Gottes Plan in den Zeitaltern

Aus Bibelwissen

Auszüge aus dem Buch: "Das feste prophetische Wort" von Pastor A. Fünning
erschienen 1947 im Christlichen Allianzverlag, Fellbach

in Bearbeitung

Inhaltsübersicht
Kapitel vorher:
39. Was bedeutet "ewig" und "Ewigkeit"?

40. Gottes Plan in den Zeitaltern"

Die heilige Schrift zeigt sehr deutlich, dass unser Gott, der ein Gott der Ordnung ist (1Kor 14:33), all sein Walten und Tun in Schöpfung, Erlösung und Vollendung nach einem großen und weisen Plan ausführt. Diesen Plan zu erforschen ist ungemein köstlich. Der Apostel Paulus schreibt an die Korinther (1Kor 10:11), dass alles, was jenen (nämlich Israel) widerfuhr, sei ein Vorbild für uns, auf welche "die Enden der Zeitalter (Luther: Ewigkeiten) gekommen sind," (vgl. Hebr 9:26). Ein Zeitalter, griechisch aion (Luther: Ewigkeit), ist eine bestimmte begrenzte Zeitperiode, die einen Anfang und ein Ende hat. Wenn nun Paulus von dem jetzigen Zeitalter als von einem solchen spricht, dass es zu "den Enden der Zeitalter" gehört, so ist es klar, dass vor dem unsrigen oder jetzigen, eine Anzahl anderer Zeitalter gewesen sind. Das ist nun genau das, was die Schrift lehrt. Sie zeigt uns von der Wiederherstellung dieser Schöpfung bis zur Neuschöpfung von Himmel und Erde 7 Zeitalter oder Ewigkeiten.

Jedes dieser Zeitalter unterscheidet sich vom andern durch besondere Offenbarungen Gottes und durch verschiedenes Handeln Gottes mit den Menschen. Und merkwürdigerweise, jedes dieser Zeitalter endet mit Gericht. Diese Zeitalter sind sehr verschieden in ihrer Zeitdauer. Ds längste Zeitalter ist das gegenwärtige, das der Gnade. Doch auch die Gnade hat Zeit und Schranken.

Etwas über die 7 Zeitalter

Welches sind nun die 7 Zeitalter? Im 1.Buch Mose werden uns schon 4 Zeitalter vorgeführt.

Das paradiesische Zeitalter

1. Das paradiesische Zeitalter oder das Zeitalter der Unschuld. -
Es ist das Zeitalter, in welchem Gott mit dem ersten Menschenpaar im Stand der Unschuld in einer Weise verkehrte und sich ihnen offenbarte, wie es seither auf Erden nie wieder der Fall war. Viele Einzelheiten werden uns von dem ganz eigenartigen Verhältnis zwischen Gott und den Menschen nicht geschildert. Da sehen wir den Menschen zuerst in seiner Unschuld, geschaffen nach dem Ebenbild Gottes. Dann sehen wir seine Prüfung, bezüglich des Gehorsams zu Gott, dann den Fall, darauf das göttliche Gericht: Bestrafung des Menschen und der Schlange, aber auch Verheißung eines Schlangenkopf-Zertreters, und dass das verlorene Paradies wieder kommen werde, und endlich Austreibung aus dem Paradies.So liegen in jenem ersten Zeitalter auf Erden nicht nur wehmütige Erinnerungen an das verlorene, glückliche Paradies, sondern auch hoffnungsvolle Blicke, dass dieses Paradies wieder auf diese Erde kommen werde (Offb 2:7; Offb 22:1.2.14), wohin die Schlange oder irgendeine Versuchung und Sünde nicht gelangen kann (Lk 23:43), und dass dessen Glück ein unzerstörbares sein wird. Die Dauer dieses Zeitalters währt von der Schöpfung des Menschen bis zu seinem Fall. Kein Zeitalter hat schlimmere Folgen gezeitigt wie dieses Zeitalter (1Mo 2:3).

Das vorsintflutliche Zeitalter

2. Das vorsintflutliche Zeitalter, oder das Zeitalter des Gewissens und der Patriarchen. -
In diesem Zeitalter verkehrt Gott ganz anders mit dem gefallenen Menschen als früher. Die Menschen waren allein auf das überlieferte Wort und ihr Gewissen - vielleicht auch noch auf das Anschaun der Cherubim - angewiesen. Obrigkeiten, Gesetze, Gerichtshöfe und Staatsordnungen gab es noch nicht; ebensowenig Tempel und Priester. Die Patriarchen waren die Priester, Propheten und Beherrscher ihrer Familien und Geschlechter. Doch das Verderben nahm nach und nach so überhand, dass die Menschen selbst vom Geist Gottes sich nichtmehr strafen ließen, und die Folge war die entsetzliche, alles verschlingend Flut. Nur Noah, der Prediger der Gerechtigkeit und des Glaubens, wurde mit seinem ganzen Hause in ein neues Zeitalter hinübergetragen. Dieses Zeitalter dauerte etwa 1600 Jahre und erstreckte sich vom Fall des Menschen bis zur Sintflut.

Das noahchitische Zeitalter

3. Das noahchitische Zeitalter, oder das Zeitalter der menschlichen Verwaltung (1Mo 8:20). -
Dieses Zeitalter unterscheidet sich wieder von den früheren. Gott verordnet des Söhnen Noahs den Genuss der Fleischnahrung, der vor der Flut wohl nicht üblich war. Ebenso verordnet Gott in direktem Gegensatz gen sein eigenes Verbot, den Kain zu bestrafen wegen des Mordes an seinem Bruder Abel begangen, dass von nun, wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch von Menschen vergossen werden. Damit ist Obrigkeit eingesetzt und ihr das Racheschwert in die Hand gegeben. Aber auch das Flutgericht hat die Menschen nicht geheilt von ihrem Hang zum Verderben. Die Nachkommen Noahs lehnen sich auf gegen den deutlich verstandenen Rat Gottes, die Menschen über den ganzen Erdkreis hin auszubreiten. Sie zentralisieren sich, bauten große Städte und einen Turm, der bis an den Himmel reichen und ihnen einen großen Namen machen sollte. Da liegen die unverkennbaren Grundlinien aller menschlichen Bestrebungen bis auf den heutigen Tag. Das organisierte Heidentum, die bewusste Entfremdung von Gott tritt ein (Röm 1:18-32), und hat ihr Recht behauptet bis auf den heutigen Tag. Wie geschrieben steht: wie es war in den Zeiten Noahs, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Die Menschheit hat bei all ihrem Wissensdünkel nichts aus ihrer eigenen Vergangenheit gelernt. Deshalb sollen sich Kinder Gottes ihr auch nicht gleichstellen. Das Gericht dieses Zeitalters war Verwirrung und Zerstreuung der Menschen beim babylonischen Turmbau. Dieses Zeitalter währte 430 Jahre, von der Flut bis zum Turmbau zu Babel. Die Völkerwelt gründete dann große Städte und Reiche, erzeugte Gewaltige, und eistet Erstaunliches, deren Trümmer noch heute Bewunderung erregen; aber sie wandten sich auch immer mehr von Gott ab und versanken schließlich in entsetzliches Heidentum.. Während nun Gott die große Völkerwelt, die sich immer mehr und immer entschiedener von ihm abwandte, ihre eigenen Wege gehen ließ, führte er ganz im Stillen, ohne irgendwelche große Bewegung unter den Völkern, eine ganz neue Ordnung ein, mit Abraham, seinem Auserwählten. -

Das abrahamitische Zeitalter

4. Das abrahamitische Zeitalter, oder das Zeitalter der Verheißung und des Glaubens. -
Gott, der Herr, erzieht Abraham auf den Linien des Glaubensgehorsams zu seinem Freunde und, indem er ihn jahrelang an lauter großen Verheißungen und Zusagen heranbildet, zum Vater aller Gläubigen. "Diese Glaubenshaltung" mit Abraham ist das Miniaturbild der gegenwärtigen Heilsveranstaltung, die ja auch ganz im Glauben und auf Hoffnung beruht, in welcher Zeit die "Zeiten der Heiden" auch ruhig ihren gottgeordneten Verlauf nehmen. Ebenso sind auch die Kinder Gottes in dieser Zeit nur Pilgrime und Fremdlinge und warten, wie Abraham auf die Stadt, die einen Grund hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist. (Hebr 11:10). Sie sind auch ebensowenig, wie Abraham es war, berufen, die sie umgebende gottentfremdete Welt zu reformieren, oder dieselbe auf die höchste Stufe menschenwürdiger Kultur zu erheben. Wohl aber sind sie berufen, wie Abraham, Lichter zu sein in der Finsternis dieser Welt, und klares festes Zeugnis zu geben von dem Geist, der in ihnen lebt, nicht durch Anpassung an die Welt, sondern durch entschiedenes Sich absondern von ihr, Röm 12:2: "Stellet euch nicht dieser Welt gleich." Dieses Zeitalter dauerte 500 Jahre und begann mit der Berufung Abrahams und endete mit dem Gericht über Ägypten. -

Das mosaische Zeitalter

5. Das mosaische Zeitalter oder das Zeitalter des Gesetzes. -
Die Dauer desselben ist etwas über 1500 Jahr von Sinai - wo Gott, der Herr, Israel durch Mose das Gesetz gab, bis Golgatha. Israels Geschichte in der Wüste und nachher in seinem Land, ist eine lange Kette von Übertretungen des Gesetzes. Die Folge war zuerst die assyrische und dann die babylonische Gefangenschaft (Kö 17:23; 2Kö 25:11), dann, als sie schließlich auch den Sohn Gottes verwarfen, traf sie das weitere Gericht im Jahre 70 nach Christus, in der Zerstörung Jerusalems und des ganzen Volkes durch die Römer. -

Das Zeitalter der Gnade

6. Das Zeitalter der Gnade durch die Offenbarung des Mensch gewordenen Gottes Sohnes Jesus Christus. -
Dieses Zeitalter reicht von Golgatha bis zur Entrückung. In diesem Zeitalter ruft Gott in Christo eine Auswahl aus allen Völkern heraus, die Gemeinde. Dieses Zeitalter ist das längste aller Zeitalter. Es ist, als wenn Gott, der Herr, nicht müde wird, das herrliche Evangelium von seinem Sohne der Menschheit immer und immer wieder anzubieten Auch dieses Zeitalter wird enden mit Gericht (Mt 13:30.40-43.47-50; 2Thes 2:7-12; Offb 6.-19.).

Das Zeitalter des Königreichs Jesu

7. Das Zeitalter des Königreiches Jesu oder das Millenium, auch 1000-jährigies Königreich genannt, in welchem Zeitalter das von David verheißene Königreich (2Sam 7:8-17; Sach 12:8; Lk 1;31.33; 1Kor 15:24), in Christo aufgerichtet und verwaltet werden wird. Doch auch dieses wunderbare Zeitalter endet mit Gericht (Offb 20:7-10).

Eigentümlichkeiten der Zeitalter

Beim Überblicken dieser Zeitalter fällt uns so manche Eigentümlichkeit , von denen wir wenigstens eine nennen wollen.

Ein gewaltiges feindliches Wesen

1. Wir finden, dass in allen Zeitaltern ein gewaltiges, feindliches Wesen vorhanden ist und überall seine Hand im Spiele hat. Dieses Wesen wird in der Schrift Satan, d.h. Widersacher oder auch Teufel, d.h. Verleumder, genannt. Dieser scheint ein großer Engelsfürst gewesen zu sein, der aber aus irgendeinem Grund sich wider Gott empörte und von Gott abfiel. Längst vor dem Sechstagewerk und vor der Erschaffung des Menschen war die Erde als sein Reich ihm von Gott übergeben worden (Lk 4:6). und diese Erde war und ist seither sein und seiner Genossen Reich und Behausung. Dies bestätigt der Herr, denn 3 mal nennt er ihn "Fürst dieser Welt" und "Weltbeherrscher" (Eph 2:2; Eph 6:12 und 2Kor 4:4), nennt er ihn geradezu "Gott dieser Welt bzw. Äons" (vgl. Kol 1:13). Alle diese Bezeichnungen geben uns Aufschluss über die gottgegebene Stellung, die diesem unheimlichen Wesen im Lauf der Weltangelegenheiten von Gott eingeräumt ist. Jetzt verstehen wir auch, wie es kam, dass dieses unheimliche Wesen, als der Mensch noch in Unschuld war, Eingang ins Paradies finden konnte. Absicht und Bestreben Satans zwar und ist es, überall den Plan Gottes zu vereiteln, ja ihn zu zerstören. Nachdem ihm dies gleich beim ersten Menschenpaar gelungen war, so hat er es im Lauf der Jahrtausende nicht schwer gehabt, die Menschen stets irre zu führen, weil ihr Dichten und Trachten nur böse von Jugend auf ist, und infolgedessen sie die Finsternis mehr liebten als das Licht, weil ihre Werke böse sind. (Joh 1:5; Joh 3:17). Da ist es nicht verwunderlich, dass jedes der bisherigen Zeitalter immer mit einem vollständigen Fiasko abschloss, auch das gegenwärtige, in selbst das wunderbare und gesegnete Königreich Jesu Christi wird mit einem solchen abschließen, wie in der Arbeit "Nach den 1000 Jahren" klar nachgewiesen worden ist. -

Obwohl Satan ein gewaltiges starkes Wesen ist, so ist er doch nicht allmächtig, das sehen wir aus der ganzen heiligen Schrift, aber besonders im Buch Hiob; er darf nur so weit gehen, wie Gott der Herr es zulässt. Er ist auch nicht allwissend, das sehen wir am klarsten am Kreuz, wo er glaubte, seinen größten Sieg errungen zu haben, jedoch in Wirklichkeit die größte Niederlage erlitt. Denn Jesus, der Stärkere, der gekommen ist, die Werke des Teufels zu zerstören, hat am Kreuz "ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie öffentlich zur Schau gestellt und einen Triumph aus ihnen gemacht." (Kol 2:14-15). Da hat der Starke seinen Meister, den Stärkeren, Jesus gefunden. Und ein jeder nun, der Christo angehört, ist versetzt aus der Obrigkeit der Finsternis in das Königreich des Sohnes seiner Liebe (Kol 1:13). Und solange derselbe in Christo bleibt, kann der Satan und die ganze Höllenbrut ihm nichts anhaben, denn Jesus ist Sieger und lebt. Wie Noah mit den Seinen in der Arche in den schrecklichen Blitz-, Hagel und Donnergerichten durch Gottes Macht geborgen war, so sind die Seinen in Christo auch durch Gottes Macht geborgen. Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch Jesus Christus (1Kor 15:57).

Gott erreicht Sein Ziel dennoch