Gottessohnschaft: Unterschied zwischen den Versionen

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''Abschrift des Sonderdrucks  aus der Zweimonatszeitschrift „Gnade und Herrlichkeit“'' <br/>
''Abschrift des Sonderdrucks  aus der Zweimonatszeitschrift „Gnade und Herrlichkeit“'' <br/>
''von <big> '''Heinz Schumacher'''''</big><br/>
''von '''Heinz Schumacher'''''<br/>


Paulus Verlag Karl Geyer, Stuttgart W, Paulusstr. 14<br/>
''Paulus Verlag Karl Geyer, Stuttgart W, Paulusstr. 14''<br/><br/>


siehe weitere Abschriften:<br/>
siehe weitere [https://www.bibelwissen.ch/wiki/Abschriften_-_Tabelle <big>'''Abschriften''']</big><br/>


<big> [[In Bearbeitung]]</big><br/>
<big> [[In Bearbeitung]]</big><br/>


=='''Gottessohnschaft'''==
=='''Gottessohnschaft'''==
in jüdischer und biblischer Sicht
 
::''“Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der '''Sohn des lebendigen Gottes.'''“ (Mt 16:16)''
::''“Und es wird geschehen, an dem Orte da zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, daselbst werden sie '''Söhne des lebendigen Gottes''' genannt werden.“ (Röm 9:26)''<br/>
 
Es war ein bedeutungsvoller Augenblick, als der Herr bei Cäsarea Philippi Seine Jünger fragte, wer Er in den Augen Seiner damaligen Zeitgenossen denn sei. Auf die verschiedenen Antworten hin: „Johannes der Täufer, Elias, Jeremias oder einer der Propheten“ befragt Er dann die Jünger nach ihrer eigenen Meinung in dieser Sache. Daraufhin legt Petrus jenes Bekenntnis ab, das ihm nicht Fleisch und blut offenbarten, sondern der Vater in den Himmeln: ''„Du bist der Christus, der Sohn des  lebendigen Gottes Gottes.“'' - Wir spüren heute nicht mehr das für damalige Ohren Ungeheuerliche, Kühne, Gewagte, vielleicht Schockierende dieser Aussage. Wir haben uns durch christliche Tradition und Erziehung allzu sehr an den Gedanken gewähnt, dass Er der Christus, und der Gottessohn ist, - mag auch bei den allermeisten „Christen“ dieses Wissen ein bloßes Fürwahrhalten und kein Herzensglaube sein. Und fällt nur noch auf, wenn einmal jemand mit der Behauptung auftritt, dass Jesus dies n i c h t sei.<br/><br/>
 
==='''In jüdischer Sichtweise'''===
Für jüdische Ohren damals und heute war und ist das petrinische Bekenntnis von Mt 16:16 nicht nur nichts Selbstverständliches, sondern etwa Unmögliches und Lästerliches. Hören wir  zunächst eine Stimme unserer Zeit:
 
Vor einigen Monaten brachten zwei deutsche christliche Zeitschriften, betitelt: „Jüdische Fragen um Jesus Christus“. Darin nimmt ein bekannter Schriftsteller im heutigen Israel, Schalom Ben Chorin, der der „fortschrittlichen“ (liberalen) Richtung der Synagoge angehört und als Führer in Israel anzusehen ist, zur Christusfrage Stellung. Am Schluss des Artikels fasst er seine Meinung in folgendem Satz zusammen:
 
„...Damit habe ich erklärt, warum wir auf die Christusfrage verneinend antworten müssen:
#Nicht der Messias, denn die Welt ist unerlöst.
#Nicht der Sohn Gottes, denn wir wissen nicht um einen solchen.
#Nicht der gottmenschliche Mittler, denn wir bedürfen dessen nicht.
#Nicht der Erfüller des Gesetzes, denn wir müssen es selbst erfüllen.
#Nicht der einzige Gerechte des stellvertretenden Sühneleidens, denn ihrer sind viele.
 
Wir wollen es uns versagen, auf die einzelnen Punkte der Reihenach einzugehen. Uns interessiert im Rahmen dieses Artikels nur die zweite der fünf Feststellungen: Christus wäre „'''nicht der Sohn Gottes''', denn wir wissen nicht um einen solchen“. - Hier zeigt sich dieselbe unerbittliche Ablehnung der Gottessohnschaft Jesu, die ihm bereits zur Zeit Seines Erdenwandels von Seinen jüdischen Zeitgenossen entgegengebracht wurde „Wir wissen nicht um einen solchen“, lautet die ebenso stolz wie verblendete Begründung.
 
In Mt 25:59-66 wird uns der „Prozess gegen Gott“ vor Augen geführt, wie der Titel eines Büchleins von Arthur Richter lautet, in dem diese Begebenheiten in lehrreicher und gut verständlicher Weise nacherzählt werden. Wohl aus Mangel an Zeit - wie Richter es darstellt - hatte man die verschiedenen falschen Zeugen nicht mehr aufeinander abstimmen können. Ihre Zeugnisse widersprachen sich. Auf diese Weise kam man nicht zum Ziel. Da griff der Hohepriester zu einem anderen Mittel: er stellt dem Herrn die Frage nach seiner Messianität und Seiner Gottessohnschaft. Manche Ausleger nehmen an, dass dieser doppelte Anspruch des Herrn (der Christus und der Sohn Gottes zu sein), dieses nach außen hin bis zur Auferstehung verschwiegene und nur im Jüngerkreis offenbarte Geheimnis, es war, was Judas den Hohenpriestern verriet. Nun fragt Kaiphas: „Ich beschwöre Dich bei dem lebendigen Gott, dass Du uns sagtest, ob Du d er Christus bist, der  '''Sohn Gottes!'''“ (Mt 26:63). Der Herr bejaht diese Frage: „Du  hast es gesagt“, und Er fügt noch hinzu; „Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels“. Er hält sich  also nicht nur für den Christus (hebr.: Messias) und für den Sohn Gottes, sondern auch für den Menschensohn, der nach Dan 7:13.14 mit dem Wolken des Himmels kommt, vor den „Alten an Tagen“ gebracht wird und Herrschaft und Herrlichkeit  und ein unzerstörbares Königtum über alle Völker, Völkerschaften und Sprachen empfängt.
 
Das alles genügt, um Ihm den Prozess zu machen. „Er hat gelästert“, erklärt der Hohepriester. „Was bedürfen wir noch Zeugen? ... Was dünkt euch? Ihre Antwort lautet: ''„Er ist des Todes schuldig.“'' Der Anspruch, der Christus und der Sohn des lebendigen Gottes zu sein, erscheint ihnen so ungeheuerlich, so untragbar, dass ein solcher nicht weiterleben darf! -
 
Wie konnte es zu solcher Einstellung der Juden kommen? Um dies zu verstehen, müssen wir ein wenig über die Anfänge der Geschichte des Volkes der göttlichen Auswahl  zurückblicken. <br/><br/>
 
====<big> Wie kommt es zu dieser Einstellung?</big>====
Gott hatte Seinem Volk in Palästina ein Land, darin „Milch und Honig fließt“, verheißen. Diese mehrfach wiederholten Zusagen Gottes waren auch Satan nicht unbekannt geblieben. Daraufhin tut er alles, um das göttliche Vorhaben, sich ein heiliges Volk in einem heiligen Land heranzubilden, zu vereiteln. Er infiziert die dort ansässigen 7 Stämme der Ureinwohner (5Mo 7:1) so sehr mit Sünden- und Gräuelwesen des Fleisches (3Mo 18:6-30) und des Geistes (5Mo 18:9-14) wie kein anderes Volk auf Erden, so dass Gott Israel die radikale Ausrottung dieser Stämme befiehlt. Denn hier handelte es sich um Sünden, die nicht auf den einzelnen beschränk bleiben, sondern ganze Familien infizieren und  unter einen Bann bringen. Dieses unheilvolle Geschwür am Menschheitskörper sollte, damit Schlimmeres verhütet würde, vor allem die Ansteckung des „heiligen Volkes“ vermieden würde, radikal herausoperiert werden.
 
Israel abaer lässt in falscher Humanität Reste dieser Volksstämme im Lande bleiben (vergl. Ri 1:21.27.29.31.33). Durch diese Reste wurde das Volk Gottes infiziert, und das Ergebnis lautete (1Kö 14:24b). „Sie taten nach allen Gräueln der Nationen, die Jehova vor den Kindern Israels ausgetrieben hatte“, ja, ein König Manasse verleitete Juda sogar, „des Bösen mehr zu tun als die Nationen, welche Jehova vor den Kindern Israel vertilgt hatte“ (2Kö 21:9).
 
Nun wurde das Gericht unabwendbar. Wie Israel nach Assyrien, wurde Juda nach Babylon ins Exil geführt Und da ereignete sich das, was Prof. E. F. Ströter einmal das einzige Beispiel  einer Volksbekehrung von einer Volkssünde nannte. die aus Babylon zurückkehrenden Juden hatten sich eines  zu Herzen genommen: Nie wieder wollten sie dem Götzendienst huldigen; nie wieder Gott nötigen, sie in ähnlicher Weise zu strafen; nie wider vergessen, dass „Jehova,  unser Gott ist e i n Jehova“ (5Mo 6:4). So wurden sie in der Folgezeit die strengsten Vertreter des Monotheismus, der Lehre von dem einen und einzigen, alleinigen Gott, und von da aus erschien ihnen nur der Gedanke an eine Gottessohnschaft (im Sinne, wie Jesus es meinte) gotteslästerlich, ungeheuerlich, untragbar. „Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muss Er sterben, weil Er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat“  (Joh 19:7). - Hatte sie bis zum Exil ihre G e s e t z l o s i g k e i t in Götzendienst und Sünde geführt und gerichtsreif werden lassen, so war es nun ihrer G e s e t z l i c h k e i t, die ihnen zum Verhängnis wurde. Mit den falschen Götzen zusammen verwarfen sie auch den echten und wahren Gottessohn, den er Vater ihnen gesandt hatte.
 
Was aber ist das Zeugnis der Schrift über das Thema „Gottessohnschaft“? Entscheidend ist ja nicht, wie Menschen darüber denken, sondern was Gottes Wort dazu sagt!
 
Da lässt sich nun aus der Bibel als erstes mühelos erkennen: <br/><br/>
 
==='''Gott will Sohnschaft'''===
1. In Ps 2:7 steht geschrieben: „Vom Beschluss will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: '''Du bist mein Sohn,''' heute habe ich Dich gezeugt“. Dieses uralte Wort Gottes des Vaters an Seinen Sohn Jesus Christus (vergl Hebr 1:5) hat man mit Recht als das älteste uns in der Schrift überhaupt überlieferte Gotteswort bezeichnet. Es führt uns  zurück in jene „Zeit“ vor den Zeitaltern der Schöpfungen, da Gott aus Seiner Gotteseinsamkeit in die Gotteszweisamkeit heraustrat, indem Er einen Sohn ins Dasein rief. Im Hebräischen lautet der Satz so: „Du bist mein Sohn“ = beni attah, d. h. wörtlich: „Sohn mein Du!“ Demnach wäre das älteste uns überlieferte Wort aus dem Munde Gottes „S o h n“ ! Fürwahr: Gott will Sohnschaft! Wie anders hätte auch Er, der Liebe ist (1Jo 4:8.16), diese Seine Liebe ausleben und auswirken können!
 
Auf dem Sohn Seiner Liebe ruht des Vaters  ungeteiltes Wohlgefallen. Nach der Taufe Jesu und auf dem Verklärungsberg ruft Er vom Himmel herab: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Mt 3:17; Mt 17:5). Ja, es war nach Kol 1:19 das Wohlgefallen der ganzen Fülle (Gottes), in Ihm (Christus) zu wohnen“. Der Sohn wiederum tut allezeit, was dem Vater wohlgefällt (Joh 8:29).<br/><br/>
 
====<big> Gott will Söhne</big>====
2.
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Version vom 29. April 2022, 17:39 Uhr

Abschrift des Sonderdrucks aus der Zweimonatszeitschrift „Gnade und Herrlichkeit“
von Heinz Schumacher

Paulus Verlag Karl Geyer, Stuttgart W, Paulusstr. 14

siehe weitere Abschriften

In Bearbeitung

Gottessohnschaft

“Petrus antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ (Mt 16:16)
“Und es wird geschehen, an dem Orte da zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, daselbst werden sie Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.“ (Röm 9:26)

Es war ein bedeutungsvoller Augenblick, als der Herr bei Cäsarea Philippi Seine Jünger fragte, wer Er in den Augen Seiner damaligen Zeitgenossen denn sei. Auf die verschiedenen Antworten hin: „Johannes der Täufer, Elias, Jeremias oder einer der Propheten“ befragt Er dann die Jünger nach ihrer eigenen Meinung in dieser Sache. Daraufhin legt Petrus jenes Bekenntnis ab, das ihm nicht Fleisch und blut offenbarten, sondern der Vater in den Himmeln: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes Gottes.“ - Wir spüren heute nicht mehr das für damalige Ohren Ungeheuerliche, Kühne, Gewagte, vielleicht Schockierende dieser Aussage. Wir haben uns durch christliche Tradition und Erziehung allzu sehr an den Gedanken gewähnt, dass Er der Christus, und der Gottessohn ist, - mag auch bei den allermeisten „Christen“ dieses Wissen ein bloßes Fürwahrhalten und kein Herzensglaube sein. Und fällt nur noch auf, wenn einmal jemand mit der Behauptung auftritt, dass Jesus dies n i c h t sei.

In jüdischer Sichtweise

Für jüdische Ohren damals und heute war und ist das petrinische Bekenntnis von Mt 16:16 nicht nur nichts Selbstverständliches, sondern etwa Unmögliches und Lästerliches. Hören wir zunächst eine Stimme unserer Zeit:

Vor einigen Monaten brachten zwei deutsche christliche Zeitschriften, betitelt: „Jüdische Fragen um Jesus Christus“. Darin nimmt ein bekannter Schriftsteller im heutigen Israel, Schalom Ben Chorin, der der „fortschrittlichen“ (liberalen) Richtung der Synagoge angehört und als Führer in Israel anzusehen ist, zur Christusfrage Stellung. Am Schluss des Artikels fasst er seine Meinung in folgendem Satz zusammen:

„...Damit habe ich erklärt, warum wir auf die Christusfrage verneinend antworten müssen:

  1. Nicht der Messias, denn die Welt ist unerlöst.
  2. Nicht der Sohn Gottes, denn wir wissen nicht um einen solchen.
  3. Nicht der gottmenschliche Mittler, denn wir bedürfen dessen nicht.
  4. Nicht der Erfüller des Gesetzes, denn wir müssen es selbst erfüllen.
  5. Nicht der einzige Gerechte des stellvertretenden Sühneleidens, denn ihrer sind viele.

Wir wollen es uns versagen, auf die einzelnen Punkte der Reihenach einzugehen. Uns interessiert im Rahmen dieses Artikels nur die zweite der fünf Feststellungen: Christus wäre „nicht der Sohn Gottes, denn wir wissen nicht um einen solchen“. - Hier zeigt sich dieselbe unerbittliche Ablehnung der Gottessohnschaft Jesu, die ihm bereits zur Zeit Seines Erdenwandels von Seinen jüdischen Zeitgenossen entgegengebracht wurde „Wir wissen nicht um einen solchen“, lautet die ebenso stolz wie verblendete Begründung.

In Mt 25:59-66 wird uns der „Prozess gegen Gott“ vor Augen geführt, wie der Titel eines Büchleins von Arthur Richter lautet, in dem diese Begebenheiten in lehrreicher und gut verständlicher Weise nacherzählt werden. Wohl aus Mangel an Zeit - wie Richter es darstellt - hatte man die verschiedenen falschen Zeugen nicht mehr aufeinander abstimmen können. Ihre Zeugnisse widersprachen sich. Auf diese Weise kam man nicht zum Ziel. Da griff der Hohepriester zu einem anderen Mittel: er stellt dem Herrn die Frage nach seiner Messianität und Seiner Gottessohnschaft. Manche Ausleger nehmen an, dass dieser doppelte Anspruch des Herrn (der Christus und der Sohn Gottes zu sein), dieses nach außen hin bis zur Auferstehung verschwiegene und nur im Jüngerkreis offenbarte Geheimnis, es war, was Judas den Hohenpriestern verriet. Nun fragt Kaiphas: „Ich beschwöre Dich bei dem lebendigen Gott, dass Du uns sagtest, ob Du d er Christus bist, der Sohn Gottes!“ (Mt 26:63). Der Herr bejaht diese Frage: „Du hast es gesagt“, und Er fügt noch hinzu; „Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels“. Er hält sich also nicht nur für den Christus (hebr.: Messias) und für den Sohn Gottes, sondern auch für den Menschensohn, der nach Dan 7:13.14 mit dem Wolken des Himmels kommt, vor den „Alten an Tagen“ gebracht wird und Herrschaft und Herrlichkeit und ein unzerstörbares Königtum über alle Völker, Völkerschaften und Sprachen empfängt.

Das alles genügt, um Ihm den Prozess zu machen. „Er hat gelästert“, erklärt der Hohepriester. „Was bedürfen wir noch Zeugen? ... Was dünkt euch? Ihre Antwort lautet: „Er ist des Todes schuldig.“ Der Anspruch, der Christus und der Sohn des lebendigen Gottes zu sein, erscheint ihnen so ungeheuerlich, so untragbar, dass ein solcher nicht weiterleben darf! -

Wie konnte es zu solcher Einstellung der Juden kommen? Um dies zu verstehen, müssen wir ein wenig über die Anfänge der Geschichte des Volkes der göttlichen Auswahl zurückblicken.

Wie kommt es zu dieser Einstellung?

Gott hatte Seinem Volk in Palästina ein Land, darin „Milch und Honig fließt“, verheißen. Diese mehrfach wiederholten Zusagen Gottes waren auch Satan nicht unbekannt geblieben. Daraufhin tut er alles, um das göttliche Vorhaben, sich ein heiliges Volk in einem heiligen Land heranzubilden, zu vereiteln. Er infiziert die dort ansässigen 7 Stämme der Ureinwohner (5Mo 7:1) so sehr mit Sünden- und Gräuelwesen des Fleisches (3Mo 18:6-30) und des Geistes (5Mo 18:9-14) wie kein anderes Volk auf Erden, so dass Gott Israel die radikale Ausrottung dieser Stämme befiehlt. Denn hier handelte es sich um Sünden, die nicht auf den einzelnen beschränk bleiben, sondern ganze Familien infizieren und unter einen Bann bringen. Dieses unheilvolle Geschwür am Menschheitskörper sollte, damit Schlimmeres verhütet würde, vor allem die Ansteckung des „heiligen Volkes“ vermieden würde, radikal herausoperiert werden.

Israel abaer lässt in falscher Humanität Reste dieser Volksstämme im Lande bleiben (vergl. Ri 1:21.27.29.31.33). Durch diese Reste wurde das Volk Gottes infiziert, und das Ergebnis lautete (1Kö 14:24b). „Sie taten nach allen Gräueln der Nationen, die Jehova vor den Kindern Israels ausgetrieben hatte“, ja, ein König Manasse verleitete Juda sogar, „des Bösen mehr zu tun als die Nationen, welche Jehova vor den Kindern Israel vertilgt hatte“ (2Kö 21:9).

Nun wurde das Gericht unabwendbar. Wie Israel nach Assyrien, wurde Juda nach Babylon ins Exil geführt Und da ereignete sich das, was Prof. E. F. Ströter einmal das einzige Beispiel einer Volksbekehrung von einer Volkssünde nannte. die aus Babylon zurückkehrenden Juden hatten sich eines zu Herzen genommen: Nie wieder wollten sie dem Götzendienst huldigen; nie wieder Gott nötigen, sie in ähnlicher Weise zu strafen; nie wider vergessen, dass „Jehova, unser Gott ist e i n Jehova“ (5Mo 6:4). So wurden sie in der Folgezeit die strengsten Vertreter des Monotheismus, der Lehre von dem einen und einzigen, alleinigen Gott, und von da aus erschien ihnen nur der Gedanke an eine Gottessohnschaft (im Sinne, wie Jesus es meinte) gotteslästerlich, ungeheuerlich, untragbar. „Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz muss Er sterben, weil Er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat“ (Joh 19:7). - Hatte sie bis zum Exil ihre G e s e t z l o s i g k e i t in Götzendienst und Sünde geführt und gerichtsreif werden lassen, so war es nun ihrer G e s e t z l i c h k e i t, die ihnen zum Verhängnis wurde. Mit den falschen Götzen zusammen verwarfen sie auch den echten und wahren Gottessohn, den er Vater ihnen gesandt hatte.

Was aber ist das Zeugnis der Schrift über das Thema „Gottessohnschaft“? Entscheidend ist ja nicht, wie Menschen darüber denken, sondern was Gottes Wort dazu sagt!

Da lässt sich nun aus der Bibel als erstes mühelos erkennen:

Gott will Sohnschaft

1. In Ps 2:7 steht geschrieben: „Vom Beschluss will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich Dich gezeugt“. Dieses uralte Wort Gottes des Vaters an Seinen Sohn Jesus Christus (vergl Hebr 1:5) hat man mit Recht als das älteste uns in der Schrift überhaupt überlieferte Gotteswort bezeichnet. Es führt uns zurück in jene „Zeit“ vor den Zeitaltern der Schöpfungen, da Gott aus Seiner Gotteseinsamkeit in die Gotteszweisamkeit heraustrat, indem Er einen Sohn ins Dasein rief. Im Hebräischen lautet der Satz so: „Du bist mein Sohn“ = beni attah, d. h. wörtlich: „Sohn mein Du!“ Demnach wäre das älteste uns überlieferte Wort aus dem Munde Gottes „S o h n“ ! Fürwahr: Gott will Sohnschaft! Wie anders hätte auch Er, der Liebe ist (1Jo 4:8.16), diese Seine Liebe ausleben und auswirken können!

Auf dem Sohn Seiner Liebe ruht des Vaters ungeteiltes Wohlgefallen. Nach der Taufe Jesu und auf dem Verklärungsberg ruft Er vom Himmel herab: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe“ (Mt 3:17; Mt 17:5). Ja, es war nach Kol 1:19 das Wohlgefallen der ganzen Fülle (Gottes), in Ihm (Christus) zu wohnen“. Der Sohn wiederum tut allezeit, was dem Vater wohlgefällt (Joh 8:29).

Gott will Söhne

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