Der Galaterbrief - Kapitel 1: Unterschied zwischen den Versionen

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:'''''"... der Sich Selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit Er uns aus dem gegenwärtigen bösen Äon herausnehmen, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters."'''''
:'''''"... der Sich Selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit Er uns aus dem gegenwärtigen bösen Äon herausnehmen, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters."'''''


Was heute für die Gläubigen selbstverständlich ist, war für die jungen Gemeinden in Galatien  
Was heute für die Gläubigen selbstverständlich ist, war für die jungen Gemeinden in Galatien noch ganz neu: Jesus, der Sohn Gottes, starb für unsere Sünden! Natürlich hatte sie Paulus, wie wir in der Apostelgeschichte sahen, schon persönlich belehrt, und doch war gerader diese Hingabe Jesu etwas Ungeheurliches, was mit dem normalen Verstand nicht fassbar war, deshalb stellt Paulus sie an den Anfang dieses Briefes. Er ruft damit den Galatern zu: Behaltet es ständig in euren Herzen, was Jesus für euch tat!
 
Wir wissen aus dem Brief des Petrus ([[1Petr 1:20]]), dass der Sohn Gottes schon <u>vor</u> (!) dem Niederwurf der Welt als Opferlamm bereitstand, das bedeutet, <u>bevor</u> der erste Mensch Adam erschaffen wurde, bestand der vollständige Plan Gottes, wie Er mit der entstehenden Menschheit verfahren wird. Das Ziel Gottes ist, "Gemeinschaft" mit seinen Geschöpfen zu haben, die Er liebt und die auch Ihn aus ganzem Herzen lieben. Wir erfassen dieses Sehnen Gottes noch besser, wenn wir uns vergegenwärtigen, was [[1Jo 4:8]] uns sagt: "... denn Gott ist Liebe"! Und diese Liebe Gottes umfasst die Weiten des Alls!
 
Nun hat Gott zwar den Menschen in seinem Bild erschaffen ([[1Mo 1:27]]), was aber die Grundlage Seines Wesens beinhaltet, nämlich "Liebe", aber dieser "Keimling Liebe" musste erst Erfahrungen machen, musste sich zuerst durch dunklen Boden des Erdreichs (oder aus dem Dunkel einer engen Schale) hindurch an das Licht der Sonne kämpfen, wo der Keimling sich dann endlich entfalten kann. Denken wir hierüber einmal nach, liebe Geschwister! Wir erkennen dann, dass Gott zwei Pfeiler brauchte:
# Das Werkzeug des Dunkels (Satan) und
# das Opferlamm des Lichts (unseren Herrn Jesus)!
Es entspricht dem Ratschluss Seines Willens, dass Gott mit diesen beiden Hilfen Sein hehres Ziel erreicht: "... damit Gott alles in allen sei" ([[1Kor 15:28]]).<br/><br/>
 
Wir setzen das gestern begonnene Thema fort, wo wir weit ausgeholt haben; aber nur so verstehen wir, warum und wozu Jesus sterben musste! Wir Menschen wissen aus Erfahrung, dass schon unsere kleine zwischenmenschliche Liebe dort viel anhaltender ist, wo etwas Erlebtes vorausging. Um wieviel mehr trifft dies auf unsere Beziehung zu Gott zu! Wir Menschen müssen erfahren und erleben, wie wir nach einem harten Kampf aus der Dunkelheit in das Licht des Kreuzes Jesu vordringen, wo uns das Licht der Liebe umstrahlt, uns zu herrlichem Wachstum fördert, hin zu der Liebe des Vaters, welche gemäß [[Röm 5:5]] bereits in unseren Herzen ausgegossen ist durch den uns gegebenen heiligen Geist.
 
Was selbst uns Gläubigen viel Not bereitet, ist die Tatsache des Kampfes, der Gott uns (und allen Menschen) verordnet hat. Es bedeutet ganz einfach ausgedrückt: Ohne Kampf kein Licht. So konnte schon Johanne schreiben, dass der Kampf, <u>das Überwinden des Bösen</u> ein Glaubenswachstum ist, nämlich heraus aus dem Stand eines Kindleins hin zum Jüngling im Glauben ([[1Jo 2:12]]-14). Paulus gab uns in [[Eph 6:10]] ff eine komplette Waffenrüstung in die Hand, weil es Gottes Wille ist, dass wir von den Mächten der Finsternis angegriffen werden. "Kampf" hat immer "Überwindung" zum Ziel, dass wir zu "Vätern im. Glauben" heranreifen, die den erkannt haben, der wie [[1Jo 2:13]] sagt, "von Anfang an ist". Und so wie wir, die Körperglieder Christi Jesu, heute schon durch die Dunkelheit hindurch das Licht der Liebe Gottes in dem Namen "Jesus" erkennen konnten, so werden einmal alle Menschen in dem herrlichsten aller Namen "Jesus" ihren Retter erkennen können und alle werden begreifen, was am Kreuz auf Golgatha geschah: Gott hat in der Dahingabe Seines Sohnes "Seine Liebe" offenbar gemacht!<br/><br/>
 
Die Notwendigkeit, dass Sich Jesus Christus für unsere Sünden hingegeben hat, resultiert daraus, dass in dieser "Dahingabe" Gottes Liebe sichtbar wird! Hier liegt der tiefe Sinn von Sünde und Rettung, deshalb erschuf Gott auch das Licht und das Finstere, das Gute und das Böse, wie [[Jes 45:7]] bezeugt. Und dieses Zeugnis in Vers 7 endet mit den Worten: "Ich, Ieue Alueim, machte all dieses." Diese klare Aussage macht die Legende von einem gefallenen Engelfürsten zunichte; kein Geschöpf könnte sich jemals erfolgreich gegen Gott erheben bzw. gegen den Willen Gottes handeln!
 
Nun richten sich die Worte unseres Leitverses aber an die Galater, wir kommen also wieder zurück zu unserem Thema: Mit dem Hinweis, dass Jesus Christus Sich für ihre (der Galater) Sünden hingegeben hat, öffnet Paulus ihren Blick für die Rettung am Kreuz, welcher nichts mehr hinzuzufügen ist, am wenigsten armselige Gotteswerke!
 
Nun nennt Paulus aber zwei Gründe für die Dahingabe, zum einen wegen unserer Sünden, und zum anderen, um uns aus dem gegenwärtigen bösen Äon herauszunehmen! Ersteres haben wir geklärt, kommen wir zum Zweiten:
 
Paulus bezeichnet die Zeit, in der wir heute leben, den "gegenwärtigen bösen Äon". Wir wollen uns. nicht lange mit jener unseligen Übersetzung befassen, die aus einem Äon eine "Ewigkeit" macht, nur soviel möchten wir hierzu sagen: Satans Angriffe richten sich darauf, uns in völliger Unmündigkeit festzuhalten! Dazu gehört, dass er uns Gottes Liebe verdunkelt. Die gelang ihm, indem er aus einem zeitlich begrenzten Äonen "die Ewigkeit" werden ließ. Wer nicht zu Lebzeiten an Gott Glaubt, soll ewig verloren sein - was für eine infame Lüge! Gott ist Liebe, und was Gottes Liebe beinhaltet, lesen wir in [[1Kor 13:4]]-7. Jesus sagt in [[Mt 5:44]]: "Liebet eure Feinde..." sollte Gott das Gegenteil tun und Seine Feinde hassen und ewig bestrafen?<br/><br/>
 
"Äonen" sind in Gottes Heilsplan Zeitabschnitte mit einem jeweiligen Anfang und einem Ende, sie sind uns quasi als "Kalender Gottes" gegeben, um die Zeit zu erkennen und zu erfassen.  Es ist mehr als erstaunlich, dass der größte Teil der Gläubigen hiervon kaum oder gar keine Ahnung hat! So gibt es eine Zeit vor den Äonen ([[1Kor 2:7]]), wo Gott bereits unsere Herrlichkeit vorherbestimmt hat. Es folge der erste Äon der Urschöpfung, die damalige Welt ([[2Petr 3:6]]), dann der zweite (Ehemalige) Äon, der mit der Sintflut endete, und ihm folgte der dritte gegenwärtige und böse Äon, in welchem wir heute leben. Aus diesem Äon sind die Galater und wir alle herausgenommen - was erklärt werden muss!
 
Zuerst sei erklärt, was Paulus mit "böse" meint: Er (der gegenwärtige Äon) ist böse, weil Satan gemäß [[2Kor 4:4]] der Gott dieses Äons ist und die Gedanken der Ungläubigen blendet. Der gegenwärtige Äon steht also unter der Herrschaft Satans.
 
Wenn Paulus schreibt, dass wir alle aus diesem Äon herausgenommen sind, so ist das nicht buchstäblich zu verstehen,  noch leben wirja alle auf dieer Erde! Die Lösung der Frage kann sich nur auf das geistliche Gebiet erstrecken, und Paulus erklärt dies  den Galatern noch ausführlich in diesem Brief. Greifen wir heute aus [[Gal 2:20]]a voraus, wo unter anderem die Antwort zu finden ist: "Zusammen mit Christus bin ich gekreuzigt; ich lebe aber, doch nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus." Hier wird deutlich, wie unsere Herausnahme aus diesem gegenwärtigen bösen Äon zu verstehen ist.
 
Zum Schluss lesen wir noch dass dies alles nach dem willen unseres Gottes und Vater geschieht, was uns wiederum zu jener Generalaussage in [[Eph 1:11]] führt "Gott, der <u>'''alles'''</u> nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt..."! Es gibt im All nur Einen, der alle Fäden in der Hand hält, und wir dürfen Ihn "Vater" nennen!<br/><br/>
 
===Gal 1:5===
:'''''"Ihm sei die Verherrlichung für die Äonen der Äonen! Amen!"'''''
 
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Abkehr der Galater vom reinen Evangelium 6<br/><br/>
Abkehr der Galater vom reinen Evangelium 6<br/><br/>
Unabhängigkeit des Paulus von den anderen Aposteln 11-24<br/><br/>
Unabhängigkeit des Paulus von den anderen Aposteln 11-24<br/><br/>

Version vom 3. Oktober 2023, 23:44 Uhr

Abschrift: Der Galaterbrief I - II (2012)
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)

Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Der Galaterbrief ist als Schrift noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

Der Galterbrief - Kapitel 1

(Band I)
Verfasser, Empfänger und Gruß
Abkehr der Galater vom reinen Evangelium
Unabhängigkeit des Paulus von den anderen Aposteln 11-24

Vorwort:
Zuerst geht unser tiefer Dank nach oben, denn von dort kam die Kraft, das auch dieser erste Band des Galaterbriefes über

Der Galaterbrief hat ein Thema zum Inhalt, von dem der Großteil der Christenheit keine Ahnung hat. Es schmerzt, die hier so zu sagen! Überhaupt schmerzt es nicht nur, sonder es ist zudem bedauerlich, wie ahnungslos und unwissend die Gläubigen sind, und hier vor allem, wie wenig sie die Zusammenhänge der. Schrift interessieren. Aber vielleicht darf diese Schrift doch etwas mithelfen, darauf hinzuweisen, dass die Gläubigen der Körpergemeinde Christi Jesu keine Gesetzeswerke bringen müssen, sondern vollständig in der Gnade getragen werden!

Wir möchten uns an dieser Stelle entschuldigen, wenn hin und wieder ein Fehler in unseren Schriften aufgetaucht ist und noch auftaucht. Aber mein (des Verfassers) Mitarbeiterstab ist von sechs auf "eine" geschrumpft, und die ist meine liebe Gattin Cläre! Treu macht sie trotz ihrer heftigen chronischen Schmerzen die vollständige Lektorenarbeit - ich möchte ihr hier an dieser Stelle auch einmal von Herzen danken!

Über die Zeit, in welcher wir uns befinden, muss wohl nicht mehr viel gesagt werden; dem Leuten müssen eigentlich längst die Augen aufgegangen sein, dass die Verwaltung der Gnade ziemlich abgelaufen ist!" So lasst uns gemeinsam in Liebe unseren Herrn erwarten, Sein Kommen ist mehr als nahe geworden!

In großer Dankbarkeit
Gerhard Groß mit Cläre

Zum Brief an die Galater

Bevor wir mit den einzelnen Versen beginnen, möchten wir einen ganz kurzen Überblick über diesen Brief geben:

Wir kennen die römische Provinz "Galatien" noch aus der Apostelgeschichte. Pauli erste Missionsreise ging ja vom syrischen Antiochien aus über Zypern an die heute türkische Küste nach Perge, dann Antiochien (in Pisidien), sowie die Städte Ikonium, Lystra und Derbe - alles Orte im südlichen Galatien. Wenn Paulus an die Galater schrieb, einte er diese Orte! Wir finden die entsprechenden Berichte in Apg 13 und Apg 14. Wir haben auf dieser ersten Reise miterlebt, wie Paulus zusammen mit Barnabas die ersten herausgerufenen Gemeinden der Körpergemeinde Christi Jesu ins Leben gerufen hatte und dies unter größtem Widerstand und Verfolgung der dortigen Juden.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass auch Petrus, wenn auch viel später, an die Galater geschrieben hat (siehe 1Petr 1:1), wobei hier die "ausgewanderten jüdischen Galater" gemeint waren, die sich der Pfingstgemeinde in Jerusalem angeschlossen hatten. Es gab also in Galatien

a) die gesetzlichen Juden, die Jesus als ihren Messias ablehnten, und
b) eine kleine Schar ausgewanderter Herausgerufener der Pfingstgemeinde, an die Petrus schrieb.

Zu diesen zwei Gruppierungen entstand durch Paulus eine dritte Gruppe, es waren Gläubige aus den Nationen, die zur Körpergemeinde Christi Jesus berufen wurden. Wir müssen uns jetzt in diese damalige Situation hineinversetzen: Die Glieder dieser ganzen jungen Körpergemeinde hatten nichts in der Hand als die mündliche Botschaft des Paulus! Und diese Botschaft hatte die Rechtfertigung durch Glauben, also "die Freiheit vom Gesetz" zum Inhalt. Der ganze Brief an die Galater könnte somit auch als Überschrift tragen: "Frei vom Gesetz!"

Diese jungen Gemeinden waren aber, als Paulus weiterzog, den jüdischen Einflüssen ausgesetzt, und wir dürfen davon ausgehen, dass diese Einflüsse seht massiv waren!!! Paulus hörte von den Beeinflussungen durch die gesetzestreuen Juden, er hörte vom Abfall der Galater, und so entstand dieser "Brief an die Galater".ÖDas Datum, das heißt der Zeitpunkt der Niederschrift ist nicht genau zu bestimmen, aber sicher wurde er vor dem Römerbrief und zumindest vor dem zweiten Korintherbrief geschrieben, es könnte sogar generell der erste Brief des Apostels Paulus gewesen sein.! Da sich der. Römerbrief intensiv mit diesem Thema auseinandersetzt, könnte der Galaterbrief wie eine Skizze für das vollendet Bild des Römerbriefes gesehen werden.

Schwerste Beeinflussung der jungen galatischen Gemeinden durch Juden, nur Anfangskenntnisse über das paulinische Evangelium der Gnade ... das war der Stand der Galater, an die unser Brief gerichtet ist! Unter diesem Gesichtspunkt gehen wir an die Arbeit und betrachten den ersten Vers.

Verfasser, Empfänger und Gruß

Gal 1:1

"Paulus, Apostel (nicht von Menschen beauftragt, noch durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott den Vater, der Ihn aus den Toten auferweckt hat)"

Wie es damals üblich war, stellt sich der Briefschreiber erst einmal vor, und diese Vorstellung galt natürlich zuerst den Galatern, dann aber auch uns. Schon in diesem ersten Vers sind Aussagen enthalten, die einem großen Teil der heutigen Gläubigen gar nicht bekannt sind (leider!) Die Ursache ist eigentlich "tragisch" zu nennen, es ist das unmündige Herauspicken einzelner angenehmer Verse, anstatt das Lesen des Wortes Gottes im Zusammenhang!

Lasst uns im Hinblick auf das Obige diesen ersten Tag mit einer Frage. und einer sehr ernsten Warnung beginnen. Warum lesen so viele Gläubige nur in ihrem Losungsbuch bzw. einem Bücherzettel, wo für jeden Tag ein schöner Vers aus der Bibel herausgesucht wurde? Ist es nicht merkwürdig, dass kaum jemand seine Bibel im Zusammenhang liest? Fällt es nicht auf, dass nur ganz wenige Gläubige Kenntnis über den Heilsplan Gottes und die zeitlichen Abläufe haben? Und fast völlige Unkenntnis herrscht über den Ratschluss Seine (Gottes) Willen, wie er in Eph 1:9 ff enthüllt wird!

Es gibt im All nur eine Macht, die ein Interesse hat, die Gläubigen auf dem Stand eines Kindleins festzuhalten: "Satan"! Und der Stand eines Kindleins ist der: "... denn die Sünden sind euch um Seines Namens willen erlassen" (1Jo 2:12). Er ist des Widerwirkers größte List, die Gläubigen jeden mit einem schönen Bibelvers zu befriedigen - sie werden damit vom Lesen im Zusammenhang und damit vom Wachsen in der Erkenntnis abgehalten ! Satan kann keinem berufenen Gläubigen seine Rettung in der Gnade rauben, aber er kann als Engel des Lichts (siehe 2Kor 11:14) die Gläubigen auf dem Stand der Unmündigkeit festhalten und sie jeden Tag mit einem angenehmen Bibelvers abspeisen - nur: Auf solche Art Bibellese kann Gott nie erkannt werden, wie es die zu "Vätern" Gereiften in 1Jo 2:13 taten. Setzen wir uns dafür massiv ein, "im Zusammenhang" zu lesen, das ist unseres heutige ganz dringliche Botschaft und Aufgabe.

Wenn wir heute den Großteil der Gläubigen fragen, wie sie Paulus einstufen, was sie über ihn wissen, hören wir im besten Fall, dass er eben auch ein Apostel gewesen sei! Im Vergleich mit den zwölf Aposteln in Jerusalem wird Paulus dann zumeist hinten angestellt, ,weil ja die Zwölf direkt von Jesus berufen wurden und lange Zeit mit Ihm zusammen waren; Paulus hingegen hatte Jesus auf Erden nie persönlich gesehen! Damit ist klar: Pauli Briefe sind nicht soooo (!) wichtig wie die Botschaft des Matthäus, Markus, Lukas, Johannes oder des Petrus. Dies, liebe Geschwister ist der Glaubensstand der meisten Gläubigen - Satan als Engel des Lichts hat einen listigen Sieg errungen, er konnte erfolgreich das Evangelium unserer überhimmlischen Berufung verdunkeln!

Wir merken vielleicht schon hier, liebe Geschwister, wohin wir in diesem Brief an die Galater abzielen, wo die ganz große Gefahr liegt, und wer unser Gegner ist! Wer nur einzelne Verse aus diesem Brief herausholt, wird niemals erkennen, welchen Auftrag der Apostel Paulus erhalten hat, er wird auf dem unterstem Glaubenssstand gehalten (= deine Sünden sind dir vergeben!), er wird nie den unausforschlichen Reichtum des Christus erkennen, von welchem Eph 3:8-9 berichtet. Wir wiederholen hier unseren Aufruf von gestern: Es ist unsere vordringliche Aufgabe, unsere Glaubensgeschwister zum "Lesen im Zusammenhang" anzuregen und ihnen den Sonderauftrag des Apostels Paulus nahe zu bringen!

Das Erste, was Paulus den Galater sehr eindringlich schrieb, ist die Tatsache, dass er sich sehr deutlich von den anderen Aposteln in Jerusalem, an ihrer Spitze "Petrus" abheben wollte. Er war zwar ein "Apostel", aber keiner der Zwölf in Jerusalem! Paulus möchte somit von Anfang an, dass die berufenen Gläubigen aus allen Nationen seine Berufung und Vollmacht richtig erkennen und verstehen.

Wenn Paulus in unserem ersten Vers hervorhebt, dass er nicht von Menschen noch durch einen anderen Menschen beauftragt warm, so ist dies keine Abwertung der anderen Apostel in Jerusalem, sondern er möchte damit sagen, dass er seinen Auftrag weder in Jerusalem geholt, noch diesen von den Zwölfen bekommen hatte.

Dies ist schon einmal eine ganz wichtige Feststellung, die eigentlich jeden Lesenden zum Nachdenken anregen muss! Warum betont Paulus dies hier? Wäre es denn falsch gewesen, von Petrus belehrt und beauftragt worden zu sein? Und überhaupt: Petrus wurde doch auch vom Herrn beauftragt! Wo liegt also der Unterschied? Damit stehen wir, liebe Geschwister, von Beginn an mitten drin in dem Konflikt, mit dem sich der ganze Brief auseinandersetzt! Warum Paulus? Warum nicht Petrus?

Die Betonung des Apostels Paulus, seinen Auftrag nicht von Menschen, noch durch einen Menschen erhalten zu haben, kann nur bedeuten, dass sich Paulus nicht mit den Zwölfen, Petrus an der Spitze, identifiziert! Aus dieser Tatsache ergibt sich der weitere Schluss, dass Pauli Auftrag auch mit dem Inhalt der Botschaft des Petrus nicht übereinstimmt! Sonst wäre ja die Feststellung in unserem Leitvers sinnlos! Allein aus unserem ersten Leitvers in diesem Brief können wir erkennen, dass Paulus etwas anderes erhalten hat, als die zwölf Apostel in Jerusalem!

Gehen wir noch einen Schritt weiter: Die Zwölf erhielten ihren Auftrag vom Herrn, als Er noch auf der Erde war, Sein Auftrag an Seine Jünger betrifft die Erde (Mt 28:19-20). Paulus bekam seinen Auftrag vom erhöhten Herrn aus den Himmeln, der Inhalt seines Auftrags (seines Evangeliums) betrifft die Himmel (Eph 1:10).

Wir verweilen noch etwas bei diesem ersten Vers, weil es notwendig ist, dass wir eine gesunde Grundlage zum rechten Verständnis dieses Briefes haben. Wir wiesen gestern auf Eph 1:10 hin und dies deshalb, weil hier die beiden Aufgabengebiete benannt sind:

  1. Die Himmel, und
  2. die Erde!

Das große Ziel Gottes ist es, Seine vollständige wunderbare Schöpfung an Sein Herz zu ziehen, bzw. alles in allen zu sein, wie es 1Kor 15:28 aussagt - und dies ohne Verlust! Nun gibt es ja, wie wir alle wissen, Geschöpfe auf der Erde, die Menschheit, und Geschöpfe in den überhimmlischen Räumen, die zumeist als "Engelwelt" bezeichnet wird. Was viele nicht wissen, ist die Tatsache, dass auch diese überhimmlischen Geschöpfe zu Jesus geführt werden müssen, das heißt, sie müssen "in Christus aufgehauptet werden" - damit sind wir wieder bei Eph 1:10. Gerade in diesem Vers werden wir belehrt, dass diese Aufhauptung auf zwei Ebenen geschieht: "... das in den Himmeln und das auf der Erde"! Damit steht die klare Aussage Gottes vor uns, dass es zwei Aufgabenbereiche gibt, die ja in sich schon sehr unterschiedlich sind. Und jetzt kommt das Wichtige: Für jedes der zwei Aufgabengebiete beruft Gott ein Werkzeug: Das auserwählte Volk Gottes, Israel, ist für die Erde, die Glieder der Körpergemeinde Jesu Christi sind für die Himmel zuständig! Dies ist die ganz einfache Auslegung von Eph 1:10: "... um in Christus das All aufzuhaupten: beides, das in den Himmel und das auf der Erde."

Halten wir aber auch fest: Es ist der gleiche Herr und Auftraggeber und es geht um ein gleiches Ziel! Wer ein Haus baut, braucht unterschiedliche Handwerker, die sehr unterschiedliche Ausbildungen haben; ein Maurer kann wohl kaum einen Zimmermann ersetzen! Und doch gibt es nur einen Bauherrn und ein Ziel: Die Fertigstellung des Hauses. Dieses Bild müssen wir stets vor Augen haben, wenn wir Paulus richtig verstehen wollen!

Berufen und beauftragt wurde Paulus, wie wir schon gesehen haben, nicht von Jesus, als dieser noch auf Erden verweilte, sondern vom auferweckten und erhöhten Herrn, und dies vor den Toren von Damaskus, wo ihm Ananias seinen Auftrag grob umriss (Apg 9:15-16).

Auffallend in unserem Leitvers ist, dass zuerst Jesus Christus als Auftraggeber genannt ist, und dann Gott an zweiter Stelle - das ist nicht unbedeutend. In Joh 14:6 sagt Jesus: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch Mich." Deutlicher kann es nicht ausgedrückt werden: Wer zu Gott, dem Vater kommen möchte, muss zuerst zum Sohn Gottes finden, der am Kreuz auf Golgatha die Sünden jedes Einzelnen trug und damit erst den Weg zum Vater freigemacht hat!

Wenn Menschen behaupten, sie seien gläubig, weil sie an Gott glauben, aber von Jesus nichts wissen wollen, dann belügen sich diese Menschen selbst, sie sind ein Opfers Satans (Satan glaubt schließlich auch an Gott)! Nur über das Kreuz Jesu kann sich ein Mensch dem Vater nähern! Er, Jesus, ist der (einzige) Weg!

Die Machtverhältnisse (wenn wir hier überhaupt von "Macht" reden wollen) sind trotzdem klar: Nur "Einer" hatte die Macht, den am Kreuz gestorbenen Jesus aus den Toten aufzuerwecken: Gott, der Vater! Und alle Macht, die der Sohn hat, bekam Er vom Vater! Da Gott unsichtbar ist, hat Er Sich für uns in Seinem Sohn sichtbar gemacht - Er, Jesus, ist das Abbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1:15). Damit steht Gott als Vater im Hintergrund, Er hat, wie Kol 1:16 ff weiter zeigt ungeheure Macht auf Seinen Sohn übertragen, und doch wird am Ende, wenn das All unserem Herrn untergeordnet ist, auch der Sohn Sich dem Vater Selbst unterordnen (1Kor 15:28), um das Endziel zu erreichen: ".... damit Gott alles in allen sei".

Gal 1:2

"... und alle Brüder, die bei mir sind, an die herausgerufenen Gemeinden Galatiens."

Wir wissen zwar, welche Brüder mit Paulus waren, als er auf seiner ersten Missionsreise die galatischen Städte durchzog, aber wir erfahren nicht die Namen der Brüder, die bei ihm waren, als er diesen Brief schrieb. Doch dürfen wir annehmen, dass diese Brüder mit Paulus eines Sinnes und Geistes waren, und die Sorgen um die Galater mittrugen. Wenn Paulus im Eingang seines Briefes diese Brüder zumindest anführt, weist er die Galater darauf hin, dass er kein "Einzelgänger" war. Seine jüdischen Gegner hatten ja seine Abwesenheit ausgenutzt, um seine Lehre zu widerlegen und glauben, leichtes Spiel mit den Galatern zu haben.

Diese Galater gehörten den "herausgerufenen Gemeinden Galatiens" an und bestanden wohl zum größten Teil aus Gläubigen "aus den Nationen" (also nicht aus Juden). Es ist wichtig, dass wir dies erkennen, denn die Geschichte des Paulus als "Apostel der Nationen" ist im Grunde die Geschichte der Beiseitestellung Israels, bzw. des Geheimnisses der Verstockung Israels, wie es Röm 11:25 ff beschreibt. Hätte Paulus seinen Auftrag von den Zwölfen oder von Petrus erhalten, hätte es kein Evangelium der Gnade für die Nationen gegeben, keine überhimmlische Berufung, also keine Körpergemeinde Christi Jesu! Die einzige Hoffnung und Erwartung wäre dann das irdische Königreich gewesen! Vergessen wir dies nie, liebe Geschwister!

Zum ersten Mal im Galaterbrief erscheint das bekannte Wort "Ekklesia", was beinhaltet, dass eine Gemeinde, bestehend aus Einzelnen, aus der übrigen Masse herausgerufen wurde. Schon allein dieses Wort zeigt, dass nicht der Einzelne sich selber berufen kann, sondern der Ruf von außen kam! Das bedeutet: Kein Glied am Körper Christi Jesu kann sich selber berufen, es ist einzig und allein Gott der Vater, der jedes einzelne Körperglied in Christus Jesus auserwählt und vorherbestimmt hat, und dies nach dem Wohlgefallen Seines Willens... (lies Eph 1:3 ff).

Wer unsere Auserwählung und Vorherbestimmung erkannt hat und diese vertritt, stößt immer wieder auf heftige Gegenwehr anderer Gläubigen. Das Gegenargument lautet: Dann brauchen wir ja nichts mehr tun, als die Hände in den Schoß legen und warten, bis wir gerufen werden! Untermauert wird dies mit dem einen Vers aus 5Mo 4:29, der dann so zitiert wird: Wir müssen Gott selber mit ganzem Herzen suchen, dann wird Er Sich auch von uns finden lassen! "Wir" müssen also etwas tun! Dass dieser Vers in einem ganz bestimmten Zusammenhang steht, interessiert solche Gläubige nicht!

Wir wollen das Obige nicht weiter vertiefen, weil wir nur zu gut wissen, dass sich kein Mensch ohne das Eingreifen Gottes aus der Macht der Finsternis befreien kann! So sagte Jesus in Joh 6:29 ganz deutlich: "Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den derselbe ausgesandt hat!" Und parallel dazu lesen wir in Joh 6:44: "Niemand kann zu Mir kommen, wenn der Vater, der Mich gesandt hat, ihn nicht zieht!" Dies sagte Jesus zu Seinen Jüngern! Vertieft gilt dies uns, wir haben dies gestern zum Schluss schon in Eph 1:3 ff angeführt. Die herausgerufene Körpergemeinde Christi Jesu ist schon vor dem Niederwurf der Welt auserwählt worden, und das heißt: Jeden Einzelnen von uns sah Gott schon vor der Erschaffung des Adam! Und in Eph 1:4b begründet Gott dies so: "...damit wir Heilige und Makellose vor Seinem Angesicht seien"! In Eph 1:5 lesen wir dann weiter: "In Liebe hat Er uns für Sich zum Sohnesstand durch Christus Jesus vorherbestimmt" - und in der Fortsetzung folgt wieder die Begründung: "... nach dem Wohlgefallen Seines Willens, zum Lobpreis der Herrlichkeit Seiner Gnade, die uns in dem Geliebten begnadet."

Lasst es uns heute so richtig bewusst werden, dass es allein Gott war, der uns vorherbestimmt hatte und zu Seiner Zeit aus der Masse herausrief, und dies in herrlichster Weise, "zum Lobpreis der Herrlichkeit Seiner Gnade"!

Gal 1:3

"Gnade sei euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus,"

Wir haben den gestrigen Tag mit den Wort "Gnade" abgeschlossen, und wir beginnen heute mit diesem herrlichen Wort "ÖGnade sei euch!" Es ist ein Gruß, der in allen Briefen des Paulus enthalten und zum Kennzeichen des Apostels geworden ist.

"Gnade" hat in Gottes Wort eine mehrfache Bedeutung, es kommt also auch hier immer auf dem Zusammenhang an! Als Beispiel dient uns "unsere Rettung in der Gnade" (Eph 2:8) - dies ist eine Tatsache, welche wir uns nicht wünschen brauchen, weil wir sie alle bereits besitzen! Auch Petrus schreibt von "Gnade" (1Petr 1:2b), ebenso Johannes 2Jo 1:3) und viele andere Aussagen an die Beschneidung (an Israel). Doch wenn Paulus von "Gnade" schreibt, hat dies einen anderen Stellenwert wie bei den Zwölfen; bei Paulus ist die Gnade der Hauptinhalt seines Evangeliums, ja sie ist das Kennzeichen der gegenwärtigen Verwaltung (lies Eph 3:1-3).

Wenn Paulus den Galatern "Gnade sei euch..." wünscht, so heißt dies, dass das Gesetz abgetan ist und die Gnade herrschen soll! Wir merken hier den Unterschied: Unsere Rettung in der Gnade braucht nicht gewünscht werden, weil wir sie längst besitzen; doch dass die Gnade das Gesetz abgelöst hat, ist etwas, was die Galater er lernen müssen (allerdings auch ein Großteil der heute Gläubigen).

"Gnade sei euch" will besagen, dass die Herausgerufenen der Körpergemeinde Christi Jesu aus Glauben gerechtfertigt sind, und dies ohne Gesetzeswerke, wie es Röm 3:28 und Röm 5:1-2 beschreibt. Und dies ist der springende Punkt bei den Galatern: Gesetzestreue Juden halten den Galatern vor, dass der Mensch aus Werken gerechtfertigt wird un dnicht aus Glauben allein (Jak 2:24) - Paulus lehrt das Gegenteil! "Gnade sei euch..." gewinnt damit eine ganz andere Dimension!

Wir wollen bei dem Grußwort in unserem Leitvers ganz speziell auf die Galater eingehen, und wir haben gestern bereits rauskristallisiert, worum es in diesem Brief generell geht. So wunderbar wir von der rettenden Gnade im Epheserbrief lesen dürfen, wollen wir nicht außer acht lasse, dass dieser Brief erst im Gefängnis in Rom geschrieben wurde und hier bei den Galatern noch nicht existierte. Es ging bei den Galartern um die ersten Anfänge, nämlich "Gerechtfertigt aus Glauben, dürfen wir mit Gott Frieden haben durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir auch im Glauben den Zugang in diese Gnade erhalten haben, in der wir stehen ... Jesus Christus!" Wir haben in den letzten Tagen schon Joh 14:6 zitiert, wo Jesus sagt: "Ich bin der Weg ..."; diese Worte treffen auch bei unserem Leitvers zu. Er ist der "Zugang" in diese Gnade, Sein Blut ist unsere Freilösung, und "frei sein" bedeutet: Gott ist mit uns versöhnt, es steht nichts mehr zwischen Gott und uns! Schauen wir noch in Eph 1:7, wo dies dokuzmentiert ist; hier lesen wir vom "Reichtum Seiner Gnade, die Er in uns überfließen lässt". Wir haben also freien Zugang zu einem Schatz, den wir weder ermessen noch ausschöpfen können - ist uns das so richtig tief bewusst?

"Gnade" ist Versöhnung von Gott her - die Folge davon ist tiefster Fried in. uns. Wir alle wissen, wie schwankend und trügerisch menschlicher Friede ist, doch das obige Wissen, dass wir alle aus Glauben gerechtfertigt sind, bringt uns dahin, dass wir gemäß Röm 5:1 "mit Gott Frieden haben" - und dies wiederum "durch unseren Herrn Jesus Christus"! Und dieser Friede, der in unsere Herzen einziehen darf, ist, wie Phil 4:7 sagt, "allem Denksinn überlegen".

"Gnade sei euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus..." - wie inhaltsreich und herrlich sind schon diese ersten Grußworte des Apostels Paulus!

Gal 1:4

"... der Sich Selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit Er uns aus dem gegenwärtigen bösen Äon herausnehmen, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters."

Was heute für die Gläubigen selbstverständlich ist, war für die jungen Gemeinden in Galatien noch ganz neu: Jesus, der Sohn Gottes, starb für unsere Sünden! Natürlich hatte sie Paulus, wie wir in der Apostelgeschichte sahen, schon persönlich belehrt, und doch war gerader diese Hingabe Jesu etwas Ungeheurliches, was mit dem normalen Verstand nicht fassbar war, deshalb stellt Paulus sie an den Anfang dieses Briefes. Er ruft damit den Galatern zu: Behaltet es ständig in euren Herzen, was Jesus für euch tat!

Wir wissen aus dem Brief des Petrus (1Petr 1:20), dass der Sohn Gottes schon vor (!) dem Niederwurf der Welt als Opferlamm bereitstand, das bedeutet, bevor der erste Mensch Adam erschaffen wurde, bestand der vollständige Plan Gottes, wie Er mit der entstehenden Menschheit verfahren wird. Das Ziel Gottes ist, "Gemeinschaft" mit seinen Geschöpfen zu haben, die Er liebt und die auch Ihn aus ganzem Herzen lieben. Wir erfassen dieses Sehnen Gottes noch besser, wenn wir uns vergegenwärtigen, was 1Jo 4:8 uns sagt: "... denn Gott ist Liebe"! Und diese Liebe Gottes umfasst die Weiten des Alls!

Nun hat Gott zwar den Menschen in seinem Bild erschaffen (1Mo 1:27), was aber die Grundlage Seines Wesens beinhaltet, nämlich "Liebe", aber dieser "Keimling Liebe" musste erst Erfahrungen machen, musste sich zuerst durch dunklen Boden des Erdreichs (oder aus dem Dunkel einer engen Schale) hindurch an das Licht der Sonne kämpfen, wo der Keimling sich dann endlich entfalten kann. Denken wir hierüber einmal nach, liebe Geschwister! Wir erkennen dann, dass Gott zwei Pfeiler brauchte:

  1. Das Werkzeug des Dunkels (Satan) und
  2. das Opferlamm des Lichts (unseren Herrn Jesus)!

Es entspricht dem Ratschluss Seines Willens, dass Gott mit diesen beiden Hilfen Sein hehres Ziel erreicht: "... damit Gott alles in allen sei" (1Kor 15:28).

Wir setzen das gestern begonnene Thema fort, wo wir weit ausgeholt haben; aber nur so verstehen wir, warum und wozu Jesus sterben musste! Wir Menschen wissen aus Erfahrung, dass schon unsere kleine zwischenmenschliche Liebe dort viel anhaltender ist, wo etwas Erlebtes vorausging. Um wieviel mehr trifft dies auf unsere Beziehung zu Gott zu! Wir Menschen müssen erfahren und erleben, wie wir nach einem harten Kampf aus der Dunkelheit in das Licht des Kreuzes Jesu vordringen, wo uns das Licht der Liebe umstrahlt, uns zu herrlichem Wachstum fördert, hin zu der Liebe des Vaters, welche gemäß Röm 5:5 bereits in unseren Herzen ausgegossen ist durch den uns gegebenen heiligen Geist.

Was selbst uns Gläubigen viel Not bereitet, ist die Tatsache des Kampfes, der Gott uns (und allen Menschen) verordnet hat. Es bedeutet ganz einfach ausgedrückt: Ohne Kampf kein Licht. So konnte schon Johanne schreiben, dass der Kampf, das Überwinden des Bösen ein Glaubenswachstum ist, nämlich heraus aus dem Stand eines Kindleins hin zum Jüngling im Glauben (1Jo 2:12-14). Paulus gab uns in Eph 6:10 ff eine komplette Waffenrüstung in die Hand, weil es Gottes Wille ist, dass wir von den Mächten der Finsternis angegriffen werden. "Kampf" hat immer "Überwindung" zum Ziel, dass wir zu "Vätern im. Glauben" heranreifen, die den erkannt haben, der wie 1Jo 2:13 sagt, "von Anfang an ist". Und so wie wir, die Körperglieder Christi Jesu, heute schon durch die Dunkelheit hindurch das Licht der Liebe Gottes in dem Namen "Jesus" erkennen konnten, so werden einmal alle Menschen in dem herrlichsten aller Namen "Jesus" ihren Retter erkennen können und alle werden begreifen, was am Kreuz auf Golgatha geschah: Gott hat in der Dahingabe Seines Sohnes "Seine Liebe" offenbar gemacht!

Die Notwendigkeit, dass Sich Jesus Christus für unsere Sünden hingegeben hat, resultiert daraus, dass in dieser "Dahingabe" Gottes Liebe sichtbar wird! Hier liegt der tiefe Sinn von Sünde und Rettung, deshalb erschuf Gott auch das Licht und das Finstere, das Gute und das Böse, wie Jes 45:7 bezeugt. Und dieses Zeugnis in Vers 7 endet mit den Worten: "Ich, Ieue Alueim, machte all dieses." Diese klare Aussage macht die Legende von einem gefallenen Engelfürsten zunichte; kein Geschöpf könnte sich jemals erfolgreich gegen Gott erheben bzw. gegen den Willen Gottes handeln!

Nun richten sich die Worte unseres Leitverses aber an die Galater, wir kommen also wieder zurück zu unserem Thema: Mit dem Hinweis, dass Jesus Christus Sich für ihre (der Galater) Sünden hingegeben hat, öffnet Paulus ihren Blick für die Rettung am Kreuz, welcher nichts mehr hinzuzufügen ist, am wenigsten armselige Gotteswerke!

Nun nennt Paulus aber zwei Gründe für die Dahingabe, zum einen wegen unserer Sünden, und zum anderen, um uns aus dem gegenwärtigen bösen Äon herauszunehmen! Ersteres haben wir geklärt, kommen wir zum Zweiten:

Paulus bezeichnet die Zeit, in der wir heute leben, den "gegenwärtigen bösen Äon". Wir wollen uns. nicht lange mit jener unseligen Übersetzung befassen, die aus einem Äon eine "Ewigkeit" macht, nur soviel möchten wir hierzu sagen: Satans Angriffe richten sich darauf, uns in völliger Unmündigkeit festzuhalten! Dazu gehört, dass er uns Gottes Liebe verdunkelt. Die gelang ihm, indem er aus einem zeitlich begrenzten Äonen "die Ewigkeit" werden ließ. Wer nicht zu Lebzeiten an Gott Glaubt, soll ewig verloren sein - was für eine infame Lüge! Gott ist Liebe, und was Gottes Liebe beinhaltet, lesen wir in 1Kor 13:4-7. Jesus sagt in Mt 5:44: "Liebet eure Feinde..." sollte Gott das Gegenteil tun und Seine Feinde hassen und ewig bestrafen?

"Äonen" sind in Gottes Heilsplan Zeitabschnitte mit einem jeweiligen Anfang und einem Ende, sie sind uns quasi als "Kalender Gottes" gegeben, um die Zeit zu erkennen und zu erfassen. Es ist mehr als erstaunlich, dass der größte Teil der Gläubigen hiervon kaum oder gar keine Ahnung hat! So gibt es eine Zeit vor den Äonen (1Kor 2:7), wo Gott bereits unsere Herrlichkeit vorherbestimmt hat. Es folge der erste Äon der Urschöpfung, die damalige Welt (2Petr 3:6), dann der zweite (Ehemalige) Äon, der mit der Sintflut endete, und ihm folgte der dritte gegenwärtige und böse Äon, in welchem wir heute leben. Aus diesem Äon sind die Galater und wir alle herausgenommen - was erklärt werden muss!

Zuerst sei erklärt, was Paulus mit "böse" meint: Er (der gegenwärtige Äon) ist böse, weil Satan gemäß 2Kor 4:4 der Gott dieses Äons ist und die Gedanken der Ungläubigen blendet. Der gegenwärtige Äon steht also unter der Herrschaft Satans.

Wenn Paulus schreibt, dass wir alle aus diesem Äon herausgenommen sind, so ist das nicht buchstäblich zu verstehen, noch leben wirja alle auf dieer Erde! Die Lösung der Frage kann sich nur auf das geistliche Gebiet erstrecken, und Paulus erklärt dies den Galatern noch ausführlich in diesem Brief. Greifen wir heute aus Gal 2:20a voraus, wo unter anderem die Antwort zu finden ist: "Zusammen mit Christus bin ich gekreuzigt; ich lebe aber, doch nicht mehr ich, sondern in mir lebt Christus." Hier wird deutlich, wie unsere Herausnahme aus diesem gegenwärtigen bösen Äon zu verstehen ist.

Zum Schluss lesen wir noch dass dies alles nach dem willen unseres Gottes und Vater geschieht, was uns wiederum zu jener Generalaussage in Eph 1:11 führt "Gott, der alles nach dem Ratschluss Seines Willens bewirkt..."! Es gibt im All nur Einen, der alle Fäden in der Hand hält, und wir dürfen Ihn "Vater" nennen!

Gal 1:5

"Ihm sei die Verherrlichung für die Äonen der Äonen! Amen!"



Abkehr der Galater vom reinen Evangelium 6

Unabhängigkeit des Paulus von den anderen Aposteln 11-24