Das volle Heil in Christo
Letztes Geschehen nach der Bibel
Abschrift des Buches von W. J. Pasedag (1975)
Morgenland Verlag - Bieselsberg
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich
siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
Letztes Geschehen nach der Bibel
B. Das volle Heil in Christo
Das Unheil der Menschen begann bereits mit Adam, obwohl ihn Gott ins Paradies gesetzt hatte. Er war, wie schon sein Name sagt, aus der adamah, der Erde, und kehrt als Sünder. zu ihr zurück. Der Name Adam besteht im Grundtext der Bibel aus 2 Silben und den drei Buchstaben aleph, daleth und mem. Teilt man die Silben, so bedeutet das erst a-dam das erst Blut. Da Vokale auch ausgewechselt werden dürfen, bedeutet adom der Rötliche, eine Bezeichnung für den Feind, siehe Edom, Jes 34:5-9. Aber auch dameh, "ähnlich sein", ist wurzelmäßig vorhanden. Das alles bedeutet in 4 Buchstaben ausgedrückt: Der erste in der Ähnlichkeit Gottes erschaffene Mensch wird zu Feind und seine Erlösung von der Erde erfordert das Blut des Ersten, was nach Kol 1:14-17 nur Jesus Christus ist. Die Zahlen dagegen erzählen Adam = 1-4-40 ist der Erste (1) auf dieser Erde (4), welcher der Prüfung (40) ausgesetzt war; aber er hat diese Prüfung leider nicht bestanden. Darum muss nach göttlichem Geheimnis aus dem Ersten der Letzte werden (Mt 19:30). So ward der erste Adam. zu einer lebendigen Seele, welche sündigte und sterben muss, der letzte Adam aber zu Geist, der lebendig macht, 1Kor 15:45. Wird nach dem Atbasch-Verfahren (der erste Buchstabe des Alphabetes wird mit dem letzten vertauscht, so auch der zweite usw.) aus 1-3-40 nun 400-100-10, so haben wir 45 + 510 = 555. Wie Gott einen Adam zum Haupt der Menschheit gesetzt hatte, so wurde Nebukadnezar, der König von Babel, zum "Haupt der Nationen" eingesetzt, siehe Dan 2:28. Er starb, wie wir wissen, am 3. Oktober 562. Und auf den Tag genau 555 Jahre später wurde Jesus Christus geboren. Der erste war irdisch, der andere aber der Herr des Himmels, der den Tod besiegte 1Kor 15:47+57.
So ist der Letzte in Gottes Liebesrat der Heilbringer. Darum lesen wir in Hebr 1:1.22 "Auf vielen Gebieten und in mancherlei Weisen hat Gott vordem zu den Vätern durch die Propheten gesprochen, nun aber spricht Er als Letztes in diesen Tagen zu uns durch den Sohn." Im Anfang starb Abel (5-2-30 = 37) als der erste Märtyrer, hinweisen auf Jesus (888 = 24 x 37), der als Letzten dem Antichristen (666 = 18 x 37) tötet und damit als der Sohn Gottes alle Sünde (chata, 8-9-1 = 18) abtut.
Durch diesen Sohn sind wir nicht mehr Übertreter und Feinde, sondern ebenfalls Söhne (Röm 5:6-10; Hebr 2:11-15) und weil wir Söhne sind, auch Erben (Röm 8:17; Gal 4:7; Offb 21:7).
Wir erben nicht dies und das, sondern das für uns be stimmte große Los und Erbgut heißt Jesus Christus. Wir verachten keineswegs Jugend, Gesundheit, Schönheit, Kunst, Ehe, Freundschaft, Wissen und Sachaffensfreude, aber sie sind vergänglich und darum nicht im mindesten mit Jesus zu vergleichen.
Watchman Nee, der standhafte Christuszeuge in Rot- China, bezeugte: "Nach Gottes Absicht ist Christus nicht nur der Geber aller Dinge; Er Selbst ist alles und gerade das, was wir brauche. Erst mit dieser Erkenntnis wissen wir, was wahres und lebendiges Christentum ist."
I. Vom Volk zur Gemeinde
Unsere Überschrift könnte leicht missverstanden werden, nämlich so, als ob die Gemeinde Jesu Christi als eine neue Körperschaft geschichtlich aus dem Volke Gottes sich heraus entwickelte und dieses ablöste. Leider ist dieses Missverständnis auch allgemein verbreitet. Aber so ist es keineswegs. Die Gemeinde hat ihren Anfang in Jesus Christus und damit schon vor Grundlegung der Welt, was der Apostel Paulus in Eph 1:4 auch deutlich bezeugt. Bevor es Menschen auf dieser Erde gab, waren die Glieder Jesu Christi schon existent in Ihm!
Und doch ist unsere Überschrift richtig. Jedes einzelne Glied der Gemeinde wächst z u dem von Gott bestimmten Zeitpunkt in die Gemeinschaft der Gottesfürchtigen hinein, wird dann aber von Jesus Christus Selbst ergriffen und zu IHM geführt und seiner Umwelt wieder zurückgegeben, um unter ihnen zur Verherrlichung Gottes und mit ihnen zum Segen zu sein. So sagt der Herr zu Paulus: "Dazu bin Ich dir erschienen ... dich h e r a u s n e h m e n d aus dem Volk und aus den Nationen, z u welchen I c h dich s c h i c k e, autzutun ihre Augen" Apg 26:17. Deshalb gibt es auf dieser Erde niemals eine isolierte Gemeinde, der nur vollkommene Leibesglieder beitreten könnten, weil ein Leibesglied immer von Gottesfürchtigen umgeben ist, wie Fleisch und Schale einer Frucht den Kern umschließen. Wie es auch kein Allerheiligstes ohne Heiligtum und Vorhof gibt.
Das wird in der Gemeinde zu Korinth sehr deutlich, weil Paulus sie anredet als: Geheiligte in Christo Jesu,
- berufene Heilige
- samt allen, die anrufen den Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Wie wir keine Starkstromleitung berühren können, so wäre es in einer Gemeinschaft, die nur aus exklusiven Vollkommenen be steht, für ein Kindlein in Christo nicht auszuhalten. Und selbst das unter den Berufenen auserwählte Christusglied bedarf noch des Wachstums. Deshalb bekennt sogar ein Paulus: "Nicht, dass ich es schon erhalten hätte oder gar vollendet sei. Doch ich jage ihm nach, dass ich ergreifen möchte, auf welches hin ich von Christo Jesu ergriffen ward. Brüder, ich schätze mich selber n och nicht als einer ein, der es ergriffen hat." Phil 3:12.12. Charles H. Spurgeon (1834-1892), der bekannte Londoner Prediger, erklärte: "Es gibt keine absolut vollkommene Gemeinde. Und wenn es sie gäbe, dürfte ich ihr nicht beitreten, weil sie sonst keine vollkommene Gemeinde mehr wäre." So wahr das ist, darf aber auch andererseits nicht übersehen werden, dass jedes Gemeindeglied dennoch vollkommen ist, nicht in sich, sondern in Christus, Kol 2:10.
Denn das ist gerade der wesentliche Unterschied zwischen Gemeinde und dem Tross jener Gottesfürchtigen, denen es weder nach Vollkommenheit verlangt noch nach dem ständigen "In Christo-Sein", wovon das Neue Testament 196-mal spricht (davon 164 mal allein bei Paulus). Das Gottes Volk ist zufrieden mit Schutz und irdischen Segnungen, die Auswahl derer aber, die mit Christus auferweckt sind, trachtet nach droben, Kol 3:1. Dennoch brauchen Volk. und Gemeinde einander, wie die 70 Palmbäume in Elim die 12 Quellen, aber auch umgekehrt die Quellen die Bäume brauche, 2Mo 15:27.
Gottes Menschenliebe
Weil sich Gott des Menschen erbarmte, der sich in seinen Lüsten und Begierden, und darum auch leider in Neid und Hass, verdarb, deshalb erzog Er Sich mit der Erwählung Abrahams ein Volk, das sein Vertrauen auf Gott setzen sollte. In der Mitte des auserwählten Volkes stellte Er das Heiligtum, das in der Wüste die Stiftshütte und im verheißenen Land der Tempel war. Dadurch sollten sie lernen, dass Gott Sich mit ihnen versöhnte und sie heiligt, das meint, als Gerecht von den anderen absondert. Als ein solches Volk sollten sie den heiligen Willen Gottes erkennen, aber auch damit lernen, dass sie nur der Messias als der König in ihrer Mitte befähigt, gerecht zu leben.
Als dieser König rund eineinhalb Jahrtausend oder genau 13 x 117 = 1521 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten auftrat, wurde er vom Volk freudig empfangen; aber für die Baumeister (Pharisäer, Schriftgelehrte und Priester) war Er der Stein des Anstoßes und Ärgernisses, 1Petr 2:6-8. Denn Christus predigte nicht das Gesetz, sondern Liebe, förderte nicht die Selbstgerechtigkeit, sondern brachte Sündenerkenntnis, trieb nicht die römische Besatzungsmacht aus dem Land, sondern das Böse aus dem Herzen und brachte auch keinen diplomatischen äußeren Frieden zustande, sondern den inneren Gottesfrieden.
Sol kam es dahin, dass die Oberen seines eigenen Volkes Ihn ans Kreuz brachten, nicht wissend, dass damit das Heil zur Vollendung geführt wurde. Der Messias-König sollte ja am Holz des Fluches sterben, um vom Fluch des Gesetzes zu erretten, Gal 3:13. Und obwohl Jesus Gottes Sohn war, musste Er doch durch Leiden Gehorsam lernen, um nicht allein die Sünde fortzunehmen, sondern auch wahres Leben, volle Gerechtigkeit und unvergängliches Wesen ans Licht zu bringen, 2Tim 1:10. Dadurch wurde Satan als das Haupt der Bosheit besiegt, das Volk Israel für Gott zurück erkauft und die ganze Menschheit errettet, Jes 53:8; 1Jo 2:2. Der Mensch kann sich nicht selbst von der Sünde des Ichwesens er retten, sondern muss sich erretten lassen. Die Aneignung dieser von Christus erwirkten Errettung geschieht durch den Glauben an Jesus Christus als das einzige von Gott geschenkte Heil. Das ist der Weg des Glaubens, den die Gemeinde geht. Niemand wird vor Gott durch seine Taten gerecht, sondern weil uns der Sohn Gottes die Gerechtigkeit Gottes erwirkte, deshalb folgen die guten Werke der Errettung nach wie die Frucht der Blüte, Eph 2:8-10.
Die Säulen des Volkes
Die Glaubensd en, die Sich Gott der Vater durch Seinen Sohn Jesus Christus erwählte (Mt 11:27), sind die Säulen des Volkes Gottes.
Wie ein Haus auf einem Fundament ruht, das schon vor dem Gebäude existierte, so gab es auch schon lange vor dem Volke Gottes christusbegnadete Gemeindeglieder als Männer des Glaubens. Die Siegesallee des Glaubens in Hebr 11 nennt in Hebr 11:4-7 Abel, Henoch und Noah. Abel als der erste Märtyrer weist auf das Blut Jesu, das uns erlöst, Hebr 12:24; Henoch predigt das Kommen Jesu zu unserer Errettung, Jud 1:14; und Noah ist der Mann, bei dem wir zum ersten mal in unserer Bibel das Wort Gnade finden; 1Mo 6:8. Diese Gottbegeisteten, eben solche, in denen der Geist Christi war (1Petr 1:10-12), wurden später als Patriarchen , Propheten und Gesandte (Apostel) bezeichnet. Diese alle, die sich auf Jesus Christus gründen, n och bevor Er in Bethlehem als Mensch geboren wurde und auf Golgatha starb, bilden den Grundstock der Gemeinde, Eph 2:20.
Dadurch, dass Christus die Gottesgemeinde, auf Sich selbst gründend, mit lebendigen Steinen bis zum Tag der Entrückung baut (Mt 16:18), ist ebenso auch die Existenz des Gottesvolkes, solange die Erde steht, gesichert. Doch beide, Gemeinde und Volk, bedürfen einander, so wie ein Arzt nicht ohne Patienten sein kann, und der Pflegebedürftige ohne Arzt verderben würde. durch die Zerstreuung des Volkes Israel unter alle Völker ist auch die Basis des "Kirchenvolkes" großer geworden. Aber auch die Gemeinde Jesu Christi hat den Weg. zu allen Völkern gefunden, Apg 10:34.35; Röm 1:5.
Gott hatte schon dem Abraham als Vater und Vorbild des Glaubens zugesichert: "Ich will dich zum großen Volk machen ... und m i t d i r sollen sich segnen alle Geschlechter der Erde." 1Mo 12:2.3.
Hier sollte es keine Verwechslungen geben: I s r a e l (was natürlich weit über den Rahmen des nur allein sichtbaren Rahmens des Hauses Juda hinausgeht) ist das einzige auserwählte Volk auf dieser Erde. V o l k Gottes ist aber nicht gleichbedeutend mit G e m e i n d e. In das Volk wird man hineingeboren und durch Gesetze zusammengebunden. Die Gemeinde Jesu Christi aber besteht aus Wiedergeborenen und durch die Gnade Herausgerufenen.
Von Christus geht aller Segen Gottes durch die lebendigen Kanäle Seiner Glieder zu dem Volke Gottes und von diesen zu allen Völkern dieser Erde, soweit sie sich mit Abraham segnen lassen wollen. Alle aber, die sich gegen das Volk Abrahams auflehnen und damit auch immer gegen das Heil in Christo revoltieren, sind Opfer satanischer Verführung. Wie das Volk Gottes durch die Barmherzigkeit und Geduld Gottes getragen wird, so ist die Gemeinde als eine Neuschöpfung von der Liebe Christi durchdrungen, die sich auch auf Verführte und feinde ergießt, 2Kor 5:14.17; Mt 5:44-48.
II. Die bessere Gerechtigkeit
Viele Menschen sind der Meinung, wenn sie keine ausgesprochenen Wegelagerer, Diebe, Hurer und Mörder seien, dann wären sie gerecht, und Gott könne mit solchen braven Menschen doch zufrieden sein. Wie wäre wohl einer Frau zumute, wenn sich ihr Mann nicht das geringste um sie kümmert und sich doch vor ihr brüstet, schon deshalb ein guter Ehegemahl zu sein, weil er kein Gangster ist. Gott ist unser Schöpfer, Erlöser und Erhalter. Lieben wir Ihn? Danken wir Ihm? Kennen wir überhaupt Sein Wort, das Er uns in Seiner Großen Liebe als Wegleitung gegeben hat? Respektieren wir seinen heiligen Willen: Gottes Wort halten, Liebe üben und demütig vor Ihm zu sein, wie wir es in Mi 6:8 lesen können? Sind wir je vor Seiner großen Gabe auf Golgatha in die Knie gesunken? Lassen wir uns durch Seinen Heiligen Geist führen, um innerlich voll beglückt auch andere beglücken zu können?
Dann gibt es andere, die wie der Pharisäer von Lk 18:11 f. Gott zwar danken und auch Sein Wort kennen, aber alles aus einer falsch verstandenen Gesetzesbeobachtung selbst erfüllen wollen und so zu Verächtern jener werden, die in Sünde gefallen sind. Sie nehmen es so genau, dass sie von 20 Kümmelkörnchen 2 dem Herrn als Zehnten geben, aber das Wichtigste, Gottes Liebe, Güte und Barmherzigkeit nicht in ihr Herz dringen lassen, Mt 23:23. Auch der Pharisäer Saul von Tarsus rühmte sich einst seiner weißen Weste als eine Gerechtigkeit vor den Augen der Menschen. Dabei war er nicht nur unduldsam gegen Andersdenkende, sondern meinte sogar Gott einen Gefallen zu tun, wenn er die Nicht-wie-er-Gläubigen verfolgte. So hatte er "Wohlgefallen" an der unter seiner Leitung erfolgten Steinigung des Stephanus. Frommes Fleisch verfolgt immer den Geist, und Selbstgerechtigkeit ärgert sich an der Gnade, durch die das All versöhnt wurde, Kol 1:19-23. Wieviele Gesetzeseiferer gibt es doch in Synagogen, Kirchen und Gemeinschaften, die anderen nicht nur das Leben schwer machen, sondern trotz ihrer vielen frommen Worte die größte Sünde begehen, die es gibt: ein Hindernis auf dem Weg zum Sohn der Gottesliebe zu sein.
Ohne Gesetz gerecht
Das Ziel des Gesetzes war, Gott von ganzem Herzen zu lieben und seinen Nächsten wie sich selbst, Mt 22:37-40; 5Mo 6:5, 3Mo 19:18. Der Weg zu diesem Ziel aber ist allein Jesus Christus, der das ganze Gesetz erfüllte. denn was dem schwachen Fleisch nicht möglich war zu erfüllen, das tat Gott durch die Hingabe Seines Sohnes Jesus Christus Röm 8:3. So erwirkte das für uns vergossene Blut Jesu Christi die Gerechtigkeit Gottes, die besser ist als die der Schriftgelehrten der Pharisäer, Mt 5:20.
"Gerecht geworden durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesu Christus, durch welchen wir auch Zugang haben im Glauben zu der Gnade, in der wir stehen ... denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in. unser Herz, Röm 5:1-5. Eine Liebe, die sich nicht nur mit den Guten und braven verbindet, sondern sich auch der Verlorenen erbarmt. "Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Anpruch auf Dank habt ihr dann? Auch die Sünder liegen ja die, welche ihnen Liebe erweisen. Und wenn ihr nur denen Gutes erweist, die euch Gutes tun: Welchen Anspruch auf Dank habt ihr dann? Auch die Sünder tun dasselbe. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr das Geliehene zurückzuerhalten erhofft: Welchen Anspruch auf Dank habt ihr dann? Auch die Sünder leihen den Sündern, um ebenso viel zurückzuerhalten. Nein, liebet eure Feinde, tut Gutes und leihet aus, ohne etwas zurück zu erwarten! Dann wir euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn Er ist auch gegen die Undankbaren und Bösen gütig. Seid barmherzig, wie euer Vater (im Himmel) barmherzig ist!" Lk 6:33-36. Solche Worte sind keinem irdischen Koma entsprungen; das ist Gottesluft, in der die vom Geiste Gottes erneuerten Menschen atmen.
Christi Wirken in uns
Es stände sicherlich besser um Kirche und Gemeinde, wenn weniger gepredigt und dafür mehr getan würde. Und doch sollten wir auch das andere Übel erkennen, wenn solche, die Christus erkannt haben, Selbst noch alles tun wollen. Nicht in uns, sondern in Christus liegt das Wollen und Vollbringen, Phil 2:13. Das ist keine Aufforderung zur Lässigkeit, sondern ganz im Gegenteil ein Zusammenwirken mit Gott, und darum ein Auswirken Seiner Kraft in Frucht und Zittern, Phil 2:12.
Wir brauchen und können uns keine Gerechtigkeit erschuften, wir sollten uns als Gerechte und damit als Lebendiggemachte Gott. ganz hingeben. und unsere Glieder Ihm als Waffen der Gerechtigkeit zur Verfügung stellen.
Wieviel Gesetzes- und Lohndienerei gibt es doch noch unter den Gläubigen, wenn sie die 3 "ohne" im dritten Kapitel des Römerbriefes nicht beachten:
Es ist ein bedauerliches Missverständnis, dass viele Schriftstellen des Neuen Bundes, die von "Seinen Geboten" sprechen, als von den 10 Geboten handelnd, ausgelegt werden. Die Sittennorm vom Sinai ist eine Regelung für das Fleisch, denn für den gErechten ist kein Gesetz gegeben. 1Tim 1:9. SEINE Gebote, das meint Christi neue Glaubens- und Liebesanweisung, können aus Joh 13:24; Joh 16:10 und 1Jo 3:23 deutlich ersehen werden.
Recht als das allein Richtige
Ge-Rechtigkeit ist die Summe des Richtigen uns was immer und in allen Lagen richtig und zu-recht-bringend ist, das ist die Liebe. Solange wir in die Volks-Schule des Reiches Gottes gehen, brauchen wir einen Pädagogen. das war zur Zeit des Herrn Jesu nicht der der Lehrer, sondern der Knabenführer, der Beschützer auf dem Schulweg. Er war, wie K.F. Freeman sagt, "eine Mischung aus Kindermädchen, Diener, Beschützer, Anstandsdame und Hauslehrer". Und gerade das war neben der Absicht, die Sünde erschreckend sündig zu machen (Röm 7:13), die Aufgabe des Gesetzes, das uns von der Sünde fort zu Christus hinführen will. Nur "in Christo" sind wir aus dem Herrschaftsbereich der Gesetzlichkeit heraus und in den Segenskreis der Gnade gekommen, Röm 6:14. Darum schreibt Paulus den Galatern: "Also ist das Gesetz unser Pasidagogos (Zuchtmeister) gewesen zu Christus, dass wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Paidagogos (Knabenführer). Denn ihr seid alle Gottes Söhne durch den Glauben in Christo Jesu." Gal 3:24-27.
So tritt an die Stelle des "Du sollst" für den mündig gewordenen Sohn das ursprünglich verheißene "Du wirst", denn da verwandelt sich die Gesetzesverbundenheit in einen frohmachenden Glaubensgehorsam, Röm 1:5. Und weil die Liebe dahintersteht, ist hier mehr als die geforderte Gerechtigkeit, nämlich Christi Adelsgesinnung. Es gibt Fälle, in denen das legale Recht nach der tiefersehenen Liebe zum Unrecht werden kann. Deshalb brauchen wir den feinsten Gradmesser göttlicher Gerechtigkeit, die Gesinnung Jesu, die uns das Evangelium enthüllt, Phil 2:5-8; Röm 1:16.17. Es ist die mit der Sanftmut Christi verbundene Gelindheit (2Kor 10:1), die Gottes Wort epi-eikäs = Hinaufsicht nennt, was in unseren Bibeln mit Lindigkeit und Milde übersetzt wird.
Ein Rechtsanwalt tritt für das letzte Tüpfelchen recht seines Mandanten ein, Gott aber gibt uns alles geschenkweise aus Glauben und durch Glauben in Seinem Sohn. Wo man an vermeintlichem "Recht" auf dem Buchstaben des Gesetzes beharrt, gibt es viel Streit und Herzeleid, wo aber das Liebeswesen der Gottesworte in unser Herz eingedrungen ist, da ist die bessere Gerechtigkeit des in Christo glückseligen Gottes unser Teil. "Denn das Endziel des Innenziels (Gebotes) ist: Liebe aus reinem Herzen und gutem gewissen und ungeheucheltem Glauben ... nach dem Evangelium der Herrlichkeit des glückseligen Gottes." 1Tim 1:5.11.
III. Der Sohnesstand
Es kann nicht anders sein, alle wirkliche wirkliche Sohnschaft geht blutmäßig vom Vater aus. Gott hat keine Adoptivsöhne und keine Enkelkinder. In der Füller der Zeit sandte Gott Seinen Sohn, der aus einem Weibe wurde und unter das Gesetz kam, damit Er die, welche unter dem Gesetz waren, durch Sein Blut in den Sohnesstand loskaufte. Unsere Freude darüber ist meistens viel zu verhalten. "Sohnesstand!" Welch ein Wort zum Jubeln, wenn schon Friedrich Schiller als der Dichter des deutschen Idealismus triumphierend in dem Gesang an die Freude ausruft: "Brüder, überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen!"W Und doch ist dieses Wort noch viel umfassender und herrlicher, als sein Verfasser zu ahnen vermochte. Gott ist sogar, wie Paulus uns in Eph 3:15 betend bezeugt, "der Vater aller Vaterschaft". Er ist der Vater, der für alle Seine Geschöpfe den Sohn dahingab, damit Er alle als Söhne an Sein Vaterherz nehmen kann. "Welcher auch Seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern hat Ihn für uns alle dahingegeben; wie sollte Er uns mit Ihm nicht alles schenken?" Röm 8:32.
Der greise Heinrich Langenberg (er starb 1973 mit 94 Jahren) schrieb in seiner Begriffskonkordanz (S. 416): "Wie das ganze Volk Sohn Gottes genannt wird, so ist insbesondere der theokratische König der Sohn Gottes, 2Sam 7:14; Ps 89:28. So viel auch im Alten Bund zur Herstellung des wahren Sohnschaftsverhältnisses noch fehlte, Israel ist und bleibt der 'erstgeborrene Sohn Gottes'. Diese Sohnschaft darf aber nicht verwechselt werden mit der Sohnschaft der Gemeinde. Israel ist das irdische Söhnevolk Gottes mit irdischen Segensverheißungen, während die Söhnegemeinde ihr Gemeinwesen in den Himmeln hat, Phil 3:20. Der Mittler der Sohnschaft beider ist Jesus Christus, der einziggezeugte Sohn vom Vater, Joh 1:14. Er ist der Erfüller der Sohnschaft Israels und der Erbauer der Söhnegemeinde."
Gott ist seit Golgatha für alle, die sich durch den Sohn retten lassen, nicht mehr allein der Erretter, Schöpfer, Bundesgott und Herr aller Herren, sondern der "Gott und Vater aller, der über allen, durch all und in allen ist". Eph 4:6. Das ist die Frucht, die uns der Glaube des Sohnes gewirkt hat, wie Er vor Seinem Todesleiden bekannte: "Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten; und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen" Joh 14:23.
Das würdevolle Vertrauensverhältnis
Weil die Söhnegemeinde berufen wird in die Gemeinschaft des Söhne Gottes (1Kor 1:9), deshalb wird sie schon hier auf Erden zubereitet. Der Sohn ist immer ein Erzogener, der nich tn ur im Vertrauenverhälntnis zum Vater steht, sondern an dem auch des Vaters Wesensmerkmale zum Druchbruch u nd zur Darstellung kommen.
Wir haben in der Schrift nur 4 Stellen von der Sohnschaft (hyiothesia), aber sie genügen, um uns die Erhabenheit dieser Stellung zu offenbaren. Nach der Abrecht-Übersetzung geben sie uns folgende Kunde:
- Denn alle die von Gottes Geist sich leiten lassen, sind Söhne Gottes.
- Der Geist, den ihr empfangen, nacht euch nicht zu Knechten, so dass ihr wiederum euch fürchten müsstet.
- Der Geist, den ihr empfangen, schenkt die Sohneswürde, und im Gebet rufen wir durch ihn 'Abba, unser Vater!'
- Und kein geringerer als dieser Geist bestätigt unserem Geiste, dass wir Gottes Kinder sind.
- Als Kinder sind dann auch Erben: Erben Gottes und Miterben Christi.
- Wir müssen aber mit Ihm leiden, wenn wir mit Ihm verherrlicht werden wollen.
- Wir wissen ja, Die ganze Schöpfung ist jetzt voll Klageseufzer. und hart mit Schmerzen einer Neugeburt entgegen.
- Doch nicht allein sie seufzt,
- Auch wir, wir seufzen innerlich und warten sehnsuchtsvoll darauf, in unseres Kindesrecht (Sohnschaft) eingesetzt zu werden." Röm 8:14-17 + 22.23
- "Sie tragen den Ehrennamen Israeliten.
- Sie haben die Sohneswürde.
- In ihrer Mitte ist des Herrn Herrlichkeit erschienen." Röm 9:4
- "Damit Er die, die dem Gesetz unterworfen waren, loskaufte, auf dass wir die Kindschaft (Sohnessetzung) empfingen." Gal 4:5
- "In Seiner Liebe hat Er uns vorausbestimmt zu Seinen Kinder (zur Sohnschaft)." Eph 1:5
- "In Seiner Liebe hat Er uns vorausbestimmt zu Seinen Kinder (zur Sohnschaft)." Eph 1:5
Sohn bedeutet erzogen sein
Es ist eine Ehre, ein treuer Knecht Gottes zu sein. Der Apostel Paulus hat es nicht verschmäht, sich als ein Sklave Jesu Christi zu bezeichnen. Noch schöner ist es, ein freund Gottes zu heißen, wie das von Abraham und Moses berichtet wird. Jak 2:23; 2Mo 33:11. Und doch steht das alles weit zurück hinter der großen Liebe, dass wir Söhne und Töchter Gottes heißen sollen, und wir sind es auch 1Jo 3:1. Sohn bedeutet nichts weniger, als dem Söhne Gottes gleichförmig zu sein, Röm 8:29. Das bedeutet aber auch, dass wir gewürdigt werden, den Leidensweg zu gehen, welches der Sohnesweg ist, Phil 3:10. Wir lesen nach der Übersetzung von Karl Ernst Lange in Hebr 12:7-10: "In heiliger Zucht liegt der sinn eurer Leiden! Beweist in widerspruchsloser Annahme dieser Zucht, dass ihr Söhne Gottes seid! Wo ist ein Vater, der seinen Sohn nicht streng erzieht?
Alle, die als Söhne teilhaben an der Herrlichkeit Gottes, werden in göttliche Zucht genommen. Sollte das mit euch nicht geschehen, dann seid ihr MIssgeburten, aber keine Söhne!
Als Menschen der Erde hatten wir unsere leiblichen Väüter als Erzieher und zollten ihnen Achtung; sollten wir uns nicht vielmehr dem Vater der Geister unterornen, der uns zu einem heiligen Leben bringen will?
Jene züchtiten. uns für kurze Zeit, nach ihrem eigenen Gutdünken, dieser aber erzieht uns wahrhaft förderlich, damit wir Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit!"
Mit Christus verbrüdert
Im Lied der Lieder wünscht Schulamith von dem Geliebten: "Oh, dass du mir gleich einem Bruder wärest, der meiner Mutter Brüste gesogen!" Hl 8:1. Was im Alten Bunde noch Wunsch bleiben musste, ist seit dem Tode Jesu Wirklichkeit geworden. Die der Vergänglichkeit unterworfenen Menschen dürfen sich mit dem Sohne Gottes verbinden.
"Der, der die Menschen Gott zuführt, und die, die von Ihm Gott zugeführt werden, stammen alle von demselben Vater. Darum schämt Jesus Sich nicht, sie Seine Brüder zu nennen. Er sagt: Gott Ich will Dich Meinen Brüdern bekannt machen, On mitten der Gemeinde will Ich Dich preisen" Hebr 23:11.12.
Wenn ein kleiner Junge seinen Kameraden erklären kann: "Ich sage es meinem großen Bruder!", dann ist er fein heraus und verschafft sich damit überall Respekt. Wir sind in dieser Welt voller Bedrohung und Gefährdung. Darum kann es gar nicht groß genug eingeschätzt werden, dass wir in dieser bösen Zeit des Endes einen großen und mächtigen Bruder haben.
Das Schönste aber ist, dass wir mit unserem Bruder Hand in Hand zum Vater kommen dürfen. Wir sind angenehm gemacht in unserem geliebten Bruder Jesus.
Wir können nur tiefgebeugt voller Dank stammeln: "Abba, geliebter Vater! Dir sei von ganzem Herzen Dank, dass wir Deine Söhne. und Töchter sein dürfen!"
IV. Die ganze Wahrheit
Was wir so gerne wünschen und von keinem außer Gott erlangen, das ist die ganze Wahrheit. Überall werden wir "rücksichtsvoll" belogen, sei es in der Politik, beim Arzt oder beim Händler, und leider allzuoft auch von unseren Freunden, wenn sie keinen Mut haben, uns die ungeschminkte Wahrheit zu sagen.
Wir können uns den Jubel im Herzen jener Frqau in Sachar vorstellen, die, sußer sich vor Freude, jedem, der ihr über den Weg läuft, mitteilt. "Kommt, sehet einen Menschen, der mir alles gesagt hat - ob er nicht der Messias ist!" Joh 4:29. Es war eine Frau, die durch sehr viel Leid gegangen ist, denn sie wurde fünfmal Witwe. Dabei hatte sie auch allerlei zu verbergen, denn sie lebte nach alledem wahrscheinlich in "wilder Ehe".
Möchtest du dem begegnen, der dir alles sagt, was du getan hast? Der dir schonungslos offenbart, dass du ein Sünder bist? Dass es trotz aller äußeren Glasur im Innern nicht gut um dich steht, weil des Menschen Herz böse ist von Jugend an,1Mo 8:21. Wieviele Morde und Ehebrüche und Gaunereien sind zwar nie in die Tat umgesetzt worden, aber doch in unserem Herzen geschehen! Mt 5:28 und Mt 15:19.
Doch wie wir sind, ist nur die eine Seite der Wahrheit. Es gibt einen Gott, der uns Sein ganzes Herz voll heiliger, rettender und frohmachender Liebe und uns uns die andere Wahrheit offenbart, dass Er für dich und mich Christus zur Weisheit und Gerechtigkeit und zur Heiligung und Erlösung gemacht hat, 1Kor 1:30. Das Herz ist die Befehlszentrale des menschlichen Wollens und Tuns. Lassen wir Christus in unser Herz, dann gilt auch für uns das Wort des Herrn in Mt 12:35: "Aus der Überfülle des Herzens spricht der Mund. Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor, wie der Böse Mensch alles Böse aus dem bösen Schatz hervorholt."
Der Geist der Wahrheit
