Alttestamentliche Bezüge zur Himmelfahrt Jesu Christi
Wichtige alttestamentliche Bezüge
1. Die Aufnahme Elias und Henochs
Die bekanntesten Vorbilder für eine Himmelfahrt sind:
Elia: Er wurde durch einen feurigen Wagen und feurige Pferde in den Himmel aufgenommen, ohne den Tod zu erleiden (2Kö 2:11).
Bedeutung: Dieses Ereignis diente als wichtiges biblisches Präzedenzfall für die leibliche Aufnahme eines Menschen in die himmlische Sphäre, was im Lukasevangelium und in der Apostelgeschichte anklingt (Lk 24:51; Apg 1:9).
Henoch: Es heißt von ihm, dass er "mit Gott wandelte, und er war nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweggenommen" (1Mo 5:24).
Bedeutung: Dies deutet auf eine mysteriöse, wunderbare Aufnahme in die Gegenwart Gottes hin.
2. Psalmen und die Thronbesteigung
Bestimmte Psalmen, oft als messianisch oder Königspsalmen interpretiert, werden im Neuen Testament direkt auf die Erhöhung und Thronbesteigung Christi bezogen:
Ps 110:1: "Es sprach der HERR zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege!"
Bedeutung: Dies ist die meistzitierte alttestamentliche Passage im Neuen Testament und die zentrale theologische Grundlage für die Himmelfahrt, da sie Jesu erhöhte Position zur Rechten Gottes (seine Inthronisation als König und Hohepriester) beschreibt (z.B. in Apg 2:34-35; Hebr 1:3; Mk 16:19).
Ps 68:19: "Du bist in die Höhe gestiegen und hast Gefangene mit dir geführt, Gaben hast du unter den Menschen empfangen..."
Bedeutung: Paulus zitiert diesen Psalm in Eph 4:8 und interpretiert ihn als Hinweis darauf, dass Christus nach seiner Himmelfahrt den Menschen Gaben (den Heiligen Geist und Ämter) gegeben hat.
3. Der Hohepriester und der Große Versöhnungstag (Jom Kippur)
Der Dienst des Hohepriesters im AT weist in der Typologie auf Jesus hin:
Der Hohepriester betrat einmal im Jahr am Großen Versöhnungstag das Allerheiligste, um Sühne für das Volk zu erwirken (3Mo 16).
Der Hebräerbrief interpretiert Jesu Himmelfahrt als den Antitypus dieses Geschehens: Jesus betrat nicht ein irdisches Heiligtum, sondern den Himmel selbst als unser ewiger Hohepriester, um dort mit seinem eigenen Blut vor Gott für uns einzutreten (Hebr 4:14; Hebr 9:11-12; Hebr 9:24).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Himmelfahrt Jesu als die Erfüllung alttestamentlicher Motive der Erhöhung (Thronbesteigung) und der Aufnahme in die Gegenwart Gottes (wie bei Elia) verstanden wird.
