Hiob und seine drei Freunde: Unterschied zwischen den Versionen

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Nein! Denn Jehova erklärt später in dem Buche, dass sie „den Ratschluss Gottes verdunkelt hatten mit Worten ohne Verstand“ (Hi 38:2). Sie mögen bejahrte und große Männer gewesen sein; doch sind, wie Elihu sagt, „die Großen nicht immer weise, noch verstehen die Alten das Recht“ (Hi 32:9).
Nein! Denn Jehova erklärt später in dem Buche, dass sie „den Ratschluss Gottes verdunkelt hatten mit Worten ohne Verstand“ (Hi 38:2). Sie mögen bejahrte und große Männer gewesen sein; doch sind, wie Elihu sagt, „die Großen nicht immer weise, noch verstehen die Alten das Recht“ (Hi 32:9).


Am „Ende“ der ganzen Angelegenheit sagt Jehova den drei Freunden: „Ihr habt von Mir nicht geredet, was recht ist (Hi 42:7). Auch hatte dies '''Hiob''' nicht getan, bis er sich selbst als Sünder bekannte. '''Dann''' fügte Jehova bei: „wie Mein Knecht Hiob“. Das tat Er aber an der Stelle, wo wir stehen, noch nicht. Auf dieser Stufe kannten sie '''Gott''' nicht, und Hiob kannte '''sich selbst''' nicht.
Am „Ende“ der ganzen Angelegenheit sagt Jehova den drei Freunden: „Ihr habt von Mir nicht geredet, was recht ist (Hi 42:7). Auch hatte dies '''Hiob''' nicht getan, bis er sich selbst als Sünder bekannte. '''Dann''' fügte Jehova bei: „wie Mein Knecht Hiob“. Das tat Er aber an der Stelle, wo wir stehen, noch nicht. Auf dieser Stufe kannten sie '''Gott''' nicht, und Hiob kannte '''sich selbst''' nicht.<br/><br/>


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Es würde uns, weit gesagt, zu weit von dem „Ende“ abführen, das wir im Auge haben, wenn wir auf die genaue Prüfung aller ihrer Äußerungen eingehen würden. Wir müssen uns damit begnügen, dass wir die Art oder den Zweck dieses Tastens des menschlichen Geistes beobachten, und indem wir dies tun, werden wir sehen, dass der Mensch im Laufe der Jahrhunderte sich nicht verändert hat. Die Gedanken dieser Männer sind dieselben wie die der Menschen von heute, ihre Vernunftschlüsse ebenfalls.
Es würde uns, weit gesagt, zu weit von dem „Ende“ abführen, das wir im Auge haben, wenn wir auf die genaue Prüfung aller ihrer Äußerungen eingehen würden. Wir müssen uns damit begnügen, dass wir die Art oder den Zweck dieses Tastens des menschlichen Geistes beobachten, und indem wir dies tun, werden wir sehen, dass der Mensch im Laufe der Jahrhunderte sich nicht verändert hat. Die Gedanken dieser Männer sind dieselben wie die der Menschen von heute, ihre Vernunftschlüsse ebenfalls.



Version vom 2. September 2022, 15:59 Uhr

Abschrift des Heftes: Die Absicht Gottes mit Hiob oder „Das Ende des Herrn“
Verfasser: Dr. E. W. Bullinger (1837 - 1913)

Autorisierte Bearbeitung nach dem Englischen

Siehe weitere Abschriften
Inhaltsverzeichnis

In Bearbeitung

Die Absicht Gottes mit Hiob

2. Hiob und seine Freunde

D (Hi 3:1-31:40)

Wir können den Teil „C“ der Struktur (Hi 2:11-13). welcher die Ankunft der drei Freunde Hiobs: Eliphas, Bildad und Zophar berichte, übergehen. Diese Verse sind nötig wegen des Zusammenhangs der Geschichte, jedoch es werden nur wenige Worte auf den kurzen Bericht dieser Tatsache verwendet.

Wir gehen daher sofort zum nächsten Teil „D“ über. Es ist umfangreich und besteht aus 29 Kapiteln. Er enthält und berichtet die Unterredungen Hiobs mit seinen drei Freunden, und der Zweck dieser Kapitel ist, zu zeigen, dass der Mensch ohne göttliche Offenbarung keine wahre Weisheit hat, Gott nicht finden oder kennen und auch sich selbst nicht verstehen oder kennen kann. Ehe der Mensch diese Erkenntnis hat, wird er weder Gott rechtfertigen noch sich selbst verurteilen. Er mag Jehovas „Werke“ verstehen, aber Seine „Wege“ kann er nicht erkennen. Seine Werke werden von allen gesehen; aber Seine Wege sind geheim und verborgen und werden nur Seinem Volke durch Offenbarung bekannt gemacht. Daher lesen wir (Ps 103:7): „Er hat Seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israels Seine Taten'’'.

Diese große Wahrheit ist es, welche uns nun zuerst gezeigt wird in diesem Buche. Der erste Teil der Belehrung ist negativ: der Mensch kann durch Forschen Gott nicht finden noch zu wahrer, himmlischer Weisheit gelangen. Das ist der Hauptinhalt dieses Teiles.

Diese Unterredungen, in welchen jeder der vier Männer zu Worte kommt, zerfallen in drei Abschnitte.

Die Einteilung ist folgende:
D Seite 10 (Hi 31-31:40) Hiob und seine Freunde.

DZ 3: Hiobs Klage (Einleitung)

G1 k1 Hi 4.5: Eliphas
l1 Hi 6.7: Hiob
k2 Hi 8: Bildad.
l2 Hi 9:10: Hiob
k3 Hi 11: Zophar
l3 Hi 12-14: Hiob
G2 k4 Hi 15: Eliphas
l4 Hi 16.17: Hiob
k5 Hi 18: Bildad.
l5 Hi 19: Hiob
k6 Hi 20: Zophar
l6 Hi 21: Hiob
G3 k7 Hi 22: Eliphas
l7 Hi 24: Hiob
k8 Hi 25: Bildad.
l8 Hi 26. Hi 27:10: Hiob
k9 Hi 27:11-28;28: Zophar*

Z Hi 29-31: Hiobs Rechtfertigung (Schluss)

* Wir schreiben dieses Glied Zophar zu. Wir stehen damit (Zophar eine dritte Rede zuzuweisen) nicht allein. Dr. Kennicoll (Bemerkungen zu ausgewählten Stellen des AT Oxfort 1787), sowie Prof H. Bernard, Cambrigde, und Wolfsshon (den Bernard anführt), schreiben Zophar Hi 27:13-28; Hi 28 zu. Wir unterscheiden von diesen Kommentatoren nur dadurch, dass wir mit Vers 22 statt 13 beginnen, unseren Lesern die Entscheidung darüber überlassend.
Dass Zophar eine dritte Ansprache zugeschrieben werden muss, scheint aus folgenden Erwägungen klar zu sein.
1. Die Übereinstimmung aller Teile des Aufbaues des Buches fordert es.
2. Verlangen es die zum Ausdruck gebrachten Meinungen (Hi 27:11-28; Hi 28); denn sie sind das gerade Gegenteil dessen, was Hiob verteidigt und behauptet zu eben demselben Ende. Ein Beweis dafür ist die Verwirrung und Not der Kommentatoren.
3. Überdies stimmen diese Meinungen genau mit dem überein, was Zophar durchweg behauptet hatte. In der Tat beginnt er seine dritte Rede (Hi 27:13) mit denselben Worten, mit welchen er seine zweite (Hi 20:29) schließt. Es ist unglaublich, dass Hiob dieselbe Beweisführung, welcher er widersprach, ,adoptieren konnte, ohne durch ein Wort kundzutun, dass seine Absichten sich so rasch geändert hatten.
4. Wenn das die Worte Hiobs sind, so hatten ihn seine Freunde augenscheinlich „überführt“, was sie aber nach der Erklärung Elihus gerade nicht getan hatten (siehe Hi 32:12).
5. Das hebräische von Hi 29:1 ist nicht dagegen. Es kann ebenso wohl Schluss wie Fortsetzung bedeutetn. Tatsächlich sagt es uns, dass die Kapitel Hi 29-31 nicht eine der Reihen von Antworten sind, sondern der formelle Schluss des Ganzen (Z), korespondierend mit Hi 3 (Z), welches der formelle Anfang des Ganzen war. Wir werden dadurch auf den Schlusssatz des Gliedes Z: „Die Worte Hiobs sind zu Ende“ (Hi 31:40) vorbereitet.

Wir beabsichtigen nicht die jeweiligen Äußerungen der verschiedenen Sprecher weiter zu entfalten.* Es kann denselben leicht eine zu große Wichtigkeit beigemessen werden denn es sind am Ende doch nur die tastenden versuche des menschlichen Geistes, „Gott zu suchen“: die Äußerungen verfinsterten Verständnisses. Wir dürfen weder die Anschauungen Hiobs noch die seiner Freunde so ansehen, als ob sie notwendigerweise Schrift-Wahrheiten wären. Wir haben den wahren und treu inspirierten Bericht des, was die Menschen sagten; aber daraus folgt nicht, dass der Inhalt ihrer Reden notwendig richtig oder inspiriert war.

* Dies ist erschöpfend geschehen in der neuen Übersetzung des Buches Hiob von E. W. Bullinger

Nein! Denn Jehova erklärt später in dem Buche, dass sie „den Ratschluss Gottes verdunkelt hatten mit Worten ohne Verstand“ (Hi 38:2). Sie mögen bejahrte und große Männer gewesen sein; doch sind, wie Elihu sagt, „die Großen nicht immer weise, noch verstehen die Alten das Recht“ (Hi 32:9).

Am „Ende“ der ganzen Angelegenheit sagt Jehova den drei Freunden: „Ihr habt von Mir nicht geredet, was recht ist (Hi 42:7). Auch hatte dies Hiob nicht getan, bis er sich selbst als Sünder bekannte. Dann fügte Jehova bei: „wie Mein Knecht Hiob“. Das tat Er aber an der Stelle, wo wir stehen, noch nicht. Auf dieser Stufe kannten sie Gott nicht, und Hiob kannte sich selbst nicht.

= Es würde uns, weit gesagt, zu weit von dem „Ende“ abführen, das wir im Auge haben, wenn wir auf die genaue Prüfung aller ihrer Äußerungen eingehen würden. Wir müssen uns damit begnügen, dass wir die Art oder den Zweck dieses Tastens des menschlichen Geistes beobachten, und indem wir dies tun, werden wir sehen, dass der Mensch im Laufe der Jahrhunderte sich nicht verändert hat. Die Gedanken dieser Männer sind dieselben wie die der Menschen von heute, ihre Vernunftschlüsse ebenfalls.

Eliphas gründet seine Schlüsse auf die menschliche Erfahrung, Bildad auf die menschliche Tradition (Überlieferung) und Zophar auf das menschliche Verdienst.

Sehen wir die drei Gespräche iim Ganzen an, so ist die eine große Lehre, welche wir daraus lernen können, die: der Mensch kann mit all seiner Weisheit und all seinen Kräften Gott nicht erkennen und des Menschen Bedürfnisse nicht befriedigen. Er kann weder den gerechten Forderungen Gottes nachkommen noch die Wunden des Sünderherzens heilen.

Alle diese Überlegungen waren verkehrt in ihren Schlüssen