Lk 18:7
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Grundtexte
GNT Lk 18:7 ὁ δὲ θεὸς οὐ μὴ ποιήσῃ τὴν ἐκδίκησιν τῶν ἐκλεκτῶν αὐτοῦ τῶν βοώντων αὐτῷ ἡμέρας καὶ νυκτός καὶ μακροθυμεῖ ἐπ’ αὐτοῖς
REC Lk 18:7 ὁ +3588 δὲ +1161 Θεὸς +2316 οὐ +3756 μὴ +3361 ποιήσει +4160 τὴν +3588 ἐκδίκησιν +1557 τῶν +3588 ἐκλεκτῶν +1588 αὐτοῦ +846 τῶν +3588 βοώντων +994 πρὸς +4314 αὐτὸν +846 ἡμέρας +2250 καὶ +2532 νυκτὸς +3571, καὶ +2532 μακροθυμῶν +3114 ἐπ +1909᾽ αὐτοῖς +846;
Übersetzungen
ELB Lk 18:7 Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten [nicht] ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?
KNT Lk 18:7 Sollte nun Gott nicht auch Seinen Auserwählten Recht verschaffen, die Ihn Tag und Nacht um Hilfe anrufen?
ELO Lk 18:7 Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und ist er in Bezug auf sie langsam?
LUO Lk 18:7 Sollte aber +1161 Gott +2316 nicht +3364 auch retten +1557 seine +846 Auserwählten +1588 +4160 (+5692), die +3588 zu +4314 ihm +846 Tag +2250 und +2532 Nacht +3571 rufen +994 (+5723), und +2532 sollte er's +3114 (+5723) mit +1909 ihnen +846 verziehen?
PFL Lk 18:7 Gott aber sollte nicht bewirken die Ausführung Seiner Auserwählten zum Recht, derer, die schreien zu Ihm bei Tag und bei Nacht, und über denen Er langmütig ist?
SCH Lk 18:7 Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt?
MNT Lk 18:7 Gott +2316 aber, wird er nicht schaffen +4160 das Recht +1557 seiner Auserwählten, +1588 der rufenden +994 zu ihm tags +2250 und nachts, +3571 und großmütig +3114 sein +3114 gegen sie?
HSN Lk 18:7 Sollte da Gott nicht [viel mehr] seinen Auserwählten zum Recht verhelfen59, die laut zu ihm rufen Tag und Nacht? Zieht er's [wohl] lange hin bei ihnen60?
WEN Lk 18:7 Sollte Gott aber nicht seinen Auserwählten das Recht verschaffen, die Tag und Nacht laut zu ihm rufen, und aufgrund von ihnen großmütig sein?
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Erste Gedanken
Informationen
📕 Das jüdische Volk als Witwe (Th. Böhmerle)
Fußnoten aus HSN
59 o. zugunsten seiner Auserwählten Vergeltung üben (nämlich an den Feinden) (2Thes 1:8)
60 o. Wird er sie (wohl) lange warten lassen
Interlinear-Übersetzung
| ὁ | ho | der | G3588 |
|---|---|---|---|
| δὲ | de | aber | G1161 |
| θεὸς | theos | Gott | G2316 |
| οὐ μὴ | ou mē | gewiss nicht | G3364 |
| ποιήσῃ | poiēsē | wird tun, ausführen | G4160 |
| τὴν ἐκδίκησιν | tēn ekdikēsin | das Recht, die Rechtfertigung | G1557 |
| τῶν ἐκλεκτῶν | tōn eklektōn | der Auserwählten | G1588 |
| αὐτοῦ | autou | sein, seiner | G846 |
| τῶν βοώντων | tōn boōntōn | die rufen, schreien | G994 |
| αὐτῷ | autō | zu ihm | G846 |
| ἡμέρας | hēmeras | Tag | G2250 |
| καὶ | kai | und | G2532 |
| νυκτός | nyktos | Nacht | G3571 |
| καὶ | kai | und | G2532 |
| μακροθυμεῖ | makrothymei | langmütig sein, verzögern | G3114 |
| ἐπ' | ep | bei | G1909 |
| αὐτοῖς | autois | ihnen | G846 |
Versanalyse & Erläuterungen
Der Vers beginnt mit einer rhetorischen Frage (οὐ μὴ = "gewiss nicht"), die eine starke Verneinung ausdrückt. Die Konstruktion impliziert eine erwartete positive Antwort - Gott wird selbstverständlich für seine Auserwählten eintreten.
Wichtige Schlüsselbegriffe:
- ἐκδίκησιν (ekdikēsin) - bezeichnet die Rechtfertigung oder Durchsetzung von Gerechtigkeit, nicht unbedingt Rache im negativen Sinne
- ἐκλεκτῶν (eklektōn) - "die Auserwählten" - ein Begriff der die besondere Beziehung zwischen Gott und seinen Erwählten betont
- βοώντων (boōntōn) - "die Rufenden/Schreienden" - beschreibt ein intensives, anhaltendes Rufen
- μακροθυμεῖ (makrothymei) - "langmütig sein" - kann sowohl Geduld als auch scheinbare Verzögerung ausdrücken
Der Kontext:
Der Vers steht im Zusammenhang mit dem Gleichnis von der bittenden Witwe (Lk 18:1-8). Jesus verwendet diese Geschichte, um zu zeigen, dass beharrliches Gebet wichtig ist. Wenn schon ein ungerechter Richter einer Witwe Recht verschafft, wie viel mehr wird der gerechte Gott für seine Auserwählten eintreten.
Theologische Bedeutung:
- Der Vers betont Gottes Fürsorge und Treue gegenüber seinen Auserwählten
- Er ermutigt zu ausdauerndem Gebet, auch wenn die Erhörung sich zu verzögern scheint
- Die Spannung zwischen dem scheinbaren Verzug (μακροθυμεῖ) und der Gewissheit der Erhörung wird thematisiert
- Der Text spricht von einer besonderen Beziehung zwischen Gott und den "Auserwählten" (ἐκλεκτῶν)
Die grammatikalische Struktur unterstreicht durch die doppelte Verneinung (οὐ μὴ) die absolute Gewissheit, dass Gott eingreifen wird. Die Partizipialform βοώντων (der Rufenden) deutet auf eine fortdauernde Handlung hin.
Parallelstellen
- Gottes Gerechtigkeit für seine Auserwählten: Ps 103:6 / 2Thes 1:6
- Beharrliches Gebet: 1Thes 5:17 / Kol 4:2 / Röm 12:12
- Gottes Auserwählte: Röm 8:33 / Kol 3:12
- Gottes scheinbares Zögern: 2Petr 3:9 / Hab 2:3
- Gottes Treue zu seinen Verheißungen: 2Kor 1:20 / Hebr 10:23
