Jer 4:3 – Aufbruch statt Rückblick
Freitag, 24. April 2026 – von Daniel Muhl
Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen!
Jesus sprach: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Das Pflügen eines Ackers gehört zu den grundlegenden Arbeiten eines Bauern. Zu biblischen Zeiten geschah dies meist mit einem Pflug, der an ein Rinder- oder (je nach Region und Zeit) auch an ein Eselsgespann angeschirrt wurde. So konnte ein Acker gleichmäßiger und mit weniger eigener Körperkraft bearbeitet werden. Jeder Ackerbauer wusste: Wer beim Pflügen zurückschaut, zieht eine krumme Furche – und der Acker ist am Ende weniger gut vorbereitet, um sinnvoll zu säen.
In der Bibel ist der Ackerboden oft auch ein Bild für das Herz des Menschen, das vorbereitet werden muss, um sich für Gott zu öffnen (Mt 13:3+19). Auf einen „harten Herzensboden“ lassen sich keine Samen des Wortes Gottes säen. Ein hartes Herz erkennt man unter anderem daran, dass man an alten Denkmustern festhält und sie nicht loslassen kann (Röm 12:2).
Die Israeliten zur Zeit Jeremias klammerten sich an ihre Götzen, die der HERR in Vers 1 als „Gräuel“ oder „Scheusale“ bezeichnet. Moloch, der Gott der Ammoniter, verlangte sogar Kinderopfer. Deshalb war es dringend notwendig, diese Götzen aus Israel zu entfernen (Jer 4:1).
„So schlimm sieht es bei uns nicht aus“, mag man einwenden. Und doch stellt sich die Frage: Was nimmt in unserem Leben den Platz ein, der eigentlich Gott gehört? (1Jo 5:21)
Die Götzen unserer Zeit sind oft weniger sichtbar – und gerade deshalb schwerer zu erkennen. Es können Erfolg, Sicherheit, Anerkennung oder auch der Wunsch nach einem möglichst bequemen Leben sein (Kol 3:5).
Auch im Alltag zeigt sich, woran unser Herz hängt. Womit füllen wir unsere Zeit? Was prägt unsere Gedanken – und die unserer Kinder? Wo wir keine Zeit mehr haben, überlassen wir vieles anderen Stimmen, die nicht unbedingt zum Leben führen (Spr 4:23).
In Vers 4 werden die Angesprochenen dazu aufgefordert, ihre Herzen zu „beschneiden“ (Jer 4:4 / 5Mo 10:16). Gemeint ist, dass die Israeliten – und letztlich auch wir – uns von den Dingen lösen sollen, die uns daran hindern, nach vorn zu blicken.
Jesus erwähnt im Gleichnis vom Sämann ebenfalls Dornen und legt aus, was damit gemeint ist. In Mt 13:22 sagt er, dass der Boden mit Dornen für Herzen steht, die das Wort Gottes hören und vielleicht auch aufnehmen, dann aber keinen Raum bieten, damit geistliche Frucht entstehen kann. Die Dornen sind für ihn ein Bild für die „Sorge der Zeit“ und „den Betrug des Reichtums“, die verhindern, dass das Herz frei wird und es zu einer bleibenden Veränderung kommen kann (Mt 13:22).
Darum muss unser Herzensboden aufgelockert werden, damit Altes und Festgefahrenes aufgerissen wird und Neues wachsen kann. Das Herz soll vom wuchernden Unkraut des Stolzes und von den Dornen der Habsucht befreit werden, damit der Same des Wortes Gottes aufsprießen und so wachsen kann, dass reichlich Frucht entsteht (Hos 10:12).
Paulus schreibt in Phil 3:13-14:
- „… eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.”
Der Apostel beschreibt hier keine Haltung der Verdrängung, sondern eine klare Ausrichtung. Das Vergangene – ob Schuld, Versagen oder auch Erfolge, auf denen man sich ausruht – darf nicht zum Maßstab werden, der die Gegenwart lähmt. Wer ständig zurückschaut, verliert die Kraft für den nächsten Schritt.
So wird das Bild vom Pflug ganz praktisch: Nachfolge bedeutet, dass man sich nicht in alten Geschichten verliert, sondern Christus neu zur Verfügung steht. Gott ruft nicht nur zur Korrektur einzelner Verhaltensweisen auf, sondern zu einem Herzen, das frei wird für sein Ziel (Lk 9:62).
Was hält dich zurück, wenn du nach vorn schauen willst? Gibt es „Dornen“ in deinem Leben – Gedanken, Bindungen oder Gewohnheiten –, die den Raum für Neues nehmen? (Hebr 12:1)
Gott lädt dich ein, sie ins Licht zu bringen. Nicht um zu verurteilen, sondern um dein Herz frei zu machen – damit sein Wort wachsen kann (1Jo 1:9).
Gebet: Herr Jesus, danke, dass du unser Herz kennst und weisst, was wir brauchen, damit wir nach vorne schauen und uns von deiner Liebe prägen lassen. Hilf uns, uns von den Dingen zu lösen, die uns festhalten wollen. Danke, dass du verheißen hast, uns zu deinem wunderbaren Ziel zu führen. Amen.

