Die Wichtigkeit des prophetischen Wortes
Die Endzeit
Abschrift einer Schrift von Ludwig Katzenmeier (1977)
Missionsdruck und Verlag Mannheim
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften:
Inhaltsverzeichnis:
IV. Die Wichtigkeit des prophetischen Wortes
1. Die Erlebnissphäre prophetischer Menschen
Wie ich in Kapitel III unter der Nr. 2 schrieb, steht der Prophet, bezüglich seines Amtes, an zweiter Stelle der von Gott gesetzten Rangordnung in der gemeinde. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn ein sehr großer Teil der Heiligen Schrift, besonders im Alten Testament, setzt sich aus diesem prophetischen Wort zusammen. Die prophetischen Bücher beinhalten die reden Gottes zu den Menschen (2Petr 1:20+21): "Das müsst ihr vor allem erkennen, dass keine Weissagung der Schrift durch eigene Deutung entsteht; denn nie wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist bewegt, redeten Menschen aus Gott". Das von Gott erwählte Werkzeug, der Prophet, erfährt dieses reden auf mancherlei Weise und zwar sowohl akustisch, als auch visuell, in Worten und Bildern, oft auch in Gleichnissen, die einer Deutung bedürfen. Diese Erfahrungen können sowohl in wachem Zustand, als auch im Traum gemacht werden (Joe 3:1). Oft weiß der Prophet nicht, was ihm widerfährt, wie z.B. der Apostel Paulus in 2Kor 12:2-4 berichtet: "Ich kenne einen Menschen in CHRISTUS. Er wurde vor 14 Jahren - ob er noch im Leibe oder schon außerhalb des Leibes war, das weiß ich nicht, Gott allein weiß es - bis in den dritten Himmel entrückt. Und ich weiß, dieser Mensch wurde - ob er noch im Leibe oder schon außerhalb des Leibes war, weiß ich nicht, Gott allein weiß es - in das Paradies entrückt und hörte unaussprechbare Worte, die ein Mensch nicht sagen kann".
- Jedenfalls liegt diese Erfahrung jenseits von Raum und Zeit, in einer Dimension, da Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf einer Ebene zu liegen scheinen. Vergangenes ist noch da, Zukünftiges ist schon da.
2. Gottes Wort und die Wissenschaft
Mose wurden beim Schreiben der ersten Kapitel seiner Genesis Dinge gezeigt, die kein Mensch von sich aus wissen konnte. Der Geist Gottes teilte sie ihm mit und zwar in einer weise, über welche wir immer wieder staunen müssen.
Was man früher als Märchen oder Legende abtun wollte, wir heute durch gläubige Wissenschaftler mehr und mehr bezeugt. Trotzdem sind wir nicht wissenschaftshörig und wollen es auch nicht werden. Für viele ist die Wissenschaft zu einem Gott geworden, dem man vorbehaltlos vertrauen muss und alles zu glauben hat. Das gehört mit zu den Gefahren der Endzeit. Wie schon erwähnt, warnt der HERR JESUS ausdrücklich vor den Irrgeistern der letzten Zeit, weshalb die Gemeinde JESU immer wieder die frage stellt: "Darf man auf Gesichte und Visionen achten? Gibt es das überhaupt noch für die Gemeinde JESU? In den Kapitel 12 und 14 des ersten Korintherbriefes sind sie als Gabe garnicht erwähnt. Und so etwas kommt nur vom Teufel. IN der Bibel ist doch alles schon ausgesagt, was man wissen muss". Andere wiederum sagen: "Das gibt es nur noch für Israel im Tausendjahrreich". Dies ist jedoch ein gewaltiger Irrtum, wie ich bereits durch die Aufführungen von Herrn Prof. Külling bewiesen habe.
3. Prophetische Erfüllung in der Geschichte der Menschheit
Menschen mit prophetischer Gabe gab es zu allen Zeiten. Halten wir nochmals einen kurzen Rückblick, nachdem wir Mose schon erwähnt haben. Aufgrund eines Redens Gottes zog Abraham aus seiner Heimatstadt Ur in Chaldäa (1Mo 12:1-3) und wurde so zum Urvater des Volkes Israel. Auf Gottes Wort hin führte Mose das in Ägypten großgewordene Volk nach Kanaan (2Mo 3). Durch weiteres Reden Gottes mit Mose wurden ihm für die Menschheit die bekannten 10 Gebote übermittelt (2Mo 20) welche bis heute die Grundlage aller Moral und Menschenrechte bilden. Durch Gottes Wort wurde, lange vor der Zeit seines Erscheinens, der Messias angekündigt (5Mo 18:15) und sein Weg bis ins Einzelnen vorgezeichnet (Jes 53 und Ps 22). Ohne dieses prophetische Wort hätten wir keine Bestätigung für das Kommen und für die Sendung unseres HERRN JESUS.
Durch das prophetische Wort erkannten ihn wenig Begnadete seiner Zeitgenossen gleich nach seiner Geburt nämlich die Hirten auf dem Felde, die weisen aus dem Morgenlande, Simeon und Hanna usw. (Lk 1 u. 2).
Viele prophetische Worte zeigen die Zerstreuung Israels unter alle Völker der Erde an (5Mo 28:64) und dessen Rückkehr in sein Land (5Mo 30:4-5). Hes 38 u. Hes 39, sowie Joe 2:20 ist vor der Tür, worauf ich unter dem Thema "Prophetie in Erfüllung" später noch eingehen werde. Und in deren Gefolge kommt Joe 2:21 - Joe 3:5 für Israel.
Wahrlich, ohne das prophetische Wort wüssten wir nicht, wo wir stehen und wohin wir gehen. Deshalb gibt es bis heute noch prophetisch begnadete Menschen, wie ich sie schon in meiner Schrift "die Endzeit" erwähnt habe. Ich nenn nochmals einige wenige Namen aus dem vorigen Jahrhundert bis in die neuere Zeit. Pfarrer Christoph Blumhardt, Johann Abrecht Bengel, Prälat Oetinger, Pfarrer Oberlin aus dem Steintal im Elsaß, der Heißdampf-Schmidt, Daddhu Sundar Singh, Friedrich Stanger von Möttlingen, der Bayerische Landesbischof Bezzel und viele andere in der neueren Zeit, die man jetzt. noch mit Steinen bewirft, sodass man ihre Namen nicht einmal nennen darf.
Gott hat den jAbraham genau wissen lassen, was ER mit ihm vorhat. Als Sodom gerichtsreif war, erfuhr es Abraham mit genauem Termin des Eingreifens Gottes. Auch Noah war nicht verborgen, was Gott vorhatte. Deswegen konnte er ganz entschieden predigen. Auch wir müssen wissen, wie der Zeiger auf der Weltenuhr steht, damit wir fertig werden oder mit anderen Worten "würdig werden diesem allen zu entfliehen". Nach dem Worte Gottes leuchtet "der Blitz im Osten auf und fährt im Westen nieder". Damit hat Gott sogar die Zielrichtung angegeben. Ein Narr ist, wer nicht darauf achtet.
4. Unser Verhalten zur Prophetie
Um das prophetische Wort zu verstehen, bedarf es der prophetischen Gabe, die in Gesichten und Visionen besteht. Gesichte und Visionen zu haben, ist keine Lust, sondern Last (man lese nur was die Propheten von Jesaja an bis Sacharja diesbezüglich sagen). Gesichte und Visionen gehören zur Dienstausrüstung eines Propheten.
Falsche Propheten sagen Lügen und Schmeicheleien, die dem Volk gefallen. Wahre Propheten sagen schwere dinge voraus, womit sie sich Feindschaft zuziehen. Doch müssen sie reden und darum wurden und werden sie z u allen Zeiten verfolgt und gesteinigt.
- Deshalb mahnt der Apostel Paulus in 1Thes 5:19-21: "Den Geit dämpfet nicht, die Weissagung verachtet nicht; prüfet aber alles und das Gute behaltet". Prophetie muss geprüft werden, wie überhaupt jede Gabe aus dem Geist geprüft werden muss und wie in 1Kor 14:29 zu lesen ist: Weissager aber lasset reden zwei oder drei und dien anderen lasset richten" 1Kor 14:31: "Ihr könnt wohl alle weissagen, einer nach dem anderen, auf dass sie alle lernen und alle ermahnt werden". Und in 1Kor 14:1 heißt es, entgegen den vielen Mahnungen ängstlicher Gemüter, dass man sich nicht zu viel mit Gnadengaben abgeben sollte. "Fleißiget euch der geistlichen Gaben, am meisten aber, dass ihr weissagen könnt" In Vers 3 heißt es weiter: "Wer weissagt, der redet den Menschen zur Besserung und zur Ermahnung und zur Tröstung."
5. Das Licht im Dunkel der Mitternachtszeit
Wie wichtig das prophetische Wort ist und welche Funktion es gerade in der Endzeit hat, lesen wir im 2. Petrusbrief (2Petr 1:19): "Und wir (die ganze Gemeinde) haben desto fester das prophetische Wort und ihr (die ihr jetzt zuhört) tut wohl, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen". Und als Absicherung hierzu noch die Verse 20 und 21, die oben schon erwähnt worden sind.
Wie steht es nun mit dem prophetischen Wort? Haben wir das prophetische Wort so fest? Achten wir darauf als auf ein Licht, wenn uns die Schrift hierzu ermahnt? Wir leben doch in einer Zeit der Finsternis ohnegleichen. Die Mitternachtszeit ist angebrochen, wie ich in meinem Schrieb "Die Endzeit" ausführte Die Jungfrauen (Mt 25:5) sind am Einschlafen. Sie merken nicht, wie nahe der Bräutigam ist und wie nahe zugleich die Gefahr eines dritten Weltkrieges. Das prophetische Wort überlassen sie den Sekten, die es auf ihre Art deuten und Kapital für sich herausschlagen wollen.
Der HERR JESUS sagt in Lk 17:22: "Es wird die Zeit kommen, da werdet ihr einen von den Tagen des Menschensohnes zu sehen wünschen, aber ihr werdet ihn nicht sehen". Denn dieser Tag kommt nach Vers 24 plötzlich und für viele unvorbereitet. Ohne das Licht des prophetischen Wortes finden wir nicht durch die Dunkelheit dieser Endzeit nach der himmlischen Heimat, sondern werden in der Mitternachtsstunde mit verlöschenden Lampen dastehen. Obwohl das viele wissen, leben sie in den Tag hinein und schlagen ihre Mitknechte (Mt 24:42-51). Vers 48-50: "So aber jener böse Knecht wird in seinem Herzen sagen: Mein Herr kommt noch lange nicht und fängt an zu schlagen seine Mitknechte ... so wird der Herr des Knechtes kommen an dem tage, des er sich nicht versieht, und zu jener Stunde, die er nicht meint..."
Mit dem Wort "Pfingstler" werden viele verächtlich gemacht und damit alle abgetan, die unbequem sind, wie z.B. Corrie ten Boom, die Marienschwestern, David Wilkerson und andere mehr. Doch wie einst der Christenname ein Schmachwort sein sollte für die, welche JESUS nachfolgten, und dann später derselbe zu einem Ehrenname wurde, wird vielleicht eines Tages der Name "Pfingstler" zu einem Begriff werden für Menschen, die das Wort Gottes ohne Abstriche lesen lasse und die für die Ehre JESU eintreten.
6. Gericht und Gnade
Ja, bald bricht der Tag an, da ER kommt, dem die ganze Welt Rechenschaft ablegen muss (Joe 1:15-19 und Joe 2:1-11): "O weh des Tages! denn der Tag des Herrn ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen. Ist nicht die Speise vor unseren Augen weggenommen und vom Haus unseres Gottes Freude und Wonne? Der Same ist unter der Erde verfault, die Kornhäuser stehen wüste, die Scheuern zerfallen; denn das Getreide ist verdorben. O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen kläglich, denn sie haben keine Weide, und die Schaf verschmachten. Herr, dich rufe ich an; denn das Feuer hat die Auen in der Wüste verbrannt und die Flamme hat alle Bäume auf dem Acker angezündet. Es lechzen auch die wilden Tiere nach dir; denn die Wasserbäche sind ausgetrocknet und das Feuer hat die Auen in der Wüste verbrannt. Blaset mit der Posaune zu Zion, rufet auf meinem heiligen Berge; erzittert alle Einwohner im Lande, denn der Tag des Herrn kommt und ist nahe: ein finsterer Tag, ein dunkler Tag ein wolkiger Tag, ein nebliger Tag; gleichwie sich die Morgenröte ausbreitet über die Berge, kommt ein großes mächtiges Volk, desgleichen vormals nicht gewesen ist und hinfort nicht sein wird zu ewigen Zeiten für und für. Vor ihm her geht ein verzehrend Feuer und nach ihm eine brennende Flamme. Das Land ist vor ihm wie ein Lustgarten, aber nach ihm wie eine wüste Einöde und niemand wird ihm entgehen. Sie sind gestaltet wie Rosse und rennen wie die Reiter. Sie springen daher oben auf den Bergen, wie die Wagen rasseln und wie ein Flamme lodert im Stroh, wie ein mächtiges Volk, das zum Streit gerüstet ist. Die Völker werden sich vor ihm entsetzen, aller Angesichter werden bleich. Sie werden laufen wie die Riesen und die Mauern ersteigen wie die Krieger; ein jeglicher wird stracks vor sich daherziehen und sich nicht säumen. Keiner wird den andern irren; sondern ein jeder wird in seiner Ordnung daherfahren und werden durch die Waffen brechen und nicht verwundet werden Sie werden in der Stadt umherrennen, auf die Mauer laufen und in die Häuser steigen und wie ein Dieb durch die Fenster hineinkommen. Vor ihm erzittert das Land und bebt der Himmel; Sonne und Mond werden finster, und die Sterne verhalten ihren schein. Denn der Herr wird seinen Donner vor seinem Heer lassen gehen; denn sein Heer ist sehr groß und mächtig, das seinen Befehl wird ausrichten; denn der Tag des Herrn ist groß und sehr schrecklich: wer kann ihn leiden?"
Mag sich dieses von Joel geschaute Geschehen zunächst auf Jerusalem beziehen, so wird es doch im bevorstehenden Krieg als ein weltweites Ereignis in Erscheinung treten. Wir sind so schnell geneigt, alle Strafen und Plagen, die in der Bibel genannt sind, allein auf Israel. zu beziehen und hegen im Innersten die Hoffnung, dass wir doch auch da noch einmal davonkommen würden. Welch ein Irrtum!
Gottes Gerichte warten auf uns. Verkennen wir nicht, dass ein seitheriges Verziehen ein Warten sEiner Liebe gewesen ist. Noch einmal hat er um den unfruchtbaren Baum graben lassen und ihn bedüngt mit Seiner Gnade und Liebe. Gott wartet auf die Frucht der Buße. Nur Buße kann. uns n och retten. (Joe 2:12-14): "Doch spricht auch jetzt der Herr: Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, m it Klagen! Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider, und bekehret euch zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und ihn reut bald der Strafe. Wer weiß, es mag ihn wiederum gereuen und er mag einen Segen hinter sich lassen, zu opfern Speisopfer und Trankopfer dem Herrn, eurem Gott".
Übrigens wird es keine Prophetie mehr geben, die über den Rahmen der Schrift hinausgeht. Was es für uns Erdenmenschen zu wissen gilt, ist alles schon vorausgesagt. Es ist jedoch oft so verschlüsselt, dass nur dann, wenn Gottes Zeit da ist, das Verständnis für die jeweilige prophetische Aussage geschenkt wird (Dan 12:8+9).
"O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort!"
Gedicht
- D e r P r o p h e t
- D e r P r o p h e t
- Die Zeit zerreißt
- und aus dem jähen Spalt
- der Ewigkeit fällt Feuer über dich.
- Du warst wie wir.
- Der Tag war dir nicht fremd,
- der deinen Händen harte Schwielen schuf.
- Nur in der Liebe warst du brennender.
- Wir wussten's nicht.
- Dann bog dich eine Last
- und deine Lippen wurden hart und schmal.
- Es kam die Nacht
- - doch nein - es kam der Tag,
- der für uns alle noch im Kommen ist,
- denn unter deiner Schau entstanden Völker
- und sanken hin.
- Auch deines Volkes Weg war unverhüllt
- Es wies ihn eine Hand.
- Du sollst ihn sehn - du musst!
- Das ist die Last!
- Und Worte rauschen über deine Seele,
- dass sie dein Mund nur lallend formen kann;
- so schwer sind sie.
- Ein Engel aber rührt die Zunge dir
- und Gott gibt dir Befehl "Nun sprich!"
- Die Zeit zerreißt.
- Dein Wort ist nur ein Schrei.
- Das Herz der Könige hat Gott verstockt
- und unaufhaltsam geht es in's Gericht.
- L. K.
- L. K.
V. Zwei große Trübsale
1. Kein Gotteskind ohne Trübsal
Unser HERR JESUS hat für die Endzeit viele Trübsale vorausgesagt, von welchen auch die Gläubigen nicht verschont werden sollen. Die Apostel Paulus und Barnabas bestätigen das, wie wir in Apg 14:22b lesen. Sie wiesen darauf hin, "dass wir durch viele Trübsale ins reich Gottes eingehen müssen" Zugleich aber werden wir getröstet durch die Worte im 2. Korintherbrief (2Kor 4:17): "Unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige, über alle Maßen wichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht schauen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare, denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig". Und in Röm 5:3 heißt es weiter "wir rühmen uns auch der Trübsale". Trübsal ist wichtig für die Entwicklung des inneren Menschen. Sie treibt uns zu Gott hin, welche Erfahrung auch ich in meinem Leben gemacht habe. Je mehr Trübsal, die wir um Jesu willen leiden, desto mehr Herrlichkeit haben wir zu er warten. Fürchten wir uns daher nicht "vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht zu töten vermögen". Es steht alles unter Gottes Kontrolle. Er macht uns zu "Auserwählten im Ofen des Elends", lässt uns aber dabei nicht umkommen. Deshalb kann Petrus in Prophetischer Schau in seinem ersten Brief (1Petr 1:5-6) die Gemeinde so wunderbar trösten: "Wenn die Endzeit anbricht, dann werdet ihr Jubeln, die ihr jetzt, wo es sein muss, noch ein wenig durch allerlei Versuchungen Leid erfahren müsst".
2. Göttliche Gerichte
Unser HERR JESUS bringt für die Gefahren der Endzeit und für die Errettung der Gotteskinder in Lk 17:24-30 zwei Beispiel göttlicher Gerichte: "Denn wie der Blitz beim Aufblitzen von einem Ende bis zum anderen unter dem Himmel hin leuchtet, so wird des Menschen Sohn an seinem Tage überall sichtbar sein. ... Und wie es zur Zeit Noahs war, so wird es auch in den tagen des Menschensohnes zugehen. Sie aßen, sie tranken, heirateten und ließen sich heiraten, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. Dann kam die Sintflut und raffte sie alle dahin. Ähnlich ging es zu Lots Zeiten. Die Menschen aßen, tran vom Himmel und raffte sie alle dahin. Genaus so wird es sein an dem Tage, wenn des Menschen Sohn offenbart wird". Bei ersten Hinsehen scheinen beide Ereignisse ein und dasselbe Schema zu haben. Doch bei näherem Betrachten finden wir beachtliche Unterschiede, die für die Beurteilung der Zeit, in der wir stehen, sehr ausschlaggebend sind.
3. Was bedeutet 1. Auferstehung?
Allgemein ist man der Ansicht, dass die Entrückung, wie sie in 1Thes 4:13-18 beschrieben ist, ein alle gläubige umfassendes geschehen sein wird, das sich zur Zeit der letzten Posaune ereignet. Wie ich schon in meiner früheren Niederschrift "Die Endzeit" erwähnte, ist der Begriff der letzten Posaunen (1Kor 15:52) sehr umstritten, da man im Urtext auch "beim letzten Ton einer Posaune" lesen kann. Was für eine Posaune das ist, sagt uns genau 1Thes 4:16, nämlich "die Posaune Gottes". Wenn wir das Gleichnis von den 10 Jungfrauen (Mt 25:1-13) aufmerksam lesen - worauf ich im Kapitel VI eingehen - und die verschiedenen Tage des Menschensohnes (Lk 17:22) in betracht ziehen, dann kommen wir im Vergleich zu weiteren Bibelstellen zu dem Schluss, dass die erste Auferstehung in mehreren Phasen stattfindet.
4. Erstlings- und erste Auferstehung
Wir unterscheid zwei Hauptgruppen, nämlich
a) die Auferstehung der Erstlinge und
b) eine zweite Hälfte, die Auferstehung der Ersten.
Das Ganze umfasst den begriff der "ersten Auferstehung."
a) Die Erstlingsauferstehung
Die Auferstehung der Erstlinge begann gleich nach der Auferstehung JESU als Vorausauferstehung (Mt 27:51-53): "Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei sStücke von oben bis unten; und die Erde erbebte, Felsen klafften auseinander, Gräber öffneten sich und viele Leiber von entschlafenen Heiligen standen auf. Und n ach seiner Auferstehung kamen sie aus den Gräbern hervor und gingen in die Heilige Stadt und erschienen dort vielen". Sie setzt sich in einzelnen Phasen bis zum heutigen Tag fort, wovon mir selbst einige Zeugnisse bekannt sind. (Näheres darüber auch in der Schrift von Schuler "Vorausauferstehung"). Nach ihr sehnt sich der Apostel Paulus, wenn er in seinem Brief an die Philipper Phil 3:10-15a, besonders aber in Vers 11 schreibt: "Ob ich wohl jene Auferstehung (Herausaufersthung aus den Toten heraus) erreich, zu der nur eine Auswahl aus den Toten gelangen soll".
Zum besseren Verständnis dieser Frage sei noch Folgendes bemerkt. Der 1. Thessalonicherbrief ist früher geschrieben als der Philipperbrief. Dort tröstet der Apostel Paulus in 1Thes 4:15 die Gemeinde mit den Worten: "Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, dass wir, wenn wir bis zur Wiederkunft des Herrn am Leben bleiben, den Entschlafenden keinesfalls zuvorkommen werden". Paulus ist sich also gewiss, dass er samt den Thesslonichern und natürlich auch den Gläubigen aus den anderen Gemeinden bei der 1. Wiederkunft des Herrn entrückt werden wird. Er kann sich also im später geschriebenen Philipperbrief nicht wieder ungewiss sein, um sich selbst zur fragen, ob er überhaupt zur Entrückung kommen würde. Es muss sich demnach um eine besondere Auferstehung handeln, die eine bevorzugtere Stellung gegenüber der Entrückung von 1Thes 4:13-18 einnimmt. Paulus, als dem Haushalter der Geheimnisse Gottes (1Kor 4:1), wurde nicht alles auf einmal offenbart. Er wurde von einer Klarheit. zur andern geführt, wie wir das auch bei prophetischen Männern des alten Bundes finden. In der schon erwähnten Schriftstelle 1Thes 4:13-18 kommt die Ausauferstehung der Erstlinge aus den Nationen am Tage JESUS CHRISTI zum Abschluss.
Zur Erstlingsauferstehung gehört noch eine zweite Gruppe, was meist übersehen wird, nämlich die in Offb 7:1-8 versiegelten Erstlinge aus Israel, wobei alle 12 Stämme erwähnt werden. Es gibt viele Schriftausleger, die diese Versiegelung auf alle Gläubigen übertragen wollen und dabei ganz vergessen, dass das in der Endzeit wiederhergestellte Israel erst infolge des 3. Weltkrieges seine geistliche Stellung wiedererlangt. Darüber ausführlicher in VII. Kapitel dieser Niederschrift.
Während die Erstlinge aus den Nationen schon in der Herrlichkeit sind (Offb 7:9-17), müssen dies aus Israel noch durch die Posaunengerichte hindurch. Erst in Offb 12, zur Zeit der siebenten Posaunen (Offb 11:15) werden sie aus dem wiederhergestellten Israel, dem Sonnenweib (Offb 12:15) geboren und erscheinen sehr bald danach in Offb 14:1-5 auf dem Berge Zion. Dass es sich dabei auch um eine Entrückung handelt, lesen wir in Offb 12:5b: "Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron".
b) Die Auferstehung der Ersten
Nachdem die Erstlinge hinweggenommen sind, kommt noch eine zweite Gruppe von Auserwählten, die dazu bestimmt ist, durch die antichristlichen Trübsale hindurchzugehen. Vielleicht gehören auch jene dazu, die in Mt 25 als unkluge Jungfrauen bezeichnet werden und nach den Versen Mt 25:11+12 von der Hochzeit ausgeschlossen sind. Sie müssen durch die Dunkelheit der antichristlichen Trübsale hindurch, wie wir sie in Offb 20:3 als solche finden, die als Märtyrer sterben mussten, weil sie weder das Malzeichen noch die Zahl des Tieres angenommen haben. Sie kommen jedoch nicht zu kurz, sondern werden nach Offb 20:6 zum Anbruch des Tausendjahrreiches auferstehen. Ihnen ist vorbehalten, in der dann bevorstehenden Heilszeit mit Christus auf dieser Erde tausend Jahre zu herrschen und. zu regieren.
Erst in Offb 20:11-15 erfolgt dann die Auferstehung aller Menschen, aller Zeiten, zum jüngsten Gericht.
5. Zwei große Trübsale
Jede dieser Auferstehungen ist in Katastrophen eingebettet, wovon wir jetzt nur 2 betrachten wollen und zwar:
a) Die erste große Trübsal. Sie wird eingeleitet durch die jetzige Zeit, die den Tagen Noahs entspricht und die mit der Erstlingsauferstehung der Gläubigen aus den Nationen am Tage JESU CHRISTI (1Thes 4:13-18) endet, während der Katastrophe des 3. Weltkrieges (Offb 6:16+17).
b) Die zweite große Trübsal. Sie wird eingeleitet mit einem Zustand wie sie den Tagen Lots in Sodom entspricht und endet mit dem Abschluss der ersten Auferstehung (Offb 20:6) am Tage des Herrn. Gleichzeitig wird das welt- und Völkergericht (nicht das jüngste Gericht) nach Offb 19:11-16 über die gottlose Menschheit hereinbrechen.
Dabei nehmen wir in Betrachtung von Lk 17:25-30 (siehe oben unter 2.) zwei Unterscheidungen wahr, die wir als zwei große Trübsale im einzelnen behandeln wollen.
a) Die erste große Trübsal
Die Tage Noahs entsprechen der jetzigen Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und enden mit dem dritten Weltkrieg, dessen Beschreibung wir im sechsten Siegel (Offb 6:12-17) finden, nämlich in einer weltweiten kosmischen Katastrophe, die ich in Kapitel VIII näher beschreiben werde. Wie zur Zeit Noahs ist jetzt noch eine Verkündigung des Evangeliums möglich. Noah konnte noch 120 Jahre lang predigen (1Mo 6:3), wenn auch mit wenig Erfolg, denn die Gleichgültigkeit Gott gegenüber war groß. Dafür interessierte man sich viel mehr für okkulte dinge. Man pflegte Umgang mit der Geisterwelt (1Mo 6:1-4). Die söhne Bottes (vermutlich gefallene Engel) verbanden sich mit den Töchtern der Menschen. Gewisse Gesetze und Ordnungen gab es noch, Man freite und ließ sich freien; d. h. man frage weder Gott noch Menschen, wenn man zum Ehepartner erwählen soll. Außer Essen und trinken gab es kein weiteres Verlangen, jedenfalls keines, das geistlicher Art gewesen wäre.
Genauso ist es heute. Es wird gepredigt und wenigstens in der westlichen Welt wir keiner daran gehindert. Zugleich blüht der Okkultismus in einem Maße wie noch nie. Auch freit man. und lässt sich freien, ohne Gott zu fragen (in keiner Zeit gab es so viele Ehescheidungen wie jetzt). Und wenn man genug zu essen und zu trinken hat, d.h. wirtschaftlich gesichert ist, dann ist man einigermaßen zufrieden bei völliger Gleichgültigkeit gegen Gott und blindsein für die Zukunft. Nur eine verhältnismäßig kleine schar merkt es, wo wir stehen und wie nahe das Verderben ist. Kaum einer will es glauben, dass über Nacht der dritteWeltkrieg kommt, der alles, was an Katastrophe je über die Erde ging, an Grausamkeit und Zerstörung übertreffen wird.
b) Die zweite große Trübsal
Die Tage Lots waren jedoch anderer art. Der Handel blühte, man kaufte und verkaufte, pflanzte und baute, denn in der fruchtbaren Jordanebene (1Mo 13:10-11), wo heute das tote Meer ist, gedieh alles aufs beste. Und wir wissen es ja aus eigener Erfahrung, wohin ein Volk durch ein Wirtschaftswunder kommen kann. Darum gab es zum Schluss dort keine Moralgesetze Mehr. Jeder lebte wie er wollte. Homosexualität und das, was man heute Sodomie nennt, waren erlaubt.
Genauso wird es sein, wenn der Antichrist kommen wird. Nach dem dritten Weltkrieg, wo alles zerstört sein wird, wird noch mehr gepflanzt und gebaut werden als je zuvor. Man glaubt sich endlich sicher, dass nun kein Krieg mehr kommt. Die ganze Welt wird sich vereinigen in Erwartung eines neuen Zeitalters (siehe auch meine angebotene Schrift "Das letzte Reich"). Die Hochreligionen werden sich nach dem Muster der Bahai (deren bedeutendster Tempel jetzt schon in Israel steht) zusammenschließen in Erwartung des kommenden Messias, die entmythologisierten Christen den Christus nach dem Fleisch, die Buddhisten, Hinduisten und Moslems den großen Menschheitsführer. Und alle sind sich eins, dass es nur einer sein kann, ein Mensch mit einer außerordentlich hohen Intelligenz und einem großen Verständnis für soziale Gerechtigkeit. Plötzlich wird er da sein und eine Zeit heraufführen, die nach der Vorstellung vieler noch nie gewesen ist. Alle Welt ist froh und achtet ihn. hoch. Da ist dann der Augenblick gekommen, wo er sich zu einem feierlichen Akt nach Jerusalem begibt, um dort im Tempel als Weltherrscher proklamiert zu werden (2Thes 2:3-4): "... zuerst muss der Abfall kommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit, muss auftreten, der Sohn des Verderbens, der sich gegen alles erhebt und über alles stellt, was Gott oder Gottesdienst heißt; der sich sogar in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott" Nach diesem Akt wird er die Zeitrechnung nach Christi Geburt aufheben und ebenso die bis heute bestehenden Sitten- und Moralgesetze, wie wir sie nach den 10 Geboten in 2Mo 20 kennen, siehe auch Dan 7:25. Eine neue Weltordnung tritt in Kraft nach den Vorstellungen des Buddhismus "Was da lebt (ob Mensch oder Tier) ist dein Bruder". Das klingt sehr edel und scheint die Menschheit in einen paradiesischen Zustand zu versetzen. Doch wie zu Sodom hat nun die Sünde freien lauf. Keiner fragt mehr n ach Gott und seinen Geboten. Ein großer, nie gekannter Freiheitswahn wird herrschen, mit welchem aber ein wahres Gotteskind nicht einverstanden sein kann. Darum wird sich eine kleine Schar standhafter Christen diesem Geschehen entgegenstellen, worauf sie von allen Menschen boykottiert und verfolgt wird. Wie es ihnen weiter ergeht, erwähne ich am Ende dieser Betrachtung.
Hernach kommt für den Antichristen und sein reich das verderben, das über ihn beschlossen ist, in Form von furchtbaren Naturkatastrophen (Offb 15 u. Offb 16). Sie enden mit einem schrecklichen Akt göttlichen Gerichts, nämlich der Schlacht bei Harmagedon (Offb 16:16).
6. Zwei verschiedene Errettungen
Entsprechend den beiden erwähnten endzeitlichen Situationen, welche die Menschen zum Bericht führen, wird zu den gegebenen Zeiten auch die Errettung der Gläubigen sein.
a) Vertikale Errettung
Als Noah in die Arche ging, schloss der HERR hinter ihm zu (1Mo 7:16). Niemand konnte mehr hinein. - Wenn der HERR um die Mitternachtsstunde (Mt 25:6) kommen wird, werden ihn nur die klugen Jungfrauen in das hochzeitliche Haus begleiten können (Mt 25:10). Die anderen stehen draußen vor der Tür und rufen: "Herr tu uns auf!", worauf die Antwort kommt: "Ich kenne euch nicht!" - und so wie die Wasser, welche die Arche hochtrugen (1Mo 7:17) und gleichzeitig die Sünder untergehen ließen (1Mo 7:21-23), wird bei dem Kommen JESU in die Lufthimmel die Gemeinde IHM entgegengerückt (1Thes 4:17). Dort ist sie geborgen und preist die Barmherzigkeit Gottes (Offb 7:9-17). Sie ist das Aufhaltende und der Heilige Geist in ihr (2Thes 2:6+7), das nun hinweggetan ist. Darum bin ich auch der Auffassung, dass sie nicht vor, sondern zu Beginn der kosmischen Katastrophe, die ich in Kapitel VIII schildere, während des dritten Weltkriegs heimgeholt wird. Dann wird der Teufel mit seinen Dämonen, der bis dahin in dem Lufthimmel herrschte (Eph 2:2b und Eph 6:12), von dort auf die Erde gestürzt und dann wird es heißen (Offb 8:13). "Weh denen, die auf Erden wohnen, denn der Teufel kommt zu euch und einen großen Zorn, dieweil er wenig Zeit hat". Deshalb müssen die Erstlinge aus Israel versiegelt werden (Offb 7:3-8), damit sie vom Satan nicht angetastet werden können.
b) Horizontale Errettung
Ganz anders als Noahs Errettung war die Errettung Lots. Während Noah in eine Arche hineingeführt wurde, musste Lot aus seiner Stadt heraus und alles hinter sich lassen. - Auf gleiche Weise wird die zu antichristlicher Zeit lebende Endzeitgemeinde von Gott aus der weltweiten Ökumene, der Hure, der Babylon, der Abfallskirche herausgeführt. Wie wir in Offb 18:4 lesen, wird den Gotteskinder mit gewaltiger Stimme zugerufen, Babylon zu verlassen. "Gehet aus von ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden, auf dass ihr nicht etwas von ihren Plagen empfanget". - Andere sind schon zuvor (Offb 12:6) untergetaucht. Nachdem der Antichrist den Bund mit der Kirche gebrochen hat (ähnlich wie in Dan 11:32) und Babylon (Offb 17) die große Ökumene gefallen ist (Offb 18), erreicht die Verfolgung der dann noch lebenden Gotteskinder ihren Höhepunkt (Dan 11:33-36). Wie Lot aus Sodom herausgeführt wurde, wie wir in 1Mo 19:12-23 lesen, so wird die Endzeitgemeinde der antichristlichen Zeit vor der Katastrophe und Untergang, die über den Antichristen und sein Heer hereinbricht, bewahrt (Offb 13:10 und Offb 14:12), bis der HERR selbst eingreift und mit der Schar seiner Heiligen vom Himmel kommt (Offb 19:11-16). Zu jener Zeit (Sach 14:3+4) werden Jesu Füße auf dem Ölberg zu Jerusalem stehen, wo er das Völkergericht halten wird.
War die Errettung der Erstlinge, der klugen Jungfrauen, am Tage JESU CHRISTI eine vertikale, nach oben gehende, wie dies bei Noah der Fall. war, so ist die Errettung der übrig gebliebenen Gläubigen, die durch die große antichristliche Trübsal gehen müssen, am Tage des HERRN eine horizontale. Nach Offb 20:6: "werden sie mit CHRISTUS als Priester Gottes mit ihm tausend Jahre regieren". Weiteres hierüber in Kapitel VI "Seligkeit oder Herrlichkeit".
VI. Seligkeit oder Herrlichkeit
Röm 10:10: "Denn so du mit deinem Munde bekennst JESU dass ER der HERR sei und glaubst in deinem Herzen, dass IHN Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn so man von Herzen glaubt wird man gerecht und so man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet". Wie wird man also selig? Durch zweierlei Dinge, nämlich durch Glauben und Bekennen.
Das ist aber erst der Anfang, bei welchem viele stehen bleiben. "Ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen" (Hebr 12:14). Man wird zwar gerettet, wenn man glaubt und bekennt, aber man gelangt nicht zur Entrückung oder zur ersten Auferstehung, bei welcher man den HERRN sehen wird. Gerettete Menschen gehen nicht mehr verloren. Sie kommen nach ihrem Abscheiden aus dieser Welt als Selige ins Paradies. Zur himmlischen Vervollständigung gehört aber auch ein Leib, den der Selige im Paradies noch nicht hat. Deshalb sagt JESUS: "Ich bin die Auferstehung und das Leben", die Auferstehung was den Leib betrifft und das Leben, was den inwendigen Menschen betrifft. Selig gewordene Menschen, das heißt solche, die durch die Gnade Gottes gerade gerettet worden sind und von einer Heiligung nichts wissen, bekommen ihren Auferstehungsleib erst am jüngsten Tag. Sie müssen also mindestens 1000 Jahre warten plus jener Zeit, die wir noch bis zum Abschluss dieses Äons durchleben müssen. Das mag die Ursache sein dafür, dass Martin Luther "vom lieben jüngsten Tag" spricht und dass man in unseren Landeskirchen weithin nichts von einer früheren Erlösung weiß. Es schien den lieben Glaubensvätern zur Zeit der Reformation dieses Ziel wohl zu hoch, als dass sie es erwähnen wollten.
Heute sind wir in den Kreisen der Gläubigen weithin in einer anderen Gefahr. Es wird gelehrt, dass alle, die den HERRN JESUS. angenommen haben, zur Entrückung oder zur ersten Auferstehung gelangen. Dadurch geraten viele in eine falsche und gefährliche Sicherheit. Hüten wir uns vor einer solchen, indem wir Gottes Güte und ernst betrachten. Nicht umsonst mahnt der Apostel Paulus in Phil 2:12: "Schaffet, dass ihr ihr selig werdet mit Furcht und Zittern". Zum Herrlichwerden bedarf es viel mehr, weshalb wir der Heiligung nachjagen sollen (Hebr 12:14). Dennoch hängt alles von Gottes Erbarmen ab, wie wir in Phil 2:13 lesen: "Denn Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen"
Suchen wir nach unserer Bekehrung durch einen gerechten Wandel und mit guten WerkenSott wohlzugefallen, so suchen wir nach unserer Heiligung nur noch das Wohlgefallen unseres HERRN JESU zu erlangen. Demnach unterscheiden wir zwei Stufen unserer inneren Entwicklung und zwar:
- Unsere Abwendung vom Bösen mit dem Ziel, durch gute Werke Gott zu gefallen,
- aber die Abwendung von allen guten Werken und Bemühungen, mit dem einen Ziel, nämlich einer völligen Willenseinigung mit unserem himmlischen Vater.
Aus der Verbindung mit unserem HERRN JESUS nach seinen Worten: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben", kommt jede Frucht von ganz allein und wo Frucht ist, da sind auch die Werke, die von Gott gewirkt sind.
Noch ein weiteres Wort möchte ich für die Unterscheidung von Seligkeit und Herrlichkeit anführen, damit wir über diesen begriff völlige Klarheit bekommen: In Offb 20:6 - was wir in frühen Kapiteln schon erwähnt haben - lesen wir: "Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über solche hat der andere tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre". Hier sehen wir erneut, dass für die Herrlichkeit der ersten Afuerstehung zwei voraussetzungen erforderlich sind und zwar, wie schon gesagt:
- Die Seligkeit oder Errettung,
- die Heiligung
Letztere ist als Ganzhingabe an den HERRN JESUS zu verstehen. Sie bedeutet nichts anderes, als ein lebendiges Glied an seinem Herrlichkeitsleib geworden zu sein. Wie wichtig ist es daher, zu beachten, was in Kol 3:4 geschrieben steht: "Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was auf erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christo in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet ihr auch offenbar werden mit IHM in der Herrlichkeit". Nur durch ein völliges Hinwegwenden unserer sinne von dieser Welt auf die ewige Welt und ein sich stetiges Orientieren auf unseren HERRN JESUS hin, kommen wir dem Ziel unserer Heiligung näher. In Kol 3:3 wird das als ein Abgestorbensein für die Welt und ein Hineingeleibtwerden in Christo bezeichnet. Das eigene Leben, das Ichleben, muss unter die völlige Herrschaft des Liebeswillens JESU gelange, so dass ER in Wort und Werk und allem Wesen sich an uns und durch uns offenbaren kann. Da merken wir sehr deutlich, was uns noch alles fehlt. Wieviel Eigenwille, Lieblosigkeit und Bosheit unseres Herzens trennt uns von solchem Ziel. verstehen wir noch den Apostel Paulus, wenn er sich, wie er schreibt, Faustschläge versetzt, damit das alte böse Wesen in ihm nicht wieder zur Herrschaft kommt.
Heilige sind Könige und Priester Gottes, die im Heiligtum der Stiftshütte oder des Tempels ihre Heimat haben. Sie leben nichtmehr sich selber, sondern sind zum Dienst an andern bestellt. Die Herrschaft Gottes besteht selbst immer im Geben und Dienen, denn aus Seiner Fülle haben wir alle Gnade und Gnade genommen (Joh 1:6). Das ist der Grund, dass wir überhaupt dienen können. Göttliches Leben, das ist Leben aus IHM selber, ist ein überströmendes Leben (Joh 4:14b). Das entspricht ganz dem Thema der Herrlichkeit, denn das Wort Herrlichkeit steht im Grundtext der Bibel als "Doxa“ und bedeutet soviel wie Ausstrahlung.
Je näher wir bei JESUS sind, desto größer wird die Kraftwirkung seines Wesens durch uns hindurch. Es gibt verschiedene Herrlichkeitsstsufen. In 1Kor 15 lesen wir zum vergleich etwas über die Ausstrahlungen von Sonne, Mond und Sternen. Allen ist das Leuchten gegeben als ein Licht von seinem Lichte.
Das Thema "Seligkeit oder Herrlichkeit", hat jetzt in der Endzeit eine besondere Bedeutung. Richtungsgebend ist uns dabei das Gleichnis von den zehn Jungfrauen, wie wir es in Mt 25:1-13 lesen: "Dann (wenn sich Mt 24 erfüllt) wird das Himmelreich gleich sein 10 Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen. und ausgingen - dem Bräutigam entgegen. Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. Die törichten nahem wohl ihre Lampen, aber sie nahmen weiter kein Öl mit. Die klugen jedoch nahmen außer ihren Lampen noch ÖL in ihren Gefäßen mit sich. Als nun der Bräutigam länger verzog, wurden sie alle schläfrig und schliefen ein. Zur Mitternacht aber erhob sich ein Geschrei: "Sieh, der Bräutigam kommt! Geht aus ihm entgegen!" Da erwachten die Jungfrauen alle und setzten ihre Lampen instand. Da sagten die törichten zu den klugen: Gebt uns etwas von eurem Öl; denn unsere Lampen verlöschen! Die klugen antworteten: Nein! Es reicht nicht für uns und euch. Geht lieber zu den Kaufleuten hin und kauft für euch ein.
Während sie aber hingingen, um einzukaufen, kam der Bräutigam. Und die, welche bereite waren, gingen mit ihm zu Hochzeit ein; die Tür aber wurde verschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und baten: Herr, Herr, öffne uns! Er aber antwortete ihnen: Fürwahr, ich sage euch: Ich kenn euch nicht! Darum wacht; denn ihr wisst weder Tag noch Stunde (da des Menschen Sohn kommen wird!) -
Dieses Gleichnis bezieht sich auf das Ende unseres Zeitalters. Darum fängt es mit dann oder mit alsdann an. In der Auslegung bedeutet die Braut das Volk Israel. Sie wird in diesem Gleichnis nicht erwähnt. Nur ihre Gespielen, die zehn Jungfrauen, erscheinen hier als eigentlicher Mittelpunkt der Geschichte. Wie wir wissen, ist 10 die Zahl der Fülle, (denken wir an die 10 Gebote). Mit 100 Jungfrauen sind alle Berufenen und Heiligen aus den Nationen gemeint. - Nach orientalischem brauch ziehen die Brautjungfern mit Licher in der Nacht dem Bräutigam entgegen, um ihn ins Haus der Braut zu geleiten. Wie wir in diesem Gleichnis sehen, kommen also die Jungrauen früher mit dem Bräutigam zusammen, als dies beider Braut der Fall ist. So ist das auch mit den Gläubigen aus den Nationen. Sie kommen früher mit JESUS zusammen, als die Gläubigen aus den Juden. Das ist auch nötig, denn sie sollen ja zuvor mit Christus zu einer Einheit verschmelzen, um mit ihm (als Glieder von ihm, dem Haupt) den Bräutigam darzustellen, damit, wenn die Braut, das ist Israel, kommt, die himmlische Hochzeit stattfinden kann.
Zu jener Zeit, als JESUS dieses Gleichnis seinen Jüngern erzählte, war ihnen och vieles verborgen. Sie hätten es nicht ertragen, wenn man ihnen gesagt hätte, dass Israel für eine lange Zeit auf die Seite gesetzt wird, damit die Fülle aus den Nationen in das himmlische Reich Eingang finden kann (Röm 11:25). Zwar hat ER angedeutet, dass ER noch andere Schafe hat, die nicht aus dem israelischen Schafstall sind und dass ER diese auch hinzuführen werde, damit am Schluss eine Herde unter einem Hirten sei (Joh 10:16). Aber es war, wie gesagt, noch ein verborgenes Geheimnis, das erst durch den Apostel Paulus, dem Haushalter der Geheimnisse Gottes, geoffenbart werden sollte.
Der geheimnisvollen Wiederkunft unseres HERRN JESU , welche die Entrückung oder die Hinwegnahme der Gläubigen in sich schließt (1Thes 4:13-18), gehen zwei für uns beachtenswerte Dinge voraus:
- Das Schläfrigwerden aller Jungfrauen, bzw. aller Gotteskinder und
- der gewaltige Weckruf: "Siehe, der Bräutigam kommt; gehet aus, ihm entgegen".
Diese beiden Dinge wollen wir näher miteinander betrachten.
Durch den Weckruf aufgeschreckt stehen alle Jungfrauen oder Gotteskinder eiligst auf und setzen ihre Lampen instand. Das bedeutet, dass der Weckruf aufgenommen und weitergegeben wird. JESU Befehl lautet für alle Gotteskinder (Mt 5:16): "Lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie ... sehen",. Früher ging es um das Sehen der guten Werke, die auf. Gott hinweisen sollten. Heute geht es um das Sehen der gegenwörtigen Zeit. Das prophetische Wort ist ein Licht, das (wie ich schon ausführte) an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in den Herzen aufgeht. Der anbrechende Tag des HERRN JESUS und er aufgehende Morgenstern in den Herzen der klugen Jungfrauen das wunderbare Echo ihrer Liebe zu IHM.
Aber nun stellt sich heraus in der Dunkelheit unserer gegenwärtigen Weltzeit, dass die Lichtkraft bei der Hälfte der Gotteskinder nicht ausreicht. Die Lampen der unklugen Jungfrauen verlöschen. Was ist die Ursache? Sie hatten kein Öl in ihren irdenen Gefäßen. Es fehlt die Salbung. Durch die Salbung, welche in alten Zeiten durch den Priester vollzogen wurde, wurden Menschen und Gegenstände für Gott geheiligt. Im Neuen Testament sind durch die Salbung des Heilgen Geistes die Leiber der Gotteskinder zu seinem Eigentum versiegelt. Die törichten Jungfrauen haben jedoch ihre Leiber, und damit auch ihr Seelenleben Gott nicht völlig ausgeliefert. Dieser Umstand bringt für sie einen nicht wieder gutzumachenden Schaden. Es kann in letzter Minute nicht nachgeholt werden, was seither versäumt wurde. Sie kommen zu spät, denn inzwischen kommt der Bräutigam. Ihr Mühen, sich das nötige Öl zu beschaffen, ist umsonst. Und wie sie zuletzt nach erfolgloser Suche an de rTür des festlichen Hause anklopfen, finden sie dieselbe verschlossen. Das ist göttliche Konsequenz, die durch keine Überredungskunst gelockert werden kann.
Wir wollen uns daher keiner Täuschung hingeben. und nie und nimmer auf unserer Bekehrung ausruhen, sonst werden wir jämmerlich zuschanden. Viele bummelnde Christen unserer Zeit verlieren ihre Herrlichkeit, die Gott auch für sie in Aussicht gestellt hat und kommen dadurch in die schrecklichen Gericht und Katastrophe der nahen Zukunft. Nur noch eine Hoffnung gibt es für sie, indem sie in der antichristlichen Zeit, in die sie nun hineinkommen als Märtyrer und Blutzeugen ihr Leben für JESUS dahingeben (Offb 20:4) So kommen sie wenigstens am Abschluss dieses Äons (Zeitalters) zur ersten Auferstehung, um mit Christus 1000 Jahre zu herrschen und zu regieren.
Die bereit waren, gingen mit IHM zur Hochzeit. Dieses "Mit-Jesus-Sein" wird, wie schon erwähnt, bei der Hochzeit zu einem "In-JESUS-sein".
Wie wird man bereit? Wie erlangt man die Heiligung? Dafür gibt uns das Sendschreiben in Offb 3:7-13 Aufschluss: "Und dem Engel der Gemeinde zu Philadephia schreibe: Dies sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der da öffnete, ohne dass niemand wieder zuschließen könnte, und der so zuschließt, dass niemand wieder zu öffnen vermag: Ich kenne deine Werke. Siehe, ICH habe es gegeben, dass vor die eine Tür offen ist, die niemand zuschließen kann, denn du hast eine kleine Kraft, hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet... Weil du hast meine Mahnung, in Geduld auf mich zu warten, bewahrt, will ich auch dich bewahren aus der Stunde der Versuchung (und Prüfung), die über den ganzen Weltkreis kommen wird, um die auf der Erde Wohnenden zu versuchen. Ich komme bald! Halte, was du hast, damit dir niemand deine Krone nehmen ..."
Die wichtigsten Stellen, die sich auf die klugen Jungrauen beziehen, sind fett geschrieben. Des Raumes wegen will ich keine Auslegung vornehmen. In gleicher Weise muss man das Sendschreiben an die Gemeinde zu Laodicäa (heißt Vollksgerechte) als Gleichnis für die unklugen Jungfrauen betrachten.
Beide gehen dem Tag JESU CHRISTI entgegen, wo die einen angenommen und die anderen verlassen werden. Nur wenige merken den geheimen und dünnen riss, der mitten durch die Gemeinden unserer Zeit geht. Wer auf dem Standpunkt der unklugen Jungrau steht, und durch den Heiligen Geist sich zur Buße leiten lässt, kann heute noch hinüberwechseln auf die Seite der klugen Jungfrauen. Bald aber klafft der Riss weit auseinander, so dass keine Möglichkeit des Zusammenkommens mehr besteht.
Seligkeit oder Herrlichkeit, das ist die entscheidende Frage, die uns in nächster Zeit sehr bewegen sollte. Gott weiß es, ich sage die Wahrheit, es eilt dem HERRN. Darum sollte es auch uns eilen. Der HERR kommt bald!
Lies weiter:
VII. Israel - oder Prophetie in der Erfüllung
