5Mo 10:18
Grundtext
MAS 5Mo 10:18 עֹשֶׂה מִשְׁפַּט יָתֹום וְאַלְמָנָה וְאֹהֵב גֵּר לָתֶת לֹו לֶחֶם וְשִׂמְלָֽה׃
Übersetzungen
SEP 5Mo 10:18 ποιῶν κρίσιν προσηλύτῳ καὶ ὀρφανῷ καὶ χήρᾳ καὶ ἀγαπᾷ τὸν προσήλυτον δοῦναι αὐτῷ ἄρτον καὶ ἱμάτιον
ELB 5Mo 10:18 der Recht schafft der Waise und der Witwe und den Fremden liebt, so daß er ihm Brot und Kleidung gibt.
ELO 5Mo 10:18 der Recht schafft der Waise und der Witwe, und den Fremdling liebt, so daß er ihm Brot und Kleider gibt.
LUO 5Mo 10:18 und schafft +06213 (+08802) Recht +04941 den Waisen +03490 und Witwen +0490 und hat die Fremdlinge +01616 lieb +0157 (+08802), daß er ihnen Speise +03899 und Kleider +08071 gebe +05414 (+08800).
SCH 5Mo 10:18 Der da Recht schafft dem Waislein und der Witwe und die Fremdlinge lieb hat, daß er ihnen Speise und Kleider gebe.
PFL 5Mo 10:18 Der das Recht der Waise und der Witwe schafft und leibt den Fremdling zu geben ihm Brot und Kleid.
TUR 5Mo 10:18 der Recht schafft der Waise und der Witwe und liebt den Fremdling, ihm Brot und Kleid zu geben.
Vers davor: 5Mo 10:17 --- Vers danach: 5Mo 10:19
Zur Kapitelebene 5Mo 10
Zum Kontext: 5Mo 10.
Informationen
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong |
|---|---|---|---|
| עֹשֶׂה | ʿoseh | tun, machen, ausführen, handeln | H6213 |
| מִשְׁפַּט | mishpāt | Recht, Rechtsentscheid, Urteil, Rechtsspruch | H4941 |
| יָתוֹם | yātom | Waise, vaterloser | H3490 |
| וְאַלְמָנָה | we’almānāh | und (die) Witwe | H490 |
| וְאֹהֵב | we’ōhēv | und liebend, lieben | H157 |
| גֵּר | gēr | Fremdling, Beisasse, Gast | H1616 |
| לָתֵת | lātēt | geben, gewähren, zuteilen | H5414 |
| לוֹ | lō | ihm, für ihn | H3807 |
| לֶחֶם | leḥem | Brot, Speise, Nahrung | H3899 |
| וְשִׂמְלָה | we’simlāh | und Kleidung, Gewand, Mantel | H8071 |
Versanalyse & Erläuterungen
Kurzkontext
5Mo 10 erinnert an den Bund am Sinai nach dem goldenen Kalb (5Mo 10:1-5) und ruft Israel zur Gottesfurcht und Liebe auf (5Mo 10:12-13). In diesem Rahmen wird Gottes Wesen beschrieben: Er ist groß und unparteiisch (5Mo 10:17) und zeigt seine Gerechtigkeit und Liebe konkret an den Schwachen und Schutzlosen (5Mo 10:18).
Grundtext-Beobachtungen (Wort- und Satzbau)
- Der Vers beginnt mit einer Partizip-Konstruktion: „(der) Recht übt / Recht schafft …“ (Aktiv, fortlaufender Charakter). Gottes Handeln wird als dauerhafte Wesensart beschrieben.
- „Recht schaffen“: Es geht nicht nur um abstrakte Rechtsprinzipien, sondern um das wirksame Durchsetzen von Recht zugunsten derer, die selbst keine Stimme/keinen Schutz haben.
- „lieben“ + „geben“: Die Liebe zeigt sich nicht zuerst in Gefühlen, sondern in tätiger Versorgung (Brot und Kleidung) – konkret, existenziell.
Schlüsselbegriffe (Bedeutungsfelder)
- Recht / משפט: umfasst Urteil, Rechtsentscheid, gerechtes Handeln; Gott setzt Recht praktisch durch. 5Mo 10:18
- Waise und Witwe: klassische Schutzgruppen ohne natürlichen Rechtsbeistand oder wirtschaftliche Absicherung. 5Mo 10:18
- Fremdling / גֵּר: ein Zugezogener/Beisasse ohne Landbesitz und ohne starken Clan-Schutz; auf Gastfreundschaft und gerechte Behandlung angewiesen. 5Mo 10:18
- Brot und Kleidung: Grundversorgung (Nahrung + Schutz) – ein Bild für Gottes fürsorgliche Gerechtigkeit. 5Mo 10:18
Hintergrundinformationen (AT-Querverbindungen)
- Gottes Einsatz für Waise/Witwe ist ein roter Faden der Tora: Israel soll den Charakter Gottes widerspiegeln, indem es die Schutzlosen nicht ausbeutet, sondern schützt. 2Mo 22:21 / 5Mo 24:17
- Der Fremde soll nicht bedrängt werden; Gottes Volk soll gerade darin „anders“ sein, weil es selbst Fremdlingserfahrung kennt. 2Mo 22:20 / 5Mo 10:19
- Praktische Fürsorge wird gesetzlich abgesichert (z.B. Nachlese/Ernteanteile für Arme, Fremde, Waisen, Witwen). 3Mo 19:10 / 5Mo 24:19
- In den Psalmen wird derselbe Gotteszug besungen: Gott stützt die Bedrückten, schützt Fremde, erhält Witwe und Waise. Ps 146:9
Theologische Linie
- Gottes Größe (5Mo 10:17) steht nicht im Gegensatz zu seiner Nähe, sondern zeigt sich gerade darin, dass er sich den Schwachen zuwendet. 5Mo 10:18
- Gerechtigkeit und Liebe gehören zusammen: Gott schafft Recht (Gerechtigkeit) und gibt Brot und Kleidung (Liebe/Fürsorge). Diese Einheit prägt auch die prophetische Kritik an formaler Frömmigkeit ohne soziale Gerechtigkeit. Jes 1:17
- NT-Anklang: Gottes Wesen wird in Christus sichtbar als barmherzige Zuwendung und tätige Liebe; praktische Fürsorge gehört zum Kern echter Gottesverehrung.Jak 1:27
Kurzer Impuls (Beobachtung → Anwendung)
Wenn Gott sich in besonderer Weise den Schutzlosen zuwendet, dann ist Gottesfurcht nicht nur „innerlich“, sondern zeigt sich im konkreten Handeln: Recht fördern, helfen, versorgen – besonders dort, wo Menschen wenig Schutz und wenig Stimme haben. 5Mo 10:19
Parallelstellen
- Gottes Sorge für Witwen/Waisen ( 2Mo 22:21 / 5Mo 24:17 )
- Fremde lieben und nicht bedrängen ( 2Mo 22:20 / 5Mo 10:19 )
- Praktische Versorgung der Bedürftigen ( 5Mo 24:19 / 3Mo 19:10 )
- Gottes Charakter: Schutz für Schwache ( Ps 146:9 )
- Prophetischer Ruf zu Recht und Schutz ( Jes 1:17 / Sach 7:10 )
- Gericht über Unterdrückung der Schutzlosen ( Mal 3:5 )
- NT: „reiner Gottesdienst“ ( Jak 1:27 )
- NT: Liebe zum Fremden in Tat ( Mt 25:35 )
