Eph 3:14 – Der Vater, der über allem steht

Aus Bibelwissen

Donnerstag, 23. April 2026 – von Daniel Muhl

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Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.

Psalm 115,16

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden seinen Namen hat.

Epheser 3,14–15


In Psalm 115 stellt der Liederdichter den Gott Israels den selbstgemachten Götzen der Völker gegenüber (Ps 115:4). Obwohl diese nur lebloses Menschenwerk sind, setzen die Götzendiener ihr Vertrauen auf sie und erwarten, von ihnen gerettet zu werden.

Für den Psalmisten war klar: Wenn der Mensch jemandem Vertrauen schenken kann, dann dem, der den Menschen erschuf und sich als gnädig und treu erwiesen hat (Ps 115:1). Er ist es, der im Himmel thront und über das ganze Universum regiert (Ps 103:19).

Der allerhöchste Gott steht über allem, was existiert (Ps 97:9). Er handelt souverän – zu jeder Zeit und an jedem Ort (Dan 4:32). Nichts entzieht sich seiner Macht, und kein Wille ist stärker als der seine (Jes 46:10).

Die Bibel spricht davon, dass es mehrere Himmel gibt – doch Gott ist nicht auf einen Ort begrenzt (1Kö 8:27). Durch seinen Sohn hat er alles geschaffen: die Himmel und die Erde (Kol 1:16).

Der Gott des Himmels und der Schöpfer des Menschen hat uns dadurch gewürdigt, dass er uns nach seinem Bild erschuf (1Mo 1:27) und uns die Erde anvertraute, damit wir sie bebauen und bewahren – also gestalten und zugleich schützen (1Mo 2:15). Ebenso sollen wir verantwortungsvoll über die Tiere herrschen (1Mo 1:28). Doch der Mensch versagte, weil er Gott misstraute und ihm in der Folge ungehorsam wurde (1Mo 3:6).

Durch diese Sünde drangen Fluch und Tod in diese Welt (Röm 5:12). Die Menschheit war verloren und brauchte einen Erlöser, der zu uns herabkommen würde, um wiederherzustellen, was zerstört worden war – nämlich die vertrauensvolle Liebesbeziehung zu Gott (Kol 1:20). Darum sandte Gott seinen Sohn, der ihn als Einziger gesehen hat und ihn durch und durch kannte (Joh 1:18).

Der Sohn Gottes erkannte, dass der Vater ihm die Gläubigen als Brüder und Schwestern geschenkt hatte (Hebr 2:11). Darum sagte er:

„Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen.“ (Joh 10:29)

Dass dieser höchste Gott (hebr. El Eljon) Vater sein möchte, ist ein unfassbares Wunder (Ps 68:6). Paulus schreibt, dass er der Vater aller Vaterschaften ist (Eph 3:14-15).

Diese Aussage macht jedoch nicht alle gleichermaßen glücklich, weil jede Person den Begriff „Vater“ zunächst mit den eigenen Erfahrungen verbindet. Manche hatten einen liebevollen und fürsorglichen Vater, andere litten unter einem strengen Vater, dem sie nie genügen konnten. Einige erlebten einen Vater, der kaum Zeit hatte oder gar nicht präsent war; andere erinnern sich gern an viele schöne Stunden, in denen er für sie da war: aufmerksam, zugewandt, motivierend, inspirierend und zuverlässig. Und doch bleibt selbst das Beste, was wir als Menschen an Vaterschaft erleben, nur ein schwacher Abglanz dessen, wer Gott als Vater ist (Mt 7:11). Denn bei ihm ist Macht nie kalt und Nähe nie unzuverlässig.

Darum lädt uns die Bibel ein, den Vater nicht zuerst durch die Brille unserer eigenen Geschichte zu beurteilen, sondern unsere Geschichte im Licht seines Wesens neu zu verstehen. Wie der vollkommene himmlische Vater ist, erkennen wir, wenn wir auf Jesus schauen und darüber nachdenken, was die Bibel über ihn berichtet – und so sehen, wie er ist, was er sagte und was er tat (Joh 14:9).

Wenn Paulus seine Knie beugt, dann nicht vor einem unbekannten Gott, sondern vor dem, der jedem Lebewesen seinen Namen – und damit seine Bestimmung – gibt (Jes 43:1) und uns in Christus als seine Kinder annimmt (Joh 1:12).

Gebet: Lieber himmlischer Vater, hab von Herzen Dank, dass du dich durch deinen Sohn zu uns herabgeneigt und uns zu deinen Kindern gemacht hast. Vor diesem Wunder deiner Liebe können wir nur die Knie beugen und dich voller Bewunderung anbeten!