2025-03 - Andachten vom März 2025

Aus Bibelwissen

Hier geht es zur Übersichtstabelle

Samstag, 1. März 2025

Denkt an den Anfang, an das, was schon immer war: Ich bin Gott und keiner sonst, ich bin Gott, und meinesgleichen gibt es nicht.

Jesaja 46,9

Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

Offenbarung 1,8

Der Anfängliche, Unvergleichliche und Zielführende

Der Prophet Jesaja fordert alle auf – insbesondere diejenigen, die auf ihr eigenes Machwerk vertrauen – an den Anfang zu denken, an den, der schon immer da war und somit an den ewigseienden Gott! Jahweh, der HERR, ist derjenige, der alles erschuf und ins Leben rief! Er ist es, der im Anfang das Ende verkündigt (Jes 46:10) und uns dadurch zeigt, wohin „die Reise" geht. Er ist derjenige, der schon immer existierte, noch bevor er „Raum und Zeit" erschuf (Ps 90:2).

Er ist der Lebendige und der einzige Gott, der bleibend rettet (Jes 43:11) und uns bis ins Greisenalter trägt (Jes 46:4) – ganz im Gegensatz zu den lächerlichen Götzen, für die man viel Geld bezahlen muss, um sie herzustellen (Jes 46:6)! Diese Götzen können sich nicht bewegen, nicht hören und nicht antworten; sie können weder retten noch helfen. Man muss sie tragen, und sie sind für das erschöpfte Vieh nur eine Last (Jes 46:1)! In unserer modernen Zeit sind wir Menschen zwar in der Lage, „intelligente Roboter" herzustellen, die vermutlich auch zu Götzen werden – aber sie sind niemals in der Lage, uns zu retten (Ps 146:3-5)!

Heute werde ich auch an den Anfang meines vollzeitlichen Dienstes erinnert, denn heute vor 20 Jahren begann ich als vollzeitlicher Prediger das Wort Gottes zu verkündigen. Im Sommer 2004 sagte mir Charles Reichenbach: „Daniel, du solltest vollzeitlicher Prediger werden – Architekten gibt es genug!" In den darauffolgenden Wochen wurde mir immer klarer: Das war ein Auftrag Gottes (Jer 1:7) – obwohl ich mir nicht vorstellen konnte, wie ich damit meine Familie ernähren sollte, da ich weder von einer Gemeinde noch von einer Organisation angestellt wurde. In unserem ersten Freundesbrief (Oktober 2004) schrieb ich:

"Manchmal wird man ver-rückt, besonders dann, wenn Gott uns von einem Beruf in einen anderen hinein-rückt. Durch die außergewöhnlichen Ereignisse der letzten Wochen hat sich in mir die Entscheidung, in den vollzeitlichen Predigtdienst einzusteigen, verfestigt."

Seit dem 1. März 2005 ist der HERR mein Arbeitgeber! Er sagte mir nicht, wie viel Gehalt ich von ihm bekommen werde, aber er gab mir immer genug – mehr noch: Er gab mir im Überfluss, sodass ich stets großzügig weitergeben konnte (2 Kor 9:8)! Dies geschah, obwohl ich in den letzten 20 Jahren nie jemanden gefragt habe, ob er uns finanziell unterstützen könne. Es war ähnlich wie bei den Arbeitern im Weinberg, die im Laufe des Tages eingestellt wurden und zu denen der Hausherr sagte: „Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist." (Mt 20:4)

Heute darf ich voller Dankbarkeit und Anbetung zurückschauen und bekennen: „Der Gott der Bibel ist der lebendige und ewigseiende Gott, der hält, was er verspricht (4Mo 23:19 / Jos 21:45), der durchträgt, der versorgt, der hilft und der auch wirklich retten kann (Hebr 7:25)! Er ist das A und das O, der Anfang und das Ende (Offb 22:13)! Er ist der Oberste und er ließ sich zum Untersten machen (Phil 2:5-8)! Er ist der Größte, der sich ganz klein machen ließ. Er ist derjenige, der alles umfasst, der schon immer da war und der wieder kommen wird (Offb 1:8)! Halleluja, Amen!"

Sonntag, 2. März 2025

Der HERR erlöste sie, weil er sie liebte und Erbarmen mit ihnen hatte. Er nahm sie auf und trug sie allezeit von alters her.

Jesaja 63,9

Und siehe, zwei Blinde saßen am Wege; und als sie hörten, dass Jesus vorüberging, schrien sie und sprachen: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich unser!

Matthäus 20,30

Der mitleidende Gott

Welche Vorstellungen von Gott bzw. von den Göttern hatten und haben Menschen, die nicht von der Bibel geprägt sind? Diese Frage ist besonders interessant, weil sie den Unterschied zwischen dem biblischen Glauben und anderen Religionen verdeutlicht. Natürlich existieren zu diesem Thema viele unterschiedliche Auffassungen, die stark von den jeweiligen Kulturen abhängen.

In polytheistischen Kulturen wurden Götter oft als eine Vielzahl menschenähnlicher Wesen dargestellt – mit sowohl erhabenen als auch sehr menschlichen und launischen Eigenschaften (Röm 1:22-23). In anderen Religionen verkörpern die Gottheiten eher ein unpersönliches Prinzip (z.B. Brahman), also ein abstraktes, allumfassendes kosmisches Konzept. Bei animistischen Religionen gilt die Natur selbst – in Form von Geistern, Ahnen oder Naturphänomenen – als heilig (Röm 1:25).

Ein persönlicher Gott, der mit den Menschen wirklich mitleidet, ist in diesen Traditionen kaum bekannt – und erst recht kein Gott, der aus Liebe zu uns bewusst Mensch werden und freiwillig für uns leiden wollte (Joh 3:16 / Phil 2:6-8).

In der Bibelübersetzung "Hoffnung für alle" wird Jesaja 63:9 folgendermaßen wiedergegeben:

"Denn wenn sie in Bedrängnis waren, litt auch er. Immer wieder ist er durch seinen Engel zu ihnen gekommen und hat sie gerettet. Er befreite sie damals vor langer Zeit, weil er sie liebte und Mitleid mit ihnen hatte. Er nahm sie auf die Arme und trug sie Tag für Tag."

Wörtlich könnte man auch übersetzen: „In all ihrer Bedrängnis war es ihm eine Bedrängnis". Dieses intensive Mitleiden Gottes wird an mehreren Stellen der Bibel sichtbar! So heißt es in Jer 31:20:

"Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz (w. Eingeweide), dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR."

Das heutige Losungswort ist eine reichhaltige Beschreibung der wunderbaren Eigenschaften Gottes. Er wird hier als der erlösende, liebende, erbarmende, mitgehende, aufnehmende und tragende Gott beschrieben (Ps 103:8-13). All dies zeigt ihn als einen liebenden himmlischen Vater.

Aber sein mitleidendes und erbarmendes Wesen zeigt sich vor allem dort, wo er seinen Sohn in die Welt sandte (Joh 1:14 / 1Jo 4:9-10). Durch den Sohn wurde alles Sichtbare und Unsichtbare geschaffen (Kol 1:16), und deshalb dürfen wir den Sohn Gottes als Schöpfer erkennen, der selbst Mensch werden wollte und der sich aus Liebe zu uns dafür entschied, unsagbar schwere Schmerzen auf sich zu nehmen! Sein Mitleiden beinhaltete nicht nur ein bloßes Lippenbekenntnis, sondern größte Opferbereitschaft (Röm 5:8).

Dass Jesus selbst der Messias ist, zeigte sich auch daran, dass er sich über die Blinden erbarmte und ihnen die Augen öffnete (Mk 10:46-52). Dies wird an mehreren Stellen im Alten Testament bezeugt, so z.B. in Psalm 146:8: "Der HERR macht die Blinden sehend, der HERR richtet die Gebeugten auf, der HERR liebt die Gerechten." (Jes 35:5 / Jes 42:7) Wir haben einen wunderbaren HERRN, der Mitleid mit uns hat. Darum lesen wir in Hebr 4:15:

"Doch er gehört nicht zu denen, die unsere Schwächen nicht verstehen und zu keinem Mitleiden fähig sind. Jesus Christus musste mit denselben Versuchungen kämpfen wie wir, doch im Gegensatz zu uns hat er nie gesündigt." (HFA)

Montag, 3. März 2025

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Psalm 139,23-24

Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt.

Matthäus 7,14

Führe mich auf den Weg, der zum Leben führt

Zu Beginn des 139. Psalms macht David deutlich, dass der HERR um alles weiß, dass er alles sieht und alles umfasst. Vor dem Allmächtigen ist gar nichts verborgen! Er ist im Himmel und auch im tiefen Scheol und somit im „Reich der Toten" (Ps 139:7-8). Er steht über Raum und Zeit, weil er beide erschuf und sie beide umfasst. Darum kennt er alle Details der fernsten Zukunft und Vergangenheit (Ps 139:2-4). So wie für David, so sind diese Erkenntnisse auch für mich zu wunderbar, um sie erfassen zu können (Ps 139:6). Die für uns wichtigste Erkenntnis ist jedoch die Tatsache, dass nur der HERR allein den richtigen Weg zum Ziel kennt.

Das Gebet Davids zeugt von großer geistlicher Reife! Er hat erkannt, dass seine eigene Selbstbeurteilung zu mangelhaft ist, um den richtigen Weg einzuschlagen. Selbstreflexion ist gut und wichtig, aber sie bleibt unzureichend, wenn wir nicht nach Gottes Beurteilung fragen (Spr 28:26). David hatte den Mut, Gott um eine Prüfung zu bitten und ihn korrigierend eingreifen zu lassen, sodass er auf den ewigen Weg gelangt – zu dem lebendigen Weg, der zum göttlichen Ziel führt (Ps 27:11).

Wenn ich mich selbst prüfe, meine ich oft zu wissen, wo meine Schwächen liegen. Gleichzeitig bilde ich mir ein, dass ich mich automatisch auf dem richtigen Weg befände, wenn ich diese Fehler beseitigt hätte! Was für ein Trugschluss! Erstens weiß ich nicht, ob meine bewussten Schwächen in Gottes Augen tatsächlich mein größtes Problem sind (Jer 17:9). Zweitens kann ich meine Fehler nicht aus eigener Kraft beseitigen (Joh 15:5). Und drittens kann ich mich selbst nicht auf den ewigen Weg – der zum Leben führt – leiten (Spr 16:9). Haben wir, wie David, den Mut, um Gottes Prüfung, Korrektur und Leitung zu bitten, damit wir das göttliche Ziel ins Visier nehmen können?

Die Aussage Jesu aus Mt 7:13-14 verunsichert und frustriert so manchen Bibelleser. Jesus erklärt zunächst, dass das Tor, das ins Verderben führt, breit ist und viele Menschen diesen Weg wählen (Mt 7:13). Dem gegenüber stehen nur wenige, die den „bedrängenden Weg" gehen und durch das „enge Tor" schreiten, das zum Leben führt (Mt 7:14)!

Mit dem griechischen Wort „pyle" ist meist ein Stadttor gemeint, durch das man in eine Stadt gelangt. Das „Stadttor", das ins Verderben führt, ist sehr breit, attraktiv und angenehm. Zum engen Stadttor führt zunächst ein schmaler (wörtlich: bedrängender) Weg – also ein Weg, der Selbstverleugnung erfordert (Lk 9:23). Dies gleicht einem Marathonläufer, der während seines Laufs die Bedürfnisse seines Körpers ignoriert, um das Ziel zu erreichen (1Kor 9:24-27). Am Ende dieses Weges ist die Pforte so eng, dass man absolut kein „Gepäck" mit hineinnehmen kann. Alle eigene Ehre, jede selbsterzeugte fromme Gerechtigkeit sowie jede Form der Selbstgefälligkeit muss vor diesem engen Tor abgelegt werden, damit man durch dieses Tor in die ewige Stadt und somit in die Gegenwart Gottes gelangen kann (Phil 3:7-8).

Wenige wollen sich selbst verleugnen, und kaum jemand möchte einen Weg gehen, der mit Bedrängnis verbunden ist (Apg 14:22). Darum wählen viele den anfänglich bequemen Weg der Selbstverwirklichung und entscheiden sich für das Tor, an dem sie ihr eigenes „Gepäck der Selbstgefälligkeit" nicht ablegen müssen. Mit dieser Last kann man jedoch nicht freudig vor das Angesicht Gottes treten. Stattdessen muss man schmerzhaft erleben, wie das „Gepäck der eigenen Ehre" – an dem die Seele noch hängt – vor Gott verbrennen wird (1Kor 3:12-15)!

Der Weg der Selbstverleugnung beinhaltet eine totale Hingabe an Gott, die in diesem Leben mit Bedrängnis verbunden ist, danach aber eine unbeschreibliche Freude zur Folge hat (Röm 8:18). Wahre Hingabe an Gott ist jedoch nur möglich, wenn wir zuvor seine Liebe erkannt haben und wenn wir unseren Herrn Jesus Christus von ganzem Herzen lieben – der sich zuvor für uns hingegeben hat (1Jo 4:19).

Dienstag, 4. März 2025

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

Sacharja 2,14

Als Jesus in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der?

Matthäus 21,10

Mache dich bereit und freue dich, denn der HERR kommt

Wahrscheinlich kennen wir alle das besondere Gefühl, wenn wir einen einmaligen und geschätzten Gast empfangen. Wir verspüren eine große Vorfreude, sind vielleicht etwas aufgeregt oder nervös und treffen alle Vorbereitungen, damit sich der erwartete Gast bei uns wohl fühlt. Auch setzen wir alles daran, uns „im besten Licht" zu präsentieren.

Noch intensiver erlebt dies ein Brautpaar vor seiner Hochzeit, wenn es verbindlich und bleibend zusammenkommt. Die Vorfreude auf das künftige Zusammensein wächst fast ins Unermessliche! In einigen jüdischen Traditionen – besonders in streng orthodoxen oder chassidischen Kreisen – besteht noch die Praxis, dass sich Braut und Bräutigam nach der Verlobung bis zum Hochzeitstag weitgehend voneinander fernhalten, um den besonderen Moment des ersten persönlichen Zusammentreffens am Hochzeitstag zu bewahren. Dies intensiviert sowohl die Sehnsucht als auch die Vorfreude auf den künftigen Partner – manchmal so stark, dass es fast zur Qual wird.

Diese Begebenheiten veranschaulichen sowohl das Empfinden als auch das Verhalten der Gläubigen, die auf den wiederkommenden Herrn Jesus Christus warten. Paulus schreibt den Korinthern: „Denn ich eifere um euch mit Gottes Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um ⟨euch als⟩ eine keusche Jungfrau vor den Christus hinzustellen." (2Kor 11:2) Im Epheserbrief vergleicht Paulus die Beziehung zwischen einem Mann und seiner Frau mit der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde (Eph 5:31-32).

Nach dem babylonischen Exil wurde der Tempel in Jerusalem unter Serubbabel wieder aufgebaut. Dieser Wiederaufbau war stark umkämpft! Deshalb sandte der HERR unter anderem den Propheten Sacharja mit einer Botschaft, um die Juden zur Rückkehr in ihre Heimat und zum Wiederaufbau des Tempels zu motivieren (Esra 5:1-2). Aus dem heutigen Losungstext wird ersichtlich, dass der HERR wiederkommen und bei der „Tochter Zion" – das heißt inmitten der Stadtbevölkerung Jerusalems und somit im Tempel – wohnen wird.

Das erste Kommen Jesu war für die Gemeinde Jesu ähnlich wie das Kennenlernen des Bräutigams bei der Verlobung. Ein Höhepunkt war damals der Einzug in Jerusalem, bei dem die ganze Stadt „bebte" – so lautet die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes „eseisthē". Wenige Tage später bezahlte er den „Brautpreis" (1*), indem er sich am Kreuz von Golgatha opferte (1Kor 6:20 / 1Petr 1:18-19). Darauf folgt nun das sehnsüchtige Warten und Sich-Bereitmachen für den Bräutigam (2*) beziehungsweise den wiederkommenden HERRN (Offb 19:7 / Mt 25:1-13). Freust du dich darauf und bist du bereit?

1* Früher zahlte der Bräutigam (oder sein Vater) den sogenannten Mohar – ein Geschenk an den Vater der Braut –, um die Heirat zu sichern.

2* Es ist mir durchaus bewusst, dass einige Ausleger der festen Überzeugung sind, dass die Gemeinde bzw. der „Leib Jesu" nicht mit der „Braut des HERRN" (Stadt Jerusalem; Jes 61:10 / Jes 62:5 / Joel 2:16) verwechselt werden darf. Wenn jedoch Paulus die Korinthergemeinde mit einer keuschen Jungfrau vergleicht (2Kor 11:2) und den Ephesern schreibt, dass die Ehefrau ein Bild für die Gemeinde Jesu ist, dann kann man zumindest den „weiblichen Status" des Leibes Jesu nicht leugnen!

Mittwoch, 5. März 2025

Eure Sünden haben des HERRN Angesicht vor euch verdeckt, so dass er nicht hört.

Jesaja 59,2

Der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

Römer 6,23

Die aufgerichtete und abgebrochene Trennwand

Es ist eine der schmerzlichsten Erfahrungen, wenn in einer freundschaftlichen und liebevollen Beziehung das Vertrauen verloren geht (Spr 18:24). Meist beginnt es mit kleinen Verletzungen, für die man sich aus Stolz weder entschuldigt noch um Vergebung bittet. Die Folge sind zunehmende Lieblosigkeiten, die uns verbittern und das gegenseitige Vertrauen zerstören (Hebr 12:15).

Eine Liebesbeziehung basiert auf gegenseitigem Vertrauen, und das wahre Leben entsteht durch eine liebevolle Vertrauensbeziehung zu dem, der das Leben selbst verkörpert (Joh 14:6). Ohne Vertrauensbeziehung zu Gott befindet man sich außerhalb des Lebens – und damit im Tod.

Die Verse aus Jesaja 59:1-2 lauten in der Elberfelder Übersetzung wie folgt:

"Siehe, die Hand des HERRN ist nicht zu kurz, um zu retten, und sein Ohr nicht zu schwer, um zu hören; sondern eure Vergehen sind es, die eine Scheidung gemacht haben zwischen euch und eurem Gott, und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verhüllt, dass er nicht hört."

Immer wieder beklagte sich das Volk darüber, dass ihr Gott sie nicht aus ihrer misslichen Lage errettete oder ihre Gebete nicht erhörte (Kla 3:44). Sie schlossen daraus, dass Gott entweder kein Interesse an ihnen hatte oder nicht in der Lage war, ihnen zu helfen. Kommen uns diese Argumente nicht auch bekannt vor? Haben wir nicht auch schon Ähnliches gedacht?

Hier gibt uns Gott eine klare Antwort: „Mit euren Vergehen und Sünden habt ihr eine Trennwand zwischen mir und euch aufgerichtet, und durch euer Misstrauen und verletzendes Handeln habt ihr eure Beziehung zu mir zerstört!" Das hebräische Wort „avon", das hier mit „Vergehen" übersetzt wird, umfasst auch bewusstes verkehrtes und verdrehtes Handeln.

Dieses bewusste und verletzende Handeln, welches die Vertrauensbeziehung zerstört, führt dazu, dass Gott nicht hilft und Gebete nicht erhört (Ps 66:18). Hier geht es nicht um unbewusstes Sündigen, sondern um ein bewusstes Festhalten am Unrecht. Jedes Unrecht und jede Lieblosigkeit gegen Menschen ist zugleich ein Vergehen gegen Gott, weil sich der HERR stets mit den Elenden und Unterdrückten identifiziert (Mt 25:40).

Im Römerbrief legt Paulus ausführlich dar, dass alle Menschen gesündigt und dadurch eine Trennwand zu Gott aufgerichtet haben (Röm 3:23). Die unvermeidliche Folge ist die Trennung vom wahren Leben – und damit der Tod.

Durch Jesu Tod am Kreuz wurden unsere Vergehen und Sünden weggetragen und die Trennwand niedergerissen (Eph 2:14). Dies ermöglicht uns wieder den uneingeschränkten Zugang zu Gott und zum Leben. Gott schenkt uns nun vollkommene Vergebung und ewiges Leben (1Jo 1:9). Wer dieses Geschenk mit freudigem und dankbarem Herzen annimmt, möchte nicht mehr sündigen, sondern aus der Liebe zu Gott und den Menschen leben – auch wenn dies nicht immer so gelingt, wie man es sich wünscht (Röm 7:19).

Donnerstag, 6. März 2025

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang ist mein Name herrlich unter den Völkern, spricht der HERR Zebaoth.

Maleachi 1,11

Jesus spricht: Viele werden kommen von Osten und von Westen und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

Matthäus 8,11

Verachtung oder Wertschätzung?

Stell dir vor, du heiratest oder feierst ein großes Jubiläum und lädst dazu viele Gäste ein. Alle kommen mit besonderen Geschenken, für die sie sich etwas Spezielles ausgedacht haben. Sie investieren viel Zeit oder Geld – oder beides –, um dir ein einmaliges Geschenk zu überreichen. Die Geschenke selbst sind dir eigentlich gar nicht so wichtig, weil du vielleicht sowieso alles hast, was du brauchst. Aber in jedem Geschenk siehst du die wertschätzende Liebe deiner Gäste! Nur einer kommt auf die skurrile Idee, eine PET-Flasche mit Wasser zu kaufen, um sie dir zu schenken, weil er dafür kaum Geld und Zeit investieren muss. Was wären da deine Gedanken?

Ich würde denken, dass ich diesem Gast nicht besonders wichtig bin – mehr noch: Ich würde vermuten, dass er mir durch dieses Geschenk seine Verachtung zeigen möchte.

Genau dieses Problem finden wir auch im Kontext der beiden heutigen Verse. Der Prophet Maleachi zeigt auf, dass der Gott Israels von den Heiden geehrt und verherrlicht wird, während sein eigenes Volk ihn durch minderwertige Opfer verachtet (Mal 1:6-7). Einige meinten, man könne den „Tisch des HERRN" geringschätzen, weshalb es in Mal 1:8 heißt:

"Auch wenn ihr Blindes darbringt, um es als Opfer zu schlachten, ist es ⟨für euch⟩ nichts Böses; und wenn ihr Lahmes und Krankes darbringt, ist es ⟨für euch⟩ nichts Böses. Bring es doch deinem Statthalter! Wird er Gefallen an dir haben oder dein Angesicht erheben?, spricht der HERR der Heerscharen."

Was geben wir unserem HERRN, der alles für uns getan hat (2Kor 8:9)? Bekommt er unsere kostbarste Zeit und das, was in unseren Augen das Wertvollste ist (Kol 3:23)? Oder fertigen wir ihn mit wertlosen und für uns unwichtigen Dingen ab?

In Matthäus 8 begegnen wir einem römischen Hauptmann, der sich durch großen Glauben und außergewöhnliche Demut auszeichnete. Ausgerechnet über diesen „unbeschnittenen Heiden" – der noch dazu zur römischen Besatzungsmacht gehörte – sagte Jesus: „Wahrlich, ich sage euch, bei keinem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden." (Mt 8:10) Viele in Israel verachteten das größte Geschenk Gottes – seinen Sohn –, indem sie ihn ablehnten und ihm kaum Dank erwiesen. Als Jesus zehn Aussätzige heilte, kehrte nur einer zurück, um sich zu bedanken; und dieser eine war ein Samaritaner (Lk 17:12-16).

Viele in Israel lehnten Jesus als ihren Messias ab, weil er nicht ihrer Vorstellung entsprach (Joh 1:11). Sie erwarteten einen Herrscher wie David, der alle Feinde besiegte, oder wie Salomo, der als mächtiger König über ein Friedensreich regierte. Stattdessen sahen sie nur einen einfachen Handwerkersohn aus Nazareth, der die Schriftgelehrten und Priester kritisierte und keine Armee gegen die Römer anführte. Ihre Verachtung gegenüber Jesus wurde schließlich so groß, dass sie vor Pilatus schrien: „Kreuzige ihn!" (Mt 27:22-23)

Heute gibt es aus nahezu allen Nationen – von Ost bis West – Menschen, die Jesus Christus lieben, ihm für sein Opfer dankbar sind und ihm tiefste Wertschätzung entgegenbringen (Offb 7:9). Sie beweisen ihre Liebe zu ihm, indem sie ihm ihre kostbarste Zeit schenken und sogar bereit sind, als Verfolgte für ihren Erlöser zu leiden (2Tim 3:12). Sie alle werden mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen. Welch unvorstellbar herrliches Fest das sein wird!

Freitag, 7. März 2025

Wo viel Worte sind, da geht's ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen im Zaum hält, ist klug.

Sprüche 10,19

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.

Matthäus 5,37

Reden – mit oder ohne Weisheit

Einfache, prägnante und authentische Sätze haben meist eine stärkere und positivere Wirkung als ein Wortschwall, der oft nur der Manipulation dient. Für uns Menschen ist die Kommunikation von zentraler Bedeutung. Doch auch hier gilt: Qualität vor Quantität. Eine gute Kommunikation folgt einer grundlegenden Regel, die wir in Jak 1:19 finden: "Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden!"

Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich während der Rede meines Gegenübers bereits darüber nachdenke, was ich als Nächstes sagen soll. Dies führt dazu, dass ich nicht mehr aufmerksam zuhöre. Wenn mein Gegenüber spricht, denke ich oft vorschnell: „Das kenne ich schon – da kann ich mir gleich überlegen, was ich als Nächstes sage!"

Selbst wenn zwei Menschen den gleichen Satz sagen, verstehen sie oft etwas Unterschiedliches darunter – denn jeder interpretiert die Begriffe etwas anders und verbindet damit eigene Erinnerungen. Deshalb ist aufmerksames Zuhören und Nachfragen so wichtig, damit wir wirklich verstehen können, was unser Gegenüber meint. Die Qualität vieler Gespräche würde sich deutlich verbessern, wenn wir uns zwischen den Redebeiträgen Zeit zum Schweigen und Nachdenken nehmen würden.

Der Textabschnitt von Spr 10:18-21 beschreibt die Auswirkungen von Worten, die meist auch Ausdruck einer Gesinnung sind. Salomo weist darauf hin, dass viele Worte unweigerlich zu Fehlverhalten führen – nicht zuletzt deshalb, weil man sich zu wenig Zeit nimmt, genau hinzuhören, nachzufragen und nachzudenken. In solchen Momenten des Nachdenkens haben wir auch Zeit, die Sache dem HERRN hinzulegen und ihn um Weisheit zu bitten (Jak 1:5). Wer dies praktiziert, hält seine Lippen im Zaum und kann als klug und verständig bezeichnet werden.

Matthäus 5 ist das erste Kapitel der Bergpredigt Jesu, und in den Versen 33-37 behandelt Jesus das Thema des „falschen Schwörens". Die Bibelübersetzung „Hoffnung für alle" überschreibt diesen Abschnitt mit „Keine Beteuerungen!" – was den Sinn dieser Rede sehr gut trifft. Zur Zeit Jesu war es üblich, dass Menschen „beim Himmel", „bei der Erde" oder „bei Jerusalem" schworen, um zu beteuern: „Das, was ich jetzt sage, ist absolut verbindlich und wahr!" Damit wurde jedoch indirekt eingestanden, dass die eigenen Worte sonst nicht immer der Wahrheit entsprachen. Jesus verurteilte dieses Verhalten und forderte stattdessen: Ihr sollt allezeit verbindlich, authentisch und somit integer sein.

In dieser Rede verdeutlicht Jesus, dass wir nicht in der Position sind, absolute Versprechen zu geben – denn im Himmel herrscht Gott, auf der Erde wirken verschiedene Mächte, und in Jerusalem regiert der König (Mt 5:34-35). Jesus verdeutlicht die Spanne vom Größten bis zum Kleinsten, indem er den Himmel, unser Haupt und unsere Haare erwähnt. Da wir nicht einmal das Kleinste – ein einzelnes Haar – von uns aus weiß oder schwarz werden lassen können (1*), sind wir grundsätzlich nicht in der Lage, absolute Zusagen zu machen. Stattdessen sollte unser „Ja" ein „Ja" und unser „Nein" ein „Nein" bleiben. Deshalb empfiehlt Jakobus uns, mit folgender Haltung zu reden und zu handeln: „Wenn der Herr will und wir leben, so werden wir auch dieses oder jenes tun." (Jak 4:15) Jesus ruft uns zu Treue, Wahrhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit auf – ohne dabei Versprechen zu geben, die wir möglicherweise nicht halten können!

1* Gemeint ist hier natürlich nicht das künstliche Färben der Haare, sondern eine natürliche Veränderung der Haarfarbe von innen heraus!

Samstag, 8. März 2025

So spricht der HERR: Suchet mich, so werdet ihr leben.

Amos 5,4

Simon Petrus sprach zu Jesus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.

Johannes 6,68

Die Gottsuche und Worte des Lebens

Als meine Frau und ich eines Tages spazieren gingen, bemerkten wir einige Menschen, die akribisch eine Wiese absuchten. Auf meine Frage, ob sie etwas verloren hätten, erklärten sie verzweifelt, dass sie nach einem Schlüssel suchten. Spontan beschlossen wir zu helfen. Leider blieben wir erfolglos. Die Situation erinnerte mich daran, wie mühsam der Verlust eines Schlüsselbunds sein kann. Besonders wenn man nur einen einzigen Autoschlüssel hat – dann kommt man weder ins Auto noch nach Hause. Und zu Hause steht man möglicherweise auch noch vor verschlossener Wohnungstür. Alle Zugänge bleiben zunächst versperrt.

Eine intensive Suche lohnt sich daher, bevor man gezwungen ist, Türen zu beschädigen oder neue Schlüssel anfertigen zu lassen. Ein passender Schlüssel ermöglicht uns den gewünschten Zugang, und darum ist er schlichtweg unentbehrlich!

Für das wahre Leben braucht es auch einen "Schlüssel", und der ist niemand anders als der Schöpfer des Menschen (Joh 14:6)! Darum ist es auch so wichtig, dass wir ihn suchen und nach ihm fragen.

Das „Haus Israel" – das Zehn-Stämme-Reich im Norden – hatte sich vom wahren Gottesdienst entfernt. Sie fragten kaum mehr nach ihrem Gott, der sie einst aus der Sklaverei in Ägypten befreit (2Mo 20:2) und in ihr schönes Land geführt hatte – ein Land, wo „Milch und Honig" floss (2Mo 3:8). Mit der Zeit wurde alles zur Selbstverständlichkeit, wodurch die Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott verloren gingen. Stattdessen suchte das Volk nach oberflächlichen Vergnügungen, die nicht zum wahren Leben führten.

Gott motivierte die Israeliten durch den Propheten Amos, ihn zu suchen. Auch Teresa von Avila sagte einmal:

Gott ist so groß, dass er es wohl wert ist, ihn ein ganzes Leben lang zu suchen.

Aber wie können wir Gott suchen und finden? Die beste Möglichkeit ist, ihn durch sein Wort kennenzulernen, denn dort stellt er sich selbst vor (2Tim 3:16). Karl Barth prägte den Satz:

Wir werden in der Bibel immer gerade so viel finden, als wir suchen: Großes und Göttliches, wenn wir Großes und Göttliches suchen; Wichtiges und Historisches, wenn wir Wichtiges und Historisches suchen; überhaupt nichts, wenn wir überhaupt nicht suchen!

Ich weiß zwar nicht, inwieweit Simon Petrus Gott suchte, aber eines ist gewiss: Jesus fand ihn (Joh 1:42). Als Petrus Jesus kennenlernen durfte, wurde ihm zunehmend klar, dass nur Er Worte des ewigen Lebens hatte! Warum? Weil Er das fleischgewordene Wort war (Joh 1:14)! Nur bei Ihm finden wir das wahre Leben, denn Er ist das Leben selbst (Joh 14:6), und nur Er hat uns Worte des Lebens gegeben.

Sonntag, 9. März 2025

Es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!

Psalm 105,3

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.

Römer 15,13

Die Suche nach Gott löst Freude aus

Obwohl der Losungsvers des Alten Testaments aus einem Topf mit etwa 1.100 Versen gezogen wird, entsteht manchmal der Eindruck, dass der aktuelle Vers den gestrigen perfekt ergänzt. So auch heute: Gestern forderte der Losungsvers dazu auf, den HERRN zu suchen, um leben zu können (Am 5:4), und heute heißt es, dass sich die Herzen derer freuen dürfen – oder sollen –, die den HERRN suchen.

Dabei geht es vermutlich weniger um die Suche nach dem wahrhaftigen Gott, sondern vielmehr um die Frage, wo Gott in einer konkreten Situation steht und was seinem Willen entspricht. Sowohl David als auch Daniel haben Gott immer wieder in bestimmten Anliegen gesucht, obwohl sie bereits wussten, wer der allmächtige Gott ist (2Sam 12:16 / Dan 9:3).

Normalerweise empfinden wir das Suchen als etwas Mühsames und Unangenehmes. Während einer Suche ist man selten freudig gestimmt. Eine bemerkenswerte Ausnahme war der kalifornische „Goldrausch" von 1848 bis etwa 1855. Wenn ein Goldsucher einen verlässlichen Hinweis auf ein goldreiches Flussbett erhielt, machte er sich mit großer Freude auf die Suche.

Beim allmächtigen Gott lassen sich noch viel größere Schätze als Gold finden – vor allem solche von ewigem Wert (Mt 6:19-20). Deshalb dürfen sich die Gottsucher bereits während ihrer Suche von Herzen freuen, denn Gott verheißt durch Paulus in Röm 15:13 eine Erfüllung mit Freude, Frieden und der Kraft des Heiligen Geistes. Mit dieser Verheißung wächst auch die unerschütterliche Hoffnung stetig.

Man kann den Satz aus Psalm 105:3 als Aufforderung, Feststellung oder als Verheißung lesen:

  • Mit der Aufforderung, dass sich das Herz des Gottsuchers freuen soll, will der HERR dem Sucher klar machen, dass er allen Grund zur Vorfreude hat, weil Jesus Christus verheißen hat: „Wer sucht, der wird finden." (Mt 7:8) Wer auf Gott vertraut und ihn für seine Verheißungen lobt, darf auch erfahren, wie er mit Freude erfüllt wird!
  • Die Feststellung, dass sich das Herz derjenigen freut, die Gott suchen, ist eine bewährte Tatsache – bezeugt durch viele, die dies aus eigener Erfahrung erleben durften.
  • Schließlich ist dieser Vers auch eine Verheißung, denn die Bibel bezeugt vielfach, dass die Glaubenden mit einer unvorstellbar großen Freude erfüllt werden. Denken wir nur an folgende Stellen:
    • „Das Warten der Gerechten ⟨führt zur⟩ Freude, aber die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte." (Spr 10:28)
    • „Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht; ihr freut euch aber mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude, indem ihr das Ziel eures Glaubens davontragt, nämlich der Seelen Seligkeit." (1Petr 1:8-9)

Ich wünsche allen meinen Lesern Freude an dem, was Gott heute schenkt, und eine große Vorfreude auf das, was Gott uns noch schenken wird, wenn wir bei Ihm sein werden – nämlich nicht weniger als alles! (Röm 8:32 / 1Kor 3:21-23)

Montag, 10. März 2025

Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.

Psalm 4,9

Jesus spricht: Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Johannes 14,27

Der wahre Friedensbringer

Am 8. Mai dieses Jahres jährt sich das Ende des 2. Weltkriegs in Europa zum 80. Mal. Gemessen an der jahrtausendealten Geschichte Europas ist dies eine beachtliche Zeit. Wir können unserem Gott für diese lange Friedensperiode nicht genug danken. Sie war ein außergewöhnliches Gnadengeschenk und keineswegs selbstverständlich. Seit Beginn des Ukrainekriegs vor drei Jahren steht dieser Friede in Europa auf wackeligen Beinen, und wir wissen nicht, wie lange er uns noch erhalten bleibt.

Obwohl diese bald 80-jährige Friedenszeit ein ganz besonderes Geschenk ist, lässt sich dieser Friede nicht annähernd mit dem Frieden vergleichen, den Gott für die Ewigkeit geplant hat (Jes 9:6). Auch wenn Deutschland und die Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten von militärischen Konflikten verschont blieben, gab es dennoch vielerorts unschöne Auseinandersetzungen und Streitereien – in Familien, Gemeinden und natürlich auch auf geschäftlicher und politischer Ebene.

Gott hat ein ewiges Friedensreich verheißen, das alle unsere Erwartungen und Vorstellungen weit übertreffen wird (Offb 21:4). Dieses Reich wird bis in die kleinsten Details von Liebe, Freude und Frieden durchdrungen sein. Es wird kurz nach der Wiederkunft Jesu Christi anbrechen, wenn er in großer Macht und Herrlichkeit vom Himmel kommt (Mt 24:30) – auch wenn wir den Zeitpunkt nicht kennen.

In den gegenwärtigen unruhigen Zeiten können wir jedoch einen inneren Frieden erfahren, wenn wir die vergebende Liebe des Herrn Jesus Christus erkennen dürfen (Phil 4:7). Der Friede Gottes, der alles Denken und jeden Verstand übersteigt, ist unabhängig von äußeren Umständen. Wenn Gott ein Herz mit diesem Frieden erfüllt, kommt es völlig zur Ruhe und darf eine wohltuende Gelassenheit erfahren. Das hebräische Wort „Schalom" beschreibt einen Zustand der Vollständigkeit, des Wohlbefindens und der Harmonie. David durfte diesen Schalom erfahren, obwohl er in Psalm 4 unter Ungerechtigkeit litt. Allein die Gegenwart des HERRN schenkte ihm diesen wunderbaren Frieden.

Die Gegenwart des HERRN bringt den wahren göttlichen Frieden in das Herz eines jeden, der Jesus Christus aufgenommen hat und im Vertrauen auf ihn seinen Weg geht (Röm 5:1). Durch die Gegenwart Jesu erlebten die Jünger einen einzigartigen Frieden! Als sich seine sichtbare Gegenwart dem Ende zuneigte, sprach er die wunderbare Verheißung von Joh 14:27, die ich jetzt noch einmal sinngemäß mit etwas anderen Worten wiedergeben möchte: „Den Frieden, den ihr durch mich erfahren habt, lasse ich euch zurück, und durch den Heiligen Geist, der kommen wird, werde ich euch auch künftig meinen Frieden geben!"

Jesus ist der wahre Friedensbringer (Eph 2:14), und Er allein wird auch künftig der Garant des Friedens sein – denn Sein Reich wird auf Liebe und Gerechtigkeit gründen!


Dienstag, 11. März 2025

Josua sprach zum Volk: Ihr seid Zeugen gegen euch selbst, dass ihr euch den HERRN erwählt habt, um ihm zu dienen. Und sie sprachen: Ja!

Josua 24,22

Brüder und Schwestern, bemüht euch umso eifriger, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr niemals straucheln, und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.

2.Petrus 1,10-11

Wir schaffen das! - Wirklich?

Wenn ich mit meinen kleinen Enkeln über eine mögliche Aktion spreche und sie etwas tun wollen, von dem ich weiß, dass sie es alleine nicht schaffen können, frage ich sie: „Meinst du wirklich, dass du das schaffst?" Manchmal antworten sie dann mit überschäumendem Selbstbewusstsein: „Ja klar schaffe ich das!"

Ähnliches geschieht auch bei uns, wenn wir Gottes Anweisungen und Gebote lesen und meinen, wir könnten diese irgendwann aus eigener Kraft befolgen (Röm 7:18). Wir denken, durch beharrliche Anstrengung und Übung müsste dies möglich sein – oder etwa nicht? Dabei wissen wir eigentlich, dass wir dies nicht aus eigener Kraft schaffen werden. Dennoch streben wir oft unbewusst danach, indem wir uns selbst zu disziplinieren versuchen.

Als Josua am Ende seines Lebens seine Abschiedsrede vor dem Volk hielt und dieses beteuerte, auch in Zukunft dem HERRN dienen zu wollen, sprach er einen bemerkenswerten Satz:

"Ihr könnt dem HERRN nicht dienen. Denn er ist ein heiliger Gott, er ist ein eifersüchtiger (w. eifernder) Gott. Er wird euer Vergehen und eure Sünden nicht vergeben." (Jos 24:19)

Josua erkannte die Unfähigkeit des Volkes, dem HERRN mit ungeteiltem Herzen zu dienen. Er sah, wie sie immer wieder den HERRN verließen und fremden Göttern dienten, und als Prophet wusste er, dass dies auch in Zukunft so sein würde (Jos 24:20)! Deshalb sagte er: "Ihr könnt dem HERRN nicht dienen." Als die Israeliten ihre Bereitschaft erklärten, dem HERRN zu dienen, vertrauten sie auf ihre eigene Kraft – doch genau diese reicht nicht aus, um dem HERRN in rechter Weise zu dienen.

Als Petrus beteuerte, für Jesus sterben zu wollen, war er noch von seiner eigenen Stärke überzeugt (Mt 26:33-35). Doch kurz darauf fehlte ihm sogar der Mut, sich zu Jesus zu bekennen – er verleugnete ihn dreimal (Mt 26:69-75). Seine Bereitschaft war zwar vorhanden, aber die nötige Kraft fehlte, weil er sich nur auf seine eigene Stärke verließ!

Dies zeigt uns, dass wir nicht einmal das „Kleinste" tun können, wenn Gott uns nicht die nötige Kraft dazu gibt (Joh 15:5). Diese Erfahrung machen besonders diejenigen, die einst enorm leistungsfähig waren und durch einen Burnout plötzlich selbst kleinste Aufgaben nicht mehr bewältigen können.

Wie aber sollen wir verstehen, dass ausgerechnet Petrus in seinem letzten Brief die Christen auffordert, sich eifrig um ihre Berufung und Erwählung zu bemühen? Und wie verstehen wir Paulus' Aufforderung an Timotheus, "sich zu befleißigen"? (2Tim 2:15) Bedeutet dies nun doch, dass es auf unsere eigene Anstrengung ankommt?

In Phil 2:13 schreibt Paulus, dass Gott in uns sowohl das Wollen als auch das Wirken bewirkt! Dies geschieht durch seinen Heiligen Geist in uns. Wir können also aus eigener Kraft keine Dinge bewirken, die Ewigkeitswert haben. Doch wo liegt dann unsere Verantwortung? Wenn Paulus den Thessalonichern schreibt, dass sie den Geist nicht löschen oder dämpfen sollen (1Thess 5:19), zeigt dies: Wir können zwar nicht das bewirken, was der Geist bewirkt, aber wir können durch eine ichbezogene Gesinnung sein Wirken dämpfen. Wer auf den HERRN schaut, ihn liebt und auf ihn ausgerichtet bleibt, schafft die beste Voraussetzung dafür, dass der Geist Gottes in uns das Wollen und Handeln bewirken kann, das dem HERRN gefällt. Genau darin liegt unsere Verantwortung!


Mittwoch, 12. März 2025  

Hier als Audio-Datei

Zur selben Zeit und in jenen Tagen wird man die Missetat Israels suchen, spricht der HERR, aber es wird keine da sein, und die Sünden Judas, aber es wird keine gefunden werden; denn ich will sie vergeben.

Jeremia 50,20

Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.

1.Petrus 2,24

Die erfolglose Suche

In der Regel haben wir Menschen ein ausgeprägtes „Fehlersuchprogramm", wenn es um die Fehler anderer geht, während wir die eigenen Fehler entweder geschickt rechtfertigen oder verdrängen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Es hebt scheinbar unser Selbstwertgefühl und hilft uns, uns nicht ganz so schlecht zu fühlen! (Mt 7:3-5)

Auch auf internationaler Ebene existiert ein bedenkliches Fehlersuchprogramm:

Zwischen 2015 und 2022 gab es etwa 140 UN-Resolutionen gegen Israel, und von 2006 bis 2024 wurde der Staat Israel 108-mal vom UN-Menschenrechtsrat verurteilt. Im Vergleich dazu gab es gegen Nordkorea, das die Menschenrechte „mit Füßen tritt", zwischen 2006 und 2024 nur 17 UN-Resolutionen, und gegen den Iran, der erwiesenermaßen verschiedene Terrororganisationen unterstützt, lediglich 15. Dabei ist Israel ein demokratischer Staat mit Religionsfreiheit, in dem Juden, Christen, Muslime und Drusen ins Parlament gewählt werden können. Zudem genießen Frauen hier deutlich mehr Rechte und Wertschätzung als in vielen Nachbarstaaten. Dennoch steht Israel immer wieder auf der Anklagebank! Warum? Weil der Feind Gottes das auserwählte Volk hasst und viele Menschen zu diesem Hass verleiten kann! (1Petr 5:8)

Wenn der HERR sein Volk kritisiert, tut er dies nie aus Hass, sondern stets aus Liebe, weil er sich ihre Umkehr wünscht! (Hebr 12:6) Der Gott Israels verfolgt das Ziel, sein auserwähltes Volk vollständig zu verwandeln – vom Egoismus hin zur vollkommenen Liebe! (2Kor 3:18)

Um dieses Ziel zu erreichen, musste der HERR sein Volk zunächst von aller Sünde befreien. Dies wird im ersten Teil des heutigen Lehrtextes deutlich, wo es heißt:

"… er, der unsere Sünden an seinem eigenen Leib ans Kreuz hinaufgetragen hat, sodass wir jetzt den Sünden gegenüber gestorben sind und für das leben können, was vor Gott richtig ist. Ja, durch seine Wunden seid ihr geheilt." (NGÜ - 1Petr 2:24)

Jeremia beschreibt im Kapitel 50 das Gericht über Babylon, das an das Gericht über die Hure Babylon in der Endzeit aus Offenbarung 18 erinnert. Es handelt sich dabei um ein weltweites religiöses Handelssystem, das zugleich gläubige Christen verfolgt. Ab Offenbarung 19:6 wird das Hochzeitsmahl des Lammes (1*) sowie die Wiederkunft Jesu beschrieben, bei der alle satanischen Kräfte besiegt werden, um das messianische Friedensreich aufzurichten (Offb 20). Dann wird offenbar werden, dass der HERR alle Missetat Israels und alle Sünden Judas am Kreuz beseitigt hat, sodass man sie trotz intensiven Suchens nicht mehr finden wird. Was für ein großes Wunder der Gnade und Liebe Gottes! (Röm 11:33)

1* Die Vereinigung zwischen Christus und denen, die ihm nachgefolgt sind.

Donnerstag, 13. März 2025

Hier als Audio-Datei 🎤

Noah fand Gnade vor dem HERRN.

1.Mose 6,8

Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht.

1.Petrus 2,9

Aus der Finsternis in das Licht Gottes

Das Kapitel 6 der Genesis beschreibt eine sehr düstere Zeit, in der etwas Außergewöhnliches geschah. In 1Mo 6:4 lesen wir Folgendes:

"In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen [Kinder] gebaren."

Diese „Söhne Gottes", die auch in Hiob 1:6 und Ps 82:6 erwähnt werden, waren himmlische Wesen, die sich mit Menschen vermischten. Ihre Nachkommen wurden als „Riesen" (hebr. Nephilim) sowie als „Helden der Vorzeit" und „berühmte Männer" bezeichnet. Die Menschen lebten damals bis zu 900 Jahre, vermutlich aufgrund langsamerer Zellalterung. Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass vor der Sintflut ein anderes Klima herrschte. Diese Epoche war in jeder Hinsicht ein Zeitalter der Superlative – leider galt dies auch für die überhandnehmende Bosheit unter den Menschen. Dazu heißt es in 1Mo 6:5:

"Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag."

In dieser Zeit lebte auch Noah, und er fand Gnade bei Gott (1Mo 6:8)! Diese Gnade zeigte sich unter anderem darin, dass er sich von der allgegenwärtigen Bosheit nicht „anstecken" ließ. Wenn eine ganze Gesellschaft von Rücksichtslosigkeit und Brutalität geprägt ist, färbt das in der Regel so stark ab, dass es einer besonderen Gnade bedarf, um da nicht mit hineingezogen zu werden. Dann braucht es den starken Schutz Gottes, um nach Geist und Seele bewahrt zu bleiben.

Noah war ein Mann des Glaubens und Petrus bezeichnet ihn als "Prediger der Gerechtigkeit" (2Petr 2:5)! Dies verdeutlicht seine tiefe Fokussierung auf Gott und seinen aufrichtigen Wunsch, dass die Menschen von ihrer Gottlosigkeit umkehrten und dadurch gerettet würden. Der biblische Bericht deutet jedoch an, dass er vor der Flut letztlich nur seine Familie vor der unterschwelligen Gottlosigkeit bewahren konnte. Seine tiefe Verbundenheit mit Gott zeigte sich besonders in seinem Gehorsam, als der HERR ihn aufforderte, eine riesige Arche zu bauen (1Mo 6:14-16) – ein weiterer Beweis seines großen Gottvertrauens.

Wenn in der Endzeit – in der wir bereits leben – die Liebe vieler Menschen erkaltet (Mt 24:12), dann brauchen wir auch eine besondere Gnade, um nicht vom Mainstream der Lieblosigkeit mitgerissen zu werden. Dabei hilft das Aufschauen auf Jesus (Hebr 12:2), der uns ebenfalls Gnade gegeben hat und auch weiterhin geben möchte.

Die Berufung aus der Finsternis in das wunderbare Licht Gottes ist eine unbeschreibliche Gnade! Diese Gnade schenkt uns eine neue Identität, die jede weltliche Identität weit übertrifft: Petrus spricht von Gottes Auserwählung, von einem königlichen Priestertum, von einer heiligen Nation – die dazu berufen ist, Gottes große Taten zu verkünden (1Petr 2:9). Und warum? Damit auch andere Menschen diese wunderbare Gnade Gottes erkennen und empfangen können!

Freitag, 14. März 2025  

Hier als Audio-Datei  🎤

Der HERR wird König sein über alle Lande. An jenem Tag wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige.

Sacharja 14,9

Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen.

Römer 10,12

Ein König, ein HERR und ein Name über allen Namen

Vor einigen Jahren begegnete ich einer Person, die in einer kleinen Firma mit zwei Chefs arbeitete. Das kommt gelegentlich vor und ist auch nicht problematisch, solange die Chefs eine einheitliche Strategie verfolgen. In diesem Fall jedoch bekam der Angestellte regelmäßig von einem Chef diese und vom anderen eine andere, gegenteilige Anweisung. Die Chefs stimmten sich kaum oder gar nicht miteinander ab, was ein effizientes Arbeiten unmöglich machte. Diese unhaltbare Arbeitssituation führte dazu, dass sich der Angestellte nach einer neuen Stelle umsah!

Jesus lehrte, dass niemand zwei Herren zugleich dienen kann. Er verdeutlichte dies mit den Worten, dass man den einen lieben und den anderen hassen wird (Mt 6:24). Dann fuhr Jesus fort:

"Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon."

Der Mammon ist ein Götze, der die Verlockung materieller Dinge symbolisiert und unweigerlich zu Geldgier führt. Wir können nicht gleichzeitig dem HERRN dienen und nach materiellem Reichtum streben, indem wir unsere Zeit dem Mammon opfern (1Tim 6:10). Der Mammon ist nur einer von vielen vermeintlichen Herren dieser Welt.

In der heutigen Zeit gibt es viele sogenannte Herren, die danach streben, Macht über uns zu gewinnen und uns zu beherrschen. Zahlreiche Stimmen versuchen, uns zu beeinflussen und zu dominieren. Inmitten dieser vielen Stimmen stellt es eine große Herausforderung dar, auf die Stimme des HERRN zu hören, um sich vom Guten Hirten leiten zu lassen (Joh 10:27).

Das 14. Kapitel des Propheten Sacharja beschreibt den Tag des HERRN, an dem er sein Gericht über Jerusalem und die Nationen vollstreckt (Sach 14:1-21). Der Text schildert, wie der HERR in Jerusalem erscheint, seine Füße auf den Ölberg setzt und sein Friedensreich errichtet. Mit Beginn des Millenniums wird die sichtbare Herrschaft Jesu Christi auf dieser Erde anbrechen – er wird der einzige HERR und König sein, der Autorität besitzt (Offb 20:4). Dann werden alle den deutlichen Unterschied zu der Zeit erkennen, in der viele Mächtige versuchten, über die Menschen zu herrschen.

Wir können uns kaum vorstellen, wie wunderschön es sein wird, wenn dieser eine regiert, der die Liebe in Person ist (1Joh 4:8), und wenn es nur noch einen HERRN gibt, der alle reich macht, die seinen Namen anrufen. Schon heute trägt Jesus Christus einen Namen, der über allen Namen steht (Phil 2:9), doch dann werden alle seine wunderbare und überwältigende Herrlichkeit sehen. Darum schreibt Paulus in Phil 2:10-11:

“Und weil Jesus diesen Namen trägt, werden sich einmal alle vor ihm auf die Knie werfen, alle, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind. Alle werden anerkennen, dass Jesus Christus der Herr ist, und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben.” (NGÜ)


Samstag, 15. März 2025  

Hier als Audio-Datei  🎤

Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird.

Jesaja 62,2

Wenn jemand zu Christus gehört, gehört er schon zur neuen Schöpfung. Das Alte ist vergangen, etwas Neues ist entstanden!

2.Korinther 5,17

Ein neuer Name und eine neue Schöpfung

Er hatte alles andere als einen guten Namen! Sein Name stand für Skrupellosigkeit und Brutalität. Ohne jegliche Rücksicht behandelte er Menschen wie Ware, aus der er Profit schlagen konnte. Doch in seiner unendlichen Liebe beschloss Gott, diesen rücksichtslosen Kapitän zu verwandeln und ihn zu einem Werkzeug seiner unbegreiflichen Gnade zu machen (1Tim 1:13-14). John Newton (1725–1807) war im transatlantischen Sklavenhandel tätig. Während eines heftigen Sturms auf See fürchtete er um sein Leben und dabei flehte er Gott um Gnade und Rettung an. Er fand zum lebendigen Glauben an Jesus Christus, und Gott veränderte sein Leben grundlegend. Er wurde anglikanischer Priester und verkündete anderen Menschen die befreiende Kraft der göttlichen Gnade. Aus seiner Feder stammt der berühmte und wunderbare Hymnus „Amazing Grace".

In der Bibel bedeutet ein Name weit mehr als eine bloße Bezeichnung. Ein Name steht für Identität, Bestimmung und Berufung – und ein neuer Name symbolisiert eine grundlegende Verwandlung des Wesens (1Mo 17:5). Wie der Sklavenhändler John Newton und der Christenverfolger Saulus von Tarsus von Gott eine neue Identität erhielten (Apg 9:1-19), so soll auch die Stadt Jerusalem einen neuen Namen – und damit eine neue Bestimmung – bekommen.

Die Vergangenheit dieser Stadt war alles andere als rühmlich. Sie verhielt sich wie eine treulose Frau und lief fremden Göttern nach (Jer 3:20). In ihren Mauern wurden zahlreiche Propheten und schließlich sogar der Sohn Gottes getötet (Mt 23:37). Jeremia musste feststellen, dass ihre Sündhaftigkeit sogar größer war als die von Sodom (Klag 4:6). Auch der Prophet Hesekiel bestätigt dies in Kapitel 16.

Darum ist es umso erstaunlicher, dass Gott dieser Stadt einen neuen Namen schenkt und durch Jesaja in Vers 1 sagt:

Zions wegen will ich nicht schweigen, und Jerusalems wegen will ich nicht ruhen, bis seine Gerechtigkeit hervorbricht wie Lichtglanz und sein Heil wie eine Fackel brennt.

Wenn Jerusalem von Gott einen neuen Namen erhält, dann leuchtet nicht nur ihre Gerechtigkeit hervor, sondern es offenbart sich auch Gottes unfassbare Gnade (Jes 54:8)!

Der heutige Lehrtext wird in der Elberfelder Bibel wie folgt übersetzt:

Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Diese Aussage erklärt, warum ein Mensch trotz einer düsteren Vergangenheit – wie die von John Newton – als gerecht bezeichnet werden kann (Röm 3:24). Als Jesus Christus unsere Sünden auf sich nahm und ans Kreuz ging, tilgte er unsere gesamte Schuld (Kol 2:14). Alle, die ihr Leben Christus anvertraut haben, sind in ihn hineinversetzt worden und dürfen sich nun in dem einzig Gerechten geborgen wissen (1Jo 5:20). Das Alte ist wahrhaftig vergangen, und sie gehören zu einer neuen Schöpfung! Welch erstaunliche Gnade – ganz wie John Newton es in „Amazing Grace" beschrieb!


Sonntag, 16. März 2025

Hier zum Hören 🎤

Ich sprach, als es mir gut ging: Ich werde nimmermehr wanken. Aber als du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.

Psalm 30,7-8

Jesus spricht: Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.

Johannes 16,22

Von Euphorie zu Niedergeschlagenheit und bleibender Freude

Wenn es mir in fast allen Bereichen ziemlich gut lief – was eher selten der Fall war –, spürte ich, wie sich dieses „erhebende Gefühl" einschlich: „Jetzt habe ich alles im Griff, jetzt weiß ich, wie es ‚funktioniert'!" Besonders stark war dieses Empfinden, wenn ich meinen Alltag genau nach meinen Vorstellungen meistern und mein geistliches Leben wie geplant führen konnte, zum Beispiel mit der Einhaltung meiner „stillen Zeit". In solchen Zeiten erging es mir ganz ähnlich wie David, der glaubte, dass ihn nichts mehr aus der Bahn werfen könne (Ps 30:7)!

In Zeiten des Erfolgs und der Sicherheit verfiel auch David manchmal einer gefährlichen Selbstüberschätzung, die Gott durch verschiedene Umstände korrigieren musste. Das „verborgene Angesicht Gottes" beschreibt dabei ein Gefühl der Bestürzung und Verwirrung, das durch die fehlende Gegenwart Gottes ausgelöst wurde. Dies erlebte David besonders in Ps 32:3-4, als er versuchte, seine Schuld vor Gott zu verschweigen und vor sich selbst zu verdrängen.

Unsere Selbstüberschätzung zeigt sich besonders dann, wenn wir uns für außergewöhnlich gute Christen halten oder meinen, bestimmte Fehler könnten uns niemals unterlaufen (1Kor 10:12). In solchen Fällen haben wir uns – oft unbewusst – bereits über diejenigen Menschen erhoben, die genau diese Fehler begangen haben.

Gestern berichtete ich vom ehemaligen brutalen Sklavenhändler John Newton. Wie schnell denken wir vielleicht, dass wir niemals so tief fallen würden wie er! Doch ist das wirklich so? Stellen wir uns vor, wir hätten die gleiche charakterliche Veranlagung und wären unter denselben Umständen aufgewachsen wie er. Könnten wir dann mit absoluter Sicherheit behaupten, dass wir uns besser entwickelt hätten? Ich glaube, ich wäre zu Gleichem fähig gewesen. Deshalb habe ich nie das Recht, mich über irgendjemanden zu erheben, der etwas getan hat, das ich vermeintlich nie tun würde (Röm 3:23)!

Nachdem die Jünger etwa drei bis vier Jahre mit Jesus zusammen waren und miterleben durften, wie er jedes Problem löste, jede Krankheit heilte und auf jede Frage eine Antwort hatte, machte sich in ihnen eine gewisse Euphorie breit! Sie dachten: „Mit Jesus an unserer Seite kann uns nichts mehr passieren!" Als Jesus dann gefangen genommen und getötet wurde, brach ihre ganze Welt zusammen (Lk 24:21). Die Abwesenheit ihres HERRN war für sie nur schwer zu ertragen – selbst die dreimalige Ankündigung seiner Auferstehung nach drei Tagen vermochte sie damals nicht zu trösten. Sie versanken in eine so tiefe Niedergeschlagenheit, dass sie die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit Jesus nahezu oder sogar gänzlich verloren hatten.

Doch als ihnen der Auferstandene mehrmals begegnete, war ihre Freude überschwänglich (Joh 20:20)! Und mehr noch: Sie wurden mit einer bleibenden Freude beschenkt, die ihnen niemand mehr rauben konnte, weil sie wussten – unserem Herrn Jesus ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben (Mt 28:18).

Eines Tages werden auch wir dem auferstandenen Jesus begegnen und ihn von Angesicht zu Angesicht sehen (1Kor 13:12). Dann wird uns dieselbe überschwängliche Freude geschenkt, die uns niemand mehr nehmen kann!


Montag, 17. März 2025

🎵 Morgenstund hat Wort im Mund

Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest seines Erbteils; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er hat Gefallen an Gnade!

Micha 7,18

Maria sprach: Gott gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf.

Lukas 1,54

Wo ist solch ein Gott!

In Westeuropa leben wir mehrheitlich in Gegenden, wo „Milch und Honig" fließt (2Mo 3:8). Über weite Landstriche erstrecken sich wunderbare Wiesen mit Blumen und herrlichen Fruchtbäumen. Diese Landschaft schafft die Voraussetzungen für Milch und Honig. Sie ist nicht nur fruchtbar und somit ertragreich – sie ist auch eine Wohltat für die Seele, besonders wenn alles grünt und blüht. Dafür bin ich meinem Gott jedes Jahr aufs Neue überaus dankbar!

Wenn der beste Baum eines Landes ein „Dornstrauch" ist, befindet man sich in einer öden Wildnis – oder gar in einer Wüste. So beschreibt der Prophet Micha im letzten Kapitel den geistlichen Zustand des Volkes Israel (Mi 7:4). Das Land bringt nicht die Früchte hervor, die sich der Gott Israels wünscht. Paulus beschreibt in Gal 5:22-23 und Eph 5:9, welche geistlichen Früchte gemeint sind: „Liebe, Freundlichkeit, Güte, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Sanftmut" – um nur einige zu nennen!

Micha klagt in Vers 2, dass der Fromme und Gütige aus dem Land verschwunden ist (Mi 7:2). Die Menschen wurden gierig und rücksichtslos. Die Folge war verheerend: Überall entstand Misstrauen und gegenseitige Verachtung – selbst innerhalb der Familien.

In den Versen 8-10 solidarisiert sich der Prophet mit seinem Volk und sagt:

"Freue dich nicht über mich, meine Feindin (damit dürfte vmtl. eine feindliche Nation gemeint sein)! Denn bin ich gefallen, stehe ich wieder auf; wenn ich auch in Finsternis sitze, ist der HERR doch mein Licht. Das Zürnen des HERRN will ich tragen – denn ich habe gegen ihn gesündigt …" (Mi 7:8-10)

Die letzten drei Verse des Propheten Micha gehören zu den schönsten und hoffnungsvollsten des Buches, denn sie offenbaren uns Gottes liebende Wesenszüge. Sie beschreiben Gottes Einzigartigkeit in seiner Bereitschaft, Schuld zu vergeben (oder wie es in Joh 1:29 heißt, dass das Lamm Gottes die Sünde der Welt wegnimmt). Gott hält nicht ewig an seinem Zorn fest, weil er Freude an Gnade und Erbarmen hat. Jemand sagte einmal: „Der Zorn Gottes ist die erhöhte Liebestemperatur Gottes!" Warum? Weil Gott durch seinen Zorn und seine Gerichte alles Böse und Finstere aus dem Menschen herausbrennt, um ihn zu läutern und zu reinigen (1Petr 1:7). So kann der Mensch zu seiner eigentlichen Bestimmung zurückkehren – ein Wesen der Liebe zu werden!

In Marias Lobpreis (Magnifikat) bezeugte sie die große Barmherzigkeit Gottes und erkannte, dass der HERR seinem Diener Israel aufhilft (Lk 1:54). Wie kam es dazu? Ein Engel verkündete Maria, dass sie durch den Heiligen Geist schwanger werden und einen Sohn gebären würde (Lk 1:35). Daraufhin besuchte sie ihre Verwandte Elisabeth, die in hohem Alter mit Johannes dem Täufer schwanger war. Als Elisabeth die junge Maria – vermutlich noch im Teenageralter – begrüßte, sagte sie:

"Und woher geschieht mir dies, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meine Ohren drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und glückselig, die geglaubt hat, denn es wird zur Erfüllung kommen, was von dem Herrn zu ihr geredet ist!" (Lk 1:43-45)

Daraufhin pries Maria den HERRN. Sie erkannte, dass das in ihr heranwachsende Kind der größte Beweis der Gnade und Barmherzigkeit Gottes war – denn es würde als einziges die Schuldfrage der ganzen Welt lösen (1Jo 2:2)! Wo ist solch ein Gott?!


Dienstag, 18. März 2025

🎵 Morgenstund hat Wort im Mund

HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!

Jeremia 16,19

Paulus schreibt: Ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, dass er bewahren kann, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.

2.Timotheus 1,12

Gott und seinen Worten vertrauen – auf IHN ist Verlass

Heute von Hanna Muhl

Jeremia, einer der großen Propheten in der Bibel, ruft aus und bekennt: „HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, will ich mich von euch finden lassen." (Jer 16:19, Jer 29:13)

Wir dürfen uns in jeder Lage mit unserem ganzen Herzen und Sein an Gott hängen und IHM vertrauen. Er ist kein Wunschautomat – Er möchte eine persönliche Beziehung zu uns Menschen haben (Joh 17:3). ER lebt, ER ist erfahrbar, ER kann jederzeit Hilfe schenken, wenn es Sein Wille ist. Ihm sind alle Dinge möglich (Mk 10:27).

Vor einigen Jahren waren wir in Berlin zum Predigtdienst. An einem Morgen konnte ich nicht mehr aufstehen. Ich litt an Drehschwindel, wie ich ihn zuvor noch nicht kannte und mir auch nicht vorstellen konnte. Aufstehen, Essen, Trinken und der Gang zur Toilette waren kaum und nur mit Erbrechen möglich. Zwei Tage später war der Rückflug geplant – in diesem Zustand für mich undenkbar.

Damals habe ich zu Gott intensiv um Hilfe gerufen (Ps 50:15). Es war eine Vertrauensschule, in der ich Schritt für Schritt Vertrauen übte, um Hilfe bat und darauf vertraute, dass ER HERR der Lage ist und Besserung schenken kann. ER tat das für mich Unmögliche: Am Vorabend packte ich die Koffer und konnte – welch Wunder – am nächsten Tag heimfliegen. Es kam mir vor, als würde ich wie Petrus übers Wasser gehen, den Blick auf Jesus gerichtet (Mt 14:28-29). Das war eine unvergesslich starke Vertrauenserfahrung.

So kann auch ich bekennen: „HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!" (Jer 16:19) Man kann es auch erweitert so formulieren: „HERR, DEINE Worte sind meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not!" (Ps 119:114) Seine Worte aus der Bibel sind uns anvertraut. Diese dürfen wir bewahren wie einen Schatz (Ps 119:11, Ps 119:162).

Hier ein ermutigendes Lied zum Thema Vertrauen!


Mittwoch, 19. März 2025

🎵 Hier als Audio

Hiob antwortete dem HERRN: Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen.

Hiob 40,3-4

Paulus schreibt: Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

1.Korinther 13,12

Können und müssen wir alles verstehen, was Gott macht?

Kinder verstehen die Entscheidungen ihrer Eltern häufig nicht. Erst wenn sie selbst Eltern werden, können sie diese Entscheidungen nachvollziehen. Ähnlich erging es mir während meiner Ausbildung zum Hochbauzeichner – die Entscheidungen meines damaligen Chefs erschienen mir oft rätselhaft. Als ich später selbst ein Architekturbüro leitete, verstand ich die Anordnungen meines früheren Ausbildners besser, da ich die größeren Zusammenhänge erkannte und mehr Erfahrung hatte.

Auch Hiob konnte während seiner Leidenszeit nicht nachvollziehen, warum der Allmächtige so viel Leid in seinem Leben zuließ (Hiob 3). Trotz intensiven Nachdenkens fand er für sein Schicksal keine plausible Erklärung, während für seine Freunde feststand, dass Hiob eine verborgene Sünde haben müsse, für die Gott ihn nun bestrafte. Zeitweise war Hiob überzeugt, sich vor Gott rechtfertigen zu können, wenn dieser nur endlich sein Schweigen brechen und mit ihm reden würde (Hiob 13:3). Verzweifelt fragte Hiob, warum Gott ihm – ohne ersichtlichen Grund – solches Leid zumutete.

Kürzlich sah ich einen Film über Billy Graham. Der Film zeigte hauptsächlich die jungen Jahre des weltbekannten Evangelisten und seine tiefe Freundschaft mit Charles Templeton, seinem frühen Predigtpartner. Als Templeton sich intensiver mit den Gräueln des Holocaust und anderen schrecklichen Schicksalen auseinandersetzte, verlor er zunehmend seinen Glauben an Gott. Mit der Zeit wurde es für ihn undenkbar, dass ein Gott der Liebe solches Leid zulassen könnte – und so wurde er zum Agnostiker.

Als Gott dem Hiob begegnete, beantwortete er ihm keine Warum-Frage – stattdessen überschüttete er Hiob mit vielen Fragen, die dieser nicht beantworten konnte (Hiob 38). Dabei wurde Hiob klar: „Wenn ich so vieles nicht weiß, wer bin ich, dass ich die Entscheidungen Gottes infrage stellen kann?" Demütig erkannte er: „Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen."

Wir Menschen können die Frage, warum Gott den Holocaust und andere schreckliche Dinge zuließ, nicht beantworten. Erst wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, wird uns alles klar werden (1Kor 13:12). Heute können wir aber an das glauben, was Gott durch sein Wort versprochen hat – nämlich dass die Leiden der jetzigen Zeit eine unvorstellbare Herrlichkeit zur Folge haben und unsere kühnsten Erwartungen übertreffen werden (Röm 8:18). Wir können schon jetzt darauf vertrauen, dass die Leiden in diesem Leben nicht mit der zukünftigen Herrlichkeit vergleichbar sind, die Gott uns schenken wird.

Als „kleine Menschen" sind wir nicht in der Lage, Gottes Handeln zu beurteilen, da wir zurzeit nur Bruchstücke des großen Ganzen erkennen können (1Kor 13:9). Doch wenn wir einst bei Gott sind, werden wir ihn vollständig erkennen und alles verstehen. Wie Jeremia schreibt, werden wir am Ende der Tage völlige Klarheit haben (Jer 23:20). Welch wunderbare Aussicht!


Donnerstag, 20. März 2025

🎵 Hier als Audio

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft.

Psalm 138,3

Jesus spricht: Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Lukas 11,10

Ewigkeitsperspektive, Gebet und Gottesbeziehung

Wenn ich – so wie die Jünger – mit Jesus hätte zusammenleben können: Worum hätte ich ihn gebeten? Was wäre meine Bitte an ihn gewesen? Hätte ich etwa um Erfolg oder eine besondere Begabung gebeten?

Was wäre deine Bitte gewesen, was hättest du dir von ihm gewünscht? Es lohnt sich, über diese Frage nachzudenken, denn sie macht uns bewusst, was uns wirklich wichtig ist. Unweigerlich führt dies zur nächsten Frage: „Würde die Erfüllung meiner Bitte zu wahrer Lebenserfüllung führen oder würde sie nur vorübergehende Bedürfnisse stillen?"

Mir wurde deutlich: Hätten wir das Glück gehabt, in Jesu Nähe zu leben, so wären unsere Ziele und Sehnsüchte von Grund auf neu ausgerichtet. Vieles, was uns jetzt noch wichtig erscheint, würde in die Bedeutungslosigkeit versinken, weil seine Anwesenheit uns die Ewigkeitsperspektive eröffnet (2Kor 4:18). Wer die Liebe Jesu sehen und erkennen durfte, strebt nicht mehr nach materiellem Reichtum, beruflichem Erfolg oder Ansehen bei Menschen, weil das alles in der Gegenwart Jesu verblasst.

Als Jesus betete, erkannte ein Jünger, was wirklich wichtig ist: eine vertrauensvolle Liebesbeziehung zum himmlischen Vater – und der Schlüssel dazu ist das Gebet. Deshalb bat er Jesus in Lk 11:1: „Herr, lehre uns beten!" Dieser Jünger hatte erkannt, dass Jesus auf eine besondere und unvergleichliche Art betete. Er spürte, dass Jesus seine Gebete aus einer tiefen Vertrautheit mit seinem Vater sprach (Joh 10:30), und genau diese Verbundenheit wünschte er sich auch!

David war ein Mann des Gebets und durfte immer wieder erfahren, wie Gott ihn erhörte und ihm Kraft gab, wenn er ihn von ganzem Herzen anrief (Ps 18:7)! Vielleicht denkst du: „Das mag ja stimmen, aber als ich zu ihm betete, spürte und hörte ich nichts. Er hat mir auch nicht geholfen, als ich ihn um Hilfe bat!"

Eines der großen Missverständnisse im Hinblick auf Gott ist, dass manche ihn wie einen Geldautomaten sehen, den man bei Bedarf einfach bedienen kann, oder wie eine Künstliche Intelligenz, die man nach Belieben befragen kann. Zwar hat Gott schon viele Menschen aus ihrer Not befreit, als sie ihn um Hilfe baten – doch er tat dies stets mit dem Ziel, mit ihnen in eine gegenseitige Liebesbeziehung zu treten. Der himmlische Vater erfüllt nicht alle unsere Wünsche, weil nicht alle unsere Bedürfnisse zielführend sind und er noch viel Besseres für uns bereithält (Jes 55:8-9).

Wer aus einer Vertrauensbeziehung zu Gott lebt, lernt ihn immer besser kennen und versteht, was ihm wirklich wichtig ist und seinem Willen entspricht (Phil 1:9-10). Das Erkennen und Tun von Gottes Liebeswillen ist die beste Voraussetzung, um Gebetserhörungen zu erleben. Doch diese Erhörungen sind nicht das eigentliche Ziel – sie sind vielmehr die natürliche Folge eines vertrauten Umgangs mit dem himmlischen Vater, der von Vertrauen, Gehorsam und Liebe geprägt ist (1Jo 5:14). Die Vertrautheit mit Gott übertrifft alles irdische Glück! Das wünsche ich allen von ganzem Herzen!


Freitag, 21. März 2025

🎵 Hier als Audio

Den Demütigen wird der HERR Gnade geben.

Sprüche 3,34

Es entstand auch ein Streit unter den Jüngern, wer von ihnen als der Größte gelten könne. Jesus aber sagte zu ihnen: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Macht über sie haben, lassen sich als Wohltäter feiern. Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch werde wie der Jüngste, und wer herrscht, werde wie einer, der dient.

Lukas 22,24; 25; 26

Das Jesus-Prinzip

Eine offizielle Definition des Jesus-Prinzips gibt es meines Wissens nicht. Man könnte jedoch das Leben und die Lehre Jesu als Jesus-Prinzip bezeichnen. Seine Lehre, die sich vollständig in seinem Leben widerspiegelte, basierte auf absolutem Gottvertrauen (Hebr 11:6), Liebe (Joh 13:34) sowie der Bereitschaft zur Vergebung und Aufopferung (Mt 6:14). Auch die demütige Selbsterniedrigung und das liebevolle Dienen waren zentrale Elemente dieses Prinzips (Phil 2:8).

Aus menschlicher Sicht ist es mit dem Jesus-Prinzip nahezu unmöglich, in einem korrupten Land an die Spitze eines Staates zu gelangen. Eine demütige und sanftmütige Grundhaltung führt oft dazu, dass man „unter die Räder" kommt und von despotischen Herrschern unterdrückt wird. Ohne einen gerechten und liebenden Gott und ohne ein Leben nach dem Tod würde sich ein demütiges und sanftmütiges Verhalten kaum lohnen – es würde nur zu wesentlichen Benachteiligungen führen.

Das Jesus-Prinzip lässt sich nur dann leben, wenn man davon überzeugt ist, dass es einen Gott gibt, der das demütige und liebende Dienen eines Tages belohnen wird (Mt 5:5).

Jesus führte weder eine Armee an noch besiegte er Länder – stattdessen hat er seit nahezu zweitausend Jahren unzählige Herzen erobert! Seine tiefe Demut und Sanftmut ermöglichten es ihm, sich selbst bis in den Tod zu erniedrigen. Dafür schenkte Gott ihm so viel Gnade, dass sein Name heute schon über allen anderen Namen steht (Phil 2:9). Im Vergleich zu Jesu Namen verblassen alle Namen der einst Mächtigen und Erfolgreichen dieser Welt!

Als Jesus mit seinen Aposteln das Passahfest feierte, stand er während des Mahls auf und wusch – als „König des Himmels" – seinen Jüngern die Füße (Joh 13:5). Er, der über allen steht, verrichtete diese Sklavenarbeit, weil sich vermutlich sonst niemand dazu berufen fühlte. Bei diesem Abendmahl deutete er auch sein Leiden und Sterben an. Kurz nachdem Jesus offenbarte, dass einer unter ihnen ein Verräter sei, entstand ein Streit darüber, wer von ihnen als der Größte gelten könne.

Seit über drei Jahren lehrte und lebte Jesus die Demut, und die Fußwaschung war wohl das bis dahin deutlichste Zeichen seiner Bescheidenheit. Man stelle sich das vor: Jesus verkörpert wahre Demut, kündigt aus Liebe sein Leiden und Sterben an – und seine Anhänger wissen nichts Besseres zu tun, als darüber zu streiten, wer von ihnen der Größte sei! Die großen Apostel verhielten sich damals alles andere als vorbildlich. Adolf Heller sagte einmal sinngemäß:

"Es menschelt überall, und da, wo es nicht menscheln sollte, da menschelt es noch viel mehr!"

Wenn der Größte sich wie der Kleinste oder Geringste gibt, dann vermittelt er allen anderen eine maximale Wertschätzung. Wenn der Herrschende die anderen bedient, dann fühlen sich auch die "Kleinen" geehrt, und dann entsteht eine wunderbare Atmosphäre der Liebe! Das ist aber nur möglich, wenn man weiß, dass es einen Gott der Liebe gibt, der die Demütigen mit Gnade überschüttet (Jak 4:6)! Man könnte auch sagen:

Demut lässt die kraftvolle und alles überwindende Gnade Gottes wirksam werden!


Samstag, 22. März 2025

🎵 Hier als Audio

Es kommt die Zeit, da werde ich meinen Geist ausgießen über alle Menschen.

Joel 3,1

Petrus sprach: Jesus ist nun zur Rechten Gottes erhöht und hat vom Vater die verheißene Gabe, den heiligen Geist, empfangen, den er jetzt ausgegossen hat, wie ihr seht und hört.

Apostelgeschichte 2,33

Das Geschenk des Heiligen Geistes

Während einer Israelreise in der Negev-Wüste zeigte uns die Reiseleiterin eine völlig ausgetrocknete, unscheinbare Knospe. Als sie etwas Wasser darüber goss, öffnete sich die Knospe und enthüllte eine wunderschöne Blüte. Dies war eines der vielen faszinierenden Geheimnisse der Wüste.

Für mich war dies ein eindrückliches Bild dafür, was geschieht, wenn Gott seinen Heiligen Geist auf die Menschen ausgießt: Göttliches Leben durchströmt sie und bringt sie zum Erblühen. Der Heilige Geist ist das kostbarste und größte Geschenk, das ein Mensch auf dieser Erde empfangen kann, denn er umfasst alles, was wir für Gegenwart und Ewigkeit brauchen (Joh 14:26).

Durch den Heiligen Geist wird die Liebe Gottes in das Herz eines Menschen ausgegossen (Röm 5:5), und durch ihn wohnt Jesus Christus, der Sohn Gottes, in uns. Durch den Heiligen Geist dürfen wir Kinder Gottes und Miterben Jesu Christi sein (Röm 8:17). Er allein macht uns zu Heiligen Gottes – zu Menschen, die Gott geweiht und für seinen Dienst bestimmt sind. Durch ihn haben wir einen Tröster, der uns führt und leitet (Joh 16:13). Der Heilige Geist erklärt uns das Wort Gottes, damit wir es immer besser verstehen können. Er schenkt uns vielfältige Gnadengaben (griech. charisma), mit denen wir einander dienen können (1Kor 12:4-11). Er allein gibt uns die Weisheit, die Kraft und die Orientierung, die wir nicht nur in diesem irdischen Leben benötigen, sondern auch weit darüber hinaus. Er vermittelt uns die göttliche Gerechtigkeit und Vollkommenheit.

Der Heilige Geist lässt sich mit elektrischem Strom vergleichen: Erst durch ihn kann eine Lampe leuchten, ein Motor Kraft entwickeln, ein Elektroherd Wärme erzeugen, können Informationen fließen und ein Computer arbeiten.

Der Heilige Geist ist aber nicht wie ein Geldautomat, der alles gibt, was wir uns wünschen – er ist noch viel besser: Er gibt uns genau das, was aus Gottes Sicht und im Hinblick auf die Ewigkeit wirklich gut für uns ist (Röm 8:27-28).

Alle Schätze und Freuden dieser Welt sind nicht vergleichbar mit dem Geschenk des Heiligen Geistes! Warum? Weil alle weltlichen Dinge vergänglich sind, während der Heilige Geist uns etwas unvergleichlich Schöneres schenkt als alles, was diese Welt zu bieten hat (1Kor 2:9). Durch den Heiligen Geist haben wir alles – ohne ihn ist alles nur „Schall und Rauch"!

Da der Heilige Geist ein Geschenk ist und man sich Geschenke nicht verdienen kann, stellt sich natürlich die Frage: Wie kann man dieses Geschenk erhalten? Der Weg beginnt damit, dass man an das glaubt, was Gott durch sein Wort (die Bibel) zu uns gesagt hat. Man bekennt ihm seine Schuld, dankt für die Vergebung und schenkt Jesus Christus sein Herz und Leben (Apg 2:38). Wer diesen Schritt getan hat, hat den Heiligen Geist empfangen – unabhängig davon, ob damit ein Gefühl verbunden ist oder nicht!

Hast du diesen Schritt schon gewagt? Er lohnt sich auf jeden Fall!


Sonntag, 23. März 2025

🎵 Hier als Audio

Ich will des Morgens rühmen deine Güte; denn du bist mir Schutz und Zuflucht in meiner Not.

Psalm 59,17

Paulus schreibt: Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Klein und Groß.

Apostelgeschichte 26,22

Von der Klage zum Lob

Unter König Saul hatte David vor allem zwei Aufgaben: Er war Heerführer und Musiker. Es war vermutlich eine seltene Kombination, dass ein Kriegsmann vor dem König mit seiner Lyra (hebr. kinnor) spielen musste, um ihm Linderung zu verschaffen, wenn dieser von einem bösen Geist geplagt wurde (1Sam 16:23). David erwies sich sowohl auf dem Schlachtfeld als auch als Musiker als äußerst begabt. Doch noch bedeutsamer war seine absolute Treue und Loyalität gegenüber seinem König.

Anstatt diesem wertvollen Diener dankbar zu sein, hasste Saul David. Zum einen war er eifersüchtig auf Davids Erfolge, zum anderen spürte er wohl unbewusst, dass Gott auf Davids Seite stand – besonders nachdem Samuel ihm verkündet hatte, dass er vom HERRN verworfen wurde (1Sam 15:26-28).

Nach einer siegreichen Schlacht kehrte David zurück und spielte bei Saul die Kinnor. Doch Saul versuchte, ihn zu töten. David musste noch in derselben Nacht aus seinem Haus fliehen (1Sam 19:8-11). Während Saul Davids Haus bewachen ließ und David auf der Flucht war, verfasste er den Psalm 59. Die Verfolgung durch Saul belastete David schwer. Zum einen fürchtete er um sein Leben, zum anderen schmerzte es ihn zutiefst, dass Saul ihn trotz seiner treuen Dienste so sehr hasste. So ist es verständlich, dass der Psalm 59 als Klagelied beginnt, in dem David seine große Not zum Ausdruck bringt.

Doch inmitten dieses Klageliedes geht David in einen Lobpreis Gottes über! Dies ist bemerkenswert, und es wirft die Frage auf: Welchen inneren Weg ging David, als er von der Klage zum Lobpreis fand, obwohl seine Lage unverändert blieb? Wie gelang es ihm, Gott in dieser bedrängten Situation zu loben (Ps 34:2)?

Während David vor Gott klagte und ihm "sein Herz ausschüttete" (Ps 62:9), entstand in ihm die Gewissheit: "Egal was passiert – Gott steht mir bei und ist für mich wie eine starke Festung! Ich habe den Allmächtigen auf meiner Seite, darum brauche ich mich nicht zu fürchten! Deshalb kann ich ihn von ganzem Herzen loben!"

Dies verdeutlicht, wie wertvoll es ist, wenn wir unsere Not vor Gott bringen und ihm unser Herz ausschütten (1Petr 5:7). Es stärkt nicht nur unsere Beziehung zu ihm, sondern vertieft auch unser Vertrauen in seine Führung!

Auch der Apostel Paulus machte immer wieder diese Erfahrung, obwohl er durch viele Schwierigkeiten ging (2Kor 11:23-28). Deshalb konnte er vor König Agrippa bezeugen, dass er bis zum heutigen Tag Gottes Hilfe erfahren hatte.

Als Nachfolger Jesu dürfen wir in der Not klagen – und anschließend Gottes Treue loben und bezeugen! Diese kostbare Erfahrung steht allen offen, die durch ihren Glauben in schweren Zeiten den Weg von der Klage zum Lobpreis finden (Jak 1:12). Das Klagen in der Not gehört als natürlicher Teil zu unserem Weg. Doch während Menschen ohne Glauben in ihrer Klage oft in Verzweiflung und Verbitterung versinken, führt das Klagen mit Gottvertrauen in einen heilsamen und wertvollen Prozess.

Ich wünsche allen von Herzen dieses kostbare Gottvertrauen (Spr 3:5-6)!


Montag, 24. März 2025

🎵 Hier als Audio

Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt.

1.Samuel 3,18

Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr.

Johannes 21,12

Gottergebenheit oder mangelndes Verantwortungsbewusstsein?

Paulus spricht davon, dass die Gläubigen von Gott vor Grundlegung der Welt auserwählt wurden und dass er sie zur Sohnschaft vorherbestimmt hat (Eph 1:4-5). Dies umfasst ein großes Geheimnis, das für uns Menschen nur schwer zu begreifen ist. Bei einigen Christen führt das Wissen um die göttliche Vorherbestimmung zu einem mangelnden Verantwortungsbewusstsein. Sie glauben, unser Denken, Wollen und Handeln spiele kaum noch eine Rolle. Diese Sichtweise reduziert Menschen jedoch zu willenlosen Marionetten.

Das ist aber nicht Gottes Plan! Er möchte seine Kinder zu verantwortungsvollen Söhnen heranwachsen lassen, die mitdenken und handeln, indem sie sich die Gesinnung Jesu zu eigen machen (Phil 2:5). Als Söhne Gottes vereinen sie sich mit seinem liebenden Willen und übernehmen Verantwortung. Abraham, Mose, David, Paulus und andere haben sogar manchmal mit Gott „gerungen" – sie waren keine willenlosen Marionetten.

Der heutige Losungstext vermittelt den Eindruck einer demütigen Gottergebenheit. Als der alte Priester Eli von seinem jungen Schüler und Diener Samuel das schwere Urteil hörte, das der HERR über ihn und seine Familie aussprach, sagte er: „Er ist der HERR; er tue, was in seinen Augen gut ist!" (1Sam 3:18) Diese Aussage zeigt einerseits eine demütige Gottergebenheit, andererseits fehlt etwas Entscheidendes: Die Bibel berichtet weder von einem Sündenbekenntnis noch von Reue und Umkehr vonseiten Elis.

Seine Söhne Hofni und Pinhas, die ebenfalls Priester waren, verhielten sich völlig gewissenlos. Sie verachteten die Opfergaben für den HERRN, und vor dem Eingang zum Heiligtum schliefen sie mit den Frauen (1Sam 2:22). Für diese beiden Männer war der Priesterdienst lediglich ein „guter Job", der ihnen Macht über Menschen verlieh, um sie missbrauchen zu können. Als die beiden Söhne Elis im Volk für Gerede sorgten, wies Eli sie zwar zurecht, doch blieb dies ohne weitere Konsequenzen. Der Tadel ihres Vaters war so schwach, dass Hofni und Pinhas ihr gewissenloses Verhalten ungeniert fortsetzen konnten.

War Eli harmoniebedürftig und führungsschwach? Zeigte er mangelnde Verantwortung, oder war er demütig gegenüber Gottes Willen? Wahrscheinlich trifft von allem etwas zu.

Die Begebenheit aus Johannes 21 ist eine andere Geschichte. Hier wird Jesus zwar auch als "Herr" bezeichnet und er tat hier ebenfalls, was ihm gefiel, aber hier geht es mehr um eine ehrfurchtsvolle Scheu der Jünger (Joh 21:12).

Der auferstandene Jesus lädt seine Jünger am See Genezareth zum Frühstück ein: Es gibt gegrillten Fisch und Brot! Was für eine wunderbare Atmosphäre! Nach der Auferstehung war Jesu Erscheinung vermutlich etwas verändert. Die Jünger erkannten ihren Herrn zwar, doch blieb eine gewisse Unsicherheit. Sie hätten gerne gefragt: „Bist du es, Herr?", wagten es aber nicht – vielleicht aus Sorge, als Zweifler zu erscheinen.

Eines Tages werden alle Gläubigen nicht nur zum Abendmahl, sondern zu einem großen Festmahl eingeladen, wenn der Tag des HERRN anbricht (Offb 19:9). Dies wird dann das "ganz große Frühstück" mit dem HERRN sein!


Dienstag, 25. März 2025

🎵 Hier als Audio

Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.

1.Mose 6,9

Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel.

1.Petrus 1,15

Mit Gott wandeln – nicht nur Disziplin, sondern auch Freude

Als Zwanzigjähriger absolvierte ich in der Schweizer Armee meine Grundausbildung zum Sanitätssoldaten. Zu Beginn mussten wir täglich exerzieren, das heißt im Gleichschritt marschieren. Dabei galt es, genau auf die Befehle des Unteroffiziers zu hören und die Kameraden zu beobachten, damit wir ein „einheitliches Bild" abgaben. Dies erforderte höchste Konzentration. Gegen Ende unserer Ausbildung sah es dann recht ordentlich aus – auch wenn wir uns bei Weitem nicht mit einer Parade der chinesischen Armee messen konnten, da wir glücklicherweise auch nicht so stark gedrillt wurden wie diese!

Wenn Noah mit Gott wandelte, bedeutete dies, dass er „mit Gott Schritt hielt", auf Gottes Stimme achtete und ganz auf ihn ausgerichtet war (1Mo 5:22). Er wollte dem HERRN stets nahe sein – das hieß: gehen, wenn der HERR „ging", und ruhen oder warten, wenn Gott „stehen blieb" (5Mo 13:5).

Das Bild des Gleichschritts im Exerzieren zeigt uns, dass das Leben mit Gott eine bewusste Ausrichtung erfordert. Doch „mit Gott zu wandeln" bedeutet nicht nur Disziplin, sondern auch eine tiefe Freude und Geborgenheit (Ps 16:11). In der Bibel wird unser Verhältnis zu Gott oft mit einer Vater-Kind-Beziehung verglichen (Röm 8:15). Ein kleines Kind hält sich an der Hand seines Vaters, ohne sich zu sorgen, wohin der Weg führt. Es geht nicht darum, perfekt zu marschieren, sondern um Vertrauen und Nähe.

Wie aber können wir „mit Gott Schritt halten"? Ich bezweifle, dass ich dieses Geheimnis bereits vollständig entdeckt habe, doch einiges ist mir klar geworden: Jesus muss in unserem Leben die „erste Liebe" sein und bleiben (Offb 2:4). Dazu braucht es uneingeschränktes Vertrauen auf Gott und die absolute Bereitschaft zum Gehorsam. Diese Eigenschaften entwickeln sich nicht über Nacht – sie sind Teil eines Wachstumsprozesses und erfordern Geduld und Ausdauer (Jak 1:4).

Die Aussage „er wandelte mit Gott" findet sich in der Bibel nur bei drei Patriarchen: Henoch, Noah und Abraham. Henoch, der Siebte nach Adam, wurde von Gott entrückt und musste nicht sterben (1Mo 5:24). Noah, der Zehnte, fand durch den Bau der Arche Rettung vor der weltweiten Flut (1Mo 6:8-9). Abraham, der Einundzwanzigste nach Adam, glaubte Gott – was ihm als Gerechtigkeit angerechnet wurde (1Mo 15:6). Sein Vertrauen auf Gott wurde so stark, dass er fest damit rechnete, der HERR würde seinen Sohn von den Toten auferwecken (Hebr 11:19).

Neben der Aussage, dass Noah mit Gott wandelte, finden wir noch zwei sehr interessante Charaktereigenschaften:

  1. Er war „fromm" (w. gerecht, hebr. zadyq). Dies beschreibt einen Menschen, der in rechter Beziehung zu Gott lebt und seinen Willen tut. Im Gegensatz zur griechischen Philosophie, die Gerechtigkeit als abstrakte Tugend verstand, bezieht sich die hebräische Vorstellung von zadyq auf eine lebendige Beziehung (Ps 11:7). Für Gott ist Gerechtigkeit ein Beziehungs- und Gemeinschaftsbegriff. Absolute Gerechtigkeit entsteht erst durch eine vollkommene Liebesbeziehung zu Gott und den Mitmenschen (1Jo 4:16).
  2. Er war „untadelig" (o. vollkommen, hebr. tamim). Dieser Begriff beschreibt einen Zustand der Unversehrtheit, Makellosigkeit, Aufrichtigkeit und Integrität – sowohl in physischer als auch in geistlicher Hinsicht (Ps 19:8). Ein vollkommener und aufrichtiger Mensch ist durch und durch authentisch. In der Bibel bedeutet „Vollkommenheit" nicht absolute Perfektion, sondern göttliches Lieben (Kol 3:14).

Wer das alles erkennt, merkt sehr schnell, dass er dazu gar nicht in der Lage ist. Göttliche Vollkommenheit scheint ein unerreichbares Ziel zu sein! Doch Jesus hat nicht nur gefordert, sondern auch verheißen, dass wir einmal so vollkommen sein werden wie der himmlische Vater vollkommen ist (Mt 5:48). Es ist aber auch klar, dass wir dieses Ziel nur „in Christus" erreichen können (Phil 3:12-14). Nur wer sich ganz in Christus birgt und alles für sich in Anspruch nimmt, was Christus für uns getan hat, wird das Ziel erreichen – denn nur er allein kann uns seine Gerechtigkeit und Vollkommenheit schenken!

Christus hat uns geheiligt und für Gott berufen, damit wir ihm geweiht und für ihn abgesondert sein dürfen (1Petr 2:9). Mit diesem neuen Bewusstsein können wir einen Lebenswandel führen, der von Demut, Liebe und Wertschätzung geprägt ist. Dies ist die wahre Lebenserfüllung, die ich allen von Herzen wünsche!


Mittwoch, 26. März 2025

🎵 Hier als Audio

Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.

Psalm 34,7

Jesus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Matthäus 11,28

Hilfe für Gedemütigte und Beschwerte

Vermutlich kennst du diese Erfahrung: Dir ist etwas besonders gut gelungen, und dafür wirst du gelobt und vielleicht sogar geehrt. Zuerst freust du dich, und je länger dieser Zustand anhält, desto sicherer fühlst du dich. Ohne dass du es bemerkst, schleicht sich heimlich ein gewisser Stolz ein, und du fühlst dich überlegen gegenüber jenen, die sich blamiert haben und gedemütigt wurden (Spr 16:18). Doch dann geschieht auch dir ein Missgeschick, etwas Peinliches, und plötzlich fühlst du dich selbst gedemütigt und niedergeschlagen.

Wenn wir an David denken, fällt uns meist zuerst sein ruhmreicher Sieg über den Philister Goliath ein (1Sam 17)! Doch kaum jemand erinnert sich daran, dass sich dieser „Held" vor den Philistern in Gat als Wahnsinniger verstellen musste, um sein Leben zu retten. Welch eine Demütigung und Schande! Wenn wir diese Geschichte in 1Sam 21:11-16 lesen, möchte man sich fast fremdschämen. Es ist verständlich, dass sich der verfolgte und gedemütigte David völlig elend fühlte.

Ausgerechnet nach dieser „peinlichen Geschichte" entstand Psalm 34! Die meisten Übersetzungen geben das hebräische Wort „ani" mit „Elender" wieder, doch man könnte es auch als „Gedemütigter" übersetzen. David empfand sich in dieser Situation als elend und gedemütigt. Er tat daraufhin das, was für ihn charakteristisch war: Er rief zu Gott, und der HERR rettete ihn aus allen seinen Nöten (Ps 50:15).

In Mt 11:28 lädt Jesus alle Mühseligen und Beladenen ein, zu ihm zu kommen. Der griechische Ausdruck "kopiontes" beschreibt Menschen, die bis zur völligen Erschöpfung arbeiten oder sich abmühen. Wer zu Jesus geht und ihm alles „hinlegt", darf erfahren, wie er Ruhe schenkt und erquickt (griech. anapauō).

Nach dieser liebevollen Einladung fährt Jesus fort:

Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und »ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen« (Mt 11:29)

Leider lassen wir uns allzu oft unter ein „fremdes Joch" einspannen oder legen uns selbst eine „Arbeitslast" auf, die möglicherweise gar nicht gottgewollt ist und uns zur völligen Erschöpfung führt (2Kor 6:14). Wer sich in ein fremdes Joch einspannen lässt, macht früher oder später die Erfahrung, einen „unbarmherzigen Treiber" zu haben – einen, der nie zufrieden ist und stets mehr fordert.

Wer sich hingegen unter das Joch des HERRN begibt, erfährt, dass er sanftmütig und demütig ist – und dass er als „Jochgenosse" die Hauptlast getragen hat und sie weiterhin trägt (1Petr 5:7). Dadurch findet die Seele ihre Ruhe.

Alle Gedemütigten und Beladenen finden nur bei dem Ruhe, der selbst von Herzen sanftmütig und demütig ist!

Komm zu Jesus – bei ihm findest du diese Ruhe (Joh 6:37)!


Donnerstag, 27. März 2025

Lobet Gott in den Versammlungen.

Psalm 68,27

Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk.

Apostelgeschichte 2,46-47

Ein Plädoyer für die Tischgemeinschaft

Das gemeinsame Loben und die Tischgemeinschaft – wenn sie im Sinne Gottes geschieht – ist eine große Kostbarkeit, die wir möglicherweise unterschätzen (Ps 133:1). Zu einer wertvollen Tischgemeinschaft gehört …

  • das dankbare Lob Gottes (Ps 34:2),
  • das Genießen der guten Gaben Gottes (1Tim 4:4)
  • der wertschätzende und interessierte Austausch untereinander (1Thes 5:11).

Wenn wir diese Dinge beachten, kann jede, noch so einfache gemeinsame Mahlzeit zu einem kleinen Festmahl werden.

Wenn Jesus Brot nahm und dafür dankte, war dies wirklich einzigartig und beeindruckend! Woher wissen wir das? Die Geschichte der Emmausjünger gibt uns einen deutlichen Hinweis (Lk 24:30-31): Als zwei Jünger – ohne es zu bemerken – ein intensives Gespräch mit dem auferstandenen Jesus führten, erkannten sie ihn erst, als er das Brot nahm, es segnete, brach und austeilte. Jesus vollzog diese Handlung auf eine so beeindruckende Weise, dass sie ihn allein daran erkannten!

Ich bin fest überzeugt: Hätten wir dies selbst miterleben dürfen, wären wir von Jesu einfachem und zugleich tiefgründigem Verhalten zutiefst bewegt gewesen. Wenn wir vor dem Essen von Herzen gemeinsam loben und danken (1Thes 5:18), wird auch eine einfache Mahlzeit zu einem besonderen Erlebnis. Dies sollten wir nicht nur regelmäßig, sondern auch viel bewusster tun!

Wo dies geschieht, wird selbst die einfachste Mahlzeit zu einem großen Genuss. Man kann ein Brot oder einen Apfel „verschlingen", oder man kann jeden einzelnen Bissen langsam, mit Wertschätzung und Dankbarkeit einnehmen. Essen ist zwar ein lebensnotwendiges Grundbedürfnis, doch es ist ein wunderbares Geschenk Gottes (Jak 1:17), dass Essen kein „notwendiges Übel" ist, sondern ein täglicher Genuss – wenn es denn in seinem Sinne geschieht!

Der letzte Punkt ist wohl der wichtigste: das gemeinsame Essen. Die Tischgemeinschaft war für Jesus ein zentrales Element seines Lebens. Die Evangelien berichten häufig, wie Jesus mit den Menschen aß und mit ihnen „zu Tische lag" (siehe hier) (Lk 15:2). Ein liebevoller und wertschätzender Austausch in entspannter Atmosphäre wurde für viele zu einem besonderen Segen – nicht weil das Essen außergewöhnlich war, sondern weil Menschen dabei einander näherkommen und voneinander lernen können.

Deshalb ist Gastfreundschaft ein wichtiger und wertvoller Bestandteil des christlichen Lebens (Röm 12:13). Manche glauben, Gastfreundschaft sei nur möglich, wenn man gut kochen kann – doch das ist ein Irrtum. Gastfreundschaft lässt sich auch mit einfachen Vesperbroten oder einem Teller Spaghetti leben. Das Wesentliche sind die Gemeinschaft und der liebevolle Austausch.

Wie wäre es, wenn du heute eine einsame Person zu einem einfachen Essen einlädst (Hebr 13:2)?

Freitag, 28. März 2025

Der HERR Zebaoth wird Jerusalem beschirmen, wie Vögel es tun mit ihren Flügeln, er wird beschirmen und erretten, schonen und befreien.

Jesaja 31,5

Jesus sprach zu den Jüngern: Geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Matthäus 10,6-7

Hilfe vom Himmel

Der Fischadler patrouilliert oft über seinem Nest und hat eine ausgeklügelte Verteidigungstaktik: Sobald sich ein potenzieller Eindringling nähert, steigt er in die Luft, um einen guten Überblick zu gewinnen, und stürzt sich dann mit überraschender Geschwindigkeit herab, um den Eindringling zu vertreiben. Dieses Verhalten, bei dem aufmerksames Kreisen mit einem gezielten Sturzflug kombiniert wird, dient dazu, das Nest und die Jungen effektiv zu schützen.

Jesaja hatte vermutlich solch ein Verhalten der Vögel vor Augen, als er diese Worte des heutigen Losungsverses niederschrieb (Jes 31:5). In der Elberfelder Bibel lautet die Übersetzung:

"Wie schwebende Vögel, so wird der HERR der Heerscharen Jerusalem beschirmen: beschirmen und erretten, schonen und befreien."

Diese Zusage durfte der Prophet den Stadtbewohnern im Auftrag des HERRN geben, nachdem sie die Bedrohung durch die assyrische Großmacht unter Sanherib erkannt hatten (2Kön 18:13). So wie schwebende Vögel über ihre Jungen wachen und den Überblick behalten, so wachte auch der HERR über der Stadt Jerusalem.

Doch statt die Hilfe bei ihrem Gott zu suchen, wollten sich die Verantwortlichen der Stadt mit Ägypten verbünden, das über eine mächtige Armee verfügte. Jesaja warnte jedoch in Kapitel 31 Vers 1:

"Wehe denen, die nach Ägypten hinabziehen um Hilfe, sich auf Pferde stützen und die ihr Vertrauen auf Wagen setzen, weil es viele sind, und auf Reiter, weil sie zahlreich sind; die aber auf den Heiligen Israels nicht schauen und nach dem HERRN nicht fragen!”

Und in Vers 3 sagte er:

“Auch die Ägypter sind Menschen und nicht Gott, und ihre Pferde sind Fleisch und nicht Geist. Und der HERR streckt seine Hand aus, da stürzt der Helfer, und der, dem geholfen wird, fällt. Und alle miteinander gehen sie zugrunde."

Diese typische Verhaltensweise hat sich bis heute wenig verändert. Wenn sich ein Volk oder ein einzelner Mensch bedroht fühlt, werden zunächst alle menschlichen Möglichkeiten geprüft, um der Gefahr zu begegnen (Ps 20:8). Dies betrifft nicht nur militärische Bedrohungen, sondern auch finanzielle, gesundheitliche, psychische oder zwischenmenschliche Probleme. Eine solche Reaktion ist zwar natürlich – doch wer an Gott glaubt und weiß, dass der allmächtige HERR helfen kann, darf lernen, das Problem zuerst im Gebet mit Gott zu besprechen (Phil 4:6) und darauf zu vertrauen, dass er uns den richtigen Weg weist.

Wie ein Vogel von oben den Überblick behält, so sieht auch der HERR alles und sendet uns seine Hilfe zur rechten Zeit (Ps 46:2).

Zur Zeit Jesu war das Himmelreich besonders nah, denn der König des Himmels selbst stieg herab und wurde Mensch, um die Menschheit zu retten (Joh 1:14). Jesus gab den zwölf Aposteln den Auftrag, diese Botschaft den verlorenen Schafen des Hauses Israel zu verkünden, damit sie gefunden und gerettet werden konnten (Mt 10:6). Diese Menschen waren verloren, weil sie sich durch ihren Unglauben von dem Gott Israels entfernt hatten.

Jesus Christus ist die ultimative Hilfe, die vom Himmel kam, um uns von unserer Schuld zu befreien (1Jo 4:14). Er wird bald wiederkommen, um alle Gläubigen zu sich in den Himmel zu holen (Joh 14:3)!

Glaubst du daran und vertraust du darauf, dass er dir zur richtigen Zeit Hilfe vom Himmel senden wird?


Samstag, 29. März 2025

Der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!

Habakuk 2,20

Jesus lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker?

Markus 11,17

Stille und Anbetung

Vor einigen Jahren führten wir in Tschiertschen, oberhalb von Chur im Kanton Graubünden, regelmäßig eine Skifreizeit für junge Erwachsene durch. In diesem Gebiet gibt es eine selten befahrene Abfahrtsstrecke, die in ein abgelegenes Tal führt. Eines Tages wählte ich diese Route und fand mich völlig allein wieder. Dort erlebte ich einen Moment absoluter Stille: Kein Skifahrer weit und breit, völlige Windstille, kein Flugzeug am Himmel. Der Pulverschnee verstärkte diese vollkommene Stille noch. Das Einzige, was ich hörte, war das Pfeifen in meinen Ohren aufgrund meines Tinnitus. Dennoch war diese Stille ein außergewöhnlicher Moment. Diese völlige Geräuschlosigkeit wirkte wohltuend und beruhigend – ein seltener, wunderbarer Augenblick!

Stille ist nicht nur eine Frage des Geräuschpegels, sondern auch ein Aspekt des inneren Friedens und der Ruhe. Im Zeitalter der sozialen Medien, technischen Geräte und der ständigen Informations- und Bilderflut ist es nicht nur schwer, diese innere Ruhe zu finden – sie ist für viele auch kaum auszuhalten! Mir selbst fällt es ebenfalls schwer, einfach einmal nichts zu tun, weil ich beim Ausruhen am liebsten lese. Dazu kommt, dass mir während der Ruhephasen ständig die To-do-Listen durch den Kopf gehen.

Die Anbetung spielt für das „Stillwerden" eine entscheidende Rolle (Ps 95:6). Der wesentliche Unterschied zwischen allgemeiner Meditation und Anbetung besteht darin: Bei der Meditation versucht man, sich selbst durch bestimmte Übungen und Konzentration zu beruhigen. Bei der Anbetung hingegen richtet man den Fokus auf das Du und die Liebe des allmächtigen Gottes. In einer von Herzen kommenden Anbetung wendet man den Blick von sich selbst ab und schaut voller Bewunderung und Liebe auf das herrliche Wesen des himmlischen Vaters (Joh 4:23)!

Als Jugendlicher dachte ich manchmal, das Stillsein müsse etwas völlig Langweiliges sein und die Anbetung sei nur ein religiöser Akt einiger frommer Heuchler. Dabei ist die Anbetung der beste Weg, um sich von sich selbst zu lösen, aus dem Hamsterrad des alltäglichen Stresses auszusteigen und die wohltuende Gegenwart Jesu Christi zu erfahren (Mt 11:28).

Als Elia auf dem Berg Gottes war, vernahm er zuerst einen mächtigen Wind, dann ein Erdbeben und schließlich ein Feuer! Doch Gott war in keiner dieser beeindruckenden Naturgewalten. Am Ende kam „ein Ton eines leisen Wehens" (1Kö 19:12). Eine wörtliche Übersetzung lautet auch: „Die Stimme einer dünnen Stille". Dies beschreibt wohl eine zarte, fragile Stille, die im Nu verfliegen kann.

Wenn Gott in seinem heiligen Tempel ist, dann ist Stille angesagt! Warum? Weil wir nur in der Stille die „Stimme einer dünnen Stille" vernehmen können. Diese Stimme Gottes spricht zu unseren Herzen, wenn wir uns auf ihn konzentrieren, ihn anbeten und völlig still werden (Ps 37:7).

Das zweite Kapitel des Propheten Habakuk beginnt mit einem Warten auf Gottes Antwort. Als der HERR zu Habakuk sprach und ihm befahl, die folgenden Worte deutlich auf Tafeln aufzuschreiben, verkündete er den alles entscheidenden Satz: „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben" (Hab 2:4). Durch das absolute Vertrauen auf Gott können wir von unseren eigenen Aktivitäten und To-do-Listen zur Ruhe kommen und in der Stille die Gegenwart des HERRN erfahren – eine Erfahrung, die zur höchsten Glückseligkeit führt!

Diese Glückseligkeit wünsche ich allen von ganzem Herzen!


Sonntag, 30. März 2025

🎵 Hier als Audio

Er ist der HERR, unser Gott, er richtet in aller Welt.

Psalm 105,7

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

Matthäus 5,10

Gericht und Gerechtigkeit

Manchmal berichten Zeitungen von Menschen, die jahrelang unschuldig im Gefängnis saßen, weil während der Gerichtsverhandlung viele Indizien für ihre Täterschaft sprachen und Richter oder Geschworene von ihrer Schuld überzeugt waren. Solche Fehlurteile sind in einem gut funktionierenden Rechtsstaat zwar selten. Häufiger kommt es jedoch vor, dass schwerwiegende Vergehen vergleichsweise milde bestraft werden, während kleinere "Vergehen" unverhältnismäßig hart geahndet werden.

Jeder Staat braucht ein gut funktionierendes Rechtssystem mit Richtern, die gerechte Urteile fällen (5Mo 16:18-20). Doch selbst die besten menschlichen Richter können keine absolut gerechten Urteile sprechen, da sie nicht alle Faktoren und Beweggründe vollständig erfassen können.

Wenn der HERR einmal die Welt richten wird, wird sein Gericht absolut gerecht sein (Ps 96:13)! Er beurteilt die Menschen nicht nach ihrem Ansehen, sondern wird alle verborgenen Motive der Herzen offenbaren (1Kor 4:5).

Aus Mt 25:31-46 wird ersichtlich, nach welchen Maßstäben der HERR das Weltgericht durchführt: Diejenigen, die Barmherzigkeit üben, indem sie Hungernde sättigen, Nackte kleiden und Kranke besuchen, erhalten vom HERRN einen großen Lohn! Es sind keine sündlosen Menschen, die nie Fehler gemacht hätten – aber es sind solche, die Mitgefühl zeigen und Leidenden mit praktischer Hilfe beistehen (Jak 2:13). Im Gegensatz dazu gibt es auch Menschen, die ihr Herz vor der Not verschließen und Hilfe verweigern, obwohl sie die Möglichkeit zur Hilfe hätten. Ihr Verhalten ist von Gleichgültigkeit und Unbarmherzigkeit geprägt – das ist das Gegenteil von Liebe (1Jo 3:17)!

Gemäß Angaben von Open Doors sind derzeit mehr als 380 Millionen Christen in 78 Ländern aufgrund ihres Glaubens schwerer Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt (2Tim 3:12). Warum nehmen Christen solche großen Nöte und Benachteiligungen auf sich? Und warum wenden sie sich nicht mehrheitlich von Gott ab, indem sie sagen: „Ich kann nicht mehr an diesen Gott der Liebe glauben, der uns so viel Leid zumutet!"?

Eine wesentliche Antwort liegt darin, dass diese Verfolgten das Geschenk des Heiligen Geistes empfangen und dadurch die große Liebe des himmlischen Vaters erkennen durften (Röm 5:5). Diese Erfahrung ist für sie so kostbar, dass sie sie gegen nichts eintauschen möchten. Wäre die persönliche Erfahrung der Liebe Gottes nur eine Illusion, würden nicht so viele Gläubige diese lebensbedrohlichen Diskriminierungen auf sich nehmen.

Der HERR hat gesagt, dass das Reich der Himmel denen gehört, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden (Mt 5:10). Wenn alle die unvorstellbare Schönheit dieses Reiches kennen würden, würden alle danach streben! Die Nachfolge Jesu ist in dieser Welt zwar oft herausfordernd – aber es lohnt sich in jedem Fall (Röm 8:18).


Montag, 31. März 2025

🎵 Hier als Audio

Alle deine Geschöpfe sollen dich preisen, HERR, alle, die zu dir gehören, sollen dir danken!

Psalm 145,10

Mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.

Kolosser 3,16

Der universale Lobpreis

Es ist allgemein bekannt, dass die Bibel zukünftige Ereignisse prophezeit und uns viele Verheißungen schenkt (Hebr 1:1). Da sich bereits Hunderte von Prophezeiungen des Wortes Gottes erfüllt haben, können wir zuversichtlich sein, dass auch alle weiteren Prophezeiungen eintreffen werden (2 Petr 1:19).

Während es viele Vorhersagen gibt, die sich in naher Zukunft erfüllen werden, gibt uns die Bibel auch Verheißungen, die Einblicke in die Vollendung der Heilsgeschichte Gottes gewähren (Offb 21:5). Psalm 145, ein Lobpreis Davids, schenkt uns solche wunderbaren Einblicke und göttlichen Verheißungen.

Zunächst möchte ich den Begriff "Verheißung" erläutern. Während dieser Begriff im Alten Testament so nicht vorkommt, finden wir dort dennoch viele göttliche Zusagen und Versprechungen. Im Neuen Testament wird das Wort "Verheißung" als "epangelia" bezeichnet und beinhaltet eine göttliche Zusage oder ein zuverlässiges Versprechen, das sich unweigerlich erfüllen wird, da es vom allmächtigen Gott selbst gegeben wurde (2 Kor 1:20).

Die Verse 8-10 werden in der Elberfelder Bibel folgendermaßen übersetzt:

"Gnädig und barmherzig ist der HERR, langsam zum Zorn und groß an Gnade. Der HERR ist gut gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke. Es werden dich loben, HERR, alle deine Werke und deine Getreuen dich preisen."

Diese absolut zuverlässigen Verheißungen Gottes werden durch weitere biblische Aussagen bestätigt. Paulus erklärt, dass Gott alle in den Ungehorsam (oder Unglauben) eingeschlossen hat, damit er sich aller erbarme (Röm 11:32). In Phil 2:10-11 zitiert er Jes 45:23-24 und verkündet: Im Namen Jesu wird sich jedes Knie beugen und jede Zunge bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist – zur Ehre Gottes, des Vaters.

Welch unvorstellbarer Lobpreis wird es sein, wenn alle Geschöpfe Gottes den HERRN singend anbeten (Offb 5:13)! Es wird ein Lobpreis sein, der von ganzem Herzen kommt und unsere Vorstellungen eines schönen Chores bei Weitem übertreffen wird.

Gläubige haben das besondere Vorrecht, dies bereits heute tun zu dürfen (Ps 96:1-2). Ich bin überzeugt, dass wir die positiven Auswirkungen eines von Herzen kommenden Lobpreises oft unterschätzen. Dem Apostel Paulus war es ein wichtiges Anliegen, dass wir uns gegenseitig zum Lobpreis ermutigen, und er nennt in Kol 3:16 drei verschiedene Formen:

  1. Psalmen (griech. psalmois). Dies bezieht sich hauptsächlich auf die alttestamentlichen Psalmen. Paulus legte Wert darauf, dass wir die 150 Psalmen nicht nur lesen und studieren, sondern auch singen (sofern wir eine Melodie dazu haben), da dies sich positiv auf unser ganzes „Menschsein" auswirkt.
  2. Hymnen (griech. hymnois). Dies bezeichnet Loblieder, die sich direkt an Gott richten, wie wir das aus Apg 16:25 sehen können, als Paulus und Silas im Gefängnis sangen.
  3. Geistliche Lieder (griech. odais pneumatikais) – Dies bezeichnet vom Geist inspirierte Gesänge. Auch in Eph 5:19 motiviert Paulus die Gemeinde: „Ermuntert einander mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern; singt und spielt dem Herrn in euren Herzen".

Manche Christen sehen das Singen als bloße Pflichtübung an und stufen es als „seelisch" ein. Doch wer dem HERRN von ganzem Herzen Loblieder singt, erfrischt nicht nur die eigene Seele, sondern drückt auch seine Liebe und Dankbarkeit gegenüber Gott aus (Ps 103:1).

Noch eine Frage zum Schluss: "Wie erlebst du Lobpreis in deinem Alltag? Gibt es eine Form des Lobes, die dich besonders berührt?"


Hier geht es zur Übersichtstabelle