Die göttlichen Eigenschaften des Lichtes
Die Stunde der Finsternis
Abschrift der Schrift von Ludwig Katzenmeier (1979)
Selbstverlag des Verfassers
Die Schrift ist ggf. antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften:
Inhaltsverzeichnis:
Die Stunde der Finsternis
- Denn wer da hat, dem wird auch gegeben, dass er die fülle habe. wer aber nicht hat, dem wird auch das noch genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse; denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht und verstehen auch nicht. So erfüllt sich an ihnen Jesajas Weissagung (Jes 6:9-10): "Mit den Ohren werdet ihr hören und doch nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und doch nichts erkennen; denn das Herz dieses Volkes ist verstockt. Ihre Ohren sind schwerhörig und ihre Augen schlaftrunken, damit sie nur ja nicht mit ihren Augen sehen, mit ihren Ohren hören, mit ihrem Herzen verstehen und sich bekehren, dass ich sie heiligen könnte." Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören. Fürwahr, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört." Mt 13:12-17
- Denn wer da hat, dem wird auch gegeben, dass er die fülle habe. wer aber nicht hat, dem wird auch das noch genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen durch Gleichnisse; denn mit sehenden Augen sehen sie nicht, und mit hörenden Ohren hören sie nicht und verstehen auch nicht. So erfüllt sich an ihnen Jesajas Weissagung (Jes 6:9-10): "Mit den Ohren werdet ihr hören und doch nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und doch nichts erkennen; denn das Herz dieses Volkes ist verstockt. Ihre Ohren sind schwerhörig und ihre Augen schlaftrunken, damit sie nur ja nicht mit ihren Augen sehen, mit ihren Ohren hören, mit ihrem Herzen verstehen und sich bekehren, dass ich sie heiligen könnte." Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören. Fürwahr, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr höret, und haben es nicht gehört." Mt 13:12-17
E l i a
- Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte, und wie er hatte alle Propheten Baals mit dem Schwert erwürgt. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: "Die Götter tun mir dies und das, wo ich nicht morgen um diese Zeit deiner Seele tue wie dieser Seelen einer." Da er das sah, machte er sich auf und ging um seines Lebens willen und kam gen Beer-Seba in Juda und ließ seinen Diener daselbst.
- Er aber ging in die Wüste eine Tagereise und kam hinein und setzte sich unter einen Wacholder und bat, dass seine Seele stürbe und sprach: "Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser denn meine Väter." Und er legte sich und schlief umter dem Wacholder. Und siehe, eine Engel rührte ihn an uns sprach zu ihm: "Stehe auf und iss!" Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und eine Kanne mit Wasser.
- Und da er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des Herrn kam zum andermal wieder, und rührte ihn an und sprach: "Stehe auf und iss! denn du hast einen großen Weg vor dir." Und er stand auf und aß und trank , und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nachte bis an den Berg Gottes, Horeb (Die Bibel 1Kö 19:1
- Und da er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des Herrn kam zum andermal wieder, und rührte ihn an und sprach: "Stehe auf und iss! denn du hast einen großen Weg vor dir." Und er stand auf und aß und trank , und ging durch Kraft derselben Speise vierzig Tage und vierzig Nachte bis an den Berg Gottes, Horeb (Die Bibel 1Kö 19:1
- Wüste und Schweigen.
- Wand'rung ohne Rast
- im Gluthauch des Sonne -
- unter magischem Mondlicht;
- vierzig Tage und Nächte.
- "Herr!
- Ich habe geredet,
- geeifert um Deinen Namen!"
- Im Mittag steigt
- ein Gebirge empor
- in der brennenden Himmel.
- O, der Einsamkeit
- in vierzig Tagen und Nächten.
- Mit Riesenschritten enteilt die Zeit.
- Ihr Ziel liegt dunkel und fern.
- Flieg, du rauschender Vogel, nur zu!
- Du rastest ja nimmer.
- Gewitterschwer ist der Himmel.
- Eile, eile,
- denn bald kommt der Sturm!
- Er kommt dir entgegen
- mit fetzenflatterndem Mantel.
- Kühl und feucht ist sein Atem,
- - keine Leidenschaft,
- alles Element!
- Schlag,
- Stoss,
- Wucht, Tod!
- Dir möcht' ich gleichen!
- Aufwärts, auf felsigem Pfad,
- über steile Wände,
- gepresst an nacktes Gesetein.
- Abgründe rufen.
- Granitene Häupter
- trotzen empor;
- versteinerter Aufruhr
- Israels.
- Die Tiefen lästern.
- "Herr! Ich habe geeifert
- um Deinen Namen!
- Du schweigst, -
- vierzig Tage und Nächte!"
- - und wieder wird's Nacht
- im Schrecken der Berge,
- aus dem wilden Gezack der Gründe.
- Da gähnt eine Höhle
- wie aus eben sich öffnender Faust
- des Felsens.
- - Todesmatte Rast.
- Tief in der Nacht kam die Stimme des Herrn:
- "Komm heraus auf den Berg, Elia!"
- Da riss mich Sein zuckender Strahl
- aus der Wolke des Wetters,
- von der Armut der Erdgebundenen.
- Nicht schreckte ER mich.
- In seligem Grausen griff ich Seine Hand.
- Hoch stand ich
- über den tiefen stretender Kräfte.
- Doch Friede war Seine Kraft,
- die umschlossene Insel der Gottheit.
- Wort nur der Elemente gehorsame Tat. -
- Größ'res entwuchs Seinen Händen.
- Feuergeword'ne Gestalten kreisten dahin,
- bebend vor Leben,
- ruhlos den Raum zu durch eilen.
- Ohnmächtig wich ihnen selbst die verdichtete Nacht.
- Alles entwich.
- Auch ich selber ward fliehend geworfen.
- Doch ward mein Wesen, wie trunken,
- vom Feuer erfüllt, -
- wuchs aus den Händen
- mir furchtbar, gewaltig die Rache,
- ward wie der Zorn,
- eine grimmig hineilende Wolke,
- selber ein Sturm.
- Und plötzlich ist's still.
- Das Toben der Elemente
- ist schreckhaft verstummt
- vor der Stimme des Herrn.
- "Elia!"
- O, Stimme des Lebens,
- die Tote erweckt,
- die Steine gäben Dir Antwort.
- "Elia! Warum bist Du hier?"
- "Ich habe geeifert um Gott,
- denn Israel hat Dich verlassen.
- Zerbrochen sind Deine Altäre
- und Deine Propheten erwürgt.
- Allein bin ich übrig geblieben.
- Sie stehen nach meinem Leben!"
- Und abermals tönet die Stimme:
- "Geh' wiederum hin durch die Wüste
- hinein nach Damaskus und salbe
- Hasael zum König von Syrien -
- Und Israel gebe zum König
- Jehu, und rufe Elisa
- statt deiner zum Amt des Propheten.
- Wer Hasael's Schwert je entrönne,
- wird Jehus Gewalt nicht entgehen,
- und sollt er auch diesem entkommen,
- so trifft ihn Elisas Gericht. -
- Doch Israel soll nicht verderben.
- Es haben sich siebentausend
- vor Baal nicht niedergebeugt
- und ihren Mund nicht entweiht!"
- L. K.
- L. K.
Auf den Straßen heulen die Motoren....
Am 27. Juni 1956, als ich noch mit meiner Familie in der Industriestadt Ludwigshafen am Rhein wohnte, schrieb ich in mein Tagebuch:
- Auf der Straße heulen die Motoren.
- Ihr dämonischer Gesang
- dröhnt in unsern schmerzgequälten Ohren
- und verkündet Untergang
- In den Lüften herrschen die Gewalten,
- die uns in der Seele feind
- und die Sonne hinter Wolken halten,
- dass sie nimmermehr uns scheint.
- Unser iInder weinen in den Nächten,
- ob der drohenden Gefahr.
- In der Freiheit wurden wir zu Knechten,
- als uns Gott zu lästig war.
Auf der Straße heulen die Dämonen..., das war mein erster Eindruck, als ich heute morgen unter dem Motorenlärm der Straße erwachte. In der regenfeuchten Luft hängt der üble Geruch verbrannten Benzins. - Wie sehne ich mich nach Stille, wo ich das Singen meines Blutes wieder höre, die leisen Stimmen wieder vernehme, die so trösten können. - Diese Zeit zerrt wie keine andere an den Nerven. Sie ist anorganisch und lebensfeindlich. Wer sich an sie verliert, mit all ihrer Rastlosigkeit, ihrem höllischen Tempo, geht zugrund an Leib und Seele.
Wir leben zwischen 2 Welten, von welchen uns jede für sich beanspruchen will. Dies führt zu ungeheuren Zerreißproben, wie sie Paulus in seiner Briefen erwähnt (Gal 5:17); denn das Fleisch zieht es nach untern, den Geist aber reißt es nach oben. Keiner hält es jedoch lange zwischen Himmel und Erde aus, denn es ist Niemandsland, und auf der Erde ist schon die Hölle. Was wir halten wollen, wird uns entrissen, und mit dem Verlorenen, dem Sichtbaren und Zeitlichen, an dem wir hängen, zieht es uns nach unten. Doch der Kampf ist nicht leichter, wenn wir unser Leben um Jesu willen mit allen irdischen Bequemlichkeit dahingeben. Die Erschütterungen dieses letzten Ringens sind oft noch heftiger. Das sieht. zunächst nicht wie Leben, sondern wie lauter Sterben aus; aber es ist ein Sterben zum Leben, denn im Überwinden liegt Herrlichkeit. (siehe Sendschreiben in Offb 2 und 3).
Es geht über Höhen und durch Tiefen der Vollendung entgegen. Sterben und Auferstehen ist ein sich immer wiederholender Prozess, der uns in der Rotation und in steiler Spirale, die sich nach oben um die Mitte immer mehr verjüngt, durch die Himmel bis ins Allerheiligste bringt. Gnadenstunden und Anfechtungen lösen einander ab.
Wir leben in einer Zeit geistiger Verdunkelung. Wenn es Abend wird, und das haben wir alle schon beobachtet, verschwinden die Konturen, und die Dinge gehen ineinander über. So ist es auch im Geistigen. Recht und Unrecht kann da nicht mehr klar unterschieden werden. Die Maßstäbe sind heute weithin verloren gegangen; die Erkenntnis der Wahrheit hat abgenommen, und die Ratlosigkeit macht sich breit. Es wird noch dunkler werden; das sagt die Schrift voraus - bis hin zur totalen Verfinsterung des menschlichen Empfindens und Denkens.
I. Die göttlichen Eigenschaften des Lichtes
und ihre satanische Nachäffung
Gottes Licht ist Kraft und Feuer.
Wo sich geistliches Leben regt, da ist Licht, göttliches Licht, das in der Finsternis leuchtet. Es gibt keine Finsternis, die so groß wäre, dass nicht ein kleines Licht sie durchstoßen könnte. Jedes Licht kann von unserem Auge wahrgenommen werden. Man vergleiche einmal dazu die Leistungsfähigkeit unseres menschlichen Auges (das anatomisch und entwicklungsphysiologisch gesehen einen Teil des Gehirns darstellt): Wenn in Berlin ein Kerze angezündet würde, und alle Lichter ringsum wären ausgeschaltet, so könnte man dies Kerze noch in tausend Kilometer Entfernung sehen, also sogar am Bodensee noch oder in Bayern.
Gottes Liebe ist wie das Licht und das Feuer, welche drei Eigenschaften haben, die der heiligen Dreieinigkeit entsprechen, nämlich:
- eine verzehrende Kraft
- eine wärmende Kraft und
- eine leuchtende Kraft.
Dabei entspricht die verzehrende Kraft dem Wesen Gottes, die wärmende dem Herrn Jesus, der das leben ist, und die leuchtende Kraft dem Heiligen Geist, der uns in alle Wahrheit leitet. Menschen, die unter Gott stehen, geben sich zum Opfer, verzehren sich selbst, verbreiten die liebende Wärme, die aus Jesu Leben kommt, und stellen durch die Kraft des Heiligen Geistes andere in die Entscheidung, so dass Wahrheit und Lüge offenbar werden.
Im satanischen Gegenstück stellen sich ebenfalls drei Kräfte dar:
- Statt der verzehrenden Kraft ist es eine auszehrende Kraft, nicht opfernd, sondern fordernd, deren Ziel der Ruin ist, - also eine auszehrende Kraft.
- Statt der wärmenden Liebeskraft, die zum Leben und zur Gemeinsamkeit führt, ist es die zerstörerische Kraft der Selbstliebe, die in die Vereinsamung und in den Tod führt, - und damit eine tötende Kraft.
- Statt der leuchtenden und wegweisenden Kraft ist es eine Kraft satanischer Faszination, die durch ihr Blendwerk blind macht und im Dunkel endet; - also eine betrügerische Kraft.
1. Die auszehrende Kraft
Was beim Licht in positivem Sinn geschieht, macht sich bei zunehmender Finsternis negativ bemerkbar. Da Finsternis das fehlen von Licht ist, müssen die positiven Eigenschaften des Lichtes fehlen. Die verzehrende Kraft bedeutet im göttlichen Sinn Hingabe und Opfer, im negativen Sinn aber Laster, Sucht, Fressen und Saufen, Rauben, Plündern und Morden (Gal 5:19-21). Was auf göttlicher Ebene ein Schenken ist, muss auf der anderen ein Rauben sein. Was auf der einen Seite Hingabe ist, muss auf der anderen zur Leidenschaft werden.
Wenn man von einer neuen Moral spricht, meint man in Wirklichkeit die Aufhebung jeglicher Ordnung. Das Denken. und Handeln unserer Zeit steht zunehmend im Zeichen des Aufruhrs, der Revolution, ich möchte sogar sagen des aufkommenden Bürgerkrieges, der Verantwortungslosigkeit, der Untreue, der Korruption und der Dekadenz. Die Menschen wollen sich von Gottes Geist nicht mehr strafen lassen (1Mo 6:3); und deshalb sagen sie: Weg mit der alten Ordnung! Weg mit der alten Moral! Aber es gibt kein Christentum ohne Moral, und unsere Moral ist eindeutig vom christlichen Denken geprägt und hat ihre Wurzeln im christlichen Glauben, wenngleich dieser auch oft falsch verstanden wurde. Der Endpunkt dieser Entwicklung ist die Katastrophe und das Gericht, wozu der Endzeitmensch von Satan in besonderer Weise geprägt wird (2Tim 3:2-5).
Für Gotteskinder besteht die besondere Gefahr der Verführung zur Ungerechtigkeit (2Thes 2:10). Darum heißt es in 2Tim 2:19b "... es scheide sich von Ungerechtigkeit jeder, der den Namen des Herrn nennt."
2. Die tötende Kraft
Die wärmende Kraft des Lichtes, nämlich die schenkende Liebe und das belebende Element, findet sich in der satanischen Nachäffung der gottgegebenen Sexualität. Sexualität als Selbstzweck, wie sie heute propagiert und außerhalb der Ehe praktiziert wird, ist ichbezogene Liebe, in welcher sich die Finsternis in besonderer Weise offenbart. Göttliche Liebe steht unter dem Zeichen der Hingabe, satanische Liebe unter dem Zeichen der Forderung. Ist die Forderung erfüllt, dann wird das Objekt der Befriedigung sinnlos und der Zerstörung preisgegeben.
Da die Menschen immer ichsüchtiger werden, vollzieht sich die Beziehung zum Nächsten nur noch an der Oberfläche. Man gehet aneinander vorbei, kann sich nichts mehr geben und verarmt immer mehr, bis zum völligen Vakuum oder dem Nichts. Da das innere Leben erstorben ist, sucht man in den Beziehungen zum andern die Lebenserfüllung. doch wenn ein Vakuum dem andern begegnet, kann daraus keine Erfüllung resultieren. Der Mensch, der nur noch an der Oberfläche lebt, muss dieses sein Leben bei dem leisesten Gefühl des Angestoßen- oder Angegriffenseins mit der Faust verteidigen (was ja heute schon zum Gruß geworden ist) und zurückschlagen. Das führt zu totalen inneren Vereinsamung und zum Ablehnen einer jeden von Gott gewirkten Liebe. Die von Leidenschaften aufgepeitschten Sinne können nicht mehr befriedigt werden, und im Gieren nach dem Genuss geht es von einer Enttäuschung zur anderen. Das inhaltsleere, dem Vakuum gleichende Menschenherz mit seinem alles verzehrenden Ich öffnet sich immer mehr nach außen und saugt alles in sich hinein, um zu leben. Hierdurch entsteht auf der einen Seite Menschenhängerei und Hörigwerden, auf der anderen Seite aber glühender Fanatismus. Der für das Höhere erstorbene sinn huldigt dann dem Materialismus mit seiner reinen Diesseitigkeit, und an die Stelle der Gottesliebe ist die weltliebe getreten. In Röm 1:24-32 wird der von Gott dahingegebene Mensch mit seinen Lasten bis ins einzelnen beschreiben. So wird der Mensch unserer Tage, entgegen seiner göttlichen Bestimmung, z um manipulierbaren Werkzeug eines die Massen beherrschenden Diktators.
Die Große Gefahr für die Gotteskinder: "Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten" (Mt 24:12).
3. Die betrügende Kraft
Die leuchtend Kraft der Gotteserkenntnis und es lebendigen Glaubens muss immer mehr der sogenannten Aufklärung weichen, die sich brüstet, auf wissenschaftlicher Grundlage zu stehen. Vieles, was man heute als wissenschaftlich deklariert, beruht auf Arbeitshypothesen, also auf unbewiesenen Voraussetzungen. Das stört jedoch niemanden; man glaubt vielmehr daran, weit mehr als an das Wort Gottes. will man jemanden geistig niederboxen, so braucht man nur den wissenschaftlichen Beweis zu erbringen, und jegliche Diskussion ist beendet.Damit ist allenfalls der Verstand befriedigt, aber die Seele nicht. Mit zunehmender Dunkelheit wächst die Sehnsucht nach dem Licht. da das Evangelium von Jesus, der allein in die Wahrheit führt, nicht mehr gefragt ist, öffnete sich der moderne Mensch immer mehr dem Einfluss der Irrlicher anderer Religionen, vor allem aber des Okkultismus. Finsternismächte und satanische Hoheiten sind in Scharen mit Dämonen und unsauberen geistern von Asien (Indien und Tibet) und Afrika zu einer Invasion nach Europa aufgebrochen. Die Zahl der Sekten, vor allem der Jugendsekten, ist schon gar nicht mehr zu übersehen. Im Grunde geht es um Streben nach Sicherheit in einer ungesicherten Welt. Wieviele in Deutschland schwören auf ihre geistigen Führer und Lehrer (Gurus) und vertrauen ihnen mehr als Jesus. Wie sehr ein solches Vertrauen auf menschliche Fürher zuschanden gemacht wird, sehen wir an dem Massenselbstmord der amerikanischen Sekte "Volkstempel". Es ist hier nicht der Raum dafür da, um auf diesbezügliche Einzelheiten eingehen zu können. Die Schrift nennt uns im Zusammenhang damit "lügenhafte Zeichen und Wunder", mit welchen die Gotteskinder in der Endzeit in besonderer Weise konfrontiert werden (2Thes 2:9). Und wahrlich, in den bald aufbrechenden weltweiten Nöten setzt man seine Hoffnung auf Zeichen und sucht seine Hilfe in Wundern. Und weil Gott einem unbußfertigen Volk keine Antwort mehr gibt, gibt sie der Teufel (2Thes 2:11-12).
Schließlich findet die Dunkelheit in der Offenbarung der Tiefen des Satans und der Aufschließung der Geheimnisse der Bosheit ihre Vollendung (Offb 2:24). In der zunehmenden geistigen Dunkelheit verschwindet mit der Zeit jegliches Beurteilungsvermögen, so dass nur n och vom Geiste Gottes geschärfte Augen zu unterscheiden vermögen, wo die Grenze von Gut und Böse liegt.
Die Gefahr besteht, dass bei dem überwältigenden Einbruch der Finsternis und des Wartens in der Nacht die nach Gott fragende Gemeinde Jesu müde wird und einschläft (Mt 25:5). Man kann sich an alles gewöhnen und sich und andere mit dem Argument beruhigen: "So war es ja schon immer!" (2Petr 3:4). Aber es war nicht immer so; unsere Welt hat sich unheimlich verändert.
II. Der Zusammenhang von Geist und Materie
zu Geist und Leib
Zwischen Geist und Materie besteht ein Ursachen-Wirkungs-Zusammenhang, d. h. beide wirken aufeinander. Wes Materie ist, ist heute nicht mehr genau zu definieren, wenn man für Materie = Energie und für Energie = Materie setzt. (Vgl. die physikalische Formel E = mal c2; d. h. : Energie = Masse mal dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit).
Energie ist etwas, was aus dem Wirken des Geistes hervorgeht. Jede Geisteswirkung offenbart sich in Energie, und Energie verändert die Materie. Ich selber sehe die Materie etwa als erstarrten Geist an, der im Aggregatszustand der gasigen Form freie Willensentscheidungen vermuten lässt. Das bedeutete, dass seither kontrollierte und nach Erfahrungen berechnete, scheinbar in Gesetzen verlaufen Vorgänge sich plötzlich verändern können. So könnte sich z. B. bei der Zündung einer Atombombe eine Kettenreaktion ergeben, die das gesamte Leben unseres Erdballs auf einmal vernichten würde.
Ein ähnlicher Zusammenhang findet sich zwischenSeele und Leib. Leibliche Behinderungen können sich auf die Seele auswirken. Wiederum haben viele Krankheiten ihre Ursache in einem gestörten Seelenleben. Die Gesetzmäßigkeiten im Leibe erkennen wir. Die Gesetzmäßigkeiten in der Seele können jedoch auch in unkontrollierbarer Weise ablaufen. Auch hier liegt die Gefahr einer Katastrophe.
Letztlich sehe ich sogar einen Zusammenhang zwischen den Menschen. und der Natur. Die Natur beeinflusst den Menschen und der Mensch beeinflusst die Natur. Weil das Zusammenleben der Menschen in Unordnung geraten ist, ist auch die Natur in Unordnung geraten. In den letzten Jahren beobachten wir außerordentlich milde oder, wie in diesem Jahr, überaus strenge Winter, ein undefinierbares Frühjahr und oft verregnete oder glühende Sommer. Diese Unordnung wird sich nach dem Worte Gottes bis zu Katastrophen ausweiten und einer totalen Klimaänderung enden (Offb 16:8-12).
Wie uns die Geologen wissen lassen, sehen wir uns auch einer Umpolung der Erde gegenüber. Der magnetische Nordpol (auf dem Kompass ist die Nadelabweichung gezeigt) liegt schon seit etlicher Zeit seitwärts des geographischen, um welchen sich bislang die Erde noch dreht. Eine Umpolung steht bevor, so dass der Nordpol zum Südpol und der Süpol zum Nordpol werden kann. Ob auch hier die Kursabweichung des Menschen von Gott ihren Ausdruck findet? Jedenfalls bahnt sich hier eine Katastrophe an, auf die ich in den nachfolgenden Ausführungen näher eingehen werde.
III. Jesu Macht und Würde über die sieben Siegel
Über all diesem Geschehen steht jedoch überdimensional das Bild des Ewigen. Was auf der Erde geschiehtm ist im Himmel zuvor bekannt. Gott hat alles unter seiner Kontrolle und fühlt sich in keiner Weise bedrängt, worüber uns der 2. Psalm Aufschluss gibt.
- "Warum toben die Heiden, und die Völker reden so vergeblich? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den Herrn und seinen Gesalbten. "Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!"
- Aber der im Himmel wohnt, lacht ihrer, und der Herr spottet ihrer. ER wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. "Aber ich habe meinen König eingeseetzt auf meinem heiligen Berg Zion". Ich will von der Weise predigen, dass der Herr zu mir gesagt hat: "Du bist mein Sohn, heute habe ich ich dich gezeugt; heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum.
- Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen, wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen." - so lasstet euch nun weisen, ihr Könige, und lasset euch züchtigen, ihr Richter auf Erden! Dienet dem Herrn mit furcht, und freuet euch mit Zittern!
- Küsset den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald entbrennen. Aber wohl allen, die auf IHN trauen!" (Ps 2.)
Gott hat seinen Sohn als Generalbevollmächtigten eingesetzt und ihm alles unter die Füße getan (1Kor 15:27). In Offb 4 und Offb 5 tun wir einen Blick in den Himmel, wo unter der Thronherrlichkeit Gottes die Szene der Einsetzung seines Sohnes zur Vollendung der göttlichen Liebesabsichten dargestellt wird. Nach vergeblicher Umfrage im ganzen Kosmos, wer zur Durchführung des Heilsratschlusses als würdig befunden werden kann, wird Jesus die von Gott selbst versiegelte Buchrolle überreicht, worauf alles in Jubel ausbricht. Welch ein Jubel auch für uns, dass wir solche einen Herrn haben, der sich nicht schämt, sich unser Freund und Bruder zu nennen. Es tut uns gut, wenn wir diese Kapitel einmal bewusst lesen und uns vor Augen stellen, wie unser z. Zt. aufs tiefste geschmähter Herr unter göttlichen Ehren zur Macht gelangt. Wir sind nach seinem Wort zu gleicher Herrlichkeit berufen (1Jo 3:2; Joh 1:12-13; Kol 3:4). Darum nur Mut wenn es jetzt in Trübsale und Leiden hineingeht! Gott hat uns das Ende wissen lassen, und darum können wir überwinden. Ein Tor ist, wer dies alles vergisst und somit nicht in den Genuss der göttlichen Liebesabsichten gelangt, uns z u Königen und Priestern zu machen, um so mit Ihm. zu herrschen und zu regieren (Offb 1:6; Offb 5:10; 1Petr 2:9).
- Danach sah ich, und siehe, da war eine Tür im Himmel geöffnet, und die ersten stimme, die ich wie eine Posaune zu mir reden gehört habe, sprach: Komm hier herauf, so will ich dir zeigen, was nach diesem Geschehen muss.
- Sofort war ich im Geist. Siehe, da stand ein Thron im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und der darauf saß, glich mit dem Glanze seiner Erscheinung dem Edelstein Jaspis und Karneol, und es wölbte sich ein Regenbogen um seinen Thron, der wie Smaragd aussah. Im Kreise um den Thron her sah ich vierundzwanzig andere Throne; auf ihnen saßen vierundzwanzig Älteste, in weiße Kleider gehüllt, mit goldenen Kronen auf ihren Häuptern. Von dem Thron gingen Blitz, Stimmen und Donner aus, und sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister Gottes. Der Platz vor dem Thron glich einem gläsernen Meer, das einem Kristall ähnlich war, in der Mitte des Thrones aber und rings um ihn her befanden sich vier Lebewesen, die vorn und hinten mit Augen übersät waren. Das erste Lebewesen war gleich einem Löwen, das zweite ähnelte einem jungen Stier, das dritte hatte ein Angesicht wie ein Mensch, und das vierte Lebewesen war einem fliegenden Adler ähnlich. Jedes einzelne von den vier Lebewesen hatte sechs Flügel und war ringsherum und auch inwendig mit Augen übersät. Sie gönnen sich keine Ruhe Tag und Nacht und rufen fort und fort aus:
- Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott, der allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.!
- Und wenn die Lebewesen so Ehre, Preis und Anbetung dem bringen, der auf dem Thron sitzt, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, fallen die vierundzwanzig Ältesten vor dem auf dem Thron Sitzenden nieder, beten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder mit dem Ausruf:
- Du bist würdig, Herr, unser Gott, die Herrlichkeit den Lobpreis und die Macht zu empfangen, denn du hast alles erschaffen; und durch deinen Willen war es da und wurde es erschaffen!
- In der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, sah ich eine Buchrolle, innen und außen beschrieben und mit sieben Siegeln versiegelt. Auch sah ich einen starken Engel. Er rief mit gewaltiger Stimme aus. Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?
- Es konnte aber niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, das Buch öffnen oder da hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch zu öffnen und hineinzuschauen. Da spricht einer von den Ältesten zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat gesiegt der Löwe aus dem Stamme Juda, der Spross Davids, um das Buch und seine sieben Siegel öffnen zu können.
- Und ich sah inmitten des Throns und der vier Lebewesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen, anzuschauen, als wenn es hingeopfert wäre. Es hatte sieben Hörner und sieben Augen; das sind die sieben Geister Gottes, die auf die ganze Erde ausgesandt sind. Es kam und nahm das Buch aus der Rechten des auf dem Throne Sitzenden. Und als es das Buch nahm, fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamme nieder. Ein jeder von diesen hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen.
- Und sie sangen ein neues Lied:
- Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu brechen, denn du bist hingeopfert und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut, Menschen aus allen Stämmen, Sprachen, Völkern und Nationen. Und du hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden Könige sein auf Erden. Ich schaute z u und hörte dann die Stimmen vieler Engel um den Thron, um die Lebewesen und um die Ältesten her. Es waren zehntausendmal Zehntausende und tausendmal Tausende an der Zahl. Sie sprachen mit gewaltiger Stimme: Das Lamm, das hingeopfert ist, ist würdig zu nehmen die Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Herrlichkeit und Preis und Lob!
- Und sie sangen ein neues Lied:
- Auch alle Geschöpfe im Himmel, auf Erden, unter der Erde und im Meer, ja alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Throne sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und die Verherrlichung und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!
- Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Die vierundzwanzig Ältesten aber fielen nieder und beteten an.
- Und die vier Lebewesen sprachen: Amen. Die vierundzwanzig Ältesten aber fielen nieder und beteten an.
Die Übergänge von einem Zeitalter in das andere sind immer von Gerichten schwersten Ausmaßes gekennzeichnet. Sie denen der Scheidung der Menschheit in Gut und Böse, sie sind aber auch ein Ruf zur Buße. Darum offenbart sich in ihnen die Gnade. Bei allem Handeln Gottes, selbst wenn es im Zorn geschieht, ist zutiefst die Absicht rettender Liebe. Gott ist Liebe, das ist die frohe Botschaft auch für unsere Tage.
Wie wir in Offb 5 gelesen haben, hat unter dem gewaltigen Jubel des ganzen Universums unser Herr Jesus als das geschlachtete Lamm aus der Hand seines Vaters ein Buch mit sieben Siegeln empfangen. Nach Erhalt dieser göttlichen Urkunde, in welcher niedergelegt ist, wie alles. zu Vollendung geführt wird, beginnt er die Siegen nacheinander zu brechen. Was Daniel in Gesichten schaute, aber ihm in letzter Deutung verhüllt blieb, wird in unseren Tagen verständlich. Wir sind inmitten der Siegelgerichte und wollen daher die vier ersten Siegel in der symbolischen Gestalt von 4 Reitern - auch apokalyptische Reiter genannt - miteinander betrachten. Der Herr schenke Gnade zu rechter Deutung, aber auch Gnade zu rechtem verstehen.
IV. Die Reiter der Apokalypse
- Die Stimme kam zu mir in tiefer Nacht;
- sie war von keines Menschen Mund geschehen
- und war doch groß und klar wie ein Gesicht.
- Die Sterne schienen wie in einen Schacht,
- und in den Blumen droben war ein Wehen
- als schreckten sie vor einem fremden Licht.
- Da dröhnte Hufschlag schrecklich mir ins Ohr,
- wie ich noch keines Pferdes Schritt vernommen
- und sah die Reiter vier vor mir im Feld.
- Sie wuchsen weit und reckten sich empor.
- weiß, rot und schwarz, als wollt ein Wetter kommen,
- von fahlen Blitzen wunderlich erhellt.
- Des ersten Reiters Bogen spannte sich;
- des zweiten blutig Glänzen lag darüber,
- als er sein Flammenschwert emporgezuckt.
- Der schwarze nicht von seiner Seite wich
- und beugte mit der Waage sich vornüber.
- Der vierte, fahle aber, ritt geduckt
- Und rief dem Tod. Der Abgrund tat sich auf,
- und wie im Wirbel kreisten die Gestalten.
- Blut, Feuer, Rauch und greller Blize Licht
- stieg steil und tödlich zu dem Himmel auf,
- Gericht an allen Lebenden zu halten.
- . . . . . . . . . . . .
- Und wieder kam die Stimme in der Nacht.
- Wohin sie drang, erweckte sie ein Schauern
- und brannte in die Seelen ihr Gesicht.
- Sie dröhnte von der letzten, großen Schlacht
- und von dem Stürzen ungeheurer Mauern,
- denn was sie sagte, hieß: Das Weltgericht.
- L. K.
- L. K.
1. Die apokalyptischen Reiter und die vier Evangelien
Die Anregung hierzu habe ich durch das Buch "Das feste prophetische Wort" von Fünning bekommen.
Offb 6:1: "Und ich sah, dass das Lamm der Siegel eines auftat, und ich hörte der vier Tiere sagen wie mit Donnerstimme: Komm!"
Die zum Sehen begnadeten Augen des Johannes erschauen die ganze Herrlichkeit Gottes. Auch wir müssen zu solchem Sehen begnadet werden, um die geschilderte Situation recht zu erfassen. Jesus, dim von aller Kreatur Ehrung zuteil geworden ist, befindet sich in Demut vor dem Throne seines Vaters. Von dort gehen die Wirkungen göttlicher Allgewalt als
- Blitze = Erleuchtungen
- Donner = Wirkungen, und
- Stimmen = Befehle
in den ganzen Kosmos. Kein Mensch in Fleisch und Blut kann solch ein Gegenwart Gottes ertragen. Vier Lebewesen umgeben die Thronherrlichkeit Gottes, die ununterbrochen Tag und Nacht "Heilig, heilig, heilig" sprechen. Als Vertreter der ganzen Schöpfung geben sie Gott die IHM gebührende Ehre. In Jes 6 und Hes 1 ist ihre Art und Weise näher beschreiben. In der unmittelbaren Gegenwart Gottes und seines Thrones haben sie teil an seinem Regieren und sind sie die ausführenden Organe bei der Durchführung seines Willens. Die vier Cherubim - denn um solche handelt es sich bei den vier Lebewesen - sind, wie wir vorhin gelesen haben, von verschiedner Gestalt. Löwe, Stierkalb, Mensch. und Adler liegen auch unseren vier Evangelien als Sinnbilder zugrunde - und das mit Recht - denn sie sind sozusagen ihr Gegenstück. In jedem Evangelium spiegelt sich etwas von ihrer Wesenheit.
Das erste Evangelium des Matthäus entspricht dem wie einem Löwen gestalteten Cherub. Im Löwen, dem König der Tiere, wird die Königsherrschaft, die bedingungslose Autorität, dargestellt. Tatsächlich enthält das Matthäus-Evangelium in der Bergpredigt das Grundgesetz des Königreiches Gottes, zu dessen Aufrichtung Jesus von Gott gesandt wurde. Er, der wahre König Israel, der Löwe aus Juda, wurde jedoch von seinem Volke nicht erkannt. "Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf" (Joh 1:11). Mit seiner Verwerfung verliert Israel seine herrlichste Verheißung und damit den Frieden. Unstet und flüchtig, aber im Herzen die große Sehnsucht nach einem Messias, lebt es bis. zum heutigen Tag unter den Völker. Wie dem Volke Israel, so wurde auch den Nationen die freimachende Gnade im Evangelium angeboten. Doch auch sie erkannten den nicht, der der König aller Könige ist. Die Frohe Botschaft fand nur bei denen ein Echo, die von Gott dazu auserwählt waren. Alle anderen brachten es in Worten und im Wesen zum Ausdruck: "Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche (Lk 19:14). Der menschliche Geist widerstrebt dem göttlichen und seiner Zucht, was im großen Abfall von den Geboten Gottes immer klarer zutage tritt. Darum bleibt dieser Welt der ersehnte Friede versagt. Was Gott verweigert, das fordert den Teufel heraus, es den Menschen zu geben. Er weiß um das Hoffen und Harren der Völker, und im großen durcheinander des jetzigen Geschehens sieht er seine Möglichkeiten. Sein Verlangen ist dies immer noch, zu sein wie Gott (Jes 14:14b). Über die Maßen, die er für sich gewinnt, sucht er zum Ziel zu kommen. Was Jesus sagte, rückt in den Blickpunkt der Erfüllung (Joh 5:43): "Wenn ein anderen in seinem Namen kommen wird, den werdet ihr annehmen."
Die Zeit ist reif für das Auftreten eines Erlösers. Doch ist den Menschen kein anderer Erlöser gegeben, als Jesus. Verachten sie den, so wird ihnen einer von unten erstehen, der sie durch Betrug in Nacht und Verderben führt. Der von dem ersten Cherub gerufene weiße Reiter wird die Völker zum Frieden zwingen. Unter seiner Macht und Gewalt entsteht eine einige Welt. In ihm offenbart sich der Satan persönlich. Da die Welt des Löwen aus Juda (Offb 5:5) verworfen hat, wird sie dem brüllenden Löwen, der von unten her ist und ausgeht zu suchen, welchen er verschlinge (1Petr 5:8), hingegeben. So sehen die Gerichte Gottes aus: dass Gott den Menschen den eigenen Willen lässt, - und das bringt sie mit Sicherheit ins Verderben und in die Hölle.
Im zweiten Evangelium, Markus, mit dem Sinnbild Stierkalb, wird ein Opfer dargebracht. Das Kommen unseres Heilandes in diese Welt war ein einziges Opfer. ER, der reine Geist, verließ seine Herrlichkeit und nahm unsere Gestalt an, die von ihm als sklavisch empfunden werden musste. In allem ordnete er sich dem Menschsein ein und erlitt dieselben Versuchungen wir wir, ohne jedoch zu sündigen (Hebr 4:15). Er war in allen Dingen seinem Vater gehorsam bis zum Tode am Kreuz, an welchem er seine Erlösungstat für uns vollendet hat (Phil 2:7-8). Allen nun, die sein Opfer annehmen, bietet er seine große, weltüberwindende Kraft an, mit welcher allein Sünde und Teufel überwunden werden können. Diese Kraft wird symbolisch durch ein Stierkalb dargestellt, das zugleich ein Opfertier ist. Wer das Opfer Christi verwirft, um in eigener Kraft zum Ziel seiner Wünsche zu kommen, verwirft zugleich seine Erlösung. Die Menschen unserer Tage wollen nichts mehr von der Opferlamm- und Bluttheologie wissen. Darum ruft das zweite Lebewesen, das wie ein Stierkalb gestaltet ist, den Reiter auf feuerrotem Pferd, damit er mit großem Schwert über die Erde dahinreite, um das Leben vieler Menschen. zu fordern.
Das dritte Evangelium, das uns Lukas geschenkt hat, hat zum Sinnbild einen Menschen. In diesem Evangelium wird uns Jesus als Mensch gezeigt, wie er aß und trank und wie er lebte. Daran hat man sich bis heute geärgert und will ihn deshalb nicht als den Sohn Gottes anerkennen. Weil der natürliche Mensch nichts vom Geiste Gottes vernimmt (1Kor 2:14), kann er dies Geheimnis der Menschwerdung Jesu nicht verstehen. Unser Verstand muss hier jämmerlich zuschanden werden. Darum heißt es in der Schrift (1Kor 1:19): "Er hat den Verstand der Verständigen zunichte gemacht". Auf dem Höhepunkt seine Wirkens hat sich der Menschensohn. und Gottessohn als der offenbart, der selbst das Wasser und das Brot des Lebens ist. "Wer mich isset und trinket" hat er gesagt, wird Leben aus der Fülle haben. Nicht nur in Jesu Erdentagen, auch heute noch ruft dieses gnadenvolle Anerbieten Ärgernis und Unverständnis hervor. Weil denn die Menschen nun Jesus als den wahren Vermittler göttlichen Lebens vergessen wollen und ihn verwerfen, ruft der dritte Cherub den Reiter auf dem schwarzen Pferd. Dieser nimmt auf seinem Weg durch die Welt den Menschen alles weg, was ihnen lieb und wert ist.
Der vierte Evangelist Johannes erscheint unter dem Sinnbild des Adlers. In seinem Evangelium werden die Höhen und Tiefen der Geisteswelt aufgezeigt wie in keinem anderen. Licht und Finsternis, Gut und Böse, stehen einander gegenüber. Jesus, der Sohn Gottes, kommt wie ein Adler aus Himmelshöhen herab, um den Menschen die Gabe des ewigen Lebens zu bringen. Wer sich mit diesem seinem Leben beschenken lässt, darf sich gleich ihm und mit ihm wie ein Adler von der Erde erheben. An ihm erfüllt sich die Verheißung Jesu, wenn er sagt (Joh 12:32): "Wenn ich erhoben bin von der Erde, will ich sie alle zu mir ziehen". Nur göttliches Leben hat Bestand und kann sinnvoll gelebt werden. Wer sein irdisches Leben höher achtet und es darum unter allen Umständen erhalten will, der wird es verlieren (Mt 16:25). Die im Materialismus und der Diesseitigkeit gefangenen Menschen unserer Tage achten das göttliche Leben für nichts. So muss der vierte Cherub, der wie ein Adler gestaltet ist, dem Tod und mit ihm dem Totenreich den Weg bereiten, damit der Mensch erntet, was er gesät hat. "Wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch das Verderben ernten" (Gal 6:8). Fleisch ist zur Fäulnis bestimmt, und wo das Aas ist, da sammeln sich die Adler" (Mt 24:28).
2. Die apokalyptischen Reiter
Johanne sieht in seinen Visionen, wie Jesus, das Lamm Gottes, erscheint und eines der Siegel aufbricht. Mit dem aufbrechen des ersten Siegels werden die großen Gerichte über diese Welt eingeleitet. Dabei ist das Ziel alles Handelns Gottes die endgültige Überwindung aller Feinde (1Kor 15:25). Sie müssen nach dem Zeugnis der Schrift einmal zu den Füßen Jesu liegen, IHM huldigen und bekennen, dass ER der Herr sei zur Ehre Gottes des Vaters (Phil 2:11). Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, dann beginnt Gott etwas völlig Neues, was unserem Horizont bis heute noch nicht erschlossen ist. Bevor Gott Neues beginnt, muss das Alte hinweggetan werden. In den Gerichten, die wie ein Besen über die Erde fegen, reinigt der Herr diese Welt, ja das ganze Universum, und schafft so die Voraussetzungen für da von ihm verheißene Friedensreich. Glücklich und selig sind die, die berufen sind, als neue Menschen in solcher Herrlichkeit zu wohnen.
Im Himmel ist der Ausgangspunkt alles irdischen Geschehens Dort sind auch die Gerichte, die bald über uns hereinbrechen werden, längst vorbereitet. Johannes hört den wie einen Löwen gestalteten Cherub mit Donnerstimme "Komm!" rufen, worauf der erste Vollstrecker des göttlichen Gerichts auf weißem Pferd erscheint. Die Donnerstimme lässt ahnen, dass mit dem Kommen dieses Reiters Angst und Schrecken verbunden sind. Nach fast 2000-jähriger Evangeliumsverkündigung ist die Gnadenzeit zu Ende. Schlag auf Schlag werden nun die Ereignisse folgen, so dass die Menschen verschmachten werden vor Furcht und Warten über den Dingen, die noch kommen sollen (Lk 21:26). Es gibt Versäumnisse, die nicht wieder gutgemacht werden können. Wissen wir, wieviel Uhr es geschlagen hat? Wir können nicht ernst genug unsere Mitmenschen warnen, di en och im Entweder- Oder stehen, sich für Gott zu entscheiden. Noch sind die Türen aufgetan, noch können wir zu Jesus finden, aber bald wird es zu spät sein. Es gibt einunabänderliches Draußenstehen und ei hartes göttliches Nein für solche, die den Ernst unserer Stunde verkennen.
- Offb 6:2: "Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm ward gegeben eine Krone, und erzog aus sieghaft und dass er siegte."
Viele Ausleger sind der Meinung, dieser Reiter auf dem weißen Pferd sei der Herr Jesus oder das Evangelium. Da es sich aber um einen Gerichtsakt handelt, muss diese Gestalt anders gedeutet werden. sie ist zwar eine sympathische Erscheinung und hat in vielen Stücken Ähnlichkeit mit dem Heiland, den wir in Offb 19:11 auch auf einem weißen Pferd, jedoch nicht allein, sondern an der Spitze des himmlischen Heeres kommen sehen. Im Gegensawtz zu dessen Auszeichnungen - wie die Aufschriften "treu und Wahrhaftig" und der Schmuck vieler Kronen - trägt der weiße Reiter nur einen Siegeskranz. Wir finden also in der Offenbarung die Darstellung von Siegern, wovon der eine himmlischen und der andere irdischen Ursprungs ist.
Die im weiteren Verlauf geschehenden Ereignisse werden zwar im Himmel ausgelöst, finden aber alle auf der Erde statt. Aus dem Himmel kommt allein unser Herr und Heiland, um sein Reich auf Erden aufzurichten. Der irdische Sieger dagegen wird nur vom Himmel her, vom Throne Gottes aus, gerufen. Wir haben bei ihm an ein politisches und militärisches Genie zu denken, welchem es gegeben ist, Sieg um Sieg z u erringen. In dieser seiner Eigenschaft hat er sich mit einem Bogen bewaffnet, und als Zeichen hoher Ehrung ist ihm ein Lorbeerkranz zuteil geworden. Pfeil und bogen, eine veralterte Waffe, sind hier nur symbolisch zu verstehen. Der tiefere Sinn des Bogens deutet auf Spannungen und der des Pfeils auf blitzschnelles Handeln. Nicht zu übersehen ist dabei die Fernwirkung. Große Spannungen im politischen Geschehen veranlassen den Reiter zu raschem Handeln. Es kommt. zu kriegerischen Auseinandersetzungen, in welchen es ihm mittels modernster Waffen gelingt, die Gegner schnell zu überwinden. Von Sieg zu Sieg ziehend wird ihm schließlich die Weltherrschaft zuteil. Dass er das weiße Pferd des Triumphators reitet, weist auf seine Absicht hin, den Menschen in der Zusammenführung der Nationen Frieden zu bringe.
Doch ist in dem Vers, den wir vorhin gelesen haben, noch ein Geheimnis eingebettet. "Er zog aus sieghaft und dass er siegte" bedeutet, dass zwischen dem Ausreiten und dem endgültigen Sieg noch ein großes Ereignis liegen muss. Wir haben etwa an eine Unterbrechung seiner großartigen Laufbahn, an eine verlorene Schlacht, an die Infragestellung seines endgültigen Sieges zu denken.
Der weiße Reiter findet seinen stärksten Gegner im roten Reiter, dessen Laufbahn nachher beschrieben werden soll. Ähnlich wie unser Herr Jesus wird der weiße Reiter ein Golgatha erleben, um nachher umso herrlicher z u triumphieren. In Offb 13:3-4 wird dieses Geheimnis näher erläutert: "Und ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund, und seine tödliche Wunde ward heil, und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres. Und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab und beteten das Tier an und sprachen: "Wer ist dem Tier gleich, und wer kann mit ihm Krieg führen?"
Wir stehen schon mitten drinnen in diesen Ereignissen. Der weiße Reiter ist schon ausgeritten und mit ihm die anderen Reiter. Nach dem ersten Weltkrieg schien Deutschland erledigt zu sein. Das plötzliche Erscheinen eines Führers der ein am Boden liegendes Deutschland zur Einheit brachte, war wie ein Donnerschlag in der Weltgeschichte. Alle Augen waren auf ihn und sein Handeln gerichtet. Die Völker zitterten vor der Möglichkeit eines zweiten Weltkrieges. Die Politiker aller Nationen begannen, sie vor ihm zu fürchten. In mitreißenden Reden sprach er vom Frieden, wobei er heimlich den Krieg vorbereitete.
Modernste Waffen, wie die pfeilartig fliegenden V-Waffen, wurden unter seiner Initiative entwickelt. Als die unvermeidbaren Auseinandersetzungen begannen, zog er sieghaft aus und fügt Sieg an Sieg. - dann kam der Zusammenbruch. - Deutschland wurde zerhackt und gevierteilt, eine Todeswunde, wie man sie sich nicht schwerer vorstellen kann. Zwar hat sich aus diesem Zusammenbruch das deutsche Volk wieder erhoben; aber die Wunde ist noch da und klafft tief zwischen Ost und West. Wird sie wieder h eil werden? Wird das Wunder geschehen, nach dem sich all wahren Deutschen sehnen, dass das deutsche Volk wieder eins werden und eine führende Rolle in der Welt spielen kann? Ich bejahe es, doch nicht freudigen Herzens, denn dann wird der weiße Reiter abermals erscheinen und seinen Siegeszug vollenden. Gott bewahre das deutsche Volk davor, zum Steigbügelhalter des Antichristen zu werden. Die Gefahr ist nahe, denn versäumte Gnade und eigene Rechtfertigung öffnen der Macht der Finsternis Tor und Tür. "Wenn der böse Geist ausgefahren ist", sagt Jesus, "so durchwandelt er öde Stätten und findet nirgends Ruhe. Darum wird er nach einiger Zeit zurückkehren. Findet er dann sein Haus geschmückt und leer, so zieht er aufs neue ein, und es wird hernach mit diesem Menschen (mit diesem Volk) schlimmer werden denn zuvor" (Mt 12:43-45). Der böse Geist des Nationalsozialismus ist ausgefahren, aber er wartet vor den Toren Deutschlands um wieder einzuziehen und noch größere Macht zu bekommen, als er sie vorher besaß.
Doch zuvor muss das schwerste Ereignis der Weltgeschichte kommen. Der dritte Weltkrieg übertrifft alles Gewesene an Schrecken und Grausamkeit. Er bringt nicht den Weltuntergang, aber eine totale Erschöpfung der Nationen. Die schwersten Auseinandersetzungen finden in Europa statt und vertiefen die Todeswunde des deutschen Volkes. Da hinein geschieht das große Wunder. Der weiße Reiter erscheint wieder. Unter seiner Initiative entstehen die Vereinigten Staaten von Europa, der berühmte Zehnstaatenbund. Schlag auf Schlag ereignen sich diese Dinge, denn das Pferd ist ein Renner und galoppiert über die Erde wie im Flug.
Die Todeswunde ist heil geworden: ein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation wird zum letzten Weltreich der Menschheitsgeschichte, das Werkzeug des Antichristen ist fertig. Von dieser Basis aus wird er operieren bis zu dem Augenblick, da er sich aufgrund seiner Erfolge ausgibt, er sei Gottes Sohn, und dann die religiöse Verehrung seiner Person von allen Menschen fordert.
Der weiße Reiter ist ausgeritten. Er wird es sein, der zuletzt als Antichrist mit seinen reitern auf irdischer Ebene (Offb 19:19) dem himmlischen Reiter (Offb 19:11) den Krieg erklären wird, um dann besiegt und vernichtet zu werden (Offb 19:20-21). Noch ist es nicht so weit; denn bald nach seinem Erscheinen folgt der rote Reiter, der bis heute die Situation auf der ganzen Welt beherrscht.
- Offb 6:3: "Als das Lamm darauf das z weite Siegel öffnete, hörte ich das zweite himmlische Wesen rufen "Komm!" Da kam ein anderes Pferd heraus, das war feuerrot. Dem, der darauf saß, wurde die Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, so dass sich die Menschen untereinander töteten. Dazu wurde ihm ein gewaltiges Schwert gegeben."
So sympathisch der erste Reiter auf dem weißen Pferd war, so unsympathisch wirkt der zweite Reiter auf dem roten Pferd. Er wird auch nicht Sieger genannt, obwohl ihm ein großes Schwert zu verfügung steht. Seine Aufgabe ist es, den frieden von der Erde zu nehmen, und im Zusammenhang damit steht, dass sich die Menschen untereinander töten. Das große Schwert weist auf eine große Waffenrüstung hin. Wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir in diesem roten Reiter den Kommunismus sehen, der mit seiner immer größer werdenden Waffenrüstung die Welt bedroht. Seit er da ist, gibt es deinen frieden mehr auf dieser Erde. Ob kalter Krieg, ob heißer Krieg, überall ist Kampf, Revolution und Unruhe, wie augenblicklich in Vietnam und Persien und bald auch in Rumänien und Jugoslawien, dem dann der Krieg in Europa folgt.
Es ist buchstäblich so wie die Bibel sagt: Sie töten sich untereinander, Bruder gegen Bruder, Volk gegen Volk. Der Kommunismus ist eine Geißel Gottes und eine Antwort auf ein falsch verstandenes, faules Christentum. Es spricht von der Verbrüderung der Völker und von der Erlösung der Menschheit durch den Materialismus, bringt aber nur Unruhe und Blutvergießen wo immer er erscheint.
Sein Ritt begann im 1. Weltkrieg, der sich im Verlauf des 2. Weltkriegs zu einem weltweiten Erfolgsritt ausweitet. Der Auftrag des roten Reiters liegt hauptsächlich in Asien, um die Völker zu sammeln, die später als die "Könige vom Osten" gemeinsam über den Euphrat marschieren (Offb 16:12). Dann wird auch er mit all seinem Heer, nach neuen kriegerischen Auseinandersetzungen, endgültig niedergelegt und zusammen mit dem weißen Reiter bei Harmagedon (Offb 16:16) vernichtet werden.
Der Kommunismus hat sich die Weltrevolution zum Ziel gesetzt und wird von sich aus von diesem Vorhaben nicht m ehr ablassen. Die Intensivierung seiner Kriegszüge bringt darum ein grenzenloses Elend über die Menschheit, so dass die Not über jedes bisherige Maß hinausgeht. Darum erscheint als Folge mit der Öffnung des dritten Siegels ein Reiter auf schwarzem Pferd.
Wir lesen in Offb 6:5: ":Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte himmlische Wesen rufen: "Komm!" Ich sah hin. Da kam ein schwarzes Pferd. Sein Reiter hatte eine Waage in seiner Hand. Und mir war es, als hörte ich eine Stimme in der Mitte der 4 himmlischen Wesen sage: "Ein Maß Weizen für einen Groschen und drei Maß Gerste für einen Groschen. Dem Öl aber und dem Wein füge keinen Schaden zu."
Durch das dritte Lebewesen gerufen, erscheint der Reiter auf schwarzem Pferd mit einer Waage in der Hand. Die Farbe der Trauer ist schwarz, und die Trauer besteht darin, dass teure Zeit und Hungersnöte über die vom Krieg verwüsteten Länder gekommen sind. Die Lebensmittel werden abgewogen und zugeteilt: "Ein Maß Weizen um einen Groschen und drei Maß Gerste um einen Groschen". Das will sagen, dass für den Erwerb von einem Maß gutem oder drei Maß geringem Brot der Arbeitslohn eines Tages gerade ausreichen wird. Wie es in früheren Zeiten dabei zuging, lesen wir in 3Mo 26:26, wo der Herr dem ungehorsamen Volk ein Hungergericht androht. "Euer Brot soll man mit Gewicht auswiegen, und wenn ihr esset, sollt ihr nicht satt werden". Und Hes 4:16: "Siehe ich will den Vorrat des Brotes zu Jerusalem wegnehmen, dass sie das Brot essen müssen nach dem Gewicht und mit Kummer". Genau das finden wir hier. Die Zuteilung erfolgt mit der Waage. Ansonsten wurde das Getreide gemessen und nicht gewogen. Ein Quantum besseres Brot (Weizen) reichte gerade notdürftig für eine Person. Für Frau und Kind blieb dann nichts mehr übrig. Gerstenbrot, die Nahrung der Armen und Sträflinge, wurde für die besser Gestellten eine ebenfalls begehrter Artikel. Jedenfalls wird hier die Rationierung der Lebensmittel erwähnt, wie wir sie vor nicht allzu langer Zeit selbst erlebt haben. Der Hungerreiter zog durch Deutschland. Nach dem Krieg sind allein in Ostpreußen, Westpreußen, Pommern und Schlesien etwa 6 Millionen Deutsche umgekommen, meist durch Hunger. In Königsberg brach die Pest aus. In dieser Not hat man dort Mäuse und Ratten. und sogar Menschenfleisch gegessen. Auch in Russland und Asien verhungerten viele Tausende. Denken wir an Indien, so werden wir an das Massensterben in den dortigen Großstädten erinnert. Jeden Morgen fahren einige Lastwagen, gefüllt mit den Leichen verhungerter Menschen, vor die Stadt hinaus. Das ist Gottes Antwort an die von seinem Wort abgefallene Menschheit.
Doch selbst in diesen Drangsalszeiten hat sein Erbarmen noch k ein Ende. Darauf weit der Befehl hin. "Dem Öl und Wein tu kein Leid". Eine Erklärung hierfür finden wir im Gleichnis des barmherzigen Samariters, der dem unter die Mörder Gefallenen Öl und Wein in die Wunden goß (Lk 10:34). Dies waren die Heilmittel früherer Zeiten. Das Öl diente als Salbe und der W ein zum desinfizieren der Wunden. So sollen auch in den schwersten Zeiten Öl und Wein, d.h. die nötigen Arznei- und Stärkungsmittel den Kranken und Verwundeten nicht versagt sein. Hilfsorganisationen wie das "Rote Kreuz" u. a. können als von Gott gerufene Werkzeuge angesehen werden. Immer noch , und zwar als Folgeerscheinung des feuerroten Reiters, reitet der Reiter auf dem schwarzen Pferd mit der Hungerwaage durch die Lande. Wer weiß, wie bald er wiederkehrt, um auch unser Land erneut zu durchziehen?
Bei der Eröffnung des vierten Siegels sagt das vierte Lebewesen:
- "Komm!" und Johannes sagt: "Ich sah und sieh, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name hieß Tod. Und der Hades, das Totenreich, folgte ihm nach."
Dieses Siegel übertrifft an Grausigem. und Schrecklichem alles, was vorher geschehen ist. War den bisherigen Reitern kein Name beigelegt, so ist der Name des vierten Reiters "Tod". Das Pferd ist fahl und leichenfarben und erscheint wie mit Fäulnis und Verwesung bedeckt. Schauerlich ist das Gefolge dieses Reiters. Es ist das Totenreich. Aus seiner dunklen Sphäre kommen verführerische Geister und bieten sich der führungslosen und toderschrockenen Menschheit zur Führung an.
Dem vierten Reiter folgt eine Welle des Okkultismus. in dem Maße, wie der Unglaube überhand nimmt, gewinnt der Aberglaube einen nie dagewesenen Einfluss. Zeichendeuten, Astrologie, das Befragen der Toten im Spiritismus, Besprechen, "Brauchen", Pendeln und Tagewählerei sind zu allen Zeiten die Betätigungsgebiete des Okkultismus gewesen. Gott hat auf solche Sünden die schwersten Strafen, wie etwa Steinigung und Ausrottung des Lebens gesetzt (3Mo 19:31; 3Mo 20:6). In der letzten Zeit nun werden sich die dämonischen Kräfte in besonderer Weise offenbaren, denn "Glaube, dem die Tür versagt, steigt als Aberglaub' durchs Fenster; wo die Gott ihr verjagt, kommen Gespenster" sagt Emanuel Geibel. Die Gottlosigkeit wird immer mehr überhand nehmen und mit ihr die Unsicherheit alles menschlichen Lebens.
- Der erste Reiter auf dem weißen Pferd gab den Auftakt zu den Ereignissen und wird auch den Abschluss bringen, denn: "Er zog aus sieghaft, und dass er siegte".
- Der zweite Reiter auf dem roten Pferd "hat den Frieden von der Erde genommen" und verursacht mit seinem Schwert viel Blutvergießen.
- Der dritte Reiter auf dem schwarzen Pferd überzieht die Welt mit Tuerung und Hungersnot wie nie zuvor.
- Der vierte Reiter aber auf dem fahlen Pferd hält die grausigste Ernte aller Zeiten, "und ihm ward Macht gegeben über den vierten Teil (das sind etwas 700 Millionen Menschen), zu töten mit dem Schwert und Hunger und mit dem Tod (oder Pestillenz) und durch die wilden Tiere auf Erden."
Mit den vier schrecklichen Strafen Gottes (Hes 14:21): Schwert, Hunger, böse Tiere und Pestilenz), mit welchen der Herr in früheren Zeiten Israel züchtigte, wird er in der letzten Zeit den ganzen Weltkreis heimsuchen, so dass etwa 700 Millionen Menschen umkommen. Das rReiten der vier Reiter findet seinen Höhepunkt im sechsten Siegel der Offenbarung. Die Menschheit hat in den vergangenen beiden Weltkriegen Schweres erlebt. Das, was sie aber in einem dritten Weltkrieg erleben wird, übertrifft alles bisher Dagewesene. Ist das nicht ein Ruf zur Buße und Beugung? Wenn die Gläubigen sich zusammentun und heilige Hände aufheben zu dem, der allein die Geschicke der Menschheit zu ändern vermag, dann werden die Gerichte gemildert. So aber scheint es, als würde sich in unseren Reihen eine große Gleichgültigkeit breitmachen. Es ist höchste Zeit, dass wir umkehren und dass wir uns unseres königlich-priesterlichen Amtes erinnern. Wir sind Botschafter an Christi statt und haben der Welt. zu verkündigen: "Lasset euch versöhnen mit Gott" (2Kor 5:20).
Die Siegel sind aufgebrochen. Die Gerichte über die Menschheit sind nicht mehr aufzuhalten. Die vier Reiter reiten weiter. Die Gnadenzeit geht ihrem Ende entgegen. Die Gemeinde Jesu wird gesammelt und zubereitet. Auf was warten wir noch? Die Heimatlosigkeit in dieser Welt ist groß. Wir haben hier keine bleibende Stadt (Hebr 13:14). Uns ist eine neue Welt verheißen, in welcher Gerechtigkeit wohnt (2Petr 3:13). Darum wollen wir wegschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens (Hebr 12:2), der aber auch der Richter über eine sündige Welt und der Anfänger einer neuen Menschheit ist. Er wird bald zu seiner Gemeinde kommen, und alle, die in seinem Blute gewaschen sind, wird er in seine Herrlichkeit mitnehmen.
Haben wir Vergebung unserer Sünden? Sind wir in Jesu Blut gewaschen und wiedergeboren durch seinen Geist? Nur Wiedergeborene, neue Kreaturen, dringen durch in die Sphäre des ewigen Lebens.
- {Mit der Sinnfrage der apokalyptischen Reiter wurde ich schon 1943 bei einem Zusammentreffen mit Pastor Friedrich Hofmann (+ 1947) aus Gotha vertraut. Ihm verdenke ich mein besonderes Interesse für das prophetische Wort. Er war auch der Verfasser des Buches "Der weiße Herzog").
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V. Märtyrer der Endzeit
