Israel, das Wundervolk der Weltgeschichte

Aus Bibelwissen

Auszüge aus dem Buch: "Das feste prophetische Wort" von Pastor A. Fünning
erschienen 1947 im Christlichen Allianzverlag, Fellbach

in Bearbeitung

Vorwort und Inhaltsübersicht
Vorhergehendes Kapitel:
4. Die Geschichte des Volkes Israel im Propheten Jona

5. Israel, das Wundervolk der Weltgeschichte

Joh 4:22 - Röm 11:25 - Ps 112:6

Drei große Wunder der Weltgeschichte

Das größte aller Wunder ist der Gottmensch Jesus, den der Vater von Ewigkeit bestimmt hat, das durch Sünde, Tod und Teufel in Unordnung geratene Universum wieder herzustellen.

Das zweite große Wunder der Weltgeschichte ist die Gemeinde, durch Jesu Blut und Geist aus allen Völkern und Sprachen herausgehoben und gesammelt.

Das dritte große Wunder der Weltgeschichte ist Israel, welches das Wundervolk der Weltgeschichte genannt wird und ist; mit ihm wollen wir uns in dieser Arbeit beschäftigen. Da der Herr Jesus selber etwas Großes, ja Gewaltiges von diesem Volk aussagt, nämlich, dass das Heil von den Juden komme (Joh 4:22), so wollen wir nun

I. einen Blick in die Vergangenheit Israels werfen, um zu sehen, was alle Welt diesem Wundervolk der Weltgeschichte zu verdanken hat.

Paulus lehrt, Röm 9:5: "Aus den Vätern (der Juden) kommt Christus nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit."

Israel hat uns den Heiland gegeben

die aller herrlichste alle Gaben, ja Paulus nennt ihn die unaussprechliche Gabe (2Kor 9:15). Ja,Jesus, der Gottes- und Menschensohn, der so überaus köstlich ist, dass man ihn mit Worten nicht beschreiben noch aussprechen kann, weil er eben unaussprechlich ist, kommt dem Fleische nach aus Israel. Dieser Schönste unter den Menschenkindern, der von allen Propheten 4000 Jahrelang immer wieder in leuchtenden Farben verkündet wurde, kommt aus Israel. Dann der in Bethlehem geboren, vom Engel angekündigt, von der Menge der himmlischen Heerscharen besungen und von den Weisen angebetet wurde, kommt aus Israel. Dann, der das große Opfer auf Golgatha vollbracht, die ganze Welt versöhnt und den Himmel wieder geöffnet hat, kommt aus Israel. Dann, der nicht nur litt und starb, sondern auch auferstand und zur Rechten Gottes auf des Vaters Thron erhöht wurde und dem der Vater einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, kommt aus Israel. Dann der, dem Millionen in aller Welt ihr Leben hingegeben haben und Millionen heute noch bereit sind, für ihn zu sterben, wenn es sein soll, kommt aus Israel. Ferner der, dem Millionen Herzen in aller Welt angehören, ihn lieben, ihn zu verherrlichen suchen und geloben: Dir schwör ich zu der Kreuzesfahn', als Streiter und als Untertan!, und: Ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tod einst bricht! ist aus Israel. Und der, den die Erlösten in der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit anbeten und Ihm zujubeln werden:

"Das Lamm, das erwürgt ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob",

ist aus Israel. Und der auf dem weißen Rosse mit seinen Heiligen und Millionen Engeln wiederkommen, den Antichrist und seine Heere vernichten wird, kommt aus Israel, Und der das wunderbare tausendjährige Friedensreich auf Erden aufrichten und dann in die Ewigkeiten der Ewigkeiten alles zur herrlichen Vollendung bringen wird, kommt aus Israel, Ja, Gott sei Dank für seinen unaussprechliche Gabe, Jesus Christus, hochgelobt in Ewigkeit. Ja, wahrhaftig, das Heil kommt von den Juden.

Israel hat uns die Bibel gegeben

Paulus lehrt, Röm 3:2: "Ihnen (nämlich den Juden) ist anvertraut, was Gott geredet hat." Nicht den alten oder neuen Heiden, den Philistern, Kanaanitern, Ägyptern, Babyloniern, Assyrern, Griechen, Römern, oder den Germanen, Russen, Franzosen, Engländern, Amerikanern, oder wie immer die Völker heißen mögen, hat Gott seine Offenbarungen gegeben, sondern allein nur Israel. Nur ihnen ist der wunderbare Schatz herrlicher Gottesoffenbarungen anvertraut. Die Bibel, das wunderbarste aller Bücher, ist von geistgesalbten Juden geschrieben, und zwar durch den Geist Gottes, Wo immer wir Gottes Wort hören, sei es in der Kirche oder in der Versammlung, auf der Straße, auf dem Schlachtfeld, in der Luft, im oder auf dem Wasser, in Hospitälern oder auf Friedhöfen, an Sonn- und Feiertagen und Werktagen, vom 1. Januar bis 31. Dezember, so hören wir immer das Wort eines Juden. Wenn wir belehrt, ermahnt, gestraft, getröstet werden auf Kranken- und Sterbebetten, so ist es immer das Wort eines Juden. Ja, unser ganzes Leben, von der Geburt bis zum Grabe, bis wir unsere Augen im Tode schließen, ist gleichsam wie in einem Bilderrahmen, eingerahmt von Worten eines Juden.

In allen christlichen Familien und Kirchen der ganzen Welt werden die prächtigen Gestalten eines Henoch, Noah, Abraham, Joseph, Moses, Samuel, Daniel, alle Propheten und Apostel, und besonders die leuchtende Gestalt des Heilandes, als die schönsten und herrlichsten und wirksamsten Vorbilder den Kindern und den Großen dargestellt. Es gibt nichts Besseres, nicht Herrlicheres als die Bibel. Ja, wahrhaftig, das Heil kommt von den Juden.

Das gegenwärtige Israel

Die Schrift bezeugt, dass Israel Blindheit zum Teil widerfahren ist. - Vor den Straßburger Münster steht eine Bildsäule, die eine hohe, kraftvolle und edle Frauengestalt mit verbundenen Augen darstellt, mit der Inschrift: Die Synagoge! Diese Frauengestalt mit der Binde über den Augen stellt das blinde Israel dar und ist eine Illustration zum Apostelwort: Blindheit ist Israel widerfahren! Als Israel seinen Messias verwarf, gab Gott, der Herr, es in das schauerliche Gericht der Verstockung und teilweisen Blindheit hinein, welches Gericht nun schon bald 2000 Jahre dauert. Wiewohl Israel ein intelligentes, hochstehendes, sehr begabtes Volk ist, so ist es dennoch trotz allem blind.

Blind der Person Jesu gegenüber

Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass Israel, besonders seine Obersten zur Zeit Jesu, dem Herrn eine tödliche Feindschaft entgegenbrachten, so dass sie den Mörder Barabbas dem reinen, heiligen Gottessohn vorzogen. Diese Feindschaft brachte den Herrn ans Kreuz. Das war Blindheit. Paulus sagt: Hätten ihn unsere Obersten erkannt, dann hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Dieselbe Feindschaft finden wir auch in der Apostelgeschichte, ja, die finden wir heute noch bei den meisten Juden. Von klein auf wird dem jüdischen Kind ein tödlicher Hass gegen Jesus beigebracht, sie dürfen nicht einmal seinen Namen in den Mund nehmen. Das ist Blindheit, damals wie heute.

Blind der eigenen Bibel gegenüber

Wie unter Christen, so ist auch unter Juden eine große Unkenntnis des Wortes Gottes. Die aber noch ihre Bibel, das Alte Testament lesen, suchen nicht in das Verständnis desselben einzudringen, sie sind blind. Ihre Rabbiner tragen vielleicht unbewusst dazu bei, dass ihr Volk in dieser Blindheit verharrt, indem sie vielen Weissagungen einen ganz andern Sinn geben; z.B. Mi 5:1: Und du Bethlehem Ephrata... beziehe sich nicht auf den Messias. Bis vor kurzem wohnte kein Jude in Bethlehem, auch die jüdischen Reisenden mieden diese Stadt. Da ist eine geheime Angst, eine Ahnung, die Worte des Propheten könnten vielleicht doch auf den Messias sich beziehen. Doch nein, nein, das darf nicht wahr und kann nicht wahr sein, und deshalb meidet man diesen, in ihren Augen beunruhigenden Ort. Das ist Blindheit. -

Auch Jes 53. das so klar und ausführlich das Leiden und den Sieg des Messias schildert, deuten die Rabbiner entweder auf den König Hiskia, oder auf Jeremia,oder auf das Volk Israel. Dies großartige Kapitel darf in den Synagogen nicht gelesen werden. Das ist Blindheit. Und ihre Führer sind Verführer. Die Decke Moses hängt vor den Herzen dieses Volkes, dass sie ihre eigene Bibel nicht verstehen.

Blind der Christenheit gegenüber

Der Jude weist immer auf das Unchristliche hin unter den Christen, auf die Verfolgungen Israels von Christen im Mittelalter bis auf die Neuzeit, und auf die schrecklichen Kriege,welche sogenannte Christen geführt haben und immer noch führen, aber sie haben kein Auge für die vielen Segnungen, die, durch Christus und seine Jünger, sein Evangelium der Welt gebracht hat und noch bringt, im Gegenteil, die Juden schreiben alle diese Segnungen, die auch sie genißen, ihrem Können, ihrer Weisheit und ihrer Kraft zu. Das ist Blindheit.

Blind seinen Sünden gegenüber

Die Juden geben nicht zu, dass die Erbsünde eine Lehre der heiligen Schrift ist, nein, sie wollen selbst ihr Erlöser, ihr Messias sein. Einer ihrer Führer schrieb: "Wenn der Mensch sich reinigt und heiligt, dann ergießt sich der heilige Geist über ihn."

Blind seinem Unglauben gegenüber

die größte Sünde, die nicht nur ihre Väter begingen, sondern auch sie heute noch begehen. Der Afrika-Forscher Stanley erzählt, dass die Afrikaner nicht wussten, dass sie schwarz seien, bis sie zum ersten mal einen weißen Menschen sahen. So wissen Juden und wir alle nicht, dass wir Sünder sind, bis wir Jesus, den Vollkommenen und Heiligen sehen und annehmen.

Blind dem Heilsweg gegenüber

Alle Religionen der Welt verkündigen mehr oder weniger einen Heilsweg zum Himmel, am klarsten aber zeigt ihn der Herr Jesus, der da sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich. In der jüdischen Theologie sehen wir uns vergebens nach einem Heilsweg um. Die Juden glauben an ihr zukünftiges Heil mit einer Selbstverständlichkeit, eben weil sie Juden sind. Die Sprüche der Väter, die von ihnen gelesen werden, fangen an: "Ganz Israel hat Anteil an der zukünftigen (herrlichen) Welt". Zwischen dem Katholizismus und dem Judentum besteht ein Zusammenhang, beide vertreten die Lehre von den überschüssigen guten Werken. Die Juden sagen: "Abraham, unser Vater, hat viele gute Werke getan, auch die Propheten und alle großen Männer, die unser Volk hervorgebracht hat. Ihre Tugenden kommen nun uns, die wir zu wenig gute Werke aufzuweisen haben, zugute". So verlassen sich die Juden noch heute auf Abraham und Moses, wie zur Zeit Johannes des Täufers. Ihr Otterngezücht, wer hat denn euch gewiesen dem zukünftigen Zorn zu entrinnen?" Das ist Blindheit. Doch alle Welt hat mit Blinden Mitleid. Das ist das Mindeste, was wir Israel gegenüber haben sollten.

Gott lässt dieses Volk nicht untergehen