1Kor 15:29

Aus Bibelwissen

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Grundtexte

GNT 1Kor 15:29 ἐπεὶ τί ποιήσουσιν οἱ βαπτιζόμενοι ὑπὲρ τῶν νεκρῶν εἰ ὅλως νεκροὶ οὐκ ἐγείρονται τί καὶ βαπτίζονται ὑπὲρ αὐτῶν
REC 1Kor 15:29 ἐπεὶ +1893 τί +5101 ποιήσουσιν +4160 οἱ +3588 βαπτιζόμενοι +907 ὑπὲρ +5228 τῶν +3588 νεκρῶν +3498, εἰ +1487 ὅλως +3654 νεκροὶ +3498 οὐκ +3756 ἐγείρονται +1453; τί +5101 καὶ +2532 βαπτίζονται +907 ὑπὲρ +5228 τῶν +3588 νεκρῶν +3498;

Übersetzungen

ELB 1Kor 15:29 Was werden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen ? Wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie taufen ?
KNT 1Kor 15:29 Sonst, was werden die tun, die sich taufen lassen? Es wäre ja für die Toten, wenn Tote allgemein nicht auferweckt würden? Was soll man sich für sie noch taufen lassen?
ELO 1Kor 15:29 Was werden sonst die tun, die für die Toten getauft werden, wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden? Warum werden sie auch für sie getauft?
LUO 1Kor 15:29 Was +5101 machen +4160 (+5692) sonst +1893, die sich taufen lassen +907 (+5746) über +5228 den Toten +3498, so +1487 überhaupt +3654 die Toten +3498 nicht +3756 auferstehen +1453 (+5743)? Was +5101 +2532 lassen sie sich taufen +907 (+5743) über +5228 den Toten +3498?
PFL 1Kor 15:29 Denn was werden die machen, die sich taufen lassen über und zugunsten von den Toten? Wenn überhaupt Tote nicht wirklich auferweckt werden, was lassen sie sich über ihnen taufen?
SCH 1Kor 15:29 Was würden sonst die tun, welche sich für die Toten taufen lassen? Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich für die Toten taufen?
MNT 1Kor 15:29 Denn was werden (sonst) tun, +4160 die sich für die Toten +3498 taufen +907 lassen? Wenn überhaupt Tote +3498 nicht erweckt +1453 werden, was noch lassen sie sich taufen für sie?
HSN 1Kor 15:29 Was wollen denn sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn Tote überhaupt nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich dann noch für sie taufen42?
WEN 1Kor 15:29 Was werden sonst die tun, die sich für die Gestorbenen taufen lassen? Wenn Gestorbene ganz und gar nicht erweckt werden, was lassen sie sich auch für sie taufen?

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Erste Gedanken

Informationen

📕 Sittlicher Rückschlag der Leugnung (P. S. Keller)

Fußnoten aus HSN

42 In Korinth gab es wohl einige, die eine „stellvertretende Taufe (Vikariatstaufe)“ praktizierten. Paulus vertritt diese Sitte nicht, er zieht sie lediglich als Beispiel heran. - Andere denken hier an den Tod als Märtyrer, die „Leidenstaufe“ (Lk 12:50).

Interlinear-Übersetzung

Grundtext Transliteration Übersetzung Strong-Nr.
Ἐπεὶ Epei sonst, denn, weil G1893
τί ti was, warum G5101
ποιήσουσιν poiēsousin werden tun, werden machen G4160
οἱ hoi die G3588
βαπτιζόμενοι baptizomenoi sich taufen lassenden G907
ὑπὲρ hyper für, über, wegen G5228
τῶν tōn der, die G3588
νεκρῶν nekrōn Toten G3498
εἰ ei wenn G1487
ὅλως holōs überhaupt, gänzlich G3654
νεκροὶ nekroi Tote G3498
οὐκ ouk nicht G3756
ἐγείρονται egeirontai werden auferweckt G1453
τί ti was, warum G5101
καὶ kai auch, und G2532
βαπτίζονται baptizontai lassen sie sich taufen G907
ὑπὲρ hyper für, über G5228
αὐτῶν autōn sie, ihrer G846

Versanalyse & Erläuterungen

Grammatische Analyse

  • βαπτιζόμενοι (baptizomenoi) – Präsens Passiv Partizip, Nominativ Plural Maskulin: „die sich taufen lassenden". Das Präsens deutet auf eine andauernde oder wiederholte Handlung hin.
  • ποιήσουσιν (poiēsousin) – Futur Aktiv Indikativ, 3. Person Plural von ποιέω (poieō): „sie werden tun/machen". Das Futur weist auf eine zukünftige Konsequenz hin.
  • ἐγείρονται (egeirontai) – Präsens Passiv Indikativ, 3. Person Plural von ἐγείρω (egeirō): „sie werden auferweckt". Das Passiv betont, dass Gott der Handelnde ist.
  • ὑπὲρ τῶν νεκρῶν (hyper tōn nekrōn) – Die Präposition ὑπέρ mit Genitiv kann „für, zugunsten von, anstelle von" bedeuten. Diese Formulierung ist der Schlüssel zum Verständnis der „Totentaufe".

Theologische und historische Hintergründe

  • Die Praxis der Totentaufe: Paulus erwähnt hier eine offenbar in Korinth praktizierte Sitte, ohne sie ausdrücklich zu billigen oder abzulehnen. Es handelt sich möglicherweise um eine stellvertretende Taufe für bereits Verstorbene, damit diese an der Auferstehung teilhaben könnten. Diese Praxis findet sich sonst nirgends im Neuen Testament (Apg 2:38; Röm 6:3-4).
  • Argumentationsstrategie: Paulus nutzt diese Praxis als argumentum ad hominem – er zeigt die Inkonsistenz derjenigen auf, die einerseits die Auferstehung leugnen, andererseits aber eine Praxis ausüben, die nur bei Annahme einer Auferstehung Sinn ergibt.
  • Kontext im 1. Korintherbrief: Das gesamte Kapitel 15 verteidigt die leibliche Auferstehung gegen Zweifler in Korinth (1Kor 15:12-19). Paulus argumentiert von der Auferstehung Christi (1Kor 15:3-8) zur allgemeinen Auferstehung der Gläubigen (1Kor 15:20-23).

Interpretation und Deutungsmöglichkeiten

  • Stellvertretende Taufe: Einige verstehen dies als tatsächliche Vikariatstaufe, bei der Lebende sich für Verstorbene taufen ließen – eine Praxis, die später von der Kirche abgelehnt wurde.
  • Taufe im Hinblick auf die Toten: Andere deuten es als Taufe in der Hoffnung auf Wiedervereinigung mit verstorbenen Gläubigen bei der Auferstehung (1Thes 4:13-18).
  • Märtyrertaufe: Eine weitere Deutung sieht darin die Taufe von Menschen, die die Nachfolge verstorbener Märtyrer antraten – „über den Toten" im Sinne von „an die Stelle der Toten tretend" (Lk 12:50; Mk 10:38-39).

Bedeutung für die paulinische Theologie

  • Zentrale Rolle der Auferstehung: Die Auferstehung ist für Paulus nicht optional, sondern fundamental für den christlichen Glauben (1Kor 15:14; 1Kor 15:17).
  • Verbindung von Taufe und Auferstehung: Die Taufe symbolisiert das Sterben und Auferstehen mit Christus (Röm 6:3-5; Kol 2:12).
  • Hoffnung auf leibliche Auferstehung: Paulus betont die Transformation des Leibes bei der Auferstehung (1Kor 15:35-49; Phil 3:21).

Parallelstellen

Taufe und Auferstehung

  • Röm 6:3-5 – Verbindung von Taufe mit dem Tod und der Auferstehung Christi (Röm 6:3-5)
  • Kol 2:12 – Taufe als Mitbegrabenwerden und Mitauferwecktwerden mit Christus (Kol 2:12)
  • 1Petr 3:21 – Taufe als Bitte an Gott um ein gutes Gewissen durch die Auferstehung Jesu Christi (1Petr 3:21)

Auferstehung der Toten

  • 1Kor 15:12-19 – Paulus argumentiert gegen die Leugnung der Auferstehung (1Kor 15:12-19)
  • 1Kor 15:20-23 – Christus als Erstling der Entschlafenen (1Kor 15:20-23)
  • 1Kor 15:35-49 – Die Beschaffenheit des Auferstehungsleibes (1Kor 15:35-49)
  • 1Thes 4:13-18 – Hoffnung auf Wiedervereinigung mit verstorbenen Gläubigen (1Thes 4:13-18)
  • Phil 3:21 – Verwandlung unseres Leibes der Niedrigkeit (Phil 3:21)

Taufe im Neuen Testament

  • Apg 2:38 – Petrus' Aufruf zur Taufe zur Vergebung der Sünden (Apg 2:38)
  • Mt 28:19 – Der Missionsbefehl und die Taufe (Mt 28:19)
  • Mk 16:16 – Glaube und Taufe (Mk 16:16)

Taufe als Leiden und Martyrium

  • Lk 12:50 – Jesus spricht von seiner Taufe als bevorstehendem Leiden (Lk 12:50)
  • Mk 10:38-39 – Der Kelch und die Taufe Jesu als Bild für Leiden (Mk 10:38-39)

Konsequenzen ohne Auferstehung

  • 1Kor 15:14 – Ohne Auferstehung ist die Predigt vergeblich (1Kor 15:14)
  • 1Kor 15:17 – Ohne Auferstehung ist der Glaube nichtig (1Kor 15:17)
  • 1Kor 15:32 – Wenn es keine Auferstehung gibt: "Lasst uns essen und trinken!" (1Kor 15:32)

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