Der 2. Timotheusbrief - Kapitel 4: Unterschied zwischen den Versionen
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===2Tim 4:5=== | ===2Tim 4:5=== | ||
"Du aber sei nüchtern in allem, leide Übles wie ein trefflicher Krieger Christi Jesu." | :'''''"Du aber sei nüchtern in allem, leide Übles wie ein trefflicher Krieger Christi Jesu."''''' | ||
Dem Abwenden von der Wahrheit hin zu den Sagen steht heute ein Rezept gegenüber: Nüchternheit und Leiden! | Dem Abwenden von der Wahrheit hin zu den Sagen steht heute ein Rezept gegenüber: Nüchternheit und Leiden! | ||
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Persönliche Mitteilungen und Grüße 9- | Nüchtern hat hier nichts mit Alkohol zu tun, Paulus spricht hier von unserem Denksinn, in dem wir nüchtern sein sollen. So gesehen heißt der Aufruf zur Nüchternheit, dass wir uns nicht von unseren Gefühlen leiten lassen sollen, sondern vom Geist Gottes. Gefühle bringen uns schnell in seelische Aufwallungen, in Schwärmerei, in Hochsimmung. Doch damit wird unser Blick unscharf, verschwommen, und schnell sind wir ein einem falschen Fahrwasser gefangen. | ||
Nüchtern heißt, mit klarem Blick alles anhand des Wortes der Wahrheit. zu prüfen, wobei natürlich die Wortteilung gem. [[2Tim 2:15]] genau zu beachten ist, nicht vorschnelle eine fremde Lehre oder Meinung anzunehmen, sondern skeptisch und wachsam sein, stets bedenkend, dass der Widersacher alles daran setzt, uns zu verführen. Nüchtern heißt auch, gem. [[Eph 6:10]]-18 die gesamte Waffenrüstung Gottes anzulegen, damit wir befähigt sind, an dem bösen Tag zu widerstehen und standzuhalten. | |||
Denken wir zurück an [[2Tim 3:14]], wo Paulus den Timotheus anweist: "Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und womit du betraut wurdest ...."<br/><br/> | |||
Ein weltlicher Krieger muss damit rechnen, verletzt zu werden, im Extremfall den Tod zu erleiden, wenn er mutig kämpft. Ein Krieger Christi, der sich für Seinen Herrn in edlem Kampf einsetzt, muss ebenfalls damit rechnen, Übles zu leiden; wie oft hat Paulus dies am eigenen Körper erleben müssen! | |||
Zuerst muss uns aber in diesem Krieg klar sein: Wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte der Finsternis, auch wenn der Widerwirker sich hierzu der Menschen bedient. | |||
Alle durch Gottes Gnade Berufenen müssen "den Glauben" täglich gegen Feinde verteidigen. Im Glauben haben wir unser Verheißungsgut ergriffen, im Glauben halten wir es fest. Unser Verheißungsgut ist nicht irdisch/sichtbarer Art, vielmehr besteht es aus geistlichem Segen inmitten der Überhimmlischen in Christus (Eph 1:3). | |||
Es ist eine Taktik des Widerwirkers, uns in diesen Segnungen unsicher zu machen, sie uns zu verwässern oder sie uns gar ganz zu rauben und uns statt dessen die irdischen Segnungen, die ja Israel gehören, vorzusetzen. | |||
Trete nicht zurück, wenn es um die Verteidigung dieser Wahrheiten geht. Scheue auch nichts Übles, das dir Menschen antun mögen; bedenken wir immer: "Dankbarkeit habe ich gegenüber dem, der mich mächtig macht, Christus Jesus, unserem Herrn" ([[1Tim 1:12]]).<br/><br/> | |||
:'''''"Tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus;"''''' | |||
Wir wurden zwar von Gott schon vor dem Niederwurf der Welt auserwählt ([[Eph 1:4]]), doch bewusst zum Glauben kamen wir erst in dem Moment als wir das Wort der Wahrheit, das Evangelium unserer Rettung hörten. Dieses "Hören" geschieht in der Regel durch den Dienst der Evangelisten. Durch ihren Dienst spricht Gott in die Herzen der Berufenen, und es füllt sich [[Eph 1:3]]. | |||
:::#hören, | |||
:::#glauben, | |||
:::#versiegelt werden mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen. | |||
Dieser Auftrag, einer der letzten an Timotheus, ist also sehr wichtig, er gilt auch uns. Wir wollen in diesem Dienst nicht wie Hymenäus oder Alexander sein, die von der Wahrheit abschweiften und Paulus widersprachen. Sie gaben Gott nicht die ehre, statt dessen verleugneten sie die Wahrheit. Sie standen nicht fest im glauben und konnten deshalb den Kampf nicht durchhalten; sie schlossen sich der Opposition an. Sie lebten ohne den Frieden und die Freude des Glaubens. | |||
Lasset uns den uns erteilten Dienst redlich und völlig ausrichten, Gottes Wort ist glaubwürdig und unverbrüchlich; wie können uns unbedingt darauf verlassen, es ist unsere wirksame Waffe, es macht uns unbesiegbar im Kampf. Halten wir daran fest, dann wird auch unser Werk vor Gott wohlgefällig sein, unser dienst wird segensreich und unsere Freude groß sein.<br/><br/> | |||
===2Tim 4:6=== | |||
:'''''"denn ich werde schon als Trankopfer ausgegossen, und der Zeitpunkt meiner Auflösung steht bevor"''''' | |||
Der betagte Apostel der Nationen sieht seinen Tod vor sich und bekundet dies seinem geliebten Sohn Timotheus mit dem Bild des Trankopfers aus [[2Mo 29:38]]-40. Dort musste jeden Morgen und Abend ein Lamm geschlachtet werden, dazu kam mit Öl gemengtes Feinmehl, und über das Ganze wurde das Trankopfer gegossen, "ein Viertel Wein". Dies Opfer diente "zum lieblichen Geruch, ein Feueropfer dem Jewe". Schon einmal benutzte Paulus dieses Bild des Trankopfers. Dort, in [[Phil 2:17]], waren es die Leistungen der Philipper, die als Opfer den Altar schmückten. Heute ist die Opfergabe größer: Das gesamte Lebenswerk des Apostels, sein großer Auftrag an die Nationen, steigt als lieblicher Geruch vom Opferaltar empor zum Vater. Pauli Auftrag ist erfüllt, sein Nachfolger in der Person des Timotheus steht fest, und so fehlt nur noch der letzte Teil des Opfers, das "Trankopfer". Mit der Auflösung seines Lebens sieht er dieses Opfer erfüllt. | |||
Das griechische Wort "analyo" setzt sich einmal aus "ana = herauf, zurück oder wieder" und zum anderen aus "lyo = lösen" zusammen. Der Tod ist für Paulus eine solche "Herauf-Lösung", eine "Zurück-Lösung" aller körperlichen Bestandteile zu ihrem Ursprung.<br/><br/> | |||
===2Tim 4:7=== | |||
:'''''"Den edlen Ringkampf habe ich gerungen, den Lauf habe ich vollendet, den Glauben habe ich bewahrt."''''' | |||
Paulus sieht den Tod vor sich und hält mit obigen Worten Rückschau auf sein reiches, inhaltsvolles Leben. Die Worte hören sich wie ein befreiendes Aufatmen des stets kämpfenden Apostels an. | |||
In [[Phil 1:29]]-30 zeigt Paulus auf, dass es eine Gnade ist, für Christus zu leiden, und bezeichnet dies als einen Ringkampf, zu dem er auch die Philipper ermuntert und ihnen zuspricht. In [[Kol 2:1]] ff zeigt Paulus auf, welch großen Ringkampf er führte, um die frisch Herausgerufenen in den von ihm besuchten Orten zu stärken, ihnen zuzusprechen, sie in Wachstum und Erkenntnis weiterzuführen. Wie ernst er seinen Auftrag nahm, können wir einem Beispiel in [[Apg 14]] entnehmen: Aufgrund der Eifersucht der Juden wurde Paulus in Lystra gesteinigt und wie tot zur Stadt hinaus geschleift ([[Apg 14:19]]). Bereits in Vers 21 lesen wir, dass Paulus nach kurzer Zeit nach Lystra zurückkehrte, um dort die Seelen der Jünger zu befestigen. | |||
Wenn wir uns hier in Paulus hineinversetzen, so muss er doch sicherlich Angst vor den brutalen Menschen in Lystra gehabt haben - doch er konnte diese Angst überwinden, weil ihm sein Dienstauftrag höher stand als sein psychisches Befinden. Er wusste, das er gebraucht wurde, also kehrte er auch zurück nach Lystra. Wahrlich, ein herausragendes Muster eines edlen Ringkampfes!<br/><br/> | |||
:'''''"... den Lauf habe ich vollendet, den Glauben habe ich bewahrt."''''' | |||
Pauli Lauf ist vollendet, seine große Erleichterung gipfelt in der Feststellung, den Glauben bewahrt zu haben. Wie begründet diese Aussage ist, merken wir leicht, wenn wir uns vor Augen führen, dass Paulus ja während eines Großteils seines Lebens auf dem Grund des irdischen Königreiches stand. Dort wurde der Glaube durch Zeichen und Wunder gestärkt und untermauert. Das vom erhöhten Herrn inspirierte Evangelium jedoch verlangte und verlangt bis heute den nackten Glauben ohne jegliche sichtbare Bestätigung, wie z. B. durch Zeichen oder Wunder. So gesehen wird uns der erleichtert wirkende Ausspruch Pauli in unserem Leitvers verständlichen. | |||
Auch wir werden durch Paulus zu diesem Glauben aufgerufen, der nicht aus sichtbaren, fleischlich/seelischen Dingen gespeist wird, sondern, geprägt vom Geist Gottes, aus jener Quelle gespeist wird, die da heißt: Christus unser Leben! | |||
Gemäß [[Hebr 11:1]] ist also unser Glaube die zuversichtliche Annahme dessen, was man erwartet, ein Überführtsein von Tatsachen, die man nicht erblickt. Am Ende unseres Lebens dürfen dann auch wir gleich Paulus erleichtert aufatmen und uns buchstäblich auf das freuen, was wir im Glauben festgehalten haben!<br/><br/> | |||
===2Tim 4:8=== | |||
:'''''"Hinfort ist mir der Siegeskranz der Gerechtigkeit aufbewahrt, mit dem der Herr, der gerechte Richter, es mir an jenem Tag vergelten wird;"''''' | |||
Paulus hält am Ende seines Lebens nicht nur Rückblick, er schaut auch voraus! Frei von Überheblichkeit jubelt sein Herz in der Gewissheit, dass Gottes Verheißungen in Christus Ja und Amen sind. Mit Freude sieht er folglich jenem Tag entgegen, an dem Christus auch sein Leben und wirken beurteilen wird. Seine Feststellung dass er den Glauben bewahrt hat, berechtigt ihn zu obiger Siegesfreude. | |||
Der Siegeskranz der Gerechtigkeit ist jenen verheißen, die ihre Gerechtigkeit nicht in sich und aus sich suchten, sondern einzig und allein in Christus. Er ist unsere Gerechtigkeit, und im Glauben an Ihn geht diese auf uns über, da wir uns im Glauben als ein stück von diesem Christus sehen, ein Glied an Seinem Körper. | |||
Werden wir dies in aller Bescheidenheit und Aufrichtigkeit in Bezug auf unser Leben und den uns verordneten Dienst für den Herrn auch einmal sagen können? Der Apostel will uns mit seinem Zeugnis ermuntern, unsere ganze Persönlichkeit willentlich im Gehorsam einzusetzen als solche, die die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen haben, sondern vielmehr ihre Kraft täglich nutzen.<br/><br/> | |||
:'''''"nicht allein aber mir, sondern auch allen, die Sein Erscheinen geliebt haben."''''' | |||
Es entspricht der liebenden Verbundenheit mit allen Berufenen, dass der Apostel sie mit in den Empfang eines Siegeskranzes einschließt. Schon in früheren Briefen hat Paulus erwähnt, was erforderlich ist, um einen Kranz zu erlangen: Ringen ([[Phil 1:30]]); Jagen ([[Phil 3:14]]), gesetzmäßiges Wettkämpfen ([[2Tim 2:5]]); Mit-Leiden ([[Röm 8:17]]), Erdulden ([[2Tim 2:12]]). Wir sehen, es bedarf des äußersten Einsatzes von Willen und Kraft, um dieses Ziel zu erreichen. | |||
Wenn in unserem heutigen Textwort nur noch "das Lieben Seiner Erscheinung" angeführt wird, so wäre zu fragen, ob die zuvor gestellten Forderungen (im ersten Absatz) jetzt nicht mehr gelten oder herabgesetzt worden sind, die Aufforderung zum Lieben also alles sei? | |||
Nun, unser Leitvers, nämlich Sein Erscheinen liebzuhaben, beinhaltet in der Tat alles; schließt diese letzte Anforderung an uns doch alle anderen Forderungen <u>mit ein</u>, weil in einer rechten Wartestellung auf den Herrn alles aus Liebe zu Ihm vollbracht wird. IN diesem Sinne schreibt Paulus in [[Eph 6:24]]: | |||
:::"Die Gnade sei mit allen di eunseren Herrn Jesus Christus in Unvergänglichkeit lieben! Amen!<br/><br/> | |||
Die Grundlage, um das Erscheinen des Herrn lieben zu können, finden wir in [[Röm 5:5]]: "weil die Liebe Gottes in unseren Herzen ausgegossen ist durch den uns gegebenen heiligen Geist". Der Vater liebt den Sohn, und mit derselben Liebe liebt der Sohn auch uns ([[Joh 15:9]]). Das Wirken des Geistes äußert sich in uns darin, dass wir mit der empfangenen Gottesliebe auch den Sohn wiederlieben. Wi esehr dies des Vaters Wunsch ist, bezeugt der Sohn mit seiner zweimaligen Versicherung : "Wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden" ([[Joh 14:21]]). | |||
Unsere Liebe zum Sohn wird dadurch genährt, dass wir immer tiefer in das Verständnis Seiner Liebe zu uns eindringen. Daher erfleht auch Paulus in seinem Gebet in Eph 3:19, dass wir die alle Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus zu erkennen vermögen. Immer wieder stellt uns der Apostel diese Liebe vor Augen: "...so wie auch Christus euch liebt ...." ([[Eph 5:2]]); "... den, der uns liebt" ([[Röm 8:37]]); "... des Sohnes Gottes, der mich liebt..." ([[Gal 2:20]]); "... wie auch Christus die herausgerufene Gemeinde liebt ..." ([[Eph 5:25]]). | |||
Seine Liebe ist auf Opfer und Hingabe gegründet! Diese Tatsache im Herzen zu bewegen und sich in sie hinein zu versenken, entzündet nicht nur unsere Liebe zu Ihm, sondern auch das Liebhaben Seiner Erscheinung!<br/><br/> | |||
==Persönliche Mitteilungen und Grüße== | |||
===2Tim 4:9-10=== | |||
:'''''"Befleißige dich, schnell zu mir zu kommen; denn Demas verließ mich aus Liebe zum jetzigen Äon und ist nach Thessalonich gegangen,"''''' | |||
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Version vom 4. August 2023, 00:05 Uhr
Abschrift: Die Timotheusbriefe Band I - II (1993)
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum"
von Gerhard Groß (+ 2022)
Mit freundlicher Erlaubnis von Gerhard Groß, Balingen
als Schrift leider vergriffen
siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
Der 2. Timotheusbrief - Kapitel 4
Ermunterung zum Festhalten am Wort Gottes (Teil 2)
Persönliche Mitteilungen und Grüße
Ermunterung zum Festhalten am Wort Gottes (Teil 2)
2Tim 4:1
- "Ich bezeuge vor den Augen Gottes und Christi Jesu, der im Begriff ist, Lebendige und Tote zu richten, bei Seinem Erscheinen und Seiner Königsherrschaft: Herolde das Wort, ..."
Bevor wir auf den Satzhauptteil eingehen, werfen wir einen Blick auf die scheinbar nur so nebenbei angefügte Bemerkung über Christus Jesus.
"Der im Begriff ist" schrieb Paulus vor nahezu zweitausend Jahren und spielt dabei auf jenes zukünftige Geschehen an, das uns Offb 20:11 und 2Petr 3:7 berichtet wird, dem Gericht vor dem weißen Thron., Paulus, der diesen Brief ja kurz vor seinem Tode schrieb (siehe Vers 7), dachte hier bereits in göttlichen Dimensionen. Im Anschluss an 2Petr 3:7 schreibt Petrus: "Dies eine aber entgehe euch nicht, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn wie tausend Jahre ist, und tausend Jahre wie ein Tag."
Wir erleben immer wieder, dass Brüder die Wiederkunft Christi auf ein bestimmtes Datum oder einen Zeitraum fixieren. Viele solcher Daten sin dlängst verstrichen, und das Kommen des Herrn steht noch aus. Dass auch verblüffendste und scheinbar klarste Berechnungen der Wiederkunft Christi scheiterten, sollte uns lehren, keine Berechnungen in dieser Art anzustellen, sondern vielmehr eine Stellung einzunehmen, die besagt; Der Herr kann jederzeit kommen, ich bin bereit!
Wenn Paulus hier interessanterweise nicht auf das Kommen des Herrn zur Entrückung, sondern auf das. zum Gericht anspielt, so kann uns dies darain bestärken, keine Berechnungen anzustellen, dafür in Dienst und Wandel ständig für Sein Kommen bereit zu sein.
- "... der im Begriff ist, Lebendige und Tote zu richten, bei Seinem Erscheinen und Seiner Königsherrschaft:"
Wir wissen von 4 Gerichten in der Schrift:
- Das erste Gericht war der Niederwurf der Erde, niedergeschrieben in 1Mo 1:2 und 2Petr 3:5.
- Das zweite Gericht stellte die Überflutung der Erde gem. 1Mo 7 und 8 sowie 2Petr 2:5 dar.
- Das dritte Gericht ist der Tag des Zornes, von ihm berichten u. a. Offb 4-19; Mt 24 und 2Thes 1:7-10. Dieser Tag beginnt, nachdem die Körpergemeinde Jesu Christi entrückt wurde.
- Das vierte Gericht, und damit sind wir bei unserem Leitvers, findet zum Abschluss des tausendjährigen irdischen Königreiches statt (Offb 20:11-15).
Dieses vierte Endgericht erwähnt Paulus außer in unserem Leitvers auch noch in Apg 24, als er sich vor dem Landpfleger Felix verteidigt: "... dass es künftig eine Auferstehung der Gerechten wie auch der Ungerechten geben wird" (Apg 24:15). Später hielt Paulus dem Felix sogar das zukünftige Urteil vor, worauf dieser in Furcht geriet (Apg 24:25).
Paulus bezeugt, dass dieses Endgericht auch in seinem Evangelium von der Gnade enthalten ist, und zwar in Röm 2:16: "... an dem Tag, wenn Gott das Verborgene der Menschen richten wird, gemäß meinem Evangelium, durch Jesus Christus." Paulus beschuldigt Juden wie auch Griechen, alle unter der Sünde zu sein (und damit auch unter dem Gericht gem. Röm 3:9).
Aber auch dieses letzte und schwerste Gericht dient nicht der Vernichtung oder unendlichen Strafe der Menschen, sondern ist, wie alle vorhergehenden Gerichte auch, einzig auf das Ziel der Zurechtbringung ausgelegt.
Das Endgericht kann von uns hier nicht vollständig abgehandelt werden, dies wäre ein Thema für sich, doch die Frage der Vollstreckung wollen wir noch kurz behandeln. Ausführliches hierüber finden wir in Offb 20. Die Verse Offb 20:1-6 reden von Ereignissen, die zu Beginn des Tausendjährigen Reiches stattfinden. Dazu gehört die Auferstehung der Märtyrer aus der großen Drangsal, sowie aller Frommen aus Israel (Dan 12:2). Dies nennt die Schrift "die erste Auferstehung".
Im Unterschied zu dieser ersten Auferstehung, die ja nur Israeliten betrifft (auch die alttestamentlichen Gottesmänner), werden die Glieder der Gemeinde Christi vorher auferweckt und entrückt. Weil dies aber vor der ersten Auferstehung geschieht, nennt Eph 1:12 die Entrückung der Gemeinde "eine frühere Erwartung."
Nach tausend Jahren, also am Abschluss des irdischen Königreiches, werden die Toten auferweckt. Diese Auferstehung umfasst sämtliche Menschen, die nicht entrückt wurden und auch nicht an der ersten Auferstehung teilnahmen.
Ein Puankt verdient noch Beachtung, es ist die genaue Zeitangabe dieses Gerichtes. In der Christenheit spricht man vom "jüngsten (letzten) Tag", die ist ein unbiblischer Begriff; nach Gottes wort findet dieses letzte Gericht lange vor der Vollendung statt, nämlich exakt am Ende des Tausendjahrreiches. Darauf folgt aber noch ein ganzer Äon, der der neuen Erde, genannt der Tag Gottes (2Petr 3:12). In Offb 22:2 lesen wir, dass dort die Nationen durch die Blätter der Bäume des Lebens genesen werden; ein neuerlicher Beweis, das das Gerichtsurteil des Endgerichtes keinen unendlichen Dauerzustand beinhaltet.
2Tim 4:2
- "Ich bezeuge vor den Augen Gottes und Christi Jesu, ... Herolde das Wort, stehe dazu, sei es gelegen oder ungelegen, überführe, verwarne, sprich zu, in aller Geduld und Belehrung."
Die Aufforderung, die Paulus vor den Augen Gottes und Christi Jesu (sie damit zu Zeugen anrufend) an Timotheus richtet, gilt uns allen. Besonders die Wortverkündiger müssen sich angesprochen fühlen, denn sie haben die größten Möglichkeiten und die größte Verpflichtung.
Es besteht kein Zweifel, dass Paulus hier auf die Verkündigung des von ihm geheroldeten Evangeliums drängt, das er durch Enthüllungen Christi Jesu erhalten hat. Allein dieses "paulinische" Evangelium ist das Wort der Wahrheit für die heute gültige Verwaltung der Gnade. Es hat jetzt nicht die Aufgabe, alle Menschen zu retten, sondern allein die vor dem Niederwurfe der Welt auserwählten Glieder der Körperschaft Christi herauszurufen und zuzubereiten (Eph 1:3-14). Sie sollen mit dem Ratschluss Gottes, mit ihrer Rettung, Rechtfertigung und Stellung in Christus aber auch mit ihren heutigen und zukünftigen Aufgaben inmitten der Überhimmlischen vertraut werden. Dazu gehört auch das Freigemachtwerden von falschen Erwartungen und Glaubensvorstellungen, die den Lehren der Dämonen entsprechen (1Tim 4:1).
In einer fast völlig von dem für heute gültigen Wort de rWahrheit abgewichenen Christenheit das von Paulus gelehrte Evangelium zu herolden und furchtlos dazu zu stehen, gelegen oder ungelegen, das bedarf des dauernden Zuflusses von Kraft durch den heiligen Geist und der fortwährenden Befestigung vom Herrn.
Wem dieses herrliche Evangelium aufgeschlossen wurde, der kann es nicht mehr verschweigen, der kann es als Wortverkündiger auch nicht mehr aus falscher Rücksichtnahme oder aus Furcht, Sympathien einzubüßen, unterschlagen. Seine überfließende Freude im Herrn veranlasst ihn, jederzeit und überall zu überführen, zu verwarnen, zuzusprechen.
Wenn wir aufgefordert werden, zum Wort zu stehen, so bedeutet das, dass wir es beharrlich festhalten und nicht selbst von jedem Wind der Lehre umhergetragen werden (Eph 4:14). Aber diese Aufforderung bedeutet noch mehr! Zum Wort stehen heißt auch, es in die Tat umzusetzen, es im Wandel zu praktizieren. Jeder, der uns hört, hat das R echt, unsere Worte mit unserem Wandel zu vergleichen und daraus zu ermitteln, ob unsere Botschaft sich auch für den Alltag kraftvoll erweist.
Wenn wir nun in obigem Sinne freudig dieses Evangelium herolden, dann sollten wir auch mit aller Geduld fürbittend dahinterstehen. Ungeduld kann all unsere Mühe zunichte machen, sie ist immer ein Zeichen fleischlichen Eifers, und damit ein ungeistliches Verhalten. Wenn uns die Liebe Gottes drängt, dann arbeiten wir in Geduld für das Gute an allen, am meisten aber an den Gliedern der Gemeinde Christi Jesu!
2Tim 4:3
- "Denn es wird eine Frist kommen, wenn Menschen die gesunde Lehre nicht ertragen werden, sondern sich selbst nach eigenen Begierden Lehrer aufhäufen, weil ihr Gehör gekitzelt wird;"
Paulus lehrt uns den Weg in die Demut, in die Bescheidenheit, in die Leidensbereitschaft, in die Unterordnung; diese Wege sind heute nicht mehr populär! Dafür haben charismatische Bewegungen, die Befreiung von Krankheit und nur hoch Höhenwege mit Jesus propagieren, einen enormen Zulauf.
Die gesunde Lehre, die auf dem Fundament der Botschaft Pauli fußt, fordert Verzicht - aber gerade dazu ist der Mensch in der heutigen Frist nicht mehr bereit. Wie unempfindlich wir geworden sind, und wie selbstverständlich der Wohlstandsgläubige handelt, zeigte sich als Beispiel beim Besuch einer gläubigen Familie, wo diese nicht mehr bereit war, den laufenden Fernsehapparat auszuschalten, als versucht wurde, geistliche Gespräche zu führen!
Da werden Wunderheiler in die Gemeinde eingeladen, berühmte Prediger sucht man zugewinnen (möglichst noch mit vielen akademischen Graden geschmückt) und merkt nicht, dass in der eigenen Gemeinde einfache Brüder oft viel tiefere Gedanken haben und mehr zu sagen hätten als all die hergereisten Lehre, die nur das Gehör zu kitzeln vermögen. Möge uns hier doch ein waches Auge und vielleicht eine Rückbesinnung auf weniger spektakuläre Lehrer (vielleicht auf einfache eigene Brüder in der Gemeinde) geschenkt werden.
2Tim 4:4
- "und zwar werden sie das Gehör von der Wahrheit abwenden und sich den Sagen zukehren."
Unser heutiger Leitvers ist die zwangsläufige Folge von Vers 3, den wir gestern betrachtet haben. Dort, wo das G ehör gekitzelt wird, wo Sensationen erwartet werden, wo das Fleisch angesprochen und gereizt wird, dort geht meist die Wahrheit unter, man wendet sich von ihr ab.
Das griechische Wort für Sage lautet "muthos" und kommt uns klangmäßig bekannt vor; es steht in Zusammenhang mit unserem Wort "Mythe" oder "Mythos", und hierunter versteht man Heldensagen, Götterdichtung. Gefährlich und verführerisch macht die Sagen, dass ihr Kern immer ein Quentchen Wahrheit enthält.
Sagen führen ab von dem einen Gott und hin zu den Göttern; diese existieren in der Tat und halten sich um uns herum auf, es sind die Fürstlichkeiten und Obrigkeiten der Finsternis samt ihrem Heer von Diener, den dämonischen Mächten. Diese haben ein großes Interesse, die Gläubigen, die sie ja nicht aus ihrem Stand der Rettung stoßen können, in ihrem Glaubensweg aufzuhalten, sie zu stören, ja auf Irrwege zubringen, sie gemäß unserem Vers von der Wahrheit des uns angehenden Evangeliums abzuwenden.
Es muss uns tief erschrecken, wenn wir wahrnehmen, wie viele Gläubige vielmehr den Sagen anhängen als der Wahrheit.
2Tim 4:5
- "Du aber sei nüchtern in allem, leide Übles wie ein trefflicher Krieger Christi Jesu."
Dem Abwenden von der Wahrheit hin zu den Sagen steht heute ein Rezept gegenüber: Nüchternheit und Leiden!
Nüchtern hat hier nichts mit Alkohol zu tun, Paulus spricht hier von unserem Denksinn, in dem wir nüchtern sein sollen. So gesehen heißt der Aufruf zur Nüchternheit, dass wir uns nicht von unseren Gefühlen leiten lassen sollen, sondern vom Geist Gottes. Gefühle bringen uns schnell in seelische Aufwallungen, in Schwärmerei, in Hochsimmung. Doch damit wird unser Blick unscharf, verschwommen, und schnell sind wir ein einem falschen Fahrwasser gefangen.
Nüchtern heißt, mit klarem Blick alles anhand des Wortes der Wahrheit. zu prüfen, wobei natürlich die Wortteilung gem. 2Tim 2:15 genau zu beachten ist, nicht vorschnelle eine fremde Lehre oder Meinung anzunehmen, sondern skeptisch und wachsam sein, stets bedenkend, dass der Widersacher alles daran setzt, uns zu verführen. Nüchtern heißt auch, gem. Eph 6:10-18 die gesamte Waffenrüstung Gottes anzulegen, damit wir befähigt sind, an dem bösen Tag zu widerstehen und standzuhalten.
Denken wir zurück an 2Tim 3:14, wo Paulus den Timotheus anweist: "Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und womit du betraut wurdest ...."
Ein weltlicher Krieger muss damit rechnen, verletzt zu werden, im Extremfall den Tod zu erleiden, wenn er mutig kämpft. Ein Krieger Christi, der sich für Seinen Herrn in edlem Kampf einsetzt, muss ebenfalls damit rechnen, Übles zu leiden; wie oft hat Paulus dies am eigenen Körper erleben müssen!
Zuerst muss uns aber in diesem Krieg klar sein: Wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte der Finsternis, auch wenn der Widerwirker sich hierzu der Menschen bedient.
Alle durch Gottes Gnade Berufenen müssen "den Glauben" täglich gegen Feinde verteidigen. Im Glauben haben wir unser Verheißungsgut ergriffen, im Glauben halten wir es fest. Unser Verheißungsgut ist nicht irdisch/sichtbarer Art, vielmehr besteht es aus geistlichem Segen inmitten der Überhimmlischen in Christus (Eph 1:3).
Es ist eine Taktik des Widerwirkers, uns in diesen Segnungen unsicher zu machen, sie uns zu verwässern oder sie uns gar ganz zu rauben und uns statt dessen die irdischen Segnungen, die ja Israel gehören, vorzusetzen.
Trete nicht zurück, wenn es um die Verteidigung dieser Wahrheiten geht. Scheue auch nichts Übles, das dir Menschen antun mögen; bedenken wir immer: "Dankbarkeit habe ich gegenüber dem, der mich mächtig macht, Christus Jesus, unserem Herrn" (1Tim 1:12).
- "Tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus;"
Wir wurden zwar von Gott schon vor dem Niederwurf der Welt auserwählt (Eph 1:4), doch bewusst zum Glauben kamen wir erst in dem Moment als wir das Wort der Wahrheit, das Evangelium unserer Rettung hörten. Dieses "Hören" geschieht in der Regel durch den Dienst der Evangelisten. Durch ihren Dienst spricht Gott in die Herzen der Berufenen, und es füllt sich Eph 1:3.
- hören,
- glauben,
- versiegelt werden mit dem Geist der Verheißung, dem heiligen.
Dieser Auftrag, einer der letzten an Timotheus, ist also sehr wichtig, er gilt auch uns. Wir wollen in diesem Dienst nicht wie Hymenäus oder Alexander sein, die von der Wahrheit abschweiften und Paulus widersprachen. Sie gaben Gott nicht die ehre, statt dessen verleugneten sie die Wahrheit. Sie standen nicht fest im glauben und konnten deshalb den Kampf nicht durchhalten; sie schlossen sich der Opposition an. Sie lebten ohne den Frieden und die Freude des Glaubens.
Lasset uns den uns erteilten Dienst redlich und völlig ausrichten, Gottes Wort ist glaubwürdig und unverbrüchlich; wie können uns unbedingt darauf verlassen, es ist unsere wirksame Waffe, es macht uns unbesiegbar im Kampf. Halten wir daran fest, dann wird auch unser Werk vor Gott wohlgefällig sein, unser dienst wird segensreich und unsere Freude groß sein.
2Tim 4:6
- "denn ich werde schon als Trankopfer ausgegossen, und der Zeitpunkt meiner Auflösung steht bevor"
Der betagte Apostel der Nationen sieht seinen Tod vor sich und bekundet dies seinem geliebten Sohn Timotheus mit dem Bild des Trankopfers aus 2Mo 29:38-40. Dort musste jeden Morgen und Abend ein Lamm geschlachtet werden, dazu kam mit Öl gemengtes Feinmehl, und über das Ganze wurde das Trankopfer gegossen, "ein Viertel Wein". Dies Opfer diente "zum lieblichen Geruch, ein Feueropfer dem Jewe". Schon einmal benutzte Paulus dieses Bild des Trankopfers. Dort, in Phil 2:17, waren es die Leistungen der Philipper, die als Opfer den Altar schmückten. Heute ist die Opfergabe größer: Das gesamte Lebenswerk des Apostels, sein großer Auftrag an die Nationen, steigt als lieblicher Geruch vom Opferaltar empor zum Vater. Pauli Auftrag ist erfüllt, sein Nachfolger in der Person des Timotheus steht fest, und so fehlt nur noch der letzte Teil des Opfers, das "Trankopfer". Mit der Auflösung seines Lebens sieht er dieses Opfer erfüllt.
Das griechische Wort "analyo" setzt sich einmal aus "ana = herauf, zurück oder wieder" und zum anderen aus "lyo = lösen" zusammen. Der Tod ist für Paulus eine solche "Herauf-Lösung", eine "Zurück-Lösung" aller körperlichen Bestandteile zu ihrem Ursprung.
2Tim 4:7
- "Den edlen Ringkampf habe ich gerungen, den Lauf habe ich vollendet, den Glauben habe ich bewahrt."
Paulus sieht den Tod vor sich und hält mit obigen Worten Rückschau auf sein reiches, inhaltsvolles Leben. Die Worte hören sich wie ein befreiendes Aufatmen des stets kämpfenden Apostels an.
In Phil 1:29-30 zeigt Paulus auf, dass es eine Gnade ist, für Christus zu leiden, und bezeichnet dies als einen Ringkampf, zu dem er auch die Philipper ermuntert und ihnen zuspricht. In Kol 2:1 ff zeigt Paulus auf, welch großen Ringkampf er führte, um die frisch Herausgerufenen in den von ihm besuchten Orten zu stärken, ihnen zuzusprechen, sie in Wachstum und Erkenntnis weiterzuführen. Wie ernst er seinen Auftrag nahm, können wir einem Beispiel in Apg 14 entnehmen: Aufgrund der Eifersucht der Juden wurde Paulus in Lystra gesteinigt und wie tot zur Stadt hinaus geschleift (Apg 14:19). Bereits in Vers 21 lesen wir, dass Paulus nach kurzer Zeit nach Lystra zurückkehrte, um dort die Seelen der Jünger zu befestigen.
Wenn wir uns hier in Paulus hineinversetzen, so muss er doch sicherlich Angst vor den brutalen Menschen in Lystra gehabt haben - doch er konnte diese Angst überwinden, weil ihm sein Dienstauftrag höher stand als sein psychisches Befinden. Er wusste, das er gebraucht wurde, also kehrte er auch zurück nach Lystra. Wahrlich, ein herausragendes Muster eines edlen Ringkampfes!
- "... den Lauf habe ich vollendet, den Glauben habe ich bewahrt."
Pauli Lauf ist vollendet, seine große Erleichterung gipfelt in der Feststellung, den Glauben bewahrt zu haben. Wie begründet diese Aussage ist, merken wir leicht, wenn wir uns vor Augen führen, dass Paulus ja während eines Großteils seines Lebens auf dem Grund des irdischen Königreiches stand. Dort wurde der Glaube durch Zeichen und Wunder gestärkt und untermauert. Das vom erhöhten Herrn inspirierte Evangelium jedoch verlangte und verlangt bis heute den nackten Glauben ohne jegliche sichtbare Bestätigung, wie z. B. durch Zeichen oder Wunder. So gesehen wird uns der erleichtert wirkende Ausspruch Pauli in unserem Leitvers verständlichen.
Auch wir werden durch Paulus zu diesem Glauben aufgerufen, der nicht aus sichtbaren, fleischlich/seelischen Dingen gespeist wird, sondern, geprägt vom Geist Gottes, aus jener Quelle gespeist wird, die da heißt: Christus unser Leben!
Gemäß Hebr 11:1 ist also unser Glaube die zuversichtliche Annahme dessen, was man erwartet, ein Überführtsein von Tatsachen, die man nicht erblickt. Am Ende unseres Lebens dürfen dann auch wir gleich Paulus erleichtert aufatmen und uns buchstäblich auf das freuen, was wir im Glauben festgehalten haben!
2Tim 4:8
- "Hinfort ist mir der Siegeskranz der Gerechtigkeit aufbewahrt, mit dem der Herr, der gerechte Richter, es mir an jenem Tag vergelten wird;"
Paulus hält am Ende seines Lebens nicht nur Rückblick, er schaut auch voraus! Frei von Überheblichkeit jubelt sein Herz in der Gewissheit, dass Gottes Verheißungen in Christus Ja und Amen sind. Mit Freude sieht er folglich jenem Tag entgegen, an dem Christus auch sein Leben und wirken beurteilen wird. Seine Feststellung dass er den Glauben bewahrt hat, berechtigt ihn zu obiger Siegesfreude.
Der Siegeskranz der Gerechtigkeit ist jenen verheißen, die ihre Gerechtigkeit nicht in sich und aus sich suchten, sondern einzig und allein in Christus. Er ist unsere Gerechtigkeit, und im Glauben an Ihn geht diese auf uns über, da wir uns im Glauben als ein stück von diesem Christus sehen, ein Glied an Seinem Körper.
Werden wir dies in aller Bescheidenheit und Aufrichtigkeit in Bezug auf unser Leben und den uns verordneten Dienst für den Herrn auch einmal sagen können? Der Apostel will uns mit seinem Zeugnis ermuntern, unsere ganze Persönlichkeit willentlich im Gehorsam einzusetzen als solche, die die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen haben, sondern vielmehr ihre Kraft täglich nutzen.
- "nicht allein aber mir, sondern auch allen, die Sein Erscheinen geliebt haben."
Es entspricht der liebenden Verbundenheit mit allen Berufenen, dass der Apostel sie mit in den Empfang eines Siegeskranzes einschließt. Schon in früheren Briefen hat Paulus erwähnt, was erforderlich ist, um einen Kranz zu erlangen: Ringen (Phil 1:30); Jagen (Phil 3:14), gesetzmäßiges Wettkämpfen (2Tim 2:5); Mit-Leiden (Röm 8:17), Erdulden (2Tim 2:12). Wir sehen, es bedarf des äußersten Einsatzes von Willen und Kraft, um dieses Ziel zu erreichen.
Wenn in unserem heutigen Textwort nur noch "das Lieben Seiner Erscheinung" angeführt wird, so wäre zu fragen, ob die zuvor gestellten Forderungen (im ersten Absatz) jetzt nicht mehr gelten oder herabgesetzt worden sind, die Aufforderung zum Lieben also alles sei?
Nun, unser Leitvers, nämlich Sein Erscheinen liebzuhaben, beinhaltet in der Tat alles; schließt diese letzte Anforderung an uns doch alle anderen Forderungen mit ein, weil in einer rechten Wartestellung auf den Herrn alles aus Liebe zu Ihm vollbracht wird. IN diesem Sinne schreibt Paulus in Eph 6:24:
- "Die Gnade sei mit allen di eunseren Herrn Jesus Christus in Unvergänglichkeit lieben! Amen!
- "Die Gnade sei mit allen di eunseren Herrn Jesus Christus in Unvergänglichkeit lieben! Amen!
Die Grundlage, um das Erscheinen des Herrn lieben zu können, finden wir in Röm 5:5: "weil die Liebe Gottes in unseren Herzen ausgegossen ist durch den uns gegebenen heiligen Geist". Der Vater liebt den Sohn, und mit derselben Liebe liebt der Sohn auch uns (Joh 15:9). Das Wirken des Geistes äußert sich in uns darin, dass wir mit der empfangenen Gottesliebe auch den Sohn wiederlieben. Wi esehr dies des Vaters Wunsch ist, bezeugt der Sohn mit seiner zweimaligen Versicherung : "Wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden" (Joh 14:21).
Unsere Liebe zum Sohn wird dadurch genährt, dass wir immer tiefer in das Verständnis Seiner Liebe zu uns eindringen. Daher erfleht auch Paulus in seinem Gebet in Eph 3:19, dass wir die alle Erkenntnis übersteigende Liebe des Christus zu erkennen vermögen. Immer wieder stellt uns der Apostel diese Liebe vor Augen: "...so wie auch Christus euch liebt ...." (Eph 5:2); "... den, der uns liebt" (Röm 8:37); "... des Sohnes Gottes, der mich liebt..." (Gal 2:20); "... wie auch Christus die herausgerufene Gemeinde liebt ..." (Eph 5:25).
Seine Liebe ist auf Opfer und Hingabe gegründet! Diese Tatsache im Herzen zu bewegen und sich in sie hinein zu versenken, entzündet nicht nur unsere Liebe zu Ihm, sondern auch das Liebhaben Seiner Erscheinung!
Persönliche Mitteilungen und Grüße
2Tim 4:9-10
- "Befleißige dich, schnell zu mir zu kommen; denn Demas verließ mich aus Liebe zum jetzigen Äon und ist nach Thessalonich gegangen,"
