Der 2. Korintherbrief - Kapitel 5: Unterschied zwischen den Versionen

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Wir wollen heute einfach einmal einige Schriftstellen betrachten. und überdenken, die von der Preisrichterbühne Christi sprechen:  
Wir wollen heute einfach einmal einige Schriftstellen betrachten. und überdenken, die von der Preisrichterbühne Christi sprechen:  


*Röm 8:17: "Losteilinhaber aber zusammen mit Christus, wenn wir nämlich mit Ihm leiden, damit wir auch mit Ihm verherrlicht werden."
*[[Röm 8:17]]: "Losteilinhaber aber zusammen mit Christus, wenn wir nämlich mit Ihm leiden, damit wir auch mit Ihm verherrlicht werden."
*1Kor 3:8:
*[[1Kor 3:8]]: "Der Pflanzende und der Tränkende sind einer wie der andere; doch wird jeder seinen eigenen Lohn gemäß seiner eigenen Mühe erhalten."
*[[1Kor 3:14]]: "Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat (nämlich auf dein einzigen Grund Jesus Christus), so wird er Lohn erhalten."
*[[1Kor 3:15]]: "Wenn jemandes Werk verbrennen sollte, so wird er ihn (den Lohn) verwirken: er selbst aber wird gerettet werden, jedoch nur so wie durch Feuer hindurch."
*[[1Kor 9:25]]: "Jeder Wettkämpfer ist in allem enthaltsam: ... für einen unvergänglichen Kranz."
*[[Gal 6:9]]: "Wenn wir nun das Edle tun, so lasst uns nicht entmutigt werden; denn zu seiner gebührenden Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten."
*[[Phil 1:10]]: "...dass ihr prüfet, was wesentlich ist, damit ihr auf den Tag Christi aufrichtig und unanstößig seid..."
*[[Phil 3:14]]: "So jage ich dem Ziele zu, nach dem Kampfpreis der Berufung Gottes droben in Christus Jesus."
*[[1Tim 3:13]]: "...denn solche, die trefflich gedient haben, eignen sich einen ausgezeichneten Rang an...".
*[[2Tim 2:12]]: "Wenn wir erdulden werden wir auch mitherrschen."
*[[2Tim 2:5]]: "Wenn jemand auch wettkämpft, wird er doch nicht bekränzt, wenn er nicht gesetzmäßig wettkämpft."
*[[1Tim 6:16]]-19: "Gutes zu wirken ... und sich damit selbst einen trefflichen Grund für das Zukünftige hinterlegend... " x<br/><br/>
 
Es ist gut, wenn wir uns einmal einen Tag lang Gedanken darüber gemacht haben, dass unser irdischer dienst und Wandel sehr wohl Auswirkungen auf das zukünftige Leben haben wird. Wenn wir heute unser Leitwort betrachten, fällt manchem von uns das Wort "wiederbekommen" ins Auge und erweckt ein ungutes Gefühl, also doch Strafe? Oder gar Heimzahlung?
 
Wir betonen gerne immer wieder: Wir stehen ohne Sünde vor der Preisrichterbühne des Christus, hier gibt es folglich keine Verurteilung mehr! Im "Wiederbekommen" liegt vielmehr der Gedanke einer Bereinigung von unerledigten Dingen. Das Gute, das wir wiederbekommen und welches wir ja gestern zum Teil aufgezählt haben, werden wir gerne und dankbar annehmen. Aber wie verhält es sich mit dem Schlechten?  Hier erwachen doch gleich wieder Angstgefühle in uns! Tatsache ist, dass wir in unserem Leben auch Schlechtes wie "Ungerechtigkeit, Selbstgefälligkeit, Unrecht usw." zurückgelassen haben, welches unbereinigt blieb. Auch Bequemlichkeit in jeder Hinsicht gehört dazu. Damit gewinnt das Wort in [[Gal 6:7]]-10 an Bedeutung für uns: "Irret euch nicht: Gott lässt Sich nicht spotten; denn was auch ein Mensch sät, das wird er auch ernten..." Es ist ganz eindeutig, dass, wir zum Beispiel vom "Mitherrschen" ausgeschlossen werden, wenn wir keine Bereitschaft. zum "Mitleiden" haben - was wir säen, ernten wir auch. Und trotzdem - diese Prüfung und Bereinigung wird schnell vollzogen werden, wund keiner von uns wird sich benachteiligt fühlen, weil durch die Offenbarung unseres Lebenslaufs jeder das "wiederbekommen" als vollkommen gerecht empfinden wird!<br/><br/>
 
=='''Die tiefsten Beweggründe des Dienstes'''==
===2Kor 5:11===
:'''''"Da wir nun um die Furcht des Herrn wissen, versuchen wir, Menschen zu überzeugen; für Gott aber sind wir offenbar; doch ich erwarte, auch in eurem Gewissen offenbar zu sein."'''''
 
Unser bisher gezeigtes Bild von der Preisrichterbühne des Christus sollte also keine Angst in uns schüren, wohl aber ein gutes Maß an Furcht des Herrn und seiner Funktion als gerechter Preisrichter. Es gehört somit zu unseren gemeinsamen Aufgaben, uns gegenseitig daran zu erinnern, einen geistlichen Wandel zu führen und unseren Dienst so auszuüben, dass er Frucht bringen möge. In diesem Sinn dürfen wir auch [[Phil 2:12]] b verstehen: "... mit Furcht und Zittern wirket eure Rettung aus!" Und die "rechte Furcht" des Herrn ist unsere Besorgtheit, den heiligen Willen des Herrn zu erkennen und ihn in all unserem Tun zu verwirklichen. Salomo hat schon zu seiner Zeit niederschreiben dürfen, dass der Anfang der Weisheit die Furcht Jewes ist ([[Spr 1:7]]).
 
Das Wissen um die Furcht des Herrn drängt dazu, Menschen zuüberzeugen - aber wovon? Im Gesamtzusammenhang ist hier wohl an die Lauterkeit des Dienstes zu denken; davon kann man ja Menschen überzeugen! Das reicht aber offensichtlich nicht, es muss auch vor Gott offenbar sein. Und warum? Weil der Mensch immer nur das Äußere sieht, Gott aber sieht das Herz!
 
Durch die Offenbarmachung der Wahrheit empfiehlt sich Paulus und seine Mitarbeiter weiter dem Gewissen der Korinther, wie wir schon in [[2Kor 4:2]] lasen. Und so könnte er ihnen zugerufen hab en: "Auch wenn ihr m ich verkennt, vor Gott bin ich offenbar, lasst euch also nicht gegen mich aufwiegeln, sondern urteilt nach eurem Gewissen und erkennt, worum es mir bei meinen Mühen um euch geht!"<br/><br/>
 


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Eifer des Apostels in der Verkündigung des Evangeliums 11-17<br/><br/>
Der Dienst der Versöhnung 18-21<br/><br/>
Der Dienst der Versöhnung 18-21<br/><br/>

Version vom 21. September 2023, 14:44 Uhr

Abschrift: Die Korintherbriefe Band I - IV (2007/08)
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)

Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
Band I, III und IV sind als Schrift noch erhältlich

siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung:

Der 2. Korintherbrief - Kapitel 5

Sehnsucht des Apostels nach der himmlischen Behausung
Eifer des Apostels in der Verkündigung des Evangeliums
Der Dienst der Versöhnung

Sehnsucht nach der himmlischen Behausung

2Kor 5:1

"Wir wissen doch, dass, wenn unser irdisches Haus, diese Zeltwohnung, abgebrochen wird, wir ein Gebäude von Gott haben, ein äonisches Haus, nicht mit Händen gemacht, in den Himmeln."

In unserem neuen Kapitel stehen wir zum Teil vor Aussagen, deren Auslegung und Verständnis sehr umstritten sind. Man bezieht gewisse Aussagen auf unseren Körper und schließt dann daraus, dass dieser abgebrochen wird und wir bei der Entrückung einen ganz neuen geistigen Körper erhalten. Dieser Ansicht widersprechen wir aus guten Gründen! Was soll gemäß 1Thes 4:16 bei der Entrückung auferstehen, wenn wir einen völlig neuen Geistkörper erhalten und der verstorbene Körper in der Erde verbleibt? Der Geist ist ja längst bei Gott! Gerade im Hinblick auf die Entrückung lesen wir in 1Kor 15:51-53, dass wir bei Seinem Kommen alle "verwandelt" werden. Warum sollte ein unbrauchbarer Körper noch verwandelt werden? Ähnliches lesen wir in Phil 3:20-21, dass wir bei Seinem Kommen alle "verwandelt" werden. Warum sollte ein unbrauchbarer Körper noch verwandelt werden? Ähnliches lesen wir in Phil 3:20-21, wo gesagt wird, dass die Körper unserer Erniedrigung "umgewandelt" werden! Und "um- oder verwandeln" kann doch nur heißten, dass unser irdischer Körper wieder gebraucht. und nur dem neuen Leben in den himmlischen Räumen angepasst (also umgewandelt) wird. Und da wir ja dem Körper Seiner Herrlichkeit, also dem unseres Herrn, gleichgestaltet werden (Phil 3:21), ist doch klar, dass auch unser Körper (gleich dem des Herrn)( nicht im Grab verbleiben wird. Wer hierzu noch weitere Fragen hat. lese unsere Schrift Fragen/Antworten: "Mit welchem Körper werden wir auferstehen?"

Wir haben dieser Frage deshalb soviel Raum gegeben, weil wir uns zwischen den zwei Möglichkeiten entscheiden müssen: Entweder wird unser buchstäblicher Körper abgetan - oder unser Körper wird freigelöst, wird verwandelt, bzw. umgestaltet und mit Unsterblichkeit umkleidet.

Versuchen wir jetzt, in die Aussagen Pauli hineinzuschauen, dabei bedenkend, dass der Apostel sich viel der Bildersprache bedient und diese Bilder auch in rascher Folge wechselt (die Bildersprache soll ja nur helfen, etwas besser zu verstehen). Zum Verständnis versuchen wir jetzt, den großen Zusammenhang von Kapitel 4 herzustellen, in welchem unsere neue Verse (2Kor 5:1-9) zu sehen sind:

Paulus offenbart sein Evangelium der Herrlichkeit Christi derart, dass es sich in seiner erleuchteten Kraft jedem Gewissen bezeugt, nur wo durch den Gott dieses Äons die Gedanken verblendet werden, bleibt das Evangelium verhüllt (2Kor 4:1-6). Aber wie bei dem Herrn auf Erden Seine innere Herrlichkeit und Macht durch das Fleisch der Schwachheit und des Todes, durch Niedrigkeit und Schmachgestalt verhüllt war, so trägt auch Pauli Dienst den verborgenen Schatz in irdenen Gefäßen; Verfolgung und Leiden arbeiten an der Zerstörung dieses zerbrechlichen Gefäßes, offenbaren aber damit im Grunde nur dessen innere Herrlichkeit und Jesu Leben (2Kor 3:7-18). Und sollte auch bei seinem Dienst sein irdisches Haus, diese Zeltwohnung, ganz zusammenbrechen, so tröstet sich Paulus mit der Gewissheit um die Behausung in den Himmeln - das ist der Sinn der Verse in 2Kor 5:1-10.

Auch wir, liebe Geschwister - und das soll heute unsere Stärkung sein - sollen uns immer wieder neu nach dem ausrichten, was droben ist, was auf uns wartet und für uns zubereitet ist, wissend, dass wir heute schon Mitbürger der Heiligen und Glieder der Familie Gottes sind, aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, dessen Schlussstein der Ecke Christus Jesus ist (Eph 2:19-20).

Wenn wir für uns erkannt haben, dass unser Körper einmal auferweckt und auferstehen wird, dann können wir in unserem Leitvers auch nicht unseren Körper sehen, weil dieser ja kein abbruchreifes Haus bzw. Zeltwohnung sein kann. Unser irdisches Haus, von dem Paulus spricht, ist demgemäß des irdische Umfeld oder die Umwelt, also all das, was erblickt wird und kurz befristet ist (siehe Offb 21:1).

Das Gebäude von Gott, das äonische Haus in den Himmeln ist folglich nicht ein neuer Geisteskörper, sondern unser neuer Lebensraum in den überhimmlischen Sphären. Und um in diesem neuen Lebensraum auch leben zu können, muss unser Körper umgewandelt werden, so wie auch der auferstandene Körper Jesu, der nicht mehr im Grab lag, dem Überhimmlischen angepasst wurde. Und dass der auferstandene Körper Jesu kein Geistkörper war, beweisen ja die Wundmale, welche der Jünger Thomas bekanntermaßen betasten durfte.

Unser Leitvers betont im Hinblick auf das äonische Haus, dass dieses "nicht mit Händen" gemacht ist, was im Gegenzug bedeutet, dass das zuvor genannte irdische Haus "mit Händen" gemacht wurde - was auf unseren Körper ja wohl nicht zutreffen kann!

Wir freuen uns heute einfach darüber, dass auch unser umgewandelter Körper (gleich dem Herrn) diese Erde verlassen und in die überhimmlischen Regionen aufsteigen kann - was wird allein dies für ein Erlebnis sein! Und darüber hinaus ist uns gesagt, dass wir (als auf der Erde an Haus oder Wohnung gewöhnte Menschen) von Gott etwas viel Herrlicheres erhalten werden, etwas, das wir noch gar nicht so richtig begreifen können - Gottes Liebe wird uns umfassen, umhüllen und glücklich machen!

2Kor 5:2

"Wir ächzen ja doch in diesem (Körper) und sehen uns danach, unsere Behausung aus dem Himmel überzuziehen,"

Leider müssen wir heute zuerst etwas "Studium" machen, bevor der erbauliche Teil kommt, weil uns ein eingefügtes Hilfswort zu schaffen macht, es ist das in Klammer gesetzte Wort "Körper", welches im Urtext nicht vorhanden ist.

Mit der Einfügung werden wir auf die falsche Spur geführt, als wäre hier von unserem Körper die rede, was aber, wie schon in Vers 1, nicht stimmen kann. Die Luther- und Elberfelder Übersetzung fügen kein Hilfswort ein, die DaBhaR-Übersetzung von Baader benutzt zwar auch ein Hilfswort, allerdings das Passende, nämlich: "Denn auch in diesem Zustand seufzen wir..." Wir ächzen also nicht in diesem Körper, sondern in diesem in Vers 1 genannten Zustand des Abbruchs. Und warum seufzen die Apostel?

Ihr Seufzen ist keine Lebensmüdigkeit, sondern vielmehr das Verlangen nach Überziehen bzw. Überkleidung oder Umwandlung, wie es beim Kommen des Herrn zur Entrückung geschehen wird. Mit diesen Worten geraten wir nicht in Widerspruch zu den vielen anderen Aussagen Pauli, in welchen er sehr wohl von der Auferstehung unserer Körper spricht.

Der "erbauliche Teil" besteht heute für uns darin, dass es unsere ganz tiefe Grundeinstellung sein muss, uns nach der Entrückung zu sehnen, ja mehr noch, Sein Erscheinen lieb zu haben, wie es in 2Tim 4:5-8 zum Ausdruck kommt. Und zum Ausdruck sollen unsere Sehnsucht und die beglückende Freude auf Sein Erscheinen zur Entrückung kommen, was dann auch auf unseren Wandel und Dienst Einfluss haben muss!

2Kor 5:3

"wenn auch wir (sie nämlich anziehend) nicht unbekleidet erfunden werden sollen. Denn wir, die wir in der Zeltwohnung sind, ächzen und sind beschwert, woraufhin wir nicht ausgezogen, sondern überzogen werden wollen, damit das Sterbende vom Leben verschlungen werde."

Auch unsere heutigen zwei Verse sind nicht so einfach zu verstehen; wir wollen versuchen, sie so kurz und deutlich wie möglich darzulegen. Ein neuer Ausdruck taucht auf, nämlich "überkleidet", was bedeutet er? "Unbekleidet" sind wir im Todesfall, und zwar derart, weil die Einheit "Körper, Seele und Geist" gelöst wird. Der Körper geht ins Grab, der Geist z u Gott und die Seele ins Ungewahrte, also alle an getrennte Orte. Damit sind wir aller Betätigungsmöglichkeiten beraubt - wir sind unbekleidet!

Paulus ersehnt sich nun eine bessere Möglichkeit, nämlich gar nicht erst sterben zu müssen, sondern vielmehr noch zu den Lebenden zu zählen, wenn der Herr zur Entrückung kommt und die Seinen zu Sich holt. Nicht unbekleidet, also nackt nach Körper, Seele und Geist, wünscht er sich, sondern überzogen zu werden, damit das Sterbende vom Leben verschlungen werde!

Das ist in der Tat die weit bessere Lösung, die sich nicht nur Paulus, sondern auch wir von Herzen herbeisehnen. Sie wird also nur jenen zuteil, die beim Kommen des Herrn noch am Leben sind un dsomit das Unbekleidetsein im Todesschlaf überflüssig macht

Seit Pauli Leben ist viel Zeit vergangen und durch all die Jahrhunderte hindurch haben die Gläubigen auf ihren Herrn gehofft - vergeblich. (???) Auch wir hoffen, dabei muss gesagt werden, dass unsere Generation sehr wohl berechtigte Hoffnung haben darf! Die Zeichen für das Ende der gegenwärtigen Verwaltung der Gnade sind massiv geworden, wir dürfen uns also sehr wohl zusprechen: Der Ist nahe!

2Kor 5:5

"Der aber gerade dies an uns bewirkt, ist Gott, der uns auch das Angeld des Geistes gegeben hat."

Alle Möglichkeit schenkt uns Gott, wie unser heutiger Leitvers zeigt. Beschrieben wird das obige in Eph 1:13-14: "In Ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Rettung, hört - in Ihm seid auch ihr, die ihr glaubt, versiegelt mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen (der ein Angeld unseres Losteils ist bis zur Freilösung des uns zugeeigneten) zum Lobpreis Seiner Herrlichkeit.

Nach dem "Hören" des Wortes der Wahrheit erfolgt der Glaube, und dieser kommt nicht aus dem Menschen, sondern von Gott. All jene, die Er in Christus vor dem Niederwurf der Welt auserwählt hat, können an das Evangelium der Rettung in der Gnade glauben - sie bilden die Körpergemeinde Christi Jesu. Niemand kann aus sich heraus dieser Gemeinde angehören, es ist Gottes freie Vorherbestimmung. Für viele ist das ein "Reizwort", weil sie dem Menschen einen freien Willen zuordnen, welchen er nie hatte. Es mag zwar zuerst ungerecht erscheinen, warum Gott die einen auserwählt, und die anderen nicht - aber bedenken wir: Unser Berufung zur Körpergemeinde hat ja einen Zweck: Wir sind zu Werkzeugen ausersehen, um in Christus das All aufzuhaupten: beides, das in den Himmeln und das auf der Erde (Eph 1:10). Gott hat also mit Seiner Auswahl die einen nicht verdammt und die anderen gerettet, sondern er benutzt die Erstlinge, um dann mit diesen das gesamte All zu Ihm zurückzuführen - so entspricht es dem Ratschluss Seines Willens!

Und damit keine finstere Macht im All uns jemals diese Rettung in der Gnade nehmen kann, sind wir mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen, versiegelt worden. Unseren Dienst und Wandel kann Satan angreifen, unsere herrliche Stellung in Christus ist für ihn unantastbar - das ist beglückende Botschaft.

2Kor 5:6

"So sind wir nun allezeit ermutigt und wissen, dass, solange wir in diesem Körper daheim sind, wir noch außerhalb des Heims sind, fern vom Herrn"

Paulus möchte die Korinther (und uns natürlich auch) dahin führen, dass sein Seufzen und Beschwertsein in diesem Leben keine Gemütsverstimmung hervor rufen konnte, sondern sehr wohl mit seiner sonst in diesem Brief bekundeten "großen Freudigkeit" vereinbar war. Wiederholt betont er ja, dass er und sein Mitarbeiter guten Mutes in ihrem Glaubensleben und Dienst sind. Dieser Mut und diese Freudigkeit im Dienen sind in dem seligen Wissen um das Zukünftige gegründet.

Noch sind wir in diesem Körper daheim, noch sind wir außerhalb des Heims in den Himmeln, fern vom Herrn - dazu passend lasen wir ja gestern Eph 1:13-14, dass die Versiegelung mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen, ein Angeld unseres Losteils ist bis zur Freilösung des uns zugeeigneten. Diese Worte sagen sehr deutlich, dass unser Losteil in den Überhimmeln noch nicht frei ist! Und wenn es noch nicht fei ist, kann heute auch noch niemand buchstäblich beim Herrn sein, wie ja vielerorts geglaubt wird. Alle in Christus Verstorbenen schlummern bis zur Entrückung in ihren Gräber, es gibt keine Ausnahme!

Wir können also erst in unser himmlisches Losteil einziehen, wenn die Mächte der Finsternis, die ja ohne Zweifel bis heute ihr böses Wesen in diesen Regionen treiben, ausgewiesen werden. Bis dahin haben wir nicht. nur die Verheißung, sondern auch das göttliche Pfand im Herzen: Die Versiegelung! Und der Beweis dafür ist der uns geschenkte Glaube!

2Kor 5:7

"denn wir wandeln hier durch Glauben und nicht durch Wahrnehmung".

Was macht eigentlich unseren Glauben aus? Worin besteht er? Worin unterscheidet er sich von den vielen anderen Religionen? Wir können lange mit Ungläubigen oder Andersgläubigen debattieren und in vielem sind wir nur zu oft sprachlos; eine Tatsache jedoch ist unbestreitbar: Alle Religionen fordern zuerst etwas vom Menschen, bevor dann Gott irgendetwas gibt - unser Gott und Vater, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, hat gerade umgekehrt gehandelt: Er hat zuerst etwas für uns getan: "Denn so leibt Gott die Welt, dass Er Seinen einzig gezeugten Sohn gibt, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht umkomme, sondern äonisches Leben habe" (Joh 3:16). Dabei wollen wir hier noch anmerken, dass Er Seinen Sohn nicht erst dann gab, als schon ein großer Teil der damaligen Menschheit gestorben war, nein, das Opferlamm stand schon bereit, bevor es ein Paradies und ein erstes Menschenpaar gab - dies bezeugt Petrus in 1Petr 1:20: "... vorher erkannt zwar, vor dem Niederwurf der Welt!"

Und an diesen Gott, der uns in Seinem Sohn die Rettung in der Gnade geschenkt hat, dürfen wir glauben; allerdings kommt dieser Glaube, die wir ja vorgestern gesehen haben, nicht aus uns, sondern wird uns von oben geschenkt.

So real nun Gottes und Christi Geist in uns wohnt und wirkt, wir sehen unseren Herrn trotzdem nicht, wir haben Ihn noch nicht so, wie wir verlangen, und erleben das "in der Fremde sein", fern vom Herrn, oft genug in voller Schwere. Darum sind wir ja auch alle erfüllt von der brennenden Sehnsucht nach Seinem Kommen. Doch bis Er kommt, leben wir im Glauben, wie es Hebr 11:13 von den Glaubensvätern schildert. Das Leben im Glauben ist kostbar und reich, und doch ist es zugleich schwer und manchmal voller Entbehrung; darum führt Paulus in Vers 8 weiter aus:...

2Kor 5:8

"Wir sind aber ermutigt, und es erscheint uns wohl, eher aus dem Heim (aus dem Körper) zu ziehen und beim Herrn daheim zu sein."

Wir stehen in dem Spannungsfeld von der gegenwärtigen Realität und den zukünftigen Verheißungen - das eine erleben wir hautnah, das andere ersehnen wir uns mit heißer Inbrunst.

Auch unser heutiger Vers wird nur zu oft fehlgedeutet oder als Beweis für eigene (Wunsch-) Ansichten missbraucht. Was aber Paulus sagen will, haben wir ja im Zurückliegenden immer wieder hervorgehoben. Der Glaubensweg, so reich er uns innerlich macht, ist äußerlich nur zu oft schwer, ja geht bis an die Grenzen des Belastbaren. So ist es doch nur selbstverständlich, dass auch der Apostel Paulus sich nichts sehnlicher wünscht, als so schnell wir möglich bei seinem Herrn zu sein.

Mit "diesem Wünschen" hat Paulus aber nicht seine Erwartung an das Kommen des Herrn aufgegeben und ein vorzeitiges "beim Herrn sein" für sich beansprucht, vielmehr zeigt er nur ganz einfach seine Sehnsucht nach der wahren Heimat droben. In Phil 1:23-24 lesen wir dazu: (Ich werde aber aus den zweien gedrängt, indem ich das Verlangen nach der Auflösung und dem Zusammensein mit Christus habe; denn das wäre bei weitem das Beste für mich.) "Aber das Verbleiben im Fleisch ist notwendig um euretwillen." Paulus stand vor der Frage was ist besser: Leben oder sterben! Doch aus dieser Frage wurde er hinausgedrängt (er überließ die Lösung einfach seinem Herrn) und sah vor sich eine dritte Möglichkeit, nämlich die der Auflösung bzw. dem "Aufbruch hinauf", und damit sind wir wieder bei der Entrückung dem Herrn entgegen in die Luft. Aber er sagt auch klar, dass sein dienst als Apostel der Nationen Vorrang vor allen anderen Wünschen haben muss - er muss noch im Fleisch verbleiben, um der Körpergemeinde willen.

2Kor 5:9

"Darum setzen wir auch unsere Ehre darein, ob wir daheim sind oder außerhalb des Heims, Ihm wohlgefällig zu sein."

Paulus offenbart uns in dem Leitvers seine innere Haltung, die wir immer wieder bei ihm wahrnehmen können. Auf der einen Seite zeichnet er vor uns das Heim in der Zukunft, in welchem wir uns ja auch im Glauben bewegen sollen (siehe Kol 3:1-2), auf der anderen Seite will er, dass wir uns nicht nur rein theoretisch darin vertiefen, sondern dass dieses Wissen auch unser Handeln (= Wandel und Dienst) in der Gegenwart beeinflusst. Das herrliche und gewaltige Kapitel 15 im ersten Korintherbrief, welches uns tiefe Einblicke in die Auferstehung schenkt, endet ja auch mit dem Zuruf: "Daher, meine geliebten Brüder, werdet beständig, unverrückbar, im Werk des Herrn allezeit überfließend; wisst ihr doch, dass eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist."

"Ehre", die Paulus darein setzt, hat nichts mit Stolz oder dergleichen zu tun! F. H: Baader übersetzt deshalb so: "Darum halten wir auch befreundenswert ..." und zeigt uns den weiteren Sinn: Paulus hält es für wertvoll, für "befreundenswert", dem Herrn wohlgefällig zu sein. Anders ausgedrückt: Es freut ihn, sich für den Herrn betätigen zu dürfen, es ist es ihm wert, sich damit zu befreunden, dem Herrn in jeder Lage zu dienen, sei es hier auf Erden oder später nach der Entrückung in den überhimmlischen Regionen.

Wir unterscheiden ja immer wieder zwischen

a) unserer "Stellung in Christus"
b) unserem "Dienst und Wandel".

Ersteres ist uns sicher, weil wir in unserer Stellung als "Gerettete" versiegelt sind; in. unserem Dienst und Wandel gibt es allerdings Schwankungen - unser Fleisch macht uns dabei viel zu schaffen! Und weil uns Satan hier angreifen kann - er schießt seine glühenden Pfeile auf un sab - sollen wir ja auch täglich eine Waffenrüstung anlegen, wie sie Eph 6:10-18 beinhaltet. Damit sind wir au feinem guten Weg, "Ihm wohlgefällig zu sein!"

2Kor 5:10

"Denn wir alle müssen vorne vor der Preisrichterbühne des Christus offenbar gemacht werden, damit ein jeder das wiederbekomme, was er durch den Körper verübte, sei es gut oder schlecht."

Auch heute steht wieder ein Bild Pauli vor uns, welches dieser benutz, um uns etwas besser verständlich zu machen. Die "Preisrichterbühne" war früher jener Ort, wo Wettkämpfer ihren Siegeslohn erhielten, zumeist einen Kranz, Auch der Apostel versteht sich in gewissem Sinn als solch ein Wettkämpfer (lies z.B. Phil 3:12-14) und jagt nach einem Kampfpreis, der allerdings anders als auf Erden aussieht.

Wir wollen aber zuerst Grundsätzliches klarstellen:;

  1. Wer vor dieser Preisrichterbühne steht, ist in jedem Fall entrückt worden, er ist also bei seinem Herrn!!!
  2. Wir müssen doch wohl alle eingestehen, dass unser Wandel und Dienst mehr oder weniger große Mängel aufweist; so nimmt der eine schwere Bürden auf sich, um zu dienen, während es sich der andere wesentlich leichter macht... wir könnten hier, jeder für sich, noch lange fortfahren! Das alles muss vor der Preisrichtebühne des Christus bereinigt und ausgeglichen werden.
  3. "Ausgleichen" und "Bereinigen" ist die eine Sache, aber für besondere Mühen gibt es auch Lohn, im Gegenzug erleiden jene, die es sich auf Erden allzu leicht gemacht haben, auch Verlust!

Die Preisrichterbühne hat also nicht mit jenem Gericht bzw. Gerichten zu tun, die uns in der Offenbarung des Johannes genannt sind - zu jener Zeit sind wir ja alle längst beim Herrn in der Herrlichkeit! Müssen wir uns also fürchten? "Nein" und "Ja"! Wir müssen in keinem Fall befürchten, bei der Entrückung zurückzubleiben, aber - wir müssen es hinnehmen, dass unser irdischer Wandel auf den Prüfstand kommt, und hierbei kann es für uns schmerzhaft werden!

Wir wollen heute einfach einmal einige Schriftstellen betrachten. und überdenken, die von der Preisrichterbühne Christi sprechen:

  • Röm 8:17: "Losteilinhaber aber zusammen mit Christus, wenn wir nämlich mit Ihm leiden, damit wir auch mit Ihm verherrlicht werden."
  • 1Kor 3:8: "Der Pflanzende und der Tränkende sind einer wie der andere; doch wird jeder seinen eigenen Lohn gemäß seiner eigenen Mühe erhalten."
  • 1Kor 3:14: "Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat (nämlich auf dein einzigen Grund Jesus Christus), so wird er Lohn erhalten."
  • 1Kor 3:15: "Wenn jemandes Werk verbrennen sollte, so wird er ihn (den Lohn) verwirken: er selbst aber wird gerettet werden, jedoch nur so wie durch Feuer hindurch."
  • 1Kor 9:25: "Jeder Wettkämpfer ist in allem enthaltsam: ... für einen unvergänglichen Kranz."
  • Gal 6:9: "Wenn wir nun das Edle tun, so lasst uns nicht entmutigt werden; denn zu seiner gebührenden Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten."
  • Phil 1:10: "...dass ihr prüfet, was wesentlich ist, damit ihr auf den Tag Christi aufrichtig und unanstößig seid..."
  • Phil 3:14: "So jage ich dem Ziele zu, nach dem Kampfpreis der Berufung Gottes droben in Christus Jesus."
  • 1Tim 3:13: "...denn solche, die trefflich gedient haben, eignen sich einen ausgezeichneten Rang an...".
  • 2Tim 2:12: "Wenn wir erdulden werden wir auch mitherrschen."
  • 2Tim 2:5: "Wenn jemand auch wettkämpft, wird er doch nicht bekränzt, wenn er nicht gesetzmäßig wettkämpft."
  • 1Tim 6:16-19: "Gutes zu wirken ... und sich damit selbst einen trefflichen Grund für das Zukünftige hinterlegend... " x

Es ist gut, wenn wir uns einmal einen Tag lang Gedanken darüber gemacht haben, dass unser irdischer dienst und Wandel sehr wohl Auswirkungen auf das zukünftige Leben haben wird. Wenn wir heute unser Leitwort betrachten, fällt manchem von uns das Wort "wiederbekommen" ins Auge und erweckt ein ungutes Gefühl, also doch Strafe? Oder gar Heimzahlung?

Wir betonen gerne immer wieder: Wir stehen ohne Sünde vor der Preisrichterbühne des Christus, hier gibt es folglich keine Verurteilung mehr! Im "Wiederbekommen" liegt vielmehr der Gedanke einer Bereinigung von unerledigten Dingen. Das Gute, das wir wiederbekommen und welches wir ja gestern zum Teil aufgezählt haben, werden wir gerne und dankbar annehmen. Aber wie verhält es sich mit dem Schlechten? Hier erwachen doch gleich wieder Angstgefühle in uns! Tatsache ist, dass wir in unserem Leben auch Schlechtes wie "Ungerechtigkeit, Selbstgefälligkeit, Unrecht usw." zurückgelassen haben, welches unbereinigt blieb. Auch Bequemlichkeit in jeder Hinsicht gehört dazu. Damit gewinnt das Wort in Gal 6:7-10 an Bedeutung für uns: "Irret euch nicht: Gott lässt Sich nicht spotten; denn was auch ein Mensch sät, das wird er auch ernten..." Es ist ganz eindeutig, dass, wir zum Beispiel vom "Mitherrschen" ausgeschlossen werden, wenn wir keine Bereitschaft. zum "Mitleiden" haben - was wir säen, ernten wir auch. Und trotzdem - diese Prüfung und Bereinigung wird schnell vollzogen werden, wund keiner von uns wird sich benachteiligt fühlen, weil durch die Offenbarung unseres Lebenslaufs jeder das "wiederbekommen" als vollkommen gerecht empfinden wird!

Die tiefsten Beweggründe des Dienstes

2Kor 5:11

"Da wir nun um die Furcht des Herrn wissen, versuchen wir, Menschen zu überzeugen; für Gott aber sind wir offenbar; doch ich erwarte, auch in eurem Gewissen offenbar zu sein."

Unser bisher gezeigtes Bild von der Preisrichterbühne des Christus sollte also keine Angst in uns schüren, wohl aber ein gutes Maß an Furcht des Herrn und seiner Funktion als gerechter Preisrichter. Es gehört somit zu unseren gemeinsamen Aufgaben, uns gegenseitig daran zu erinnern, einen geistlichen Wandel zu führen und unseren Dienst so auszuüben, dass er Frucht bringen möge. In diesem Sinn dürfen wir auch Phil 2:12 b verstehen: "... mit Furcht und Zittern wirket eure Rettung aus!" Und die "rechte Furcht" des Herrn ist unsere Besorgtheit, den heiligen Willen des Herrn zu erkennen und ihn in all unserem Tun zu verwirklichen. Salomo hat schon zu seiner Zeit niederschreiben dürfen, dass der Anfang der Weisheit die Furcht Jewes ist (Spr 1:7).

Das Wissen um die Furcht des Herrn drängt dazu, Menschen zuüberzeugen - aber wovon? Im Gesamtzusammenhang ist hier wohl an die Lauterkeit des Dienstes zu denken; davon kann man ja Menschen überzeugen! Das reicht aber offensichtlich nicht, es muss auch vor Gott offenbar sein. Und warum? Weil der Mensch immer nur das Äußere sieht, Gott aber sieht das Herz!

Durch die Offenbarmachung der Wahrheit empfiehlt sich Paulus und seine Mitarbeiter weiter dem Gewissen der Korinther, wie wir schon in 2Kor 4:2 lasen. Und so könnte er ihnen zugerufen hab en: "Auch wenn ihr m ich verkennt, vor Gott bin ich offenbar, lasst euch also nicht gegen mich aufwiegeln, sondern urteilt nach eurem Gewissen und erkennt, worum es mir bei meinen Mühen um euch geht!"




Der Dienst der Versöhnung 18-21