Was du gesehen hast

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Dreierlei Dienst des Paulus

Fortsetzung des Buches:
Heilsgeschichtliche Entfaltung im Neuen Testament

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Inhaltsverzeichnis

Dreierlei Dienst des Paulus

1. Einleitung

Die Apostelgeschichte überliefert in Kapitel sieben (Apg 7) die lange Rede des Stephanus vor dem jüdischen Sanhedrion, und als der geendet hatte, waren wie wütend. Unerschrocken fuhr er fort und sagte: "Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur rechten Gottes stehen. Sie ... stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß Saulus ... Saulus aber hatte Gefallen an seinem Tode." (Apg 7:56 - Apg 8:1).

Ganz unscheinbar wird hier ein neuer Name in der Schrift genannt. Wer ist dieser Saulus? Es wird uns nichts gesagt, außer dass wir beim Weiterlesen erfahren: "Es erhob sich aber an diesem Tag eine große Verfolgung über die Gemeinde in Jerusalem; da zerstreuten sich all in die Länder Judäa und Samarien, außer den Aposteln". Wer stand hinter dieser Unterdrückung? "Saulus aber suchte die Gemeinde zu zerstören, ging von Haus zu Haus, schleppte Männer und Frauen fort und warf sie ins Gefängnis." (Apg 8:1-3).

Da die meisten Christen aus Jerusalem flohen, fand Saulus wenige, die er hätte verfolgen können, aber er war versessen auf diese Aktion. "Saulus aber schnaubte noch mit drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe" (Apg 9:1-2). Zweifellos fand er die Zustimmung des Hohepriesters und brach nach Damaskus auf.

"Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst, Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß und trank nicht.
Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und Sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr, der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam. und die Hand auf ihn legte, damit er wieder sehend werde. Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat; und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangen zu nehmen, die deinen Namen anrufen. Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muss um meines Namens willen.
Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legt die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich" (Apg 9:3-19).

Dieser Saulus war jetzt einanderer Mensch geworden und hatte, wie viele Persönlichkeiten in den Schriften, seinen Namen geändert und zwar in Paulus (Apg 13:9). Aber wer war er? Woher kam er? Aus seinen eigenen Worten erfahren wir mehr über ihn. Vor der Menschenmenge in Jerusalem sagte er:

"Ich bin ein jüdischer Mann geboren in Tarsus in Silizien, aufgewachsen aber in dieser Stadt und mit aller Sorgfalt unterwiesen im väterlichen Gesetz zu Füßen Gamaliels, und war ein Eiferer für Gott, wie ihr es heute alle seid."

Im Brief an die Philipper bezeichnet er sich selber als:

Der ich am achten Tag beschnitten bin, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen." (Phil 3:5-6).

Saulus, aus dem später Paulus wurde, - sein Name wurde geändert, als er z um Missionsdienst aufbrach - war als Pharisäer so eifrig bemüht, seinen Glauben zu verteidigen, dass er die christliche Gemeinde verfolgte. Er drängte ihre Anhänger aus Jerusalem und folgte ihnen nach Damaskus. Als er ankam, war er kein Pharisäer mehr. Er war erblindet. Was hatte der Herr damit getan, dass er einen Mann wie Saulus als Werkzeug erwählte, der die Steinigung begrüßt und christliche Männer und Frauen gefangen genommen hatte?

Dass das ein wichtiges Ereignis in Gottes Plan ist, kann man daraus ersehen, dass seine Bekehrung nicht weniger als dreimal in der Schrift berichtet wird. Außer dem Wirken des Herrn Jesus Christus werden nur noch wenige Ereignisse doppelt berichtet, geschweige denn dreifach. Aber von der Bekehrung des Saulus gefiel es dem Heiligen Geist, sie dreimal niederschreiben zu lassen, in Apg 9; Apg 22 und Apg 26.

Apg 9:3-19

"Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. Saulus aber richtete sich von auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts, Sie ahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei tage nicht sehen und aß und trank nicht.
Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam und die Hand auf ihn legte, damit er wieder sehend werde. Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat; und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangen zu nehmen, die deinen Namen Anrufen. Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden, und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muss um meines Namens willen.
Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr h at mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich."

Apg 22:6-21

"Es geschah aber, als ich dorthin zog und in die Nähe von Damaskus kam, da umleuchtete mich plötzlich um die Mittagszeit ein großes Licht vom Himmel. Und ich fiel zu Boden und hörte eine Stimme, die sprach zu mir: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Ich antwortete aber: Herr, wer bist du? Und er sprach zu mir: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Die aber mit mir waren, sahen zwar das Licht, aber die Stimme dessen, der mit mir redete, hörten sie nicht. Ich fragte aber: Her, was soll ich tun? Und der Herr sprach zu mir: Steh auf und geh nach Damaskus. Dort wird man dir sagen, was dir zu tun aufgetragen ist. Als ich aber, geblendet von der Klarheit des Lichtes, nicht sehen konnte, wurde ich an derHand geleitet von denen, die bei mir waren, und kam nach Damaskus
Da war aber ein gottesfürchtiger Mann, der sich an das Gesetz hielt, mit Namen Hananias, der einen guten Ruf bei allen Juden hatte, die dort wohnten. Der kam z u mir, trat vor mich hin und sprach zu mir: Saul, lieber Bruder, sei sehend. Und zur selben Stunde konnte ich ihn sehen. Er aber sprach: Der Gott unserer Väter hat dich erwählt, dass du seinen Willen erkennen sollt und den Gerechten sehen und die Stimme aus seinem Mund hören; denn du wirst für ihn vor allen Menschen Zeuge sein, von dem, was du gesehen und gehört hast. Und nun, was zögerst du? Steh auf und rufe seinen Manen an und lass dich taufen und deine Sünden abwaschen.
Es geschah aber, als ich wieder nach Jerusalem kam und im Tempel betete, dass ich in Verzückung geriet und ihn sah. Da sprach er z u mir: Eile und mach dich schnell auf aus Jerusalem; denn dein Zeugnis von mir werden sie nicht annehmen. Und ich sprach: Herr, sie wissen doch, dass ich die, die an dich glaubten, gefangen nahm und in den Synagogen geißeln ließ. Und als das Blut des Stephanus, deines Zeugen vergossen wurde, stand ich auch dabei und hatte Gefallen daran und bewachte denen die Kleider, die ihn töteten. Und er sprach zu mir: Geh hin; denn ich will dich in die Ferne zu den Heiden senden."

Apg 26:12-20

"Als ich nun nach Damaskus reiste mit Vollmacht und im Auftrag der Hohenpriester, sah ich mitten am Tage, o König, auf dem Weg ein Licht vom Himmel, heller als der Glanz der Sonne, das mich und die mit mir reisten umleuchtete. Als wir aber alle zu Boden stürzten, hörte ich eine Stimme zu mir reden, die sprach auf hebräisch: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen.
Ich aber sprach: Herr, wer bist du?? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst; steh nu n auf und stell dich auf deine Füße. Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diner und zum Zeugen für das, was du von mir gesehen hast und was ich dir noch zeigen will. Und ich will dich erretten von deinem Volk und von den Heiden, zu denen ich dich sende, um ihnen die Augen aufzutun, dass sie sich bekehren von der Finsternis zum Licht und von der Gewalt des Satans zu Gott. So werden sie Vergebung der Sünden empfangen und das Erbteil samt denen, die geheiligt sind durch den Glauben an mich.
Daher, König Agrippa war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam, sondern verkündigte zuerst denen in Damaskus und in Jerusalem und im ganzen jüdischen Land und dann auch den Heiden, sie sollten Buße tun und sich zu Gott bekehren und rechtschaffene Werke der Buße tun."

Auf dem Weg nach Damaskus hatte Saulus seinen Erlöser nicht nur gesehen, sondern war von ihm auch in Dienst genommen worden. Der Herr sprach zu Hananias, "Dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen tragen vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel" (Apg 9:15). so wird von Anfang an eine Dualität im Dienst des Saulus erkennbar. Er hatte den Namen des Herrn zu zwei ganz unterschiedlichen Gruppen von Leuten zu bringen: Zu den Heiden samt ihren Könige und zu dem Volk Israel. Aber was sollte er ihnen sagen? Würde es für alle ein und dieselbe Botschaft sein? So ein doppelter Dienst würde nicht leicht sein, denn die eine Gruppe war im Gesetz Moses und seinen Zeichen und Symbolen, seinen Sinnbildern und Deutungen, seinen Geboten und Satzungen aufgewachsen, Die andere hatte ihre Wurzeln im Heidentum mit Einflüssen von den Griechen und ihren Mysterien-Kulten.

In dem Bericht von seiner Bekehrung in Apg 22 sagt Hananias "Du wirst für ihn vor allen Menschen Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehört hast" (Apg 22:15). Aber was hatte er bis zu diesem Zeitpunkt gesehen und gehört? Wir möchten es jetzt genau wissen. Jedenfalls sagt die Schrift klar, dass Paulus nach dieser Zeit noch vielmehr lernen sollte. Im dritten Bericht von dem Erlebnis vor Damaskus lesen wir, dass der Herr zu Paulus sagte

"Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich zu erwählen zum Diener und zum Zeugen für das, was du von mir gesehen hast, und was ich dir noch zeigen will" (Apg 26:16).

Was hatte Paulus gesehen? Was sollte er gezeigt bekommen? Die einzige Möglichkeit, diese Fragen zu beantworten, besteht darin, dass wir nachsehen, was Paulus in seinem Leben gesagt und getan hat.

2. Was du gesehen hast

Nachdem Saulus auf dem Weg nach Damaskus erblindet war, wurde er in die Stadt weggeführt. Drei Tage lang aß und trank er nicht. Dann ging Hananias zu ihm, heilte und taufte ihn. Saulus blieb mehrere Tage bei den Jüngern in Damaskus.

"Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei. Alle aber, die ihn hörten, entsetzten sich und sprachen: Ist das nicht der, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen, und ist er nicht deshalb hierher gekommen, dass er sie gefesselt zu den Hohenpriestern führe? Saulus aber gewann immer mehr an Kraft und trieb die Juden in die Enge, die in Damaskus wohnten, und beweis, dass Jesus der Christus ist" (Apg 9:20-22).

Das war das erste, was Saulus tat. Er predigte, dass es der Sohn Gottes war, der ihm auf dem Weg nach Damaskus entgegentrat. Er verkündete, dass dieser gekreuzigte, auferstandene und in den Himmel aufgefahrene Jesus von Nazareth der Messias (Christus) war. Das war es, was Saulus gesehen hatte, und er bezeugte es unverzüglich. An sich stimmte diese Botschaft genau mit der der zwölf Apostel überein, einschließlich Johannes, der sein Evangelium zu eben diesem Zweck schreib. Er sagte, diese Zeichen "sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinen Namen" (Joh 20:31).

Paulus erregte die Juden in Damaskus so sehr, dass sie beschlossen, ihn zu töten; aber er entkam. "Als er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den Jüngern zu halten; ... und er ging bei ihnen in Jerusalem ein und aus und predigte im Namen des Herrn frei und offen. Er redete und stritt auch mit den griechischen Juden, aber sie stellten ihm nach, um ihn zu töten. (Er muss sie wohl tatsächlich sehr erregt haben.) Als das die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea und schickten ihn weiter nach Tarsus" (Apg 9:23.28-30).

Offensichtlich sind sie dann von Jerusalem zurückgekommen, denn in Apg 13:1 waren sie wieder in Antiochia, wo der Heilige Geist besonders über sie verfügte:

"Sondert mir aus Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Da fasteten sie und beteten und legten die Hände auf sie und ließen sie ziehen. Nachdem sie nun ausgesandt waren vom heiligen Geist, kamen sie nach Seleuzia und von da zu Schiff nach Zypern. Und als sie in die Stadt Salamis kamen, verkündigten sie das Wort Gottes in den Synagogen der Juden... "(Apg 13:2-5).

Was sie in diesen Synagogen verkündeten, kann man aus der ersten größeren Rede des Paulus ersehen, von der in Apg 13:16-41 berichtet wird. Diese Ansprache baut ganz und gar auf dem Alten Testament auf und zeigt, dass Jesus von Nazareth derjenige ist, von dem die Schrift spricht, und der sie erfüllt hat. Die zentrale Aussage ist wieder, dass Jesus der Sohn Gottes ist (Apg 13:33). Das immer wiederkehrende Thema im Dienst des Paulus in der Apostelgeschichte ist, dass Jesus der Auferstandene ist, der Sohn Gottes, der Christus (Messias). Zum Beispiel:

  1. In Damaskus: "Saulus gewann immer mehr an Kraft und trieb die Juden in die Enge, die in Damaskus wohnten, und beweis, dass Jesus der Christus ist" (Apg 9:22).

  2. In Antiochia in Pisidien: "Und wir verkündigen euch die Verheißung, die an die Väter ergangen ist, dass Gott sie uns, ihren Kindern, erfüllt hat, indem er Jesus auferweckte; wie denn im zweiten Psalm geschrieben steht: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt" (Apg 13:32-33).

  3. In Thessalonich: "Wie nun Paulus gewohnt war, ging er zu ihnen hinein und redete mit ihnen an drei Sabbaten von der Schrift, tat sie ihnen auf und legte ihnen dar, dass Christus leiden musste und von den Toten auferstehen und dass dieser Jesus, den ich - so sprach er - euch verkündige, der Christus ist" (Apg 17:2-3).

  4. In Korinth: "Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien kamen, richtete sich Paulus ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus ist" (Apg 18:5).

  5. Paulus lehrte Aquilla und Priszilla, die ihrerseits Apollos unterwiesen, von dem es dann heißt: "Denn er widerlegte die Juden kräftig und bewies öffentlich aus der Schrift, dass Jesus der Christus ist" (Apg 18:28).

  6. In Jerusalem berichtete Paulus von seinem Erlebnis auf dem Weg nach Damaskus und erklärte, dass die Erscheinung vom Himmel Jesus von Nazareth war (Apg 22:8).

  7. Vor Agrippa erklärt Paulus wieder, dass die Erscheinung Jesus war und dass Christus leiden musste" (Apg 26:15.23).

  8. In Rom sucht Paulus die Angesehensten der Juden zu überzeugen "und predigte ihnen von Jesus aus dem Gesetz des Mose und aus den Propheten" (Apg 28:17.23).

Es lässt sich kaum bezweifeln, dass das, was Paulus bereits gesehen hatte, die große Wahrheit war. Jesus von Nazareth ist der Christus (Messias). Er ist der Sohn Gottes. Paulus kann zwar noch mehr gesehen haben, aber diese große Wahrheit beherrschte seinen Dienst in dieser Zeit. Er predigte sie sofort in Damaskus und lbieb auch vorerst dabei.

3. Was ich dir noch zeigen will

Im Galaterbrief gibt es noch vier Hinweise auf den Sohn Gottes (Gal 1:16; Gal 2:20; Gal 4:4.6), und dieser Brief hilft uns bei der Suche nach dem, was Paulus später erfuhr. Jedenfalls erklärt Paulus im ersten Kapitel vom Evangelium: "Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht" (Gal 1:8). Paulus hatte sich in seinem Charakter nicht verändert, Er war noch ebenso eifrig wie immer, jetzt aber nicht mehr für pharisäische Gesetzlichkeit, sondern für das Evangelium von der Gnade.

"Denn ich tue euch kund, liebe Brüder, dass das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht menschlicher Art ist. Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi" (Gal 1:11-12).

Paulus schließt daran einen kurzen Bericht über sein Leben und beleuchtet dabei besonders die ersten Jahre nach seiner Bekehrung.

"Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, dass er seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, da besprach ich mich nicht erst mit Fleisch und Blut, ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte zurück nach Damaskus. Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm" (Gal 1:15-18).

Hier spricht Paulus von einer Zeit in Arabien, wo der Herr möglicherweise seine Verheißung erfüllte, ihm noch mehr zu zeigen. Aber jedenfalls sind es nicht die letzten Offenbarungen, die er dort erhielt, denn wir lesen in Gal 2:1:

"Danach, vierzehn Jahre später, zog ich abermals nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit mir. Ich zog aber hinauf aufgrund einer Offenbarung und besprach mich mit ihnen über das Evangelium, das ich predige unter den Heiden..."

Daher war ihm das Evangelium kostbar, denn er hatte es direkt vom Herrn Jesus Christus durch Offenbarung empfangen. Falls irgendwelche Zweifel über den Inhalt dieses Evangeliums bestehen, wird es am besten sein, Paulus selber zu Wort kommen zu lassen.

"Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt haben; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wart. Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsere Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift" (1Kor 15:1-4).

Aus der ersten größeren Rede des Paulus in Antiochia in Pisidien können wir entnehmen, dass dieses Evangelium in dem, was er sagte, einen hervorragenden Platz einnahm.

"Der aber, den Gott auferweckt hat, der hat die Verwesung nicht gesehen. So sei euch nun kundgetan, liebe Brüder, dass euch durch ihn Vergebung der Sünden verkündigt wird; und in all dem, worin ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht werden konntet, ist der gerecht gemacht, der an ihn glaubt. (Apg 13:37-39).

Dieses Evangelium von Rechtfertigung und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christus und das Vertrauen auf ihn ist ein weiterer Hauptpunkt in der Predigt des Paulus. Die Botschaft, dass der Gerechte aus Glauben lebt, ist das Zentrum seiner Aussage. (Röm 1:17; Gal 3:11; Hebr 10:28).

Lies weiter:
4. Die erste und zweite Art des Dienstes