1Kor 15:26
Vers davor: 1Kor 15:25 --- Vers danach: 1Kor 15:27 | 👉 Zur Kapitelebene 1Kor 15 | 👉 Zum Kontext 1Kor 15.
Grundtexte
GNT 1Kor 15:26 ἔσχατος ἐχθρὸς καταργεῖται ὁ θάνατος
REC 1Kor 15:26 ἔσχατος +2078 ἐχθρὸς +2190 καταργεῖται +2673 ὁ +3588 θάνατος +2288
Übersetzungen
ELB 1Kor 15:26 Als letzter Feind wird der Tod weggetan.
KNT 1Kor 15:26 Der letzte Feind, der abgetan wird, ist der Tod.
ELO 1Kor 15:26 Der letzte Feind, der weggetan wird, ist der Tod.
LUO 1Kor 15:26 Der letzte +2078 Feind +2190, der aufgehoben wird +2673 (+5743), ist der Tod +2288.
PFL 1Kor 15:26 Als letzter Feind wird außer Wirksamkeit gesetzt der Tod.
SCH 1Kor 15:26 Als letzter Feind wird der Tod abgetan.
MNT 1Kor 15:26 Als letzter +2078 Feind +2190 wird vernichtet +2673 der Tod +2288;
HSN 1Kor 15:26 Als letzter Feind wird der Tod37 entmachtet34.
WEN 1Kor 15:26 Der letzte Feind, der unwirksam gemacht ist, ist der Tod.
Vers davor: 1Kor 15:25 --- Vers danach: 1Kor 15:27
Zur Kapitelebene 1Kor 15
Zum Kontext 1Kor 15.
Erste Gedanken
Informationen
📕 Der Endsieg Gottes - 1Kor 15:20.26-28 (H. Schumacher)
📕 Ziel der Todesüberwindung (P. S. Keller)
Fußnoten aus HSN
34 o. abgeschafft, unwirksam gemacht, zunichte gemacht
37 vgl. Jes 25:8 - Offb 20:14 - Offb 21:4
Interlinear-Übersetzung
| Grundtext | Transliteration | Übersetzung | Strong |
|---|---|---|---|
| ἔσχατος | eschatos | letzter, äußerster, am Ende | G2078 |
| ἐχθρὸς | echthros | Feind, feindlich, Gegnerschaft | G2190 |
| καταργεῖται | katargeitai | wird aufgehoben, unwirksam gemacht, entmachtet, außer Kraft gesetzt | G2673 |
| ὁ | ho | der (bestimmter Artikel) | G3588 |
| θάνατος | thanatos | Tod, Sterben | G2288 |
Versanalyse & Erläuterungen
Kontext im Kapitel
1Kor 15 ist die zentrale Auferstehungslehre des Paulus (1Kor 15:1). In V.20–28 beschreibt Paulus eine heilsgeschichtliche Abfolge: Christus ist auferstanden (V.20), dann folgen die, die Christus gehören (V.23), dann das Ende, wenn Christus das Reich dem Vater übergibt (V.24) (1Kor 15:20 / 1Kor 15:23 / 1Kor 15:24). 1Kor 15:26 steht in diesem Zusammenhang als prägnante Aussage über den letzten, noch verbleibenden Gegner in dieser Abfolge (1Kor 15:26).
Satzbau & Aussage
Der griechische Satz ist kurz und pointiert: „ἔσχατος ἐχθρὸς καταργεῖται ὁ θάνατος“ (1Kor 15:26).
- „ἔσχατος ἐχθρὸς“ (letzter Feind) steht betont am Satzanfang.
- Das Verb „καταργεῖται“ steht im Präsens Passiv/Medium („wird unwirksam gemacht / außer Kraft gesetzt“) und beschreibt nicht nur ein „Aufhören“, sondern ein Entmachten und Außer-Kraft-Setzen (vgl. 2Tim 1:10).
- „ὁ θάνατος“ (der Tod) steht als identifizierendes Satzelement am Schluss: Der „Feind“ wird benannt (vgl. Röm 5:14).
Wortstudie: ἔσχατος (eschatos)
„ἔσχατος“ bezeichnet das Letzte in einer Reihenfolge (zeitlich/heilsgeschichtlich). Der Tod ist nicht „der größte“ Feind im Sinn einer Wertung, sondern der letzte, der im Rahmen der Königsherrschaft Christi beseitigt wird (vgl. 1Kor 15:23).
Wortstudie: ἐχθρός (echthros)
„ἐχθρός“ meint einen Gegner/Feind, also eine Macht, die gegen Gottes Ziel steht. Paulus spricht hier nicht nur biologisch vom Sterben, sondern vom Tod als feindlicher Macht (vgl. die personifizierende Sprache in Röm 5:12).
Wortstudie: καταργέω (katargeō)
„καταργέω“ bedeutet: unwirksam machen, außer Kraft setzen, entmachten, aufheben. In 1Kor 15 beschreibt es das Ende einer Machtstellung.
- In 2Tim 1:10 wird gesagt, dass Christus „den Tod zunichte gemacht“ hat (Anbruch/Grundlage), während 1Kor 15:26 die endgültige eschatologische Vollendung markiert (2Tim 1:10 / 1Kor 15:26).
- In Hebr 2:14 wird die Absicht beschrieben, den zu entmachten, der die Macht des Todes hat (Hebr 2:14).
Theologische Bedeutung
- Der Tod ist ein Feind, nicht „natürlicher Freund“ des Menschen. Er gehört zur gefallenen Weltordnung und steht im Widerspruch zu Gottes Leben schaffendem Ziel.
- Die Auferstehung Christi ist der Anfang der Überwindung des Todes, die Auferstehung der Glaubenden ist die konkrete Teilhabe daran (1Kor 15:20), und die endgültige Abschaffung/Entmachtung des Todes steht am Ende der Heilsgeschichte (1Kor 15:24).
- Die Aussage zielt auf die endgültige Aufhebung des Todes im neuen Schöpfungszustand (Offb 21:4) und steht in Kontinuität mit der Verheißung, dass Gott den Tod verschlingen wird (Jes 25:8).
Hintergrundlinien (AT/Schöpfung/Fall)
- Tod als Folge der Sünde (1Mo 2:17 / 1Mo 3:19).
- Tod als umfassende Herrschaft im Menschengeschlecht (Röm 5:12 / Röm 5:17).
- Kein Tod mehr in der neuen Schöpfung (Offb 21:4).
- Hoffnungslinie: Gott wird den Tod „verschlingen“ (Jes 25:8).
Parallelstellen
- Heilsgeschichtliche Abfolge und Unterwerfung aller Mächte (1Kor 15:23).
- Tod „zunichte gemacht“ durch Christus (2Tim 1:10).
- Entmachtung des Todes-/Teufelsmachtzusammenhangs (Hebr 2:14).
- Tod als Lohn/Endpunkt der Sünde (Röm 6:23).
- Tod verschlungen/aufgehoben (Jes 25:8).
- Tod im Feuersee / endgültiges Gericht (Offb 20:14).
