Das volle Heil in Christo: Unterschied zwischen den Versionen

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==Letztes Geschehen nach der Bibel==
==Letztes Geschehen nach der Bibel==
==='''B. Das volle Heil in Christo'''===
==='''B. Das volle Heil in Christo'''===
Das Unheil der Menschen begann bereits mit Adam, obwohl ihn Gott ins Paradies gesetzt hatte. Er war, wie schon sein Name sagt, aus der adamah, der Erde, und kehrt als Sünder. zu ihr zurück. Der Name Adam besteht im Grundtext der Bibel aus 2 Silben und den drei Buchstaben aleph, daleth und mem. Teilt man die Silben, so bedeutet das erst a-dam das erst Blut. Da Vokale auch ausgewechselt werden dürfen, bedeutet adom der Rötliche, eine Bezeichnung für den Feind, siehe Edom, [[Jes 34:5]]-9. Aber auch dameh, "ähnlich sein", ist wurzelmäßig vorhanden. Das alles bedeutet in 4 Buchstaben ausgedrückt: Der erste in der Ähnlichkeit Gottes erschaffene Mensch wird zu Feind und seine Erlösung von der Erde erfordert das Blut des Ersten, was nach [[Kol 1:14]]-17 nur Jesus Christus ist. Die Zahlen dagegen erzählen  Adam = 1-4-40 ist der Erste (1) auf dieser Erde (4), welcher der Prüfung (40) ausgesetzt war; aber er hat diese Prüfung leider nicht bestanden. Darum muss nach göttlichem Geheimnis aus dem Ersten der Letzte werden ([[Mt 19:30]]). So ward der erste Adam. zu einer lebendigen Seele, welche sündigte und sterben muss, der letzte Adam aber zu Geist, der lebendig macht, [[1Kor 15:45]]. Wird nach dem Atbasch-Verfahren (der erste Buchstabe des Alphabetes wird mit dem letzten vertauscht, so auch der zweite usw.) aus 1-3-40 nun 400-100-10, so haben wir 45 + 510 = 555. Wie Gott einen Adam zum Haupt der Menschheit gesetzt hatte, so wurde Nebukadnezar, der König von Babel, zum "Haupt der Nationen" eingesetzt, siehe [[Dan 2:28]]. Er starb, wie wir wissen, am 3. Oktober 562. Und auf den Tag genau 555 Jahre später wurde Jesus Christus geboren. Der erste war irdisch, der andere aber der Herr des Himmels, der den Tod besiegte [[1Kor 15:47]]+57.


So ist der Letzte in Gottes Liebesrat der Heilbringer. Darum lesen wir in [[Hebr 1:1]].22 "Auf vielen Gebieten und in mancherlei Weisen hat Gott vordem zu den Vätern durch die Propheten gesprochen, nun aber spricht Er als Letztes in diesen Tagen zu uns durch den Sohn." Im Anfang starb Abel (5-2-30 = 37) als der erste Märtyrer, hinweisen auf Jesus (888 = 24 x 37), der als Letzten dem Antichristen (666 = 18 x 37) tötet und damit als der Sohn Gottes alle Sünde (chata, 8-9-1 = 18) abtut.
Durch diesen Sohn sind wir nicht mehr Übertreter und Feinde, sondern ebenfalls Söhne ([[Röm 5:6]]-10; [[Hebr 2:11]]-15) und weil wir Söhne sind, auch Erben ([[Röm 8:17]]; [[Gal 4:7]]; [[Offb 21:7]]).
Wir erben nicht dies und das, sondern das für uns be stimmte große Los und Erbgut heißt Jesus Christus. Wir verachten keineswegs Jugend, Gesundheit, Schönheit, Kunst, Ehe, Freundschaft, Wissen und Sachaffensfreude, aber sie sind vergänglich und darum nicht im mindesten mit Jesus zu vergleichen.
Watchman Nee, der standhafte Christuszeuge in Rot- China, bezeugte: "Nach Gottes Absicht ist Christus nicht nur der Geber aller Dinge; Er Selbst ist alles und gerade das, was wir brauche. Erst mit dieser Erkenntnis wissen wir, was wahres und lebendiges Christentum ist."<br/><br/>
==='''I. Vom Volk zur Gemeinde'''===
Unsere Überschrift könnte leicht missverstanden werden, nämlich so, als ob die Gemeinde Jesu Christi als eine neue Körperschaft geschichtlich aus dem Volke Gottes sich heraus entwickelte und dieses ablöste. Leider ist dieses Missverständnis auch allgemein verbreitet. Aber so ist es keineswegs. Die Gemeinde hat ihren Anfang in Jesus Christus und damit schon vor Grundlegung der Welt, was der Apostel Paulus in [[Eph 1:4]] auch deutlich bezeugt. Bevor es Menschen auf dieser Erde gab, waren die Glieder Jesu Christi schon existent in Ihm!
Und doch ist unsere Überschrift richtig. Jedes einzelne Glied der Gemeinde wächst z u dem von Gott bestimmten Zeitpunkt in die Gemeinschaft der Gottesfürchtigen hinein, wird dann aber von Jesus Christus Selbst ergriffen und zu IHM geführt und seiner Umwelt wieder zurückgegeben, um unter ihnen zur Verherrlichung Gottes und mit ihnen zum Segen zu sein. So sagt der Herr zu Paulus: "Dazu bin Ich dir erschienen ... dich h e r a u s n e h m e n d aus dem Volk und aus den Nationen, z u welchen I c h dich s c h i c k e, autzutun ihre Augen" [[Apg 26:17]]. Deshalb gibt es auf dieser Erde niemals eine isolierte Gemeinde, der nur vollkommene Leibesglieder beitreten könnten, weil ein Leibesglied immer von Gottesfürchtigen umgeben ist, wie Fleisch und Schale einer Frucht den Kern umschließen. Wie es auch kein Allerheiligstes ohne Heiligtum und Vorhof gibt.
Das wird in der Gemeinde zu Korinth sehr deutlich, weil Paulus sie anredet als: Geheiligte in Christo Jesu,
::berufene Heilige
::samt allen, die anrufen den Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Wie wir keine Starkstromleitung berühren können, so wäre es in einer Gemeinschaft, die nur aus exklusiven Vollkommenen be steht, für ein Kindlein in Christo nicht auszuhalten. Und selbst das unter den Berufenen auserwählte Christusglied bedarf noch des Wachstums. Deshalb bekennt sogar ein Paulus: "Nicht, dass ich es schon erhalten hätte oder gar vollendet sei. Doch ich jage ihm nach, dass ich ergreifen möchte, auf welches hin ich von Christo Jesu ergriffen ward. Brüder, ich schätze mich selber n och nicht als einer ein, der es ergriffen hat." [[Phil 3:12]].12. Charles H. Spurgeon (1834-1892), der bekannte Londoner Prediger, erklärte: "Es gibt keine absolut vollkommene Gemeinde. Und wenn es sie gäbe, dürfte ich ihr nicht beitreten, weil sie sonst keine vollkommene Gemeinde mehr wäre." So wahr das ist, darf aber auch andererseits nicht übersehen werden, dass jedes Gemeindeglied dennoch vollkommen ist, nicht in sich, sondern in Christus, [[Kol 2:10]].
Denn das ist gerade der wesentliche Unterschied zwischen Gemeinde und dem Tross jener Gottesfürchtigen, denen es weder nach Vollkommenheit verlangt noch nach dem ständigen "In Christo-Sein", wovon das Neue Testament 196-mal spricht (davon 164 mal allein bei Paulus). Das Gottes Volk ist zufrieden mit Schutz und irdischen Segnungen, die Auswahl derer aber, die mit Christus auferweckt sind, trachtet nach droben, [[Kol 3:1]]. Dennoch brauchen Volk. und Gemeinde einander, wie die 70 Palmbäume in Elim die 12 Quellen, aber auch umgekehrt die Quellen die Bäume brauche, [[2Mo 15:27]].<br/><br/>
====Gottes Menschenliebe====
Weil sich Gott des Menschen erbarmte, der sich in seinen Lüsten und Begierden, und darum auch leider in Neid und Hass, verdarb, deshalb erzog Er Sich mit der Erwählung Abrahams ein Volk, das sein Vertrauen auf Gott setzen sollte. In der Mitte des auserwählten Volkes stellte Er das Heiligtum, das in der Wüste die Stiftshütte und im verheißenen Land der Tempel war. Dadurch sollten sie lernen, dass Gott Sich mit ihnen versöhnte und sie heiligt, das meint, als Gerecht von den anderen absondert. Als ein solches Volk sollten sie den heiligen Willen Gottes erkennen, aber auch damit lernen, dass sie nur der Messias als der König in ihrer Mitte befähigt, gerecht zu leben.
Als dieser König rund eineinhalb Jahrtausend oder genau 13 x 117 = 1521 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten auftrat, wurde er vom Volk freudig empfangen; aber für die Baumeister (Pharisäer, Schriftgelehrte und Priester) war Er der Stein des Anstoßes und Ärgernisses, [[1Petr 2:6]]-8. Denn Christus predigte nicht das Gesetz, sondern Liebe, förderte nicht die Selbstgerechtigkeit, sondern brachte Sündenerkenntnis, trieb nicht die römische Besatzungsmacht aus dem Land, sondern das Böse aus dem Herzen und brachte auch keinen diplomatischen äußeren Frieden zustande, sondern den inneren Gottesfrieden.
Sol kam es dahin, dass die Oberen seines eigenen Volkes Ihn ans Kreuz brachten, nicht wissend, dass damit das Heil zur Vollendung geführt wurde. Der Messias-König sollte ja am Holz des Fluches sterben, um vom Fluch des Gesetzes zu erretten, [[Gal 3:13]]. Und obwohl Jesus Gottes Sohn war, musste Er doch durch Leiden Gehorsam lernen, um nicht allein die Sünde fortzunehmen, sondern auch wahres Leben, volle Gerechtigkeit und unvergängliches Wesen ans Licht zu bringen, [[2Tim 1:10]]. Dadurch wurde Satan als das Haupt der Bosheit besiegt, das Volk Israel für Gott zurück erkauft und die ganze Menschheit errettet, [[Jes 53:8]]; [[1Jo 2:2]]. Der Mensch kann sich nicht selbst von der Sünde des Ichwesens er retten, sondern muss sich erretten lassen. Die Aneignung dieser von Christus erwirkten Errettung geschieht durch den Glauben an Jesus Christus als das einzige von Gott geschenkte Heil. Das ist der Weg des Glaubens, den die Gemeinde geht. Niemand wird vor Gott durch seine Taten gerecht, sondern weil uns der Sohn Gottes die Gerechtigkeit Gottes erwirkte, deshalb folgen die guten Werke der Errettung nach wie die Frucht der Blüte, [[Eph 2:8]]-10.<br/><br/>
====Die Säulen des Volkes====
Die Glaubensd en, die Sich Gott der Vater durch Seinen Sohn Jesus Christus erwählte ([[Mt 11:27]]), sind die Säulen des Volkes Gottes.
Wie ein Haus auf einem Fundament ruht, das schon vor dem Gebäude existierte, so gab es auch schon lange vor dem Volke Gottes christusbegnadete Gemeindeglieder als Männer des Glaubens. Die Siegesallee des Glaubens in [[Hebr 11]] nennt in [[Hebr 11:4]]-7 Abel, Henoch und Noah. Abel als der erste Märtyrer weist auf das Blut Jesu, das uns erlöst, [[Hebr 12:24]]; Henoch predigt das Kommen Jesu zu unserer Errettung, [[Jud 1:14]]; und Noah ist der Mann, bei dem wir zum ersten mal in unserer Bibel das Wort Gnade finden; [[1Mo 6:8]]. Diese Gottbegeisteten, eben solche, in denen der Geist Christi war ([[1Petr 1:10]]-12), wurden später als Patriarchen , Propheten und Gesandte (Apostel) bezeichnet. Diese alle, die sich auf Jesus Christus gründen, n och bevor Er in Bethlehem als Mensch geboren wurde und auf Golgatha starb, bilden den Grundstock der Gemeinde, [[Eph 2:20]].
Dadurch, dass Christus die Gottesgemeinde, auf Sich selbst gründend, mit lebendigen Steinen bis zum Tag der Entrückung baut ([[Mt 16:18]]), ist ebenso auch die Existenz des Gottesvolkes, solange die Erde steht, gesichert.  Doch beide, Gemeinde und Volk, bedürfen einander, so wie ein Arzt nicht ohne Patienten sein kann, und der Pflegebedürftige ohne Arzt verderben würde. durch die Zerstreuung des Volkes Israel unter alle Völker ist auch die Basis des "Kirchenvolkes" großer geworden. Aber auch die Gemeinde Jesu Christi hat den Weg. zu allen Völkern gefunden, [[Apg 10:34]].35; [[Röm 1:5]].
Gott hatte schon dem Abraham als Vater und Vorbild des Glaubens zugesichert: "Ich will dich zum großen Volk machen ... und m i t d i r sollen sich segnen alle Geschlechter der Erde." [[1Mo 12:2]].3.
Hier sollte es keine Verwechslungen geben: I s r a e l (was natürlich weit über den Rahmen des nur allein sichtbaren Rahmens des Hauses Juda hinausgeht) ist das einzige auserwählte Volk auf dieser Erde. V o l k Gottes ist aber nicht gleichbedeutend mit G e m e i n d e. In das Volk wird man hineingeboren und durch Gesetze zusammengebunden. Die Gemeinde Jesu Christi aber besteht aus Wiedergeborenen und durch die Gnade Herausgerufenen.
Von Christus geht aller Segen Gottes durch die lebendigen Kanäle Seiner Glieder zu dem Volke Gottes und von diesen zu allen Völkern dieser Erde, soweit sie sich mit Abraham segnen lassen wollen. Alle aber, die sich gegen das Volk Abrahams auflehnen und damit auch immer gegen das Heil in Christo revoltieren, sind Opfer satanischer Verführung. Wie das Volk Gottes durch die Barmherzigkeit und Geduld Gottes getragen wird, so ist die Gemeinde als eine Neuschöpfung von der Liebe Christi durchdrungen, die sich auch auf Verführte und feinde ergießt, [[2Kor 5:14]].17; [[Mt 5:44]]-48.<br/><br/>
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Version vom 27. Juni 2024, 11:06 Uhr

Letztes Geschehen nach der Bibel
Abschrift des Buches von W. J. Pasedag (1975)

Morgenland Verlag - Bieselsberg
Die Schrift ist antiquarisch noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung

Letztes Geschehen nach der Bibel

B. Das volle Heil in Christo

Das Unheil der Menschen begann bereits mit Adam, obwohl ihn Gott ins Paradies gesetzt hatte. Er war, wie schon sein Name sagt, aus der adamah, der Erde, und kehrt als Sünder. zu ihr zurück. Der Name Adam besteht im Grundtext der Bibel aus 2 Silben und den drei Buchstaben aleph, daleth und mem. Teilt man die Silben, so bedeutet das erst a-dam das erst Blut. Da Vokale auch ausgewechselt werden dürfen, bedeutet adom der Rötliche, eine Bezeichnung für den Feind, siehe Edom, Jes 34:5-9. Aber auch dameh, "ähnlich sein", ist wurzelmäßig vorhanden. Das alles bedeutet in 4 Buchstaben ausgedrückt: Der erste in der Ähnlichkeit Gottes erschaffene Mensch wird zu Feind und seine Erlösung von der Erde erfordert das Blut des Ersten, was nach Kol 1:14-17 nur Jesus Christus ist. Die Zahlen dagegen erzählen Adam = 1-4-40 ist der Erste (1) auf dieser Erde (4), welcher der Prüfung (40) ausgesetzt war; aber er hat diese Prüfung leider nicht bestanden. Darum muss nach göttlichem Geheimnis aus dem Ersten der Letzte werden (Mt 19:30). So ward der erste Adam. zu einer lebendigen Seele, welche sündigte und sterben muss, der letzte Adam aber zu Geist, der lebendig macht, 1Kor 15:45. Wird nach dem Atbasch-Verfahren (der erste Buchstabe des Alphabetes wird mit dem letzten vertauscht, so auch der zweite usw.) aus 1-3-40 nun 400-100-10, so haben wir 45 + 510 = 555. Wie Gott einen Adam zum Haupt der Menschheit gesetzt hatte, so wurde Nebukadnezar, der König von Babel, zum "Haupt der Nationen" eingesetzt, siehe Dan 2:28. Er starb, wie wir wissen, am 3. Oktober 562. Und auf den Tag genau 555 Jahre später wurde Jesus Christus geboren. Der erste war irdisch, der andere aber der Herr des Himmels, der den Tod besiegte 1Kor 15:47+57.

So ist der Letzte in Gottes Liebesrat der Heilbringer. Darum lesen wir in Hebr 1:1.22 "Auf vielen Gebieten und in mancherlei Weisen hat Gott vordem zu den Vätern durch die Propheten gesprochen, nun aber spricht Er als Letztes in diesen Tagen zu uns durch den Sohn." Im Anfang starb Abel (5-2-30 = 37) als der erste Märtyrer, hinweisen auf Jesus (888 = 24 x 37), der als Letzten dem Antichristen (666 = 18 x 37) tötet und damit als der Sohn Gottes alle Sünde (chata, 8-9-1 = 18) abtut.

Durch diesen Sohn sind wir nicht mehr Übertreter und Feinde, sondern ebenfalls Söhne (Röm 5:6-10; Hebr 2:11-15) und weil wir Söhne sind, auch Erben (Röm 8:17; Gal 4:7; Offb 21:7).

Wir erben nicht dies und das, sondern das für uns be stimmte große Los und Erbgut heißt Jesus Christus. Wir verachten keineswegs Jugend, Gesundheit, Schönheit, Kunst, Ehe, Freundschaft, Wissen und Sachaffensfreude, aber sie sind vergänglich und darum nicht im mindesten mit Jesus zu vergleichen.

Watchman Nee, der standhafte Christuszeuge in Rot- China, bezeugte: "Nach Gottes Absicht ist Christus nicht nur der Geber aller Dinge; Er Selbst ist alles und gerade das, was wir brauche. Erst mit dieser Erkenntnis wissen wir, was wahres und lebendiges Christentum ist."

I. Vom Volk zur Gemeinde

Unsere Überschrift könnte leicht missverstanden werden, nämlich so, als ob die Gemeinde Jesu Christi als eine neue Körperschaft geschichtlich aus dem Volke Gottes sich heraus entwickelte und dieses ablöste. Leider ist dieses Missverständnis auch allgemein verbreitet. Aber so ist es keineswegs. Die Gemeinde hat ihren Anfang in Jesus Christus und damit schon vor Grundlegung der Welt, was der Apostel Paulus in Eph 1:4 auch deutlich bezeugt. Bevor es Menschen auf dieser Erde gab, waren die Glieder Jesu Christi schon existent in Ihm!

Und doch ist unsere Überschrift richtig. Jedes einzelne Glied der Gemeinde wächst z u dem von Gott bestimmten Zeitpunkt in die Gemeinschaft der Gottesfürchtigen hinein, wird dann aber von Jesus Christus Selbst ergriffen und zu IHM geführt und seiner Umwelt wieder zurückgegeben, um unter ihnen zur Verherrlichung Gottes und mit ihnen zum Segen zu sein. So sagt der Herr zu Paulus: "Dazu bin Ich dir erschienen ... dich h e r a u s n e h m e n d aus dem Volk und aus den Nationen, z u welchen I c h dich s c h i c k e, autzutun ihre Augen" Apg 26:17. Deshalb gibt es auf dieser Erde niemals eine isolierte Gemeinde, der nur vollkommene Leibesglieder beitreten könnten, weil ein Leibesglied immer von Gottesfürchtigen umgeben ist, wie Fleisch und Schale einer Frucht den Kern umschließen. Wie es auch kein Allerheiligstes ohne Heiligtum und Vorhof gibt.

Das wird in der Gemeinde zu Korinth sehr deutlich, weil Paulus sie anredet als: Geheiligte in Christo Jesu,

berufene Heilige
samt allen, die anrufen den Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Wie wir keine Starkstromleitung berühren können, so wäre es in einer Gemeinschaft, die nur aus exklusiven Vollkommenen be steht, für ein Kindlein in Christo nicht auszuhalten. Und selbst das unter den Berufenen auserwählte Christusglied bedarf noch des Wachstums. Deshalb bekennt sogar ein Paulus: "Nicht, dass ich es schon erhalten hätte oder gar vollendet sei. Doch ich jage ihm nach, dass ich ergreifen möchte, auf welches hin ich von Christo Jesu ergriffen ward. Brüder, ich schätze mich selber n och nicht als einer ein, der es ergriffen hat." Phil 3:12.12. Charles H. Spurgeon (1834-1892), der bekannte Londoner Prediger, erklärte: "Es gibt keine absolut vollkommene Gemeinde. Und wenn es sie gäbe, dürfte ich ihr nicht beitreten, weil sie sonst keine vollkommene Gemeinde mehr wäre." So wahr das ist, darf aber auch andererseits nicht übersehen werden, dass jedes Gemeindeglied dennoch vollkommen ist, nicht in sich, sondern in Christus, Kol 2:10.

Denn das ist gerade der wesentliche Unterschied zwischen Gemeinde und dem Tross jener Gottesfürchtigen, denen es weder nach Vollkommenheit verlangt noch nach dem ständigen "In Christo-Sein", wovon das Neue Testament 196-mal spricht (davon 164 mal allein bei Paulus). Das Gottes Volk ist zufrieden mit Schutz und irdischen Segnungen, die Auswahl derer aber, die mit Christus auferweckt sind, trachtet nach droben, Kol 3:1. Dennoch brauchen Volk. und Gemeinde einander, wie die 70 Palmbäume in Elim die 12 Quellen, aber auch umgekehrt die Quellen die Bäume brauche, 2Mo 15:27.

Gottes Menschenliebe

Weil sich Gott des Menschen erbarmte, der sich in seinen Lüsten und Begierden, und darum auch leider in Neid und Hass, verdarb, deshalb erzog Er Sich mit der Erwählung Abrahams ein Volk, das sein Vertrauen auf Gott setzen sollte. In der Mitte des auserwählten Volkes stellte Er das Heiligtum, das in der Wüste die Stiftshütte und im verheißenen Land der Tempel war. Dadurch sollten sie lernen, dass Gott Sich mit ihnen versöhnte und sie heiligt, das meint, als Gerecht von den anderen absondert. Als ein solches Volk sollten sie den heiligen Willen Gottes erkennen, aber auch damit lernen, dass sie nur der Messias als der König in ihrer Mitte befähigt, gerecht zu leben.

Als dieser König rund eineinhalb Jahrtausend oder genau 13 x 117 = 1521 Jahre nach dem Auszug aus Ägypten auftrat, wurde er vom Volk freudig empfangen; aber für die Baumeister (Pharisäer, Schriftgelehrte und Priester) war Er der Stein des Anstoßes und Ärgernisses, 1Petr 2:6-8. Denn Christus predigte nicht das Gesetz, sondern Liebe, förderte nicht die Selbstgerechtigkeit, sondern brachte Sündenerkenntnis, trieb nicht die römische Besatzungsmacht aus dem Land, sondern das Böse aus dem Herzen und brachte auch keinen diplomatischen äußeren Frieden zustande, sondern den inneren Gottesfrieden.

Sol kam es dahin, dass die Oberen seines eigenen Volkes Ihn ans Kreuz brachten, nicht wissend, dass damit das Heil zur Vollendung geführt wurde. Der Messias-König sollte ja am Holz des Fluches sterben, um vom Fluch des Gesetzes zu erretten, Gal 3:13. Und obwohl Jesus Gottes Sohn war, musste Er doch durch Leiden Gehorsam lernen, um nicht allein die Sünde fortzunehmen, sondern auch wahres Leben, volle Gerechtigkeit und unvergängliches Wesen ans Licht zu bringen, 2Tim 1:10. Dadurch wurde Satan als das Haupt der Bosheit besiegt, das Volk Israel für Gott zurück erkauft und die ganze Menschheit errettet, Jes 53:8; 1Jo 2:2. Der Mensch kann sich nicht selbst von der Sünde des Ichwesens er retten, sondern muss sich erretten lassen. Die Aneignung dieser von Christus erwirkten Errettung geschieht durch den Glauben an Jesus Christus als das einzige von Gott geschenkte Heil. Das ist der Weg des Glaubens, den die Gemeinde geht. Niemand wird vor Gott durch seine Taten gerecht, sondern weil uns der Sohn Gottes die Gerechtigkeit Gottes erwirkte, deshalb folgen die guten Werke der Errettung nach wie die Frucht der Blüte, Eph 2:8-10.

Die Säulen des Volkes

Die Glaubensd en, die Sich Gott der Vater durch Seinen Sohn Jesus Christus erwählte (Mt 11:27), sind die Säulen des Volkes Gottes.

Wie ein Haus auf einem Fundament ruht, das schon vor dem Gebäude existierte, so gab es auch schon lange vor dem Volke Gottes christusbegnadete Gemeindeglieder als Männer des Glaubens. Die Siegesallee des Glaubens in Hebr 11 nennt in Hebr 11:4-7 Abel, Henoch und Noah. Abel als der erste Märtyrer weist auf das Blut Jesu, das uns erlöst, Hebr 12:24; Henoch predigt das Kommen Jesu zu unserer Errettung, Jud 1:14; und Noah ist der Mann, bei dem wir zum ersten mal in unserer Bibel das Wort Gnade finden; 1Mo 6:8. Diese Gottbegeisteten, eben solche, in denen der Geist Christi war (1Petr 1:10-12), wurden später als Patriarchen , Propheten und Gesandte (Apostel) bezeichnet. Diese alle, die sich auf Jesus Christus gründen, n och bevor Er in Bethlehem als Mensch geboren wurde und auf Golgatha starb, bilden den Grundstock der Gemeinde, Eph 2:20.

Dadurch, dass Christus die Gottesgemeinde, auf Sich selbst gründend, mit lebendigen Steinen bis zum Tag der Entrückung baut (Mt 16:18), ist ebenso auch die Existenz des Gottesvolkes, solange die Erde steht, gesichert. Doch beide, Gemeinde und Volk, bedürfen einander, so wie ein Arzt nicht ohne Patienten sein kann, und der Pflegebedürftige ohne Arzt verderben würde. durch die Zerstreuung des Volkes Israel unter alle Völker ist auch die Basis des "Kirchenvolkes" großer geworden. Aber auch die Gemeinde Jesu Christi hat den Weg. zu allen Völkern gefunden, Apg 10:34.35; Röm 1:5.

Gott hatte schon dem Abraham als Vater und Vorbild des Glaubens zugesichert: "Ich will dich zum großen Volk machen ... und m i t d i r sollen sich segnen alle Geschlechter der Erde." 1Mo 12:2.3.

Hier sollte es keine Verwechslungen geben: I s r a e l (was natürlich weit über den Rahmen des nur allein sichtbaren Rahmens des Hauses Juda hinausgeht) ist das einzige auserwählte Volk auf dieser Erde. V o l k Gottes ist aber nicht gleichbedeutend mit G e m e i n d e. In das Volk wird man hineingeboren und durch Gesetze zusammengebunden. Die Gemeinde Jesu Christi aber besteht aus Wiedergeborenen und durch die Gnade Herausgerufenen.

Von Christus geht aller Segen Gottes durch die lebendigen Kanäle Seiner Glieder zu dem Volke Gottes und von diesen zu allen Völkern dieser Erde, soweit sie sich mit Abraham segnen lassen wollen. Alle aber, die sich gegen das Volk Abrahams auflehnen und damit auch immer gegen das Heil in Christo revoltieren, sind Opfer satanischer Verführung. Wie das Volk Gottes durch die Barmherzigkeit und Geduld Gottes getragen wird, so ist die Gemeinde als eine Neuschöpfung von der Liebe Christi durchdrungen, die sich auch auf Verführte und feinde ergießt, 2Kor 5:14.17; Mt 5:44-48.