Die Opferung des Isaak: Unterschied zwischen den Versionen
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Nehmen wir einmal an, Gott hätte dieses hohe Ziel mit einem Henoch oder Noah erreicht, so könnten wir doch versucht sein zu sagen oder zumindest zu denken | Nehmen wir einmal an, Gott hätte dieses hohe Ziel mit einem Henoch oder Noah erreicht, so könnten wir doch versucht sein zu sagen oder zumindest zu denken, dass dies Gott nur möglich war, weil diese Männer schon vorher einen Ihm wohlgefälligen Wandel führten. Und weiter hätten wir gefolgert, dass Ihm dies aber mit einem Götzendiener nicht gelungen wäre. In unseren Herzen hätte sich dann eingenistet: Ja, mit schlechten und verkommenen Menschen kann Gott auch nichts anfangen! | ||
Aber für Gott wäre ein guter und Ihm wohlgefällig wandelnder Mann insofern von Nachteil gewesen, dass Er Seine Wundermacht - aus denkbar Schlechtem das absolut Beste zu machen - nicht hätte darstellen können. | |||
Hätte Gott mit Henoch oder Noah solch einhohes Ziel erreicht, so wäre dies für Ihn keine vollkommene Verherrlichung gewesen, weil die guten Eigenschaften dieser Frommen mit ausschlaggebend gewesen wären. Der Mensch selbst hätte somit durch sein wohlgefälliges Verhalten den Anfang in dieser Sache gemacht. | |||
Auch wären wir in solch einem Fall ständig versucht gewesen, Vergleiche anzustellen, ob wir auch soviel aufzuweisen hätten wie diese Männer, und wie leicht hätten wir dabei festgestellt, dass uns doch gar manches fehlt. Dies hätte unseren Glauben in Anfechtung gebracht, und betreffs unserer Auserwählung wären uns mit Sicherheit starke Zweifel gekommen. | |||
Würde Gott bei der Vornahme von Auserwählungen zuerst Ausschau nach guten Werken halten, wäre uns sicherlich jede Lust und Freude zur Annahme eines solchen Evangeliums genommen. | |||
Nun wäre es ja schon sehr beachtlich gewesen, hätte Gott aus dem Abraham einen Mann wie Henoch oder Noah gemacht. Aber nein, das hätte Ihm nicht genügt! Damit hätte sich Seine Gnade nicht voll ausgeben können. Wir erleben jetzt etwas ganz Großes: Gott hob Abram, Seinen Auserwählten, auf eine viel höhere Glaubensstufe, als diese bei Henoch und Noah war. | |||
So handelt Gott in seinem Heilswalten n ach einem Grundsatz, nach dem jeder Mensch, auch der Verkommenste, sichere Hoffnung haben darf, von Ihm an die Hand genommen zu werden um in einen neuen, glücklichen Menschen umgewandelt zu werden. | |||
Auch bei der Völkerwelt sehen wir Gott als den also Wirkenden: Er wählt als Sein Volk das Geringste aus (5Mo 77) und das widerspenstigste der Widerspenstigen. | |||
Als dann mit der Apostelgeschichte für Ihn die Zeit gekommen war, einen Apostel für die Nationen zu bestimmen, standen Ihm eine ganze Reihe guter Männer zur Verfügung wie z.B. Barnabas, der Sohn des Trostes (Apg 4:36). Doch keiner von diesen war Gott für diesen Dienst recht. Der Herr berief den Saulus, Seinen grimmigsten Feind. Und was hat Er in kürzester Zeit aus ihm gemacht? Nicht nur einen neuen Menschen, sondern sogar einen Apostel. | |||
Auf dieser Linie liegt auch die Geschichte Abrahams. Wir könnten sie umschreiben: Wie Gott aus dem Schlechtesten das Beste macht! | |||
Nun entspricht es ganz diesem Heilsgeschehen, bei dem der Sohn Gottes herrlich in den Vordergrund gerückt wird, dass uns Gott zugleich<br/><br/> | |||
====<big>Eine neue Christusoffenbarung</big>==== | |||
schenkt. Diese ist in der Segensverheißung enthalten (1MO 22:18) „... und gesegnet sind in deinem Namen alle Nationen der Erde“. Hier wiederholt Gott die Verheißung, die Er Abraham schon gleich bei seiner Berufung gegeben hat (1Mo 12.3). Abraham und Sara glaubten dieser Zusage und meinten wohl anfänglich, Ismael wäre der verheißene Same. Denselben Gedankengang finden wir bereits bei Eva, die bei der Geburt des Kain wähnte, dass sie nun den verheißenen Schlangentreter geboren habe (1Mo 4:1). | |||
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Version vom 11. März 2023, 18:15 Uhr
Abschrift des Heftes:
Abraham, der erste Auserwählte - Band III
Abrahams Weg zur Glaubenshöhe
aus der Reihe "Christi unausspürbarer Reichtum“
von M. Jaegle und Mitarbeitern (1987)
weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis
Abraham, der erste Auserwählte
Band III
8. Die Opferung des Isaak
Abrahams schwerste Glaubensprüfung
Nachdem Abraham die Prüfung in der Dahingabe Ismaels gut bestanden hatte, führte ihn Gott Selbst in eine noch schwerere, ja sogar die schwerste Glaubensprüfung.
Als Abraham seinen Sohn hinaustreiben musste, wird er sich damit getröstet haben, dass ihm ja Isaak, der höher stehende Sohn, verbleiben würde. Aber nun erlangt Gott von ihm auch die Dahingabe Isaaks. Dies geschah mit den Worten: „Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, und geh du in das Land Morija und bring ihn dort dar als Aufsteignahung auf einem der Berge, den Ich dir ansagen werde“ (1Mo 22:2).
Wieviel schwerer als alles bisherige war doch dieser Auftrag! Der geliebte Sohn und mit ihm all an seine Zukunft geknüpften Verheißungen, der eine, in welchem alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollten, musste in den Tod gegeben werde.
Doch das Allerschwerste dabei war, dass Gott von Abraham verlangte, selbst als Priester das Opfer darzubringen. Von der Seelenqual Abrahams lesen wir nichts, dennoch dürfen wir gewiss sein, dass unsäglicher Schmerz sein Herz erfüllte. Im tiefsten Grunde musste er wählen zwischen Jewe und Isaak. Jetzt musste offenbar werden ob er mehr am Geber oder an der Gabe hing!
Ein Wunsch des Herzens Gottes
Gott wollte mit Abraham und Isaak Seine größte Heilstat, die Dahingabe Seines Sohnes darstellen. Gemäß 1Petr 1:19-20 hat Gott Seinen Sohn bereits vor dem Niederwurf der Welt als Opferlamm vorhererkannt. Folglich stand dieses Bild der Dahingabe Seines Sohnes in den Kreuzestod schon damals in seinem Herzen fest.
Es hat Ihn nun danach verlangt, ein entsprechendes Abbild dieses Geschehens in der Menschheit zu schaffen. Dazu brauchte Er aber einen Vater, der bereit war, seinen Lieblingssohn zu opfern, und dazu hatte Er Abraham ausersehen. Wenn wir an die Fehltritte und Abwege Abrahams denken, sind wir versucht zu sagen, dass dieses Vorhaben Gottes mit einem solchen Manne ein gewagtes Unternehmen war. Trotzdem ist Gott mit seinem Erkorenen ans Ziel gelangt. Es ist ein wahres Wunder der Gnade Gottes, dass uns die Schrift ein zweites Mal von einem Glaubensgehorsam Abrahams berichten kann (1Mo 22:3).
Der Gott erquickende Anblick
Welch here Glückseligkeit muss wohl Gottes Herz erfüllt haben, als Er mit Abraham Sein so hohes Ziel erreicht hatte. Die Darstellung Seiner größten Heilstat in der Menschheit, ja überhaupt im ganzen All! In allem, was nun Abraham auf göttliches Geheiß hin ausführte, sah Sich Gott Selbst mit Seinem geliebten Sohn vorgeschattet,
Wenn es heißt (1Mo 22:3): „Und früh am Morgen steht Abraham auf“ zur Ausführung des schweren Auftrags, so ist diese erste Handlung Abrahams vorbildlich für Gottes Vorsatz, den Er in der Schöpfungsfrühe - vor dem Niederwurf des Kosmos - fasste, da Er Seinen Sohn als Sühnopfer bestimmte.
Darauf spaltete Abraham das Holz für die Aufsteignahung und legte es auf seinen Sohn. Damit wurde Gott der Anblick Seines Sohnes als Kreuzträger gewährt. Und im Feuer und Messer in Abrahams Hand musste Sich Gott Selbst sehen, wie Er die Gerichtsgluten auf SeinenSohn fallen und Ihn zu Tode bringen lässt (Jes 52:10), In dem zweimaligen :“und sie gehen, sie, die zwei zusammen“ (1Mo 22:6.8), musste Gott Sich mit Seinem Sohn zusammen einsam den Kreuzesweg gehen sehen.
Auf diesem Glaubenshochweg veranschaulichte der Auserwählte in herrlichster Weise das künftige Vorhaben Gottes.
Gottes Eingreifen
Damit an dieser von Gott gewährten Kreuzesschau nichts fehlte, erprobte Er Abrahams Opferbereitschaft bis zum äußersten. Schon hatte Abraham das Messer in der Hand, um seinen Sohn abzuschlachten. Nur noch ein kurzer Augenblick trennte Isaak vom sicheren Tode. Abraham war so entschieden darauf eingestellt, seinen geliebten Sohn zu opfern, dass er ihn in jenem Moment schon geopfert hatte.
Doch jetzt greift Gott ein. Der Bote Jewes ruft Abraham ein „Halt“ zu! Wie muss Abrahams Herz erleichtert worden sein, als er vernahm: Du brauchst deinen Sohn nicht in den Tod zu geben! Und weiter sagt der Bote Jewes zu ihm: „...nun weiß ich, dass du Alueim fürchtest; denn du hast nicht vorenthalten deinen Sohn, deinen Einzigen, vor Mir“ (1Mo 22:12). Bei diesem Ausspruch mag in Gottes Herzen der Unterton mitgeklungen haben: Ich, jedoch, werde Meines eigenen Sohnes nicht verschonen, sondern Ihn für euch alle dahingeben! Für Isaak gab es mit dem Widder ein Ersatzopfer, nicht aber für den Sohn Gottes (!Mo 22:13).
Aus diesen von den Himmeln zu Abraham gerufenen Worten kann man einen wahren Jubel heraushören ob der Darstellung von Gottes größter Liebestat, der Dahingabe Seines Sohnes, die Gott durch einen Menschen kundmachte. Dabei hat Abraham als Darsteller dieser Gottestat die h ö c h s t e Glaubenshöhe erreicht. Eine einzigartige Höhe sogar! Nun konnte Gott dem, Abraham darstellen wie Er völlig verdorbene Menschen in eine neue Schöpfung umzuwandeln vermag.
Aus dem Schlechtesten das Beste
Nehmen wir einmal an, Gott hätte dieses hohe Ziel mit einem Henoch oder Noah erreicht, so könnten wir doch versucht sein zu sagen oder zumindest zu denken, dass dies Gott nur möglich war, weil diese Männer schon vorher einen Ihm wohlgefälligen Wandel führten. Und weiter hätten wir gefolgert, dass Ihm dies aber mit einem Götzendiener nicht gelungen wäre. In unseren Herzen hätte sich dann eingenistet: Ja, mit schlechten und verkommenen Menschen kann Gott auch nichts anfangen!
Aber für Gott wäre ein guter und Ihm wohlgefällig wandelnder Mann insofern von Nachteil gewesen, dass Er Seine Wundermacht - aus denkbar Schlechtem das absolut Beste zu machen - nicht hätte darstellen können.
Hätte Gott mit Henoch oder Noah solch einhohes Ziel erreicht, so wäre dies für Ihn keine vollkommene Verherrlichung gewesen, weil die guten Eigenschaften dieser Frommen mit ausschlaggebend gewesen wären. Der Mensch selbst hätte somit durch sein wohlgefälliges Verhalten den Anfang in dieser Sache gemacht.
Auch wären wir in solch einem Fall ständig versucht gewesen, Vergleiche anzustellen, ob wir auch soviel aufzuweisen hätten wie diese Männer, und wie leicht hätten wir dabei festgestellt, dass uns doch gar manches fehlt. Dies hätte unseren Glauben in Anfechtung gebracht, und betreffs unserer Auserwählung wären uns mit Sicherheit starke Zweifel gekommen.
Würde Gott bei der Vornahme von Auserwählungen zuerst Ausschau nach guten Werken halten, wäre uns sicherlich jede Lust und Freude zur Annahme eines solchen Evangeliums genommen.
Nun wäre es ja schon sehr beachtlich gewesen, hätte Gott aus dem Abraham einen Mann wie Henoch oder Noah gemacht. Aber nein, das hätte Ihm nicht genügt! Damit hätte sich Seine Gnade nicht voll ausgeben können. Wir erleben jetzt etwas ganz Großes: Gott hob Abram, Seinen Auserwählten, auf eine viel höhere Glaubensstufe, als diese bei Henoch und Noah war.
So handelt Gott in seinem Heilswalten n ach einem Grundsatz, nach dem jeder Mensch, auch der Verkommenste, sichere Hoffnung haben darf, von Ihm an die Hand genommen zu werden um in einen neuen, glücklichen Menschen umgewandelt zu werden.
Auch bei der Völkerwelt sehen wir Gott als den also Wirkenden: Er wählt als Sein Volk das Geringste aus (5Mo 77) und das widerspenstigste der Widerspenstigen.
Als dann mit der Apostelgeschichte für Ihn die Zeit gekommen war, einen Apostel für die Nationen zu bestimmen, standen Ihm eine ganze Reihe guter Männer zur Verfügung wie z.B. Barnabas, der Sohn des Trostes (Apg 4:36). Doch keiner von diesen war Gott für diesen Dienst recht. Der Herr berief den Saulus, Seinen grimmigsten Feind. Und was hat Er in kürzester Zeit aus ihm gemacht? Nicht nur einen neuen Menschen, sondern sogar einen Apostel.
Auf dieser Linie liegt auch die Geschichte Abrahams. Wir könnten sie umschreiben: Wie Gott aus dem Schlechtesten das Beste macht!
Nun entspricht es ganz diesem Heilsgeschehen, bei dem der Sohn Gottes herrlich in den Vordergrund gerückt wird, dass uns Gott zugleich
Eine neue Christusoffenbarung
schenkt. Diese ist in der Segensverheißung enthalten (1MO 22:18) „... und gesegnet sind in deinem Namen alle Nationen der Erde“. Hier wiederholt Gott die Verheißung, die Er Abraham schon gleich bei seiner Berufung gegeben hat (1Mo 12.3). Abraham und Sara glaubten dieser Zusage und meinten wohl anfänglich, Ismael wäre der verheißene Same. Denselben Gedankengang finden wir bereits bei Eva, die bei der Geburt des Kain wähnte, dass sie nun den verheißenen Schlangentreter geboren habe (1Mo 4:1).
