Der Kolosserbrief - Kapitel 3

Aus Bibelwissen

Abschrift: Der Kolosserbrief in täglichen Andachten: Band I - II
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)

Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Band I vergriffen, Band II noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung:

3. Der Kolosserbrief - Kapitel 3

Himmlischer Sinn - Der alte und der neue Mensch
Gegenseitige Pflichten der Hausgenossen

Himmlischer Sinn - Der alte und der neue Mensch

Kol 3:1

"Wenn ihr nun zusammen mit Christus auferweckt wurdet, suchet das droben, wo Christus ist, zur Rechten Gottes sitzend!"

Wir kommen mit unserem heutigen Leitvers zu einem neuen wichtigen Abschnitt im Kolosserbrief: Unsere überhimmlische Berufung! "Berufung" ist eine Folge der Auserwählung. Wir werden deshalb zuerst betrachten, was es mit der Auserwählung auf sich hat:

Generell kann nur "Einer" auserwählen, und das ist Gott. So hat Er Sich schon in Vorzeiten gemäß 5Mo 7:7 ein Volk auserwählt, welc hes priesterliche Aufgaben an den Nationenvöliern zu verrichten hatte bzw. haben wird (im zukünftigen Tausendjahrreich). Das Kennzeichen dieser Erwählung war, dass es das geringste und schwächste Volk war. Damit setzte Gott ein Zeichen: Nicht die Starken, sondern die Schwachen erwählt Gott, damit sich kein Fleisch rühmen kann. Israel wird sich also nie irgendwie rühmen können, sondern mehr und mehr erkennen, dass es wie auf Adlerflügeln getragen wurde und wird. Die große Aufgabe wird jene sein von der Jesus in Mt 28:18-19 zu Seinen Jüngern sprach:

Wir sehen, Israels große Aufgabe auf der Erde steht noch bevor, sie wird erst beginnen, wenn ihr Herr und Messias sichtbar auf dem Ölberg erscheinen wird (Sach 14:4), um das Königreich auf Erden aufzurichten - dann ergeht der Ruf an Sein auserwähltes Volk, die Arbeit zu beginnen! Wir betonen und halten fest: Israels Berufung ist einzig und allein auf die Erde bezogen!

Dass die Nationen auf Erden zu Jesus hingeführt werden sollen, ist irgendwo allen Gläubigen bekannt; weniger oder unbekannt ist hingegen der Zeitpunkt, wann dies nach dem Willen Gottes geschehen wird. So hat sich seit Jahrhunderten ein Heer von Missionaren in alle Welt aufgemacht, um die so genannten "Heiden" zu Christen zu machen, oft mit Gewalt! Der Erfolg war mäßig. Wir wollen dies hier nicht weiter ausbauen, für uns ist vielmehr wichtig zu erkennen, dass Gott uns, der Körpergemeinde Christi Jesu, keinen irdischen Auftrag gegeben hat, wir haben an dem, was Jesus in Mt 28:18-19 zu Seinen Jüngern sagte, keinerlei Anteil!

Wir machen jetzt einen Sprung zu Eph 1:9-11, wo Paulus von einem Geheimnis Gottes spricht, welches ihm enthüllt wurde, um uns, die Glieder am Körper Christi Jesu, darüber zu belehren. Es geht darum, dass das ganze All in Christus aufgehauptet werden soll, aber nicht nur das auf der Erde, sondern - und jetzt kommt das Neue - auch das in den Himmeln!

Worüber Jesus nie mit Seinen Jüngern sprach, was wir auch nirgendwo in der gesamten Bibel finden, hat Gott bzw. der erhöhte Herr dem Paulus enthüllt, nämlich eine neue Ebene in den Himmeln, wo auserwählte Menschen als Werkzeuge Gottes tätig sein dürfen. Damit haben wir zwei Werkzeuge Gottes: Israel für die Erde, die Körpergemeinde für den Himmel! Das Ziel ist, "beides in Christus aufzuhaupten, das in den Himmeln und das auf der Erde!"

So wie Israel einst als Volk zu seiner zukünftigen Aufgabe auf der Erde von Gott auserwählt und berufen wurde, so ist es im Grunde auch bei uns, mit dem Unterschied, dass unser Berufungsgebiet nicht die Erde, sondern die Himmel sind! Wer dies, liebe Geschwister, nicht erkennt, geht praktisch an seiner Berufung vorbei - er lernt ein ganz anderes Handwerk, mit dem er in der Herrlichkeit nichts (!!!) anfangen kann. Wer sich also überwiegend mit jenem beschäftigt, was Jesus einst zu Seinen Jüngern sagte und was in den vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes aufgezeichnet wurde, eignet sich Israels Berufung und Aufgabe an, "alle Nationen auf der Erde zu Jüngern zu machen!" Hier muss eigentlich unter Schluchzen festgestellt werden, dass dies der weitaus größere Teil der Gläubigen ist!

Und jetzt muss auch leider wieder etwas gesagt werden, worauf wir immer wieder hinweisen: Da die obigen irregeführten Gläubigen durch manche Aussage des Paulus irritiert werden, wird Paulus einfach gemieden. Andererseits passt natürlich aus nicht jede Aussage Jesu, die Er an Seine Jünger richtete, und so ist man längst dazu übergegangen, immer nur angenehme Verse aus der Bibel herauszupicken und die unangenehmen Verse einfach links liegen zu lassen! Es ist das Verhalten von "Kindlein im Glauben"!

Wir legen allergrößten Wert darauf, dass mit Eph 1:10 eine Weichenstellung vorgenommen wird, die eine Richtung führt ins Abseits, die andere führt nach droben, wo Christus ist, zur Rechten Gottes sitzend.

Wir kommen zu unserer Auserwählung, und die erfolgte gemäß Eph 1:4 schon vor dem Niederwurf der Welt, also bevor der erste Mensch Adam erschaffen wurde. Gott hat uns auserwählt, um in den herankommenden Äonen bestimmte Aufgaben auszuführen, auf die wir noch zu sprechen kommen. Betont haben wir bereits, dass der Ort unserer Aufgaben nicht auf der Erde, sondern in den Himmeln ist.

Es liegt allein in Gottes Hand, wen Er auserwählt hat; kein Mensch kann sich selber auswählen oder sich entscheiden. Dies wirft bei vielen Gläubigen ein gewaltiges Problem auf, wenn sie nicht an die Rettung aller Menschen glauben können. Wer aber erkannt ha, dass Gott der Retter aller Menschen ist (siehe 1Tim 4:10), der weiß auch, dass unsere Auswahl keine Bevorzugung darstellt, vielmehr dient jene. Auswahl dazu, die Nichtauserwählten zu einem späteren Zeitpunkt zu dem Namen "Jesus" zu führen. So lesen wir auch in 1Tim 4:10 den Zusatz: "...vor allem der Gläubigen", was ja bedeutet, dass die von Gott Auserwählten eben zuerst gerettet werden. Und wo Erstlinge sind, gibt es auch weitere, 1Kor 15:22-23 nennt dies: "Jeder aber in seiner besonderen Abteilung"!

Freuen wir uns heute von Herzen, dass wir die gesamte Schöpfung in der Hand des Schöpfers wissen dürfen, und dass alles nach Seiner göttlichen Ordnung und Reihenfolge abläuft, vor allem, dass Ihm nichts aus der Hand gleiten kann!

Ein ganz wichtiger Punkt ist "der Ort unserer Auserwählung": "in Christus" (siehe Eph 1:4). "In Ihm" hat uns Gott auserwählt, Er hat uns also schon vor unserer Existenz in geistlicher Existenz vor Augen gehabt! Wem dies zu abstrakt erscheint, der möge bedenken, dass ja auch Johannes, der Schreiber der Offenbarung, Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges vor seinem geistigen Auge sehen konnte.

Es soll uns noch kurz berühren, dass unsere Auserwählung gemäß Eph 1:4 "vor dem Niederwurft der Welt" geschah. Die meisten herkömmlichen Übersetzungen schreiben "vor Grundlegung der Welt", was schlichtweg falsch ist, weil das griechische Wort "katabole" wörtlich " Herabwurf" bedeutet. Eine weit in der Vergangenheit liegende Welt, die wunderschön gewesen sein musste (Hi 38:5-7 nimmt darauf Bezug), wurde von Gott mit Wasser überflutete, wovon 2Petr 3:5-6 berichtet; der Grund muss die damals schon vorhandene von Satan eingeführte Sünde gewesen sein. Wir möchten dieses etwas schwierige Thema hier nicht weiter vertiefen, es geht uns vielmehr darum, darauf hinzuweisen, dass unser Auserwählung von Gott zu einem Zeitpunkt und in einer Welt geschah, die noch frei von Sünde war.

Bewegen wir es einmal im Herzen, dass es in weiter Vergangenheit eine Welt gab, wo ungetrübtes Licht und liebliche Harmonie vorhanden waren ... dort hat Gott jeden von uns "in Christus" auserwählt!

Unsere Auserwählung in Christus vollzog sich ohne unser Wissen und Zutun, kein Mensch hat demnach die geringste Möglichkeit, hier Einfluss zu nehmen! Dies ist eine göttliche Wahrheit von grundsätzlicher Bedeutung! Wenn wir sie (diese Wahrheit) auch wirklich verstanden haben, muss uns klar sein, dass all unser Mühen, geliebte Menschen zum Glauben zu bringen, meist fruchtlos bleiben wird! Es hängt nicht von unseren Mühen ab, sondern allein von der souveränen Entscheidung Gottes, die in weiter Vergangenheit liegt! Das Einzige, was wir tun können, ist, den Namen "Jesus" zu bezeugen, alles Weitere liegt in Gottes Hand! Damit kommen wir zu unserer "Berufung", denn sie ist ja die Folge unserer Auserwählung:

"Berufung" setzt einen Rufenden und einen Hörenden voraus - der Rufende ist Gott, die Hörenden sind Seine Auserwählten! Wen Gott auserwählt, den beruft Er und schenkt ihm den Glauben - kein Mensch ist in der Lage, den Glauben an. Jesus Christus aus sich heraus aufzubringen! In Phil 1:29 lesen wir: "...den in Gnaden ist euch für Christus gewährt, nicht allein an Ihn zu glauben..."; diese Aussage bedeutet, dass gleich bei unserer Berufung "die Gnade" wirksam wird, die uns begnadet, an Christus zu glauben! Klar sehen wir auch hier, dass jegliche menschliche Eigenbeteiligung ausgeschlossen ist (wir möchten am Rande an dieser Stelle darauf hinweisen, dass für das auserwählte Volk Israel andere Bestimmungen gelten).

"Hören, Glauben, Versiegelt werden mit dem Geist der Verheißung, dem "heiligen" ist gemäß Eph 1:13 unser Weg!

Wir haben gestern zum Schluss die Reihenfolge unserer göttlichen Berufung aufgezeigt, ein Erlebnis im Leben eines Auserwählten, welches nicht nur unvergessen bleibt, sondern vor allem auch unauflösbar ist! Damit kommen wir zu einem Problem, welches viele Gläubige beschäftigt und auch ängstigt: Kann Gott Seine Berufung zurücknehmen?

Es gibt, wie wir leider schon betont haben, ein Heer von Gläubigen, die im Grunde in den ersten Anfängen ihres Glaubenslebens stehen geblieben sind. Ihr Erkenntnisstand ist gering!" Ein großer Teil ihres Lebens hängt von der Frage ab: Verhalte ich mich auch so, dass ich einmal in den Himmel komme? Hier ist nicht mehr Gott der souverän Wirkende, sondern der Mensch hat es in der Hand, was mit ihm einmal geschieht!

Auch hier wollen wir dieses unerfreuliche Thema nicht vertiefen, sondern klar und deutlich und mit freudigem Herzen bezeugen: Gottes Gnadengaben sind unbereubar! Dies lesen wir in Röm 11:29! Diese Aussage ist zwar klar auf Israel gemünzt (in den ganzen Kapiteln Röm 9-11 spricht Paulus von Israel), aber wir dürfen diese Aussage getrost für uns in Anspruch nehmen: Denn unbereubar sind die Gnadengaben und die Berufung Gottes"!

Wer als Auserwählter und Berufener den Glauben an Christus erhält ist unwiderrufbar "Sein"! Tiefer Friede darf unser Herz bei diesem Wissen erfüllen!

Wenn wir scheinbar von unserem Leitvers abgestreift sind, dann ist dies eben nur "scheinbar", denn all unsere Ausführungen stehen in engstem Zusammenhang mit dem "droben", wir bauen also weiter auf:

Nachdem wir gesehen haben, dass unsere Berufung unbereubar und unsere Rettung in der Gnade göttlich abgesichert ist, kommt der nächste Schritt: "Die Schule des Lebens". Die erste Frage ist hier (wie bei einem normalen Schüler): Was möchte ich später einmal tun? Wozu möchte ich mich ausbilden lassen? Auf welche Schule gehe ich? Gottes Wort lässt. zwei Möglichkeiten zu, a) eine Ausbildung für die Erde, oder b) eine Ausbildung für den Himmel. Die Entscheidung ist im Grunde ganz einfach, weil Gott klare Richtlinien gegeben hat. Israel ist Sein auserwähltes Volk für die Erde, das ganze AT und alle Aussagen Jesu auf Erden zeigen die überdeutlich. Genauso deutlich sagt Paulus, dass er der Apostel und Lehrer der Nationen ist, sein Lehrstoff (den ihm der erhöhte Herr enthüllt hat) führt nach oben! Von wem lasse ich mich belehren?

Unser Leitvers beginnt mit einem "Wenn", und damit haben wir eine Voraussetzung für alles Weiter! Nehmen wir hier zuerst eine Grundwahrheit mit in den Tag: Alles, was mit Christus geschah, das geschah zum einen für uns und zum anderen in uns! In Seinem Werk wurzelt unser Glaube! Alles ist aus Gott in Christus Jesus. Wir werden herausgeführt aus Sünde und Tod hinein in die Gegenwart Gottes, und dies in einem Geist, wie es Eph 2:18 sagt.

Nach unserer Berufung beginnt die göttliche Schule des Lebens, wir erhalten unsere Ausbildung für das Kommende. Doch "Schule" bedeutet auch Mühe und Fleiß, um das Klassenziel zu erreichen, sogar mit Auszeichnung. Deshalb spricht uns Paulus zu (nachdem unsere Rettung in der. Gnade gesichert ist): "... würdig der Berufung zu wandeln, zu der ihr berufen wurdet..." (Eph 4:1). Ein würdiger Wandel bedeutet, wenn wir Eph 4:1 ff. weiter lesen, zuerst einmal die. einheit der Körpergemeinde in dem einen Geist zu erkennen, und diese Einheit mit allen Mitteln nach außen und nach innen zu halten. Dies ist deshalb so wichtig, weil wir, wie 1Kor 4:9 sagt, den himmlischen Boten und den Menschen ein. Schauspiel geworden sind. Wir sind also im positiven Sinn "Schauspieler"!

Von unserem (würdigen) Wandel hängt aber noch mehr ab: Er soll unseren Herrn und unser Haupt verherrlichen. Und da diese Aufgabe auch gegenteilig ausfallen kann (der Herr wird verunehrt), muss eine Beurteilung erfolgen, wo unser Wandel vielfältig belohnt wird, aber gegebenenfalls auch Verlust, Beschämung und Ähnliches einbringen wird, wir reden hier von der Preisrichterbühne des Christus, vor der wir alle offenbar gemacht werden (2Kor 5:10). Damit steht fest, dass unser Wandel die Schule darstellt, die wir durchlaufen; unser Erdenleben ist also kein sinnloses Leben hin zum Tod, sondern eine Vorbereitung auf zukünftige Aufgaben! Und diese Aufgaben sind, wie unser Leitvers sagt, "droben"!

Vielfach wird damit geworben, wer zu Jesus kommt, erlebt nur noch "Höhenwege"! Hier werden wieder nur passende Verse aus der Bibel herausgepickt und hochgehalten - eine fatale Wortverdrehung. Zu- und Vorbereitungswege sind für die Körpergemeinde keine Höhen wege, sondern der Weg in "Seinen" Fußspuren! Dazu sagt Phil 1:29: "... dann in Gnaden ist euch für Christus gewährt: nicht allein an Ihn zu glauben, sondern auch für Ihn zu leiden.,.." Dies geht aber nur, wenn wir zuvor gemäß Phil 2:5 " Seine Gesinnung" in uns haben!

Gehen wir einmal den Weg mit Christus Schritt für Schritt:

  • Gemäß Röm 8:3 sind wir mit Christus Jesus verurteilt!
  • Gemäß Röm 6:6 sind wir mit Christus gekreuzigt!
  • Gemäß Röm 6:2 sind wir mit Christus gestorben!
  • Gemäß Röm 6:4 wurden wir zusammen mit Ihm begraben!
  • Gemäß Röm 6:4 wurden wir auch auferweckt!
  • Gemäß Eph 2:6 sind wir zusammen inmitten der Überhimmlischen niedergesetzt...

dies, liebe Geschwister, ist des Glaubens gesegnete Wahrheit.

Wir wiederholen hier unsere Aussage von vorgestern: Alles, was mit Christus geschah, das geschah "für uns" und "in uns"! Ein geistliches Leben "in Ihm" besteht also weniger aus irdischen Höhenwegen, dafür mehr aus Mühe und Leiden, wie ihn Paulus auch gehen musste (durfte)!

Unsere Schule, die wir auf Erden durchlaufen müssen, lautet: "Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus ist" - und unser Herr ging permanent "die unteren Wege"! Wenn wir in Phil 2:5-8 hineinschauen, sehen wir Seine Gesinnung: Verzicht auf göttliche Gestalt, Entäußerung aller Herrlichkeit, Erniedrigung, Gehorsam dem Vater gegenüber, auch bis zum Tod am Kreuz. Waren das jene Höhenwege, die so gerne für Gläubige gepriesen werden?

Es ist unsere schwierigste Lektion auf Erden, Seine Gesinnung aufzunehmen, unser Fleisch zu kreuzigen und ein neues geistliches Leben in Ihm zu führen. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass in den zurückliegenden Jahrhunderten die Christen kein so ruhiges Leben führen konnten, wie wir es zumindest in Europa können. Paulus ist uns ein Vorbild auf diesem Weg. Und wie sieht unser neues geistliches Leben in Ihm aus?

Wenn wir zusammen mit Ihm auferweckt wurden, dann geht dem zwangsläufig etwas voraus: Das Sterben mit Ihm! Nur ein Gestorbener kann auferweckt werden, darum das "Wenn" in unserem Leitvers. Der Römerbrief setzt sich grundlegend in den ersten Kapiteln mit diesem Thema auseinander. So lesen wir in Röm 6:6: "...dies erkennend, dass unsere alte Menschheit zusammen mit Ihm gekreuzigt wurde ..."; das ist eine klare Aussage. Und zwei Verse weiter (Vers 8): "Wenn wir aber zusammen mit Christus starben, glauben wir, dass wir auch zusammen mit Ihm leben werden"!

Glauben wir, dass wir zusammen mit Ihm leben? Und "wo" leben wir zusammen mit Ihm?

Wir haben zurückliegend unsere Auserwählung und Berufung angesprochen, auch das notwendige "Sterben" mit Ihm, wenn wir mit Ihm auferweckt sein wollen - nun kommt das Hauptthema: Unser Berufungsgebiet! Dazu sagt unser Leitvers schlicht und einfach: "...droben, wo Christus ist, zur Rechten Gottes sitzen"! Aber was ist "droben"?

Geographisch gesehen ist "droben" rund um die Erde, denn unser Erde ist ja nur ein Staubkorn in den Weiten des gesamten Alls. Man kann deshalb das "Droben" so sehen, dass es in jedem Fall außerhalb unserer Erdatmosphäre und damit außerhalb der Lufthimmel ist. In 1Mo 1:6-8 schied Alueim das Wasser unten und oben durch eine Luftschicht, die Er "die Himmel" nannte, wir kennen diese Himmel unter dem Sammelbegriff "Atmosphären" (verschiedene Gashüllen). Was über bzw. außerhalb dieser Atmosphäre, also über diesem Himmel liegt, ist das "Überhimmlische"!

Vielleicht beachten wir hier einmal dass Gottes Wort sich bis zur Berufung des Paulus mit dem Volk Israel beschäftigt, und das dieses Volk eine irdische Berufung hat. Alles, was außerhalb der Erde liegt, wird bis dahin nur am Rand gestreift. Aber mit Paulus (und erst ab hier) enthüllt Gott ein neues Berufungsgebiet, "das Überhimmlische".

Das neue Berufungsgebiet, welches Paulus enthüllt wurde, liebt aber nicht nur außerhalb der Lufthimmel, es umfasst das gesamte Weltall, und dies sind Weiten, die unser irdisch geprägter Verstand nicht mehr begreifen kann! Nur wer geistlich gesinnt ist, kann im Geist erahnen, was uns Gott hier vorbereitet hat! Lässt uns heute einmal einen kurzen Blick in unser Berufungsgebiet tun:

In Hi 38:33 lesen wir von "den Gesetzen des Himmels", und Jer 33:25 schreibt von "Ordnungen des Himmels" - zwei Aussagen, die uns belehren, dass "droben" kein Chaos besteht, sondern göttliche Ordnung! Weiter lesen wir in Jes 40:26, dass Gott das Heer der Gestirne herausführt nach der Zahl, und dass Er alle mit Namen kennt wegen Seiner großen Vollkraft und überlegenen Macht. Es muss uns tief bewegen, wenn wir unsere Blicke in den nächtlichen Himmel richten. und eine unzählbare Masse an Sternen sehen, die Gott alle mit Namen kennt! Aber noch etwas soll uns heute bewegen: Alle die unzählbaren Gestirne stehen nicht still, sondern sind mit gewaltigen Schwung - und Anziehungskräften in Bewegung gesetzt; wir sehen dies an unserer kleinen Erde, die um die Sonne kreist, ja um. unsere Erde selbst kreist der noch kleinere Mond. Alles ist in Bewegung, und dies entspricht dem tieferen Plan Gottes. Das All ist zu Ihm hin erschaffen! Wir lasen bereits in Kol 1:17, dass das All in Ihm (Christus) zusammen besteht - Er ist also der Garant, dass alles zu Gott zurückgeht, und dass Gott Selbst am Ende "alles in allen" sein wird!

Wer sich für die Astronomie interessiert, weiß, dass unsere Wissenschaftler gewaltige Katastrophen (zum Beispiel Explosionen von Sonnen) im All beobachten können, die Ausmaße haben, die wir eigentlich nicht mehr begreifen können. Dies scheint der Ordnung im All zu widersprechen, von der wir gestern sprachen. Wir dürfen aber hierin keine außer Kontrolle gelangten Katastrophen sehen, sondern vielmehr göttliche Gerichte, welche uns auf die Tatsache hinweisen, dass Satan immer noch Zutritt in die überhimmlischen Räume hat. Und so wie er einst die erste Erde verseuchte, dass Gott sie "herab werfen" musste, so übt er bis heute sein finsteres Werk im All aus, was göttliche Gerichte nach sich zieht. In Hi 15:15 lesen wir die bemerkenswerten Worte, dass die Himmel nicht rein sind in Gottes Augen!

Und jetzt kommt für uns, liebe Geschwister das Gewaltige: Wären all die Gestirne im All "rein", bedürfte es keiner Aufhauptung der Himmel in Christus, von der wir in Eph 1:10 lesen! Wir wären dann unserer zukünftigen Hauptaufgabe enthoben! Weil aber die Himmel noch nicht "rein" sind, weil trotz der göttlichen Ordnung und Gesetzmäßigkeit Satan sein Werk tut (nach dem Willen Gottes), zeigt sich wor unseren inneren Augen heute schon ein riesiges Aufgabengebiet!

Lassen wir erneut die Worte in Eph 1:10 in uns anklingen, jetzt mit ganz anderen Augen: "... um in Christus das All aufzuhaupten: beides, das in den Himmeln und das auf der Erde"!

Um das "droben" zu suchen, muss uns das "droben" auch interessieren! Leider finden sich nur ganz wenig Berufene, die sich für die Himmelswelt interessieren, warum wohl?

Bevor unsere technisch bestens ausgerüstete Astronomie den Weltraum mit modernen Mitteln erforschte, durfte ein David lobsingen: "... Die Himmel erzählen die Herrlichkeit El's, und die Luftschicht kündet von Seiner Hände Werk." Eine ähnliche Aussage finden wir in Ps 89:6. Heute, wo die Wissenschaft atemberaubende. Bilder von fernsten Gestirnen zeigt, wie viel mehr müsste doch unser Interesse für unser zukünftiges Aufgabengebiet geweckt werden! Haben wir schon einmal darüber nachgedacht, dass wir in den herankommenden Äonen die Weiten des Alls durchreisen werden? Und dies in "Gedankengeschwindigkeit"? Haben wir uns schon einmal überlegt, dass all die unzählbaren Sterne nicht tot, sondern lebendig sind? Wir erinnern hier an Dan 3:19 ff, wo uns vorgeführt wird, dass es Geschöpfe Gottes gibt, die nicht von erdähnlichen Gegebenheiten wie Sauerstoff, Temperatur usw. abhängig sind, oder wo Menschen wie die drei Freunde von Daniel plötzlich in der größten Glut des Feuerofens überlebten, ja sich fei im Feuer bewegten!

Wie schön ist schon unsere Erde, und wie tief lässt sie uns den Schöpfer erkennen! Doch unvorstellbar schöner wird es sein, wenn wir hinaufsteigen in jene Himmelswelt! Was kein Auge gewahrt und kein Ohr gehört hat und wozu kein Menschenherz hinaufgestiegen ist, all das hat Gott denen bereitet, die Ihn lieben" (1Kor 2:9).

Um das "droben" vertieft zu verstehen, ist es wichtig, dass wir auch den B egriff "Himmel" richtig einschätzen können, deshalb heute ein kurzer Streifzug durch dieses Gebiet.

In 1Mo 1:8 sahen wir bereits, was Gottes Wort unter "die Himmel" versteht, es ist die Luftschicht, welche das Wasser über und unter der Luftschicht scheidet. Dazu werden wir belehrt, dass auch die Weiten des Alls, mit "Himmel" (in der Mehrzahl) bezeichnet werden, z. B. in Eph 1:10. Neben den Briefen des Paulus lesen wir auch im Hebräerbrief die Worte "überhimmlisch", womit uns gesagt wird, dass über dem Himmel, der sich u m unsere Erde wölbt und eine "scheidende" Funktion hat, sich noch weitere Himmel befinden. Dies ist aber keine neue Enthüllung durch unseren Apostel Paulus, sondern ist schon in 5Mo 10:14 nachzulesen: "Siehe, Jewes, deines Gottes, sind die Himmel u nd die Himmel der Himmel..." Auch Ps 115:16 bezeugt die Vielzahl der Himmel: "Die Himmel sind die Himmel Jewes." Und 2Kö 8:27 bezeugt nicht nur die Größe unseres Gottes und Vaters, sondern wiederum die Vielzahl der Himmel: "Siehe, die Himmel aller Himmel Himmel können dich nicht fassen." Dazu lernen wir in 5Mo 4:32, dass alle Himmel ihre Begrenzung haben, also nicht unendlich sind.

Und dann gibt es noch etwas ganz Herrliches, den Mittelpunkt aller Himmel: "Den Er (Jewe) späht von der Höhe Seiner heiligen Stätte, Jewe blickt vom Himmel zur Erde nieder" (Ps 102:20).

Wir haben gestern eine kleine Exkursion in die Himmelswelt gemacht, und dabei zum Schluss den hehrsten Platz aufgesucht, den das All uns bieten kann: "...als Er (Gott) Ihn (Christus) aus den Toten auferweckte und Ihn zu Seiner Rechten inmitten der Überhimmlischen setzte..." (Eph 1:20). Was wir hier in uns aufnehmen dürfen, ist einerseits der höchste und herrlichste Ort in den Himmeln, er ist die absolute Höhe und Herrlichkeit Seines Heiligtums, aber dieser Ort ist anderseits nicht so fern von uns, dass jewe nicht auf die Erde herbabblicken könnte. Es ist also kein Ort der unerreichbaren Ferne, sondern er befindet sich "inmitten der Überhimmlischen"!

Was Paulus von uns verlangt, nämlich das zu suchen, was droben ist, ist damit gar nicht so unmöglich oder abstrakt! Im Grunde bedeutet es ja noch weit mehr! In Eph 2:6 wird uns gesagt, dass wir inmitten dieser Überhimmlischen niedergesetzt sind, und dies heute schon im Geist! Was kann das bedeuten?

Buchstäblich werden wir erst droben einziehen können, wenn unser überhimmlisches Losteil freigelöst ist, wie es Eph 1:14 sagt. Unser Losteil ist demnach noch von anderen (finsteren) Mächten besetzt, die uns den buchstäblichen Zutritt noch verwehren könnten, sie müssen vor unserer Entrückung ausgetrieben werden. Bis dies geschieht, haben wir nicht nur die Verheißung Gottes, sondern auch das Pfand in unseren Herzen, die Versiegelung mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen, der ein Angeld unseres Losteiles ist bis zur Freilösung des uns zugeeigneten ..." siehe Eph 1:14).

Um uns das "droben" noch nä her zu bringen, richten wir heute unser Augenmerk auf "das Königreich Gottes", wobei wir nicht>jenes irdische Königreich meinen, auf welches Israel wartet, vielmehr sprechen wir hier von dem das ganze All umfassenden Königreich, in welchem Gott zwar wie ein König in Macht und. Würde ist, aber buchstäblich Christus als König regiert! Und dass Christus diese Herrschaft längst angetreten hat, lesen wir wunderbar in Eph 1:20-21 ..."hocherhaben über jede Fürstlichkeit...!"

Lassen wir uns zuerst vom AT beschenken: In Dan 7 darf dieser Prophet einen Blick in die Himmel werfen und sah in einem Gesicht, dass diese uns heute noch verschlossenen Regionen nicht leblos sind - da ist die rede von tausendmal tausend, die Ihm dienten und zehntausendmal zehntausend, die vor Ihm standen (Dan 7:10). In Dan 10:13 sehen wir, das es Rangstufen in diesem Königreich gibt, da ist von dem Fürsten MIchael die Rede, einer der vornehmsten Fürsten. Eph 1:21 zeigt uns eine göttlich abgestimmte Rangfolge von Fürstlichkeiten, Obrigkeiten, Macht und Herrschaft, zu denen ohne Zweifel auch Satan gehört (er ist gemäß 2Kor 4:4 "der Gott dieses Äons") Aber wenn wir auch widerwirkerische Geistesmächte in diesem Königreich Gottes sehen, muss dazu gesagt werden, dass sich keine (!) Macht gegen Gotte Willen stellen kann, vielmehr vollzieht sich alles nach dem Ratschluss Seines Willens. Und Gottes Wille ist, dass Christus, unser Herr und Haupt, hocherhaben über jeder Fürstlichkeit steht (siehe Eph 1:21).

Einen noch tieferen Blick in das Königreich Gottes gewährt uns Hiob. In Hi 1:6-12 und Hi 2:1-7 dürfen wir an atemberaubenden Geschehnissen teilnehmen. Wir sehen die himmlische Ratsversammluchg, ja wir dürfen im Nachhinein sogar im Geist daran teilnehmen - und wir sehen mitten unter den Söhne Gottes ganz selbstverständlich auch Satan. Nicht nur interessant, sondern auch ganz wichtig ist hier, dass wir in ihm kein eigenmächtig handelndes Geistwesen sehen, sondern ein Geschöpf Gottes, welches sich jeder Handlung von Gott genehmigen lassen muss! Wenn Satan seine Angriffe nicht nur auf Hiob ausführen darf, sondern auch auf uns seine glühenden Pfeile abschießen kann (siehe Eph 6:16), muss uns klar werden, dass es. Gottes Wille ist, dass wir kämpfen müssen. Bei Hiob sehen wir den Erfolg seines Kampfes darin, dass er am Ende, in Hi 42:2 erkennen durfte, dass Gott alles vermag und Ihm kein Vorhaben verwehrt werden kann - das ist eine gewaltige Erkenntnis als Frucht aus dem Kampf mit Satan! Wir bleiben beim Königreich Gottes und weisen noch auf 2Chr 18:1-22 und 1Kö 22:19-22 hin, wo uns ebenfalls ein Blick hinein in das Königreich Gottes gewährt ist. Und nun, liebe Geschwister, stellen wir diesem geistlichen Wissen, welches wir dem Wort Gottes entnehmen dürfen, den kümmerlichen Aussagen der ungläubigen weltlichen Wissenschaft gegenüber, die betreffs des Weltalls nur wie in einem dichten Nebel herumstochert, dass wir unendlich reich gesegnet sind, gesegnet mit jedem geistlichen Segen inmitten der Überhimmlischen (siehe Eph 1:3).

Wir schlossen gestern mit Eph 1:3, wo uns gesagt wird, dass wir mit jedem geistlichen SEgen in mitten der Überhimmlischen gesegnet sind - lesen wir diese Aussage einfach nur, oder denken wir darüber nach, was dies für uns bedeutet? Diese Aussage muss uns doch förmlich nach droben ziehen, denn sie stellt uns doch in engste Beziehung zu den Überhimmlischen!

Zu Obigem kommt noch Eph 2:6: "... und setzt uns zusammen nieder inmitten der Überhimmlischen in Christus Jesus..."! Dies muss uns noch mehr beeindrucken! Heute schon im Geist niedergesetzt inmitten der Überhimmlischen ... weine im Grunde doch ungeheure Aussage!!!

Wir sind mit Christus gekreuzigt, gestorben, begraben, lebendig gemacht und Teilhaber Seiner Himmelfahrt, das heißt, wir sind heute schon im Geist mit Ihm dort droben niedergesetzt. Was Gott, der Vater, mit Seinem Sohn tat, ist somit im Geist auch mit uns geschehen! Ist uns dieses Wissen wert, mehr darüber nachzudenken? Paulus fordert uns zumindest dazu auf!

Es gibt für uns heute schon eine lebendige Beziehung zu den Überhimmlischen, was auf unserer lebendigen Beziehung zu unserem Herrn beruht. Denn alles, was wir hier geschrieben haben, ist einzig und allein "in Ihm" zu finden und zu erhalten! Wir sind so lebensvoll mit Ihm verbunden, dass wir an dem gesamten Heilsgeschehen im Geist Anteil haben - wo Er ist, sind auch wir! Und Er ist "droben"!

Kol 3:2

"Auf das droben sinnet, nicht auf das auf Erden!"

Wir können mit dem Thema, das uns zurückliegend beschäftigt hat, nahtlos zu dem neuen Leitvers übergehen, denn er hat denselben Inhalt, nur wird noch extra betont, nicht auf das "auf Erden" zu sinnen! Paulus wiederholt sich also, und die aus gutem Grund! Warum, mag uns ein Beispiel erklären: Kann es sein, dass ein Medizinstudent sagt, er wolle auf der Universität so lange nichts von krranken Menschen wissen, bis er als Arzt im Krankenhaus tätig sein kann?

Obiges Beispiel passt auf soe viele Gläubikge! Sie erwarten etwas, wollen sich aber erst damit beschä#ftigen, wenn sie einmal "im Himmel" sind! Seltsame Worte kann man von solchen Gläubigen hören, wie: "Das brauch ich jetzt alles noch nicht wissen, es reicht einmal, wenn ich droben ankomme und alles sehen werde!" Muss man dies noch kommentieren?

Wir sind, liebe Geschwister, wie der oben angeführte Medizinstudent, in der göttlichen Schule, und dies zwar buchstäblich auf der Erde, im Geist jedoch droben! Das ist kein Widerspruch, sondern unser Lehrstoff! Dabei sollen wir keine Mühe scheuen, ja allen Fleiß aufbringen, unseren spätern überhimmlischen Beruf zu erlernen. Dabei ist die erste Frage wohl auch die entscheidende: Wo finde ich meinen Lehrstoff?

Gottes Wort, die Bibel, spricht zwei Werkzeuge Gottes an, das eine Werkzeug, das für die Erde zuständig ist, nämlich "Israel!, und das zweite Werkzeug für die Himmel, die aus allen Nationen "herausgerufene Körpergemeinde Christi Jesu" - und für die Letztere ist einzig und allein Paulus zuständig!

Kommen wir heute zuerst noch einmal auf unseren Medizinstudenten zurück: Was wäre wohl, wenn er anstatt der. Vorlesungen über Medizin zu den Archäologen gehen würde, um Vorträge über Ausgrabungen in Ägypten zu hören? Er ginge doch glatt an seinem Ausbildungsziel vorbei! Und wieder muss leider gesagt werden: Genau dies tut ein Großteil der Gläubigen! Anstatt jenen Lehrstoff zu suchen, der sie (uns) betrifft und der nur bei dem von Gott für uns berufenen Apostel Paulus zu finden ist, stochern sie ziellos per Losungsbüchlein in ihrer Bibel herum, immer nur das fleischlich Angenehme suchend.

Aber zurück zu uns: Wir haben zurückliegend aufgezeigt, dass das All nicht tot, sondern lebendig ist, dass dort Geschöpfe Gottes leben, die einer Hierarchie unterliegen, die offensichtlich einer gesetzlichen Ordnung unterliegen. In Apg 7:53 lesen wir, dass das Gesetz zur Anordnung durch Boten gegeben wurde; ähnliches steht in Gal 3:19: Das Gesetz "... angeordnet durch Boten..."; in beiden Fällen dürfen wir von himmlischen Boten ausgehen. Für uns heißt das: Die überhimmlischen Bewohner wissen nichts von der Gnade, die überströmend in uns wirkt! Sie sehen deshalb staunend auf diese Erde herab und verstehen nicht, warum Menschen alle Arten von Leiden auf sich nehmen, um Christi Jesu willen. Wir sind diesen himmlischen Boten ein Schauspiel geworden, wie es Paulus in 1Kor 4:9 sagt. Doch was diese Zuschauer heute noch nicht verstehen können, werden sie in den herankommenden Äonen durch unser Zeugnis verstehen lernen! Wir dürfen erneut und wiederholt darauf hinweisen: Wir die Glieder am Körper Christi, werden einst "Schaugefäße Seiner Gnade" sein, wie es Eph 2:7 mit anderen Worten sagt!

Haben wir beachtet, dass gestern zum Schluss unsere ganz große Aufgabe genannt wurde, die wir später, in den herankommenden Äonen, ausführen dürfen? Es gilt nämlich den alles übersteigenden Reichtum Seiner Gnade in Güte gegen uns in Christus Jesus zur Schau zu stellen, und dies den überhimmlischen Bewohnern! Hier kann man jetzt nicht einfach weiterlesen, liebe Geschwister, da muss man sich schon etwas Zeit nehmen, um vertieft darüber nachzudenken, und dies im Herzen bewegen.

Einst sagte der über 90 Jahre alte Bruder Mathias Jaegle zu mir, dem Verfasser dieser Zeilen, als er nicht mehr selber schreiben konnte: "Ich überlege mir jetzt schon im Geist, was ich später den Überhimmlischen sagen und bezeugen werde...." - das ist der sieghafte Glaube, der nach droben sinnt! Wir wiederholen bewusst diese Aussage, weil sie hoch interessant für uns sein kann!

Vielleicht noch etwas zum Nachdenken: Warum wohl hat Gott gemäß 1Kor 1:26 ff gerade das Törichte, das Schwache, das Niedriggeborene und Verschmähte der Welt berufen? Antwort:

Weil gerade diese Menschen die überströmende Gnade brauchen! Ein starker und stets fromm lebender Mensch wird eher sich selbst rühmen und darauf verweisen, was er alles getan hat - der Schwache hingegen, der ständig hinfällt, und oft an sich selber verzweifelt ists, wird sich später niemals selber rühmen, sondern erfüllt mit tiefstem Dank auf die überströmende Gnade hinweisen, die ihn allein gerettet hat!" Das, liebe Geschwister, wird unser Zeugnis sein, hierin müssen wir zubereitet werden!

In Eph 4:12 spricht uns Paulus zu, würdig der Berufung zu wandeln, zu der wir berufen wurden - und der Schwerpunkt dieses Zuspruchs liegt auf "unserer Berufung"! Wer von den Gläubigen hört auf diesen Zuspruch? "Zuspruch" bedeutet, dass von seinem "Befolgen" etwas abhängt! Ein Wandel, der würdig der Berufung ist, verherrlicht den Herrn, aber: Er (unser Wandel) kann den Herrn auch verunehren, nämlich dann , wenn der Wandel an der Berufung nach vorbei geht, und sich ausschließlich mit dem auf der Erde beschäftigt!

WEnn wir Obiges bedenken, wird unser Erdenleben kein sinnloses Dahinvegitieren mehr sein, nein, es wird vielmehr zu einer Hochschule der Vorbereitung auf zukünftige Aufgaben, also zu einem sinnvollen und äußerst spannendem Dasein !

Unser Lehrstoff ist ausschließlich bei Paulus zu finden! Kein anderer Schreiber der bibel hat uns irgend etwas über unsere überhimmlische Berufung zu sagen, und dies aus dem ganz einfachen Grund, weil erst dem Apostel Paulus dieses Geheimnis enthüllt wurde!

Wir dürfen aber nicht in das Extrem fallen, nur noch bei Paulus zu lesen, sondern "alle"Schrift ist gottgehaucht und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in Gerechtigkeit ...(lies 2Tim 3:16-17), nur muss im gleichen Zug aller Fleiß aufgebracht werden, die Schrift auch richtig. zu schneiden, wie es uns in 2Tim 2:15 anbefohlen wird. Und "richtig schneiden" heißt zu erkennen, was ist unserer Aufgabe. und b) was ist Israels Aufgabe!!!

Heute sollen uns weitere Aufgaben beschäftigen, die wir einmal droben ausüben dürfen. Röm 8:17 sagt uns sehr deutlich, dass, wenn wir mit Ihm leiden, auch mit Ihm zusammen Losteilinhaber sein werden! In engem Zusammenhang dürfte die Aussage in 2Tim 2:12 stehen: "Wenn wir er dulden, werden wir auch mit herrschen"! Diese beiden Worte führen zu dem Schluss, dass, wer nicht bereit ist, mit Ihm zu leiden, bzw. zu erdulden, auch keinen Anspruch auf die gemeinsame Losteilinhaberschaft hat bzw. nicht mit herrschen wird! Haben wir diese Gedanken schon einmal in uns bewegt?

Die Beurteilung darüber geschieht vor der Preisrichterbühne des Christus, wie es 2Kor 5:10 kurz und klar beschreibt. Um es hier noch einmal zu betonen: Die Preisrichterbühne ist kein Gericht über uns, wir sind ja alle in der Gnade Gerettete und somit bereits in der Herrlichkeit. Es geht hier ausschließlich um die Beurteilung unseres. Wandeln, und damit um die Frage, zu welchen Aufgaben uns der Herr gebrauchen kann! Es geht also um Dinge, die uns hier unter auf Erden stark interessieren müssen.

Wir können, und das muss auch klar gesagt werden , Leiden nicht bewusst herbeiführen, um einen entsprechenden Lohn zu erhalten, es ist Gott Selbst, der sie uns von Fall. zu Fall vorlegt. Es ist dann unsere Entscheidung, ob wir bereit sind, wie einst Hiob, an Gott festzuhalten, um Ihn auch in Trübsalen zu verherrlichen! Es gibt eine große Zahl berufener Gläubiger, Paulus hier an erster Stelle, welche erkannt haben, dass die Leiden der jetzigen Frist nicht wert sind der Herrlichkeit, die im Begriff steht, in uns enthüllt zu werden (Röm 8:18).

Wir wollen uns heute (weil es ja in direktem Zusammenhang mit den "droben" steht) noch etwas mit dem gestern angeschnittenen "Losteil Christi" beschäftigen, bzw. mit unserer möglichen Losteilinhaberschaft zusammen mit Christus:

Bevor uns Paulus in Röm 8:17 sagt, das wir auch bereit sein müssen,mit Christus zu leiden, damit wir Losteilinhaber zusammen mit Ihm sein dürfen, lesen wir im selben Vers an erster Stelle, dass wir als KInder Gottes grundsätzlich und ohne Bedingung "Losteilinhaber Gottes" sind! Und Gotte Losteil ist das gesamte All, das Er durch Seinen Sohn verwalten lässt. Alle Freude und Glückseligkeit, welche dieses Losteil Gottes innehat, dürfen Seine Kinder in vollem Umfang genießen! Es soll also niemand traurig werden, weil er meint, nie für Christus gelitten zu haben und deshalb nicht glücklich sein wird! Die Herrlichkeit die jeden von uns erwartet, wird unbeschreiblich sein!

Wir verstehen besser, was es mit diesen beiden Losteilen in Röm 8:17 auf sich hat, wenn wir uns unseren Herrn in Phil 2:5-11 vergegenwärtigen. Wir erleben Ihn dort einmal vor>/u> Seiner Erniedrigung, und dann danach! So heißt es in Phil 2:6, dass Er vor sSeiner Erniedrigung "in der Gestalt Gottes" war, eine Herrlichkeit, die wir uns nicht vorstellen können! Wir können diese Herrlichkeit mit jener vergleichen, die jeder von uns einmal bekommt! Nun heißt es aber nach Christi Leidensweg auf Erden in Phil 2:9, dass Ihn Gott deswegen "überaus hoch" erhöht hat, und man fragt sich hier, ob es hier überhaupt noch eine Steigerung geben kann!

Schauen wir heute zuerst einmal darauf, was es für unseren Herrn bedeutete, vom Vater "überaus hoch" erhöht zu werden: Darum (weil Er Sich Selbst erniedrigt hat und gehorsam wurde bis zum Tode, ja zum Kreuzestod) hat Ihn Gott auch überaus hoch erhöht und Ihn mit dem Namen begnadet, der über jedem Namen ist, damit in dem Namen "Jesu" sich jedes Knie beuge, der Überhimmlischen, Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge huldige: Herr ist Jesus Christus, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters" (Phil 2:9-11).

Für uns gilt es hier zu beachten, dass die "überaus hohe" Erhöhung unseres Herrn erst (!) durch den Weg Seiner Erniedrigung möglich wurde! Und was diese Erniedrigung für Leiden beinhaltete, ist uns allen wohlbekannt! Gottes Wort möchte uns jetzt alle anspornen, nicht nur ein Freund Jesu zu sein, nicht nur am Kreuz seine Sündenlast abzuladen, sondern vielmehr Christi Gesinnung aufzunehmen (Phil 2:5), Ihm auf Seinem Weg nachzufolgen und nicht vor jedem Leiden zurückzuschrecken!

Aus Obigem ergibt sich ziemlich klar: Wer den irdischen Weg der Erniedrigung mitgeht, wer bereit ist, auch für Ihn zu leiden, darf die verheißung auf sich nehmen, auch einmal zusammen mit Ihm an dieser "überaus hohen" Erhöhung bzw. Verherrlichung teilzunehmen!

Bedenken wir gerade auch hier der Worte des Herrn an Paulus: "Dir genügt Meine Gnade; denn Meine Kraft wird in Schwachheit vollkommen gemacht" (2Kor 12:9b).

Wir dürfen Gottes Wort immer hinterfragen, wenn uns etwas unklar ist; eine Antwort kommt zwar nicht immer sofort, aber sie kommt! So mag sich gestern mancher gedacht haben, worin die überaus hohe Erhöhung durch den Namen "Jesus" wohl liegt? Es ist doch nur (!) ein Name!

"Jesus" heißt auf hebräisch "Joschua" und bedeutet "Retter". Es ist der menschliche Name des Sohnes Gottes auf Erden. Der Name "Christus" (auf hebräisch "Messias") deutet auf Seine Würde, Ämter und auf Seine Erhöhung (als Sohn Gottes)hin. Bedenken wir heute einmal, dass unser Herr erst mit Seinem Tod am Kreuz zum Retter wurde und im Grunde erst ab hier den Namen "Jesus" zu Recht tragen konnte! Deshalb konnte schon Petrus sagen: "Und in keinem anderen ist die Rettung; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter Menschen gegeben worden ist, in welchem wir gerettet werden müssen" (Apg 4:12). Was Petrus hier nur auf die Menschen bezieht, wird durch Paulus im Philipperbrief auf die Überhimmlischen, Irdischen und Unterirdischen ausgedehnt und gilt somit universell!

So erhaben also der Titel "Christus" auch ist, es gibt in diesem Namen keine Rettung! Erst als "das Licht der Welt" die Sünde der Welt auf Sich lud und am Kreuz die Worte hauchte: "Es ist vollbracht!" - erst hier wurde Christus zum Retter! Und deshalb hat Gott Ihn auch überaus hoch erhöht und Ihn mit dem Namen begnadet, der über jedem Namen ist - es ist das Kostbarste, was die gesamte Schöpfung Gottes besitzt: Der Name "Jesus"!

Wir fassen heute noch einmal die letzten Tage zusammen, um die wichtigen Punkte in uns zu festigen:

Wir sprachen von zwei Losteilen, einmal vom "Losteil Gottes" welches alle erhalten, die "Kinder Gottes" sind! Dies entspricht dem Stand Christus vor Seiner Erniedrigung. Um jedoch auch Losteilinhaber zusammen mit Christus zu werden, müssen wir Seine Gesinnung in uns haben, was beinhaltet, auch für Ihn zu leiden (Röm 8:17b und Phil 1:29). Dieser Stand entspricht der "überaus hohen" Erhöhung Christi Jesu, und heißt für uns ganz klar "...damit wir mit Ihm verherrlicht werden"!

Zu Obigem lesen wir weiter in 2Tim 2:11-12, dass, wenn wir erdulden, auch mit herrschen werden - und dies ist doch weit mehr als nur das Bürgertum oben zu haben. Es liegt uns ganz fern, hier eine Art "Strebertum" anzuregen, wie es unter Menschen nur zu oft schlimme Formen angenommen hat. Wir verweisen vielmehr auf Phil 1:30, wo Paulus von einem fairen Ringkampf spricht, nämlich die Leiden, die Gott ihm in den WEg gestellt hat, nicht sofort los zu sein, sie "wegbeten" zu wollen, sondern sie im Aufblick auf den Herrn "mitzutragen"! Diese Haltung bedeutet einen Teil "unserer Gleichgestaltung mit Christus"!

Aber bleiben wir heute noch bei unserer Mitverherrlichung: Wie wird es wohl sein, wenn sich jedes Knie beugen und jede Zunge huldigen wird! Dann wird der Name "Jesus", der Retter, von allen verherrlicht werden und wir ... sind an Seiner Seite!

Wir sollten eigentlich




Gegenseitige Pflichten der Hausgenossen 18-25