Gottes Abrechnung mit Hiobs Freunden
Abschrift: Wer ist Satan?
Satans Ursprung, Werke und Ziel (Heft 5)
aus der Reihe „Mannigfaltige Weisheit Gottes“
von M. Jaegle 1983
Abschrift mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Groß
Als Schrift nicht mehr erhältlich.
siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
10. Gottes Abrechnung mit Hiobs Freunden
4. Teil
Eine scharfe Anklagerede
Nachdem nun Hiob das gottgewollte Ziel erreicht hat, zieht Jewe seine drei Freunde zur Rechenschaft. Dabei wendet Er Sich mit kurzen, scharfen Worten an Eliphas (Hi 42:7b): "Mein Zorn ist entbrannt wider dich und wider deine beiden Freunde; denn nicht geziemend habt ihr von Mir geredet, wie mein Knecht Hiob." Dieses Urteil muss für die drei niederschmetternd und demütigend gewesen sein. Auch im folgenden Vers (8b) betont Gott nochmals mit Nachdruck: "... nicht geziemend habt ihr von Mir geredet, wie Mein Knecht Hiob." Die Wucht dieser Anklage wird noch durch die weitere Feststellung verstärkt: "nach eurer Torheit habt ihr gehandelt", oder nach einer anderen Übersetzung war es ein Tun der Verruchtheit.
Welch ein Urteilsspruch, der die ganze Verkehrtheit ihrer Beurteilung der Handlungsweise Gottes mit Hiob offenbart. Entsprechend der erbarmungslosen Einstellung gegenüber Hiob, war auch ihr Gottesbild: sie redeten nur immer von einem rächenden Gott, der die vermeintlich verborgenen Sünden Hiobs richtete. Darin bestand ihre Verruchtheit, dass sie Gott ihre eigene törichte Herzenseinstellung beilegten, und von daher das Wesen Gottes zeichneten.
Wie sie im Grunde über ihren Freund dachten wird deutlich bei der ironischen Frage des Eliphas an Hiob (Hi 22:4): "Ist es wegen deiner Gottesfurcht, dass Er (Gott) dich straft, mit dir ins Gericht geht? Ist nicht deine Bosheit groß, und deiner Missetaten kein Ende?" Durch diese Verdächtigung und Verleumdung wurde auch der Allmächtige falsch dargestellt: als ein strafender und richtender Gott, der den unschuldigen Hiob ohne Darlegung seiner Verfehlungen züchtigt.
Erinnert diese Denkweise des Eliphas nicht an die Frage der Jünger in Joh 9:2: "Rabbi, wer sündigte, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?" Auch sie meinten, nur ein schuldhaftes Verhalten könne der Grund für die Blindheit sein. Da antwortete Jesus: "Weder dieser noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes sollte an ihm offenbart werden (V. 3), für die Herrlichkeit Gottes" (Joh 11:4).
Das betretende Schweigen der Freunde
Das gerichtsmäßige Reden Gottes mit Hiob und seinen Freunden, bewirkte ganz verschiedene Reaktionen. Während Hiob nach anfänglichem Schweigen wieder Gnade zur Antwort mit einem demutsvollen Bekenntnis gefunden hatte, blieben seine Freund stumm. Sie sahen sich vorerst nur einem gnadenlosen Richter, ihrer eigenen Hartherzigkeit entsprechend, gegenübergestellt, dessen niederschmetterndes Urteil sie lebenslang belastet hätte, wenn Gott sie in diesem aussichtslosen Zustand belassen hätte.
Eliphas mag auch sein erster Ausspruch über Gott eingefallen sein, den er Hiob vorhielt (Hi 4:18a): "Siehe, auf Seine Knechte vertraut Er nicht...." Die war ein hinterlistiger Versuch, Misstrauen gegenüber seinem Verfüger in Hiobs Herz zu. säen. Aber nun rechtfertigt Gott Seinen Knecht mit dem Hinweis, dass er recht von Ihm geredet habe und erhebt ihn damit über seine Freunde.
Gottes Weisheit im Zurechtbringen der Freunde
Bei der Zurechtbringung der Freunde wird Gottes Weisheit und Liebe wunderbar geoffenbart. Nachdem Gott die Verfehlung der drei Männer festgestellt hat, erhalten sie folgenden Auftrag (HI 42:8a): "Und nun nehmt euch sieben Farren und sieben Widder, und geht zu meinem Knechte Hiob und opfert ein Brandopfer für euch..."
Brandopfer brachte auch Hiob dar (Hi 1:5), und zwar für seine Kinder, falss sie be iihren Gastmählern gesündigt hätten. Gottes Aufforderung zufolge wussten die Freunde, dass sie gesündigt hatten. Da Er sie mit ihren Opfergaben zu Hiob wies, erkannten sie deutlich, dass sie sich nicht allein an Ihm, sondern auch an Hiob versündigt hatten.
Gleich wie Hiob führte Gott auch die drei Freunde den Rettungsweg gemäß 2Tim 3:16. WEil auch sie Gottes belehrende Reden an Hiob mit angehört hatten, empfingen sie (1.) Belehrung. Darauf folgte (23.) die Überführung und hernach (3.) die Zurechtweisung. Mit den Opfern wies ihnen Gott den Weg zu ihrer Zurechtbringung. Und als letzte Stufe folgte (4.) ihre Erziehung in Gerechtigkeit. Ihre gehorsame Ausführung der Anweisung Gottes bezeugt, dass sie sich unter Seinen Urteilsspruch beugten. Auch durften sie erkennen, dass Gott bereit war, ihre Verfehlungen zu vergeben.
Mithin hat Sich Gott sogar mit den zuvor so verdorbenen Freunden ein liebliches Abbild der Vollendung geschaffen. Alles werden dort zur Sündenerkenntnis geführt und sich widerspruchslos Gottes Urteilsspruch unterordnen. Voll tiefsten Verlangens werden sei Christi großes Opfer von Golgatha annehmen und durch dieses neue und mit Gott durch Christus ausgesöhnte Menschen werden.
Hiobs größte Gehorsamstat - Eine Segensquelle
Hiobs letzte Prüfung
Als Jewe die Freunde zu Hiob schickte, um für sich ein Brandopfer darzubringen, heißt es: (Hi 42:8): "Und Hiob, Mein Knecht, möge für euch bitten; denn ihm will Ich annehmen, damit Ich nicht an euch tue nach eurer Torheit..."
Mit dem Gebet für seine falschen Freunde wird Hiob in die letzte große Prüfung geführt; denn bei dieser Fürbitte hätte im Herzen Hiobs wieder alles zugefügte Unrecht aufwachen können. In diesem Falle hätte ihm jede Bereitschaft zumn Gebet für seine Freunde gefehlt. Doch Hiobs Herz war frei von unversöhnlicher Gesinnung. Keine Wurzel der Bitterkeit hinderte ihn am Gebet. Seine Herzensreinigung von jedem lieblosen Gedanken geschah gründlich bei seiner Reue in Staub. und Asche (Hi 42:6). So konnte Gott Seinen Knecht gebrauchen als
Vorbild auf Christus
Der für seine falschen Freunde betende Hiob ist ein leuchtendes Vorbild auf Christus, Der am Kreuz für Seine Freunde betete. Dies ist wohl der Höhepunkt in Hiobs Leben. In diesem Gebet war er ein Abglanz der am Kreuz durch Christus geoffenbarten Liebe Gottes. Es war viel, als Jesaja die Weissagung niederschreiben durfte, dass Christus für die Übertreter einstehen werde (Jes 53:12): Doch die Aufgabe Hiobs überragt die des Propheten, da er dieses Einstehen des Sohnes Gottes beispielhaft in die Tat umsetzte und dabei von Gott durch die Erhörung seiner Bitte gnadenvoll angenommen wurde.
Was gewahren wir weiter in diesem herrlichen Bild des Segens durch Gebet? Vor unserem Auge wächst es zu einer die Erde und Himmel umfassenden göttlichen Heilstat an: Christi Gebet für alle Seine Feinde am Kreuz von Golgatha! Mit Wohlgefallen hat Gott dieses Gebet Seines Sohnes angenommen, indem Er Frieden machte durch das Blut Seines Kreuzes und das All mit Sich aussöhnte (Kol 1:20).
Vom Segen der Fürbitte
Hiobs Gebet kam seinen treulosen Freunden zugute, denn Gott at ihnen nicht entsprechend ihrer Torheit. Er hörte und erhörte die Bitte Seines Knechtes. Gottes Zorn wurde abgewendet! Hierin erkennen wir, in welch gefahrvolle Situation sich die Freunde mit ihren Angriffen auf Hiob gebracht hatten. Nun aber wurde ihnen statt Verurteilung ein Freispruch zuteil!
So durfte Hiob mit seinem Gebet an einigen Menschen bereits den Segen offenbaren, der durch Christi Gebet einst noch allen Menschen zuteil werden wird.
Lange Zeit wurde nicht eins von Hiobs Gebeten um Befreiung beantwortet. Erst als er für seine Freunde bat, wandte Gott seine Gefangenschaft.
Was für eine mächtige Kundgebung des Charakters Gottes war doch dieses fürbittende Eintreten. Er betete für diese Männer, die ihm das Leben noch mehr verbittert hatten, dass Gott ihnen Gnade statt Zorn erweisen solle. Dass ihnen nicht die verdiente Gerechtigkeit widerfahren möchte, sondern vollkommene und unverdiente Vergebung. Wer anders als Gott Selbst in Hiob konnte ein solches Gebet beten. Erst als Gott Seinen Charakter durch Hiob ausstrahlen konnte, vermochte Er, Seine ganze. Rettermacht zu Hiobs Befreiung auf den Plan treten zu lassen... Gott wartet darauf, dass Seine eigene Liebe noch völliger durch uns leuchten möge. Wie HIob wird Er. uns in solche Verhältnisse bringe, wo wir Gottes Erbarmen ausleben dürfen (wofür nebst unserem Herrn Stephanus und Paulus strahlende Vorbilder sind - Apg 7:59.60; 2Tim 4:16.17). Und nur soweit, wie sich die Liebe Gottes (und Seine Gesinnung) durch uns kundtun kann, wird sich die erlösende und befreiende Kraft Gottes auf unsere Seite stellen und uns den Sieg über Satan sichern" (aus "Überwinder" 1930).
Gottes Segnungen für Hiob
Hiobs besondere Annahme durch Gott
