die keine überhimmlische, sondern eine irdische Aufgabe haben, an maßgeblicher Stelle steht hierfür "Petrus" (Kephas). Dass diese jüdischen Gemeinden in die von Paulus gegründete Gemeinde hineinwirkten und vielfach auch für Verwirrung sorgten, zeigt uns das Kapitel 3, wo Paulus ja auch den "Kephas" (Vers 22) nennt. Doch bei aller Unterschiedlichkeit der beiden Evangelien haben si ein gleichem Maß ihre Gemeinsamkeiten, die gilt vor allem für den Tod und die Auferweckung Christi Jesu.
"Seien es nun ich oder jene ..." und mit"jenen" meint Paulus durchaus auch die dem zukünftigen irdischen Königreich zugehörigen Juden. Trotz der unterschiedlichen Berufungen (eine irdische und eine überhimmlische) verkündigen beide, nämlich die Königreichsgemeinde und die Körpergemeinde, den auferstandenen Christus - und auf dieser Grundlage kamen auch die Korinther zum Glauben.
Wir möchten hier dem Eindruck entgegen wirken, wir, die Körpergemeinde hätten eine höherwertige Berufung - diese Ansicht führt in den Hochmut! Israels Aufgabe ist genauso wichtig wie unsere, der Unterschied liegt im Aufgabengebiet: "... das in den Himmeln und das auf der Erde" (lies Eph 1:10-11).
Die Auferstehung Christi
1Kor 15:12
- "Wenn aber Christus geheroldet wird, dass Er aus den Toten auferweckt worden ist, wie können da einige unter euch sagen, dass es keine Auferstehung der Toten gebe?"
Paulus hat vor die korinthische Gemeinde die grundlegende Botschaft des für unsere Sünden gestorbenen und am dritten Tag auferweckten Christus gestellt, durch die auch die Korinther zum Glauben gekommen sind. Nun gab es "einige" in der Gemeinde, di eine Auferstehung der Toten ablehnten - was waren das für Leute? Offensichtlich folgten diese dem damaligen griechischen Empfinden und Denken, wonach die Auferstehung der Toten eine lächerliche Ansicht war. Paulus erfuhr dies am eigenen Körper, als er auf dem Areopag in Athen vor einer Volksmenge sprach und den Spott hören musste, als er über die Auferstehung der Toten sprach (Apg 17:32). Solche Leute brachten Verwirrung in die Gemeinde, ja konnten ernsthafte Schäden anrichten.
Aber wie kam es überhaupt zu solchem Denken in der Gemeinde? Erinnern wir uns an 1Kor 4:8, wo Paulus schreiben musste: "Schon seid ihr übersättigt, schon seid ihr reich, ohne uns seid ihr wie Könige geworden!" Und der Anlass war die fleischliche Gesinnung, di en icht nur Eifersucht und Hader im Gefolge hatte, sondern auch vor den anderen Menschen imponieren will! Wie schnell kam es dabei dann auch zur Preisgabe der Auferstehungserwartung!
Der Verfasser dieser Zeilen hat es selbst miterlebt, wie gestandene und gereifte Brüder unter dem fleischlichen Drang, ständie "Neues" zu entdecken und zu lehren, auf schlimme Irrwege abglitten. Kann uns das Alte und Bekannte auch derart übersättigen, dass wir ständig nach neuen Dingen Ausschau halten? Nach Erkenntnissen, womit wir imponieren und glänzen können?
1Kor 15:13-14
- "Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, dann ist auch Christus nicht auferweckt worden. Und wenn Christus nicht auferweckt worden ist, so ist ja unsere Heroldsbotschaft inhaltslos und inhaltslos auch euer Glaube."
Paulus regt jetzt das Denkvermögen der Korinther an, denn es ist eine Schwachstelle vieler Menschen, dass sie eine Sache nicht bis zum Schluss durchdenken, sondern mitten auf dem Weg des Denkprozesses stehen bleiben. Das war auch der Fehler einiger in der Gemeinde und der Apostel zwingt sie jetzt zum unausweichlichen Durchdenken, und kommt zu dem Ergebnis, welches unser Leitvers beinhaltet!
Die Auferweckung Christi ist eine geschichtliche Tatsache, durch viele Zeugnisse erhärtet. Einige Korinther suchten trotzdem einen Ausweg, indem sie zwar die leibliche Auferweckung Christi irgendwie akzeptieren, aber eine allgemeine leibliche Totenauferweckung leugneten. Das ist unlogisch un dnicht zu Ende gedacht: Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, dann gilt dies auch für Christus! Was wäre dann der Glaube noch wert?
Wir warten doch alle, liebe Geschwister, mit großer Sehnsucht auf unseren Herrn. Wäre er tot, worauf sollten wir warten? All unser Glaube, unsere Sehnsucht, alles wäre doch grundlos, inhaltlos und kraftlos! Und wenn es für uns keine Auferweckung gäbe, wozu und warum würden wir dann auf so viele irdische Dinge verzichten? Ja würden sogar Leiden auf uns nehmen?
Nein, unser Haupt lebt Er ists der Erstgeborene aus den Toten, so dass Er in allem der Erste werde (gem. Kol 1:18)! Und wenn es einen "Ersten" gibt, dann muss es auch "weitere" geben, die Ihm aus den Toten folgen - wie glücklich darf es uns machen, dass uns niemand diese Gewissheit rauben kann!
1Kor 15:15
- "Dann werden wir auch als falsche Zeugen Gottes erfunden, weil wir gegen Gott bezeugen, dass Er Christus auferweckt hat, den Er demnach nicht auferweckt hätte, wenn nämlich Tote nicht auferweckt werden."
Paulus führt den Korinthern eine weitere Konsequenz ihrer ablehnenden Haltung in Bezug auf die Totenauferweckung vor Augen: Dann wären ja auch die Vorsteher der Gemeinde, ja Paulus selbst falsche Zeugen wider Gott - dies trauten sie aber selbstverständlich dem Apostel und all den übrigen Zeugen nicht zu; bis zu dieser äußersten Konsequenz hatten sie diese Sache nicht durchdacht! Diese fehlende Schlusslogik ist vielfach auch die Ursache für falsche Lehrmeinungen; wie oft wird doch den Aussagen Pauli widersprochen ohne dabei zu bedenken, dass man damit den Apostel Paulus als Lügner darstellt!
Aber was ist diese kümmerliche Leugnung einiger Korinther gegen die gewaltigen Worte in Eph 1:19 ff. "... damit ihr wissst ... was die alles übersteigende Größe Seiner Kraft ist (für uns, die wir glauben), gemäß der Wirksamkeit der Gewalt Seiner Stärke, die in Christus gewirkt hat, als Er Ihn aus den Toten auferweckte und Ihn zu Seiner Rechten inmitten der Überhimmlischen setzte, hocherhaben..." Diese Worte enthalten in ihrer Kürze eine solche geballte Masse an Wucht und Herrlichkeit, dass wir sie erst einige Male lesen müssen, bis wir sie etwas verstehen können! Gottes Kraft ist von so "alles übersteigender Größe", dass es uns Menschen nicht möglich ist, sie mit unserem menschlichen Verstand zu erfassen! Und doch gibt uns Sein Geist nicht nur geistliche Weisheit, sondern auch geistliche Enthüllung zur Erkenntnis Seiner Selbst, was nichts weniger bedeutet, als dass uns der Vater in Sein Herz schauen lässt! Und dieser Blick zeigt uns nicht nur die Liebe zu Seinem Sohn, den Er hocherhaben über alles gesetzt hat, Er zeigt uns auch Seine Liebe zu uns, die wir in Christus, Seinem Sohn sind und in Ihm eine Körpergemeinde darstellen!
1Kor 15:16-17
- "Denn wenn die Toten nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, so ist euer Glaube nichtig, und ihr seid noch in euren Sünden."
Paulus geht mit seiner Konsequenz noch einen Schritt weiter, für die Korinther wiederum ein ganz neuer Gesichtspunkt: Ohne die Auferweckung Christi ist nicht nur ihr Glaube nichtig (inhaltslos), sie wären dann auch noch in ihren Sünden!
Wir können jetzt mit einer berechtigten Logik fragen: Christus starb doch für unsere Sünden - folglich müssten dann diese mit Seinem Tod doch zumindest getilgt sein! Hätte Sein "Nicht auferweckt werden" die Sündenvertilgung denn rückgängig gemacht? Hilfreich ist uns bei der Antwortfindung ein Wort in Röm 4:25: "Gott ... der Jesus, unseren Herrn, aus den Toten aquferweckt hat, Ihn,der um unserer Kränkungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt wurde". Hier wird also getrennt zwischen
- a) Jesu Tod um der Sünde willen, und
- b) Seiner Auferweckung um unserer Rechtfertigung willen.
Ersteres verstehen wir wohl alle, aber was bedeutet "Rechtfertigung" für uns"?
"Rechtfertigung" ist nicht dasselbe wie "Sündenvergebung", sie bedeutet vielmehr, dass Gott als höchster Richter im All uns für gerecht erklärt! Ein Beispiel mag uns hier weiterhelfen: Ein Dieb wird überführt und vor Gericht gestellt. Während der Verhandlung stellt sich heraus, dass ein guter Freund des Diebes die gestohlene Summe zurückbezahlt hat - die Straftat des Diebes ist also getilgt! Der Richter kann jetzt den Dieb "begnadigen", doch der Makel eines Diebes haftet ihm trotzdem an ! So, liebe Geschwister, wäre unser Stand nach Jesu Tod! Wir wären begnadigte Sünder - ein stand, mit dem wir vielleicht meinen, zufrieden sein zu können! Denken wir heute einmal intensiv darüber nach!
1Kor 15:17
- "Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, so ist euer Glaube nichtig, und ihr seid noch in euren Sünden."
Wir gehen anhand unserem gestrigen Beispiel des vor Gericht stehenden Diebes einen Schritt weiter: Der Richter begnadigt den Dieb nicht nur, nein, er macht das menschlich eigentlich Unmögliche, er spricht ihn vollkommen frei von aller Schuld und sein Rechtsspruch lautet "Nicht schuldig! Merken wir, liebe Geschwister, den Unterschied zwischen "begnadigt" und "nicht schuldig"?
Auf unser Leitwort umgesetzt bedeutet dies: Wir können zwar von der Strafe für unsere Sünden befreit sein, weil ein anderer bezahlt hat, und trotzdem sind und bleiben wir moralisch Sünder, schließlich haben wir ja die Sünden begangen, sind also trotz Bezahlung noch in ihnen! Lasst uns dieser Tatsache so richtig bewusst werden!
Wenn nun aber nicht nur für unsere Sünden bezahlt wurde, sondern wir weit darüber hinaus auch noch als "nicht schuldig" erklärt werden, so ist dies ein Stand für uns, als hätten wir nie (!) in unserem Leben gesündigt!" Lasst uns auch hier kurz innehalten, liebe Geschwister und die Ungeheuerlichkeit dieser Sache bedenken!
Man hat für diese Wahrheit kaum Worte! Christi Auferweckung hat für uns einen vollkommenen Freispruch von aller Schuld zur Folge, Gott Selbst macht un sin Christus unbeschuldbar, weil Er Christus zu unserer Gerechtigkeit gemacht hat (siehe 1Kor 1:30). Christus starb für unsere Sünden und wurde auferweckt, weil durch Sein Opfer alle Rechtsforderungen erfüllt wurden, Er wurde um unserer Rechtfertigung willen auferweckt (Röm 4:25). In der Folge gibt es aber noch eine herrliche Tatsache: Wir dürfen von nun an als "Gerechtfertigte" auch Frieden mit Gott haben (lies Röm 5:1). Welch eine gewaltige Wahrheit steht hier im Glauben vor uns!!!
1Kor 15:18-19
- "Dann sind ja auch die in Christus Entschlafenen umgekommen. Wenn wir nur für dieses Leben unsere Erwartung auf Christus gesetzt haben, sind wir die erbarmungswürdigsten unter allen Menschen."
Wir gehen zurück zu der Beweisführung Pauli: Was wäre die Folge, wenn Christus nicht auferweckt worden ist, und der Apostel führt an, dass dann der Glaube der Korinther nichtig wäre, sie wären noch in ihren Sünden und gemäß unserem heutigen Leitvers wären die in Christus Entschlafenen umgekommen!
Wer die Auferweckung der Toten leugnet, hat keine Hoffnung mehr, er lebt in "Hoffnungslosigkeit"! Dann wäre ja auch klar, dass die in Christus Entschlafenen umkommen, das heißt, sie vermodern in den Gräbern bis nichts mehr übrige ist - eine schreckliche Konsequenz!
Eine Erwartung auf Christus nur für das irdische Leben, welches dann unter Umständen auch noch Drangsal, Leiden, Verfolgungung mehr nach sich ziehen würde, wäre doch in der Tat erbarmungswürdig, menschlich gesagt wären wir dann wirklich dumm! Jeder Ungläubige hätte ja mehr von seinem Leben, weil er nicht um Christi willen auf gewisse Dinge verzichten würde, die ihm eine gewisse Befriedigung bringen!
Ziehen wir nun aus den letzten Versen die Folge: Paulus sah die Gefahr, dass sich einige Korinther vom Zeitgeist mitreißen ließen, der behauptete: Es gibt keine Auferweckung der Toten! Die Auferweckung darf aber keine beliebige Anschauung, sondern muss eine Tatsache sein, von der unser Leben hier auf Erden und zukünftig in den überhimmlischen Regionen bestimmt wird. Streichen wir diese Erwartung, dann ist nicht nur ein Gedanke gestrichen, sondern unsere ganze Heilserwartung! Leere Verkündigung, leerer Glaube, die Apostel als Lügner, keine Rechtfertigung vor Gott ... das reinste Trümmerfeld!
1Kor 15:20
- "Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt worden: der Erstling der Entschlafenen!"
In den folgenden Versen wird - Gott sei aus tiefstem Herzen Dank -. die Todesfrage gelöst: Christus ist aus den Toten auferweckt worden, und zwar als Erstling der Entschlafenen!
Die Zeugen Seiner Auferweckung wurden schon benannt, heute schauen wir auf den "Erstling" aus den Toten! Kol 1:18 bestätigt ja diese Aussage mit den Worten: ".... Erstgeborener aus den Toten, so dass Er in allem der Erste werde". Das erhebt jetzt die frage, was mit jenen Menschen war, die schon vor Jesus auferweckt wurden (zum Beispiel Lazarus) oder Männer im AT, die wie Elia gen Himmel fuhren? Es ist mäßig, hier jeden einzelnen Fall zu untersuchen, weil unser Leitvers eine "Generalaussage" darstellt. Es gab vor Christi Auferweckung niemand, der gleich Ihm zu einem unauflöslichen Leben auferweckt wurde. Alle, die durch den Herrn Selbst oder durch berufende Gottesmänner ins Lebenzurückgerufen wurden, mussten wieder sterben! Ihr Leben wurde also nur verlängert!!! Christus musste der absolute Erstling sein!
Wir gehen nochmals in das erste Kapitel des Kolosserbriefes, welches mun so überschreiben könnte: Die Herrlichkeit Christi als Haupt der herausgerufenen Gemeinde"! Vor allem in den Versen 15-20 wird diese Herrlichkeit in einmaliger Art und Weise hervorgehoben, und dies dann mit der Schlussfolgerung: Dass Er in allem der Erste werde!
Und wo von einem "Ersten" die Rede ist, folgen ja normalerweise auch Zweite und Dritte usw. Das heißt, die nächsten, die Ihm folgen werden sind diejenigen, die Ihm angehören - wir! Deshalb dürfen wir u ns auch über die Verheißung freuen, dass wir eine frühere Erwartung in Christus haben (gem Eph 1:12), früher als Israel und früher als die ungläubig Verstorbenen. Und diese frühere Erwartung erfüllt sich gemäß 1Thes 4:13-18, wenn unser Herr uns zu Sich in Wolken entrückt!
1Kor 15:21-22
- "Denn weil ja doch durch einen Menschen der Tod kam, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn ebenso wie in Adam alle sterben, werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden."
Adam wurde als erster Mensch durchaus "sterblich" geschaffen, seine andauernde Lebenskraft bezog er (und später auch Eva) durch die Früchte des "Baumes des Lebens" In 1Mo 2:9 lesen wir ja, dass Gott zwei Bäume besonders nannte: "Den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen." Der Baum des Lebens, von dem Adam essen durfte, gab ihm die ständige Lebenserneuerung. Erst als er (und Eva) infolge der Sünde durch Vertreibung aus dem Garten Eden von diesem Baum abgeschnitten wurde, war auch die ständige Erneuerung des Lebens unterbrochen - der Mensch war "zu Sterben sterbend!"
Und weil Gott dies alles wusste, ja mehr noch, weil das ganze Geschehen im Paradiesgarten dem Ratschluss Seines Willens entsprach, stand auch schon länge vor dem Sündenfall das fleckenlose Opferlamm bereit (1Petr 1:19-20). In die Tiefe gesehen stehen wir hier vor einem der bedeutsamsten Ereignisse im All: Gott baut mit Hilfe der Schlage den dunklen Hintergrund auf, vor dem Er der Menschheit Seine unendliche Liebe erstrahlen lassen will! Das allein ist der Grund, warum Gott gemäß Jes 45:7 das Finstere und Böse erschaffen hat!
Durch den einen Menschen Adam kam der Tod auf allem Menschen und durch den einen Menschen "Christus" kam die Auferstehung der Toten. Der Tod war also kein böser Ausrutscher, bei dem der Schöpfer ohnmächtig zusehen musste, wie eines Seiner eigenen Geschöpfe, nämlich Satan, Ihm dem Menschen abspenstig machte - nein, im Sohn Seiner Liebe war von Anfang an nicht n ur das Opfer am Kreuz, sondern auch die Lebendigmachung der Toten in Christus eine beschlossene Tatsache!
11Kor 15:23
- "Jeder aber in seiner besonderen Abteilung: der Erstling Christus, darauf die Christus Angehörenden, bei Seiner Anwesenheit;"
Lasst uns zuerst noch einmal einen kurzen Blick zurück auf Vers 22 werfen, und hier auf das Wörtchen "alle"! In Adam sterben alle und in Christus werden alle lebendig gemacht! Für einen gewissen Teil der Gläubigen gilt diese Aussage nicht, weil sie weit über 90% der Menschheit niach dem Tod in eine vermeintliche Hölle verlegen, wo diese Tag und Nacht gequält werden - sie bezichtigen damit Paulus der Lüge!
Vers 23 und 24 stellen aber eindeutig und für alle verständlich klar, dass die Lebendigmachung in Christus allen gilt, nur: In der göttlichen Reihenfolge (in seiner besonderen Abteilung)! Und in dieser Reihenfolge steht als der absolute Erstling "Christus" (siehe auch Kol 1:18; Offb 1:5 u. 18)!Er wurde durch die überwältigende Größe der Kraft des Vaters auferweckt, Er hat dem Tod die Macht genommen und dadurch Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht (siehe 2Tim 1:10).
Einem "Erstling" müssen weiter (zweite) folgen und dies sind in der göttlichen Reihenfolge jene, die Christus bei Seiner Anwesenheit angehören; gemeint ist hier die herausgerufene Gemeinde, die gemäß Eph 1:22 Seine Körperschaft ist. Diese Körpergemeinde wird mit ihrem Haupt vereint, wenn dieses gemäß 1Thes 4:13-18 vom Himmel herabsteigt, um die Seinen zu Sich zu entrücken.
Das, liebe Geschwister, ist die Erfüllung unserer sehnlichsten Erwartung, wie sie in Röm 8:23-25 beschrieben ist! Und diese Erwartung lässt nicht zu Schanden werden, vielmehr wird es der Zeitpunkt sein, wo wir Seinem Bild gleichgestaltet werden - was für eine unbeschreibliche Aussicht für uns!
- "darauf die Christus Angehörenden, bei Seiner Anwesenheit;"
Zu den "Christus Angehörenden" müssen wir noch ein anderes Werkzeug Gottes sehen, die herausgerufene Königreichsgemeinde aus dem Volk Israel! Auch sie hat eine Erwartung auf die Lebendigmachung in Christus, allerdings erst nach der Körpergemeinde! Wir lesen hierzu zuerst eine uns, die Körpergemeinde, betreffende Aussage in Eph 1:12: "... die wir eine frühere Erwartung in Christus haben." "Früher" deshalb, weil Gott sich nach der Verstockung Israels den Nationen zugewandt hat und diese Verstockung Israels so lange anhält, "bis die Vervollständigung der Nationen eingehe" (Röm 11:25b), was dann mit der Entrückung (= Lebendigmachung) der Körpergemeinde abgeschlossen wird.
Röm 11:26 führt dann weiter aus: "Und alsdann wird Israel als Gesamtheit gerettet werden, so wie geschrieben steht: Eintreffen wird der Bergende aus Zion". Dies wird im kommenden tausendjährigen Königreich auf der Erde sein. Hier werden die verstorbenen Gläubigen aus Israel (wozu ja auch die zwölf Jünger Jesu zählen) auferstehen und ihren verheißenen Dienst an den Nationen antreten (siehe Mt 28:19).
Zu beachten ist hier, dass zwischen der Entrückung der Körpergemeinde und dem Beginn des irdischen Königreichs zum einen das Gericht und der Zorn Gottes steht, dem unter anderem auch der Mensch der Gesetzlosigkeit zum Opfer fällt (2Thes 2:8), und das sich dazwischen auch ein Wechsel der Äonen vollzieht, nämlich der vom gegenwärtig dritten Äon hin zum vierten Äon.
Für uns bedeutet also die Lebendigmachung "bei Seiner Anwesenheit" die Entrückung; bei Israel, wenn Er gemäß Sach 14:4 Seine Füße auf den Ölberg in Jerusalem setzt.
1Kor 15:24
- "danach die übrigen bei der Vollendung, wenn Er die Königsherrschaft Seinem Gott und Vater übergeben, wenn Er jede Oberherrschaft, jede Obrigkeit und Macht aufheben wird."
Nach dem Erstling Christus und darauf der Lebendigmachung der herausgerufenen Körpergemeinde und ihr folgend der Königreichsgemeinde wird die nächste Abteilung angeführt: "Die übrigen!" Das umfasst alle Menschen, die nicht zur Körpergemeinde oder Königreichsgemeinde gehören. Wir müssen jetzt sehr genau unterscheiden, dass Paulus in unserem Leitvers von "der Vollendung" spricht, also einen großen Zeitraum überspringt. Er überspringt ihn deshalb, weil es bei der Vollendung um das Endziel Gottes geht, wo alle Menschen gerettet sein werden, wo alle in Christus lebendig gemacht und unvergängliches Leben erhalten werden.
Ein Blick auf das "dazwischen" zeigt uns, dass nach dem tausendjährigen Königreich erst einmal die Auferstehung zum Gericht vor dem großen weißen Thron erfolgt, wovon Dan 12:2; Joh 5:29; Offb 20:5 ff. und viele mehr berichten. Hierauf erfolgt dann der zweite Tod, wovon Offb 10:14 spricht. Aber schon in Offb 11:15 lesen wir über die Königsherrschaft Christi, die Ihm über die Welt zuteil geworden ist und über die Er für die Äonen der Äonen herrschen wird. Doch auch diese gesegnete Königsherrschaft wird eine Vollendung haben, wo der Sohn diese dem Vater übergibt.
Man möge uns verzeihen, dass wir das "Dazwischen" nur so knaüü gestreift haben, eine gründlichere Betrachtung würde allein eine Schrift füllen. Paulus geht es aber hier nur um den letzten Abschnitt in Gottes Heilsplan, wo sich erfüllt, dass Gott nicht nur der Retter einiger Menschen sein wird, sondern "der Retter aller Menschen ist (1Tim 4:10), vor allem der Gläubigen, was besagt, dass diese Gläubigen gemäß unserem vorgestrigen Leitvers in der vorderen Abteilung zu suchen sind.
1Kor 15:25
- "Denn Er muss als König herrschen, bis Er alle Seine Feinde unter Seine Füße legen wird."
Die Königsherrschaft Christi hat das klare Ziel, alle Feinde unter Seine Füße zu legen, und da sind zuerst einmal die genannten Oberherrschaften, Obrigkeiten und Mächte, die allesamt dem Machtbereich Satans zuzuordnen sind. Gemäß Eph 6:10 ff. stehen diese im Kampf gegen uns und wir gegen sie, wozu uns ja eine komplette Waffenrüstung gegeben ist. Diese Feinde sind die gegenwärtigen Weltbeherrscher dieser Finsternis und die geistlichen Mächte der Bosheit inmitten der Überhimmlischen. Dies in Feindschaft gegen Gott stehenden Mächte werden bei der Vollendung überwunden und aufgehoben, weil es durch die Aussöhnung des Alls (siehe Kol 1:20) keine Feindschaft mehr gibt. Das Blut Seines Kreuzes macht Frieden, sei es das auf der Erde oder das in den Himmeln!
Die Bezwingung Seiner Feinde wird aber kein Rachefeldzug sein, sondern letztendlich dahin führen, dass sich in dem wunderbaren Namen "Jesus" jedes Knie beugen wird, der Überhimmlischen, Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge huldige: Herr ist Jesus Christus, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil 2:10-11); und dies nicht unter Zwang oder mit geballten Fäusten, sondern in williger Unterordnung, Dankbarkeit und größter Freude!
Auch Satan mit all seinen Helfern muss dann erkennen, dass er ein (zwar finsteres und böses) wichtiges Werkzeug Gottes war, um auf dem von ihm verbreiteten dunklen Hintergrund Gottes unsagbare Liebe in den schönsten hellsten Farben aufleuchten zu lassen!
1Kor 15:26
- "Der letzte Feind, der abgetan wird, ist der Tod."
Unsere erster Frage lautet: Was ist der Tod überhaupt? Die Schrift hat darauf mehrere Antworten, eine davon finden wir in Röm 6:23: "Denn die Kostration (= Rationen der Verfehlung, also das zugeteilte Mengenmaß) der Sünde ist Tod" - sie ist also der Beweis, dass wir alle Sünder sind! Der Tod wird im Wort Gottes aber auch bildhaft personifiziert, z.B. in Röm 5:14.17; Röm 6:9, und nicht zuletzt sitzt er gemäß Offb 6:8 als der schrecklichste der vier Reiter auf einem fahlen Pferd. In unserem Fall wird der Tod als letzter Feind genannt, er ist folglich der Letzte, der feindlich wirken kann, seine tödliche Waffe wird als "Stachel" bezeichnet (1Kor 15:55). Für uns ist wichtig zu wissen, dass wir seinen Feindcharakter erkennen - es ist keineswegs, wie auch besungen, die süße Pforte, durch die wir in den Himmel gehen!
Da nach der Aussage von Hebr 2:14 der Widerwirker die Gewalt über den Tod hat, müsste man annehmen, dass dieser auch als Letzter abgetan wird; doch in Offb 10:10 lesen wird, dass der Widerwirker zuerst in den Feuersee geworfen wird und erst in Vers 14 auch der Tod und das Ungewahrte. Der Tod ist somit in der Tat der letzte Feind, der abgetan wird, womit Paulus uns sagen möchte, dass der Tod erst aufgehoben werden kann, nachdem alle anderen Feinde unwirksam gemacht sind bzw. kapituliert haben.
Wir stellen oben fest, dass der Tod der Beweis ist, dass wir Sünder sind (dies galt auch für unseren Herrn, der Sich freiwillig unter die Macht der Sünde und damit auch unter die des Todes stellte). Dieser "Beweis" gilt zuerst uns, er dient dazu, dass wir als erwiesene Sünder nach Hilfe Ausschau halten. Und als wunderbare Hilfe steht (und stand von Anfang an) das Kreuz auf Golgatha! Dort lud unser Herr die Sünde der Welt auf Sich, stellte Sich unter den Tod und den Widerwirker und machte uns Sünder zu Gerechtfertigten, die mit Gott Frieden haben dürfen.
Das Ziel des Heilsplanes Gottes
1Kor 15:27
- "Denn alles ordnet Er Ihm unter: unter Seine Füße. Wenn Er dann sagt: "Alles hat sich untergeordnet!", so ist es offenkundig, dass Gott ausgenommen ist, der Ihm das All unterordnete."
Die Übergabe der Königsherrschaft Christi an den Vater kann erst stattfinden, wenn alle Feinde besiegt sind und der Tod abgetan ist. Das große Ziel ist, das All, welches Gott zuerst Seinem Sohn untergeordnet hat, durch den Sohn unter die Füße des Vaters zu legen, wobei unser Leitvers noch betont, dass Gott Selbst von der Unterordnung ausgenommen ist.
Was Paulus hier den Korinthern schreibt, führt uns nicht nur an das fernste Ziel der Schrift, nein, es deckt auch die ganze Tiefe unserer Berufung in Christus auf! Erinner wir uns an 1Kor 1:9, wo uns gleich am Anfang dieses Briefes gesagt wird, dass wir "zur Gemeinschaft mit Seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, berufen wurden". Das bedeutet für uns, dass wir in Ihm königlich herrschen werden, und dies bis zum Zeitpunkt wo sich zuerst Ihm, dem Sohn alles untergeordnet hat und wo dann der Sohn Selbst das All unter die Füße des Vaters legt. Ahnen wir, liebe Geschwister, was hier für eine ungeheure Aufgabe vor uns liegt?
Viele Gläubige haben kaum eine Vorstellung von dem, was einmal auf sie zukommt. Viele geben sich mit dem Gedanken zufrieden, sich einmal Psalmen singend und Gott anbetend in himmlischen Räumen aufhalten zu können - das wollen wir hier nicht kritisieren! Doch um wie viel tiefer werden jene Gläubigen geführt, die zu einen auf den Apostel der Nationen, Paulus, hören, und zum anderen vor allem auch auf das sinnen, wohin sie nur Paulus führt: "Was droben ist" (siehe Kol 3:1-2)! Und was für gewaltige und herrliche Aufgaben liegen da vor uns, die wir als Christus Angehörende mit Ihm ausführen und vollenden dürfen.
1Kor 15:28
- "Wenn Ihm aber das All untergeordnet ist, dann wird auch der Sohn Selbst dem untergeordnet sein, der Ihm das All unterordnete, damit Gott alles in allen sei."
Unser heutiger Vers ist das große uns geoffenbarte Ziel des Heilsplanes Gottes, der weiteste Blick in die Zukunft, der uns Menschen in der Schrift gestattet ist. Die Herrschaft Christi hat ihr Ende erreicht, die Vollendung ist gekommen und der Sohn übergibt das Königreich dem Vater. Jede andere Oberherrschaft ist dann überflüssig, weil alle Feinde durch die Aussöhnung des Alls überwunden sind und selbst der Tod als letzter Feind abgetan ist. Auch das schwerste Gericht über die größten Feinde hat sein Ende erreicht. Der Abschluss der Äonen, wo aufgrund des Opfers Christi die Sünde gemäß Hebr 9:26 abgelehnt wird, ist erreicht - es gibt keinen Tod mehr!!! Der Sohn Gottes hat Sein Werk vollbracht und ordnet Sich dem unter, der Ihm zuvor das All untergeordnet hat, damit Gott alles in allen sei!
Lasst uns, liebe Geschwister, dieses an Herrlichkeit kaum fassbare Ziel tief im Herzen aufnehmen! Führen wir vor unser geistiges Auge, dass der Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse ein herrliches Ende gefunden hat. Die Königsherrschaft Christi zur Aufhauptung des Alls und die Übergabe an den Vater ist eine Lebendigmachung aller, es ist die Folge der durch Christus begonnenen Reihen an Totenauferweckungen, sie ist der grandiose Zusammenhang der Ausführungen Pauli, in den auch wir durch unsere Berufung hinein gekommen sind.
"Gott alles in allen" wird ein Zustand an Herrlichkeit sein, für den wir hier auf Erden wohl kaum die richtigen Worte finden können - aber er darf trotzdem heute schon unsere Herzen mit Siegesfreude erfüllen, weil wir aufgrund unseres Standes in Christus allem überlegene Sieger durch den sind, der uns liebt (gem. Röm 8:37)!
- "....damit Gott alles in allen sei."
Wir sind in den letzten Tagen von den Anfängen der Menschheit bis an den Abschluss gesprungen und manchem unserer Leser mag dies in der Kürze zu unübersichtlich gewesen sein. Auch mag es manchen irritiert haben, dass wir am Schluss "vom Königreich Christi" sprachen, welches der Sohn dem Vater übergeben wird, was in keinem Fall mit dem irdischen Königreich, dem Tausendjahrreich, verwechselt werden darf! Lasst uns aus diesem Grund einen ganz kurzen Streifzug durch die 5 uns bekannten Äonen machen, um den Zusammenhang von Anfang und Ende zu haben.
- Es gab zuerst eine Zeit "vor den Äonen, wo alles noch in Gott war. Interessant ist für uns, das in 2Tim 1:9-10 geschrieben ist, dass uns die Gnade (der wichtigste Pfeiler in Pauli Evangelium) schon vor äonischen Zeiten in Christus Jesus gegeben ist! Obwohl also alles noch in Gott war, bestand Sein großer Plan bereits in Einzelheiten!
- Der erste Äon betrifft die Urschöpfung, von der 2Petr 3:6 spricht. Auf dieser Urschöpfung wissen wir um den Eintritt von Sünde durch Satan - schon dort begann also der Zweikampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gutem und Bösem! Die Urschöpfung erlebte aufgrund von Satan sWirken einen "Herabwurf", sie wurde mit Wasser überflutet und war gemäß 1Mo 1:2 ein Chaos und inhaltslos.
- Mit der Wiederherstellung der gegenwärtigen Erde und der Erschaffung des ersten Menschen "Adam" begann der zweite Äon. Dieser endete mit der Sintflut zur Zeit Noahs.
- Es begann der der dritte Äon, der heutenoch gegenwärtig ist. Dieser wird enden, wenn der Zorn Gottes (der ja nach unserer Entrückung über die Menschheit hereinbricht) als Gericht erfüllt ist.
- Es beginnt dann das Tausendjahrreich und damit *der vierte Äon. Den Abschluss stellt das erneute Gericht vor dem großen weißen Thron dar.
- Es folgt der fünfte Äon (der Äon der Äonen), in welchem Christus königlich herrscht und alle Feinde besiegen wird und letztlich ein aufgehauptetes All unter die Füße des Vaters legen kann, womit die Zeit der Äonen beendet ist und die nachäonische Zeit beginnt: Gott alles in allen!
Der moralische Wert der Auferstehung
1Kor 15:29
- "Sonst, was werden die tun, die sich taufen lassen? Es wäre ja für die Toten, wenn Tote allgemein nicht auferweckt würden? Was solle man sich für sie noch taufen lassen?"
Wir werden jetzt von unserem geistigen Höhenflug wieder herab in die Niederungen der korinthischen Gemeinde gezogen; es ging ja im Grunde um die Leugnung einiger, dass es eine Auferstehung der Toten gibt und der Apostel schlug in seiner Beweisführung einen riesigen Bogen, nicht um die Leugner abzufertigen, sondern um die ganze Tiefe der herrlichen Lebenserwartung aufleuchten zu lassen - und das ist Paulus einmalig gelungen!
Im Grunde setzt er dieses Thema auch ab Vers 35 weiter fort, doch mit den Versen 29-34 schiebt er etwas ein, was ihm immer am Herzen liegt: Das praktische Glaubensleben und die Berufung der Gemeinde. Ohne des siegreichen Glauben an eine Totenauferweckung wäre der ganze Glaube ein Fiasko.
Der Eindruck, der hier entsteht, sich für Tote taufen zu lassen, ist sicher falsch, weil Paulus solches nie gestattet hätte. Wir können zum Verständnis unseres Leitverses die richtige Erklärung nur "im Zusammenhang des Gesamtthemas" finden: Die Taufe als symbolische Darstellung der Todes- und Lebensgemeinschaft mit Christus, so wie sie in Röm 6:3-5 dargestellt ist. Die Taufe in Seinen Tod beinhaltet auch die Auferweckung durch die Herrlichkeit des Vaters. Ist in Röm 6 die Todes- und Lebensgemeinschaft mit Christus betont, so liegt in unserem Leitvers die Betonung auf dem zukünftigen Wirken der Körpergemeinde. Und was bewirkt sie?
Nur wer in diese Todes- und Lebensgemeinschaft, die manchen Verzicht mit sich bringt, eingangen ist, ist fähig mit Christus mitzuherrschen und den Tod zu besiegen. "Wenn wir erdulden, werden wir auch mitherrschen" (2Tim 2:12); oder: Losteilinhaber aber zusammen mit Christus, wenn wir. nämlich mit Ihm leiden, damit wir auch mit Ihm verherrlicht werden" (Röm 8:17).
1Kor 15:30-31
- "Wozu begeben wir uns denn jede Stunde in Gefahr? Tag für Tag sterbe ich - bei allem Rühmen, meine Brüder, das ich an euch in Christus Jesus, unserem Herrn, habe!"
Wir könnten heute lückenlos an das anknüpfen, was wir gestern abgeschlossen haben: "Erdulden, um im Königreich Christi mitzuherrschen" und "mitzuleiden", um mitverherrlicht zu werden"! DAs alles klingt nach "Kampf" - und der ist es auch!!!
Ein Teil unseres Kampfes gilt unserem Fleisch, nicht, um es zu verbessern (das wäre aussichtslos), sondern um es dahin zu verweisen, wo es hingehört: an das Kreuz! Wir haben uns als "mit Christus gestorben" zu betrachten (Röm 6:6), unsere alte Natur, das Fleisch, ist mit Christus gestorben! Das ist eine Sache des Glaubens, nicht des Gefühls! Unser Gefühl lässt uns täglich spüren, dass das Fleisch noch lange nicht tot ist, ja, dass es täglich seine Ansprüche fordert. Lassen wir uns von unserem Gefühl verleiten oder glauben wir gegen allen Schein dem Wort Gottes?
Glauben wir doch einfach und haben Freude daran was wir glauben dürfen!
Wenn Paulus sagt, dass er Tag für Tag stirbt, dann wissen wir, dass dies nicht buchstäblich sein konnte, vielmehr verwies er sein Fleisch ans Kreuz, und dies "Tag für Tag", also ein täglicher Kampf. Und dieser Kampf zog Leiden nach sich, allerdings mit herrlichsten Verheißungen! Pauli Fleisch sagte "Nein" zu den nur zu oft gefahrvollen Einsätzen im Dienst für das Evangelium; doch die neue Menschheit, die Paulus gemäß Eph 4:24 angezogen hat, drängte ihn, seinen Dienst fortzusetzen, auch in Gefahr!
"Denn wir alle müssen vorne vor der Preisrichterbühne des Christus offenbar gemacht werden, damit ein jeder das wiederbekomme, was er durch den Körper verübte, sei es gut oder schlecht" (2Kor 5:10).
1Kor 15:32-34
- "Was für Nutzen hätte ich davon, wenn ich nur nach Menschenweise in Ephesus mit wilden Tieren kämpfte! Falls Tote nicht auferweckt werden, so lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir. Lasst euch nicht irreführen: üble Gespräche verderben gütige Charaktere. Werdet rechtschaffen ernüchtert und sündigt nicht! Denn einige haben keine rechte Gotteserkenntnis; zu eurer Beschämung muss ich so zu euch sprechen!"
Pauli Sterben war bereits ein Überwinden der feindlichen Todesgewalten. Dabei mochte Paulus seine menschlichen Feinde überaus als "wilde Tier" gesehen haben (er hatte ja in Ephesus schwer kämpfen müssen), doch bleibt die Tatsache, dass er nicht nach Menschenweise Ruhm oder Gewinn suchte, sondern seinen zukünftigen Beruf in der Gemeinschaft mit seinem Herrn im Auge hatte.
Der Mensch ohne Hoffnung nach dem Tod genießt sein Leben, was wir ihm eigentlich ja nicht verübeln können. Einige in Korinth mochten in diese Richtung tendiert sein und versucht haben, andere mitzureißen. Pauli Warnung war sehr ernst gemeint: Lasst euch nicht irreführen! Ein Grund, irregeführt zu werden ist Unnüchternheit, ein Zustand, wo der Sinn für das Wahre vernebelt ist. Und wie oft vernebeln uns weltliche Verlockungen den Sinn, liebe Geschwister!
Alles, was nicht klar auf unser Ziel ausgerichtet ist, ist "Zielverfehlung", also "Sünde"! Paulus mahnt, aus der Umnebelung herauszukommen u nd nicht auf "einige" zu hören, welche eine Totenauferstehung leugnen. Diesen fehlt die rechte Gotteserkenntnis, das heißt, es fehlt am tieferen Eindringen in das Wesen und Heilswirken Gottes. Diese Worte Pauli hatten wohl jene am wenigsten erwartet, die sich ja gerade ihrer besseren Erkenntnis rühmten - zu eurer Beschämung muss ich so sprechen!
Der Leib der Auferstehung
1Kor 15:35
- "Doch es wird jemand erwidern: Wie werden die Toten auferweckt? Und mit was für einem Körper kommen sie?"
Paulus hat die Tatsache der Auferstehung der Toten erklärt, jetzt kommen die nächsten Fragen:
- a) Wie werden die Toten auferstehen?
- b) Mit was für einem Körper kommen sie?
Die erste Frage a) ist schnell geklärt, die Antwort steht ja klar und unmissverständlich in 1Thes 4:15-18, natürlich betrifft sie nur die Berufenen der Körpergemeinde Christi Jesu.
Die zweite Frage b) wird schwieriger, weil es unterschiedliche Ansichten gibt, wobei sich zwei Auslegungen besonders hervorheben: Steht unser buchstäblicher Körper auf (er wird nur umgewandelt bzw. dem Überhimmlischen angepasst) oder bekommen wir einen ganz neuen geistlichen Körper?
Wir haben uns schon in einer früheren Schrift für die erste Ansicht entschieden und wollen uns daher auch ganz auf diese konzentrieren, wobei uns ja schon 1Thes 4:15-18 eine Antwort gibt. Wir lesen dort, dass die Toten in Christus zuerst auferstehen werden. Dies kann aber nur der alte buchstäbliche Körper sein, wein ganz neuer geistlicher Körper kann ja nicht auferstehen, das wäre ein Widerspruch. Von den Lebenden lesen wir, dass sie in Wolken entrückt werden, was wiederum ja den buchstäblichen Körper einschließt. Bekämen wir einen neuen geistlichen Körper, würde ja der buchstäbliche Körper auf der Erde zurückbleiben - es waren dann keine Entrückung mehr!
Auf die Entrückung bezieht sich auch Phil 3:20-21, wo es heißt, dass der Körper unserer Erniedrigung umgewandetl wird, um dem Körper Seiner (Christi) Herrlichkeit gleichgestaltet zu werden. "Umgewandelt" kann aber kein neuer, sondern nur ein alter Körper werden!!! So darf uns heute zweierlei beglücken:
- wir nehmen unseren alten (umgewandelten) Körper mit und
- wir sind dem Körper unseres Herrn gleichgestaltet!
1Kor 15:36-38
- "Du Unbesonnener! Was du säst, wird nicht lebendig gemacht, wenn es nicht zuvor stirbt. Was du auch säst, du säst doch nicht den Körper, der erst entstehen wird, sondern ein nacktes Korn, wenn es sich trifft, Weizen oder eines der übrigen Samen. Gott aber gibt ihm einen Körper, so wie Er will, und zwar einem jeden der Samen den ihm eigenen Körper."
Paulus führt seine Fragestelle. zum Lehrmeister "Natur"; könnte nicht jeder Mensch an ihr lernen und seine Antwort finden? "Du Unbesonnener!" - was heißen soll, dass ein denkender und beobachtender Mensch solche Frage gar nicht stellen sollte. Was lehrt nun die Natur?
Das Samenkorn kommt in die Erde, die äußere (Schutz-) Hülle bricht auf und aus dem Samenkern, der sich teilt, bilden sich die ersten grünen Blätter. Beachten wir hier. Die innere Substanz ist der Träger und Teil des neuen Pflanzenkörpers! Wertlos ist lediglich die äußre Schutzhülle geworden. Wir lernen also: Unser verstorbener Körper wird in die Erde gelegt, aus seiner Substanz entsteht der überhimmlische Körper; zurück bleibt lediglich ein winziger Teil; beim Samenkorn die Hülle, bei unserem Körper jener Teil, der in den überhimmlischen Räumen wertlos ist. Und wertlos ist jene Aushöhlung des Körpers in der sich der Verdauungstrakt und die Fortpflanzungsorgane befinden. Auch unser "Blut" muss zurückbleiben, es ist für das Überhimmlische unbrauchbar. Damit haben wir folgenden Sachverhalt: Auferweckt wird nicht unser Gesamtkörper, ein kleiner unbrauchbarer Teil bleibt zurück (auch bei der Entrückung).
Wir werden also all mit einem auferweckten und umgewandelten Körper aus Fleisch und Bein in die Herrlichkeit eingehen, wie ein Samenkorn, dessen "Grün" aus der Erde sprießt und sich dem Licht entgegenstreckt - wie wunderbar und einfach dient uns dieses Bild als Anschauungsobjekt!
1Kor 15:39
- "Nicht alles Fleisch ist Fleisch derselben Art, sondern anders ist das der Menschen, wieder anders das Fleisch den Viehs, anders das Fleisch des Geflügels, noch anders das der Fische."
Wer sich von uns einen solchen umgewandelten Körper nicht vorstellen kann, dem wird ein weiteres leicht verständliches Bild aus der Natur vor Augen gestellt. Schon hier unten auf der Erde gibt es ja unterschiedliche Arten von Fleisch, das seinem jeweiligen Element, in dem es lebt, angepasst ist. Das Fleisch der Menschen ist dem Land, das der Geflügel der Luft und das der Fische dem Wasser angepasst. Es gibt also schon auf Erden unterschiedliche Arten von Fleisch, wovon keines im Lebensraum des anderen auf längere Dauer existieren könnte.
Wir lernen, dass, wenn schon auf Erden verschiedene Arten von Fleisch jeweils ihrem Lebensraum angepasst sind, auch unser Fleisch einmal den neuen Lebensräumen in den überhimmlischen Regionen angepasst werden muss. Schauen wir doch einfach den Körper unseres auferstandenen Herrn an, auch dieser musste umgewandelt bzw. angepasst werden. Dabei stehen wir zuerst einmal vor der Tatsache, dass Sein Grab leer war, Sein Körper also buchstäblich auferstanden ist. Die Zeugen hierfür sind uns ja bekannt. Und doch war ei niges an Ihm anders: Er konnte sichtbar wie auch unsichtbar sein (Lk 24:31); Sein Fleisch und Gebein konnte durchaus von Seinen Jüngern betastet werden (Lk 24:39), und Lk 24:51 schildert, wie der Körper des Herrn in den Himmel hinaufgestragen wurde, er also nicht mehr der Schwerkraft der Erde unterlag. Johannes (Joh 20:19) berichtet noch weiter, dass der auferstandende Herr durch verschlossene Türen gehen konnte und die Wundmale Seiner Kreuzigung an Sich trug, wobei ja dem Thomas gestattet wurde, diese Wundmale zu betasten. Bedenken wir erneut: Wir werden Seinem Körper gleichgestaltet - welch ungeheure Spannung und Erwartung in der Todesstunde!
1Kor 15:40-41
- "So gibt es auch überhimmlische Körper und irdische Körper; doch andersartig ist die Herrlichkeit der überhimmlischen und wieder andersartig die der irdischen. Anders ist auch die Herrlichkeit der Sonne und anderes die Herrlichkeit des Mondes, wieder anders die Herrlichkeit der Sterne; denn an Herrlichkeit überbietet ein Stern den anderen Stern."
Lobpreis Gottes im Blick auf die Auferstehungshoffnung 54-58
